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Juli 2017

Heuschreckenplage

Zu einer Zeit, als Frankreich noch schwer an den Folgen des Krieges zu tragen hatte, ereignete sich im Departement Gironde im Sommer 1946 eine unerwartete Invasion von Heuschrecken, die eine Spur der Verwüstung hinter sich ließen. 

Am schlimmsten traf es die Orte Léognan, Martillac, Saucats, Le Barp, Pessac, Cestas, Gazinet, Croixd’Hins, Pierroton, Marcheprime, Lanton, Lacanau und Ludon, wo die gefräßigen Insekten  eine Art Teppich von bis zu 15 cm Dicke bildeten, dem nichts Fressbares widerstehen konnte. Als die Heuschrecken endlich verschwunden waren, war die Ernte auf den Feldern vernichtet und die Weinanbauflächen in einem erbarmungswürdigen Zustand. Es gab zunächst keine Bekämpfungsmöglichkeiten, mit denen man die aggressiven Schädlinge hätte wirksam zurückdrängen können. Das einzige erfolgversprechende Mittel, das man zunächst zur Verfügung hatte, waren Flammenwerfer, die aber wegen der großen Hitze und Trockenheit nicht eingesetzt werden konnten. Schließlich streute man vergifteten Weizen aus und legte Fanggräben an, aus denen die Heuschrecken nicht herauskamen und wo sie dann verbrannt werden konnten. Der Heuschreckenplage von 1946 war bereits im Jahr zuvor eine Welle vorangegangen, und nachher gab es 1947 noch eine weitere Attacke. Danach ist der Südwesten Frankreichs von weiteren Heuschreckenangriffen verschont geblieben.

(J-M- Le Blanc: Juillet 1946, les croquets envahissent le département, in: SUDOUEST, 27. 07. 2017)



Châteaux in Nöten

Die beiden Châteaux Quatre Vents in Margaux und Bonneau in Avensan sind 2014 an einen chinesischen Investor verkauft worden, für das Médoc nicht ungewöhnlich und auch nicht bedrohlich. Die zusammen 28 ha Anbaufläche der beiden Châteaux wurden im ersten Jahr von den neuen Besitzern so weitergeführt, wie das der vorhergehende Eigentümer erwartet und festgeschrieben hatte. Im zweiten Jahr, also 2015, fand bei dem chinesischen Investor ein personeller Wechsel statt, der dazu führte, dass man das Interesse an den Châteaux herunterstufte. Von da an flossen die Gehälter der Angestellten nicht mehr oder nur mit mehrmonatiger Verspätung, wichtige Arbeiten auf den Flächen der Châteaux wurden nicht unternommen, die Abfüllung des Jahrgangs 2015 unterblieb und manche andere Misslichkeit kam dazu. Mehrere Angestellte haben Schiedsgerichte angerufen, die ihnen zu ihrem Recht verhelfen sollen, aber auf der Seite der Besitzer aus dem Reich der Mitte ist nicht erkennbar, dass man die Châtaux so führen will, dass sie wieder in die Spur kommen. Zur Zeit sind einige Parzellen, auf denen das Unkraut höher steht als die Weinstöcke, regelrecht verwildert, was natürlich mit dem früheren Ansehen der Châteaux schwer in Einklang zu bringen ist. Wie die weitere Entwicklung verläuft, weiß von den französischen Angestellten niemand, und die chinesische Leitung lässt die Dinge einfach treiben. Niemand kann sie zwingen, zu einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung der Châteaux zurückzukehren, so dass zu befürchten ist, dass das französische Personal abwandern wird und der Betrieb damit völlig zum Erliegen kommt.

(J. Lestage: Des châteaux abandonnés, in: SUDOUEST, 25. 07. 2017)

 



Deutsches Radioprogramm im Médoc

Jedermann weiß, dass  ein Urlaub im Médoc für Besucher mit guten Französisch-Kenntnissen ertragreicher ist als wenn man die Landessprache nicht versteht. Aber auch die zahlreichen deutschen Touristen, die sich alljährlich ohne belastbare Französisch-Kenntnisse vorwagen, müssen nicht verzweifeln. Um sie kümmert sich zum Beispiel Radio Aqui, das auf 98 MHz von Saint-Germain d’Esteuil aus sendet und für die Sommermonate in sein Programm eine deutschsprachige Sendung aufgenommen hat. Die ist an jedem Donnerstag um 11.00h und noch einmal um 20.00h zu hören. Hinter diesem deutschsprachigen Programmbaustein steckt das Kollektiv Médoc actif, das viel dafür tut, dass Ausländer, nicht nur Deutsche, Zugang zum reichhaltigen kulturellen und historischen Angebot des Médoc finden. Die deutschsprachigen Sendungen werden donnerstags bis zum 31. August ausgestrahlt. Wer die Sendezeiten verpasst, kann sich im Internet (http://www.medoc-actif.eu/aquifm/) informieren und dort alle bereits ausgestrahlten Sendungen nachhören. Wer schon dabei ist, sich im Internet umzuschauen, sollte auch diese Seite besuchen: http://www.medoc-actif.eu/

(A. Larrue: La langue de Goethe sur les ondes, in: SUDOUEST, 24. 07. 2017)



Luftige Projekte

Wer von Royan nach Bordeaux fahren will, muss sich auf eine längere Reise einstellen. Mit dem Auto wird er je nach Verkehrslage im Großraum Bordeaux zwei Stunden, vielleicht etwas weniger, brauchen, und mit der Bahn geht es wegen der fehlenden direkten Verbindung eher langsamer. Da man sich in Royan einige Gedanken darüber macht, wie man die Verkehrszeiten in Richtung Bordeaux verringern könnte, verwundert es nicht, dass eine Studie, die vor wenigen Jahren gemacht wurde, Beachtung findet, die ergeben hat, dass die schnellste Verbindung nach Bordeaux über die Gironde hergestellt werden könnte, wenn man dafür ein geeignetes Verkehrsmittel einsetzen könnte. Und dieses Verkehrsmittel hat bereits auf der Gironde verkehrt, freilich wurde es vor mehreren Jahrzehnten bereits aufgegeben und stillgelegt. Gemeint ist ein Luftkissenfahrzeug, das alle Voraussetzungen für einen  schnellen und von äußeren Verhältnissen weitgehend unabhängigen Verkehr ermöglichen würde. Damit erscheinen Reisezeiten zwischen Royan und Bordeaux von wenig mehr als einer Stunde durchaus realistisch. Auch über die erwartbare Anzahl von Passagieren gibt es bereits Vorstellungen, die auf das Jahr gerechnet eine Größenordnung von 450 Passagieren pro Werktag in beiden Richtungen annehmen. Die Schwachstelle dieses Projekts ist aber wohl darin zu sehen, dass es derzeit kein Luftkissenfahrzeug gibt, das die bei der Studie zugrunde gelegten Leistungen erbringt. Und solange das so ist, wird die oben angesprochene Studie das bleiben, was sie ist: ein Projekt, bei dem Luft eine entscheidende Rolle spielt.

(Royan-Bordeaux sur l’eau, in: SUDOUEST, 24. 07. 2017)

Rückblick auf das Luftkissenboot, das einst auf der Gironde verkehrte: Klick



Mascaret

Der Mascaret ist ein Naturphänomen, das selten, aber nicht einzigartig ist. Er tritt an mehreren Flussmündungen auf, in die bei auflaufender Flut große Mengen Seewasser eindringen können. Deshalb wird der Begriff im Deutschen am besten durch das Wort Gezeitenwelle wiedergegeben. In Frankreich tritt der Mascaret an zwei Stellen auf, davon am deutlichsten und eindrucksvollsten bei Saint-Pardon an der Dordogne. Prinzipiell ereignet sich eine solche Gezeitenwelle zweimal täglich, doch ist sie nur dann richtig eindrucksvoll, wenn besonders hohe Koeffizienten ab 90 etwa, auftreten. Dann kann die Gezeitenwelle eine Höhe von bis zu 1,30m erreichen und sich über eine Strecke von rund einem Kilometer erstrecken. Diese Phänomen wird von Surfern besonders geschätzt, die sich in Erwartung der Welle in großer Zahl auf der Dordogne positionieren, um von der auflaufenden Welle flussaufwärts  getragen zu werden bis zu der Stelle, wo der Mascaret ausläuft, weil sich der Querschnitt des Flussbettes der Dordogne so verbreitert, dass der für das Zustandekommen der Welle erforderliche Staueffekt entfällt. Wer es richtig anstellt, kann dann zwei und mehr Minuten vor der Welle hersurfen und damit Zeiten erreichen, die vor der Küste des Médoc nicht erreichbar sind, wo Surfer schon zufrieden sind, wenn sie es auf Surfzeiten von 10 bis 15 Sekunden bringen. Auch wenn sich das Phänomen gut erklären lässt, ist es eindrucksvoll und zieht regelmäßig große Scharen von Zuschauern an, die allesamt der Meinung sind, dass sie das Ereignis auch noch ein weiteres mal bestaunen möchten.

(X. Sota: Le mascaret, ses caprices et ses drôles d’usagers, in: SUDOUEST, 23.07. 2017)

Bilder und zusätzliche Informationen: Klick



Tourismus in Nouvelle-Aquitaine

Die Region Nouvelle-Aquitaine (nur korrekt mit Bindestrich!) weist eine große Zahl touristischer Attraktionen auf. Dazu gehören Landschaften wie das Bassin von Arcachon, die Châteaux der großen Weine von Saint-Émilion, die Grotte von Lascaux und vieles mehr. Mit einer Küste von 720 km Länge,  den Bergen der Pyrenäen bis zu den Landschaften der Dordogne und Charente werden Touristen mit den unterschiedlichsten Interessen und Vorlieben angesprochen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Nouvelle-Aquitaine die Region Frankreichs ist, die im Tourismus den dritten Platz einnimmt. Dabei zieht sie jährlich 13 Millionen Besucher an, die dafür sorgen, dass 104.000 Arbeitsplätze geschaffen und 12 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet werden. In der Rangliste der touristischen Ziele liegt das Futuroscope bei Poitiers mit 1,9 Millionen Besuchern im letzten Jahr auf dem ersten Platz, gefolgt vom Aquarium von La Rochelle mit 800.000 Besuchern, dem Zoo von Palmyre mit 629.707 Besuchern und der Zitadelle von Blaye mit 448.105. Danach folgen der Train de la Rhune und  die Düne von Pilat. Die Nachbildung der Grotte von Lascaux folgt erst auf dem 9. Platz mit 271.360 Besuchern, doch ist dabei zu berücksichtigen, dass die neueste Faksimile-Version (Lascaux 4) erst im Dezember 2016 eröffnet wurde. Nach den Besucherzahlen im Dezember ist zu erwarten, dass Lascaux in diesem Jahr in die Spitzengruppe der touristischen Ziele in der Nouvelle-Aquitaine vordringen wird.

(N. César: Le tourisme, trésor de la Nouvelle-Aquitaine, in: SUDOUEST, 22. 07. 2017)

 



Hochgeschwindigkeitslärm

Seit dem 2. Juli dieses Jahres ist die Welt in dem kleinen Örtchen Marsas unweit von Blaye nicht mehr so in Ordnung wie früher. Nicht den ganzen Tag über, aber 33 mal täglich in der Zeit von 4.00h bis Mitternacht, jedes Mal dann, wenn ein Hochgeschwindigkeitszug mit Tempo 300 oder auch ein wenig mehr mitten durch den Ort fährt. Die Anwohner waren auf die Lärmentwicklung der neuen Hochgeschwindigkeitszüge nicht vorbereitet, merken nun aber, dass sie alle davon mehr betroffen sind als sich das vorgestellt haben. Der Unmut der Bewohner bündelt sich bei der Bürgermeisterin, die davon erfährt, dass bei Durchfahrten der TGV nicht nur ein hoher Geräuschpegel herrscht, sondern dass manche Häuser regelrecht vibrieren, wenn ein Zug vorbeifährt. Besonders intensiv werden Lärm und andere Begleiterscheinungen empfunden, wenn sich, was häufiger geschieht, zwei Züge in Marsas begegnen. Der Zorn richtet sich gegen die Firmen, die Planung und Bau der Strecke besorgt haben und dabei nach Ansicht der Anwohner wenig bis gar nicht über Maßnahmen nachgedacht haben, die die Belastungen für die Menschen an der Strecke mildern könnten. So wird beklagt, dass es nur minimale Schallschutzwände gebe, die den Fahrtlärm der Züge kaum dämpften. Mit Bitterkeit wird registriert, dass man in den Medien die  positiven Impulse der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke für Bordeaux hervorgehoben habe und dabei nicht zuletzt die dort rasant steigenden Immobilienpreise registriert habe, während in Marsas das Gegenteil erfolge und Immobilien an der Bahn empfindlich an Wert verloren hätten. Immerhin sind erste Signale von der Bahn empfangen worden, die erkennen lassen, dass man die Beschwerden für berechtigt hält und darüber nachdenken will, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Bis daraus wirkliche Konsequenzen entstehen, wird noch einige Zeit vergehen, in der die Einwohner von Marsas rund drei Dutzend mal täglich daran erinnert werden, dass es früher doch ruhiger bei ihnen zuging.

(J. Lamet: Le bruit à grande vitesse, in: SUDOUEST, 20. 07. 2017)


Rückläufig

Die Einrichtungen, die in Frankreich Ferienkolonien für Kinder organisieren, haben in diesem Jahr noch eine große Zahl freier Plätze, von denen man hofft, dass die meisten noch vergeben werden können. Seit Ende der 60er Jahre, als noch rund 4 Millionen Kinder und Jugendliche in die Ferienkolonien kamen, hat die Zahl der Besucher deutlich nachgelassen auf zur Zeit noch rund 1,2 Millionen pro Jahr. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielschichtig. Nicht zuletzt hat dazu beigetragen, dass immer mehr Familien in der Lage sind, Ferien mit Kindern zu machen, was in früheren Jahrzehnten längst nicht selbstverständlich war. Die Organisatoren von Ferienlagern geben aber nicht kampflos auf, sie verweisen vielmehr auf die unbestreitbaren Vorteile ihres Angebotes, in dem Heranwachsende Erfahrungen im sozialen Bereich machen können, die bei Familienurlauben nicht möglich sind. Allerdings verweisen die Veranstalter darauf, dass ihre Kosten gestiegen sind und dass sie daher wenig Chancen haben, Kinder aus sozial schwachen Familien anzuziehen. Wesentlich preiswerter können Pfadfinderorganisationen Ferienlager anbieten, da bei ihnen fast alle Tätigkeiten von unbezahlten ehrenamtlichen Kräften besorgt werden. Im Ergebnis führt das dazu, dass ein dreiwöchiger Aufenthalt für rund 500 Euro angeboten werden kann, was den klassischen Ferienkolonien nicht gelingt, weil sie einen großen Stab von Angestellten bezahlen müssen. Für viele Heranwachsende bleiben aber die verschiedenen Formen von Ferienlagern bevorzugte Möglichkeiten, einen Teil der schulfreien Zeit kostengünstig zu verbringen. Und so wie es aussieht, werden die Organisationen, die Angebote in diesem Bereich machen, noch lange aktiv bleiben.

(Y. Delneste: Les colonies de vacances ne se résignent pas au déclin, in: SUDOUEST, 18. 07. 2017)


Nach dem Zwischenfall auf dem Markt von Montalivet

Nach dem alles in allem noch glimpflich ausgegangenen Zwischenfall, bei dem in Montalivet ein geistig verwirrter Autofahrer sein Fahrzeug zwischen die Marktstände gelenkt hatte, hat der Bürgermeister in einer Zusammenkunft mit den Marktbeschickern über Sicherungsmaßnahmen beraten, die eine Wiederholung des Vorfalls vom 18. Juli verhindern sollen. Als Ergebnis wurde ein Plan verabschiedet, der wirksame Vorkehrungen zur Sicherheit des Marktes und seiner Besucher treffen soll. Die Gemeinde hat Barrieren bestellt, die verhindern sollen, dass Fahrzeuge  unkontrolliert auf das Marktgelände gelangen können. Da die Lieferung der Absperrungen einige Zeit brauchen wird, werden die Fahrzeuge der Standinhaber bis dahin so platziert, dass sie als Sicherheitsgürtel fungieren können. Im übrigen legten Bürgermeister und Marktbeschicker Wert auf die Feststellung, dass das Marktgeschehen umgehend wieder zum Normalbetrieb zurückkehren sollte.

(Une voiture fonce dans le marché : un nouveau plan de sécurité adoptéin: SUDOUEST, 19. 07. 2017)


Angriff auf den Markt in Montalivet

Am Dienstagvormittag hat in Montalivet ein Autofahrer die Absperrgitter an der Avenue de l’Océan durchbrochen und ist mit seinem Volvo auf den Markt gefahren. Dort hat er seine Fahrt durch eine Gasse zwischen den Ständen fortgesetzt, bis ein beherzter Straßenhändler einen schweren Stein in die Windschutzscheibe des Autos schleuderte, und der Fahrer daraufhin stoppte. Daraufhin haben mehrer Anwesende den Fahrer aus dem Auto gezogen und solange auf dem Boden fixiert, bis die Polizei kam. Der etwa fünfzigjährige Mann ist  verhaftet worden. Er stammt aus Lesparre und wurde in den letzten Tagen von Marktbeschickern bereits als auffällig wahrgenommen. Was er mit seiner Aktion vorhatte, ist zur Zeit noch unklar, der Mann macht aber einen verwirrten Eindruck. Die Polizei sperrte daraufhin einen Bereich von 200 m Durchmesser um das Fahrzeug ab, das erst entfernt werden kann, wenn sicher ist, dass von dem Auto keine Gefahren ausgehen. Dazu muss allerdings eine eingehende Durchsuchung durch Sprengstoffexperten erfolgen, die umgehend angefordert wurden. Der Fahrer gab zusammenhangslose Sätze von sich, die keinen terroristischen Inhalt hatten, aber dazu führen werden, dass er von Amts wegen in ein Krankenhaus zur Beobachtung eingewiesen wird. Als Reaktion auf den Vorfall hat der Bürgermeister von Vendays-Montalivet eine Zusammenkunft mit den Inhabern der Stände auf dem Markt von Montalivet angekündigt, bei dem darüber diskutiert werden soll, ob und wie die Sicherheit auf dem Markt vergrößert werden kann.

(Fl. Moreau/ J. Lestage: Montalivet (33) : un chauffard "extrêmement perturbé" fonce dans le marché, in: SUDOUEST, 18. 07. 2017, 13.29h, Internet-Ausg.)


Die Île nouvelle

Die Île nouvelle gehört zu einem Archipel von acht unterschiedlich großen Inseln in der Girondemüdung, die ihre Entstehung allesamt der Ablagerng von Schwebestoffen verdanken, die von Garonne und Dordogne herantransportiert worden sind. Die Île nouvelle hat sich gebildet aus dem Zusammenschluss zweier ehemaliger Sandbänke. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Menschen dauerhaft auf der Insel angesiedelt, die Îloûts, die dort Landwirtschaft und Weinbau betrieben haben und im übrigen ein ziemlich abgeschiedenes Leben führten. Die letzten Maisernten wurden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts dort eingefahren, doch verlor das Inselleben beständig an Reiz. 1991 wurde die Insel vom Conservatoire du littoral gekauft und zum Gegenstand einer umfassenden Renaturierungsaktion gemacht. Für eine Reihe von Jahren wurde der Zugang zur Insel beschränkt auf die Leute, die dort im Sinne der geplanten Umgestaltung der Insel tätig waren. Da diese Maßnahmen inzwischen aber abgeschlossen sind, wird ein kontrollierter Besuchsverkehr organisiert, der, versteht sich unter sachkundiger Führung, einen Teil der Insel dem Publikum zugänglich macht. Besonders interessant ist die Tier- und Pflanzenwelt, die sich dort beobachten lässt, zu der z.B. die weißen Löffelreiher gehören, die im Departement Gironde nur auf der Île Nouvelle brüten. Zu dem rund vierstündigen Besuchsprogramm gehört auch das kleine Dörfchen, in dem einst die Îloûts gewohnt haben. Besuche der Île Nouvelle sind von Blaye oder Cussac-Médoc möglich. Da die Anzahl der Besucher begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung (Tel. 05 56 82 71 79) erforderlich.

(J. J. Le renouveau de l’île Nouvelle, in: SUDOUEST, 17. 07. 2017)


Langfinger in Le Gurp

Auf dem Camping municipal von Le Gurp, der wie jedes Jahr um diese Zeit wieder gut besucht ist, wurden am letzten Freitag in den Abendstunden zwei Camperinnen verhaftet, die die Abwesenheit von anderen Zeltbewohnern genutzt hatten, um deren Habeseligkeiten zu durchsuchen und das mitgehen zu lassen, was für wertvoll gehalten wurde. Dabei hatten sie es vor allem auf Mobiltelefone und Geldbörsen abgesehen, wie sich herausstellte, als ihr eigenes Zelt durchsucht wurde. Dank der schnellen Entdeckung der Diebstähle konnte das Diebesgut den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Die beiden Missetäterinnen werden sich in Kürze vor Gericht für ihr Tun verantworten müssen.

(Deux campeuses indélicates prises la main dans le sac, in: SUDOUEST, 16. 07. 2017)


Noch ein Rekord

Der Tourismus entwickelt sich in Frankreich in einem langjährigen Trend positiv, doch gibt es einen Bereich, in dem die Steigerungsraten deutlich an der Spitze liegen. In der Kreuzschifffahrt werden seit mehreren Jahren geradezu spektakuläre Zuwachsraten erreicht. Weltweit haben sich innerhalb der letzten 15 Jahre die Passagierzahlen verdoppelt auf zuletzt 24 Millionen im Jahr 2016. Davon kamen 6,7 Millionen aus Europa und davon wieder 570.000 aus Frankreich. 60% der Franzosen wählen dabei Ziele im Mittelmeer. Frankreich hat drei Häfen, von denen aus Kreuzfahrten starten: Nizza und Marseille für das Mittelmeer und Le Havre für den Atlantik. Der Südwesten Frankreichs scheint dabei benachteiligt zu sein, doch belegen die Zahlen der Kreuzfahrtschiffe, die Ziele im Südwesten Frankreichs anlaufen, dass man auch dort  von diesem Bereich des Tourismus kräftig profitiert. So werden in diesem Jahr erstmals mehr als 50 Kreuzfahrtschiffe in die Gironde einlaufen. Die meisten werden im Port de la lune von Bordeaux festmachen, doch müssen ein paar von ihnen wegen ihrer Größe in Le Verdon oder Pauillac anlegen. In Bordeaux können Schiffe bis zu einer Läge von 250 m empfangen werden, größere müssen Le Verdon oder Pauillac anlaufen. Bei der zunehmenden Größe der Kreuzfahrtschiffe wird die Zahl derer, die bis Bordeaux vordringen können, abnehmen, denn der Trend geht zu Schiffen, die die Marke von 300 m Länge überschreiten. Die neuesten Schiffe können über 5.000 Passagiere aufnehmen, die überall dort, wo die Schiffe Station machen, mehr als gern gesehen sind. Dabei ist der wirtschaftliche Hintergrund leicht zu beschreiben: Kreuzfahrttouristen geben bei Landgängen im Schnitt pro Tag zwischen 100 und 150 Euro aus.

(P. Tillinac: Les croisières battent des records, in: SUDOUEST, 15. 07. 2017)


Bäcker unter Druck

Es gibt in Frankreich 32.000 Bäckereien. Aber obwohl die Bevölkerung in Frankreich zunimmt, ist die Zahl der Bäckereien ruckläufig. In den letzten Jahren haben jeweils 1.200von ihnen  aufgegeben. Meist sind es kleinere Bäckereien auf dem Lande, in denen nur der Bäcker selbst und vielleicht noch seine Frau beschäftigt sind, die die Segel streichen. Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Dazu zählt der Rückgang des Verbrauchs von Brot pro Kopf der Bevölkerung aber auch der Vormarsch von Großbäckerien und Brotangeboten in den großen Supermärkten und Discountläden, in denen vorgefertigtes Brot nur noch ausgebacken wird. Mit den Preisen, die dort gefordert werden, können traditionelle Bäckereien aus leicht einzusehenden Gründen nicht mithalten. Inzwischen wird bereits die Hälfte des in Frankreich verzehrten Brotes industriell hergestellt, und wie es aussieht, wird dieser Anteil noch zunehmen. Der Gesamtumsatz an Brot und Backwaren in Frankreich liegt pro Jahr bei 8,5 Milliarden Euro, wobei der Anteil, der auf Brot entfällt, kontinuierlich abnimmt. Aßen Franzosen in den 50er Jahren pro Kopf und Tag rund 360 Gramm Brot, so ist die heutige Menge auf rund ein Drtittel der einstigen Werte gesunken. Eindeutig zugenommen hat allerdings die Qualität und die Vielfalt des Sortiments in den Bäckereien. Bereits rund 40% der Verbraucher greifen inzwischen nach Brotsorten, die sich von der klassischen Baguette unterscheiden. Und hier liegt vielleicht auch die Chance für die traditionellen handwerklichen Bäckereien, ihre Vorteile gegenüber der industriellen Konkurrenz auszuspielen.

(S. Cottin: De moins en moins de pain sur la planche, in: SUDOUEST, 14. 07. 2017)


Autofrei für zwei Monate

Der Pont de pierre ist die älteste Brücke in Bordeaux und damit ein Gegenstand beständiger Sorge, was leicht zu verstehen ist, wenn man die Verkehrsbelastungen des Jahres 1822, als die Brücke eingeweiht wurde, mit den Kräften  vergleicht, die heutzutage darauf einwirken. Vom 1. August an soll nun für zunächst zwei Monate die Brücke für den Autoverkehr gesperrt werden, was unter anderem bedeutet, dass  16.000 Kraftfahrzeuge, die täglich im Schnitt gezählt werden, einen anderen Weg nehmen müssen, um an das andere Ufer der Garonne zu gelangen. Der Pont de pierre bleibt jedoch geöffnet für die rund 60.000 Personen, die ihn täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln überqueren und ebenso dürfen die Fußgänger und Radfahrer, durchschnittlich 7.000 pro Tag, ungehindert auf vertrauten Pfaden den Fluss überqueren. Mit der Sperrung der Brücke soll einerseits die Umweltbelastung durch den Kraftfahrzeugverkehr im Stadtbereich von Bordeaux reduziert werden, andererseits soll aber, wohl noch wichtiger, die Brücke geschont werden, deren 200jähriges Bestehen bald gefeirt werden kann. In der Brücke gibt es mittlerweile ein komplexes System von Sensoren und Messgeräten, deren Auswertung darüber entscheiden wird, ob die Sperrung nach den zunächst geplanten zwei Monaten wieder aufgehoben wird oder nicht.  

(St. Dubourg: Le pont de pierre en mode sans voitures, in: SUDOUEST, 13. 07. 2017)


Er fährt wieder

Der kleine Zug, der in den Sommermonaten zwischen dem Parklatz Les Arros nördlich von Soulac und der Ponte de Grave verkehrt, ist auch in diesem jahr wieder in Betrieb, und zwar schon seitdem 15. Juni. Er wird bis zum 15. September siebenmal täglich den Weg zwischen seinen Endstationen zurücklegen. Zwischen halte sind von der Fahrplanseite her nicht vorgesehen, aber das gemächliche Tempo der kleinen Zuges erlaubt es den Reisenden, alles Wesentliche beiderseits des Bahnkörpers mitzubekommen. Wer in früheren Jahren schon einmal zu den Passagieren zählte, wird feststellen, dass die Lokomotiven ersetzt worden sind durch etwas weniger betagte Modelle, was aber dem Reiz dieses Gefährts nicht abträglich ist. Die Bahn verdankt ihre Entstehung den umfangreichen Küstenschutzmaßnahmen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, deren Materialien auf einem neu angelegten Gleiskörper an ihren Bestimmungsort geschafft worden sind. Danach haben die deutschen Besatzer die Transportmöglichkeiten der Bahn genutzt, bevor in der Nachkriegszeit der Betrieb eingestellt wurde und der Bahnkörper mehr und mehr verfiel. Als man dann den Gedanken hatte, die Bahn für den Tourismus zu nutzen, ging das nur im Schrittempo wegen des schlechten Zustandes der Schienen. Inzwischen ist allerhand Geld investiert worden, um den Betrieb sicherzustellen. Im letzten Jahr haben 10.300 Passagiere die Gelegenheit genutzt, um auf dem Schienenweg vom Nordrand Soulacs zur Pointe de Grave zu gelangen.

(M. C.: Le petit train et ses petits passagers, in: SUDOUEST, 12. 07. 2017)

Mehr zu dem kleinen Zug mit Fahrplan und Preisen: Klick


Paris – Bordeaux: Bahn oder Flugzeug?

Was bislang mehr theoretischer Natur war, ist nun in die tägliche Praxis eingetreten, zumindest für viele Reisende, die von Bordeaux nach Paris oder umgekehrt wollen: die Frage, ob man das Flugzeug oder die Bahn nimmt. Der Vergleich der reinen Reisezeiten (Bahn im günstigsten Fall 2 Std, 4 Min., Flugzeug etwa eine Stunde) ist einfach, aber wann man die zusätzlichen Zeitbedürfnisse für den Weg zum Flugzeug bzw. zur Bahn hinzurechnet, dann nähern sich die Gesamtreisezeiten einander an. Bei den Preisen hat wohl das Flugzeug die Nase vorn, denn da kostet das Ticket bei Hop! Air France 58,05 Euro, wobei es noch Möglichkeiten zum Sparen gibt für Inhaber von verschiedenen Ermäßigungspässen, die aber für Einmalreisende keine Vorteile bringen. Die SNCF verlangt je nach Buchungsdatum etwa das Doppelte für die schnellsten TGV-Züge. Air France verweist zudem auf die günstige Parkplatzsituation bei dem Flughafen, deren Angebot um ein Dreifaches über dem der Bahn in Bordeaux liegt. Wie teuer die Reise wirklich ist, und wie viel Zeit man tatsächlich braucht, hängt nicht zuletzt von dem eigentlichen Ziel in Paris ab. Für Fluggäste, die weiterfliegen wollen, dürfte das Flugzeug in der Regel die günstigere Alternative sein, wer in das Zentrum von Paris will, kommt von der Gare de Monatparnasse, dem Ankunftsort der Bahn aus Richtung Bordeaux, schneller in die Mitte von paris. Um hier zu einer Entscheidung für die günstigste Option zu kommen, muss jeder Reisende genau hinschauen, wobei es auch lohnt, die Angebote der Fernreisebusse zu prüfen, wenn der Zeitfaktor keine entscheidende Rolle spielt.

(P. R.: Concurrence de la LGV Bordeaux-Paris : Hop! Air France abat ses cartes commerciales, in: SUDOUEST, 14. 04. 2017, Internet-Ausg.)


Neue Blicke auf das Médoc

Die Namen von Delphine Trentacosta und Christian Coulon haben einen guten Klang im Médoc. Sie als Fotografin und er als schriftstellernder Historiker haben schon in der Vergangenheit einiges geschaffen, was vielen das Médoc nähergebracht hat. Auf dieser Linie liegt auch die neueste gemeinsame Veröffentlichung, die soeben erschienen ist. Der Titel Un autre Médoc ist programmatisch, er verweist auf das Bestreben, den Blick zu lenken auf weniger geläufige Seiten des Médoc, das sich ansonsten oft auf die beiden Facetten Wein und Strand reduziert. Der opulent bebilderte Band von D. Trentacosta und Chr. Coulon  stellt 32 Orte vor, an denen die meisten Touristen bislang wohl vorbeigegangen sein dürften. Dabei haben sie sich sowohl Orten zugewandt, die eher in der Vergangenheit verwurzelt sind als auch solchen Bereichen, die eine erfolgversprechende Zukunft vor sich haben. So wird der Leser mit dem sagenhaften Noviomagus oder der sagenumwobenen Quelle von Benon Bekanntschaft machen als auch mit im Médoc beheimateten Aktivitäten wie der Harzsammlung und der Austernzucht, die gerade dabei sind, wieder zu neuem und erfolgversprechendem Leben zu erwachen. Auch wer Fotos am liebsten im Großformat betrachtet, kommt auf seine Kosten, denn demnächst wird eine Ausstellung der Fotografien von Delphine Trentacosta an mehreren Orten des Médoc gezeigt werden und sicher dazu beitragen, dass das neue Buch, das schon jetzt ein richtiger Verkaufserfolg ist, noch weiter bekannt wird. (Trentacosta, D. / Coulon, Chr.: Un autre Médoc. Sites et monuments insolites. Edtitons Confluences, 2017, 25. Euro)

(A. Larrue: Le Médoc tel qu’on n’a pas l’habitude de le voir, in: SUDOUEST, 08. 07. 2017)


Premiere bei der Tour de France?

Der Streckenverlauf der diesjährigen Tour de France berührt zwar den Südwesten Frankreichs nur flüchtig, doch könnte es dabei zu einem Ereignis kommen, das in der bisherigen Tour-Geschichte noch nicht vorgekommen ist. Hinter dieser Eventualität steht der Abbé Eric Lestage, ein radsportbegeisterter Priester, in dessen Sprengel eine Kapelle mit dem beziehungsreichen Namen Notre-Dame des cyclistes steht. Diese Kapelle beherbergt einen Fundus an Radsport-Devonationalien, zu denen unter anderem rund 800 Trikots von Radsportgrößen zählen. Und, zufällig oder nicht, der diesjährige Steckenverlauf der Tour de France führt direkt an der besagten Kapelle vorbei. Als er davon erfuhr, war der Abbé Lestage geradezu elektrisiert und  überlegte, wie er es fertigbringen könnte, die Tour-Karavane für eine kurze meditative Andacht und Pause an seiner Kapelle anhalten zu lassen. Da ihm klar war, dass ein einfacher Dorfgeistlicher nicht einfach in den Rennverlauf der Tour eingreifen kann, wandte sich der gute Abbé an den Papst und, sicher zweckmäßig, an den Leiter der Tour. Der Papst signalisierte zwar, dass er allem positiv gegenüberstehe, was den Glauben befördere, er ließ aber im Unklaren, ob er es für geraten hielt, die Tour-Teilnehmer einfach zu stoppen und sie erst nach einem Gebet weiterfahren zu lassen. Auch der Leiter der Tour vermied eine Festlegung, ließ aber erkennen, dass er Verständnis dafür hätte, wenn ein kurzer Stopp an der Kapelle eingelegt würde, der natürlich keine Auswirkungen auf den Rennverlauf haben dürfte. Angesichts dieser Antworten ließ Monsieur l’Abbé erkennen, dass er den göttlichen Segen, den zu spenden er willens sei, auch auf die Tour-Teilnehmer herabflehen könnte, wenn sie an der Kapelle vorbeiführen ohne extra anzuhalten. Und das wird auch wohl an dem Tag passieren, an dem die Tour vor der Kapelle Notre-Dame des cyclistes vorbeirollt. Obwohl, man soll ja schließlich niemals nie sagen.

(S. Cotttin. Monsieur le curé veut arrêter le peloton du Tour de France, in: SUDOUEST, 08. 07. 2017


Umweltzonen in Frankreich

Auch in Frankreich gibt es inzwischen Städte, in die Kraftfahrzeuge nur dann zeitlich uneingeschränkt einfahren dürfen, wenn sie eine Umweltplakette haben. Wir haben dazu schon vor geraumer Zeit detaillierte Informationen gegeben.

Mehr: Klick

Neuerdings hat auch der ADAC zu dieser Thematik wieder Hinweise gegeben, die Frankreichreisende unbedingt beachten sollten, um vermeidbare Bußgelder zu umgehen:

Der ADAC hat hierzu auf seiner Seite Erklärungen bereit gestellt :

https://www.adac.de/reise_freizeit/top_news/detail.aspx?ItpId=8021&PagingIds=NachrichtenListe&ReturnUrl=pU2e4GEeBfIMvtNQvtNNpUu.2AZ,vGqnpfuevnymF05,EGELwA__

Hier geht zur (deutschsprachtigen) Bestellformularseite (gouv.) :

https://www.certificat-air.gouv.fr/de/


Brexit und Bordeauxwein

In Bordeaux geht der Congrés national de la viticulture zu Ende, an dem 500 französische Profis des Weinbaus und der Vermarktung teilgenommen haben. Eines der Hauptthemen bei dieser Veranstaltung waren die Folgen des Austritts Groß-Britanniens aus der Europäischen Union, die zwar erst in zwei oder drei Jahren vollzogen werden wird, doch schon jetzt ihre Auswirkungen zeigt. Dazu gehört in erster Linie die Finanzierung de Agrarpolitik der EU, die sich durch den Wegfall der Beiträge Groß-Britanniens vor Probleme gestellt sieht, für die noch keine allseits zufriedenstellende Lösung gefunden ist. Zur Zeit erhält der französische Weinbau aus Brüssel Subventionen von 280 Millionen Euro jährlich, deren Höhe freilich nicht bestehen bleiben dürfte. Zusätzlich finanziert Brüssel eine Versicherung, die die Weinbaubetriebe gegen Ernteausfälle, zum Beispiel durch Frost während der Blütezeit der Rebstöcke schützen soll. Trotz der wenig erfreulichen Zukunftsperspektiven bezüglich der Subventionen ist der Kongress mit einer erfreulichen Nachricht abgeschlossen worden, denn es wurde ein Übereinkommen mit Japan geschlossen, das noch bestehende Einfuhrzölle für Wein in Japan abschafft und einen wirksamen Schutz der Herkunftsbezeichnungen der französischen Anbaugebiete bringen wird.

(C. Compadre: Le Brexit brouille le jeu, in: SUDOUEST, 07. 07. 2017)



Olympia 2024 im Médoc?

Wenn, was durchaus möglich ist, Paris Austragungsort für die Olympischen Spiele 2024 sein wird, gibt es eine Fülle von sportlichen Ereignissen und Disziplinen, die nicht alle in der Hauptstadt ausgetragen werden können. Dazu gehören die Surf-Wettbewerbe, die nur an einem dafür geeigneten Küstenabschnitt durchgeführt werden können. Und in dieser Beziehung ist man in Lacanau der Meinung, dass man dafür besonders geeignet sei. Um nichts dem Zufall zu überlassen, laufen schon seit mehreren Monaten Aktivitäten, bei denen es vor allem darum geht, Lacanau als möglichen Austragungsort in Stellung zu bringen, so dass vielleicht gar nicht mehr über Alternativen für die Austragung der Surf-Wettbewerbe nachgedacht wird. Zu diesem Zweck hat man sich zunächst des Rückhalts von Bordeaux versichert und eine Abordnung des Gemeinderates mit einem detailliert ausgearbeiteten Konzept losgeschickt, die wenig Mühe hatte, die Verantwortlichen der Garonne-Metropole zu überzeugen. Eine zweite Initiative wurde gestartet, um die Vorzüge von Lacanau bei der Fédération Française de Surf herauszustellen, und damit niemand vergessen würde, präsentierte man die Pläne von Lacanau auch beim Kongress der Internationalen Surf-Vereinigung in Biarritz. Um die Attraktivität von Lacanau noch zu steigern, unternimmt man große Anstrengungen, um das bis 2024 durchaus realisierbare Projekt eines Anschlusses an das Überland-Straßenbahnnnetz von Bordeaux  zu erreichen. Wenn Lacanau doch nicht zum Zuge kommen sollte, hat es bestimmt nicht daran gelegen, dass die Canaulais (so heißen die Bewohner von lacanau) nicht früh genug aktiv geworden sind.

(J. Lestage: Lacanau travaille sur les JO de Paris 2024, in: SUDOUEST, 06. 07. 2017)



Festival Les Échappées musicales

In diesem Jahr wird es im Médoc die zweite Auflage eines Festivals geben, das von einem musikbesessenen Trio zelebriert werden wird. Initiatoren und Ideengeber sind der Klarinettist Bruno Bonansea und seine Partnerin die Flötistin Julie Moulin. Der Dritte im Bunde ist ihr Freund Arthur Lamarre. Die Anfänge des Trios im Médoc reichen bald zehn Jahre zurück, wobei sie zunächst kleinere Auftritte in Kirchen hatten, bevor sie 2016 ihr Festival ins Leben riefen, zu dem auf Anhieb 1.000 Besucher strömten. Die Verbindung in das Médoc kam über Julie Moulin zustande, die hier geboren ist. Normalerweise sind die Drei in den großen Konzertsälen dieser Welt zu Hause, doch nehmen sie sich im Sommer die Zeit für Auftritte im Médoc, bei denen sie übrigens darauf achten, dass die Eintrittspreise nicht über 12 Euro pro Person liegen. In diesem jahr werden sie vom 24. bis 29. Juli sieben Konzerte geben: in den Kirchen von Talais, Gaillan, Soulac (Amélie) und Bégadan. Das Schlusskonzert wird im Château Beyzac in Beychevelle stattfinden.

(J. Lestage: Les Échappées musicales veulent enchanter le public, in: SUDOUEST, 05. 07. 2017)

Mehr zum Festival Les Échappées musicales: http://www.lesechappeesmusicales.fr/



Sport und Bewegung für die Sommergäste

Mit Beginn der Saison haben im Médoc in fünf Orten die Aktivitäten der Zentren Cap 33 begonnen, die es sich zum Ziel setzen, die Sommergäste an verschiedene freizeitverträgliche Sportarten heranzuführen und sie Neues entdecken zu lassen. Die Angebote variieren dabei von Ort zu Ort, doch sollte eigentlich für jeden, der einschlägige Interessen hat, dabei etwas zu finden sein. Einzelheiten erfragt man am besten bei den örtlichen Office de tourisme, die auch über kurzfristige Terminänderungen Bescheid wissen. Im letzten Jahr haben im Médoc 190.000 Personen von den Angeboten des Cap 33 Gebrauch gemacht, für die rund 500 Animateure bereitstehen, die von den Gemeinden beziehungsweise den Gemeindeverbänden rekrutiert werden. Zu den Kosten leistet das Departement einen Beitrag in Höhe von 362.000 Euro. Cap 33-Aktivitäten gibt es im Médoc an rund 20 Standorten, die sich auf die fünf Gemeinden Carcans, Grayan-et-l’Hôpital, Lacanau,

Vendays-Montalivet und Soulac-sur-Mer verteilen. Über Einzelheiten informiert man sich an den lokalen Offices de tourisme.

