Ausgrabungen an der Porte des Flèches, dem Nordportal der Kathedrale St. André in Bordeaux

Seit 1903 war bekannt, dass sich an dieser Stelle Reste einer früheren Kirche befanden, doch erst 2003 wurde systematisch gegraben. 2009 wurden die Forschungen wieder aufgenommen und mit größerer Breite durchgeführt. Dabei wurden Reste des Vorgängerbaus der heutigen Kathedrale freigelegt und näher bestimmt,, die zu einem Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert gehören. In dieser Kirche wurde die Eheschließung von Aliénor von Aquitanien mit dem späteren König Ludwig VII. von Frankreich vollzogen. Dabei dürften Aliénor und ihr (zeitweiliger) Ehemann durch das jetzt freigelegte Nordportal dieser Kirche eingezogen sein. Diese Kirche wurde zwischen 1330 und 1340 niedergelegt, um Platz zu machen für den heute stehenden Neubau der Kathedrale, der nicht genau über den Grundmauern der Vorgängerkirche errichtet wurde. Nach der gründlichen Erforschung der archäologischen Befunde wird das Grabungsgelände mit einer Schutzmatte gesichert und mit Sand aufgefüllt. Abgedeckt wird die Fläche mit Granitplatten der Art wie sie schon auf dem Vorplatz der Kathedrale verlegt sind. Die Einblicke, die unsere Bilder geben, sind also ein Fenster in die Vergangenheit, das schon bald wieder verschlossen sein wird.



Blick durch den Zaun auf das Tätigkeitsfeld der Archäologen. Ursprünglich waren die Experten sehr auf Ausschluss der Öffentlichkeit bedacht. Zu sehen sind (in der Bildmitte) neuzeitliche Rohrleitungen und links und rechts davon mittelatlerliche Mauerreste.

Schließlich wurde eine Beobachtungsecke eingerichtet, von der ungehinderte Blicke auf das Grabungsfeld möglich waren.


Blick nach links, von der Kathedrale weg gegen den Absperrungszaun


Überblick über die freigelegten Mauer und Grabreste.


Rechts die Porte des Flèches der Kathedrale Saint-André


Im Vordergrund die Schwelle des Portals des Vorgängerbaus


Zwei Sarkophage, der rechte ist teilweise freigelegt. 


Nahaufnahme des teilweise freigelegten Sarkophags

Übersichtsplan

Grundriss der Kathedrale und Lageplan der Ausgrabungen



Letzter Blick in den Untergrund