(J. Lestage: Du sport pour tous dans cinq stations avec Cap 33, in: SUDOUEST, 04. 07. 2017)

 

Loch in den Kassen

Den französischen Staatsfinanzen geht es schon seit geraumer Zeit nicht gut, doch hatte der neu gewählte Staatspräsident Emmanuel Macron angekündigt, dass er das Defizit im Staatshaushalt unter die von der EU verordnete Grenze von 3% drücken wird. Daraus wird wohl so schnell nichts werden, denn ein soeben vorgelegter Bericht des stattlichen Rechnungshofes enthüllte, dass es in den öffentlichen Kassen ein Loch von bislang irgendwie vertuschten 8 Milliarden Euro gibt. Dieses Loch wird von niemandem bestritten, aber es ist fraglich, ob und wie es gestopft werden kann. Erste Konsequenz ist, dass das Ziel der Neuverschuldung unter  3% aufgegeben werden muss. Stattdessen wird nun für das Haushaltsjahr 2017 mit einer Defizitgröße von 3,2% gerechnet. Bei der Suche nach den Ursachen für das plötzlich aufgetauchte Loch im Haushalt stellte sich heraus, dass in den letzten Jahren die Haushaltszahlen fast beständig niedriger angesetzt worden waren als die tatsächlich zu begleichenden Ausgaben, mit dem jetzt sichtbar gewordenen Ergebnis. Trotz des unerwartet düsteren Berichts des Rechnungshofes ist in den letzten Jahren das französische Staatsdefizit reduziert worden. Dabei ist es gelungen, das Minus  von 7,2% im Jahre  2009 langsam auf 3,4% im Jahre 2016 zu verringern, zumindest nach den publizierten Zahlen. Obwohl durch das neu entdeckte Loch in den Kassen die geplante Defizitgrenze von 2,8% für 2017 nicht gehalten werden kann, sondern auf 3,2% absinkt,  liegen die revidierten Zahlen mit 3.2% immer noch unter dem Wert von 3,4% für 2016. Ob das für die amtierende Staatsführung ein wirklicher Trost sein dürfte, ist jedoch mehr als unsicher.

(D. Richard: La France toujours accro au déficit, in : SUDOUEST, 30. 06. 2017)



Zu viel Licht in Bordeaux

Nach Erhebungen der Association nationale pour la protection du ciel et de l’environnement nocturne (Anpcen) sind 70% der Gebäude in Bordeaux nicht so beleuchtet, wie es von den Vorschriften her gefordert wird. Nach der Verordnung vom 25. Janaur 2013 müssen an Gebäuden, die nicht Wohnzwecken dienen, spätestens um 1 Uhr die Fassadenbeleuchtungen ausgeschaltet werden. In Geschäft- und Büroräumen muss die Beleuchtung spätestens eine Stunde nach dem Ende der gewerblichen Nutzung abgeschaltet werden. Von diesen Vorschriften sind alle Gebäude, Schaufenster und Büros nach dem Ende der Büro- bzw. Geschäftszeiten betroffen. Ausgenommen von diesen Regelungen ist die Straßenbeleuchtung, für die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit keine Abschaltzeiten vorgeschrieben sind. In den letzten 25 Jahren ist die Beleuchtung im öffentlichen Raum um 94% angestiegen. Wenn hier die Vorschriften eingehalten würden, könnte etwa die Hälfte der aufgewendeten Energie eingespart werden.

(E. Fonteneau: Bordeaux trop éclairéin : SUDOUEST, 29. 06. 2017)

 



Sicherheit am Strand

Jedermann weiß oder sollte wissen, dass der Atlantik kein zu allen Zeiten harmloser Badesee ist, doch gibt es in diesem Bereich Vorsichts- und Schutzmaßnahmen, die es jedem Strandbesucher ermöglichen, die Risiken zu minimieren, denen er sich aussetzt. In der jüngsten Vergangenheit sind jedoch Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus hinzugekommen, gegen die der Einzelne kaum etwas ausrichten kann. In Frankreich hat man diesem Umstand unter anderem dadurch Rechnung getragen, dass an den Ferienstränden, die möglicherweise Ziel von Anschlägen sein könnten, Angehörige des Militärs zur Abschreckung und Überwachung eingesetzt werden. An den Stränden des Médoc werden in der Zeit vom 13 Juli bis zum 31. August 2017 81 von ihnen schwer bewaffnet rund um die Uhr im Einsatz sein. Dass sie das Arsenal an Waffen, auf das sie zurückgreifen können, geradezu zur Schau stellen, stört manche empfindsame Seele vielleicht, es ist jedoch Bestandteil des Sicherungskonzeptes, das durch Abschreckung Straftaten verhindern will. Nicht schön, aber sicher zweckmäßig.

(J. Lestage: Risque terroriste : l’armée de retour sur les plages, in: SUDOUEST, 29. 06. 2017)

Mehr zur Sicherheit am Strand : Klick



Offene Rechnungen

Die Inbetriebnahme der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke der französischen Staatsbahn SNCF zwischen Tours und Bordeaux, die für ohne Halt durchfahrende Züge die Reisezeit zwischen Paris und Bordeaux auf 2 Stunden und 4 Minuten senken wird, findet mit großem Gepränge am 2. Juli 2017 statt, doch sieht dabei hinter den Kulissen nicht alles wirklich rosig aus. Von den 7,8 Milliarden Euro, die die neue Strecke gekostet hat, sollten eigentlich 1,3 Milliarden Euro von den 58 Gebietskörperschaften aufgebracht werden, die an der neuen Strecke liegen. Trotz anfänglicher Begeisterung für die in Aussicht gestellte Verkürzung der Fahrtzeiten, haben nur 33 der ursprünglich in die Finanzierung einbezogenen Gebietskörperschaften ihre Verpflichtung eingehalten und die auf sie entfallenen Anteile für die Finanzierung auch überwiesen. Es blieb schließlich eine Finanzierungslücke von 350 Millionen Euro, die zunächst von der SNCF überbrückt werden musste. Das von de SNCF angerufne Verwaltungsgericht in Paris hat zwar 10 Gemeinden zur Zahlung der zugesagten Finanzierungsanteile verurteilt, aber auch danach bleibt eine Lücke von 240 Millionen Euro, von denen nicht sicher ist, ob nicht die SNCF schließlich doch darauf sitzen bleiben wird.

(SudOuest.fr avec AFP : LGV Tours-Bordeaux : la SNCF court toujours après 350 millions d’euros, in : SUDOUEST, 29. 06. 2017, Internet-Ausg.)


Juni 2017

Tour de France 2017

Es ist wieder so weit: am 1. Juli startet die Tour de France 2017. Startort ist diesmal Düsseldorf, das damit zur vierten deutschen Stadt wird, von der aus die Tour auf die Reise geht. Der erste deutsche Startort war übrigens West-Berlin im Jahre 1987, also noch vor der Wende und dem Mauerfall. In diesem Jahr  sind von den Startern ein Viertel Tourneulinge, exakt 49. Die Franzosen stellen traditionsgemäß die größte Gruppe mit 39 Teilnehmern vor Italienern (18) Deutschen und Belgiern (je 16), Holländern (15), Spaniern (13, Australiern und Briten (je 9). Der jüngste Teilnehmer ist 22 Jahre alt, der älteste 40. Erstmalig werden in diesem Jahr alle Etappen in voller Länge im französischen Fernsehen übertragen. Im Médoc wird in diesem Jahr allerdings nichts von der Tour-Karawane zu sehen sein, doch kann sich das in den nächsten Jahren wieder ändern.

(Quatre choses à savoir sur le Tour 2017, in: SUDOUEST, 29. 06. 2017)

 



Unter der Hochgeschwindigkeitsstrecke

Eigentlich, könnte man meinen, hat die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke der französischen Bahn von Tours nach Bordeaux nichts mit der Archäologie zu tun, doch wer ein wenig die einschlägigen französischen gesetzlichen Regelungen kennt, weiß, dass ein Bauwerk wie eine neue Bahnlinie erst dann in Angriff genommen werden kann, wenn die Archäologen da gewesen sind und grünes Licht gegeben haben. Bei der neuen Bahnlinie von Tours nach Bordeaux ist eine Gesamtstrecke von 320 km untersucht worden, wobei rund 3500ha unter die Lupe genommen wurden. Insgesamt sind 126 Grabungen durchgeführt wurden, an denen 850 Archäologen beteiligt waren. Sie haben bei ihren Untersuchungen rund 30.000 Sondierungsgräben angelegt, die eine Fülle von teils überraschenden Ergebnissen zu Tage gefördert haben. An 49 Stellen wurden intensive Grabungen durchgeführt, um die dort vorhandenen Entdeckungen möglichst umfassend erforschen zu können. Die ältesten Funde reichen in eine Zeit vor 400.000 Jahren zurück, doch sind die meisten deutlich jünger. Einige Grabungen sind noch nicht abgeschlossen, doch sind die Experten mit ihrer Ausbeute schon jetzt mehr als zufrieden. Zufrieden sind sie auch damit, dass in Frankreich die Archäologen per Gesetz befugt und verpflichtet sind, vor jeder Baumaßnahme zu prüfen, ob dort archäologisch relevante Bestände vorhanden sind. Die Ergebnisse der zahlreichen Grabungen sind in Bordeaux im Musée d’Aquitaine in einer Ausstellung zusammengefasst, die am 27. Juni 2017 eröffnet wurde und die bis in den Herbst dieses Jahres zugänglich sein wird.

(A.Maisonneuve: Sous la LGV, 400 000 ans d’histoire, in: SUDOUEST, 28. 06. 2017)

 



Weltkulturerbe im Département Gironde

Vor zehn Jahren wurde Bordeaux in die Liste der von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählten Orte aufgenommen, was damals an der Garonne als eine Art Großes Los empfunden wurde. Nahezu vergessen ist schon, dass  2008 Bordeaux beinahe aus dieser illustren Liste wieder gestrichen worden wäre, weil aus unerfindlichen Gründen der im Bau befindliche Pont Chaban-Delmas  als Störfaktor empfunden wurde. Bordeaux hatte allerdings Glück, anders als Dresden, das fast zeitgleich in einer kritischen Situation hinsichtlich seines Status als Weltkulturerbe war. In Dresden war es auch eine Brücke, die störte, doch hatte die sächsische Landeshauptstadt weniger Glück oder Geschick, denn sie verlor tatsächlich ihren Status. Für Bordeaux hat sich offensichtlich die Erhaltung des UNESCO-Labels günstig ausgewirkt, denn der Tourismus in die Metropole an der Garonne hat beständig zugenommen.

Dabei wird jedoch manchmal übersehen, dass es im Département Gironde noch andere von der UNESCO ausgezeichnete Orte gibt. Es begann 1998 mit der Auszeichnung der Jakobspilgerwege, die 1999 von Saint Émilion gefolgt wurde. Im Jahr nach Bordeaux wurde der Festungsgürtel Blaye- Fort Paté – Fort Médoc in die Liste aufgenommen, und 2016 folgte die Cité Fugès in Pessac, in der der Stararchitekt Le Corbusier 17 Bauwerke gestaltet hatte. Noch nicht in die Liste aufgenommen ist bisher der Leuchtturm von Cordouan, von dem nur wenige verstehen, warum er nicht schon längst ausgezeichnet worden ist. Immerhin ist aber das Verfahren auf den Weg gebracht, das vielleicht schon 2018, vielleicht aber auch erst ein paar Jahre später den Leuchtturm in ein erhabeneres Licht tauchen wird.

(C. Darfay: Il y a 10 ans, le gros lot de l’Unesco, in: SUDOUEST, 27. 06. 207)

 



Saison 2017

Nach einer aus Sicht der Tourismusbranche „schwierigen“ Saison 2016 erwartet man für das Jahr 2017 rundum zufriedenstellende Ergebnisse. Die bisherigen Zahlen für April und Mai sind für die Hälfte der daran interessierten Betriebe sehr gut, weitere 40% stufen sie als gut ein. Und für die kommenden Monate sieht es ähnlich erfolgversprechend aus. Die Zahl der Franzosen, die Ferien in heimischen Gefilden machen wollen, hat zugelegt, und auch bei den Ausländern, namentlich den Holländern, die zuletzt etwas zurückhaltender waren, ist das Interesse an Frankreich als Ferienland wieder angestiegen. Das Departement Gironde nimmt mittlerweile den vierten Platz der französischen Ferienregionen  ein, nach Pars, der Charente maritime und dem Var. Innerhalb des Departements sind es vor allem die Küstenorte, die vom Zustrom profitieren, was dort naturgemäß mit Zufriedenheit registriert wird.

(P. Tillinac: Des vacances d’été qui s’annoncent bien, in: SUDOUEST, 26. 06. 2017)


Chœur médocain

Am 20. Juni haben sich die Mitglieder des Médoc-Chores zu ihrer Jahresversammlung in der Salle d’amitié et loisirs in Montalivet eingefunden, um die Dinge, die das Vereinsleben des Chores in den nächsten zwölf Monaten bestimmen werden, zu besprechen. Die wichtigste Nachricht, die dabei herauszuhören war, die, dass der Chor mit Optimismus in die Zukunft blickt und für die kommenden Wochen schon eine Reihe von Auftritten fest geplant hat. Zu diesem Optimismus trägt nicht unerheblich bei, dass man sich auf finanzielle Unterstützung der Gemeinde verlassen kann, ohne die es manches Problem gäbe, das vielleicht nur mit Schwierigkeiten zu lösen wäre. Der Bürgermeister von Vendays-Montalivet, der an der Versammlung teilnahm, bekräftigte den Willen der Gemeindeverwaltung, den Chor weiterhin zu unterstützen. Dabei verwies er darauf, dass es in der bald fertiggestellten Salle culturelle noch günstigere Bedingungen für Auftritte in der Gemeinde geben wird.

(L. Llobell : Les chanteurs du Choeur médocain en assemblée, in : SUDOUEST, 22. 06. 2017)


Neue Fahrpläne

Am 2. Juli wird auf der neuen Strecke zwischen Tours und Bordeaux der planmäßige Betrieb mit den Hochgeschwindigkeitszügen der neuen Generation aufgenommen, was dazu führt, dass von da an für Züge, die die Strecke von Paris nach Bordeaux ohne Halt durchfahren, eine Reisezeit von nur noch 2 Stunden und 4 Minuten benötigt wird, um vom Gare Montparnasse in Paris zum Gare Saint-Jean in Bordeaux zu gelangen. Als Folge der neuen Fahrpläne für die Hochgeschwindigkeitszüge müssen auch die Fahrpläne für die Regionalzüge neu gestaltet werden, zumal dann, wenn, wie es die SNCF beabsichtigt, die Vorteile der schnelleren Verbindung auch an die Reisenden weitergegeben werden sollen, die nicht direkt an den Bahnhöfen der Hochgeschwindigkeitszüge wohnen. Für den regionalen Bankverkehr im Médoc ist es daher notwendig, komplett neue Fahrpläne zu erarbeiten. Damit die auch tatsächlich dazu führen, dass die Hochgeschwindigkeitszüge mehr Reisende anziehen, muss allerdings die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Regionalzüge verbessert werden. Das ist offenbar dringend erforderlich, denn im vergangenen Jahr waren in der Region Aquitanien nur 87,5% der Regionalzüge pünktlich, weit weniger als die Bahn versprochen hatte. Als Folge ging die Zahl der Bahnreisenden auf den Regionalstrecken um 5% zurück. Die Verantwortlichen der Bahn zeigten sich alarmiert und versprachen Besserung. Im Rahmen der daraufhin eingeleiteten  Maßnahmen sind unter anderem 50 neue Triebwagenführer eingestellt und neue Triebwagen angeschafft worden. Der Erfolg dieser Bemühungen zeigte ich in der Verbesserung der Pünktlichkeit der Züge auf 92% in den ersten Monaten das Jahres 2017 und einer Zunahme der Zahl der Reisenden um 3% in demselben Zeitraum. Ob diese Wendung zum Positiven anhält und ob dadurch das arg ramponierte Ansehen der Regionalzüge nachhaltig verbessert werden kann, wird abzuwarten sein, da viele potentielle Nutzer skeptisch sind hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Bemühungen der Bahn. 

(N. César: Le TER aussi passe à la grande vitesse, in: SUDOUEST, 23. Juni 217)



Mit der Tram nach Lacanau?

Ab Anfang Jui 2017 wird ein eiliger Reisender in 2 Stunden und 4 Minuten mit dem neuen TGV von Paris nach Bordeaux gelangen, doch wenn er nach Lacanau weiterfahren will, wird er merken, dass es im Médoc weniger eilig zugeht. Nicht nur aus dieser Überlgung heraus prüft man zur Zeit in Lacanau, ob der Badeort mit einer Überlandstraßenbahn an das Tram-Netz von Bordeaux angeschlossen werden kann. Man hat schon ungefähre Vorstellungen von den Kosten, die in der Größenordnung von 150 bis 200 Millionen Euro angesetzt werden und wird daher bei den Planungen sehr sorgfältig prüfen, ob ein derartiges Projekt rentabel betrieben werden kann. Dabei kann man in Rechnung stellen, dass die Bevölkerungszahl von Lacanau auf 7500 bis zum Jahr 2030 ansteigen wird, was zu einer deutlich zunehmenden Zahl von Reisen von und nach Bordeaux führen wird. Falls die Olympischen Spiele 2024 nach Frankreich vergeben werden sollten, was allerdings noch längst nicht sicher ist, würde Lacanau mit recht großer Wahrscheinlichkeit Austragungsort der Surfwettbewerbe, was für das Projekt Überlandstraßenbahn einen zusätzlichen kräftigen Anschub bringen würde. Hinschtlich der Steckenführung dürfte es keine Probleme geben, zumal schon einmal eine Banhnverbidung von Bordeaux nach Lacanau bestanden hat, die allerdings 1978 stillgelegt und anschließend demontiert wurde.

(J. Lestage / D. Lherm: Lacanau pense tram-train, in: Sudouest, 24. 06. 2017)



Motorrad-Invasion

Am letzten Juni-Wochenende wird es in Montalivet und Umgebung wieder laut, denn zur 23. Auflage des Motorradtreffens mit dem bezeichnenden Namen Show Bike werden 15.000 vorwiegend großvolumige motorisierte Zweiräder erwartet, die aus ganz Frankreich und darüber hinaus aus vielen Ecken Europas herbeiströmen. Unter ihnen werden mehrere tausend Harley-Davidson sein, die peinlich darauf bedacht sind, ihre Gefährte durch reichhaltige Applikationen von Chrom und sonstigem Zierrat so zu individualisieren, dass sie als Unikat einherkommen. Neben den an technischen Vorstellungen einer vergangenenen Zeit orientierten Harleys gibt es auch ein paar richtige moderne Motorräder, die freundlich geduldet werden, wenn sie den Blick auf die Harleys nicht verstellen und wenn sie sie sich akustisch nicht in den Vordergrund drängen.

Während des Motorradwochenendes ist in den Lokalen an der Avenue de l’Océan  selten ein freier Platz zu ergattern, wobei man sich allerdings wundert, dass die oft martialisch gewandeten Biker, wenn sie nicht auf ihren Maschinen sitzen, nett und freundlich miteinander umgehen und damit dazu beitragen, dass Vorurteile gegen motorisierte Zweiradfahrer, die vielleicht hier und da bestehen, abgebaut werden. Für die Unterkunft der vielen zusätzlichen Gäste wird am Ortseingang von Montalivet vorübergehend ein Campingplatz eingerichtet, auf dem Unmengen von Zelten aufgestellt werden. Langeweile wird in diesen Tagen weder bei den Bikern noch bei den Zuschauern aufkommen, denn auf dem Programm steht eine lange Reihe von Veranstaltungen, an der Spitze Freiluftkonzerte, Motorradschauen, Stände, Tätowierungen, Sexy Shows und manches mehr. Damit wird vorprogrammiert, dass im nächsten Jahr zur 24. Auflage des Show Bike noch mehr Freunde dieser Veranstaltung anreisen werden als in diesem Jahr.

(15 000 motos sont attendues ce weekend à Montalivet, in: SUDOUES, 22. 06. 2017)

Bilder vom Show Bike 2016: Klick


1,7 Tonnen Kokain

Auch bei der Polizei in Departement Gironde werden Rekordlisten geführt, z.B. für die größten beschlagnahmten Kokainmengen. Die bisherige Höchstmarke stand bei 1 Tonne, von der Polizei aus dem Verkehr gezogen am 30. November 2016. Die neue Rekordmenge liegt seit wenigen Tagen bei 1,7 Tonnen Kokain, angeschwemmt am Strand von Mimizan und dort sofort eingesammelt und in polizeilichen Gewahrsam genommen. Wenn das Rauschgift auf den Markt gelangt und dort verkauft worden wäre, hätte es einen Wert von 120 Millionen Euro erbracht, den es nunmehr allerdings nur auf dem Papier hat, denn es wird in Kürze vernichtet, ohne dass sich irgendjemand daran bereichern kann. Das am Strand von Mimizan beschlagnahmte Kokain kam auf einem Segler aus Südamerika und wurde auf zwei Schlauchboote umgeladen, die dazu bestimmt waren, die heiße Ware an den Strand zu bringen, wo sie von einer Gruppe von vier Männern erwartet wurde. Die beiden Schlauchboote waren aber in einem so miserablen Zustand, dass sie in Seenot gerieten und zu sinken drohten. Das wurde von einem Fischerboot beobachtet, das eine Rettungsaktion auslöste, zu der ein Hubschrauber eingesetzt wurde. Der kam an zu einem Zeitpunkt, als die Besatzungen der Schlauchboote sich schon schwimmend ans Ufer gerettet hatten, doch entdeckte die Hubschrauberbesatzung Ungewöhnliches im Wasser in Gestalt von vielen kleinen weißen Beuteln, die bei normalen Schiffbruchsituationen nicht beobachtet werden. Die Meldung von diesem Vorkommnis ging an die Polizei, die schnell und wirksam reagierte. So wurden die Schiffbrüchigen festgesetzt und auch das Begrüßungskomitee ausfindig gemacht, das das Kokain entgegennehmen und weiterbefördern sollte. Insgesamt wurden elf Personen in Untersuchungshaft genommen, die meisten von ihnen Griechen und Spanier. Unbeschadet ihrer Nationalität werden sie aus der Untersuchungshaft direkt für einige Jahre in Gefängnisse wandern, wobei die französische Justiz nicht durch Zimperlichkeit bei den Urteilszumessungen auffällt.

(J.-M. Desplos; 1,7 tonne de cocaïne saisie sur la plage, in: SUDOUEST, 22.06.2017)

Internet bis zum Strand

Die Franzosen wollen am liebsten dauernden Zugang zum Internet haben, und das überall. Das ergab eine im Auftrag des Telecom-Anbieters Orange durchgeführte Studie. Schon vorher hatte es sich in den Verwaltungen der Ferienorte herumgesprochen, dass Touristen nicht selten die Entscheidung über ihren Zielort davon abhängig machen, ob sie dort einen kostenfreien Zugang zum Internet bekommen. In Hendaye haben sich im letzten Jahr 42.000 Personen über die fünf Zugangspunkte der Stadt in das Internet eingewählt, im Jahr davor hatte man 15.000 gezählt. Auf der Seite der Sommergäste reisen 92% an mit mindestens einem Gerät, das einen mobilen Zugang zum Internet ermöglicht. Immerhin 83% der Sommergäste geben an, dass sie während des Urlaubs weniger intensiv im Internet unterwegs sein werden als sonst, aber wie es aussieht, halten sich nur wenige an diesen Vorsatz. 99% der Franzosen erklären, dass sie auch im Urlaub unbedingt telefonieren müssen, mehr als 50% geben an, dass sie nicht umhin können, SMS zu verschicken oder zu empfangen. Email-Nutzung ist für 27% der Franzosen auch in den Ferien wichtig, und 18% wollen nicht auf den Zugang zu den sogenannten sozialen Netzen verzichten.  

(P. Tillinac: Le Wi-Fi gratuit jusque sur les plages, in : SUDOUEST, 21. 06. 2017)

 

Eine Schule für Esel

Eseln wird eine ganze Reihe negativer Eigenschaften angehängt, von denen die, die diese Tiere kennen, jedoch sagen, dass sie zumeist ungerecht und unbegründet sind. In Villneuve-sur-Lot gibt es gar eine Schule, in der auf die Lernfähigkeit von Eseln und Maultieren gesetzt wird, um sie auf die Verwendung im Gemüseanbau vorzubereiten. Und tatsächlich besteht namentlich im biologisch orientierten Gemüseanbau eine kräftige Nachfrage nach geduldigen, kräftigen und lernfähigen vierbeinigen Helfern, die überall dort eingesetzt werden können, wo motorisierte Gerätschaften entweder zu schwer, zu sperrig oder einfach mit den Grundsätzen des naturnahen Gemüseanbaus nicht in Einklang zu bringen sind. Für Esel bestehen,  besonders im biologisch orientierten Gemüseanbau, Verwendungsmöglichkeiten, da sie dort wegen ihrer geringeren Größe und wegen der größeren Wendigkeit deutliche Vorteile gegenüber Pferden haben.  Die landläufige Meinung, nach der Esel störrisch und ungelehrig seien, ist nach Ansicht der Ausbilder von Eseln irrig, denn Esel sind sehr wohl  lernfähig und sogar lernwillig, wenn man das, was man von ihnen erwartet, so vermittelt, dass die Tiere es begreifen und behalten können. So lernen Esel zum Beispiel, dass sie in den oft eng bepflanzten Gemüsekulturen ihre Hufe nur dorthin setzen dürfen, wo keine Pflanzen stehen und auch, dass die Pflanzen auf einem Gemüsefeld für sie tabu sind. Dabei kommt es nach relativ kurzer Zeit, wenn der Ausbilder die notwendige Geduld und Ruhe aufbringt, zu einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Ausbilder und Esel, das dafür sorgt, dass Esel wirklich nützliche und lenkbare Helfer werden. Interessenten, die jetzt Lust darauf haben, ihren Esel ausbilden zu lassen oder einen ausgebildeten Esel zu erwerben, gehen am besten auf die Internetseite: www.equides-formation.fr

Oder sie rufen an unter : 06 18 55 33 86.

(V. Deymes: Quand les ânes sont les premiers de la classe, in: SUDOUEST, 17. 06. 2017)



Hitzewelle im Südwesten

Am 19. Juni war es um 17.00h im Südwesten Frankreichs so warm wie es eigentlich zu dieser Jahreszeit normalerweise nicht ist:

Gemessen wurden in:

Biarritz :                            38 Grad

Dax:                                   37 Grad

Bordeaux und Nantes :    36 Grad

Die Tendez für die nächsten Tage zeigt keine merkliche Abkühlung an.

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Lückenhafte Strandsicherung

Der Bürgermeister von Lacanau, Laurent Peyrond,  ist gleichzeitig Präsident des neuen Office de tourisme Médoc atlantique und des Syndicat intercommunal pour la surveillance des plages et des lacs girondins (Sivu). In dieser Eigenschaft kümmert er sich in besonderer Weise um die Sicherheit an den Stränden des Médoc, an der es in diesem Jahr einiges auszusetzen gab. Es ereigneten sich eine Reihe von mehr oder weniger kritischen Situationen, bei denen Strandbesucher in Lebensgefahr gerieten, aus der sie letztlich nur durch das Zusammentreffen günstiger Umstände gerettet werden konnten.  Der Bürgermeister von Lacanau erklärte dazu, dass es schwierig sei, einen für die gesamte Médoc-Küste einheitlichen Zeitplan für die Aktivitäten der Strandaufsichten aufzustellen, da die verschiedenen Strände nicht immer zu den gleichen Zeiten frequentiert würden. Außerdem sei es ein finanzielles Problem, alle Strände so zu bewachen, dass keine Sicherheitslücken bestehen blieben. Letztlich sei es aber vordringlich erforderlich, dass sich alle Strandbesucher sicherheitsbewusst und umsichtig verhielten, denn der Atlantik sei kein zu allen Zeiten ungefährlicher Badesee. An die staatlichen Instanzen gerichtet, monierte er, es sei paradox, dass mit öffentlichen Mitteln immer mehr Reklame gemacht werde, um Touristen in die Region zu ziehen, anderseits aber die Mittel, die z. B. an den Stränden erforderlich seien, um dem zunehmenden Touristenstrom sichere Ferien zu gewähren, reduziert würden.

(A. Latron: « Moderniser la surveillance des plages », in: SUDOUEST, 17. 06. 2017)

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Wahl zur Nationalversammlung : 2. Durchgang

Schon die ersten Schätzungen nach Schließung der letzten Wahllokale um 20.00h waren sich sicher, dass das nach den vorangegangenen Umfragen zu erwartenden Ergebnis mit einem deutlichen Sieg und Übergewicht der Partei La Republique en marche bestätigt würde. Dabei wurde zwar nicht die gelegentlich vorausgesagte Zwei-Drittel-Mehrheit der Partei des neu gewählten Staatspräsidenten erreicht, aber eine Mehrheit jenseits der 60% ist in Parlamenten das, wovon viele Regierungen nur träumen.

Im  fünften Wahlkreis des Departements Gironde, der im wesentlichen das nördliche Médoc umfasst, gab es einen neuen Abgeordneten, denn die bisherige Vertreterin dieser Region, Pascale Got von der Sozialistischen Partei, unterlag ihrem Kontrahenten von La République en marche knapp aber unbestreitbar.

In der neuen Nationalversammlung wird es nur noch vier Gruppierungen mit Fraktionsstatus geben. Der rechtsaußen agierende Front national bleibt mit lediglich ca. 7 Sitzen ein gutes Stück von diesem Status, der für die parlamentarische Arbeit eine Reihe von Vorteilen bietet, entfernt.

Trotz der auf den ersten Blick statistisch erfreulichen Ergebnisse werden aber aus dem Amtssitz des Staatspräsidenten keine Geräusche zu gehören sein, die darauf schließen lassen, dass dort Champagner serviert wird.  Der Grund dafür liegt in einer katastrophal niedrigen Wahlbeteiligung, die nur wenig über 40% lag. Von dieser schon niedrigen Wahlbeteiligung müssen noch die Stimmzettel abgezogen werden, die ungültig gemacht worden waren und die, die ohne Ankreuzung eines Kandidaten eingeworfen worden sind.

Während in Grayan-et-L’Hôpital 40,92% der Stimmberechtigten gültige Stimmen abgegeben haben, waren es in Gaillan nur 33,63%, in Lesparre 32,67%, in Vendays-Montalivet 36,62%, in Soulac 40,67% und in Naujac 32,80%.

Es wird eine der vordringlichsten Aufgaben der neuen Regierung sein müssen, sich zu überlegen, wie man die Teile der Bevölkerung, die durch ihr Fernbleiben von den Urnen oder durch die Abgabe von ungültigen bzw. weißen Stimmzetteln signalisiert haben, dass sie auf Distanz zum politischen System in Frankreich gegangen sind, wieder zurückgewinnen kann. Gelingt das nicht, wird der von Präsident Macron erwartete Modernisierungsschub für die französische Gesellschaft und Wirtschaft nicht die Dimensionen erreichen können, die für erforderlich gehalten werden.

(UM, 19. 06. 2017)


Recycling der neuen Art

Die Müllabfuhr im nördlichen Médoc wird von SMICOTOM besorgt, einem Unternehmen, das in gemeinschaftlichem Eigentum von rund 30 Gemeinden der Region ist. Eines der wichtigsten Ziele ist es dabei, Müll zu vermeiden, und dazu gibt es nach Vorlaufplanungen, die zwei Jahre zurückreichen jetzt ein viel versprechendes neues Projekt. Dabei werden ausrangierte Elektro- und Haushaltsgeräte einer neuen Verwendung zugeführt, wenn das wirtschaftlich sinnvoll ist. Zu diesem Zweck hat Smicotom in Naujac ein 500 m² großes Gebäude errichtet, das jetzt in Betrieb genommen wurde. Darin werkeln zwei Techniker, die Geräte, die in den neun Déchetterien der Region eingeliefert worden sind, einer eingehenden Überprüfung unterziehen und danach entscheiden, welche Geräte ohne weitere Maßnahmen noch funktionsfähig sind  und welche mit geringem Aufwand wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand gebracht werden können. Vom Herbst dieses Jahres an wird das Gebäude für das Publikum geöffnet, das dann die als verwendbar eingestuften Geräte begutachten und für einen geringen Preis kaufen kann. Anfangs wird sich das Angebot auf Geräte beschränken, die ohne Reparatur- Maßnahmen in Gebrauch genommen werden können. Bald will man jedoch dazu übergehen, systematisch Überholungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, um für einen möglichst großen Teil der in Frage kommenden Geräte, bei denen sich eine Aufarbeitung lohnt, den Weg zum Altmetall ein paar Jahre hinauszuschieben.

(A. Latron: Une nouvelle vie offerte aux déchets, in : SUDOUEST, 16. 06. 2017)

 


In Bordeuax isst man am besten

Die französische Internetseite Atabula hat am 4. Juni 2017 eine Rangliste der französischen  Städte nach der Qualität ihrer Restaurants veröffentlicht, und auf dieser Rangskala steht Bordeaux an erster Stelle vor Paris und Lyon. Bei der Erstellung der Liste wurden zehn Kriterien gewichtet, wie etwa die Anzahl der Restaurants, die in den einschlägigen Restaurantführern (Michelin, Gau&Millaut) ausgezeichnet worden sind. Die bei diesen Erhebungen ermittelten Werte werden anschließend in Beziehung gesetzt zur Zahl der Einwohner, und dabei kam dann das oben berichtete Ergebnis heraus.

(SACHEZ-LE Bordeaux est « la ville française où l’on mange le mieux au restaurant , in SUDOUEST, 15. 06. 017)

 

Ist You wieder da?

Der Seehund names You, der, niemand weiß wie, in den letzten Jahren an den Küsten des Médoc auftauchte und dort ein nicht unbedingt gern gesehener Gast war, ist womöglich wieder da. Jedenfalls wurde ein Seehund, der vom äußeren Erscheinungsbild der besagte Seehund sein könnte, am Bassin von Arcachon gesichtet und über mehrere Tage hinweg beobachtet und fotografiert. Ob der Seehund tatsächlich identisch ist mit dem schon beinahe legendären You wird man in den nächsten Tagen wissen, wenn die darauf spezialisierten Experten ihre Meinung kund getan haben werden.

(Le phoque You de retour sur les plages du Sud-Ouest, 15. 06. 2017)


Veranstaltung im U-Boot-Bunker

Der Künstler Daniel Firman hat in der U-Boot-Basis von Bordeaux eine Handvoll bisher unveröffentlichter Arbeiten vorgestellt, die alle Bezüge zum Meer haben. Interessant ist diese Ausstellung auch für alle, die schon lange darüber nachgedacht haben, wie sie es bewerkstelligen können, das Innere des U-Boot-Bunkers zu Gesicht zu bekommen.

Da es außerhalb von Ausstellungen oder anderen Veranstaltungen im Bunker keine Möglichkeit gibt, den Betonkoloss von innen zu erkunden, muss man Gelegenheiten wie die jetzt angelaufene Ausstellung nutzen, um in das Innenleben des Bunkers eindringen zu können. Die Ausstellung « Black whole for whales - Daniel Firman » wird bis zum 27. August zu sehen sein, und zwar von Dienstag bis Sonntag von jeweils  13.30h bis 19.00h. Montags geschlossen. Der Eintrittspreis beträgt moderate 3 Euro. Auskünfte per Telefon: €. 05 56 11 11 50.

(A. Maisonneuve: 20.000 lieux sous les mers, in: SUDOUEST,10. 06, 2017

Bilder vom U-Boot-Bunker: Klick


Neues für Wohnmobile in Montalivet

Auf der Sitzung des Gemeinderates von Vendays-Montalivet vom 2. Juni 2017 gab es einen Tagesordnungspunkt, der für Besitzer von Wohnmobilen wichtig ist. Es wurde nämlich beschlossen, dass der Wohnmobilstellplatz südlich vom Hauptstrand nicht mehr von der Gemeinde Vendays-Montalivet betrieben wird, sondern von der Firma CampingCarPark. Diese Firma erhält das Recht, den Wohnmobilstellplatz für fünf Jahre zu bewirtschaften. Als Gegenleistung muss der Betreiber 67% seiner jährlichen Einnahmen an die Gemeindekasse von Vendays-Montalivet abführen. Aufwendungen auf dem Stellplatzgelände für Geräte zur Eingangskontrolle, Videoüberwachung, Internetzugang, Werbung für das Stellplatzgelände etc. sind von dem Betreiber aufzubringen. Der Stellplatz wird mit einem System ausgerüstet das missbräuchliche Benutzung ausschließt, andererseits aber durchreisenden Wohnmoblien die Möglichkeit gibt, die Einrichtung für Ent- und Versorgung zu nutzen.  Als Gebühren für einen Stellplatz auf dem dem Gelände wurden für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. April und vom 1. November bis zum 31. Dezember der Betrag von 9,20 Euro pro Tag festgesetzt (einschließlich taxe de séjour von 0,80 Euro). Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober (Hochsaison) sind pro Tag 11,60 Euro zu zahlen. Für Nutzer des Geländes, die sich dort weniger als fünf Stunden aufhalten, fallen 5 Euro für 5 Stunden an.

(L. Llobell : Un nouveau gérant pour le parking, in : SUDOUEST, 08. 06. 2017)

 


Gedränge auf der Düne

Die Düne von Pilat (machmal schreibt man auch Düne von Pyla) zieht Jahr für Jahr eine riesige Menge Touristen an. Seit einiger Zeit gehören zu denen, die sich an der Düne drängeln, auch Gleitschirmflieger, von denen es allerdings wohl zu viele gibt, die sich gegenseitig gefährden. Allein am letzten Mittwoch gab es drei schwere Unfälle durch Kollisionen von Gleitschirmen, bei denen es drei Verletze gab, von denen zwei per Hubschrauber in ein Krankenhaus geschafft werden mussten. Daran schließt sich die Frage der Verantwortlichen an, ob Reglementierungen erlassen werden müssen, um die an manchen Tagen bis zu 2000 Flüge nicht zu einer Gefahr für die Beteiligten werden zu lassen. In diesem Jahr drängen sich die Gleitschirmflieger bei zunehmender Zahl auf einem kleiner gewordenen Areal, da die freien Flächen der Düne durch Anpflanzungsprogramme eingeschränkt worden sind. Bislang hat man noch keine klaren Vorstellungen davon, welche Regelungen erlassen werden müssen, aber es steht außer Frage, dass etwas geschehen muss, und zwar relativ schnell.

(S. Menet: trop de voies sur la dune, in: SUDOUEST, 10. 06. 2017)

 


Zweifel an Radargeräten

In Frankreich werden immer mehr und immer raffiniertere Radargeräte aufgestellt, um Geschwindigkeitssünder im Straßenverkehr aufzuspüren, aber anders als in der Frühzeit dieser Kontrollapparaturen, sinken die Zahlen der Verkehrsopfer nicht mehr. 2016 wurden 3469 Tote im Straßenverkehr gezählt. Eindeutig positiv sind hingegen die Auswirkungen der Radarkontrollen auf die öffentlichen Kassen, die 2016 rund 920 Millionen an Bußgeldern für Geschwindigkeitsübertretungen eingesammelt haben, 131 Million Euro mehr als 2015. Der Verband der Autofahrer in Frankreich kritisiert vehement, dass die meisten Bußgelder für geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen verhängt werden, damit aber nur wenige wirkliche Gefährdungen betroffen seien. Auch die Liga gegen Gewalt im Straßenverkehr kritisiert die bestehende Bußgeldpraxis als wenig förderlich für die Verbesserung der Sicherheit auf den Straßen, man schlägt vor, mehr Druck auf uneinsichtige Autofahrer auszuüben über das Punktesystem der Führerscheine. Angesichts der Zustände in den öffentlichen Kassen Frankreichs wird aber wohl eine Abkehr von der derzeitigen Praxis auf sich warten lassen.

(Les radars renflouent les caisses mais ne font pas chuter la mortalité, in : SUDOUEST, 11. 06. 2017)


11. Juni 2017: Wahlen zur Nationalversammlung

In Frankreich neigt man nach Präsidentschaftswahlen dazu, dem neuen Staatsoberhaupt eine solide Mehrheit in der Nationalversammlung zu verschaffen, zumindest bei der ersten Wahl in der Amtszeit eines neuen Präsidenten. Die Bereitschft der Wähler, dies auch nach der Wahl vom Emmanel Macron zu tun, ließ sich in den Meinungsumfragen ablesen, die vor dem ersten Durchgang der Wahlen zum Parlament durchgeführt wurden. Dabei ließen 30% der Befragten erkennen, dass sie die Partei des Präsidenten, La République En marche, am häufigsten wählen wollten, mit deutlichem Vorsprung vor den anderen Parteien., die im Höchstfall auf 20% kamen oder wie der Front national noch schlechter abschnitten.

Tatsächlich wurden diese Zahlen am 11. Juni weitgehend bestätigt. Bedingt durch das französische Mehrheitswahlsystem fallen die endgültigen Entscheidungen erst am 18. Juni. Angesichts der Tatsache, dass beim zweiten Wahlgang die kleinen und kleinsten Parteien nicht mehr dabei sind, werden sich dann deutliche Verhältnisse ergeben, wobei erwartet wird, dass die Partei des Präsidenten eine solide Mehrheit in der 577 Abgeordnete zählenden Nationalversammlung haben wird.

Nach den ersten Prognosen nach Schließen der Wahllokale verbuchte La République En marche 32% der Stimmen vor den Konservativen mit 21,5% und dem rechtsaußen positionierten Front national mit 14%. Abgestürzt sind hingegen die linksaußen agierende Bewegung La France insoumise mit 11% und noch mehr die Sozialistische Partei mit 10%, die noch in der letzten Nationalversammlung die Mehrheit der Sitze gehalten hatte. Im Laufe des Abends zeigte es sich, dass die ersten Prognosen das tatsächliche Wahlergebnis recht gut getroffen hatten.

Hinsichtlich der Sitzverteilung  in der künftigen Nationalversammlung werden sehr klare Mehrheitsverhältnisse erwartet, bei denen La République En marche zwischen 390 und 430 der 577 Abgeordnetensitze erhalten wird, vielleicht auch noch mehr. Angesichts der Veränderungen gegenüber der vorangegangenen Nationalversammlung wird man wohl neue Begriffe erfinden müssen, denn das Wort Erdrutschsieg wird bislang schon bei weit weniger durchgreifenden Veränderungen der Mehrheitsverhältnisse verwendet.

(UM, 12. 06. 2017)

Mehr zum französichen Wahlverfahren: Klick



Testfahrt

Am 7. Juni 2017 hat erstmalig ein TGV die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris über Tours nach Bordeaux mit der planmäßigen Höchstgeschwindigkeit durchfahren. Er brauchte dafür 2 Stunden und 8 Minuten, mithin vier Minuten mehr als die vom 2. Juli dieses Jahres an geplante Fahrzeit. Ursache der Verzögerung war ein kleineres technisches Problem bei der Einfahrt in den Bahnhofsbereich von Bordeaux. Der Zug fuhr bei dieser Testfahrt über weite Stecken mit der Höchstgeschwindigkeit von 320km/h. Passagiere waren noch nicht an Bord, da es ja vornehmlich um die Prüfung der technischen Aspekte des neuen Fahrzeugs ging.  Trotz dieser kleinen Unebenheit verlief die erste Testfahrt mit Hochgeschwindigkeit über den gesamten Streckenverlauf zur vollen Zufriedenheit der Verantwortlichen, so dass sie mit großen Erwartungen dem Beginn des planmäßigen Betriebs auf der neuen Stecke entgegensehen. Die Spannung geht dabei weniger von der technische Seite aus als vielmehr von der Frage, ob sich tatsächlich die großen Passagierzahlen einstellen werden, die man bei der Planung der Strecke zugrunde gelegt hat.

(B. Lasserre: Un jour historique pour le TGV, in : SUDOUEST, 09. 06. 2017)


Bordeaux-Weine und Zweiter Weltkrieg

Der zweite Weltkrieg und mit ihm die dazu gehörenden Weinjahrgänge liegen so weit zurück, dass man manchmal meinen könnte, alles, was es dazu zu sagen gab, sei bereits publik gemacht worden. Dass das nicht so ist, zeigt das kürzlich erschienene Werk eines Historikers, der, gestützt auf seine Dissertation und nach weiteren Forschungen in vielen schwer zugänglichen Archiven, die vielfältigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen Weinbau-Betrieben und den deutschen Besatzern untersucht und dargestellt hat. Als Ergebnis zeigt sich zum Beispiel, dass es dem Weinbau des Bordelais, der in den dreißiger Jahren eine schlechte Zeit hatte, während der Besatzung deutlich besser ging, wozu zu einem erheblichen Teil die  Deutschen beigetragen haben, die Millionen von Weinkisten aufgekauft und heim ins Reich expediert haben. Dabei wurden zum Teil Geschäftsbeziehungen, die schon von alters her zwischen dem Weinbau des Bordelais und deutschen Händlern bestanden, genutzt und ausgeweitet, wobei in manchen Châteaux trotz florierender Verkäufe in Richtung Deutschland nie die Uniform eines Besatzers zu sehen war. (Sébastien Durand: « Les Vins de Bordeaux à l’épreuve de la Seconde Guerre mondiale, 1938-1950 ». Mémoring Éditions, 420 pages, 25 €.)

(C.C.: Les vins bordelais et la Seconde Guerre mondiale, in: SUDOUEST, 06. 06. 2017)


Wiedereröffnung

In Montalivet ist die an der Rue André-Goulée gelegene Maison des Jeunes nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder eröffnet worden. Die dafür erforderlichen 80.000 Euro wurden von der Gemeindekasse bereitgestellt, um die rund 60 Jahre alte Einrichtung wieder vorzeig- und nutzbar zu machen. Der Bürgermeister, der sich mit dem Ergebnis der Renovierungsarbeiten sehr zufrieden zeigte, erinnerte daran, dass das Gebäude einst dadurch entstanden war, dass die Gemeindeverwaltung ortsansässige Handwerker dazu gebracht hatte, ihren Bürgersinn zu beweisen und das Gebäude als Geschenk an die Jugend kostenlos zu erbauen, wobei jedoch die benötigten Materialien von der Gemeinde gestellt wurden.

(L Llobell: La Maison des jeunes

rouvre ses portesin: SUDOUEST, 05. 06. 2017, p. 19


Nicht alles, was von oben kommt, ist gut

Autofahrer im Departement Gironde gehören zwar nicht wirklich zu einer bedrohten Art, aber sie haben viele Gründe auf der Hut zu sein. Zu den immer raffinierter operierenden Radarüberwachungen und den Zivilstreifen, die manchem Verkehrsteilenehmer schon ein Knöllchen verschafft haben, mit dem er nicht gerechnet hatte, kommt jetzt eine neue Variante der Überwachung. Seit kurzem setzt die Polizei nämlich Drohnen ein, die ziemlich lautlos, klein und unauffällig das beobachten, was sich im Verkehr unter ihnen ereignet. Dabei haben sie es besonders auf zu geringe Sicherheitsabstände zwischen Fahrzeugen und auf vorschriftswidrige Überholvorgänge abgesehen. Neu ist die Überwachung aus der Luft nicht, denn schon in der Vergangenheit setzte die Polizei kleine Flugzeuge oder  Hubschrauber ein, um das, was sie im Interesse der Verkehrssicherheit für erforderlich hält, umzusetzen. Mit den Drohnen spart sie aber erhebliche Beträge gegenüber den Betriebskosten für Hubschrauber, die bei rund 1600 Euro pro Stunde liegen. An die Verkehrsteilnehmer, denen künftig ein Knöllchen ins Haus flattert, an dessen Entstehung eine Drohne beteiligt war, werden dieses Einsparungen jedoch nicht anteilig weitergereicht. Für sie gilt die überkommene Gebührenordnung für Verkehrssünden unverändert weiter. Wer viel Zeit hat und sich gern mit kniffligen Problemen abgibt, denen andere aus dem Weg gehen, hat hier ein neues Betätigungsfeld.

(J.-M. Desplos: Les PV tombent du ciel, in: SUDOUEST, 05. 06. 2017)


Zweites Leben für die Impassible

Die Impassible ist eine Sloop, die 1963 auf einer bekannten Werft in Marennes erbaut wurde und die nach und nach unter verschiedenen Namen von Betrieben eingesetzt wurde, in denen Austern gezüchtet und marktreif gemacht wurden. Als die Sloop in die Jahre gekommen war und sich niemand so recht dafür interessierte, sie zu erhalten, wurde sie schlicht vergessen. Erst 2016 wurde sie wieder entdeckt und man erkannte, dass sie einem Schiffstyp angehört, der, obwohl er früher alltäglich war, inzwischen Seltenheitswert hat. Nicht nur aus diesem Grund entschloss man sich, den heruntergekommenen Schiffsrumpf aufzuarbeiten und ihn wieder seetüchtig zu machen. Die auf sechs Monate veranschlagten Arbeiten wurden zum Schluss mit Hochdruck vorangetrieben, weil man unbedingt fertig werden wollte, bevor die Auflage 2017 der Einhandregatta des Figaro gestartet wurde. Und nun ist die Impassible wieder ein vorzeigbares Boot, das einen Schiffstyp in der Gironde erhält, der kurz davor war, endgültig von der Wasseroberfläche verschwinden.

(M. Nauzin: Une nouvelle vie por l’Impassible, in: Le Journal du Médoc, 2. Juni 2017)

 

 

 

 


400 Schwimmer

Zu den besonders beachteten Veranstaltungen, die am ersten Juniwochenende in Bordeaux im Rahmen des Flussfestes durchgeführt wurden, gehörte auch in diesem Jahr wieder das Durchschwimmen der Garonne. 400 mutige und gut trainierte Teilnehmer stellten sich dem Wettbewerb und durchquerten bei einer Wassertemperatur von 19 Grad den Fluss. Für viele Zuschauer ist schon das Eintauchen in die nicht sehr vertrauenerweckend gefärbten Fluten eine Mutprobe, der sich nur wenige unterziehen würden, doch bestehen diese Vorbehalte zu Unrecht. Auch wenn das Garonnewasser wohl keine Trinkwasserqualität hat, seine Farbe rührt nicht von eingeleitetn Abwässern her, sondern davon, dass sich in der Garonne Flusswasser, das feine Tonpartikel enthält und salziges Ozeanwasser mischen, und bei diesem Zusammentreffen entstehen Ausflockungen, die die fatal aussehende Farbe haben.

(400 nageurs pour traverser la Garonne, in: SUDOUEST, 05. 06. 2017)


Greenspot:  Tankstelle der nächsten Generation

Zur Zeit gibt es erst eine einige Tankstelle in ganz Europa, die sich ausschließlich um Fahrzeuge kümmert, die elektrisch betrieben werden. Eine davon steht bei Bordeaux auf dem Gelände von Carrefour City in Caudéran (rue Jules-Ferry). Dort wird eine ganze Palette von Dienstleistungen angeboten, angefangen beim Laden der Batterien über die umweltfreundliche Reinigung, die Vermietung von Elektrofahrrädern und manches mehr. Die drei Initiatoren dieser neuartigen Tankstelle setzen dabei eindeutig auf die Zukunft, denn zur Zeit wird in Frankreich nur ein kleiner Teil der Straßenfahrzeuge von Elektromotoren angetrieben. Dieser Anteil wird von den gegenwärtigen 1% bis 2025 auf dann 10% ansteigen und dann wird starke Nachfrage nach Servicekonzepten bestehen, wie sie jetzt schon an der ersten Greenspot-Tankstelle verwirklicht worden sind. Dabei wird besonderer Wert auf die schnelle Ladung gelegt, für die hier 20 Minuten ausreichen, um die Fahrzeugbatterien auf 80% ihrer Kapazität aufzuladen. .

(X. Sota: La station-service électrique de demain est bordelaise, in: SUDOUEST, 02. 06. 2017)


Noch eine Villa

In Carignan-de-Bordeaux, einer heute zum Gemeindeverband Bordeaux gehörenden Kommune, die auf dem rechten Garonneufer liegt, sind bei den Vorbereitungen für Bauarbeiten für eine Wohnanlage schon im letzten Jahr Spuren von Bauten aus der Römerzeit entdeckt worden. Die daraufhin unternommenen systematischen Grabungen haben eine römische Villa zutage gefördert, die zwar wesentlich schlichter und schmuckloser war als etwa zeitgleich entstandene größere Gutshofkomplexe, aber dennoch für die Archäologen unerwartete Entdeckungen brachte. Es stellte sich nämlich heraus, dass das wiederentdeckte Gebäude mit dem Abbau von Erzen  in Verbindung stand und damit auf einen Bereich des Lebens und der Wirtschaft zur Römerzeit verweist, von dem sich nur relativ wenige Zeugnisse erhalten haben. Aus diesem Grund werden die Archäologen ihre Untersuchungen an Ort und Stelle intensivieren und fortsetzen, auch wenn dadurch die geplanten Bauarbeiten noch weiter verzögert werden.

(Une villa antique sous le chantier de logements, in: SUDOUEST, 31. 05. 2017)


Wahlkampfthemen

Auch im Médoc ist Wahlkampf. Es geht um die Bestimmung des oder der Abgeordneten, die den 5. Wahlbezirk des Departements Gironde, das ist das Médoc, in der Nationalversammlung in Paris vertreten wird. Derzeit sitzt dort noch Pacale Got, die den Parti Socialiste (PS) vertritt. Sie stellt sich zur Wiederwahl, ist aber   dabei nur eine von dreizehn Kandidaten, die allerdings nur zu einem kleinen Teil realistische Chancen haben, den ersten Durchgang der Wahlen zu überstehen. In den programmatischen Ankündigungen aller Bewerber gibt es zwei Themen, die, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancierungen immer wieder vorkommen: Arbeitsplätze und Infrastruktur. Im Bereich der Arbeitsplätze ist das Médoc geprägt von einer großen Zahl von Saisonarbeitsplätzen, die im wesentlichen mit dem Tourismus und dem Weinbau verbunden sind bei einem fast vollständigen Fehlen von Beschäftigungsmöglichkeiten im industriellen Bereich. Seit der Stilllegung der Raffinerie in Pauillac, wo bis in die 80er Jahre über 400 Angestellte beschäftigt waren, gibt es keinen einzigen Betrieb vergleichbarer Größenordnung mehr im Médoc. Und so wie es aussieht, wird sich daran auch in der näheren Zukunft nichts ändern. Ähnlich düster sieht es aus bei den Verkehrswegen, wo schon lange gefordert wird, dass die heruntergewirtschaftete Bahnverbindung nach Bordeaux endlich auf Vordermann gebracht wird. Ähnlich lang andauernd wird der Ausbau der RD 1215 verlangt, deren Leistungsfähigkeit immer noch weit hinter den Erfordernissen zurückbleibet. Auffälligstes Zeichen dafür ist die Tatsache, dass die schon lange geplante Ortsumgehung von Le Taillan immer noch nicht im Bau ist. Die Kandidaten haben es leicht, publikumswirksame Forderungen aufzustellen, doch ob der oder diejenige, die gewählt wird, davon Wesentliches durchsetzen kann, ist fraglich. Die Punkte, über die die Bewohner des Médoc klagen, sind seit langem bekannt, aber geändert hat sich bislang so gut wie nichts.

(J. L.: L’emploi et la mobilité au coeur du débat, in: SUDOUEST, 02. 06. 2017)

 



Sommer 2017

Mit dem 1. Juni des Jahres beginnt für die Meteorologen der Sommer, wobei die Normalverbraucher natürlich gern wüssten, was man von den drei Sommermonaten Juni, Juli und August zu erwarten hat. Ein Expertenteam von Météo-France hat sich über diese Frage gebeugt und nach Auswertung der vorliegenden Daten eine Prognose gewagt, nach der der kommende Sommer weitgehend normal verlaufen wird mit Ausnahme der Temperaturen, von denen angenommen wird, dass sie über dem langjährigen Mittel liegen werden. Dabei werden die Thermometer in den Anrainerstaaten des Mittelmeeres wahrscheinlich  stärker von den Durchschnittswerten  abweichen als die Messgeräte in nördlicher gelegenen europäischen Gefilden. Das erste Juni-Wochenende aber, darin sind sich die Experten ziemlich einig, wird nach der sommerlichen  Episode in den letzten Maitagen in den Ferienregionen weniger Zufriedenheit auslösen. Grund zu Pessimismus besteht jedoch nicht, zumal man sich darauf zurückziehen kann, dass Prognosen allemal dann ihre Tücken haben, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.

(SudOuest.fr avec AFP: Prévisions de Météo France : l’été 2017 sera chaud… mais le week-end pluvieux, in: SUDOUEST, 31. 05. 2017, Internet-Ausg.)

 


Aufregung in Lesparre

In Lesparre sind 14 der seit fast einem Jahrhundert an der RD 1215  stehenden Platanen gefällt worden, was zu einer Reihe empörter Kommentare und Reaktionen geführt hat, wobei darauf verwiesen wurde, dass die Bäume kerngesund gewesen seien. Die damit in die Schusslinie der Kritik geratene Stadtverwaltung reagierte umgehend und erinnerte daran, dass die Fällaktion in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates beschlossen worden sei. Außerdem sei die Entscheidung, die Bäume zu fällen auf den dafür üblichen Wegen der Öffentlichkeit mitgeteilt worden, was aber wohl in Vergessenheit geraten sei. Dann legte die Verwaltung nach und erklärte, dass die Bäume, obwohl sie wirklich gesund gewesen seien, gefällt werden mussten, weil in dem Bereich der Straße, an dem sie gestanden hätten, umfangreiche Sanierungsarbeiten am Leitungs- und Abwassersystem unternommen werden müssten, die in dem Wurzelgewirr der Platanen nicht durchführbar seien. Außerdem sollen ein Radweg und ein behindertengerechter Bürgersteig angelegt werden, was nicht möglich wäre, wenn die Bäume stehen geblieben wären. Die Fällaktion wird übrigens fortgesetzt, doch sollen 9 der alten Bäume erhaten werden. Für die gefällten werden, sobald das möglich ist,  junge Bäume nachgepflanzt.

(A. Larrue: L’abattage des platanes fait réagir, in SUDOUEST, 31. 05. 2017)

 

Mai 2017

Gute Aussichten für Präsident Macron

Das Umfrageinstitut   Opinionway hat ermittelt, dass die politische Bewegung des neuen Präsidenten Emmanuel Macron gute Aussichten hat, bei den Wahlen zur Nationalversammlung im Juni dieses Jahres eine Mehrheit der Sitze im Parlament zu erringen. Im ersten Wahlgang werden laut Opinionway auf La République en marche 28% der Stimmen entfallen, vor den Republikanern (20%) und dem rechtsextremen Front National (19%). Nach dem alles entscheidenden zweiten Wahlgang werden nach dieser Umfrage für La République en marche zwischen 310 und 330 der 577 Sitze in der Nationalversammlung erwartet. Für den rechtsaußen positionierten Front national der Marine Le Pen werden zwischen 10 und 15 Sitze vorausgesagt. Diese Werte erscheinen plausibel, doch muss wegen des französischen Wahlsystems für die Ergebnisse des zweiten Durchgangs zur Vorsicht geraten werden.

Mehr:  ttps://www.opinion-way.com/fr/

 

 

Gute Aussichten für Präsident Macron II

Auch in in einer Umfrage, die von der Tageszeitung Le Figaro zusammen mit RTL initiiert worden ist, hat Präsident Macron gute Aussichten, eine solide Mehrheit in der neuen Nationalversammlung, die am 11. und 18. Juni dieses Jahres gewählt wird,  zu bekommen. Auf seine Bewegung La République en marche werden demnach 320 bis 350 der 577 Abgeordnetensitze entfallen. An zweiter Position werden die Konservativen Les Républicains erwartet, denen 140 bis 155 Sitze zugetraut werden, vor den Sozialisten, für die 40 bis 50 Sitze erwartet werden (nach 300 in der letzten Nationalversammlung). Auf den rechtsextremen Front national entfallen nur 10 bis 15 Sitze.Auch wenn dei vorhergesagten zahlen naturgemäß mit Vorsicht zu betrachten sind, ist ein Ergebnis der kommenden Wahlen zur Nationalversammlung schon sicher: Die französische Parteienlandscaft wird von Grund auf neu geordnet.

(M. Suraud: Législatives : Emmanuel Macron obtiendrait la majorité absolue, in: Le Figaro, 30. 05. 2017, Internet-Ausg.)

 

Informationen zum Wahlverfahren in Frankreich: Klick



Ein Brauch mit Langlebigkeit

Die lokalen Festivitäten in Saint-Trélody, heute Stadtteil von Lesparre, haben auch in diesem Jahr einen unbestreitbaren Höhepunkt gehabt in der Krönung der Rosière. In früheren Zeiten war mit der Auswahl der Rosière die Absicht verbunden,  ein Mädchen vorzustellen und auszuzeichnen, das einen beispielhaften Lebenswandel hatte und damit als Vorbild für andere dienen konnte.  Die Rosière des Jahres 2017 ist eine 17jährige Schülerin, die zusammen mit ihren zwei Dauphines, in einer feierlichen Messe in der Kirche von Saint-Trélody  der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Anwesend bei der Gelegenheit war eine Gruppe ehemaliger Rosières, die es sich nicht nehmen ließen, ihrer jungen Nachfolgerin eine würdigen Rahmen zu geben und die Wert darauf legten, dass für sie die Fortführung einer alten Tradition, die im Médoc nur noch in zwei Orten, in Saint-Trélody und in Grayan, am Leben erhalten wird, eine Verpflichtung gegenüber dem lokalen Brauchtum darstellt, der man sich nicht erziehen dürfe. Die Rosière des Jahres 2017 ist übrigens die 90. in der Geschichte von Saint-Trélody.

(A. Larrue: La tradition de la rosière résiste aux années, in: SUDOUEST, 29. 05. 2017)

Mehr zu diesem Brauch: Klick


60 Jahre Partnerschaft

Die Unterzeichnung der formellen Partnerschafts-Charta zwischen Pauillac und dem bayerischen Pullach erfolgte zwar erst vor 53 Jahren, aber dennoch gibt es 2017 Anlass, den 60jährigen Geburtstag der Partnerschaft zwischen beiden Städten zu feiern. Die ersten Kontakte sind tatsächlich 1957 geknüpft worden und haben bald zu dem Wunsch geführt, die Beziehungen auf eine offizielle Basis zu stellen. Seither finden mindestens einmal pro Jahr wechselseitige Besuche statt, bei denen in diesem Jahr ausführlich der Frauen und Männer gedacht wurde, die die Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten begründet und über lange Jahre belebt haben. In diesem Jahr war eine Delegation aus Pullach für eine gute Woche im Médoc und hat ein randvolles Programm von Veranstaltungen erlebt, die sowohl die Attraktionen des Weinbaus im Médoc als auch Orte wie Bordeaux und Blaye in den Mittelpunkt des Interesses gerückt haben. Schon während dieser Abfolge attraktiver Programmpunkte war klar, dass es im nächsten Jahr eine erneute Auflage der Begegnungen geben wird, diesmal in Bayern.

(M. Nauzin: Pauillac-Pullach: déjà 60 ans d’amitié, in: Le Journal du Médoc, 26. Mai 2017)


Es bleibt heiß

Frankreich liegt seit Himmelfahrt in einer Hitzewelle, die mancherorts zu Spitzenwerten auf dem Thermometer geführt hat. Die höchste Temperatur wurde mit 35,5° in Rion-de-Landes verzeichnet, 34,7° waren es in Dax und 33,9° in Bordeaux. Viele Franzosen haben von diesen Temperaturen profitiert und die Brückentage nach Himmelfahrt für Kurzferien  genutzt, wobei naturgemäß Ziele an der Küste besonders gefragt waren. Die Temperaturen an sich sind für die Jahreszeit nicht richtig ungewöhnlich, aber sie liegen doch deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten. Für Sonntag, der wohl der heißeste Tag dieser Hitzeperiode sein dürfte, werden erneut Werte über 30 Grad erwartet. Danach wird es nicht gerade kühl, aber doch weniger heiß werden.

(SudOuest.fr avec AFP: Les fortes chaleurs vont se poursuivre tout le week-end, in: SUDOUEST, 27. mai 2017, Internet-Ausg.)


Preistreiber Euro?

In manchen Ländern der Eurozone, so auch in Frankreich, besteht vielfach die Meinung, mit der Einführung des Euro seien die Preise auf breiter Front und kräftig angestiegen.

Das staatliche französische Institut für Statistik (INSEE) hat dazu Untersuchungen angestellt und überraschende Ergebnisse zutage gefördert. Danach hat in den Jahren seit Einführung des Euro, also seit 2002, die jährliche Preissteigerungsrate durchschnittlich 1,4% pro Jahr betragen. In den Jahren zwischen 1986 und 2001 lag sie bei 2,1%, und in den Jahren 1945 bis 1985 durchschnittlich bei heute fast unglaublichen 10,1% mit Spitzenwerten Anfang der 50er Jahre und in den 70ern, die um 15% lagen.

Im Wahlkampf zur Präsidentschaft 2017 hatte M. Le Pen behauptet, mit dem Übergang zum Euro hätten die Franzosen eine „Explosion der Preise“ erlebt. Sie hat damit ein aussagekräftiges Beispiel dafür geliefert, dass subjektive Wahrnehmungen und objektive Fakten oft weit auseinander liegen und dass in der populistischen Propaganda Fakten eher stören... 

(M. Simon: L'euro n'a pas fait flamber les prix, selon l'Insee, in: LE Figaro, 24.05.2017. Internet-Ausg.)



Bordeaux fête le fleuve 2017

Vom 26. Mai bis zum 4. Juni wird in Bordeaux die zehnte Auflage von Bordeaux fête le fleuve ablaufen. Nach 2013 und 2015 wird dabei zum dritten Mal der Port de la Lune zum Trainingsgewässer für die Teilnehmer an der Regatta Solitiare du Figaro, was den Zuschauern ausführliche Gelegenheit geben wird, die Teilnehmer an diesem Wettbewerb beobachten zu können. Ebenfalls in den Wassern der Garonne wird am 4. Juni mit der Durchquerung des Flusses  ein Schwimmwettbewerb ausgetragen. Während der gesamten Zeit der Festlichkeiten werden drei Großsegler an den Quais des linken Ufers festmachen, die Belem, die Marité und die Jolokia. Die Marité, ein Dreimaster, wie er früher im Kabeljaufang im nördlichen Atlantik eingesetzt war, wird zum ersten Male in Bordeaux festmachen, während die Belem schon zu den Stammgästen zählt. Auf der Place des Quinconces wird es an zwei Tagen Konzertveranstaltungen geben: am Samstag, dem 27. Mai in Partnerschaft mit RTL2 Boulevard des airs (20.30h) und James Blunt (21.30h). Zwei weitere Konzerte folgen am Sonntag, dem 28. Mai: Ours um 20.30h und  Texas (21.15h). Weitere Zentren von Aktivitäten werden das rechte Ufer am Anleger Yves-Parlier sein, von wo aus zahlreiche Ausflugsfahrten auf der Garonne starten werden. Und schließlich wird es  eine Reihe musikalischer Veranstaltungen auf der Place de Munich, unweit der Esplanade des Quinconces geben, so dass für Besucher eher die Schwierigkeit besteht, die Veranstaltungen auszuwählen, die man nicht wahrnehmen will.

(St. Dubourg: Bordeaux fête le fleuve, in: SUDOUEST, 25. mai 2017)

 


Solarstrom aus Cestas

Cestas ist ein relativ kleiner Ort 20 km südlich von Bordeaux, über den es nicht viel zu berichten gäbe, wenn dort nicht seit Dezember 2015 das größte Solarkraftwerk Europas arbeitete. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von 260 ha, auf der bis zu 300 MW Strom erzeugt werden können. Zu diesem Zweck sind 1 Million Photovoltaikelemente auf 16.000 sogenannten Tischen angebracht worden, die den von ihnen produzierten Gleichstrom in ein komplexes System einspeisen, das schließlich die in Wechselstrom umgewandelte Elektrizität mit einer Spannung von 225.000 Volt in das Überlandnetz einspeist. Die Eigentümer des Solarkraftwerks bei Cestas kassieren dafür 105,15 Euro pro Megawattstunde.  Die Gestehungskosten für Solarstrom, die noch vor wenigen Jahren bei 300 Euro pro Megawattstunde lagen, sind inzwischen deutlich gesunken. Sie liegen mittlerweile unter den Produktionskosten für Strom in den Atomkraftwerken der neuesten Generation, denen gegenüber sie den zusätzlich und unschätzbaren Vorteil haben, dass die Photovoltaikelemente, deren Lebensdauer auf 20 bis 25 Jahre veranschlagt wird, nach dieser Zeit vergleichsweise problemlos entsorgt werden können, was bei Atomkraftwerken bekanntlich sehr hohe Kosten verursacht und daneben noch andere Probleme aufwirft. Zu den relativ geringen Kosten für die Stromerzeugung in Cestas trägt nicht zuletzt der Umstand bei, dass die Anlage fast wartungsfrei läuft und dass zu ihrer Kontrolle nur sieben Angestellte benötigt werden.

(Jean Berthelot de La Glétais: Cestas, sous le solaire, in: SUDOUEST MAG, 20. Maii 2017)


Museum Soulac

Das zwischen dem Casino und dem Palais des Congrès in Soulac gelegene Musée d’Art et d’Archéologie ist am 20. Mai dieses Jahres wieder eröffnet worden, allerdings in einer überraschend vom Bisherigen abweichenden Gestalt. Es ist jetzt nämlich nur noch ein Musée d’Art, das die Kunstsammlung der Stadt Soulac zeigt. Die ansehnliche und in einzelnen Stücken überregional bedeutsame archäologische Sammlung ist dafür ins Magazin verfrachtet worden. Dem Vernehmen nach soll sie irgendwann wieder ausgestellt werden, aber konkrete Planungen scheint es dafür nicht zu geben. Für alle archäologisch und historisch interessierten Besucher  ist diese Entwicklung keine gute Nachricht, zumal damit nach der Schließung  der Grange du Patrimoine in Montalivet ein zweites Museum, das gekonnt und anschaulich Einblicke in die Vergangenheit des nördlichen Médoc geboten hat, verschwunden ist. Momentan vermisst ein Besucher im Museum von Soulac mehr als er an Neuem entdeckt, das für das Verschwundene entschädigen könnte. Schade.

(UM, 24. 05. 2017)

 Ein Blick in das Museum wie es vor 2017 war und wie es jetzt ist: Klick


Pavillon bleu 2017

Am 12. Mai wurden 173 Gemeinden in Frankreich mit dem Pavillon bleu 2017 ausgezeichnet, dem kleinen blauen Wimpel, der als Anerkennung für pfleglichen und bewussten Umgang mit der Umwelt verliehen wird. Die Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur hat die größte Zahl an derartausgezeichneten Gemeinden, gefolgt von der Region Occitanie.

Im Südwesten Frankreichs wurden vierzig Gemeinden ausgezeichnet: sieben im  Departement Charente-maritime, drei im Department Dordogne, sieben im Department Gironde und eine im Department Landes. Es fällt auf, dass die Badeorte der Pyrénées Atlantique  in dieser Liste fehlen.

Im Departement Gironde wurden mit dem pavillon bleu ausgezeichent: Bordeaux (Plage de Bordeaux lac), Carcans (Carcans Océan, Maubuisson, Bombannes, Plage du Montaut), Grayan et l’Hôpital (Le Gurp, Euronat), Hourtin (Hourtin Océan, Lac : La Jetée Plage du port, Lac : Piqueyrot), Naujac-sur-Mer (Le Pin Sec), Soulac-sur-Mer (L’Amélie, Plage Sud, Plage Ville), Vendays-Montalivet (Centre Hélio Marin, Montalivet, l’ACM).

(SudOuest.fr avec AFP: Plages du Sud-Ouest : 18 communes obtiennent le pavillon bleu, in: SUDOUEST, 19. 05. 2017, 9.15h, Internet-Ausg.)


Sorgen um die Wenner-Orgel

Die große Orgel in der Kirche Notre-Dame von Lesparre ist zwar seit 2014 als historisches Denkmal eingestuft, aber dieser Status hilft nicht bei der Lösung der Probleme dieser von dem renommierten Orgelbaumeister Wenner geschaffenen und  1882 in die Kirche eingebauten Orgel, die dringend einer grundlegenden Sanierung unterzogen werden müsste. Die Schäden, die sich im Laufe der Jahre an der Orgel gezeigt haben, sind zwar notdürftig immer wieder ausgebessert worden, aber das hat dazu geführt, dass die Orgel nur noch im Schongang bespielt werden kann. Eine grundlegende Aufarbeitung würde 200.000 Euro kosten, die die Stadt Lesparre als Eigentümerin des Kirchengebäudes und der Orgel aufzubringen hätte. Die Bereitschaft dazu ist grundsätzlich vorhanden, zumal die Kosten auf zwei Jahre verteilt werden könnten und die Erwartung besteht, dass 75% durch Zuweisungen des Departements abgedeckt werden können. Der Verein, der sich die Pflege und Erhaltung der Orgel zum Ziel gesetzt hat, begrüßt diese Einstellung der Stadt, erinnert jedoch daran, dass es bereits 2015 geheißen habe, die Stadt arbeite an einem Finanzierungskonzept für die Orgel. Und daran schließt sich die Mahnung an, die anstehenden Arbeiten nicht noch weiter hinauszuschieben, da zu befürchten sei, dass dann die erforderlichen Kosten noch ansteigen würden.

(A. Larrue: Le grand orgue attend d’être relevé, in: SUDOUEST, 18. 05. 2017)

 


Oenotourismus

In früheren Zeiten waren viele Weinbaubetriebe eher zurückhaltend, wenn es um Besucher ging, doch hat sich diese Reserviertheit dem Publikum gegenüber weitgehend  gelegt, da man mehr und mehr begreift, dass Besucher potentielle Kunden sind, die man auf diese Weise anziehen und, wenn möglich, binden kann. Eine neue Formel in diesem Rahmen wird in diesem Jahr von drei Châteaux vorgestellt, die sich unter dem zunächst etwas rätselhaften Etikett „18.55h“ verbirgt. Damit soll einerseits ausgedrückt werden, dass man sich an Besucher wendet, die nach der Tagesarbeit noch Zeit und Lust haben für einen kleinen Abstecher in die Welt des Weins und andererseits erinnert man auch an das Jahr 1855, in dem zum ersten Mal eine umfangreiche Klassifizierung der Médoc-Weine vorgenommen wurde, die erst in den letzten Jahren durch ein neues System ersetzt worden ist. Die neue Formel "18.55h" ist nicht umsonst, denn es wird ein Eintrittspreis von 15 Euro pro Person erhoben, für den man drei Jetons erhält, die man einsetzen kann, um ein gutes Glas Wein zu verkosten und einen Imbiss zu erhalten.  Die erste Veranstaltung der Formel findet am Donnertsag, dem 1. Juni, im Château Marqui de Terme statt. Die zweite wird am 6. Juli in Palourney und die dritte am 7 September im Château Lamothe Bergeron. Anmeldungen und Auskünfte: tel.: 05 57 88 00 66.

(J. Lestage/ M. Jay: Trois châteaux lancent leur « 18 h 55 » en Médoc, in: SUDOUEST, 18. 0. 2017)


Winterfolgen

Die Réserve naturelle de l’étang du Cousseau ist in jedem Jahr das Ziel von 25.000 bis 30.000 Besuchern, die auf einer Fläche von 600 ha eine Tier- und Pflanzenwelt kennenlernern können, die es außerhlab des Schutzgebietes in dieser Form nicht mehr gibt. Im Zentrum der geschützten Zone befindet sich ein flacher Teich, der Lebensraum z. B. für Fischottern ist, die sonst in dieser Gegend keinen ihnen zusagenden Lebensraum mehr finden. In diesem Winter hat das Schutzgebiet jedoch zu wenig Regen abbekommen. Dadurch wurden unter anderem die neuen Fischtreppen nicht in der Weise genutzt, für die sie eingerichtet wurden. Die zu geringen Niederschläge haben sich auch auf die Überwinterungsgäste ausgewirkt, von denen lediglich die Kraniche mit den vorgefundenen Bedingungen gut zurecht kamen, während Enten und Limikolen sich nur spärlich gezeigt haben. Auch in der Pflanzwelt hat der zu trockene Winter sein Spuren hinterlassen, was insbesondere an den Wasserpflanzen abzulesen ist. Dennoch soll die touristische Ausrichtung des Naturschutzgebietes beibehalten und sogar ausgebaut werden. Zu diesem Zweck soll zu den bereits bestehenden zwei Aussichtspunkten ein dritter hinzukommen, für den der Antrag zur Baugenehmigung schon eingereicht worden ist. Um das Potential des Geländes auszunutzen werden im Sommer wieder Führungen durchgeführt, für die die Verwaltung des Naturschutzgebietes sieben Führer für die Sommersaison einstellen wird.

(J. Lestage: La réserve de Cousseau a souffert, in: SUDOUEST, 17. 95. 2017)

Mehr zum Naturschutzgebiet von Cousseau: Klick


Auf den Spuren der Jakobspilger

Am Sonntag, dem 21. Mai, wird von der Basilika Notre Dame in Soulac aus eine Erinnerungswanderung veranstaltet, die den Wegen folgt, die einst die Jakobspilger nahmen, die sich von Soulac auf den Weg nach Santiago de Compostella machten. Die Unternehmung beginnt um 8.25h in der Basilika in Soulac und bietet drei verschiedene Streckenlängen an, die je nach Leistungsfähigkeit der Teilnehmer 23,5 km, 16km oder 7,5 km lang sind. Erste Station nach Soulac wird in Talais sein, wo die Gemeindeverwaltung die Wanderer am pont du Capsey erwarten wird. Danach geht es weiter nach Grayan, wo man um 13.30h an der Maison des associations sein wird, um ein mitgebrachtes Mittagspicknick zu verzehren, zu dem die Veranstalter Getränke und Kuchen bereitstellen. Dort entscheiden die Teilnehmer, welcher der drei Strecken sie weiter folgen werden. Gemeinsames Ziel ist die Kapelle von L’Hôpital, an der man gegen 16.45 h ankommen wird. Dort wird dann von den Gemeindeverwaltungen von Grayan und Vensac ein kleiner Empfang veranstaltet, bei dem ein Imbiss gereicht wird und eine Vorstellung der Vereine erfolgen wird, die sich die Wiederbelebung der von Soulac ausgehenden Route des Jakobsweges zum Ziel gesetzt haben.  Den Schluss des Tages wird eine kurze Besichtigung der dem Hl. Jakob geweihten Kapelle in L’Hôpital bilden. Auskünfte: Tel. 06 72 67 44 28.

(M. Caporal: La variante historique inaugurée dimanche, in: SUDOUEST, 18. Mai 2017)


Burdigala II

Die Burdigala II ist ein weiteres Ausflugsschiff, das in Bordeaux vom Port de la Lune aus Touristen auf dem Wasserwege zu Zielen bringt, die man am besten auf diese Weise ansteuert. Das Schiff wurde in Holland gebaut und von einem großen Frachter nach Bordeaux gebracht. Die Überführung erfolgte schon im letzten Herbst, aber erst jetzt, unmittelbar vor dem Start in die neue Saison wurde am rechten Garonneufer am Quai des Queyries die offizielle Indienststellung mit dem bei solchen Anlässen üblichen Aufwand zelebriert. Die Burdigala II ist 38 m lang und 6 m breit. Sie kann bis zu 200 Passagiere aufnehmen und hat eine leistungsfähige Küche, die es erlaubt, an Bord anspruchsvolle Empfänge durchzuführen. Der Eigentümer, Philippe Canael, der für die Burdigala II 2 Millionen Euro ausgegeben hat,  verfügt nun über vier unterschiedlich große Ausflugsboote, mit denen er an dem beständig zunehmenden Touristenstrom, der nach Bordeaux drängt, verdienen will.  Angeboten werden Touren unterschiedlicher Länge, die allesamt gut vom Publikum angenommen werden. Dabei ist ein Problem jedoch noch nicht zufriedenstellend gelöst, denn die Entsorgung der auf den Booten anfallenden Abwässer erregt noch das Missfallen der Umweltschützer und der Behörden. Bislang wurden diese Abwässer ungeklärt einfach in das Wasser der Garonne gepumpt, doch soll damit Schluss sein,. Es wurden drei Entsorgungsstationen  eingerichtet, an denen die Ausflugsboote Anschluss an die städtische Kanalisation haben. Nicht sicher ist jedoch, ob sie wirklich genutzt werden, denn die Betreiber der Boote bemängeln, dass diese Stationen nicht so funktionieren wie sie es müssten, damit sie ihren Zweck erfüllen könne. Da das Problem erkannt ist, ist aber wohl davon auszugehen, dass die Behörden sich durchsetzen werden.

(E. Fonteneau: « Burdigala II » lance sa saison d’été, in: SUDOUEST, 16. 05. 2017)


Château Grand Gallius

Das Château Grand Gallius liegt in der Gemeinde Gaillan an einer Stelle, an der zu Römerzeiten ein reicher Landbesitzer sein Anwesen hatte. Das Château besteht seit 1995, und seit 1999 vollzieht man dort den vollständigen Zyklus der Vinification. Der Betrieb selbst besteht aus zwei Teilen, von denen in einem Viehzucht mit 40 Kühen der Rasse Blonde d’Aquitaine betrieben und in dem anderen Weinbau auf 16 Hektar. Um den Weinbau kümmert sich in erster Linie eine der Töchter der Besitzerfamilie, die  ihren Ehrgeiz darin setzt, Weine mit auffälliger Qualität hervorzubringen. Im laufenden Jahr hatte sie damit einen besonderen Erfolg, denn sie wurde mit drei Goldmedaillen ausgezeichnet für drei Weine, die sie angemeldet hatte, mithin ein Ergebnis, auf dessen regelmäßige Wiederholung man nicht unbedingt setzen kann.  Die Goldmedaillen gab es für zwei Rotweine der Jahrgänge 2012 und 2014 und einen Rosé des Jahrgangs 2016.

Das Jahr 2017 hatte aber auch einen schweren Rückschlag für das Château parat, denn die Frostattacke vom April hinterließ in 85% der Anbauflächen deutliche Spuren. Für die Inhaber des Châteaus ist das ein herber Schlag, den man aber überstehen wird, zumal man weiß, dass derartige Rückschläge immer geschehen können und es erforderlich machen, dass man sich darauf einstellt..

(G. Rigal: Grand Gallius survivra aux gelées d’avril, in: SUDOUEST, 15. 05. 2017)

 

 


Vor zehn Jahren

Am 31. Mai 2007 verließ der ehemalige Lenkwaffenkreuzer Colbert den Port de la Lune von Bordeaux. Er wurde in ein Marinegelände in der Bretagne geschleppt, wo er sein weiteres Schicksal abwarten sollte. Nach einigem Hin und Her findet in diesen Monaten der letzte Akt im leben des einstigen Prestigeschiffes der französischen Marine in Bassens statt, nur wenige Kilometer von dem Platz entfernt, an dem die Colbert 14 Jahre als Museumsschiff große Scharen von Besuchern angezogen hatte. Es gab aber immer eine Gruppe von Gegnern, die sich nicht damit abfinden wollten, dass in einem reinem Handelshafen wie dem Port de la Lune ein Kriegsschiff lag, von dem manche meinten, dass es dort fehl am Platz sei. Als die Proteste sich immer stärker artikulierten und die Colbert zudem mehr und mehr Rost ansetzte, wurde beschlossen, den Kreuzer außer Diensten an einen Ort zu verbringen, an dem er nicht mehr Zielscheibe von Angriffen sein würde. Folglich wurde er am 31. Mai 2007 zu einem Schiffsfriedhof in der  Bretagne geschleppt, um dort auf sein endgültiges Schicksal zu warten. Die damit verbundenen Prozeduren zogen sich in die Länge, doch wurde schließlich entschieden, die Colbert noch einmal in Gironde zu schleppen, wo sie in Bassens in einem auf derartige Aktivitäten spezialisierten Betrieb zerlegt werden sollte. Das wird in den nächsten Monaten geschehen, und danach wird es den Lenkwaffenkreuzer Colbert nur noch in der Erinnerung derjenigen geben, die sich für für ihn interessiert oder eingesetzt haben.

(D. Lherm: Il y a dix ans, le croiseur « Colbert » quittait Bordeaux, in: SUDOUEST, 15. 05. 2017

Mehr zur Colbert in der Abteilung Historische Schiffe: Klick


Erosion

Am 9. April dieses Jahres hat der Verein für den Schutz von Soulac gegen die Erosion, der mittlerweile 350 Mitglieder zählt, eine Vortragsreihe organisiert, in der  eine Riege von ausgewiesenen Experten  die Situation der Küsten von Soulac analysiertund konkrete Vorschläge für deren Schutz machte. Dabei stellte man in Rechnung, dass Küsten, namentlich der Art, wie sie im Bereich von Soulac bestehen, einem beständigen Wandel unterliegen, der von der Natur vorgegeben und prinzipiell nicht zu neutralisieren ist. Im Bereich der Küste von Soulac werden jährlich rund 750.000 m³ Sand abgetragen, eine Menge, die in etwa dem Volumen an Sand entspricht, das bei der Freibaggerung einer neuen Zufahrtsrinne in die Gironde entnommen wird. Möglichkeiten, durch Kunstbauten der Erosion entgegenzuwirken sind nur  in Küstenabschnitten, die dafür geeignete Strömungsverhältnisse aufweisen, und auch dort nur mit Einschränkungen wirkungsvoll. Das ist nördlich vom Hauptstrand von Soulac der Fall, trifft aber nicht auf die Strandbereiche im Süden von Soulac zu. Hier, so forderten die Experten, müssen schnell Strategien entwickelt und umgesetzt werden, um unumkehrbare Schäden zu verhindern. Die Zeit ist begrenzt, denn schon in wenigen Monaten kommt der nächste Winter, von dem niemand weiß, mit welcher Wucht dann die Dünenkante wieder attackiert werden wird. Man war sich einig, dass etwas geschehen muss, und zwar bald. Man hatte auch Vorschläge für die Finanzierung parat, die sich im wesentlichen aber auf Hinweise auf Geldquellen beschränkten, die man anzapfen müsste. Konkrete Maßnahmen, die von allen Rednern gefordert wurden, zeichneten sich noch nicht ab. Immerhin wurde aber wohl deutlich, dass dem bestehenden Handlungsbedarf nicht ausgewichen werden darf und dass zeitliche Verzögerungen zu unkalkulierbaren Kosten und Risiken führen würden.

(C. Boissot: Érosion: „il faut du concret“, in: Le Journal du Médoc, 12. Mai 2017)


Naturschutzgebiet Banc d’Arguin

Sozusagen in allerletzter Minute, bevor, bedingt durch den Präsidentenwechsel, eine neue Regierungsmannschaft die Schalthebel übernehmen wird, haben die zuständigen Minister der scheidenden Regierung das Dekret unterzeichnet, das die Regelungen für die Sandbank von Arguin modifiziert. Die Sandbank, um die es geht, liegt in der südlichen Einfahrt in das Becken von Arcachon, gegenüber von der Düne von Pilat. Der jetzt unterzeichnete Text ist seit 15 Jahren in der Diskussion gewesen. Er sollte die Grenzen des Naturschutzgebietes auf der Sandbank  festlegen, was wegen der dauernden Verschiebungen der Sandmassen gar nicht so einfach ist. Ein weiteres Anliegen war, es, die Gebiete zu definieren, in denen die wegen der günstigen Umweltbedingungen in diesem Bereich besonders aktive Austernzucht betrieben werden kann. Dafür sind jetzt 45 ha ausgewiesen worden, was den Erwartungen der Austernzüchter entspricht. Des weiteren legt das Dekret die Bereiche fest, in denen die dort vorhandenen Tiere und Pflanzen unter besonderem Schutz stehen. Das bedeutet, dass in diesen Zonen keinerlei menschliche Aktivitäten ausgeübt werden dürfen, die in die natürlichen Gegebenheiten eingreifen. Damit einher geht ein Verbot, in diese Zonen Hunde oder Katzen, auch an der Leine, zu bringen. Dazu gehören auch Regelungen für die Freizeitschifffahrt, der es untersagt ist, nachts an der Sandbank Anker zu werfen. Eine Besonderheit ist mit diesem Dekret verbunden: man weiß, dass die Bank von Arguin in etwa zwanzig Jahren so weit auf die Düne von Pilat zugewandert sein wird, dass sie eine feste Verbindung mit dem Fuß dieser Düne eingehen wird. Dann wird die Sandbank von Toulinguet in etwa den Platz einnehmen, auf dem jetzt noch die Sandbank von Arguin liegt. Und man wird ein neues Dekret brauchen.

(D. Patsouris: De nouvelles règles sur le banc d’Arguin, in: SUDOUEST, 13. 05. 2017)


Motorräder in Saint-Vivien

Am Samstag, dem 13. und am Sonntag, dem 14. Mai 2017 wird sich im Hippodrome von Saint-Vivien ein junger Verein der Öffentlichkeit präsentieren, der erst vor einem Jahr gegründet wurde, und mittlerweile 50 Mitglieder hat, die allesamt eine starke Beziehung zu Motorrädern haben. Dabei liegt das Hauptgewicht auf der Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr, in dem motorisierte Zweiradfahrer bekanntlich besonderen Risiken ausgesetzt sind. Daneben bemüht man sich, Motorradfahrern, die mit gesundheitlichen Problemen leben müssen, Hilfen zu geben. Das Programm, das an den beiden Veranstaltungstagen ablaufen wird, beginnt am Samstag um 11.00h mit der Eröffnung der Stände und den Animationen für Kinder. Um 16.00h wird der Abbé da Rocha Motorradfahrerinnen und –fahrer und ihre Fahrzeuge segnen, bevor um 18.00h eine Demonstration in Country dance folgen wird. Um 19.30h schließt sich  ein Flamenco-Konzert an, bevor um 23.00h ein Rockkonzert gestartet wird.

Das Programm wird am Sonntag um 9.00h mit dem Treffen der Motorradfahrerinnen und –fahrer zu einer gemeinsamen Ausfahrt fortgesetzt. Um 14.00h wird es eine Demonstration zur Sicherheit und zur ersten Hilfe geben. Und während der gesamten Veranstaltung wird es viele kleine und große Motorräder zu sehen geben, bei denen neben den großen Hubrauminhalten auch kleinere und bescheidenere vertreten sein werden.

 (D. Rouyer: Les motardes font leur show, in: Le Journal du Médoc, 12. 05. 2017)

 


Pheromene zum Schutz der Weinstöcke

Die Weinstöcke sind, sobald sie austreiben, das Ziel gefräßiger Schmetterlinge, genauer der Raupen dieser Schmetterlinge. In der Vergangenheit  bekämpfte man diese Schädlinge mit chemischen Mitteln, die im Lauf der Zeit jedoch mehr und mehr in Verruf geraten sind. Schon vor einiger Zeit entdeckte man, dass es möglich ist, die Paarung der Schmetterlinge, deren Raupen man bekämpfen will, mit speziellen Substanzen zu stören. Dazu werden Substanzen eingesetzt, die den Lockstoffen nachempfunden sind, mit denen die Weibchen ihre männlichen Artgenossen anlocken. Dazu müssen die dafür bestimmten Substanzen in den Weinfeldern aufgehängt werden, was anfangs ein sehr arbeitsintensiver Vorgang war, weil pro Hektar rund 500 Kapseln mit den Lockstoffen aufgehängt werden mussten. Mittlerweile hat man den Wirkstoff optimiert, so dass es genügt, drei große Behältnisse in den Weinfeldern aufzuhängen, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Bei den Weinbaubetrieben wächst die Bereitschaft, dieses Verfahren der Schädlingsbekämpfung einzusetzen, doch gibt es ein Kostenproblem. Während die Schädlingsbekämpfung mit konventioneller Chemie rund 75 Euro pro Hektar kostet, ist der Aufwand bei Einsatz der Pheromene mit 200 Euro pro Hektar erheblich teurer. Dafür ergibt sich der Vorteil, dass von den Lockstoffen nur die männlichen Schmetterlinge betroffen werden, deren Verbreitung reduziert werden soll. Es gibt also viel mehr Argumente dafür, die Schädlingsbekämpfungsmethoden zu optimieren als dafür, die alten Methoden weiter zu verfolgen.

(E. Fonteneau: Gironde : des phéromones au secours des vignes, in: SUDOUEST, 11. 05. 2017, Abendausg.


Luftfahrtschau in Mérignac

Am Sonntag, dem 14. Mi 2017 gibt es auf der Luftwaffenbasis 106, die an das Gelände des Zivilflughafens Mérignac grenzt, ein großes Programm für alle an der Luftfahrt Interessierten. Anlass ist das 80jährige Bestehen dieser Luftwaffenbasis, die normalerweise für zivile Besucher nicht zugänglich ist. Am 14. Mai wird sie es aber sein, und man erwartet an die 40.000 Besucher, für die ausreichende Parkplätze im Umfeld angeboten werden, von denen aus mit Pendlerbussen die Luftwaffenbasis gut zu erreichen sein wird. Das Programm des 14. Mai umfasst die Präsentation einer ganzen Anzahl vorwiegend militärischer Flugzeuge und eine paar Höhepunkte, zu denen die Vorstellung der Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe, der Patrouille de France an erster Stelle gehört. Daneben wird das französische Hochleistungskampfflugzeug Rafale zu sehen sein, Drohnen im Innen- und Ausseneinsatz und manches andere mehr.

(O. D.: Mérignac : 40 000 personnes attendues au meeting aérien du 14 mai, in: SUDOUEST, 09. 05. 2017, Internwet-Ausg.)


Vor 50 Jahren

Am 6. Mai 1967 wurde in Bordeaux eine Brücke eingeweiht, deren Grundstein am 20. Mai 1960 gelegt worden war. Seitdem waren 1 Million Sack Zement in dem Bauwerk verarbeitet worden ebenso wie 21.600 km Stahlkabel, so dass das gesamte Bauwerk ein Gewicht von 300.000 Tonnen erreichte, 33 mal soviel wie der Eiffelturm. Von den zwischen 150 und 300 Arbeitskräften, die je nach den anstehenden Aktivitäten an der Brücke beschäftigt waren,  haben drei diesen Einsatz mit ihrem Leben bezahlen müssen, weitere sechs Monteure wurden so schwer verletzt, dass sie in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Zur Einweihung paradierte das deutsche Segelschulschiff Gorch Fock unter der Brücke, und die französische Post gab eine Briefmarke heraus, die den „Grand Port de Bordeaux“ zeigte. In den ersten Jahren ihres Bestehens hieß das imposante Bauwerk Grand Pont de Bordeaux, also Große Brücke von Bordeaux. Irgendwann nannte irgendjemand das Bauwerk Pont d’Aquitaine und dieser Namen trat schnell an die Stelle des ursprünglichen und hat sich bis heute gehalten. Wer diese Umbenennung ausgelöst hat und warum er das getan hat, ist bis heute nicht geklärt, aber es tut dem Wert der Brücke für den darüberlaufenden Verkehr keinen Abbruch. Anfangs hatte man angenommen, dass die Brücke täglich von 15.000 Fahrzeugen benutzt werden würde. Heutzutage werden täglich 105.000 davon beim Überqueren der Brücke gezählt.

(J.-M. Le Blanc: 6 mai 1967 : Bordeaux inaugure son « Grand Pont », in: SUDOUEST, 08. 05. 2017)

Mehr zur Brücke: Klick


Präsidentschaftswahl 2017, zweiter Durchgang, Ergebnisse:

Offizielles Ergebnis. Macron. 66,10%, Le Pen 39,90%

In der Region Nouvelle-Aquitaine hat E. Macron 68,85% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt, landesweit waren es zwischen 65,5% und 66,1%.

Im Departement Gironde haben sich 70,06% der Wähler für E. Macron ausgesprochen. In Bordeaux hat er  85,92% der Stimmen erhalten.

Wahlergebnisse, Präsidentschaftswahl, zweiter Durchgang im Médoc

                                       Macron         Le Pen

Carcans                           67,90%        32,10%

Cissac                              46,65%        53,25%

Gaillan                             49,34%        50,66%

Grayan                             58,38%        41,62%

Hourtin                             60,81%        39,19%                 

Jau-Dignac-et-Loirac      47,44%        52,56%

Lacanau                           72,95%        27,41%

Lesparre                          50,41%        49,59%

Saint-Vivien                      50,34%        49,66%

Soulac                              63,56%        36,44%

St.-Germain-d’Esteuil     39,45%        60,55%

Talais                               49,22%        50,78%

Vendays-Montalivet        59,60%        40,40%

Vensac                             53,94%        46,06%

Vertheuil                           44,82%        55,18%

 

 

Der Kalender der französischen Innenpolitik bis zur Wahl zur Nationalversammlung

7. Mai: Zweiter Durchgang der Präsidentschaftswahl: E. Macron wird mit 66,10% der abgegebenen Stimmen gewählt.

- Sonntag, 14. und Montag, 15. Mai: Übergabe der Macht durch den scheidenden Präsidenten Fr. Hollande und Amtseinführung des neuen Präsidenten E. Macron

- In der Woche nach dem 15. Mai: Ernennung des neuen Premierministers und der neuen Regierung.

- Von Montag 15. bis Freitag, 19. Mai 18.00h: Anmeldung der Kandidaturen für die Wahlen zur Nationalversammlung

- Montag, 22. Mai: Eröffnung des Wahlkampfs zur Nationalversammlung

- Sonntag, 11. Juni: erster Durchgang der Wahlen zur Nationalversammlung

- Vom Montag, 12. bis Dienstag, 13. Juni, 18.00h: Anmeldung der Kandidaturen zum zweiten Durchgang der Wahlen zur Nationalversammlung (Zugelassen sind Bewerber, die im ersten Durchgang mehr als 12,5% der Stimmen der Abstimmungsberechtigten des jeweiligen Wahlkreises erhalten haben. Wenn das nicht erreicht wird, sind die Bewerber auf dem ersten und dem zweiten Platz zugelassen

- Sonntag, 18. Juni. Zweiter Durchgang der Wahlen zur Nationalversammlung

 

Emmanuel Macron zum Präsidenten gewählt

Nach den noch vorläufigen Zahlen ist Emmanuel Macron mit mehr als 65% der abgegebenen gültigen Stimmen zum neuen Präsidenten der République Française gewählt worden. Er hat damit ein Ergebnis erreicht, das deutlich über dem Resultat liegt, das ihm die Meinungsumfragen zugestanden hatten. Und er hat seine Konkurrentin deutlcher distanzeirt als vorhergesagt worden war. Dennoch kann man nicht darüber hinwegsehen, dass rund ein Drittel der Stimmberechtigten rechtsextrem gewählt haben.

Ergebnisse für Grayan: Wahlberechtigte: 1157, Wahlbeteiligung 82,89%, 

Stimmen für E. Macron: 58,38%

Stimmen für M. Le Pen: 41,62%

Votes blancs 8,12%,

ungültige Stimmen: 3.11%



Und nun?

Nach der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten der République Française meint man vielleicht mancherorts, nun sei alles gut und man könne sich entspannt zurücklehnen. Es ist zwar gut, dass Emmanuel Macron gewonnen hat – alles andere wäre für Frankreich und Europa eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes gewesen – doch ist damit noch kein einziges Problem gelöst, das zu der Situation geführt hat, in der sich  Frankreich heute befindet. Und die Liste dieser Probleme ist lang, angefangen von der Arbeitslosigkeit, dem unzureichenden Wirtschaftswachstum, der Staatsverschuldung und manchen anderen Dingen, die auf der Prioritätenliste des neuen Präsidenten stehen. Um hier durchgreifende Reformen durchführen zu können, werden Gesetze gebraucht, und die werden im Zusammenwirken von Nationalversammlung und Senat geschaffen, in denen die Bewegung En marche! auf die sich Macron stützt, noch keine durchsetzungsfähigen Mehrheiten hat. Um die zu bekommen, muss Macron in den anstehenden Wahlen zur Nationalversammlung (11. und 18. Juni 2017) möglichst erfolgreich sein. Ob und in welchem Ausmaß ihm das gelingt, ist zur Zeit nicht seriös kalkulierbar, doch steht fest, dass der neue Präsident im Parlament nicht gegen eine politisch anders orientierte Mehrheit die Möglichkeiten hat, die von ihm angekündigten Reformen durchzusetzen. Damit ist klar, dass Emmanuel Macron zwar mit seinem Sieg am 7. Mai 2017 einen wichtigen Erfolg errungen hat, der jedoch erst dann die Möglichkeit zu politisch erfolgreichem Handeln bietet, wenn die Franzosen bei den im Juni anstehenden Parlements-Wahlen ihren neuen Präsidenten mit einem parlamentarischen Rückhalt ausstatten, den er braucht, um seine Reformen durchsetzen zu können.

                                                                                          (UM, 08. 05. 2017)

 



Jagd auf Mobiltelefonbenutzer

Französische Autofahrer haben viele Gelegenheiten, den öffentlichen Kassen auf die Beine zu helfen, auch wenn sie das, vielleicht von Ausnahmen abgesehen, nicht freiwillig tun. Eines der kostenpflichtigen Delikte, die in diesem Zusammenhang die Portemonnaies der Automobilisten schwächen können, sind Mobiltelefone, wenn sie während des Fahrens vom Fahrzeuglenker benutzt werden. Wer dabei erwischt wird, bekommt ein Bußgeld von 90 Euro aufgebrummt, wenn er ohne zu protestieren in der dafür vorgeschriebenen Frist zahlt. Lediglich die Benutzung von Freisprechanlagen ist erlaubt, doch halten die immer weiter verschärften Strafandrohungen die wenigsten Automobilisten davon ab, ihr Mobiltelefon ohne schlechtes Gewissen so zu benutzen wie sie es sonst außerhalb ihres Autos tun. An diesem Punkt setzten die Ordnungshüter an und verschärfen ohne Feingefühl ihre Jagd auf Missetäter. Die Statistik gibt ihnen Recht, denn man weiß, dass 50% der Autofahrer SMS lesen und schreiben und auch telefonieren, während sie sich eigentlich auf den Verkehr konzentrieren sollten. Dabei hat  man ermittelt, dass 10% der Verkehrsunfälle direkt auf den Missbrauch von Mobiltelefonen zurückzuführen sind. Die Polizei setzt seit einiger Zeit verstärkt zivil aussehende Fahrzeuge ein, die im Verkehr mitschwimmen und mit scharfen Blicken Telefonsünder aufspüren. Und sie sind dabei, wie die Beamten meist ohne Freude feststellen, überaus erfolgreich.

(J.-M. Desplos: La chasse aux téléphones, in: SUDOUEST, 06. 05. 2017)

 



Präsidentschaftswahl

Nach dem Fernsehduell vom 3. Mai 2017 zwischen den beiden verbliebenen Bewerbern um das Amt des Präsidenten der République Française haben sich die Umfragergebnisse zugunsten von Emmanuel Marcron verschoben, dem nunmehr bis zu 62% der Wählerstimmen vorausgesagt werden, was gleichbedeutend mit einem Rückgang auf 38% für Marine Le Pen ist. Auch wenn nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit mit der Zuverlässigkeit von Ergebnissen von Meinungsumfragen zur Vorsicht zu raten ist, verbessern sich damit die Chancen für E. Macron weiterhin. Da E. Macron anders als die starr europafeindliche M. Le Pen sich eindeutig zur Europäischen Union bekennt, sind mit dieser Wahl weitreichende Konsequenzen für alle in dieser Union engagierten Länder Europas verbunden.

Wie die Wahl tatsächlich ausgegangen ist, wird man bald nach 20.00h am Abend des 7. Mai wissen, wenn die Wahllokale in den großen Städten geschlossen sein werden. Kurz danach werden auch das erste und das zweite Programm des deutschen Fernsehens erste Zahlen veröffentlichen.

(SudOuest.fr avec AFP: Sondage présidentielle : après le débat, Macron remonte à 62%, in: SUDOUEST, 05. 05. 2017, 10.20h, Internet-Ausg.)


Erinnerungsarbeit

Bis vor wenigen Jahren war in Bordeaux wenig Bereitschaft oder Interesse, sich mit einer dunklen Seite der Geschichte der Stadt zu befassen, dem Sklavenhandel. Inzwischen sind die Taboulinien um diese Thematik durchbrochen und man hat Zugänge zu diesem Kapitel, in dem viele europäische Häfen eine wenig rühmliche Rolle gespielt haben. Bordeaux war in der Zeit von 1672 bis 1837 Ausgangspunkt von rund 500 Unternehmungen, bei denen zwischen 120.000 und 150.000  Schwarzafrikaner unter kaum vorstellbar grausamen Bedingungen  nach Amerika verfrachtet wurden. Rund 150 Reeder aus Bordeaux haben im Laufe der Zeit aus diesem lukrativen Geschäft Profit gezogen. Dabei wurden in einem Dreieckshandel Waren aus Europa nach Afrika gebracht, die dort gegen Sklaven eingetauscht wurden. Die wurden dann in  die sogenannte Neue Welt transportiert, wo sie verkauft oder gegen dort angebotene Produkte eingetauscht wurden. Die wurden dann wieder nach Europa gebracht und dort mit beträchtlichem Gewinn zu Geld gemacht  und trugen damit zum Wohlstand in den an diesem Geschäft beteiligten Häfen bei. In Bordeaux hat man erst in den Jahren nach 2000 an diesen Teil der Stadtgeschichte gerührt und dabei sichtbare Zeichen dafür gesetzt, dass man zu einer umfassenden Aufarbeitung bereit war. Eine erste Spur davon zeigte sich mit der Aufstellung einer Büste von Toussaint Louverture im Parc aux Angéliques, der als Vorkämpfer der Sklavenbefreiung in die Geschichte eingegangen ist. 2006 wurde eine Gedenktafel an den Quais nahe bei der Esplanade des Quinconces angebracht, die daran erinnert, dass von dort aus die Sklavenhändlerexpeditionen starteten. 2009 wurde schließlich im Musée d’Aquitaine eine Dauerausstellung zur Sklaverei eröffnet, die so ziemlich alle Aspekte der damit verbundenen Problematik aufzeigt. Und 2017 wird vom 5. bis zum 20. Mai mit einer Fülle verschiedener Veranstaltungen an die Sklaverei und ihre Fortwirkungen erinnert und damit gezeigt, dass man dieses Kapitel der Stadtgeschichte im Sinne einer konstruktiven Erinnerungsarbeit nicht mehr ausblendet.

(C. Darfay: Autour de l’esclavage, une mémoire en progrès, in: SUDOUEST, 04. 05. 2017)


Es ist noch schlimmer

Nach den Frostnächten des 27. und 28. April, in denen das Thermometer im Departement Gironde stellenweise unter -5 Grad gefallen war, wusste man, dass dies besonders dem Wein und den Obstgehölzen geschadet hatte, doch gab es zunächst nur punktuelle Einblicke in die tatsächlichen Schäden. Mittlerweile hat die Landwirtschaftskammer des Departements Gironde, gestützt auf ihre zahlreichen lokalen Büros, Zahlen ermittelt, die für die nächste Ernte nichts Gutes erwarten lassen. Danach sind 50 % der Weinanbauflächen des Bordelais schwer geschädigt, so dass die Erntemengen unter 50% der langjährigen Durchschnittswerte liegen werden. Im Anbaugebiet um Bourg und Blaye werden die Schäden besonders groß sein, weil es dort schon am 20. und 21. April gefroren hatte. Im Médoc hat es besonders die südlichen Regionen getroffen, während der Norden durch die Nähe zur Gironde  vergleichsweise glimpflich davon gekommen ist. Für den 5. Mai hat die Landwirtschaftskammer zu einer Krisensitzung eingeladen, auf der erste Hilfsmaßnahmen beraten werden sollen. Zeitgleich ist eine Telefonnummer eingerichtet worden, an die Geschädigte sich wenden können.

(C. Compadre: Dégâts du gel : la moitié du Bordelais est très touché, in: SUDOUEST, 03. 05. 2017)



Schwarzfahren wird teurer

Vom 2. Mai 2017 an wird das Schwarzfahren in der Tram und in den Bussen von Bordeaux eine richtig teure Angelegenheit. Von nun an kostet es mindestens 72 Euro, wenn man ohne gültigen Fahrschein ertappt wird. Falls dieses Buße nicht innerhalb von 72 Stunden beglichen wird, wird es mit 122 Euro noch teurer.  Besonders kostspielig wird es für Wiederholungstäter, denn denen wird nach dem fünften Schwarzfahren eine Summe von 7.500 Euro aufgebrummt. Zusätzlich sollen die Kontrollen verschärft werden, um Fahrgäste ohne  oder ohne korrekt entwerteten Fahrschein ausfindig zu machen. Zur Erinnerung: der Fahrschein in einer Tram oder einem Bus in Bordeaux wird erst dann gültig, wenn er in den dafür im Bus oder in der Tram angebrachten Geräten abgestempelt worden ist.

(C. Darfay: Frauder dans le tram, ça va coûter cher dès aujourd’hui, in: SUDOUEST, 2.mai 2017)


Arcachon 160 Jahre

Am 2. Mai 2017 jährt sich zum 160. mal der Tag, an dem die Stadt Arcachon begründet wurde. Während vor 10 Jahren ein großes Fest gefeiert wurde, wird es diesmal wesentlich weniger Aufwand geben, vornehmlich wegen des laufenden Wahlkampfes um die Präsidentschaft und auch wegen der in wenigen Wochen anstehenden Wahlen zur Nationalversammlung, bei der der amtierende Bürgermeister kandidieren wird. Trotz dieser Einschränkungen wird man sich daran erinnern, dass vor 160 Jahren ein bis dahin unbedeutenderdndu unbekannter Ortsteil von Le Teich in die kommunale Selbständigkeit entlassen wurde, übrigens mit einer, wenn auch knappen, Mehrheit der Stimmen des Gemeinderates von Le Teich. Dem von Kaiser Napoleon III. unterzeichneten Dekret für die Gründung Arcachons vorausgegangen war die schriftlich vorgetragene Bitte eines Grundstücksbesitzers, der erreichen wollte, dass sein Besitz unabhängig von Le Teich wurde. Da es zunächst keine Antwort gab, versuchte man es im folgenden Jahr noch einmal, diesmal mit Erfolg. Und so entstand ein Badeort, der bald die Muttergemeinde Le Teich überrunden sollte.   

(B. Dubourg: Arcachon : la ville va célébrer ses 160 ans, in: SUDOUEST, 27. 04. 2017, Internet-Ausg.)

Bier aus dem Médoc

Wenn vom Médoc geredet wird, stellt sich fast automatisch eine gedankliche Verbindung zum Wein her, und dafür gibt es gute Gründe. Für Bier gilt das eher nicht, und doch gibt es eine lokale Bierproduktion in Saint-Laurent-Médoc, die jedoch gerade erst die Experimentierphase hinter sich gebracht und zur regelmäßigen Produktion übergegangen ist. Die Brauerei Nauéra, in der das Médoc-Bier entsteht, bietet sechs verschiedene Bierrezepturen an, die allesamt Namen tragen, die irgendwie zum Schmunzeln anregen (Larmees des Dunes, Mousstang, Bitterfly …). Die Palette der Biersorten soll fortlaufend erweitert werden, doch wird man abwarten, wie diese Biere vom Publikum angenommen werden. Da die Produktion vorwiegend in Handarbeit vor sich geht, sind die erzeugten Mengen naturgemäß nicht sehr groß. Außerdem wird nur einmal pro Woche gebraut, wobei jedoch nicht auszuschließen ist, dass die Kapazitäten ausgebaut werden, wenn die Nachfrage dies ermöglicht.

(L. Charpe: La bière locale trinque à sa naissance, in: Le Journal du Médoc, 28. April 2017)

April 2017

Nach dem Frost

In der Nacht vom 27. zum 28. April hat es in den Weinbaugebieten des Bordelais ein zweites Mal in den letzten Tagen gefroren, nicht ganz so hart wie in der vorangegangenen Nacht, aber immer noch schlimm genug,  um die Weinbaubetriebe vor Probleme zu stellen, auf die man eigentlich nicht vorbereitet war. Dabei taucht wieder die Frage auf, ob und wann man über Möglichkeiten verfügen wird, etwas gegen Frostattacken zu unternehmen, wie man sie in den letzten Nächten erlebt hat. Die Antwort ist kurz und wenig für optimistische Erwartungen geeignet: man arbeitet an Frostschutzstrategien, aber man ist noch reichlich weit entfernt von verlässlichen Schutzmaßnahmen. Die Notwendigkeit von Forschungen in dieser Richtung muss nicht eigens begründet zu werden, wenn man bedenkt, von den 114.000 Hektar Weinanbaufläche, die es im Bordelais insgesamt gibt, in den letzten beiden Nächten 100.000 ha mehr oder weniger stark geschädigt worden sind. Für genaue Einschätzungen ist es noch zu früh, man weiß aber schon jetzt, dass das Anbaugebiet des Bordelais am schwersten getroffen worden ist. Genauere Angaben zu den Schäden werden für die Woche nach dem 1. Mai erwartet.

(C. Compadre: Après le gel, place au bilan et à la solidarité, in: SUDOUEST, 29. 04. 2017)


Rote Zahlen

Die Société Stade Bordeaux Atlantique (SBA), die das neu erbaute Stadion Matmut in Bordeaux betreibt, hätte eigentlich Grund zur Zufriedenheit, denn im letzten Jahr wurden in diesem Stadion 1,3 Millionen Zuschauer gezählt, die zu 16 sportlichen Großereignissen und zu 281 weiteren Veranstaltungen gekommen waren. Zum Leidwesen der Geschäftsführung von SBA sieht es trotz des beeindruckenden Publikumszuspruchs in den Kassen des Unternehmens nicht rosig aus. Für die letzten beiden Jahre wurde jeweils ein Defizit von 2 Millionen Euro bilanziert, das auf Dauer nicht tragbar ist. Aus diesem Grund will SBA die mit der Stadt Bordeaux abgeschlossenen  Verträge neu verhandeln, um damit die Basis für ausgeglichene Geschäftsergebnisse zu erreichen. Ob das gelingt, ist allerdings nicht gesichert, denn die Verträge laufen bis 2045 und irgendwie hat man beim Verhandeln vergessen, Klauseln vorzusehen, die den Parteien erlauben, den Vertrag vor dem Auslaufen zu kündigen oder nachzuverhandeln. Da die Stadt Bordeaux aber kein Interesse daran haben dürfte, dass der Betreiber des Stadions in eine finanzielle Schieflage gerät, die  zur Insolvenz führt, wird man sich  wohl  bewegen und den Vertrag in Teilen  revidieren müssen. 

(D. Lherm: Bordeaux : en déficit, l’exploitant du Matmut veut renégocier le contrat avec la ville, in: SUDOUEST, 26. 04. 2017, 17.43h, Internet-Ausg.)

 



Kälteeinbruch

Der Südwesten Frankreichs ist in der Nacht vom 26. zum 27. April von einer Kältewelle erfasst worden, bei der das Thermometer stellenweise bis auf -4 Grad abgesackt ist. Mit einem stärkeren Rückgang der Temperaturen war schon seit einigen Tagen gerechnet worden, doch wusste man naturgemäß nicht, wie kalt es wirklich werden würde. Alle Weinanbaugebiete, angefangen vom Saint-Emilionnais, über das Médoc, Pessac-Léognan, Entre-deux-Mers, Côtes de Bourg und Blaye Côtes de Bordeaux sind betroffen, wobei die bisher registrierten Schäden noch nicht genau benannt werden können. An einigen Orten wird befürchtet, dass die kommende Ernte fast ganz vernichtet worden ist, an anderen hat man Hoffnung, dass es gnädiger abgegangen ist. Es steht jedoch außer Zweifel, dass der Frosteinbruch geschadet hat und in keiner Weise positiv gewesen ist. Für die Nacht vom 27. zum 28. April werden ereut Minusgrade erwartet. Am wenigsten kalt wird es unmittelbar an der Küste sein, wo wahrscheinlich wiederum keine Minusgrade auftreten werden. Etwas weiter im Inneren sind Werte bis -2 Grad angekündigt, was bedeuten würde, das es nicht ganz so kalt wird wie zuvor.

(Coup de froid sur le sud-ouest : vignes et vergers durement touches, in: SUDOUEST, 27. 04. 2017, Abendausg., Internet)


Unterbringungsprobleme

Bis zur Durchführung des nächsten Médoc-Marathon vergehen zwar noch reichlich vier Monate, aber die Planungen haben natürlich schon längst das Stadium der Konkretisierung erreicht. Das gilt zumindest für die Organisation im engeren Sinn. Weniger sicher ist bislang, wie und wo die erwarteten rund 8.500 Läuferinnen und Läufer und deren Begleitung untergebracht werden können. Die vorhandenen Angebote in Hotels, chambres d’hôte etc.  reichen jedenfalls nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen, zumal alle Teilnehmer ein Interesse daran haben, ihr Quartier so nahe beim Start zu haben, dass sie am Veranstaltungsmorgen ohne ermüdende Anreise dorthin gelangen können. Um diesen offensichtlichen Engpass zu überwinden denkt man daran, wieder wie in alten Zeiten Übernachtungsmöglichkeiten in Privathaushalten ausfindig zu machen. Diese Initiative läuft über die Maison du Tourisme et du vin in Pauillac, wo man eine Stelle eingerichtet hat, die derartige Übernachtungsangebote entgegennimmt und vermittelt und die organisatorische Hilfen gibt, um sicherzustellen, dass diese privaten Übernachtungen alle Beteiligten zufrieden stellen. Man hofft auf möglichst viele Angebote, die über die Internetseite der Maison du Tourisme in Pauillac oder direkt vor Ort abgegeben werden können.  

(M. N.: L’hébergement, autre challenge des marathoniens, in: Le Journal du Médoc, 21. 04. 2017)


Riesenhaie in der Biscaya

Der Riesenhai (cetorhinus maximus, franz. requin-pèlerin) kann bis zu 12 m lang werden und dabei ein Gewicht bis zu vier Tonnen erreichen. Er ist nach dem Walhai der zweitgrößte Fisch der Erde. Er ernährt sich von Plankton und verfügt deswegen über ein überdimensioniert erscheinendes Maul, mit dem er große Mengen Wasser aufnimmt und daraus die Kleinlebewesen herausfiltert, von denen er lebt. Taucher, die Begegnungen mit diesem friedfertigen Riesen hatten, berichten, dass das weit geöffnete Maul des Hais Angst machen könne, aber dahinter keine Angriffsabsichten gegen Menschen stünden. Obwohl der Riesenhai wegen seiner Größe eigentlich auffällig ist, hat die Wissenschaft immer noch viele Fragen, die das Leben und Treiben dieses Meeresbewohners betreffen. Daher läuft seit mehreren Jahren ein Beobachtungsprogramm, das immer im Frühjahr gestartet wird, das Freizeitsegeler, Fischer, Taucher, Surfer und andere, die Beobachtungsmöglichkeiten in dieser Beziehung haben, einlädt, Sichtungen des Riesenhais zu melden.  Derartige Berichte werden von dem seit 1998 bestehenden Verein APECS (association pour l’étude et la conservation des sélaciens) gesammelt und verarbeitet, der auf seiner Internetseite viele interessante Informationen zum Riesenhai bereithält.

(R. Le Coz: Golfe de Gascogne : participez à l'observation du requin-pèlerin, in: SUDOUEST, 25. 04. 2017, Abendausg., Internet)

Mehr: http://www.asso-apecs.org/


Endergebnis Präsidentschaftswahl 2017: 1. Runde

Das französische Innenministerium hat nach Vorliegen aller Ergebnisse aus den Wahllokalen das Endergebnis des ersten Durchgangs der Präsidentschaftswahl 2017 bekannt gegeben. Danach entfallen von den abgegebene Stimmen auf:

– Emmanuel Macron : 24,01%

– Marine Le Pen : 21,30%

– François Fillon : 20,01%

– Jean-Luc Mélenchon : 19,58%

       Benoît Hamon : 6,36%

Danach folgen sechs Bewerber, die Stimmenanteile von weniger als 5% erhalten haben.

Gegenüber den zuvor auf der Basis von 97% der Stimmen errechneten Ergebnissen hat sich der Abstand zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen vergrößert, während François Fillon etwas an Marine Le Pen herangerückt ist. Für die Benennung der beiden Kandidaten für die Stichwahl am 7. Mai haben diese Verschiebungen keine Auswirkungen.

Wichtig sind hingegen die eindeutigen Empfehlungen der unterlegenen Fr. Fillon und B. Hamon, für Macron zu stimmen, um den Sieg der rechtsextremen Marine Le Pen zu verhindern. Genau in diesem Sinn hat sich auch der noch amtierende Staatspräsident François Hollande ausgesprochen und dazu aufgerufen,  Emmanuel Macron zu wählen.

(UM, 25. 04. 2017)

 

 

Nach dem  Waldbrand

Wohl selten ist Regen im Médoc so sehr erwartet worden wie in diesen Tagen, da der Waldbrand bei Cissac zwar unter Kontrolle ist, aber immer noch rund 200 Feuerwehrleute mit rund 30 Fahrzeugen  im Einsatz sind, um ein Wiederaufleben des Brandes zu verhindern. Wenn es nicht kräftig regnet, wird es noch einige Tage dauern, bevor die Feuerwehrleute abgezogen werden können. Immerhin ist aber die durch den Brand unterbrochene RD 1215 wieder für den Verkehr freigegeben worden.

(Fl. M.: Après le feu, le Médoc sous surveillance, in: SUDOUEST, 24. 04. 2017)

 


Präsidentschaftswahlen: 1. Durchgang, 23. 04. 2017

Nachdem die Meinungsforscher in den letzten Monaten weltweit nur selten richtig gelegen haben, teilweise sogar grob daneben gegriffen hatten, hat es diesmal in Frankreich keine Überraschung, sondern eine Bestätigung der Voraussagen gegeben. Da die Wahllokale in den großen Städten erst um 20.00h geschlossen haben, wurden die ersten Hochrechnungen erst unmittelbar nach 20.00h publiziert. Dabei nahmen, wie von den Meinungsforschern vorhergesagt,  Emmanuel Macron und Marine Le Pen mit deutlichem Vorsprung vor den Kandidaten mit dem dritten und vierten Ergebnis die beiden ersten Plätze ein, die ihnen den Einzug in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen am 7. Mai dieses Jahres sichern. Während der Fernsehsender TF1 Macron und Le Pen mit jeweils 23% zunächst gleichauf sahen, setzten die Hochrechnungen von TF2 Macron mit einem Vorsprung von  rund 2 Punkten auf den ersten Platz. In der Folge verschoben sich auch bei TF1 die Zahlen in diese Richtung. In den Erklärungen der unterlegenen Bewerber beziehungsweise ihrer Sprecher wurde sehr schnell deutlich, dass die meisten sich einig waren, dass ein Sieg des Front National der Marine Le Pen verhindert werden müsste, um Schaden von Frankreich abzuwenden.

Alle Umfragen zum Ausgang der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen sind sich darin einig, das die Auseinandersetzung zwischen den beiden Erstplatzierten der ersten Runde mit einem deutlichen Sieg von Emmanuel Macron enden wird, dem Ergebnisse von 60% und mehr vorausgesagt werden. Obwohl der Wahlgang vom 23. April natürlich in erster Linie bedeutsam ist für die politische Zukunft Frankreichs, haben viele Europäer gebannt auf die Ergebnisse gewartet, weil Emmanuel Macron der einzige überzeugte Vertreter der Europa-Idee im Kreis der Präsidentschaftskandidaten war. Insofern ist für alle, die davon überzeugt sind, dass die beste Sicherung der Zukunft Europas mit der Fortsetzung des eingeschlagenen Weges der Einigung zu erreichen ist, jetzt in Frankreich eine Entscheidung gefallen, von der zu hoffen ist, das sie die positiven Folgen haben wird, die erwartet werden.

(UM, 24. 04. 2017, 23.00h)

 

Im Departement Gironde sah es zunächst danach aus, dass der Front National siegen würde, schließlich setzte sich aber auch hier Emmanuel Macron mit 23,19% der Stimmen durch, vor Marine Le Pen mit 22,97%, Jean-Luc Mélenchon mit 20,36% und François Fillon mit 17,07%.

 

In Grayan-et-L’Hôpital stimmten 25,03% der Wähler für Jean-Luc Mélenchon, 22,95% für Marine Le Pen, 21,39% für Emmanuel Macron und 16,9% für François Fillon.

(http://elections.sudouest.fr/presidentielles-2017/tour-1/nouvelle-aquitaine/gironde/)


Waldbrand II

Der am 20. April bei Cissac, nahe Lesparre, ausgebrochene Waldbrand hat die von den Feuerwehrleuten befürchtete schlimme Richtung genommen. Nunmehr sind 1000 ha den Flammen zum Opfer gefallen. Trotz eines großen Einsatzes von Personal und Technik und trotz der Unterstützung von 4 Löschflugzeugen gelang es nur mit Mühe, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Das ist mittlerweile geschehen, aber Entwarnung gibt es noch nicht. Dennoch ist man zufrieden, dass es gelungen ist, eine weitere Ausbreitung über die bereits vernichteten Flächen hinaus zu verhindern. Immer wieder mussten aber wieder aufflackernde Brandherde bekämpft werden, und das wird auch in den nächsten Stunden und Tagen erforderlich machen, dass ein beträchtliches Aufgebot an Feuerwehrleuten rund um die Uhr bereit stehen muss, um sofort einzuschreiten, wenn sich erneut Flammen zeigen. Angesichts der äußeren Bedingungen, die befürchten lassen, dass das Risiko für weitere Waldbrände im Südwesten Frankreichs zunehmen könnte, sind zwei weitere Löschflugzeuge nach Bordeaux-Mérignac verlegt werden.

(J. Lestage: Incendie dans le Médoc : le feu circonscrit, mais une importante surveillance maintenue, in: SUDOUEST, 21. April 2017, 21.17h, Intwernet-Ausg.)

 


Waldbrand im Médoc

Ein durch die extreme Trockenheit und starke Winde begünstigter Waldbrand ist bei Cissac, unweit von Lesparre, am Donnerstag Nachmittag ausgebrochen. 220 Hektar Wald waren zunächst betroffen. Das Feuer war am späten Nachmittag noch nicht unter Kontrolle. 180 Feuerwehrleute mit 50 Fahrzeugen sind im Einsatz. Das Feuer ist über die RD 1215 gesprungen, die deswegen für den Verkehr gesperrt wurde. Da die Gebäude des Gewerbegebietes Cissac Beauchêne bedroht waren wurde die Evakuierung der dort Beschäftigten angeordnet. Obwohl vier Löschflugzeuge vom Typ Canadair im Einsatz waren, waren die Flammen gegen 20.00h immer noch auf dem Vormarsch nach Westen in Richtung Hourtin. Die Feuerwehr stellt sich auf einen harten Kampf gegen die Flammen ein, von dem man noch nicht weiß, wann er gewonnen sein wird.

Ein zweiter, kleinerer Waldbrand ereignete sich im südlichen Bereich des Departements Gironde. Dort waren 12 Feuerwehreinheiten im Einsatz.  

(J. Lestage/JMD et sudouest.fr Gironde: Feux de forêt en Gironde : les pompiers luttent contre deux violents incendies, in: SUDOUEST, 20. 04. 2017, 20.19h, Internet-Ausg.)

 


Die Spannung steigt

Vier Tage vor dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl 2017 publiziert der SUDOUEST seine letzten Umfragewerte. Danach liegt Emanuel Macron weiterhin mit 24% leicht vor Marine Le Pen mit 23%. Auf dem dritten und vierten Platz folgen gleichauf François Fillon und Lean-Luc Mélenchon mit  19%. Betrachtet man nur diese Zahlen, so scheint sich eine gewisse Klärung zugunsten der beiden Bestplatzierten zu ergeben. Die ist wohl durchaus vorhanden, zumal der Prozentsatz der bereits für einen Bewerber entschieden ist, für die beiden Anführer der Rangliste im Ansteigen begriffen ist. Für Emmanuel Macron bedeutet dies, dass zuletzt 74% der Wähler, die sich für ihn ausgesprochen haben, angeben, sie seien entschlossen, Macron auch zu wählen. Noch vor einer Woche waren dies lediglich zwei Drittel der Wähler. Demgegenüber erklären 89% der Wähler, die sich für Marine Le Pen ausgesprochen haben, dass sie ihr Kreuzchen bei ihrem Namen setzen werden. Optimisten können daraus schließen, dass alles doch nicht so schlimm werden wird, wie manche befürchtet haben, doch Sicherheit gibt es nicht. Die Demoskopen merken zumindest an, dass die von ihnen ermittelten Ergebnisse in einer Bandbreite von 2,5% von den tatsächlichen Wahlergebnissen abweichen können. Man wrd sehen, was sich ergibt. Am kommenden Sonntag wird man in den frühen Abendstunden mehr sagen können. Für den zweiten Wahlgang am 7. Mai wird ziemlich durchgehend erwartet, dass der Bewerber, der dann gegen Marine Le Pen antreten wird, von der kaum gezweifelt wird, dass sie in der zweiten Runde dabei ist, die Vertreterin des Front National deutlich distanzieren wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass von den vier Kandidaten um das Amt des Präsidenten nur Emmanuel Macron eindeutig für das Fortbestehen der Europäischen Union eintritt,

(J. Desport: Sondage présidentielle : Macron et Le Pen distancent Fillon et Mélenchon, in: SUDOUEST, 19. 04. 2017, 19.01h, Internet-Ausg.)


Maiglöckchen-Probleme

In Frankreich gehören zum Beginn des Monats Mai Maiglöckchen, und das schon seit langer Zeit. Und da auch der Mai mit dem 1. dieses Monats beginnt, werden zu diesem Tag landauf, landab Maiglöckchen verschenkt. Nur, Maiglöckchen haben keinen eingebauten Kalender, und folglich kann man sich nicht darauf verlassen, dass die hübschen, allerdings auch giftigen Frühjahrsblüher zum gewünschten Datum auch parat stehen. In diesem Jahr gehen die Maiglöckchen um etwa eine Woche vor, doch ist das für die Betriebe, die diese Blumen anbauen, besser als wenn die Blüte zu spät kommt. In diesem Jahr hat die Ernte im südlichen Médoc eben früher begonnen. Dafür werden sehr viele kurzfristig angestellte Arbeitskräfte gebraucht, die die  Blütenrispen per Hand pflücken. Dann werden die Blütenstengel sortiert, in eine spezielle Lösung gestellt und in einen Kühlraum geschafft, wo sie bleiben, bis sie versandfertig gemacht werden. Dazu werden sie dann in gleichgroße Bündel zu je 50 Rispen gepackt, die anschließend ohne Feuchtigkeit an die Verkäufer verschickt werden. So wie es aussieht, wird man in diesem Jahr mit der verfrühten Blüte ohne Komplikationen zurecht kommen, so dass die anbauenden Betriebe ein gutes Jahr haben werden.

(G. Blaise: Le muguet fleurit trop tôt, in: SUDOUEST, 18. 04. 2017)


Hafenbesichtigung

Der Hafen von Bordeaux (Grand port maritime de Bordeaux (GPMB) verteilt sich auf sieben Terminals von unterschiedlicher Umschlagsleistung, die von Le Verdon an der Mündung der Gironde bis zum Port de la Lune mitten in Bordeaux reichen. Seitdem der Port de la lune keine Kräne und sonstigen Einrichtungen mehr hat, mit denen Güter umgeschlagen werden können, sind diese Aktivitäten an die anderen Standorte abgewandert. Der Terminal mit der größten Umschlagleistung befindet sich in Ambès am Zusammenfluss von Garonne und Dordogne, wo Ölprodukte der verschiedensten Art verladen werden. Der Standort mit der zweitgrößten Umschlagsleistung ist Bassens, wo Container, Getreide, Holz, Kies und Sand verladen werden. Wer sich dafür interessiert, einmal hinter die Kulissen des Hafenbetriebs zu schauen, hatte bisher wenig Glück, denn die Hafenzonen sind für alle gesperrt, die dort nicht beruflich tätig sind. In diesem Jahr hat die Hafenverwaltung beschlossen, einmal pro Monat einen Besucherbus in das Hafengebiet einfahren zu lassen und damit eine Besichtigung der Hafenanlagen von Bassens zu ermöglichen. Dies Touren starten und enden in Bordeaux am Office de Tourisme (Cours du 30 juillet, nahe der Esplanade des Quinconces) und kosten 22 Euro. Dafür wird eine vierstündige Unternehmung unter fachkundiger Leitung geboten, bei der auf dem Rückweg auch ein Halt an den Bassins à flot stattfinden wird. Der erste Termin für eine Besichtigung ist für den 12 Mai vorgesehen. Abfahrt am Office de Tourisme um 14.00h. Rückkehr nach dort 18.00h. Reservierungen beim Office de Tourisme, Tel.: 05 56 00 66 00

(G. R.: Une visite commentée du port, in: SUDOUEST, 15. 04. 2017)

 


Präsidentschaftswahlen

Ein am 13. April veröffentlichtes Ergebnis von Umfragen zur Präsidentschaftswahl in Frankreich sieht Emmanuel Macron mit 23,5% an der Spitze vor Marine le Pen mit 22,5%. Dann François Fillon mit 20% und Jean-Luc Mélenchon mit 18,5%. Interessant sind dabei die Verschiebungen in den letzten Wochen. Während Marine Le Pen sich von ihrem besten Ergebnis mit 28% von Ende Februar deutlich entfernt hat, und auch Emmanuel Macron sein bestes Ergebnis vom 21. März mit damals 26% nicht halten konnte, hat Jean-Luc Mélenchon kräftig zugelegt, eine Entwicklung, die sich auch in der letzten Woche fortsetzte, als Mélenchon noch 1,5% dazugewann. Leicht steigende Tendenz auch bei François Fillon, der sich auf mittlerweile 20% vorgearbeitet hat. Mit dem Abnehmen der Abstände zwischen den vier an der Spitze liegenden Bewerbern vergrößert sich die Unsicherheit bei den Beobachtern. Angesichts der immer noch großen Zahl von Unentschlossenen und bei einem wahrscheinlich bei einem Drittel der Wahlberechtigten  liegenden Anteil  der Nichtwähler kann nicht ausgeschlossen werden, dass jeder der vier Spitzenreiter auf dem ersten Platz beim ersten Wahlgang am 23 April landen kann und dass auch jeder die Chance auf den zweiten Platz haben kann, der die Zulassung zur zweiten Runde der Wahlen am 7. Mai bedeutet. Das einzig Sichere zur Zeit ist, dass die hinter der führenden Vierergruppe liegenden sieben übrigen Kandidaten keine Chance haben, die zweite Runde zu erreichen. Viele Beobachter machen sich Sorgen über den Fortbestand der Europäischen Union, da Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon Positionen vertreten, die keine Zweifel daran lasen, dass sie das Ende der Europäischen Union ansteuern..

(http://elabe.fr/intentions-de-vote-election-presidentielle-2017-10/ / und Macron arriverait en tête au premier tour, in: SUDOUEST, 14. 04. 2017)


Fête du livre

Die Fête du livre bildet traditionell den Start in die kulturelle Saison in Soulac. In der Salle des congrès  waren am zweiten Aprilwochenende wieder zahlreiche Tische aufgebaut, auf denen Autoren und Verlage ihre neuesten, manchmal aber auch schon etwas älteren Produkte vorstellten und,  soweit sich sehen ließ, auch verkauften. Der Präsident von Écume.doc, des Vereins, der die Veranstaltungen des Wochenendes getragen hat, begrüßte Autoren, Aussteller und Besucher und verkniff sich dann nicht einen bitteren Seitenhieb auf den Präsidentschaftswahlkampf, den er als „tragédie burlesque“ bezeichnete, wobei er sich besonders darüber ärgerte, dass im gesamten Wahlkampfgeschehen Bereiche wie Kultur, Volksbildung, und Chancengleichheit kaum oder gar nicht vorkommen.

Der Besucherstrom, der am Samstag noch etwas verhalten war, nahm am Sonntag zu, so dass alle Beteiligten die Erinnerung an ein erfolgreiches Wochenende mitnehmen konnten. Dabei kamen  nicht zuletzt die Besucher auf ihre Kosten, die sich für die Geschichte und die Kultur des Médoc interessieren, denn das Angebot der anwesenden Autoren und Verlage lud nicht nur zum Blättern, sondern auch zum Kaufen ein.

(M. Caporal: La Fête du livre engagée, pour l’éducation et la culture, in: SUDOUEST, 13. 04.2017)

 


Wertvoller Hund

Wenn die oft staunenswerten Fähigkeiten von Hunden richtig ausgebildet und eingesetzt werden, dann sind sie oft für Leistungen gut, zu  denen wir Menschen nicht fähig sind. Ein derartiger Fall hat sich gerade nahe der spanisch-französischen Grenze ereignet, wo eine Polizeistreifen einen Pkw angehalten und kontrolliert hat. Mit dabei war Irish, ein Labrador, der in Diensten der französischen Zollverwaltung steht. Er ist von Beruf eigentlich Drogenspürhund, aber er hat eine Zusatzausbildung durchlaufen, in der er für das Auffinden von Geld ausgebildet wurde. Und die zahlte sich bei dieser eigentlich routinemäßigen Kontrolle aus, denn kaum, dass der Hund seine Nase in das Auto gesteckt hatte, zeigte er den ersten Geldfund an, untergebracht in gewöhnlichen Reisetaschen hinter den Fahrersitzen. Beim späteren Nachzählen wurde ermittelt, dass der erste Treffer des Hundes 368.175 Euro wert war, wobei daran zu erinnern ist, dass das Mitführen von Geld ohne förmliche Anmeldung beim Überqueren von Grenzen auf 10.000 Euro begrenzt ist. Der pflichtbewusste Hund setzte danach seine Suche fort und zeigte an, dass in der hinteren Stoßstange noch etwas versteckt war. Das war Anlass, das Auto gründlich auseinander zunehmen. Am Ende stapelten sich 1.033.225 Euro in den Räumen der Zollverwaltung. Was genau es mit dem Geld auf sich hat, ist noch nicht bekannt, aber da der Verdacht auf einen kriminellen Hintergrund nahe liegt, wurden, Geld, Fahrzeug und Insassen erstmal in  Gewahrsam genommen. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, wie die Belohnung für den Spürhund ausgefallen ist.

(E. Fère: Le labrador des douanes renifle le million, in: SUDOUEST, 12. 04. 2017)

 



Guter Start

Mit den Osterferien hat auch im Médoc die erste Welle der Touristen die Ferienorte an den Küsten erreicht. Der Direktor des neuformierten Tourismusverbundes Médoc-Atlantique gab erste Zahlen bekannt, nach denen die Auslastung im gesamten Beherbungsgewerbe schon gut und zufriedenstellend ist. Im Campingbereich werden erste Belegungswerte von über 50% gemeldet, was besonders bemerkenswert ist, da viele Campingplätze noch nicht vollständig geöffnet sind. Ähnlich gut sind die Werte bei den Hotels und noch besser bei den Gästezimmern. Die Tourismusbranche ist sicher, dass die kommende Saison gut sein wird, zumal es eine große Zahl von Wochenenden mit Brückentagen geben wird, die erfahrungsgemäß viele Kurzurlauber in die Ferienzonen locken. Für die  Monate Juli und August, in denen traditionell die Saison ihren Höhepunkt hat, sind die Reservierungen überaus zufriedenstellend. Bei nicht wenigen Hotels gibt es schon jetzt in dieser Zeit keine freien Zimmer mehr. Auch in diesem Jahr wird das Médoc viele Touristen aus dem Ausland anziehen, wobei man davon ausgeht, dass die Werte wie in den Vorjahren bei 20% Ausländeranteil liegen werden.

(G. Charrier: La saison démarre bien en Médoc, in: SUDOUEST, 10. 04. 2017)

 


In Grayan bleiben die Steuern niedrig

Auf seiner Sitzung vom 6. April hat der Gemeinderat von Grayan unter dem Bürgermeister S. Laporte die wichtigsten Weichen für das neue Haushaltsjahr gestellt. Besonders erfreulich, allerdings schon langjährig geübte gute Tradition: Die Gemeindesteuern steigen nur in dem Maße der Geldwertentwicklung. Konkret bedeutet das, dass die Taxe d’habitationauf moderate 4,47% festgesetzt wurde, die Grundsteuer für bebaute Grundstücke auf  6,12% und die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke auf 14,71%. Die aus diesen Steuern erwarteten Einnahmen für die Gemeindekasse belaufen sich auf 262.440 Euro. Weitere Einahmen erwartet die Kasse aus den gemeindeeigenen Ferienhäusern, dem Campingplatz in Le Gurp und dem kommunalen Waldbesitz. Alles in allem gehört Grayan-et-L’Hôpital weiterhin zu den nicht gerade zahlreichen Gemeinden mit gesunden Finanzen, die mit den Portemonnaies seiner Bürger behutsam verfährt und dennoch nicht nur nach außen hin gut dasteht.

(M. Caporal: Hausse de 2 % des taux locaux, in: SUDOUEST, 10. 04. 2017)


Wassermangel

Das Médoc ist von altersher eine Gegend, die ausgedehnte Feuchtgebiete aufweist, die erst durch die Eindeichungen und Trockenlegungsmaßnahmen seit dem 17. Jahrhundert eingeschränkt und bewohn- und nutzbar geworden sind.  In diesem Jahr wird es aber wahrscheinlich eine dramatische Situation dadurch geben, dass die geringe Menge der Niederschläge im Herbst und im Winter den Seen, Feuchtgebieten und dem Grundwasser nicht den Nachschub verschafft hat, der in Jahren mit normalen Niederschlagsmengen zusammenkommt. Besonders deutlich ist die Situation bereits jetzt am See von Carcans-Hourtin, dem größten Binnensee Frankreichs, wo der Wasserspiegel einen für die Jahreszeit  bislang nicht beobachteten Tiefstand erreicht hat, der dem entspricht, den man sonst am Ende des Sommers registriert. Die Erklärung für diesen Zustand liegt in den geringen Niederschlägen, die im Médoc gefallen sind. Die Wetterstation bei Hourtin hat in den letzten sechs Monaten nur 310 mm gemessen, während es in normalen Jahren mehr als 600 mm sind. Wenn nicht, was allerdings höchst wenig wahrscheinlich ist, in den nächsten Wochen noch ungewöhnlich reichhaltige Regemengen fallen, wird im Médoc das Wasser im kommenden Sommer knapp, womöglich sogar sehr knapp.

(M. Caurraze: L’eau, une ressource devenue rare en Médoc, in: Le Journal du Médoc, 7. April 2017)


Jahrgang 2016

Die Rotweine des Bordelais aus dem Jahr 2016 sind noch lange nicht vermarktungsfähig, aber es gibt schon etwas zu kosten. Und diese jungen Weine, die primeurs, versprechen Dinge, die die Experten zum Schwärmen bringen. In der letzten Woche waren rund 6000 Weinexperten im gesamten Anbaugebiet unterwegs, um erste Eindrücke vom Jahrgang 2016 zu sammeln. Dabei konzentrierte sich das Interesse zwar auf die 300 des obersten Segments, aber auch die kleineren Weine bekamen Anerkennung. Schon jetzt steht fest, dass das Jahr 2016 einen großen Jahrgang hervorgebracht hat, der zudem in respektablen Mengen verfügbar sein wird. Es ist, so heißt es, ein Jahrgang, der dem Bordelais gut tun wird, und von dem nicht nur einzelne Kenner sagen, er sei fantastisch. Es wird erwartet, dass von diesen Einschätzungen alle Châteaux profitieren werden, wenn auch naturgemäß das Preisgefüge die Kassen der renommierten Anbaubetriebe mehr klingen lassen wird als bei den kleineren. Über die Preise kann man allerdings noch nicht urteilen, einfach, weil sie noch nicht bekannt sind. Damit wird aber in den nächsten Wochen zu rechnen sein. Angesichts der schon verlautbarten Einschätzungen der Qualitäten dieses Jahrgangs ist wohl nicht damit zu rechnen, dass die Verkaufspreise gegenüber dem Vorjahr nachgeben werden, aber was tatsächlich geschieht, wird man erst im Mai dieses Jahres wissen.

(M. Hervé: Primeurs : le millesime 2016 s’annonce de haute volée, in: SUDOUEST, 07. 04. 2017, 11.04h, Internet-Ausg.)


Neustart

Nach einem Jahr Unterbrechung wird 2017 wieder das Mittelalterspektakel, das an die Schlacht von Castillon erinnert, aufgeführt. Die historische Schacht fand im Jahr 1453 statt und beendete den Hundertjährigen Krieg zwischen der englische Krone und Frankreich mit einem Sieg der Franzosen. Damit hörte die englische Oberhoheit über den Südwesten Frankreichs auf, die seit der Heirat der Eleonore von Aquitanien mit dem späteren König Heinrich II. bestanden hatte. Die theatralische Inszenierung der Schlacht wird in einer Reihe von Aufführungen zwischen dem 13. Juli und dem 19 August stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 40.000 Besuchern, die sie auch brauchen, um die Veranstaltungen ohne Defizit abschließen zu können. An den Aufführungen werden nicht weniger als 600 freiwillige Schauspieler beteiligt sein. Die Inszenierung versucht, neue Wege zu gehen und die Ereignisse mit etwas leichterer Hand darzubieten als dies in der Vergangenheit üblich war. Dazu soll es anlässlich der 40. Jahrestages des Spektakels ein paar Überraschungen für die Zuschauer geben, die aber noch unter Verschluss gehalten werden.

(E. Fonteneau: Castillon se réinvente, in: SUDOUEST, 07. 04. 2017)

 

Mehr: https://www.batailledecastillon.com/reserver/



Saisoneröffnung

Mit dem Einlaufen der Braemar in den Port de la Lune von Bordeaux wurde die neue Saison der Kreuzfahrtschiffe eröffnet. Insgesamt werden in diesem Jahr 53 der großen Kreuzfahrtschiffe in der Gironde erwartet. Die meisten davon werden im Port de la lune anlegen, einige wenige bleiben auch in Le Verdon oder, noch weniger, in Pauillac und Bassens. Der auf diesem Wege in die Gironde oder noch weiter flussaufwärts in die Garonne gelenkte Tourismus entwickelt sich stetig zunehmend seit dem Anfang des Jahrzehnts. 2016 wurden 33.200 Passagiere gezählt, die auf diesem Wege in die Gironde bzw. nach Bordeaux gelangt sind und dort für eine kräftige Belebung des Wirtschaftslebens gesorgt haben. Das bedeutete gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 66%. Es ist daher verständlich, dass man  auch in Pauillac an dieser Entwicklung teilnehmen möchte, wo überlegt wird, die Kaianlagen in Trompeloup, wo bislang hauptsächlich Bauteile  für den Airbus A 380 umgeschlagen werden, auch für das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen zu nutzen. Die nunmehr weiter in Gang gekommene Kreuzschifffahrt ist allerdings kein absolutes Novum in Bordeaux, wo schon seit den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts regelmäßige Linienschiffsverbindungen nach Übersee bestanden haben, die zum größten Teil im zweiten Weltkrieg durchtrennt wurden und danach weitgehend vergessen und nicht wieder in der früheren Intensität wieder aufgenommen wurden.

(G. Richard: Bordeaux : la saison des paquebots est ouverte, in: SUDOUEST, 06. 04. 2017)



Bärenreport 2017

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist Frankreich ein Land mit einer kleinen aber stabilen Bärenpopulation. Die hausen in zwei von einander getrennten Gruppen in den Pyrenäen und erfreuen sich der besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge der Arbeitsgruppe Bären des Amtes für die Jagd und die freilebenden Tiere. Dieses Gremium veröffentlich jedes Jahr einen Bericht über die Entwicklung des Bärenbestandes in Frankreich. Nach letzten Erhebungen leben 39 Bären auf dem Boden Frankreichs. 37 von ihnen halten sich in den zentralen Pyrenäen auf, während eine kleine Gruppe von zwei männlichen Bären in den westlichen Pyrenäen zu Hause ist. Um diese beiden, die keinen Kontakt zu der größeren Gruppe haben, macht man sich Sorgen, denn da sie sich nicht vermehren, werden sie wohl eines Tages spurlos verschwinden. Bei der großen Gruppe ist hingegen eine leicht ansteigende Zahl der Tiere zu beobachten, die erwarten lässt, dass diese Bären genügend Nachwuchs hervorbringen werden, um ihre Präsenz weiter zu sichern. Bei den beiden männlichen Bären im Westen würde nur die Ansiedelungen einer oder mehrer weiblicher Bären für eine positive Zukunftsperspektive sorgen, doch stellt sich das dafür zuständige Ministerium seit mehreren Jahren tot. Offensichtlich will niemand die politischen Risiken eines erneuten Aufflammens der Kämpfe zwischen Bären-Befürwortern und Bären-Gegnern auf sich nehmen. Und angesichts der anstehenden Wahlen ist nicht damit zu rechnen, dass sich in absehbarer Zeit daran etwas ändert.

(J.-D. Renard: L’ours profite des paysages pyrénéens, in: SUDOUEST, 05. 04. 2017)

 



Schuldenabbau

Als Pierre Bournel, der gegenwärtige Bürgermeister von Vendays-Montalivet, das Amt von seinem Vorgänger übernahm, sah es um die Gemeindefinanzen düster aus. Es hatte sich ein Schuldenberg von 15 Millionen Euro aufgehäuft, für dessen Abtragung keine tragfähige Konzeption bestand. Der neue Bürgermeister und seine Mannschaft haben aber Mittel und Wege gefunden die Gemeindekasse in eine Richtung zu manövrieren, die mehr als das besagte Licht am Ende Tunnels sieht. Durch konsequenten Verzicht auf die Aufnahme neuer Kredite und intensive Durchforstung der Verbindlichkeiten der Gemeinde ist es gelungen, den Schuldenberg auf aktuell 11 Millionen Euro zu drücken. Trotzdem wurden vorzeigbare neue Projekte in Angriff genommen und solide finanziert. So wurde die Maison des jeunes in Montalivet saniert, ein Centre de loisirs wurde errichtet, der Camping municipal mit 180 Stellplätzen und manch andere Einrichtung wurde geschaffen. Und, darauf legt der Bürgermeister Wert, die Gesundung der Gemeindefinanzen wird weiter vorangetrieben.

(Le désendettement se poursuit, in: Le Journal des Propriétaires du littoral du Médoc, No.139, mars-avril-mai 2017)


Soulac-Chronik II

Jean-Paul Lescorce ist vielen, die sich für die Geschichte des nördlichen Médoc interessieren, nicht nur als kenntnisreicher und überaus sympathischer Führer durch die Bunkeranlagen nördlich von Soulac ein Begriff, sondern auch als Autor, der eine ganze Reihe kleinerer und größerer Beiträge zur Geschichte von Soulac publiziert hat. Seine jüngste Veröffentlichung ist der zweite Band der Chronik von Soulac, der beginnend mit einem Wikinger-Einfall im Jahre 840, wesentliche Stationen der Médoc-Geschichte aufleben lässt, die im ersten Band der Chronik noch nicht beleuchtet worden waren. Namentlich für die letzten Jahrzehnte kommt dem Autor und  natürlich auch den Lesern dabei zugute, dass hier ein Mann zur Feder gegriffen hat, der seit Kindesbeinen, das heißt also seit den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in Soulac lebt und dabei aus einer Familie stammt, die seit Generationen dort ansässig ist. Damit ist klar, dass der Leser mancherlei erfährt, was Außenstehenden sonst verborgen bliebe.

(C. Boissot: L’inventaire soulacais de Jean-Paul Lescorce, in: Le Journal du Médoc, 31. 03. 2017)


Rückgang

Auf dem Automarkt in Frankreich tut sich etwas, und das zu Lasten der Dieselfahrzeuge. Im März 2017 fiel ihr Anteil an den Neuzulassungen in Frankreich auf 47%. Im Jahre 2012 hatte ihr Anteil noch bei 73% gelegen. Die Gründe für den  Umschwung, von dem angenommen wird, dass er dauerhaft sein wird, sind vielfältig. Zum einen haben die Verschärfung der Abgasnormen, die Reduzierung der steuerlichen Bevorzugung der Dieselkraftstoffe, die Diskussion um die Schädlichkeit der Feinstaubemissionen und nicht zuletzt der vom Volkswagenkonzern ausgehende Skandal um manipulierte Abgaswerte zu diesem Trendwechsel beigetragen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Ankündigungen der Bürgermeisterin von Paris, die Dieselfahrzeuge lieber heute als morgen aus dem Stadtverkehr der französischen Hauptstadt verbannen möchte. Alles in allem haben Interessenten, die heute ein neues Auto kaufen wollen, hinsichtlich der Motorenart Entscheidungen zu erwägen, die noch vor wenigen Monaten nicht erforderlich waren.

(Pour la première fois, les voitures diesel rétrogradent, in: SUDOUEST, 2. April 2017)

 


Hafen Le Verdon

Trotz immer wieder aufflackernder Hoffnungen ist der Tiefwasserhafen von Le Verdon noch im Tiefschlaf, da es nicht gelang, den Verladebetrieb für Container, der eigentlich die Hafenanlagen mit pulsierendem Leben erfüllen sollten, wieder in Gang zu setzen. Es gibt zwar zwei funktionsfähige Portalkräne, die die alten ersetzt haben, aber nun hakt und klemmt es mal hier und mal da, so dass ernsthafte Aussagen über das weitere Schicksal der Containerverladung in Le Verdon kaum gemacht werden können. Weniger Unsicherheiten gibt es hingegen bei der Rolle, die der Hafen als Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe spielen soll. Von denen werden rund zwanzig in diesem Jahr erwartet, die ihren Passagieren allerdings nur einen ungewöhnlich toten Hafenbetrieb bieten können.

(UM, 01. 04. 2017)

 

 

Präsidentschaftswahlen

Etwas mehr als drei Wochen vor dem ersten Wahlgang zeigen die Umfragen wenig Neues. Die fünf bestplatzierten Bewerber vereinigen rund 94% der Stimmen auf sich, auf die übrigen sechs Kandidaten entfallen die restlichen sechs Prozent. Platz eins der Liste nimmt Emmanuel Macron mit 25% der Stimmen ein, der zwar einen Prozentpunkt eingebüßt hat, aber dennoch vor Marine Le Pen rangiert, die es auf 24% bringt. François Fillon macht Boden gut, denn er kommt nunmehr auf 19%. Für den zweiten und entscheidende Wahlgang sind die Perspektiven weiterhin günstig für Emmanuel Macron, für den sich 60% der Befragten aussprechen, während es M. le Pen auf 40% bringt. Dabei weiß man natürlich, dass Prognosen und Umfragen ihre Tücken haben.

(J. Desport, Macron toujours devant, mais Fillon retrouve de l’air, in: SUDOUEST, 01. 04. 2017)



Waldbrand

Wo Wald ist, kann es auch Waldbrände geben, und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Diese Erfahrung mussten die Verantwortlichen des militärischen Komplexes von Captieux machen, der zur einen Hälfte auf dem Gelände des Departements Gironde liegt und zur anderen auf dem Territorium des Departements Landes. Ausgelöst von militärischen Schießversuchen sind dort bei dem ersten größeren Waldbrand des jahres 2017 wenigsten rund 500 ha Kiefernwald in Flammen aufgegangen. Die Leitung des Camp veröffentlichte kurz nach Bekanntwerden des Brandes eine Meldung, in darauf hingewiesen wurde, dass der Brandherd unter Kontrolle sei, dies allerdings erst nach Einsatz von einer beträchtlichen  Zahl von Feuerwehrleuten und Soldaten, die Unterstützung aus der Luft durch zwei aus Nizza heranbeorderte Canadair erhalten hatten, die zehn Einsätze flogen. Sie verhinderten dadurch das Übergreifen des Brandes auf einen benachbarten Campingplatz. Menschen sind  nicht zu Schaden gekommen.

(E. Artigue-Cazcarra: 500 hectares en feu sur le camp militaire, in: SUDOUEST, 31. 03. 2017,


März 2017

Bruchlandung

Im Herbst 2014 hatte Airbus Industries mit großem Pomp ein neuartiges Flugzeug vorgestellt, das, voll elektrisch betrieben, eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Fluggeräten haben sollte. Es sollte hauptsächlich für die Ausbildung von Piloten einegsetzt werden, für die es eine Reihe benonsders günstiger Eigenschaften aufwies. Da es keine vergleichbaren Konstruktionen auf dem Markt gab, erwartete Airbus gute Absatzchancen. Die Produktion sollte in einem eigens dafür hergerichteten Werk in Pau erfolgen, wo man ungeduldig auf die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze wartete. Die werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kommen, denn Airbus hat das Projekt Elektroflugzeug kurzerhand gestoppt. Immerhin ließ man durchblicken, dass der Bau des Flugzeugs von anderen Firmen vorstellbar sei, aber konkret ist da noch gar nichts. Es ist daher gut möglich, dass ein kurz vor der Serienreife stehendes Projekt in den Schubladen verschwindet.

(N. César: Avion  électrique  : Airbus  renonce, in: SUDOUEST, 30. 03. 2017)


Ärger mit der Bahn

Am 2. Juli 2017 werden mit der Aufnahme des Betriebs auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Bordeaux die Fahrpläne der Regionalverkehrszüge neu geschrieben. Der Vizepräsident der Region Nouvelle-Aquitaine, der für die Belange des Verkehrs zuständig ist, nimmt das zum Anlass, einen „big bang“ für den regionalen Schienenverkehr zu fordern. Er beklagt, dass in diesem Bereich die Leistungen der Bahn weit hinter den selbst gesteckten Zielen  zurückblieben. So seien immer noch nur 87,5% der Züge pünktlich, während die Bahnverwaltung eine Marke von 91% verkündet hatte. Nicht zuletzt deswegen sei die Zahl der Bahnreisenden im letzten Jahr um 6% zurückgegangen, ohne dass erkennbar wäre, dass eine Trendwende bevorstehe. Die Region habe ein Programm aufgelegt, mit dem in den Jahren 2017 und 2018 für 485 Millionen Euro neue Triebzüge angeschafft werden sollen, doch habe die SNCF viel zu geringe Mittel mobilisiert, um die Unzulänglichkeiten des Schienennetzes zu beseitigen. Aus diesem Grund sei man wenig zuversichtlich, dass die Qualität des regionalen Schienenverkehrs verbessert werden könne. Damit stehe den derzeit 53.000 täglichen Nutzern der regionalen Bahndienste keine rosige Zukunft bevor.

(N. César : Le réseau de TER va-t-il monter en gamme avec la LGV ? in: SUDOUEST, 28. 03 2017)


Zukunftsmusik für das Médoc

Das Médoc ist zwar eine attraktive Gegend, aber das gilt nicht für seine recht wenig entwickelten Verkehrswege. Dass hier Handlungsbedarf besteht, betonen deutlich und immer wieder die davon Betroffenen. Es hat jedoch lange gebraucht, bis das Departement, bei dem die Federführung für Planung und Ausgestaltung des Straßennetzes im Médoc liegt, Pläne vorgelegt hat, die für Abhilfe sorgen können, wenn sie wirklich umgesetzt werden. Auf der Liste der geplanten Maßnahmen steht oben an die Steigerung der Leistungsfähigkeit der RD 1215, der Hauptachse, die von Bordeaux nach Le Verdon führt. Angesichts der nicht gerade üppig bemessenen Summe von 160 Millionen Euro für die vorgesehenen Maßnahmen ist klar, dass ein Ausbau der RD 1215 auf vier Spuren über die gesamte Strecke nicht finanziert werden kann. Es werden aber die bestehenden viersprurigen Abschnitte etwas verlängert, und es werden dreispurige Abschnitte angelegt, in denn wechselweise zwei Spuren für eine Richtungen vorhanden sind, die das Überholen erleichtern. In den Jahren 2018 – 2020 sollen zwei solcher Abschnitte nördlich von Lesparre angelegt werden, ein weiterer soll zwischen Castelnau und Lesparre im Jahre 2020 gebaut werden. Auf dem Programm steht auch die Ortsumgehung von Lesparre, deren Bau 2022 begonnen werden soll. Bis zu der angestrebten Fertigstellung im Jahre 2025 sollen dafür 36 Millionen Euro ausgegeben werden. Man hofft auch, die Ortsumgehung um Taillan endlich in Angriff nehmen zu können. Das könnte ab 2018 passieren, wenn bestehende Einsprüche gegen die Baugenehmigung bis dahin abgeklärt sind. Vergleichsweise kleinere Summen sollen darauf verwendet werden, an besonderen Brennpunkten kleinere Straßen auszubauen. Alles in allem zeigt der Zeitplan, dass mit schnellen Veränderungen nicht zu rechnen ist. Und eine Garantie, dass alle jetzt vorgestellten Vorhaben auch durchgeführt werden, gibt es auch nicht. Wer darüber klagt, dass das Médoc bei Infrastrukturmaßnahmen stiefmütterlich behandelt wird, kann das mit Recht auch künftig tun.

(J.-M. Leblanc :Le Médoc en route vers Bordeaux, in: SUDOUEST, 27. 03. 2017)

 


Rettung eines Château

Wer im Médoc von einem château spricht, meint damit meist eines der rund 7000 Weingüter, die von ganz klein und fast ganz unbekannt bis zu ganz groß und weltweit renommiert gehen. Echte Châteaux gibt es auch, aber sie sind meist nicht mehr als 100 oder 150 Jahre alt. Nur ganz wenige der Châteaux des Médoc sind richtig alt.  Eines davon, das Château von Beyzac, liegt auf dem Boden der Gemeinde Vertheuil und kann auf eine Geschichte zurückblicken, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Leider ist über die frühe Zeit dieser Schlossanlage fast nichts bekannt, doch zeigt das noch heute erhaltene Gebäude, dass  es lohnenswert ist, dasselbe zu erhalten. Und gerade darum geht es einer Gruppe interessierter Bürger in Vertheuil, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen  haben, um das vom Verfall bedrohte Château von Beyzac zu retten. Ob das gelingt, ist längst nicht sicher, denn die Aufgaben, die zu bewältigen sind, um das  bald zwanzig Jahre sich selbst überlassene Gebäude wieder instand zu setzen, sind nicht mit gutem Willen allein zu bewältigen.  Nachdem das Château im Jahre 1996 in das Verzeichnis der historischen Denkmäler aufgenommen worden ist, haben nunmehr Nachforschungen begonnen, die die Geschichte des Bauwerks erhellen sollen und im Gefolge davon hofft man, die Mittel zu erhalten, die benötigt werden, um die Zukunft des Schlosses zu sichern.

(Pascale Moinet-Cordonnier : Le château de Beyzac se relève avec fierté, in: SUDOUEST, 26. 03. 2017)

 


Parrainages im Médoc

In Frankreich laufen manche Dinge anders als in Deutschland, was bei manchen Gelegenheiten zu Fragen Anlass gibt. Das gilt auch für die anstehenden Wahlen zur Präsidentschaft, die zur Zeit den Politikbetrieb dominieren. Prinzipiell kann jede(r)frau/mann Kandidat für das höchste Amt im Staate werden, wenn er ein paar Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört auch, dass sie oder er 500  parrainages vorweisen muss, was sich nicht gut übersetzen lässt, weil es diese Einrichtung in Deutschland nicht gibt. Gemeint ist damit, dass jeder Bewerber sich die Unterschriften von mindestens 500 gewählten Volksvertretern beschaffen muss, damit ihre oder seine Kandidatur offiziell anerkannt werden kann. Das haben bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl elf Bewerber geschafft. Man sollte denken, dass es angesichts der Tatsache, dass es in Frankreich um die 35.000 gewählte  Abgeordnete, Bürgermeister, Senatsmitglieder etc. gibt, leicht sein müsste, diese 500 Signaturen zu bekommen, aber in der Realität zeigt es sich, dass  die Bereitschaft, per Unterschrift einen Kandidaten zu unterstützen, nicht sehr groß ist. Das gilt auch für das Médoc, wo etwa 60 gewählte Amtsinhaber das Recht haben, eine parrainage auszuüben. Tatsächlich haben aber nur  22 von ihnen eine Unterschrift unter die Befürwortung für einen Kandidaten gesetzt, während die große Mehrheit passiv geblieben ist.

(J.Lestage :Arthaud et Juppé en tête des parrainages, in : SUDOUEST, 25. 03. 2017)

 

Meinungsumfrage zur Präsidentschaftswahl

Das Rennen um den ersten Platz bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2017 in Frankreich bleibt eng und spannend. Jetzt meldete BVA POP2017, dass Emmanuel Macron den ersten Platz einnimmt mit 26% vor der leicht um einen Punkt zurückgefallenen Marine Le Pen, die es auf 25% bringt. Schlecht sieht es für den Drittplatzierten François Fillon aus, der 3% verliert und nur noch auf 17% kommt.

(Sondage : Macron en tête devant Le Pen,in: SUDOUEST, 25. 03. 2017)

 


Médoc-Austern im Aufwind

Über lange Jahre gab die Austernzucht im Médoc vielen Leuten Arbeit und Brot, dann brach in den 80er Jahren fast über Nacht alles zusammen, als durch eine Schwermetallverseuchung im Waser der Gironde keine Austern mehr gezüchtet werden durften. Ein großer Teil der Feuchtgebiete, in denen die Austernzuchtbecken lagen, verwaiste regelrecht, und dies für mehrere Jahrzehnte. Als vor wenigen Jahren die Schadstoffbelastung auf tolerierbare Werte absank, kehrte allmählich wieder Leben in diese Regionen zurück. Zur Zeit sieht es so aus, als ob die Austernwirtschaft im Médoc einen neuen Aufschwung erleben könnte. Bei Saint Vivien hat ein Austernzüchter vom Becken von Arcachon mehr als 70 ha Feuchtgebiete gekauft, die er  derzeit so bearbeitet, dass eine erfolgreiche Austernzucht möglich wird. Dabei stellte sich heraus, dass die Aufzucht von Austern im Médoc Vorteile gegenüber den Bedingungen im Basssin von Arcachon hat. Vor diesem Hintergrund kann davon ausgegangen werden, dass in naher Zukunft sich im Médoc ein Wirtschaftszweig wieder etablieren wird, der über lange Jahre dort präsent war.

(M. Caurraze: Ces ostréiculteurs du bassin d’Arcachon  à la conquête du Médoc, in : Le Journal du Médoc 24. 034. 2017)


Kirmeswochenende in Saint Vivien

Es ist schon Tradition, dass am Osterwochenende in Saint Vivien eine große Kirmes mit reichhaltigem Programmangebot startet. Unterstützt von Vereinen und Freiwilligen wird es am 15., 16. und 17. April im Ortszentrum und auf dem Gelände des Hippodroms eine Reihe von Veranstaltungen geben, die sowohl für junge als auch für alte Besucher attraktiv sein sollen. Während früher auf dem Gelände des Hippodroms zu Osten Pferderennen veranstaltet wurden, werden seit sieben Jahren dort Rasenmäherrennen ausgetragen, die zwar nicht in direkter Linie das fortsetzen, was einst hoch zu Ross praktiziert wurde, aber doch für Spannung und Geschäftigkeit sorgen. Das Hauptereignis für die Rasenmäher wird am Ostersonntag zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr zelebriert. Auf dem Platz vor der Mairie finden während der drei Kirmestage  ein Vide-grenier, eine Börse für mechanisches Spielzeug und eine Ausstellung historischer Autos und Motorräder statt. Für den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit der Besucher werden Stände sorgen, an denen es Ess- und Trinkbares gibt. Ein besonderer Höhepunkt wird eine Riesenomelette sein, die am Samstag ab 19.00 Uhr auf dem Gelände des Hippodroms zubereitet wird. Die Omelette ist ein Geschenk der Veranstalter und folglich gratis, doch müssen Besucher Vor- und Nachspeise, Besteck und Teller mitbringen.

 (M. Caporal: Bientôt le retour des tondeuses, in: SUDOUEST, 23. 03. 2016)


Rettungsübung

Auf der Gironde und denn angrenzenden Flussläufen sind in den letzten Jahren immer mehr Flusskreuzfahrtschiffe eingesetzt worden, die fast immer schon lange vor den Touren ausgebucht sind. Bislang ist alles gut gegangen, aber es könnte sein, dass irgendwann einmal auf einem dieser Schiffe eine bedrohliche Situation eintritt. Um dafür gewappnet zu sein wurde kürzlich vor Pauillac eine Rettungsübung durchgeführt, bei der angenommen wurde, dass auf der Cyranao de Bergerac, die schon seit einigen Jahren in der Flusskreuzfahrt eingesetzt wird, ein Brand ausgebrochen war, der nicht unter Kontrolle zu bringen war, weshalb der Käpitän anordnete, die Passagiere und Besatzungsangehörigen  in Sicherheit zu bringen. Für die Rettungsübung wurden insgesamt 300 Helfer mobilisiert, die mit 15 Booten, unterstützt von zwei Hubschraubern  die Rettungsaktion durchführten. Dabei wurden allerlei Ansätze für Verbesserungen aufgedeckt, die erwarten lassen, dass man in einem Ernstfall, von dem man hofft, dass er nicht eintreten möge, vorbereitet sein wird, die zweckmäßigsten Entscheidungen zu treffen.,

(J. Lestage: Pauillac : Exercice de sauvetage sur l’estuaire de la Gironde, in : SUDOUEST, 21. 03. 2017, Internet-Ausg.)


Ausländische Investoren

Im letzten Jahr wurden, wie Business France mitteilt, von ausländischen Unternehmen in Frankreich 1117 Entscheidungen für Investitionen umgesetzt, was eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 16% bedeutet. Dadurch wurden 30.108 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten. 60% der Investitionen wurden von europäischen Firmen getätigt, 20% von amerikanischen und 12% von asiatischen. Die stärkste Zunahme für ein europäisches Land ging dabei von Italien aus, gefolgt von Deutschland. Bislang waren Amerikaner die größten Investoren in Frankreich. Seit dem letzten Jahr rangieren sie jedoch hinter Deutschland nur noch auf dem zweiten Platz.

(M. Visot: Les Allemands sont devenus les premiers investisseurs en France, in : Le Figaro, 21. 03. 2016)




Präsidentschaftswahl 2017 : Fernsehduell

Am Abend es 20. März trafen die in dem Umfragen bestplatzierten der elf verbliebenen  Bewerber um das Amt des nächsten Präsidenten der République Française in einer Fernsehsendung aufeinander. Die fünf Eingeladenen, François Fillon, Benoît Hamon, Marine Le Pen, Emmanuel Macron und Jean-Luc Mélenchon, sollten sich zu drei Themenkomplexen äußern und dabei ihre individuellen Positionen erklären. In dem ersten Komplex sollte geklärt werden, welches Gesellschaftsmodell die Kandidaten für Frankreich anstreben, im zweiten sollte herausgearbeitet werden, nach welchen Prinzipien die französische Wirtschaft organisiert werden soll. Im letzten Themenbereich sollten die fünf Bewerber  um das höchste Amt im französischen Staat verdeutlichen, welche Rolle Frankreich in der Welt spielen soll. Nach einer einleitenden Erklärung der Kandidaten wurden die drei Themenkomplexe behandelt, wobei sich allerdings zeigte, dass die Zahl der Teilnehmer dazu führte, dass vieles nur angerissen wurde. Deutlich wurde allerdings, dass Marine Le Pen brachial deutlich machte, dass sie alles, was mit der Europäischen Union zusammenhängt für pures Teufelswerk hält, mit dem schnellstens Schluss zu machen sei. Der einzige überzeugte Europa-Befürworter war Emmanuel Macron, während die übrigen drei Teilnehmer der Runde Positionen vertraten, die teilweise weniger eindeutig in diese Richtung zeigten, ohne sich allerdings den Zielsetzungen von Le Pen anzunähern. Nicht überraschend dauerte die Sendung deutlich länger als geplant, denn sie ging erst nach mehr als 3 ¼ Stunden zu Ende.

(UM, 21. 03. 2017)


Bahnhof Saint-Jean

Auch für den Bahnhof Saint-Jean in Bordeaux ist der 2. Juli 2017 ein wichtiges Datum, denn an diesem Tag soll die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Bordeaux in Betrieb gehen, auf der es möglich sein wird, in wenig mehr als zwei Stunden von der französischen Hauptstadt in die Metropole an der Garonne zu fahren. Bis zu diesem Tag sind allerdings am Gare Saint-Jean noch allerhand Arbeiten zu verrichten, die zu einem großen Teil darin bestehen, die für die Renovierungsarbeiten benötigten Gerüste im Inneren der großen Bahnhofshalle abzubauen. Das Gesamtgewicht der Gerüstbauteile liegt bei etwa 2800 Tonnen, von denen die ersten in diesen Tagen demontiert  werden. Am Ende werden die Renovierungsarbeiten an der Gare Saint-Jean rund 52 Millionen Euro gekostet haben, von denen die SNCF 97% zu tragen hat. Der Rest kommt vom Staat aus Mitteln des Denkmalschutzes. In der Spitzenzeit der seit fast vier Jahren laufenden Arbeiten waren 200 Arbeitskräfte aus 25 verschiedene Berufen auf der Baustelle beschäftigt. Allein die Anstricharbeiten haben 25.000 Liter Farbe verbraucht, die jedoch nach Meinung der Experten dem Gebäude eine Verjüngungskur verschafft haben, die allen künftigen Reisenden zugute kommen wird.

(X. Sota: Grande verrière : l’effeuillage a commencé, in: SUDOUEST, 18. 03. 2017)


Bunkersprengung

Seit dem Zweiten Weltkrieg liegen an den französischen Küsten Tausende von Bunkern des ehemaligen Atlantikwalls, von denen niemand sagen kann, dass sie ihre Umgebung im positiven Sinn bereichern. Aber, auch wenn man sie am liebsten entfernen würde, diese Betonkolosse sind von einer derartigen Massivität und Stabilität, dass es besonderer Anstregungen bedarf, um sich ihrer zu entledigen. Das wurde jetzt in La Rochelle deutlich, wo ein mitten in der Stadt gelegener Bunker gesprengt wurde, um Platz zu machen für einen Komplex neuer Wohnungen. Der 220 m² große Bunker hatte eine 2,5 m dicke Decke, die ihn einst nahezu unverwundbar machte, jetzt aber die mit der Beseitigung beauftragten Spezialisten vor große Aufgaben stellte. Die haben schließlich 209 Bohrungen in den Beton des Bunkers vorangetrieben, in den 600 kg Dynamit so angeordnet wurden, dass sie bei der Explosion Risse in dem Betonkörper verursachen sollten, die das spätere Abtragen überhaupt erst ermöglichen sollten. Da der Bunker inmitten von bewohntem Gebiet liegt, mussten umfangreiche Vorkehrungen getroffen werden, um die Umgebung zu schützen. Dazu wurde der Betonklotz in einen soliden Käfig aus Eisengittern gepackt, um den herum eine stabile Textilhülle gelegt wurde, die außen von einem tonnenschweren Berg von Strohballen umgeben wurde. Vor der Sprengung wurden alle Anwohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, und erst dann wurde das Dynamit gezündet. Die Explosion verlief wie geplant, aber der Bunker ist immer noch da. Er ist aber von vielen kleinen Rissen durchzogen, die es den Baggern, die nun ihre Arbeit aufnehmen werden, ermöglichen, mit schweren Beißzangen den Koloss baggerschaufelweise abzutragen.

(S. Cottin: Laisse béton, ce bunker c’est de la dynamite ! in : SUDOUEST, 18. 03. 2017)




Prähistorisches

Im Tal der Vézère, dessen 40 km langer Abschnitt oberhalb der Mündung in die Dordogne seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, werden  immer wieder spektakuläre Funde gemacht, obwohl in diesem Gebiet seit Jahrzehnten intensive archäologische Forschungen unternommen werden. Jezt wurden Bilder und Informationen über zwei Funde veröffentlicht, die auf die Zeit um 28000 bis 34000 Jahre vor unserer Zeit datiert werden. Sie sind auf zwei großen Gesteinsblöcken gefunden worden, in die runde Einkerbungen gemacht worden waren, die Auerochsen und Mammute zeigen. Nach intensiven Analysen werden die neuen Funde vom Sommer dieses Jahres an im Museum von Les Eyzies ausgestellt, das damit weitere Exponate vorweisen kann, die weltweit einmalig sind. Nicht von ungefähr wird das kleine Städtchen Les Eyzies la capitale de la préhistoire genannt. Wer diesen Teil Frankreichs bisher ausgespart hat, sollte ihn in die nächsten Planungen aufnehmen und dafür nicht zu wenig Zeit reservieren, denn wer Les Eyzies besucht, befindet sich in einem Gebiet, das eine Reihe von prähistorischen Glanzlichtern aufzuweisen hat, an deren Spitze sicher die Höhlen wie Lascaux mit ihren vorgeschichtlichen Malereien stehen.

(Découverte de gravures de plus de 30 000 ans, in : SUDOUEST, 17. 03. 2017)



Nouvelle-Aquitaine : Flughäfen

In der im Südwesten Frankreichs gelegenen Nouvelle-Aquitaine gibt es eine Reihe von Flughäfen. Angefangeen mit Bordeaux-Mérignac, wo im letzten Jahr über 5,7 Millionen Fluggäste gezählt wurden, bis zu den kleinsten Flughäfen gibt es das Problem der Kosten. Nur vier der Flughäfen der Region schreiben schwarze Zahlen, alle andere haben teilweise kräftige Defizite, die allerdings nicht erst im letzten Jahr aufgetreten sind. Neu ist hingegen, dass die bislang geübte Praxis, dass die Defizite der nicht rentablen Flughäfen von den drei Regionen, die in der Nouvelle-Aquitaine aufgegangen sind,  ausgeglichen wurden, nicht mehr praktitziert werden kann. Seit der Schaffung der neuen Region Nouvelle-Aquitaine ist diese zuständig, Subventionen zu gewähren oder auch nicht. Und die Verantwortlichen der Nouvelle-Aquitaine machen kein Hehl daraus, dass sie vor der Gewährung von finanziellen Hilfen für Flughäfen deren wirtschaftliche Berechtigung eingehend prüfen wollen. Das braucht natürlich Zeit, die einzelne der in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Flughäfen nicht haben. Sie versuchen daher, Druck aufzubauen, um den Entscheidungsprozesss zu beschleunigen. So wie es aussieht, wird diese Taktik nicht zum Erfolg führen, was letztlich bedeutet, dass der Weiterbestand namentlich der kleinen Flughäfen der Region alles andere als gesichert ist.

(L. Bourianne : Ces aéroports suspendus à la Région, in : SUDOUEST, 15. 03. 2017)

 


Vensac : neues Baugebiet

Die Gemeinderatssitzungen in Vensac gehen für gewöhnlich schnell und reibungslos vonstatten. Die Sitzung vom 6. März machte hier eine Ausnahme, denn sie beanspruchte wesentlich mehr Zeit als üblich. Hauptgrund war die Finanzierung des neuen Baugebietes Vensac-Océan II, in dem 98 Parzellen erschlossen und verkauft werden sollen. Um die dafür veranschlagten rund zwei Millionen Euro zu beschaffen, wurden verschiedene Alternativen diskutiert, bevor man sich darauf verständigte, die Gemeindesteuern (Taxe d’habitation, taxe foncière) unverändert zu lassen und für die Finanzierung von Vensac-Océan II einen Kredit aufzunehmen. Damit wird ein mehrere Jahre praktizierter Brauch, keine Schulden zu machen aufgegeben, doch  es ist davon auszugehen, dass nach dem Verkauf der Parzellen in dem neuen Baugebiet bald wieder versucht wird, die Gemeindeschulden auf Null zu bringen.

(M. Caporal: Le Conseil ne touche pas à la fiscalité, in : SUDOUEST, 11. 03. 2017)


Besitzerwechsel

Das Restaurant La part des anges in Montalivet hat einen neuen Inhaber, Vincent Arias. Der hat bislang das Bixente in Euronat geführt, sich aber nun entschlossen, ein ganzjährig geöffnetes Restaurant zu übernehmen. Das mit Blick auf den Ozean in Sichtweite des Platzes, auf dem sich die Strandsegler tummeln, gelegenen La part des anges soll ganz in dem Sinne weitergeführt werden, der das Lokal in den letzten Jahren zu einem beliebten Ziel gemacht hat. Da der Küchenchef sein Amt behält, ist Gewähr dafür gegeben, dass die Speisekarte abwechslungsreich bleibt, wobei vor allem auf frische und einheimische Gemüsesorten gesetzt wird. Und es wird wohl dabei bleiben, dass freie Plätze in dem Lokal eher die Ausnahme sind. Für die Gäste daher dringende Empfehlung: reservieren.

(L. Llobell: La Part des anges change de main, in: SUDOUEST, 07. 03. 2017

 


Printemps des Châteaux 2017

Seit mehr als zwei Jahrzehnten lenkt in jedem Frühjahr die von der in Pauillac angesiedelten Maison du tourisme et du vin (MTV) ins Leben gerufene Aktion der Offenen Tür Neugierige in die Weinbaubetriebe des Médoc. In diesem Jahr ist das Wochenende vom 8. und 9. April für diese Aktion ausgewählt worden, an der sich inzwischen rund 60 Weinbaubetriebe von der Cooperative über kleine Châteaux bis zu den großen Namen beteiligen. Fast alle Besuche sind ohne vorherige Terminvereinbarung möglich und bei allen gibt es Gratisverkostungen der jeweiligen Weine. Angesichts der vielen Betriebe, die sich an diesem Wochenende für das Publikum öffnen, ist anzuraten, je nach persönlicher und familiärer Situation eine Auswahl zu treffen. Dafür steht eine gut illustrierte Internet-Seite bereit, von der kostenlos eine 4 MB große PDF-Datei heruntergeladen werden kann, die eine gute Planungsgrundlage abgibt.

(J. Lestage, L’incontournable Printemps des châteaux, in: SUDOUEST, 09. 03. 2017)

Mehr: https://www.bougerenmedoc.com/

 


Stippvisite

Am zweiten Märzsamstag hat der Frühling dem Südwesten Frankreichs einen kurzen, aber wohltuenden Besuch gemacht. Die höchsten Temperaturen wurden mit 28° am Fuß der Pyrenäen gemessen, in Bordeaux waren es 24,1°. Normal sind zu dieser Zeit des Jahres Thermometerstände um 15°. Die gegenwärtige Wärme ist aber noch  von den Rekorden vergangener Jahre entfernt, als etwa in Bordeaux im Jahre 1981 27,7° gemessen wurden.

In den nächsten Tagen kehrt aber wieder Normalität ein. Für Sonntag ist Regen bei zurückgehenden Temperaturen angesagt, aber ab Montag kommt die Sonne bei 15 – 16° zurück.

(Sudouest.fr : Météo : de belles températures ce samedi dans le Sud Ouest, in : SUDOUEST, 11. 03. 2017, 18.15h, Interent-usg.)

 

 

Aufwind für Emmanuel Macron

Bis zum 23. April, dem ersten Durchgang der Wahlen für das Amt des Staatspräsidenten in Frankteich wird noch allerhand Wasser die Gironde  herabfließen, und es wird noch eine Menge Meinungsumfragen geben. Momentan stabilisiert sich das führende Duo mit Marine le Pen und Emmanuel Macron auf den ersten beiden Plätzen. Dahinter liegt mit deutlichem Abstand François Fillon. Emmanuel Macron und Marine Le Pen liegen zur Zeit gleichauf, in einzelnen Umfragen sieht man E. Macron, der in den letzten 14 Tagen 5 % zugelegt hat, sogar mit leichtem Vorsprung auf dem ersten Platz.  Fr. Fillon, der demgegenüber um 5% zurückliegt,  wird es, wenn nicht noch ein Erdrutsch zu seinen Gunsten geschieht, nicht schaffen, in der zweiten Runde noch im Rennen zu sein. Für die zweite Runde werden E. Macron 61% der Stimmen vorausgesagt, während es für Le Pen nur zum zweiten Platz mit 39% reichen wird.

(J. Desport: Deux favoris à égalité, et François Fillon qui résiste, in :SUDOUEST, 11. 03. 2017)


Erosion in Montalivet

Nach dem Winter 2013/2014, der dem Stand von Montalivet übel mitgespielt hatte, haben sich die Verantwortlichen der Gemeinde nach langem und reichlichem Überlegen entschlossen, den Strand nicht mit einer massiven Gesteinsbarriere zu schützen, sondern ein sanfteres Verfahren zu wählen, bei dem zwar die Dünenkante befestigt wurde, der Schutz der Düne aber vor allem durch eine solide Sandanschüttung besorgt wurde. Die Entscheidung für diesen Weg der Bekämpfung der Erosion hat sich nach allgemeiner  Überzeugung als richtig und zweckmäßig erwiesen, zumal dabei  erhebliche Geldmittel eingespart werden konnten. Auch nach den Stürmen dieses Winters bleibt man auf dem eingeschlagenen Weg, doch wird bedauert, dass es noch immer kein übergreifendes Konzept für den Schutz der Strände des Médoc gibt und dass die betroffenen Gemeinden bei den Entscheidungen für den Kampf gegen die Erosion ziemlich allein gelassen werden.

(J. Lestage: Érosion : Montalivet fait front avec son sable, in: SUDOUEST, 07. 03. 2017)


Kreuzfahrtschiffe 2017

 Auch 2017 werden wieder Kreuzfahrtschiffe in die Girondemündung einlaufen und dort Station machen, um ihren Passagieren Gelegenheit zu geben, Land und Leute kennenzulernen. Bis jetzt sind die Daten für Ankunft und Abfahrt von 53 Kreuzfahrtschiffen bekannt. Die meisten von ihnen werden im Port de la Lune von Bordeaux anlegen, etwa zehn werden im Tiefwasserhafen von Le Verdon festmachen, dessen Containerverladung immer noch nicht wieder begonnen hat. Nicht wenige dieser Schiffe besuchen regelmäßig die Gironde, einige von ihnen sogar mehrfach im Jahr. Auch die Dreimastbark Belem, die bis auf eine kurze Unterbrechung den Winter im Port de la Lune verbracht hat und dort noch bis zum 10. April bleiben wird, wird wieder zu sehen sein. Sie wird am 2. Juni 2017 gegen 22.15h in Bordeaux ankommen, und am 4. Juni gegen 16.30h ablegen.

Mehr:

http://www.bordeaux-port.fr/sites/default/files/contributeurs/media/pdf/Programme%20paquebots%202017-18-19%20v3.pdf


Raffineriestandort  Pauillac

Wer heutzutage sich aus nördlicher Richtung Pauillac nähert, sieht eine Reihe voluminöser runder Kraftstofftanks, die an die Zeit erinnern, als sich dort eine große Raffinerie befand. Deren Anfänge gehen auf das Jahr 1931 zurück, seit 1948 gehörte die Anlage zu Shell Française. 1986 wurde die Raffinerie geschlossen. Übrig blieben nur die Lagertanks, die vom französischen Staat übernommen wurden, der dort einen Teil seiner strategischen Kraftstoffreserven einlagerte. Für die Angestellten war die Schließung eine Katastrophe, da die meisten von ihnen ihren Arbeitsplatz verloren, nur vierzig hatten die Chance, in dem Kraftstoffdepot beschäftigt zu werden. Auch für die Stadt Pauillac war das Ende der Raffinerie ein Einschnitt, denn der Wegfall einer großen Zahl von Arbeitsplätzen zog eine fühlbare Reduzierung der Kaufkraft der Bevölkerung nach sich, in deren Gefolge eine ganze Reihe von Geschäften geschlossen wurden.  Während für die ehemaligen Shell-Arbeitnehmer das Ende der Raffinerie den Beginn einer oft längeren Zeit der Arbeitslosigkeit bedeutete, waren andere mehr als zufrieden, dass die industriellen Tätigkeiten bei Pauillac heruntergefahren wurden. Die meisten Inhaber der Châteaux um Pauillac herum hatten sich immer schwer getan zu akzeptieren, dass in Sichtweite ihrer Weinfelder Industrieanlagen zu sehen waren, über deren eigenwillige Ästhetik sie oft ihre Unzufriedenheit äußerten. Einzelne ereiferten sich sogar über die weiß-roten  Farben der Schornsteine und verlangten, man solle sie himmelblau  anstreichen, damit sie nicht so auffielen.

(P. Barbin: Au bon souvenir de la raffinerie Shell in: SUDOUEST, 06. 03. 2017)

 


Nach Zeus

Der jüngste Sturm vom 6. März hat den mythologisch aufgeladenen Namen Zeus erhalten, doch hat er sich gebärdet wie ein ordinärer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von teilweise deutlich über 100 km/h. Es gab im Bereich der Bretagne die bei solchen Windstärken üblichen Schäden, doch nahm deren Intensität in Richtung Südwesten ab. Insgesamt 600.000 Haushalte, davon 130.000 in der Region Nouvelle-Aquitaine,  waren für kürzere oder auch längere Zeit ohne Strom, ein Wert, der zuletzt bei den Stürmen am Jahresende 1999 registriert worden war. Im Departement Gironde waren die Windgeschwindigkeit weniger hoch als vorhergesagt, doch haben sie ausgereicht, um Äste abzubrechen oder hier und da Bäume umzuwerfen. Mittlerweile ist die Alarmstufe orange aufgehoben worden, doch wird immer noch vor starken Wellen gewarnt und empfohlen, sich nicht Gefahren in der Brandungszone auszusetzen.

(Sudouest.fr.: Tempête : alerte levée dans le Sud-Ouest, le point sur la situationin: SUDOUEST, 06. 03. 2017, 18.36h, Internet-Ausg.)


Fälschungssichere Weinflaschen ?

Es ist kein Geheimnis, dass Bordeaux-Weine weltweit ein Ansehen genießen, das andere Anbaugebiete gern hätten. Und es ist auch kein Geheimnis, dass weltweit bei manchen wenig skrupelgeplagten Händlern immer wieder Bordeaux-Weine auftauchen und vermarktet werden, die gar keine sind. Um derartigen Betrügereien einen Riegel vorzuschieben, bemüht sich der Conseil interprofessionnel des vins de Bordeaux (CIVB), Bordeaux-Weine fälschungssicher zu machen. Dabei werden unterschiedliche Verfahren auf ihre Wirksamkeit geprüft. Bei der bislang sichersten Variante soll ein Mikrochip im oder am Korken angebracht werden, der alle Daten enthält, um den Wein in der betreffenden Flasche eindeutig zu identifizieren. Noch keine Lösung gibt es allerdings für die Positionierung der Steuermarke, die eine stilisierte Marianne zeigt, die bislang oben auf der den Korken umschließenden Kapsel angebracht wird und damit verhindert, dass eine Flasche geöffnet und danach wieder verschlossen werden kann. Im Finnazministerium, das diese Steuermarkeken ausgibt und die dafür fälligen Gebühren einzieht, ist man noch nicht entschlossen, wie das Problem der Marianne behoben werden kann, aber es wird wohl eine Lösung geben, wenn man den Produktfälschungen beim Wein wirklich ein Ende machen will.

(Des bouteilles sécurisées pour tout le Bordelais ? in : SUDOUEST, 02. 03. 2017)

 

Noch eine Sturmwarnung

Météo France kündigt mit Alarmstufe orange einen neuen Sturm an, der von Schnee- und Hagelschauern begleitet werden kann. Betroffen werden vor allem die nordwestlichen Regionen Frankreichs sein, bevor das Unwetter dann in Richtung Osten abziehen wird. Die Warnung erstreckt sich auch auf die Departments Charente maritime und Charente, also die Nachbarschaft des Departements Gironde. Ab Montag Nachmittag sollte sich das Wetter beruhigen.

(Sudouest.fr avec AFP: Orages et vents violents : la Charente et la Charente-Maritime en vigilance orange, in : SUDOUEST, 05. 03. 2017, 19.52h, Internet-Ausg.)



Präsidentschaftswahlen 2017

Es sind noch 50 Tage bis zum ersten Durchgang der Wahlen für das Amt des neuen Staatspräsidenten in Frankreich, aber die Spannung ist schon jetzt auf einem Niveau angekommen, das kaum noch zu steigern ist. Eine Fülle von Umfragen versucht, herauszufinden, wie sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden werden, aber die Ergebnisse sind nicht so, dass man daraus sichere Voraussagen ableiten könnte. Dennoch gibt es ein paar Aussagen, die ohne allzu große Vorbehalte gemacht werden können. Seit Januar 2017 steht Marine Le Pen, die Präsidentin des rechstaußen positionierten Front National auf dem ersten Platz der Bewerber. Den zweiten Rang nimmt Emmanuel Macron ein, dessen Umfrageergebnisse seit Mitte Februar eine deutlich aufsteigende Tendenz haben und inzwischen nahe bei den Werten für Marine Le Pen liegen. Der große Verlierer ist der durch das unklare Beschäftigungsverhälnis seiner Frau in Bedrängnis geratene François Fillon, der wenig Chancen hat, den Rückstand aufzuholen. Er wird, so scheint es, wohl nicht in den zweiten Durchgang der Wahl kommen. Da werden sich nach der gegenwärtig dominierenden Erwartung und Konstellation Marine Le Pen und Emmanuel Macron gegenüberstehen, wobei es als ziemlich sicher gilt, dass Macron mit um oder über 60% der Stimmen Sieger sein wird.

Sollte, was vielerorts erwartet wird, Fr. Fillon aus dem Rennen aussteigen und Alain Juppé an seiner Stelle für die Konservativen antreten, dann werden die Karten wohl neu gemischt. In diesem zur Zeit noch recht spekulativen Szenario erscheint es möglich, dass er und Emmanuel Macron im ersten Wahlgang vor M. Le Pen landen und die Entscheidung unter sich ausmachen. Bei allen Voraussagen schwingt jedoch eine große Unsicherheit mit, und dazu besteht nach den Fehlschüssen der Demoskopen in der jüngsten Vergangenheit auch Grund.

(E. Jacob / Y. Blavignat : Candidats, calendrier, sondages : l'état des lieux à 50 jours de la présidentielle, Le Figaro, 04. 03. 2017)


Photovoltaik

Seit vor vier Jahren das ehemalige Schwerölkraftwerk der EDF am Bec d’Ambès abgebrochen wurde, war das Gelände eine Industriebrache, für die es schwer war, eine neue Nutzung zu finden. Das ändert sich in diesen Tagen, da EDF eine Studie in Auftrag gegeben hat, die untersuchen soll, ob an dem fraglichen Standort eine Photovoltaikanlage errichtet werden kann. Die Fläche des ehemaligen Kraftwerks bietet die Möglichkeit, Photoelemente auf 10,19 ha aufzustellen, die jährlich 9,8 Gigawattstunden Strom erzeugen könnten, was für die Versorgung von 4.300 Personen ausreichen würde.

Bis jetzt bestehen im Departement Gironde schon 28 Photovoltaikanlagen, deren größte auf einer Fläche von 260 ha sich bei Cestas befindet. Dort können maximal 300 Megawatt Strom erzeugt werden, was ausreicht, im eine Stadt von 250.000 Einwohnern zu versorgen. Im Médoc befindet sich die größte Anlage bei Arsac, wo im günstigsten fall 86 MW Strom erzeugt werden können. Alle Photovoltaikanlagen des Departements zusammen können maximal rund 500 MW Strom erzeugen. Das Departement Gironde nimmt damit den ersten Platz in der Region Nouvelle-Aquitaine ein.

(D. Andrieux : EDF mise sur le photovoltaïque, in : SUDOUEST, 01. 03. 2017)


TGV Paris-Bordeaux

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Bordeaux wird zwar erst am 2. Juli 2017 die ersten Passagiere befördern, aber schon jetzt sind Informationen durchgesickert, die Aufschluss geben über das zu erwartende Preisgefüge. Das wird über dem gegenwärtigen liegen. In der zweiten Klasse werden die Tickes 15 Euro  mehr kosten als bisher. Die Billigtickets iDTGV werden nicht mehr im Angebot sein, aber es gibt Sonderangebote für Frühbucher zu 25 Euro.  Die regulären Preise werden 45 Euro für die Strecke Paris-Bordeaux betragen. Dafür wird man nur 2 Stunden und 4 Minuten unterwegs sein, wenn man einen TGV bucht, der keine Zwischenhalte macht. Alles in allem spart man 70 Minuten Fahrtzeit und erreicht damit Reisezeiten, die auch im Vergleich mit dem Fliegen durchaus interessant sein werden.

(Paris-Bordeaux : ce sera 15 euros en plus, in: SUDOUEST, 02. 03. 2017)


Noch mehr Radarkontrollen

Während die Zahl der Verkehrstoten auf Frankreichs Straßen seit drei Jahren wieder eine aufsteigende Tendenz zeigt, verstärken die Behörden ihre Anstrengungen, um Verstöße gegen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zu entdecken und zu bestrafen. Neuestes Mittel in diesem Kampf ist ein Gerät, das auf Infrarotbasis funktioniert und in Fahrzeuge eingebaut wird, denen ihre Bestimmung nicht anzusehen ist. Anders als die bisher üblichen Geräte, können diese Infrarotgeräte nicht  von herkömmlichen Radarwarngeräten entdeckt werden. Die Infrarotgeräte haben eine etwas höhere Toleranzgrenze als die bislang üblichen Apparaturen: Sie lösen aus bei 146 km/h auf Strecken, auf denn die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h festgesetzt ist, bei 124 km/h auf Abschnitten mit Höchstgeschwindigkeit 110 km/h, bei 102 km/h dort, wo 90 km/h zugelassen sind und bei 61 km/h auf Stecken mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Fürs erste werden die neuen Geräte wegen der Personalknappheit bei der Polizei durchschnittlich kaum mehr als eine Stunde pro Tag im Einsatz sein und damit nur wenigen Rasern Ungemach bereiten, doch plant das Verkehrsministerium, private Gesellschaften mit der Geschwindigkeitsüberwachung zu beauftragen. Dafür werden die Messgeräte geeicht und versiegelt, so das die Einstellungen so bleiben, wie sie die Polizei vorsieht. Dann werden die Messapparaturen von zivilen Personalen auf Strecken, die von der Polizei festgelegt werden, gefahren, und dies nicht nur stundenweise, sondern komplette Arbeitstage lang. Wenn die Geräte Geschwindigkeitsübertretungen messen, werden die erforderlichen Daten automatisch gespeichert und am Ende einer Schicht an die zuständige Behörde übermittelt, die dann auf dem schon bestehenden Instanzenweg Bußgeldbescheide ausfertigt, verschickt und bei Bedarf auch eintreibt. Den Vereinigungen der Autofahrer, die heftige Kritik an diesem Vorhaben üben, wird entgegnet, der Staat gebe jedes Jahr 3,4 Milliarden Euro aus für insgesamt 4200 Radargeräte aus, nehme über Bußgelder aber nur 920 Millionen Euro ein. 78% der Franzosen sind gegen die Privatisierung der Geschwindigkeitskontrollen, doch rührt das die Regierung nicht. Die wird mit der Wahl eines neuen Präsidenten im Mai sowieso aus dem Amt scheiden und muss auf ihre Popularitätswerte nicht mehr sonderlich achten.

(S. Cottin: Il sera difficile d’échapper aux radars, in: SUDOUEST, 27. 02. 2017)



Entwarnung

In den Abendstunden des 28. Februar hat Météo-Fance die Alarmstufe orange für die Küstendepartements der Nouvelle-Aquitaine aufgehoben. Es gab zwar an mehreren Küstenabschnitten beeindruckende Flutstände mit mächtigen Brechern, doch sind größere Schäden ausgeblieben. An der Gironde hat es in Blaye und Bourg während der Fluthöchststände kleinere Überflutungen gegeben, die aber nur geringe Schäden angerichtet haben. Auch im Médoc gab es z.B. in Macau kleinere Überschwemmungen. Ansonsten haben aber die Küstenbefestigungen dem Druck der Wellen ohne größere Blessuren standgehalten.

(Sudouest.fr. : L’alerte orange vagues-submersion dans le Sud-Ouest levée, in: SUDOUEST, 28. 02. 2017,2w1.04h, Internet-Ausg. Und : J. Jamet u. J. Lestage: Alerte orange vagues-submersion : le point en images en Gironde, in : SUDOUEST, 28. 02. 2017, 17.36h, InternetAusg.))

 


Februar 2017

Alarmstufe orange

Für die Küsten-Departements der Nouvelle-Aquitaine ist die Alarmstufe orange verkündet worden. Die Meteorologen rechnen damit, dass das Zusammentreffen  einer Kombination aus stürmischen Winden, extrem hohen Wellen und Koeffizienten von 102 und 103 dazu führen wird, dass die Flut um 60 bis 80 cm höher ausfallen wird als normal. In der Praxis wird dies bedeuten, dass an den meisten Stränden die Wellen bis an die Dünenkante heranreichen werden, so dass dringend davor gewarnt werden muss, in der Zeit der Flut die Strände zu betreten. Die besonders kritischen Zeiten setzen ca. um 4.00 morgens am Dienstag, 28. 02. 2017, ein,  und sie werden andauern bis zum Abend desselben Tages gegen 21.00h. Trotz der Alarmstufe orange ist aber nicht mit Verwüstungen zu rechnen, wie sie im Winter 2013/2014 eingetreten sind, als zu den auch diesmal wirksam werden Kräften noch schwere Stürme hinzukamen.

(O. Saint-Faustin: Vigilance orange sur le littoral de Nouvelle-Aquitaine : "Nous sommes inquiets"in: SUDOUEST, 27. 02. 2017, 16.39h, Internet-Ausg.)


Es wird hoch hergehen

Am kommenden Dienstag besteht an den Stränden des Médoc die Gefahr von hohen Wellen und Überflutungen. Dieses Szenario muss nicht unbedingt zu großen Schäden führen, aber das Zusammentreffen von  Koeffizienten von 102 und 103 und von starkem Seegang lässt erwarten, dass an den Stränden erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist, damit niemand gefährdet wird. Die  Wellenhöhen werden bei Arcachon in der Größenordnung von 4,5 m erwartet, in La Rochelle rechnet man mit 6,50 m. Das mögliche Gefahrenpotential steigt mit der auflaufenden Flut und nimmt bei ablaufendem Wasser wieder ab. Ähnliche oder noch höhere Flutstände werden im nächsten Monat erwartet, wenn in der Nähe der Tag- und Nachtgleiche Koeffizienten von 109 erreicht werden auf einer Skala, deren Höchstwert 120 beträgt.

(Sudouest.fr.: Houle et grandes marées : risque de submersions mardi sur le littoral atlantique, in:SUDOUEST, 25. 02. 2017, 10.36h, Internet-Ausg.)

 


Strand gesperrt

Für gewöhnlich versuchen die Gemeinden, die direkt am Atlantik liegen, mit der Qualität und Schönheit ihrer Strände Gäste anzuziehen. Am Strand der Landspitze des Cap Ferret geht das nur mit Einschränkungen, denn hier ist der Zugang zu einem großen Strandbereich vom Präfekten kurzerhand verboten worden. Das Verbot wurde zunächst bis zum 30. April 2016 ausgesprochen, doch kam dann statt der erwarteten Aufhebung eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit. Damit ist ein etwa 350 m langer Strandabschnitt für das Publikum gesperrt. Zugänglich geblieben sind die etwas weiter westlich angrenzenden Teile des Strandes, die allerdings einen Fußmarsch von einigen Minuten verlangen, wenn man sich dort den Freuden des Strandlebens überlassen will. Der Grund für die Sperrung des besagten Strandabschnittes liegt darin, dass von der beständigen Nord-Süd-Strömung regelmäßig größere Sandmengen an  der Strandkante abgelagert werden, die aber sehr instabil sind und dazu neigen, ohne Vorankündigung in die an dieser Stelle rund 20 m tiefe Rinne zu rutschen, die direkt vor der Strandkante verläuft. Da dabei  gefährliche Situationen entstehen könne, fiel der Entschluss des Präfekten, den fraglichen Strandabschnitt zu sperren. Die meisten Strandbesucher halten sich an die Verbote, nur gelegentlich müssen Unbelehrbare über die Gefahren, denen sie sich aussetzen, aufgeklärt werden.

(D. Patsouris: Sur la plage interdite, in : SUDOUEST, 25. 02. 2017)


Canto Médoc

Auf der Jahreshauptversammlung des Chores Canto Médoc hatte der Chorleiter eine Reihe guter Nachrichten zu verkünden. An der Spitze stand dabei die Mitteilung, dass der Mitschnitt des Chorabends in der Kapelle von Montalivet ein in jeder Beziehung voller Erfolg geworden sei. Überhaupt sei das vergangene Jahr das erfolgreichste in der bisher 22jährigen Geschichte des Chores gewesen. Der Chor besteht aus 45 Sängerinnen und Sängern, von denen 16 Soprane, 17 Alt, 6 Bässe und nur sechs Tenöre sind. Die geringe Zahl der Tenöre, die bei manchen Vorhaben hinderlich sei, könne aber meist durch Verpflichtung von Gästen ausgeglichen werden.  Das für kulturelle Angelegenheiten zuständige Mitglied des Gemeinderates von Vendays-Montalivet sprach dem Chor seine Anerkennung aus und verkündete, dass bald eine salle culturelle, die derzeit neben der Schule errichtet werde, zur Verfügung stehen wird. Dieser Saal werde mit moderner Technik ausgestattet und verspreche, einen idealen Rahmen auch für die künftigen Aktivitäten von Canto Médoc abzugeben.

(L. Llobell: Le choeur Canto Médoc fourmille de projets, in: SUDOUEST, 24. 02. 2017)


Wie sie sich sehen

Die Stiftung Vinci Autoroute hat die Ergebnisse ihrer jährlichen Erhebung über das Verhalten der Franzosen am Steuer vorgestellt. Die Autofahrer der Nouvelle-Aquitaine glauben danach nur zu 51%, dass es möglich ist, die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle auf Frankreichs Straßen zu reduzieren. Dafür schätzen sie ihr eigenes Verhalten im Verkehr hoch ein, das 95% für positiv halten. 74% bezeichnen sich als wachsam, 45% als ruhig und 25% als zuvorkommend. Nur 16% halten sich für gestresst und keiner für gefährlich.

Die Meinung der Befragten von den anderen Verkehrsteilnehmern ist allerdings weniger günstig. 34% halten die anderen Automobilisten für gefährlich, für 44% sind sie verantwortungslos,  66% geben zu, dass sie andere Verkehrsteilnehmer beschimpfen und 90% räumen ein, dass sie Geschwindigkeitsbeschränkungen regelmäßig und nicht nur leicht übertreten. Mehr als 33% fahren zu dicht auf, wenn sie sich von anderen Verkehrsteilenehmern geärgert fühlen, 15% überholen rechts auf der Autobahn und 10% sagen, sie hätten Lust, auszusteigen und anderen Autofahrern die Meinung zu sagen. 26% schreiben oder lesen SMS, während sie fahren und mehr als 20% der Automobilisten benutzen ihr Mobiltelefon während der Fahrt. Und mehr als 16% geben zu, dass sie sich ans Steuer setzen, wenn sie mehr als die zulässige Menge Alkohol getrunken haben. Ob es da beruhigt, dass 95% der Befragten glauben, dass sie am Steuer ein positives Bild abliefern?

(Sudouest.fr: Nouvelle-Aquitaine : 95 % des automobilistes estiment avoir une attitude positive au volant, In. SUDOUEST, 23. 02. 2017, 14.12h, Internet-Ausg.)


Jahrgang 2016

So richtig überrascht dürfte niemand sein, dass der Jahrgang 2016 im Bordelais sowohl mengenmäßig als auch von der Qualität her zu den millésimes zählt, die bei allen am Weinbau Beteiligten zufriedene Minen erzeugt. Geerntet wurden rund 5,8 Millionen Hektoliter, deutlich mehr als 2015 oder 2014, wo man 5,3 Millionen Hektoliter verbuchte, und viel mehr als im mageren Jahr 2013, als es nur 3,8 Millionen Hektoliter gab. Auch mit der Qualität ist man mehr als zufrieden und dies vom unteren Ende der Skala bis zu den absoluten Spitzenweinen. Die Verkaufsergebnisse, auf die man hofft, versprechen Gutes, denn die anderen Weinanbaugebiete Frankreichs haben im vergangenen Jahr meist unter ungünstigen Witterungsbedingen gelitten mit Hagel- und Frostschäden, die noch durch Pflanzenkrankheiten verstärkt wurden. Damit verbunden macht sich im Bordelais die Erwartung breit, dass der Verkauf von Flaschenweinen anziehen wird, der in den vergangenen Jahren eher stagnierte. Erwartet wird die Etablierung einer Preisklasse um 3 bis 4 Euro pro Flasche neben dem schon bestehenden Segment zu Preisen von 6 bis 15 Euro pro Flasche. Weltweit entfallen übrigens 80% der Flaschenverkäufe auf Preise unterhalb von 5 Euro.

(C. Compadre, La petite musique du millésime 2016…, in: SUDOUEST, 21. 02. 2017)


Das Ende einer Institution

Am 5. Februar 2017 fand in Cissac die Jahreshauptversammlung der Association culturelle Abbé Baurein pour la connaissance du Médoc statt. Anders als in den zurückliegenden Jahren war diesmal der Blick eher zurückgerichtet auf die rund dreieinhalb Jahrzehnte, die seit der Gründung des Vereins im Jahre 1984 verflossen sind. Die Gründung geht im wesentlichen zurück auf den Oberst Poitevin, der mit seiner Mannschaft erfolgreich bemüht war, die kulturelle Reichhaltigkeit des Médoc in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken. 1995 wechselte das Amt der Präsidentin zu Régine Roux, in deren Amtszeit zwei viel beachtete Ausstellungen durchgeführt wurden. 1998 übernahm Maryse Calbet das Amt der Präsidentin und führte die Aktivitäten des Vereins erfolgreich und öffentlichkeitswirksam fort. In einem Punkt waren ihre Bemühungen jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn sie fand keine Mannschaft, die bereit war, die Aktivitäten des Vereins fortzusetzen. So kam, was kommen musste: auf der Jahreshauptversammlung vom Februar 2017 war die Frage zu entscheiden, ob er Verein aufgelöst oder für eine gewisse Zeit sozusagen stillgelegt werden sollte. Die Teilnehmer der Versammlung sprachen sich ohne Gegenstimme  für die Auflösung aus. Das Vereinsvermögen in der Größenordnung von 3000 Euro geht an die Caisse des écoles. Wohl niemand war mit diesem Ausgang glücklich, aber man war sich einig darin, dass Maryse Calbet sich große Verdienste um den nun der Vergangenheit angehörenden Verein erworben hat. Schade, dass dieser Verein, der viel dafür getan hat, dass die kulturelle und historische Dimension des Médoc einem breiteren Publikum nahegebracht wurde, nun der Vergangenheit angehört.

(M. Morlandt-Tardat : La fin d’une belle aventure, in: Le Journal du Médoc, 17. febraur 2017


Die Mariensäule von Saint-Yzans

Die Gemeinde von Saint-Yzans im Médoc hat nur knapp 400 Einwohner, aber sie hat etwas, was man nur in wenigen Médoc-Gemeinden findet: eine Marienstatue. Nun sind derartige Statuen nicht wirklich selten, aber die von Saint Ysanz hat etwas Besonderes, weil sie die älteste dieser Säulen im Médoc ist. Sie wurde nämlich schon am 8. August 1858 eingeweiht, zu einem Zeitpunkt, als es in den Gemeinden, in denen heute ähnliche Statuen stehen, noch keine gab. Die ersten Überlegungen zur Errichtung einer Marienstaue wurden in Saint-Yzans im Jahre 1856 angestellt, als eine schwere Typhus-Epidemie die Gemeinde heimsuchte. Gegen diese auch heute noch gefährliche Erkrankung gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch keine wirksamen Heilungsverfahren. In Saint-Yzans wandten sich der Pfarrer und die Einwohner hilfesuchend an Maria, und die Typhusepidemie hörte plötzlich und unvermittelt auf. Daraufhin wurde beschlossen, eine Marienstatue zu errichten, die aus Kalkstein gefertigt und auf einer hohen Säule aufgestellt wurde. Seither werden am Sonntag vor Mariä Himmelfahrt Prozessionen durchgeführt, die die Erinnerung an die Rettung vor der Typhusepidemie wachhalten. Bald nach der Aufstellung der Mariensäule in Saint-Yzans wurden weitere Statuen z. B. in Montalivet, Vensac und Listrac aufgestellt, die es wahrscheinlich ohne die Säule in Saint-Yzans nicht gäbe.

Die als monument historique eingestufte Mariensäule in Saint-Yzans wurde durch den Orkan Martin im Jahre 1999 zerstört und im Jahre 2003 restauriert und wiederaufgebaut.

(P. Moinet-Cordonnier: La statue de la Vierge, emblème de Saint-Yzans in: SUDOUEST, 20 .02. 2017)

 


Arbeitslosigkeit im Médoc

Während die Arbeitslosigkeit in ganz Frankreich im letzten Jahr ganz leicht zurückgegangen ist, sind die Zahlen für das Médoc deutlich schlechter. Dort nahm  2016 die Zahl der Arbeitssuchenden um 2,3% auf insgesamt 7.438 zu. 17,8% davon sind weniger als 26 Jahre alt. Dazu kommt, dass der Arbeitsmarkt im Médoc strukturelle Probleme hat. So sind nur 29,3% der angebotenen Stellen Dauerarbeitsplätze, während die große Mehrheit nur kurzfristig, hauptsächlich während der Tourismussaison angeboten werden. Das Arbeitsamt in Pauillac, bei dem diese Informationen zusammenlaufen, hebt hervor, dass die kurzfristige Beschäftigung während der wenigen Wochen der Saison , zwar viele Arbeitnehmer im Kontakt mit dem Erwerbsleben hält, dass sie aber dabei durchweg schlecht bezahlte Stellen akzeptieren müssen. Das Arbeitsamt versucht, über Qualifizierungsprogramme Interessierte so auszubilden, dass sich deren Vermittlungschancen erhöhen, man ist sich aber bewusst, dass damit keine durchgreifenden Abhilfen geschaffen werden. Wenn überhaupt, ließe sich die Arbeitsmarktsituation im Médoc nur verbessern, wenn neue, gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen würden. Und danach sieht des nicht aus. Die meisten Wirtschaftsnachrichten aus dem Médoc berichteten in den letzten Jahren von gescheiterten Projekten.

(J. Lestage: Le chômage a augmenté de 2,3 % sur la presqu’île, in: SUDOUEST, 17. 02. 2017)


Winterferien

In Frankreich gibt es seit Anfang Februar  Winterferien, die jeweils vierzehn Tage dauern und in drei Ferienzonen organisiert sind. Im Departement Gironde, das zur Ferienzone A gehört, beginnen die Ferien nach dem 18. Februar, und der letzte freie Tag ist der 5 März 2017. In den Teilen des Médoc, für die der Tourismus eine große Bedeutung hat, werden dann eine ganze Reihe von Aktivitäten angeboten, die sowohl für jüngere als auch für ältere Gäste attraktiv sind. In Lacanau läuft eine Serie von Veranstaltungen, die mehr oder weniger direkte Bezüge zu den Vereinigten Staaten von Amerika haben. So werden z.B. Einführungen und Demonstrationen zum Baseball oder zum Contry-Tanz geboten. Es lohnt sich jedenfalls, das Programm des Verkehrsvereins zu studieren. Da das Programm schon vor Monaten festgelegt wurde, braucht man keine Befürchtungen zu haben, mit irrationalen Dingen konfrontiert zu werden, die mit dem aktuellen Machthaber der Weißen Hauses zu tun haben.

Auch in Soulac gibt es ein Programm für die Winterferien, zu dem traditionell die Schlitten- und Kart-Pisten auf der Place George Mandel gehören. Die Gemeinde organisiert auch eine Karnevalsvorbereitung, die ihren Höhepunkt am 4. März haben wird.

Daneben stehen ganzjährig im Médoc viele Kilometer gut ausgebauter Radwege zur Verfügung, mit den sich die Region gut erkunden lässt. Dabei sollte ein Besuch der Réserve nationale am Étang von Cousseau eingeplant werden, bei dem es gute Möglichkeiten zur Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt des Médoc gibt. Wer weitere Ziele sucht, sollte sich die vielen kleinen Häfen an der Gironde anschauen, die auch außerhalb der Sommermonate ihren Reiz haben. Oder man informiert sich an der Maison du tourisime et du vin in Pauillac über die Möglichkeiten, renommierte Châteaux in der Weinbauzone zu besichtigen, von denen seit geraumer Zeit viele ganzjährig geöffnet sind.

(J. Lestage: Les vacances d’hiver se déclinent aussi sur la côte, in: SUDOUEST, 18. 02. 2017)


Auf Schienen ins Reich der Mitte

Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Frankreich und China haben  eine positive Entwicklugstendenz. Damit verbunden stellt sich die Frage, auf welchen Wegen Güter hin- und hergeschickt werden können. Seit ein paar Jahren versucht man es mit der Eisenbahn und macht damit unerwartet gute Erfahrungen. Zwar  ist der Weg von China bis nach Frankreich weit, nämlich je nach Route um die 12.000 km lang, doch sind die Kosten, die dabei anfallen,  deutlich niedriger als beim Lufttransport, sie liegen bei etwa einem Drittel. Gegenüber dem Seetransport ist die Eisenbahn wesentlich schneller, denn sie braucht nur die Hälfte der Zeit, die ein Schiff benötigt. Zur Zeit wird nur 1% des Güteraustasuchs zwischen China und Europa per Schiene  abgewickelt. Aber die Zuwachsraten sind beträchtlich. Bis 2020 rechnet man damit, dass jährlich 5000 Güterzüge die 12.000 km lange Reise antreten werden, um Güter von China nach Frankreich und umgekehrt zu transportieren.

(P. Tillinac: Rail : quand les vins de Bordeaux empruntent la route de la soie,  in: SUDOUEST, 16. 02. 2016, 16.56h. Internet-Ausg.


Chaban-Delmas mit Kanapee

An Jacques Chaban-Delmas wird in Bordeaux an mehreren hervorgehobenen Stellen erinnert: an der Hubbrücke und am Rugbystadion, die seinen Namen tragen und an einem Denkmal, das den Politiker im Mantel aber ohne Hut munter vorwärts schreitend in Sichtweite der Cathédrale Saint-André zeigt. Kurzfristig stimmte diese Beschreibung nicht so ganz, denn in der Nacht vom 14. zum 15. Februar 2017 waren  Kopf und Oberkörper des Denkmal-Chaban-Delmas in einem reichlich dimensionierten Kanapee verschwunden, das man dem Denkmal übergestülpt hatte. Wer hinter dieser Aktion steckt und wie das Kanapee auf den Kopf des überlebensgroßen Denkmals gelangte, weiß man zur Zeit noch nicht. Feststand aber sehr schnell nach der Entdeckung, dass das Kanapee nicht dort bleiben sollte, wo man  es entdeckt hatte. Man orderte einen Kranwagen und mit dessen Hilfe gelang es, gegen 5.30h die denkmalsmäßige Ordnung wiederherzustellen.

(Y. Delneste: Insolite à Bordeaux : un canapé sur la statue de Chaban-Delmas, in: SUDOUEST, 16. 02. 2017)

Ein Blick auf das Chaban-Delmas-Denkmal im Normalzustand: Klick


Gute Aussichten

Das Médoc samt Umgebung wird in diesen Tagen entschädigt für das, was sich am Monatsanfang ereignet hat. In Bordeaux wurden am Mittwoch, 15. Februar, in der Mittagszeit 18,5 Grad gemessen, eine Temperatur, die gut in den Mai passen würde. Normal liegt der Temperaturdurchschnitt für Mitte Februar um 12 Grad. Zur Zeit führt der Südwesten Frankreichs bei den Temperaturen, denn selbst an der Côte d’Azur reicht es nur zu gerade 17 Grad. Die Temperaturkurve wird zwar in den nächsten Tagen etwas sinken, doch ist ein Rückfall in winterliche Muster vorerst nicht zu erwarten.

(Sudouest.fr:: Dans le Sud-Ouest, des douceurs printanières avant… la pluie ce week-end, in SUDOUEST, 15. 02. 2017, 15.33h, Internet-Ausg.)

 

 

Was tun?

Statistiker untersuchen die verschiedensten Dinge und fördern dabei mancherlei Überraschendes zutage. Im Januar 2016 wurde im Ballungsraum Bordeaux eine Befragung durchgeführt, um herauszubekommen, welche Strände sommertags aufgesucht werden. Die Antworten waren unerwartet, denn es stellte sch heraus, dass zwei Drittel der Bewohner von Bordeaux métropole sich an nur drei Stränden drängeln: Lacanau, Le Porge und Lège-Cap-Ferret. Besonders die Strände des nördlichen Médoc scheinen für Einwohner von Bordeaux nicht zu existieren. Die Massierung an den drei genannten Stränden zieht eine Reihe von Folgen nach sich, die, wie z.B. der wenig pflegliche Umgang mit den überstrapazierten Stranddünen, dringend abgestellt werden müssten. In diesem Jahr soll der Versuch gemacht werden, die Ströme der Strandbesucher besser zu verteilen. Man setzt dabei in erster Linie auf Aufklärung und die Einsicht der Strandbesucher, die vornehmlich über Lokalradios in Echtzeit  über die Situation an den verschiedenen Stränden des Médoc informiert werden sollen. Die Daten, die dabei verwendet werden, sollen, stammen aus der Beobachtung der Häufigkeit der Mobiltelefonbenutzung an den erfassten Stränden, aus denen sich schnell und zuverlässig die Besucherdichte  ablesen lässt. Nicht nur die Tourismusexperten sind gespannt, ob das Experiment gelingen wird.

(A. Benetoou : Mieux répartir les vagues de vacanciers sur les plages, in: SUDOUEST, 15. 02. 2017)

 


Keine bedrohte Tierart

Wildschweine gehörten in den frühen 70er Jahren im Südwesten Frankreichs zu den eher selten anzutreffenden Wildarten. Das hat sich gründlich geändert, denn mittlerweile gibt es kaum eine Gegend in Frankreich, in der es keine Klagen über einen zu großen Wildschweinbestand gibt. Exakte Zahlen gibt es nicht, aber die Zahl der jährlich erlegten Tiere ist aussagekräftig genug. In der Jagdsaison 2015/2016 sind in ganz Frankreich erstmals mehr als 650.000 Schwarzkittel zur Strecke gebracht worden, und die Tendenz geht weiter nach oben. Das Phänomen der stark zunehmenden Bestände existiert auch in anderen europäischen Ländern, ohne dass man eindeutige und  schlüssige Erklärungen daür angeben könnte. In Frankreich ist man sich darin einig, dass die Bestände reguliert werden müssen, wenn man die von den Wildschweinen verursachten Schäden in Größenordnungen halten will, die noch hinnehmbar erscheinen. Hauptleidtragende der großen Bestände sind die Landwirte, die daher vehement fordern, gegen die Borstenviehcher vorzugehen. Je nach Bestandsdichte und Schadenshöhe werden die Wildschweine regional unterschiedlich behandelt. In einigen Departments sind sie jagdbares Wild mit Schonzeiten, in anderen sind sie wegen ihrer Überhandnahme als Schädlinge eingestuft, die keinen Schutz durch Schonzeiten genießen. Den Wildschweinen erscheint das offenbar ziemlich egal, denn sie haben sich Lebensräume bis in die Innenbereiche der Städte erobert, aus denn sie kaum noch zu vertreiben sind. Die Jagdverbände tun, was in ihrer Kraft steht, um die Zahl der geschossenen Wildschweine zu erhöhen, doch müssen sie feststellen, dass die Zahl der aktiven Jäger abnimmt, während die Bestände der Schweine noch zulegen. Eine durchgreifende Lösung des Problems ist nicht in Sicht, und die wird auch wohl nicht so bald eintreten, denn Wildschweine haben nicht nur in Frankreich keine natürlichen Feinde. Aber, und das erbost die Jäger, sie haben viele Freunde, in deren Augen die  Jäger, diejenigen sind, die eigentlich bekämpft werden müssten. 

(P. Tillnac: Les sangliers dépassent les bornes, in: SUDOUEST, 14. 02. 2017)



Belem: fast wie neu

Die Dreimastbark Belem, die am 9. Janaur im Trockendock von La Rochelle festgemacht hatte, um dort eine Reihe von Überholungsmaßnahmen durchführen zu lassen, wird am 14. Februar 2017 nach Fertigstellung der Arbeiten Kurs auf Bordeaux nehmen und dort die letzten Winterwochen abwarten, bevor die neue Saison einsetzt. Im Rahmen der Inspektion wurden unter anderem die beiden jeweils 198 m langen Ankerketten abgerollt, inspiziert und neu lackiert. Dort, wo es notwendig war, sind Teile der Bordwandbeplankungen erneuert worden. Auch die beiden Schrauben des Seglers sind aufgearbeitet, poliert und ausgewuchtet worden. Intensiv gekümmert hat man sich auch um den Kiel, der überall da, wo sich Anzeichen von Altersschwäche zeigten, ausgebessert wurde. Der Rumpf wurde unter Einsatz von 500 kg Farbe komplett neu gestrichen. Wer will, kann also eine runderneuerte Belem demnächst wieder im Port de la lune von Bordeaux bewundern.

(En images. Le "Belem" a fait peau neuve, il quitte La Rochelle ce mardi, in: SUDOUEST, 13. 02. 2017, 16.55h : Internet-Ausg.)


Die Namen der Stürme

Anfang Februar 2017 sind drei Stürme mit unterschiedlicher Stärke über den Südwesten Frankreichs hinweggegangen: Kurt, Leiv und Marcel, was Anlass zu der Frage gibt, wie diese Stürme zu ihren Namen gekommen sind. Die Antwort ist banal, irgendjemand hat diesen Stürmen halt Namen gegeben, aber das erklärt noch nicht, wer das in Gang gesetzt hat. Wenn man weiterfragt,  kommt man zu Karla Wege, einer ehemaligen Studentin der Freien Universität Berlin, die 1954 vorschlug,  auffälligen Wetterphänomenen Namen zu geben, wodurch sie für ein breiteres Publikum fassbarer werden sollten. Karla Wege, nach ihrer Promotion Dr. Karla Wege, war lange Jahre eine feste Größe in den Wetterberichten des ZDF. Ihre Idee fand Anklang, und von da hatten Stürme Namen. Seit dieser Zeit wird mit jedem Jahresanfang eine neue Liste mit Namen aufgemacht, nach denen die Stürme benannt werden. Der erste Sturm bekommt einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben A, der zweite fängt mit B an und so weiter.  Anfangs waren die Namen ausnahmslos weiblich, was bald Einsprüche auslöste, so dass man sich schließlich einigte, dass bei geraden Jahreszahlen die Namen weiblich waren und in den ungeraden männlich. Womit erklärt ist, weshalb die drei Stürme von Anfang Februar männliche Namen bekamen. Seit 2002 kann man übrigens gegen Zahlung von 199 Euro einen Namen vorschlagen, wobei jedoch ein paar Regeln einzuhalten sind, die die Universität Berlin bei Bedarf mitteilt.

M. Bricard : Kurt, Leiv, Marcel… d’où viennent les noms de tempêtes ? In :SUDOUEST, 05. 02. 2017, 17.01h, Internet-Ausg.)


Hängt Talmont bald in der Luft?

Die Antwort ist kurz und hart: Nein, denn, wenn es in der Luft hängt, stürzt es ab und existiert danach nur noch in der Erinnerung der jährlich 500.000 Besucher,. die diesen auf den englischen König Edouard I. zurückgehenden kleinen Ort in beeindruckender Lage jährlich besichtigen. Nach der Einschätzung des Bürgermeisters ist Gefahr im Verzuge, denn der bröselige Kalkfelsen, auf dem Talmont liegt, hat unter den  Stürmen der letzten Jahre, insbesondere von Xynthia am 5. März 2010 schwer gelitten. Nach den Schäden, die der Orkan Martin Ende Dezember 1999 angerichtet hatte, war der Kalkfelsen von Talmont für 1,5 Millionen Euro mit einer Schutzmauer gesichert worden, die allerdings nicht lange gehalten hat. Für die Fachleute sind die Ursachen klar, denn die nach 1999 angelegte Schutzkonstruktion, bei der Zement verwendet wurde, konnte keine dauerhafte Verbindung mit dem Kalkfelsen eingehen. Der Bürgermeister von Talmont hat inzwischen eine Lösung ausarbeiten lassen, die den örtlichen Gegebenheiten Rechnung trägt und dazu noch weniger teuer ist als die Baumaßnahmen nach dem Orkan Martin. Allerdings sind auch dafür 1,2 Millionen Euro erforderlich, die die Gemeinde nicht in ihren Kassen hat. Dort könnte man 400.000 Euro aufbringen, aber die Beschaffung der fehlenden Summen ist schwierig. Das Department Charente-maritime hat schon hart und deutlich erklärt, dass es nicht als Geldgeber zur Verfügung steht. Und nun? Die Fortsetzung ist ungewiss, gewiss ist aber, dass, wenn nicht bald solide Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden, große Teile des Plateaus von Talmont einem jederzeit möglichen weiteren schweren Orkan nicht standhalten werden. Was dann von Talmont überbleibt, ist schwer vorherzusagen, auf jeden Fall wird das, was dann bleiben sollte, allenfalls erahnen lassen, was verloren ging.

(S. Cottin: Charente-Maritime : Talmont est-elle au bord du gouffre ? in SUDOUEST, 07. 02. 2017, Abendausg., Interent)

Mehr zu Talmont: Klick



Monta: Sturm-Bilanz

Auch in Montalivet haben die Stürme der ersten Februartage für eine lange Liste von Schlägen gesorgt, von denen die meisten zwar Geld und Zeit für die Behebung kosten, glücklicherweise gibt es aber nur wenige größere Schäden. Zu denen zählen die Zerstörungen an den Dächern der Flugzeug-Hangars auf dem Flugfeld von Montalivet, bei denen zur großen Erleichterung aber kein Flugzeug zu Schaden gekommen ist. Ziemlich schwer mitgenommen wurde der Picknick-Platz am Ortseingang, wo eine ganze Reihe Kiefern Opfer der Böen geworden sind. Auch den nördlich vom Monta-Hauptstrand abgestellten Häuschen der Strandaufsichten ist übel mitgespielt worden. Teilweise sind sie umgestürzt worden, teilweise wurden  die Dächer abgerissen. Bei alledem stellt die Gemeindeverwaltung mit großer Erleichterung fest, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Sehr zufrieden ist man auch mit der schnellen und wirksamen Intervention der Angestellten der Gemeinde, die sofort nach den Stürmen viele kleinere Schäden bereits beseitigt oder die Reparatur vorbereitet haben.

Im CHM sind nach Auskunft der Platzbetreiber  vier oder fünf Kiefern entwurzelt worden, die aber mit Ausnahme von einem Baum, der auf ein Mobilhome gestürzt ist, kein größeres Unheil angerichtet haben. Die überwiegende Zahl der im CHM erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung der Sturmfolgen sind wenig spektakuläre Einzelaktionen. Dennoch kommen sie mehr oder weniger ungelegen, da man  nur noch wenige Wochen vom Beginn des touristischen Lebens entfernt ist. Für die kommende Saison wird man aber mit einem Gelände aufwarten, dem man nicht ansehen wird, dass es die Februarstürme gegeben hat.

(L. Llobell: Tempêtes : la station à l’heure du bilan, in: SUDOUEST, 10. 02. 2017)

 


Michelin-Sterne

Die jährliche Bekanntgabe der Restaurants, denen Michelin-Sterne zu- oder aberkannt werden, ist für die kochende Zunft ein Ereignis, dem mit mehr oder weniger geschickt verborgener Spannung entgegengefiebert wird. Nunmehr ist es wieder geschehen, am Donnerstag, 09. 02. 2017 haben sich die neuzuerkannten Sterne dorthin begeben, wo sie für ein Jahr prangen werden und die, die der große Michelin aberkannt hat, sind demontiert und heim in den Sternenfundus geholt worden. Der Michelin 2017 führt insgesamt 616 Restaurants auf, denen die Verzierung mit einem oder mehreren Sternen zuerkannt wurde, mithin 16 mehr als 2016. 17 Lokale haben Sterne gewonnen, 52 haben einen oder mehrere verloren. Nach wie vor ist der Südwesten Frankreichs keine Gegend, in der man zu Fuß von einem Sterne-Restaurant zum andere wandeln kann, aber ein paar Sterne haben ihren Weg auch in diese Gegend gefunden. Zwei Lokale im Departement Gironde haben ihren ersten Stern erhalten: Le Skiff Club in La-Teste-de-Buch  und das  Logis de la Cadène in Saint-Émilion. Zwei Sterne dürfen führen: La Grande Maison in Bordeaux, Le Pressoir d’Argent in Bordeaux und L’Hostellerie de Plaisance in Saint-Émilion. Das Château Cordellan Bages in Pauillac hat seine beiden Sterne wegen des Wechsels des Küchenchefs eingebüßt. Da die wenigsten Freunde des Médoc ihre Besuche vom System der Michelin-Sterne dominieren lassen, dürfte auch die diesjährige Michelin-Runde wie die früheren im touristischen Leben der Gegend  keine wirklich messbaren Spuren hinterlassen.   

(Sudouest.fr.: Guide Michelin 2017 : la carte des restaurants étoilés, in : SUDOUEST, 09. 02. 2017, 12.52h, Internet-Ausg.


Die Jagd ist eröffnet

Wenn ein Jäger ins Gelände zieht, hat er einen wohl bestückten Patronenvorrat bei sich, und wenn er heimkommt, vielleicht eine ansehnliche Stecke vorzuweisen, auf jeden Fall aber einen mehr oder weniger erheblich dezimierten Patronenbestand. Die verschossenen Patronen haben sich jedoch nicht gänzlich in Schall und Rauch aufgelöst, sie sind zu bisher zu wenig beachtetem Sondermüll geworden, der die Eigenheit hat, dort, wo er hingefallen ist, ein paar Jahrhunderte auf seine Zersetzung zu warten. Die Zahlen, die dabei entstehen, sind durchaus beträchtlich, denn die 85.000 Jäger des Departements Gironde schießen viel öfter als dass sie treffen und jedes Mal  werfen ihre Waffen ein leere Hülse aus, die bislang achtlos auf dem Boden liegen blieb. Das soll sich aber ändern.

Die Jagdvereinigungen haben eine Initiative gestartet, deren Ziel darin besteht, dass möglichst viele der verschossenen Patronenhülsen eingesammelt und an Stellen geleitet werden, die sie der Wiederverwendung zuführen. Die dafür benötigten industriellen Strukturen bestehen schon, es ist nur eine Frage der Organisation, die von Jägern gelieferten leeren Patronenhülsen dorthin zu schaffen, wo diese in ihre metallischen und nichtmetallischen Bestandteile zerlegt und danach einer Wiederverwendung zugeführt werden können. Die Jagdvereinigungen hoffen, dass ihre Appelle gehört und befolgt werden und dass die Ergebnisse in etwa den Aufrufen zur Sammlung von Korken und Schraubverschlüssen entsprechen.  

(Fl. Moreau: La chasse aux cartouches usagées est ouverte, in: SUDOUEST, 08. 02. 2017)


Seehund-Klinik

Die Küsten des Médoc sind keine Gegend, in der man Gelegenheit hat, Seehunde regelmäßig zu beobachten. Einzelne Vertreter dieser Meerssäuger zeigen sich hin und wieder, wie etwa der zu beträchtlicher Bekanntheit gelangte You. Der kam, soviel steht fest, aus dem Küstengebiet der Bretagne, wo sich inzwischen eine relativ stabile Population aufgebaut hat. Normalerweise regeln Seehunde alles für sie Lebenswichtige ohne menschliches Zutun, doch gibt es einen Lebensabschnitt, wo nicht immer alles glatt geht. Und das liegt an einer Eigenheit im Verhalten der Seehundmütter, die nach dem Ende der Zeit, in der sie ihren Nachwuchs säugen, ihn  abrupt und ohne Übergang sich selbst überlassen. Zu diesem Zeitpunkt haben die jungen Seehunde eine ordentliche Fettschicht unter der Haut, mit der sie gut überleben können. Einige geraten aber doch in Schwierigkeiten, und um die kümmern sich die Mitarbeiter der einzigen Seehundklinik in Frankreich, in der südlichen Bretagne. Die jungen Seehunde, die dorthin gebracht werden, haben oft Untergewicht, daher werden sie aufgepäppelt, bis sie so kräftig sind, dass sie ihr Leben in Freiheit mit Erfolg bestehen können. Die Station, die  vor rund 30 Jahren gegründet wurde, hat bisher fast 600 junge und hilfsbedürftige Seehunde gepflegt und, so wie es aussieht, wird die Zahl in der Zukunft nicht geringer werden, da die Seehundbestände an den Küsten Frankreichs, seitdem die in den 60er Jahren unter Naturschutz gestellt wurden, eine positive Entwicklung genommen haben und heute nicht mehr zu den bedrohten Arten gehören.

(R. Le Coz: Une clinique pour soigner les phoques échoués, in: SUDOUEST, 07. 02. 2017)


Autobahnmaut

Es ist kein schöner, aber ein regelmäßiger Brauch in Frankreich, dass zum 1. Februar die Autobahn-Maut angehoben wird. In diesem Jahr steigen die Tarife um durchschnittlich 0,76%. In den letzten zehn Jahren haben sich die Erhöhungen auf insgesamt 20% belaufen. Diejenigen, die die Maut zahlen müssen fragen sich naturgemäß, ob die Betreibergesellschaften, in deren Kassen die Mautzahlungen landen, sich nicht ungerechtfertigte Vorteile verschaffen. Im vergangenen Jahr hat z.B. die Inflationsrate bei bescheidenen 0,36% gelegen, während die Anhebung der Maut mehr als das doppelte dieses Wertes beträgt. Auf den Autobahnen des Südwestens beträgt die Mauterhöhung durchschnittlich 1,2%, liegt als um mehr als das Dreifache über der Inflationsrate. Die Repräsentanten der Vereinigungen  der Autofahrer attackieren die Höhe der Mautanhebungen heftig, aber sie wissen, dass die bestehenden Verträge den Betreibergesellschaften vorteilhafte Bedingungen verschaffen, an deren Änderungen niemand der von den Erhöhungen profitiert, wirklich interessiert ist. Damit wird also wohl der Brauch, jeweils zum 1. Februar an der Gebührenschraube zu drehen, bestehen bleiben

(V. Audry: Pourquoi les prix des péages d’autoroutes ne cessent d’augmenter ? in: SUDOUEST, 02. 02. 2017, 7.12h, Internet-Ausg.)



Es hat gestürmt

Wenn Wettermeldungen von der französischen Atlantikküste den Weg in die deutschen Nachrichten finden, dann kann man davon ausgehen, dass sich in der Meteorologie einiges ereignet hat, was nicht zum Standardrepertoire gehört. In den letzten Tagen haben zwei Stürme, die von orkanartigen Böen begeleitet waren, die Küsten des Médoc attackiert. Die dabei angerichteten Schäden blieben aber weit hinter dem zurück, was 1999 oder 2013/14 geschah. Die Windgeschwindigkeiten des ersten Sturm mit dem unschuldigen Name Leiv erreichten Spitzenwerte von 140 km/, bei dem danach folgenden Sturm ging es etwa weniger windig zu. Beruhigend ist die Nachricht, dass es keine Personenschäden gab und dass die Sachbeschädigungen auch im Rahmen blieben. Wichtig auch zu wissen, dass die Dünenkante nur leicht gelitten hat. Wie bei derartigen Ereignissen nicht ungewöhnlich, waren im Departement Gironde rund 50.000 Haushalte kurzzeitig oder auch etwas länger ohne Strom. Schlecht erging es den Delfinen, von denen etwa 80 in den Uferzonen zu Tode kamen.

Ungewöhnlich war auch die Tatsache, dass die Médoc-Notizen auf stumm geschaltet waren. Das war keine Entscheidung der Redaktion, sondern ein handfester technischer Defekt, von dem wir hoffen, dass es jetzt erstmal ohne Störungen weitergeht.

(O. DARRIOUMERLE: Un long week-end de bourrasques, in : SUDOUEST, 06. 02. 2017


Windkraft à la française

Auch in Frankreich weiß man um die Vorteile der erneuerbaren Energien, doch scheint es, dass man jedes Mal, wenn aus der Theorie Praxis werden soll, soviel Argumente dagegen findet, dass ein Projekt nach dem anderen beerdigt wird, bevor es überhaupt richtig existiert hat. Zur Zeit laufen Planungen für über 400 Windkraftanlagen, die vor den französischen Küsten aufgestellt werden sollen. Die meisten Windparks sollen zwar  im Ärmelkanal errichtet werden, doch ist dabei auch ein Projekt vor der Île d’Oléron. Dort sollen 60 bis 80 Windkrafträder etwa 15 km vor der Küstenlinie installiert werden, die soviel Strom erzeugen könnten, wie ein Drittel eines Reaktors in einem Kernkraftwerk der neuesten Generation. Kaum waren die Umrisse der Planungen erkennbar, erhob sich schon massiver Widerstand dagegen.

Die Argumente, die für und gegen den geplanten Windkraftpark vorgebracht werden, ähneln denen, die andernorts verwendet werden, doch betonen die Initiatoren des Projekts, dass wegen der großen Abstände zwischen den einzelnen Masten die Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt nur minimal seien. Die Gegner, die sich untern anderem in dem Collectif Don Quijotte zusammengeschlossen haben, sind davon jedoch nicht zu beeindrucken.

Zur Zeit bemühen sich die Investoren um die Genehmigung ihres Vorhabens. Nicht sicher ist jedoch, was geschieht, wenn der Widerstand gegen die geplanten Windkraftanlagen weiter zunimmt und eine Realisierung in kalkulierbaren Zeiträumen in Frage stellt. Dann könnte es sein, dass der Investor  es vorzieht, die für den Windpark vor der Île d’Oléron benötigen rund 2 Milliarden Euro in andere Vorhaben zu stecken.

(S. Cottin: L’éolien prend le large sous des vents contraires, in: SUDOUEST, 01. 02. 2017

Januar 2017

Tourismus 2016

Die Organsiation Gironde tourisme hat dieser Tage eine Bilanz der zurückliegenden Saison gezogen und  dabei festgestellt, dass der Tourismus im Departement Gironde seit 2009 beständig zugelegt hat. Dabei haben sowohl die Zahl der Touristen als auch die wirtschaftlichen Auswirkungen eine deutlich steigende Tendenz gezeigt. Insgesamt haben die Touristen im Jahr 2016 rund 1,8 Milliarden Euro in der Gironde ausgegeben. 40% davon sind im Ballungsbereich von Bordeaux ausgegeben worden, 25% am Bassin von Arcachon und an den Stränden des Médoc. Von den übrigen 35% haben die Weinbauregionen und das Innere des Departments profitiert.

(Le tourisme se porte bien, in : SUDOUEST, 28. 01. 2017


Renovierung

Auch wenn landläufig angenommen wird, dass bei Gericht alles langsam und gemächlich zugehe, gibt es auch dort bisweilen Dinge, die blitzschnell ablaufen. Das geschah kürzlich im Gerichtsgebäude von Bordeaux, das weltweit einzigartig sein dürfte wegen der an Bienenstöcke (franz. ruche) erinnernden Gestalt der Sitzungssäle. Das 1998 eingeweihte Bauwerk wurde von dem englischen Stararchitekten Richard Rogers entworfen und mit auch nach heutigen Maßstäben beträchtlichen Kosten gebaut. In einer dieser ruches fiel vor zehn Tagen plötzlich und ohne Vorwarnung ein massives Stück der Wandverkleidung herunter und krachte polternd zu Boden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber das Ereignis löste eine eingehende Überprüfung der baulichen Sicherheit aus. Dabei stellte sich heraus, dass zur Vermeidung weiterer Schäden eine aufwändige Sanierung der Innenverkleidungen erforderlich ist, deren Kosten nicht unbeträchtlich sein werden. Die Arbeiten müssen dennoch zügig angegangen werden, denn zur Zeit ist der Zugang zu den sieben ruches versperrt, was dazu zwingt, die Sitzungen des Gerichts in einem anderen Gebäude durchzuführen. Das bringt die Abläufe des Gerichts einigermaßen durcheinander, was weiter zur Schleunigkeit drängt. Die jetzt erforderlich werdenden Arbeiten stehen in einer schon recht langen Reihe von Reparaturen an dem noch gar nicht alten Gebäude. Pessimisten erwarten daher, dass nach den jetzt anstehenden Sanierungen bald weitere folgen werden.

(É. Artigue-Cazcarra : Travaux au tribunal : la note s’annonce salée, in:SUDOUEST, 30. 01. 2017)

Bilder vom Gerichtsgebäude in Bordeaux: Klick



Vorwahlen der Sozialisten

In dem wegen des Ausgangs der ersten Runde erforderlich gewordenen zweiten Durchgang der Vorwahlen der Sozialisten zur Bestimmung des Kandidaten, der in der Präsidentschaftswahl für die Sozialistische Partei antreten wird, hat Benoît Hamon mit 58,88 % vor Manuel Valls mit 41,12% den Sieg davongetragen. Hamon gilt als stramm links orientierter Politiker, während Manuel Vallssozialdemokratisch-reformerische Positionen vertritt. Nach den derzeit vorliegenden Umfrageergebnissen haben allerdings weder Hamon noch Valls wirkliche Chancen, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen.

Der erste Durchgang  der Wahl des nächsten Präsidenten der République Française findet am 23. April 2017 statt. Der zweite Durchgang, der wahrscheinlich erforderlich wird, dann am 7. Mai 2017.  

(Sudouest.fr: DIRECT. Primaire de la gauche : Hamon large vainqueur devant Valls, in : SUDOUEST, 29. 01. 2017, 21.56h, Internet-Ausg.)

 


Altlasten

Es ist noch nicht sehr lange her, da ging man auch in Frankreich relativ sorglos mit dem Ablagern von Müll um. Auch wenn sich die Bräuche inzwischen gebessert haben, die alten Deponien sind noch da. Zwar denkt niemand wohl wirklich gern daran, aber sie werden nach und nach entdeckt und zu Problemzonen erklärt. Inzwischen hat man im Departement Gironde 148 Mülldeponien entdeckt, die in den Jahren von ca. 1960 bis in die Mitte der 90er Jahre entstanden sind, zwei Drittel davon waren relativ wilde Kippen, auch wenn von den insgesamt 148  123  von Gemeinden und nicht von Privatleuten  benutzt wurden.  Sie stellen fast durchweg  Gefahren für die Umwelt dar, da sie, verglichen mit aktuellen Vorschriften, recht sorglos angelegt worden waren. Inzwischen hat man begonnen, die schlimmsten dieser Sünden zu sanieren oder doch die Gefährdungen zu reduzieren. Die dafür notwendigen Arbeiten gehen aber recht langsam voran, denn rund die Hälfte dieser alten Deponien sind noch genau in dem Zustand, in dem sie vergessen worden waren. Erst bei wenigen sind wirklich durchgreifende Maßnahmen eingeleitet worden. Niemand weiß, wann das Problem der alten Müllkippen wirklich gelöst sein wird, aber es ist davon auszugehen, dass dabei mehr Zeit vergehen wird als beim Anschütten.

(E. Artigue-Cazcarra: Les vieilles décharges réapparaissent,  in: SUDOUEST, 28. 01. 2017, p.14


Wiederbelebung

Das Projekt einer großräumigen und leistungsfähigen Umfahrung von Bordeaux schien eine Zeitlang die Lösung der Verkehrsprobleme in diesem Teil des Südwestens Frankreichs zu sein. Dann gab es Gegenwind, der schließlich mit Argumenten, die heutzutage deutlich an Überzeugungskraft verloren haben, den Sieg davon trug. Was blieb, war jedoch eine ständig schwieriger werdende Verkehrssituation um Bordeaux, deren Perspektiven mehr als düster sind. Mittlerweile ist die Rocade in der Zeit des morgendlichen und des nachmittäglichen Berufsverkehrs täglich sechs Stunden mehr oder weniger nachhaltig blockiert. Die Feinstaubbelastungen der jüngeren Vergangenheit und die daraus resultierenden Geschwindigkeitsbeschränkungen haben mehr als deutlich gemacht, dass die Dinge nicht so weiter laufen können wie bisher. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass der Gedanke des Grand Contournement wieder belebt wird. Der wohl prominenteste Fürsprecher ist Philippe Madrelle, einst Präsident des Conseil Général des Departments Gironde, dem gute Kontakte zum zuständigen Ministerium nachgesagt werden.

Während die Vorschläge von Ph. Madrelle auf die Wiederbelebung des einst bestehenden Umgehungsplanes mit dem Bau einer neuen Brücke über die Gironde zielen, verfolgt der Maire von Bordeaux, Alain Juppé, eine andere Linie, bei der unter Ausnutzung und Verknüpfung bereits bestehender Straßen eine Möglichkeit zur weiträumigen Umfahrung von Bordaux im Osten geschaffen werden soll. Es wird abzuwarten sein, wie die tasächliche Lösung aussieht, aber unbestritten ist, dass sich die Probelme durch pures Abwarten nicht lösen lassen.

(C. D.: Madrelle relance le contournement, in: SUDOUEST, 24. 01. 2017)

 

 

Kurzlebig

Die wieder ins Spiel brachten Überlegungen für eine großräumige Umfahrung von Bordeaux haben, kaum dass sie vorgebracht worden waren, eine deutliche Absage durch das Verkehrministerium erfahren, da es angeblich keine neuen Gesichtspunkte gebe, die den Entschluss zur Beendigung der Planungen für das Grand contournement in Frage stellen könnten. Außerdem sei der Ausabu der Rocade von Bordeaux auf 2 mal 3 Spuren im Gange und danach wird der Verkehr auf der Rocade besser laufen. Sagt der Minister.

(C. Debray: Grand contournement : le ministre dit non à Madrelle,in : SUDOUEST, 26. 01. 2017) 


Warm aber nass

Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage im Médoc Temperaturen voraus, die nachts sehr deutlich über der Nullgrad-Marke bleiben werden und tagsüber bis zu 15° ansteigen können. Damit dabei niemand übermütig wird, wird es jedoch ausgiebig regnen.

(UM, 27. 01. 2017)

Vertretung

Wer in diesen Tagen die Fähre, die Blaye und Lamarque verbindet, nehmen will, kann das nur tun, wenn er sein Auto am Ufer stehen lässt. Der Grund liegt darin, dass die etatmäßige Fähre Sébastien Vauban in Bordeaux im Dock liegt und dort inspiziert und, falls erforderlich, repariert wird. Als Vertretung besorgt  für 19 Tage das Touristenboot Les 2 Rives, das auch schon in den letzten Jahren eingesprungen ist, die Verbindung zwischen den beiden Girondeufern. Zur Zeit sind die Passagiere der Aushilfsfähre fast ausnahmslos Stammgäste, die mehr oder weniger regelmäßig die Überfahrt machen, meist, weil sie am anderen Ufer ihre Arbeitsstelle haben. Für diese Personen ist die Tatsache, dass gegenwärtig das Übersetzen mit Fahrzeugen nicht möglich ist, kein Problem, denn nicht wenige von ihnen haben zwei Fahrzeuge, auf jedem Ufer eins. Das ist, wie vorgerechnet wird, billiger als das tägliche Übersetzen, das selbst bei reduziertem Tarif für Dauernutzer täglich 17 Euro kosten würde. 

(J. Jamet: Un parfum de vacances avec le bac sans voiture, in: SUDOUEST, 26. 01. 2017)


Wärme aus dem Untergrund

Über die Energiewende wird in Frankreich vor allem theoretisiert, während praktisch eher Zurückhaltung geübt wird. Punktuell gibt es jedoch durchaus berichtenswerte Dinge, wie zum Beispiel in Bordeaux, wo man mit Erfolg die Wärme der Abwässer für Heizzwecke nutzt. So wird z.B. das 15 Stockwerke hohe Gebäude von Bordeaux-Métropole (Nachfolger von CUB, Gemeindeverband Bordeaux) weder mit Strom noch mit Gas oder Öl geheizt. Stattdessen ist eine System installiert worden, das die Wärme der Abwässer im Untergrund anzapft und daraus über Wärmepumpen die Energie gewinnt, die für die Heizung benötigt wird. Nach demselben Prinzip wird demnächst das Naturkundemuseum von Bordeaux beheizt. Dasselbe System hat schon Anwendung gefunden in zwei Schwimmbädern in Bègles und Bouscat, wo man durchweg positive Erfahrungen mit dieser Technik gemacht hat. Die Abwässer, die hier genutzt werden, haben eine durchschnittliche Temperatur zwischen 15 und 20 Grad, was aus technischer Sicht ein hinreichend großes Energiepotential darstellt, um es über Wärmepumpen anzuzapfen. Für das Gebäude von Bordeaux-Métropole mit 48.500 m² auf denen 600 Angestellte arbeiten, ergibt sich so eine Ersparnis von rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr, was erwarten lässt, dass die Kosten für die Wärmepumpenanlage sich in fünf Jahren amortisieren werden. Und danach werden die Heizkosten unschlagbar günstig sein und lange Zeit bleiben. Allerdings muss gesehen werden, dass die Abwassermengen, die für eine wirtschaftlich attraktive Nutzung benötigt werden, nur in Ballungsräumen anfallen und dort auch nur für einzelne Objekte nutzbar gemacht werden können.

(J.-D. Renard: Le chauffage par les égouts,  in: SUDOUEST, 25. 01. 2017)

 


Kraniche im Médoc

Das Médoc ist daran gewöhnt, dass es von Scharen von Gästen aufgesucht wird. Die kommen zu Zehntausenden hauptsächlich im Sommer, aus bekannten Gründen. Es gibt jedoch auch Gäste, die außerhalb der Saison kommen. Und zu denen zählen die Kraniche, die seit den 70er Jahren ihren Winteraufenthalt im Naturschutzgebiet von Cousseau nehmen. In diesem Jahr sind es rund 4.700 dieser großen Vögel, die die flachen Gewässer des Réserve naturelle für die Nachtruhe aufsuchen, über Tag aber auf den umliegenden Feldern auf Futtersuche gehen. Die Verwaltung des  Naturschutzgebietes organisiert auch in diesem Jahr mehrere Führungen, um Interessierten einen Blick auf die Kraniche zu ermöglichen und um dabei Wissenswertes über diese Wintergäste zu vermitteln. Dazu informieren sich die Führer darüber, welche Felder die Kraniche  aufsuchen, und führen ihre Gäste dann an Stellen, von welchen gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen. Wegen der großen Fluchtdistanz der Vögel sind Beobachtungen, die genauere Eindrücke vermitteln können, nur mit Ferngläsern möglich. Besuche des Naturschutzgebietes von Cousseau haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz, doch sind die Kraniche nur von etwa November bis Februar vor Ort. Sie machen sich schon zeitig im Frühjahr wieder auf den Rückweg in ihre in nördlicheren Gefilden gelegenen Brutgebiete.  

(L. Michelotti: Une sortie à la rencontre de la dame grise de Cousseau, in: SUDOUEST, 23. 01. 2017)

Mehr: http://www.sepanso.org/reserves/cousseau_a.php

Und: http://www.medoc-notizen.de/558.html


Ausweitung der Geschwindigkeitsbeschränkungen

Wegen der anhaltend hohen Feinstaublastungen der Luft werden die Geschwindigkeits- und Verkehrsbeschränkungen in Frankreich über den Montag hinaus verlängert. Im Südwesten sind bis zum Abklingen der zu hohen Feinstaubbelastungen außer der Rocade von Bordeaux die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten für alle Schnellstraßen um 20 km/h herabgesetzt worden, so dass, je nach der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, statt 130 km/h 110 km/h, statt 110 km/h 90 km/h und statt 90km/h 70 km/h nicht überschritten werden dürfen.

(Sudouest.fr: Pollution : vitesse réduite mardi sur la rocade bordelaise et les autoroutes de Gironde, in : SUDOUEST, 23. 01. 2017, 14.53h, Internet-Ausg.)

 

Mehr : http://www2.prevair.org/



Elektro-Zapfsäulen

Das Syndicat départemental des énergies électriques de la Gironde (Sdeeg), das auch in den anderen Departements der alten Region Aquitaine aktiv ist, bemüht sich, im Fahrzeugverkehr den Einsatz der Elektrizität zu fördern. Autos, die an der Steckdose aufgetankt werden können, gibt es schon, wenn auch nicht sehr zahlreich, doch fehlt es außerhalb der Ballungsräume immer noch an Möglichkeiten, Elektroautos bequem und kundenfreundlich mit Energie zu versorgen. Die ersten Zapfsäulen im Médoc funktionieren schon in Soulac und Lacanau, derzeit werden drei weitere in Ludon-Médoc, Lesparre und Castelnau-de-Médoc aufgestellt, die zum 1. Februar betriebsbereit sein sollen. Danach sollen Pauillac und Saint-Laurent-de-Médoc versorgt werden. Die Zapfsäulen kosten jeweils 10.000 Euro, von denen 4.000 Euro von den Gemeinden aufzubringen sind, während der größte Teil vom Sdeeg übernommen wird.

(M. Jay: Des bornes électriques sur tout le territoire ? in: SUDOUEST, 20-. 01. 2017)

 


Vorwahlen des Parti Socialiste

Die erste Runde der am 22. 01. 2017 durchgeführten Vorwahlen der Sozialisten, bei denen der Politiker ermittelt werden sollte, der im April als Kandidat der Sozialistischen Partei (PS) bei der Präsidentschaftswahl antreten wird, haben erwartungsgemäß im ersten Durchgang keinen Sieger jenseits der 50%-Marke gesehen. In Front liegen nach dem Endergebnis Benoît Hamon (35,8%) und Manuel Valls (31,40%), die am kommenden Sonntag in der zweiten Runde den Sieger unter sich ausmachen werden. Nach den derzeit kursierenden Umfrageergebnissen hat aber der Sieger kaum eine Chance, in die Entscheidung bei der Präsidentschaftswahl einzugreifen. Beide würden nach  den aktuellen Umfragen auf dem fünften Platz in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl landen und wären damit in der zweiten Runde nicht mehr dabei.   

(Sudouest.fr: Primaire de la gauche : Hamon en tête, Valls passe à l’attaque, in : SUDOUEST, 22. 01. 2017, 23.3h, Interne-Ausg.)


Verlängerung

Die zunächst nur für Sonntag, 22. 01. 2017, verfügte Reduzierung der auf der Rocade von Bordeaux zulässigen Höchstgeschwindigkeit wird verlängert und auf Montag, 23. 01. 2017 ausgedehnt, weil die Werte für die Luftverschmutzung nicht zurückgegangen sind.

(Sudouest.fr: Rocade de Bordeaux : la vitesse encore réduite de 20 km/h lundi, in : SUDOUEST, 22.01. 2017, 18.10h, Interent-Ausg.)


Tempolimit wegen Luftverschmutzung

Ausgelöst durch besonders hohe Werte der Luftverschmutzung wird am 22. Januar 2017 von 0.00h bis zum 23. Januar 0.00h überall dort, wo auf der Rocade von Bordeaux die zulässige Geschwindigkeit 70km/h oder mehr beträgt, die erlaubte Geschwindigkeit um 20 km/h reduziert. Die Präfektur gab zusätzlich bekannt, dass intensive Kontrollen durchgeführt werden, um die Einhaltung der Reduzierung der Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Die erforderlichen Informationen werden an die Verkehrsteilnehmer über die Info-Tafeln an der Rocade übermittelt. Gleichzeitig wurde eine Verfügung erlassen, mit der alle Verbrennungsaktionen von Gartenabfällen etc.  im Freiland untersagt werden.

In Paris wird unterdessen vorübergehend für den Innenstadtbereich ein Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge verhängt, die keine Crit’Air-Plakette oder eine der Klasse 5 erhalten haben.

Die für die Rocade von Bordeaux verfügten Beschränkungen lassen erwarten, dass die Einführung der Umweltplaketten Crit’Air in Bordeaux beschleunigt werden wird.

(Y. St-S. :Rocade bordelaise : la vitesse réduite de 20 km/h dimanche en raison de la pollution, in SUDOUEST, 21. 01. 2017, 21. 01. 2017, 16,53h, Internet-Ausg.)

 


Fähre im Dock

Die Sébastien Vauban, die Fähre, die normalerweise jährlich 250.000 Passagiere mit ihren Fahrzeugen zwischen Blaye und Lamarque transportiert, ist zur Zeit außer Diensten. Grund ist die alljährliche Routineüberprüfung, die in diesem Jahr in einem Trockendock in Bordeaux vollzogen werden wird. Die Arbeiten werden im Trockendock an den Bassins à flot in Bacalan durchgeführt, in dem eigentlich auch die Dreimastbark Belem inspiziert und, soweit erforderlich, repariert werden sollte. Die Belem musste nach La Rochelle ausweichen, weil am Dock in Bordeaux eine technische Panne nicht rechtzeitig behoben worden war. Nachdem die Störung inzwischen beseitigt ist, wird die Sébastien Vauban für gut vierzehn Tage im Dock sein und dort von mehr als 40 Fachleuten umsorgt werden, für die nach der Reparatur des Docks damit eine neue und für die Betroffenen hoffentlich regelmäßige Phase von Überholungsarbeiten beginnen wird. In der Zeit, in der die Sébastien Vauban in Bordeaux liegt, wird es keinen Fährbetrieb für Fahrzeuge zwischen Blaye und Lamarque geben. In dieser Zeit wird ein kleineres Boot auf dieser Strecke eingesetzt, das allerdings nur Fußgänger aufnehmen kann.

(D. Lherm: Le bac Blaye-Lamarque en révision à Bordeaux, in: SUDOUEST, 20. 01. 2017)


Nicht ganz verboten

Der Bürgermeister von Bordeaux, der gleichzeitig Präsident von Bordeaux Métropole ist, mag keinen Lärm auf der Garonne. Deswegen hat er sich dafür eingesetzt, dass im Port de la Lune, also in dem Bereich der Garonne zwischen dem Pont de pierre und dem Pont Chaban-Delmas in der Zeit vom 1. Juni bis zum 15. September keine Jetski verkehren dürfen. Als ein kleiner Unternehmer, der gerade in diesem Abschnitt der Garonne mit Jetski Touristen herumkutschiert, um ihnen Bordeaux von der Wasserseite aus zu zeigen, darauf hinwies, dass er damit seinen Broterwerb verlöre, zeigte sich M. le Maire nachdenklich und öffnete ein kleines Türchen unter der Voraussetzung, dass die in Tourismusangelegenheiten agierenden Jetski langsam fahren und leise sind. Damit werden wohl die Jetski und ihr Verbot in friedlicher Koexistenz nebeneinander bestehen.

(B. B. : Juppé ne veut pas de nuisances sonores sur la Garonne, in: SUDOUEST, 19. 01. 2017)


Hoffnung für Le Signal

Pascale Got, Abgeordnete in der Nationalversammlung für das Departement Gironde, kennt aus nächster Anschauung die Probleme, die die Erosion an den Küsten verursacht, und sie ist gut informiert über das Geschehen um das seit 2014 gesperrte und zum Abriss bestimmte Appartementhaus Le Signal in Soulac.  Bislang war aber die den Besitzern angebotene Entschädigung auf kärgliche 20.000 Euro beschränkt, was etwa einem Zehntel des früheren Verkehrswertes der Wohnungen entsprach. In diese noch vor Monaten scheinbar nicht zu lösende Problematik ist jetzt Bewegung gekommen durch eine Gesetzesiniative von P. Got. Danach soll die Entschädigung in Fällen wie sie bei Le Signal vorliegen, auf bis zu 75% angehoben werden, was für die Betroffenen eine beträchtliche Verbesserung darstellt. Das Gesetzesvorhaben ist Anfang Juli 2016 in die Nationalversammlung eingebracht und angenommen worden. Es hat in der zweiten Januarwoche 2017 den Senat passiert, allerdings mit einigen Zusätzen und Änderungsvorschlägen. Es geht nun an die Nationalversammlung zurück zur zweiten Lesung, die für die letzte Januarwoche  angesetzt ist. Noch unsicher ist allerdings, ob das Gesetzgebungsverfahren bis Ende Februar  abgeschlossen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt schließt die Sitzungsperiode der Nationalversammlung. Nächste Gelegenheit zur abschließenden Abstimmung wäre dann nach den kommenden Präsidentschaftswahlen, was naturgemäß eine erheblicher Verzögerung bedeuten würde. Für die Besitzer der Wohnungen im Signal ist das zwar wenig erfreulich, sie werden damit aber wohl leben müssen, zumal die Aussicht auf eine für sie halbwegs befriedigende Lösung ihrer Probleme durch den Zeitfaktor nicht bedroht wird.

(J.-D. Renard : Le recul du trait de côte abonné aux longs débats, in: SUDOUEST, 16. 01. 2017)



Gurp TT 2017

Die an zwei Tagen ausgetragenen Wettbewerbe der 15. Auflage von Gurp TT haben am zweiten Tag, dem Sonntag, mit wenig erfreulichen Wetterbedingungen zu kämpfen gehabt, doch hat der Regen weder die Teilnehmer noch die Zuschauer eingeschüchtert. Alles in allem waren sowohl die Teilnehmer als auch die Veranstalter und Zuschauer zufrieden, wozu nicht zuletzt auch ein beträchtliches Aufgebot an Ordnungshütern beigetragen hat. Insgesamt vierzig Uniformierte sorgten an der Stecke und an drei Zugangskontrollen dafür, dass die Sicherheit erfolgreich gewährleistet werden konnte. Etwas unerwartet, aber verdient durchfuhr der Belgier Daymond Martens nach einem abwechslungsreichen und spannenden Rennen als erster die Ziellinie und trug sich damit in Le Gurp erstmalig in die Liste der Sieger ein.

(M. Chailloux: La quinzième édition s’est jouée de la pluie, und : Un Belge sur

les dunes de Gurp, in: SUDOUEST, 16. 01. 2017)

 

 

Paris: Zone mit Verkehrsbeschränkungen

Seit dem 16. Januar 2016 gelten für Kraftfahrzeuge mit französischen Nummernschildern, die die inneren Bereiche von Paris befahren wollen, Regelungen, deren Nichtbeachtung kostenträchtige Strafgelder nach sich ziehen können. Kern der Neuerung ist die Deklarierung von Zonen, die im Prinzip  mit den in Deutschland in vielen Städten bestehenden Umweltzonen  verglichen werden können.

Mehr dazu: Klick


Kältewelle in Sicht

Die Meteorologen kündigen für Frankreich die kräftigste Kältewelle seit fünf Jahren an. Ab Montag, 16. Januar, werden Temperaturen erwartet, die um vier bis acht Grad unter den langjährigen Durchschnittswerten liegen werden. Besonders betroffen sein werden der Norden und der Osten Frankreichs. Dazu werden dort Schnee und Glatteis den Autofahrern das Leben schwer machen. Das Thermometer wird auf Werte bis -5° oder -10° absinken, wobei bei Schnee lokal noch tiefere Temperaturen möglich sind. Mit Rekordtemperaturen ist  wohl nicht zu rechnen, doch wird sich die Kälte  bis zum Ende der Woche halten. Im Südwesten geht es wieder gnädiger zu, dort werden die Temperaturen zwar auch sinken, sie bleiben aber auch nachts in der Nähe der Null-Gradmarke. Über Tag wird es im Südwesten sonnig sein mit Temperaturen über der Frostmarke. Eine Wetteränderung wird frühestens für das Wochenende erwartet.

(SudOuest.fr (avec AFP) : La France va affronter la pire vague de froid depuis cinq ans, in:SUDOUEST, 15. 01. 2017, 10.50h, Internet-Ausg.)


Stromausfall

Am 13. Januar 2017 fiel gegen 10.00 Uhr am Vormittag im gesamten Stadtgebiet von  Lesparre der Strom aus. Der Ausfall wurde von einem in Uch ohne erkennbare äußere Einwirkung  umgestürzten Baum verursacht, der auf eine Hochspannungsleitung gefallen war. Dabei entstand ein Lichtbogen, der weithin sichtbar war und von vielen für den Blitz eines Gewitters gehalten wurde. Die schnell mobilisierten Techniker von ERD schafften es in kurzer Zeit, die ersten Straßen wieder mit Strom zu versorgen, so dass um 17.00 nur noch Teile von Uch auf die Reparatur warteten. Man erwartete, dass während des Abends auch die letzten Haushalte wieder versorgt werden können.

(A. Larrue, in: SUDOUEST, 14. 01. 2017)

 


Internet auf Rädern

Seit dem 3. Oktober des letzten Jahres ist auf den Straßen des Departements Gironde ein auffällig weiß und grün lackierter Bus unterwegs, in dem es 12 Computerarbeitsplätze gibt und ein Team von Experten für Computer- und Internetangelegenheiten. Der Bus soll ältere Bürger an die Informatik und an das Internet heranführen. Zur Zeit nutzen in Frankreich nur 20% der über 75jährigen das Internet, obwohl inzwischen nicht nur bei der Informationsgewinnung, sondern auch beim Umgang mit Behörden das Internet eine zunehmende Bedeutung hat. Davon könnten nicht zuletzt Ältere profitieren, die auf dem Lande wohnen und mit einem wenig entwickelten Nahverkehrsnetz auskommen müssen. Das Angebot in dem Bus ist als Lehrgang von drei Stunden aufgebaut. Dort, wo der Bus Station macht, findet ein Kurs am Morgen von 9 bis 12.00h und ein weiterer am Nachmittag von 14. bis 17.00h statt. Für die Teilnehmer, die noch nicht über einen Email-Zugang verfügen, kann auf Wunsch eine Email-Adresse eingerichtet werden. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Der nächste erreichbare Halt des Busses im Médoc wird am 1. Februar in Hourtin sein. Anmeldungen müssen erfolgen bis spätestens 25. Januar unter Tel. 05 56 73 28 43 oder 06 20 28 21 74

(R. Boivinet: Le bus numérique fait halte le 1er février, in: SUDOUEST, 13. 01. 2017)


Schwerer Wintersturm

Über den Nordwesten und den Norden Frankreichs ist in der Nacht vom 12. zum 13. Januar ein schwerer Wintersturm hinweg gezogen. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 146 km/h ist in 11 Departements die Stromversorgung von 237.000 Haushalten unterbrochen worden. Verbunden mit teilweise starken Schneefällen und Glatteis gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen.  Nördlich von Paris war ein Thalys für mehrer Stunden durch umgestürzte Bäume blockiert. Die Feuerwehr musste 4.500 mal ausrücken, um Hilfe zu leisten. Die Unwetterwarnung von Météo France für elf im Norden gelegene Departments wurde bis Freitagmorgen verlängert, doch soll der Schneefall gegen 10.00h aufhören. Für das Department Gironde wurde ebenfalls eine Warnung ausgesprochen, allerdings mit geringerer Intensität. Tatsächlich ging es im Médoc bei leicht zweistelligen Temperaturen undramatisch zu. Es hat zwar gestürmt, doch ohne wahrnehmbare Schäden, und von Schnee war dort vorerst keine Spur. Die Meteorologen sprechen zwar von der Möglichkeit, dass es in den nächsten Tagen im Médoc schneien könnte, richtig sicher sind sie sich aber nicht.

(SudOuest.fr avec AFP : Tempête hivernale : 237 000 foyers privés d’électricité, 11 départements encore en alerte, in : SUDOUEST, 13.01.2017, 8.10h, Internet-Ausg.)

 


Sperrung

Der Pont de pierre in Bordeaux ist die älteste Brücke, die dort über die Garonne führt. Das Bauwerk wird bald 200 Jahre alt sein, und es ist nicht mehr in bester Verfassung. Sanierungsarbeiten waren schon in der Vergangenheit mehrfach erforderlich, wobei es immer wieder Beschränkungen für den Verkehr auf der Brücke gegeben hat. Für diesen Sommer ist nun eine neue Sperrung angekündigt worden, die dazu führen wird, dass im Juli und August 2017 kein PKW mehr über die Brücke fahren darf. Noch nicht ganz klar ist, ob die Sperrung zum September 2017 wieder aufgehoben oder ob sie auf Dauer bestehen wird. Feststeht hingegen, dass die Entscheidung über die Brückensperrung weitreichende Auswirkungen für den Straßenverkehr im Ballungsraum Bordeaux haben wird. Zur Zeit nutzen täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge den Pont de pierre, die sich demnächst andere Wege suchen müssen, um von einem Ufer der Garonne an das andere zu gelangen.

(Y. Delneste : Le pont de pierre interdit aux voitures l’été prochain, in : SUDOUEST, 11. 01. 2017)


Camping Municpal Le Gurp

Die Gemeinde Grayan-et-L'Hôpital, Eigentümerin und Betreiberin des Camping municipal in Le Gurp hat die Preise für die Saison 2017 veröffentlicht. Erfreulich festzustellen: die Erhöhungen gegenüber 2016 sind sehr moderat.

(UM, 13. 01. 2017)

Mehr auf unserer Le-Gurp-Seite: Klick

 

Zornige Autofahrer

Radargeräte stehen in der Beliebtheitsskala, die Autofahrer aufstellen würden, ganz weit unten. Nicht selten ergeben sich daraus handfeste Konsequenzen, wie jetzt wieder an zwei Stellen im  Médoc geschehen, wo  feststehende Radarstationen bei Cissac und bei Saint-Laurent das Ziel von Angriffen waren. Beide Geräte wurden so mit Farbe besprüht, dass sie ausfielen und damit zumindest für einige Zeit nicht für den Zweck zur Verfügung stehen, für den sie eigentlich vorgesehen sind. Die Täter sind bislang unbekannt, doch wird nach ihnen gefahndet. Wenn man sie erwischt, werden sie vermutlich längere Zeit sparen müssen, um die Folgen ihrer Farbattacke auszubügeln, denn dafür sieht der Strafenkatalog ein Bußgeld von bis zu 7.500 Euro vor. Zusätzlich können noch Sozialarbeitsstunden verhängt werden. Sollte man bedenken, bevor man zur Sprühdose greift.

(Clin d’oeil, in: SUDOUEST, 09. 01. 2017)



670 Starter

Die 15. Auflage des Motocrossrennens bei Le Gurp wird noch mehr Starter haben als die vorherigen Veranstaltungen. Das zur französichen Meisterschaft zählende Rennen ist von vielen Freiwilligen, die seit Oktober des letzten Jahres sich kräftig geregt haben, vorbereitet worden. Neben der Hauptveranstaltung für Motorräder werden vier weitere Wettbewerbe durchgeführt, für die sich insgesamt 670 Teilnehmer angemeldet haben. Die Rennsrecke ist 15 km lang, davon verlaufen vom Hauptstrand von Le Gurp bis zur Pointe de la Négade 4,2 km über den Strand. Man rechnet wieder mit rund 20.000 Zuschauern. Die haben es in diesem Jahr etwas weniger bequem als bei früheren Veranstaltungen, denn die Zufahrtstraße nach Le Gurp wird aus Sichheitsgründen 500 m hinter dem Kreisverkehr gesperrt, so dass für Besucher die Zufahrt mit PKW zur Rennstrecke nicht möglich sein wird. Die Durchführung der Veranstaltung wird etwa 100.000 Euro kosten, von denen ein großer Teil durch die Startgelder der Teilnehmer hereinkommen wird. Daneben hat der Gemeindeverband Pointe du Médoc 7.000 Euro beigesteuert, weitere 12.000 Euro spendiert das Departement, so dass die Finanzierung der Veanrstaltung gesichert ist.

(J. Lestage : 670 pilotes pour la 15e édition de la Gurp TT, in : SUDOUEST, 10. 01. 2017)


Gute Nachrichten

Die Cahiers méduliens werden zweimal jährlich von der Société archéologique et historique du Médoc (SAHM), die ihren Sitz in Pauillac hat, herausgegeben. Sie bringen auf wissenschaftlichem Niveau Beiträge zur Geschichte de Médoc, die sonst häufig wohl keine Plattform für eine Veröffentlichung gefunden hätten. Mittlerweile ist das 65. Cahier médulien erschienen, bei dessen Vorstellung im letzen Jahr allerdings die Nachricht kursierte, dass damit die letzte dieser Publikationen erschienen sei und dass auch die Tage der  Société archéologique et historique du Médoc  gezählt seien. Offensichtlich hat diese für viele nicht erfreuliche Perspektive Energien freigesetzt, die jetzt ein erstes handfestes Ergebnis vorweisen können. In wenigen Tagen wird nämlich eine neues Cahier médulien erscheinen, und eine weitere Ausgabe für die zweite Jahreshälfte ist ebenfalls in Arbeit. Die Cahiers méduliens sind in den Buchhandlungen des Médoc vorrätig oder dort zu bestellen. Vom Ende der Reihe wird derzeit nicht mehr gesprochen, wobei zu wünschen ist, dass die Société archéologique et historique du Médoc  weitere neue Mitglieder gewinnen kann, die den Fortbestand des Vereins und seiner Aktivitäten sichern können.

(M. Caporal : Les Cahiers méduliens paraîtront cette année, in SUDOUEST, 09. 01. 2017)


Ausgelaufen

Die Dreimastbark Belem, in Frankreich einziger Überlebender der Zeit, in der ein großer Teil der weltweit zu transportierenden Frachten unter Segel auf die Reise gingen, hat den Port de la lune von Bordeaux verlassen. Zwar nicht unter Segel, wie ein Artikel des SUDOUEST vermeldete, aber ausgelaufen ist sie wirklich. Sie nimmt Kurs auf La Rochelle, wo sie für rund drei Wochen ins Trockendock geht, um Routinearbeiten ausführen zu können, die notwendig und vorgeschrieben sind, damit das Schiff weiterhin in Fahrt gehalten werden kann. Eigentlich hätten die erforderlichen Arbeiten in Bordeaux durchgeführt werden sollen, wo es ebenfalls ein Trockendock gibt. Das ist jedoch nicht einsatzbereit, obwohl die dort bestehenden Schäden schon länger bekannt sind. Die Belem wird nach ihrem Besuch in La Rochelle nach Bordeaux zurückkehren und den Rest der für Segler eher ungemütlichen Jahreszeit dort verbringen, bevor es im April wieder auf Fahrt geht.

(M. Derdevet : Le « Belem » a mis les voiles, in : SUDOUEST, 08. 01. 2017)

 



Ermahnungen

Der für Soulac zuständige regionale Rechnungshof hat einen Bericht über die finanzielle Situation von Soulac von 2011 bis 2015 vorgelegt, der an mehreren Stellen Unangenehmes enthält. Darin wird unter anderem bemängelt, dass die Stadt  Nebenhaushalte unterhält, die z.B. für das Flugfeld und den Camping Municipal bestehen, die nicht nach den vorgeschriebenen Regeln geführt werden. Der Rechnungshof verlangt, dass in den bemängelten Bereichen verantwortliche Leiter benannt werden und dass Geschäftsordnungen aufgestellt werden, die finanzielle Risiken verhindern und dafür sorgen sollen, dass erwirtschaftete Überschüsse ordnungsgemäß versteuert werden. Revidiert werden muss auch die bislang geübte Praxis, den beiden kritisierten Bereichen Subventionen aus dem Stadthaushalt zu gewähren, die nicht mit bestehenden Vorschriften in Einklang stehen. Auch zur Verschuldung der Stadt äußert sich der Bericht und fordert, dass schnelle und wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass die Stadtfinanzen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.  In seiner Stellungnahme kündigt der Bürgermeister an, dass die erforderlichen Maßnahmen zum Flugfeld und zum Camping municipal schnell eingeleitet werden sollen. Zum Schuldenstand wird aber nur auf die Faktoren verwiesen, die erklären sollen, warum mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde, wobei jedoch nicht erkennbar wird, wie das Problem gelöst werden soll.

(J. Lestage: Soulac doit surveiller sa situation financière, in: SUDOUEST, 07. 01. 2017)


Aufwind

Wenn der Flughafen Bordeaux-Mérignac in den Medien erscheint, dann zumeist mit Erfolgsmeldungen. Das geschieht auch beim Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016, denn da sind wieder kräftige Steigerungsraten zu vermelden. So hat die Zahl der Fluggäste zugelegt auf 5,8 Millionen, 470.000 mehr als im Vorjahr. Dabei ist der Zuwachs vor allem bei den Billigfliegern entstanden, die 15,9% mehr Passagiere befördert haben als 2015. Der Billigfliegerbereich macht inzwischen 45% des Umsatzes des Flughafens aus, und er bringt 75% der Zuwachsraten. Im letzten Jahr hat sich das Angebot an Zielen, die von Mérignac aus direkt angeflogen werden, auf 101 erhöht, wobei im Vorjahr 10 neue Zielflughäfen dazugekommen sind. Diese Entwicklung wird sich auch 2017 fortsetzen, da schon acht neue Zielorte feststehen.

(St. Dubourg: Nouvel envol pour l’aéroport , in: SUDOUEST, 05. 01. 2016)



Attraktives Departement

Das Departement Gironde hat eine durchaus positive Bevölkerungsbilanz vorzuweisen, denn von 2009 bis 2014 nahm die Zahl seiner Einwohner um 91.355 zu. Das ergaben unter anderem die soeben von INSEE, dem nationalen Institut für Statistik in Frankreich, publizierten Ergebnisse der letzten Volkszählung. Dabei wurde auch bestätigt, dass die Gironde mit 1.526.016 Einwohnern das bevölkerungsreichste Departement der Nouvelle-Aquitaine ist. Die Zunahme im Auswertungszeitraum um insgesamt 6,3% stellt ebenfalls den höchsten Wert in der Region dar, gefolgt vom Departement Landes, das es auf einen Zuwachs von 5,27% brachte. Nach wie vor wirkt der städtische Bereich um Bordeaux, der seit 2015 Bordeaux Métropole heißt, wie ein Magnet auf Zuzügler, wobei die Steigerung der Einwohnerzahlen sich vor allem in den mehr am Rand des Ballungsraumes Bordeaux gelegenen Gemeinden vollzog, in denen noch Platz für Neuansiedler war. Bei der Bevölkerungsstatistik des Departements gab es nur wenige Verlierer, zu denen Arcachon (- 9.30%) und auch Soulac (- 7%) zählen.

(V. Deymes: La Gironde reste très attractive, in: SUDOUEST, 03. 01. 2017)


Schnee ist nicht gleich Schnee

Am Vormittag des 4. Januar hat es in Bordeaux und in Floirac leicht geschneit, zumindest war nachher die Erde mit einem feinen weißen Überzug versehen. Allerdings begann sofort danach eine Diskussion darüber, ob das, was von oben kam, Schnee war oder nicht. Die Meinung wurde vertreten, dass das, was da weiß vom Himmel gefallen war, zwar aussah wie Schnee, dabei aber in Wirklichkeit Folge der Luftverschmutzung war, die dazu geführt hätte, dass Feinstaubpartikel  zu Kristallisationskernen für Feuchtigkeit wurden und danach den Erdboden weiß machten. Die Gegenmeinung wurde auch vertreten, dass der Niederschlag doch wohl richtiger Schnee gewesen sei. Eine eindeutige Diagnose war nicht zu stellen, zumindest fürs erste nicht. Die Meteorologen, die es eigentlich wissen sollten, beruhigten aber die Gemüter. Sie sagten, es könnte durchaus sein, dass die Feinstaubtheorie zuträfe, doch sei das kein Grund zur Beunruhigung. Der weiße Niederschlag sei jedenfalls ungefährlich, und wenn er auf Feinstaubeinflüsse zurückginge, dann sei die Luft danach richtig gereinigt, und das sei eher ein Grund  zur Zufriedenheit. Der Reinigungseffekt stellt sich übrigens bei jeder Form von Niederschlag ein, noch ein Grund zur Entdramatisierung.

(Sudouest.fr : Y a-t-il eu de la neige de pollution ce mercredi à Bordeaux ? in : SUDOUEST, 04. 01. 2017, 16.51h, Internet-Ausg.


Es wird winterlich

Die Meteorologen haben Kaltes zu vermelden. In den nächsten Tagen wird es, besonders in den nördlichen und östlichen Regionen Frankreichs richtig kalt mit Nachttemperaturen, die bis -10° absinken können. Im Südwesten werden die Temperaturen zwar auch fallen, aber höchsten bis -2° oder maximal -6°. An den Küsten wird es nicht ganz so kalt, da wird sich das Thermometer in den Nächten um oder leicht unter Null Grad bewegen. Tagsüber ist mit Werten um 8-10 Grad zu rechnen. Es wird auch Schnee geben, aber auch hier ist nur der Norden und der Nordosten davon betroffen. Im Südwesten wird es wohl vorerst nichts mit dem, was manche als weiße Pracht bezeichnen.

(Sudouest.fr. : Une vague de froid s’abat sur la France cette semaine, in SUDOUEST, 02. 01. 2017, 15.17h, Internet-Ausg.)


Neues von der Trüffel-Front

Trüffeln sind eigentlich botanisch wenig spektakuläre Pilze, die in der Erde heranwachsen und dabei nicht kundtun, wo sie das machen. Da diese Pilze aber einen Geschmack haben, der nicht Seinesgleichen hat und da das Aufspüren der Trüffeln von geheimnisumwobenen Mythen umgeben ist, gehören sie nicht zu den Gewächsen, die die normal-bürgerliche Küche standardmäßig verwendet, zumal die Preise, die für Trüffeln gefordert und gezahlt werden, in Dimensionen vorstoßen, die für Exklusivität garantieren. Seit einigen Jahren hat man in den Regionen, in denen diese exquisiten und teuren Pilze gefunden werden können, angefangen, darüber nachzudenken, ob man sie nicht züchten könnte. Das geht zwar nicht so einfach wie bei Champignons, aber einige Experten haben dennoch Verfahren entwickelt, die ihre ersten Ergebnisse zeigen, und die sind ermutigend. Und, mindestens ebenso wichtig: man kann keine Qualitäts- und Geschmacksunterschiede zwischen wilden und gezüchteten Exemplaren ausmachen.

Die Nachfrage nach Trüffeln in Frankreich übersteigt seit langem die Mengen, die in  nach traditionellem Verfahren geerntet werden konnten, so dass Trüffeln importiert werden mussten, vornehmlich aus Italien aber auch aus China. Die durchschnittlich in den letzten Jahren in Frankreich geerntete Menge überstieg nie 50 Tonnen, und in 2016, als besonders ungünstige klimatische Bedingungen das Wachstum der Trüffeln behindert haben, lag sie deutlich darunter. Daraus ergaben sich Preise für die Trüffeln, die in die Nähe und über die Marke von 1000 Euro pro Kilo schnellten. Es ist noch verfrüht, um gesicherte Prognosen darüber anzustellen, in welchen Mengen künftig Trüffeln gezielt gezüchtet werden können, aber die Aussichten sind so, dass man annehmen kann, dass in den nächsten Jahren, das Angebot an Trüffeln in Frankreich zunehmen wird, wobei ein wahrnehmbarer Teil der Angebote aus Zuchtbetrieben stammen wird.

(Axelle Maquin-Roy : La truffe, ça se cultive, in: MAGSO, Beilag zu SUDOUEST, 31.12. 2106


Offices de Tourisme

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 werden die bisherigen Gemeindeverbände Pointe du Médoc und Lacs médocains zusammengelegt, weil ihre Größe unter der von der Präfektur angesetzten Mindestgröße für Gemeindeverbände liegt. Der neue Gemeindeverband wird den Namen Médoc Atlantique tragen. Die mit der Zusammenlegung erwartete Einsparung von Verwaltungskosten soll sich auch bei den Offices de Tourisme zeigen. Aus diesem Grund werden die bisher teilweise in der Regie der einzelnen Gemeinden geführten Office de Tourisme in einen größeren Verband überführt. Der Verwaltungssitz des neuen gemeindeübergreifenden Office de Tourisme wird in Lacanau sein. Die bisher selbständigen Tourismusbüros bleiben erhalten, werden jedoch verwaltungsmäßig zentral geführt und finanziert. Die dafür erforderlichen Kosten werden aus der Taxe de séjour bestritten. Die Lokalitäten und die Einrichtungen der bisherigen Offices de Tourisme werden von den Gemeinden kostenfrei der neuen Organisation zur Verfügung gestellt. Auch die bisher bestehenden Arbeitsverhältnisse der Angestellten werden nicht verändert, so dass diejenigen, die sich bei den Offices de Tourisme informieren, kaum merken werden, dass es im Hintergrund Veränderungen gegeben hat..

(M. Caporal: Quel sort pour les offices de tourisme ? in: SUDOUEST, 31. 12. 2016)


Noch kein  Winter

In Frankreich wird es kalt oder es ist schon frostig. Allein im Südwesten und am Mittelmeer bleiben die Temperaturen in den nächsten Tagen noch im positiven Bereich. Das gilt zumal für die Nachttemperaturen, die in weiten Teilen Frankreichs deutlich unter die Frostgrenze gefallen sind, während es in der Nouvelle-Aquitaine immer noch relativ mild mit Temperaturen im Bereich über Null Grad zuging. Diese Wetterlage, die von einem Zustrom Milder Luft aus Nordwest dominiert wurde, wird jedoch nicht lange Bestand haben. Bad drohen auch im Südwesten Frankreich zumindest für ein paar Tage winterliche Nachttemperaturen. Ein richtiger Winter wird daraus aber in absehbarer Zeit nicht.

(V. Romain: La France a froid mais pas le Sud-Ouest : pourquoi ? Est-ce que ça va durer ? In SUDOUEST, 30. 12. 2016, 14.22h, Internet-Ausg.