Liebe Leserinnen und Leser der Medoc-Notizen,

am 15. August sind die Médoc-Notizen „umgezogen“ .

Seit diesem Tag ist unsere maßgebliche Adresse:

http://medoc-notizen.eu/

 

Und seit diesem Tag ist die alte Version der Médoc-Notizen, die Sie jetzt sehen, „eingefroren“ worden auf dem Stand vom 15. August 2017. Alle Aktualisierungen, die wir seit dem 15. August 2017 vorgenommen haben,  erreichen Sie nur über:http://medoc-notizen.eu/

Beachten Sie bitte die Hinweise und Erläuterungen, die wir auf der Startseite der „neuen“ Médoc-Notizen untergebracht haben.

UM für die Redaktion der Médoc-Notizen

 

 

Einladung zur Mitarbeit


Wir suchen immer nach  Bildern, Texten und Informationen, die wir für die Euronat-Chronik verwenden können. Besonders gefragt sind Dinge, die Einblicke in die ersten Euronat Kontakte, wenn möglich mit Bildern. Wenn Sie sich erinnern, schreiben Sie auf, wie und wann Sie das erste Mal in Euronat waren. Stellen Sie uns Ihren Bericht zur Verfügung. Wir akzeptieren dabei Ihre Wünsche hinsichtlich der Weitergabe oder auch nicht von Verfassernamen etc

Dank schon jetzt für Ihre Mitarbeit.


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August 2017

Der Umzug hat begonnen

Wir haben schon vor geraumer Zeit angekündigt, dass die Médoc-Notizen ein neues Zuhause bekommen müssen. Noch stehen viele Kartons herum, aber wer will, kann sich schon einen Eindruck von dem neuen Ambiente machen.

Das neue Zuhause der Médoc-Notizen: http://medoc-notizen.eu/



Wieder zu haben

Am Cap Ferret steht einer der vielen Bunker, die im Zweiten Weltkrieg als Teil des sogenannten Atlantikwalls im Auftrag der deutschen Besatzer gebaut worden sind. Das wäre keine Nachricht, zumal es je nach Zählungen bis zu rund 15.000 dieser Bunker gibt, die die europäischen Küsten vom Nordkap bis zu den Pyrenäen gegen alliierte Angriffe schützen sollten. Allerdings hat dieser Bunker am Cap Ferret eine Besonderheit, die alle anderen Bunker nicht haben: Er befindet sich in privater Hand und wird zum Verkauf angeboten. Zum ersten Mal wurde er vor einem Jahr angeboten und fand, wie es schien, schnell einen Käufer, der bereit war, für den überaus stabilen Betonklotz 400.000 Euro anzulegen. Offenbar war der Käufer aber zu optimistisch, als er an die Finanzierung ging, denn tatsächlich konnte er den Kaufpreis nicht aufbringen und trat schließlich notgedrungen von dem Vertrag zurück. Da der ursprüngliche Besitzer bei seiner Verkaufsabsicht geblieben ist, hat er seinen Bunker erneut angeboten, diesmal für 295.000 Euro netto, zu denen aber noch Nebenkosten und Aufwendungen für erforderliche Arbeiten gerechnet werden müssen, so dass die Gesamtsumme doch nahe bei den zuerst geforderten 400.000 Euro bleibt. Das ist ein erkleckliches Sümmchen für ein Bauwerk ohne Fenster, das nur als Lagerraum genutzt werden kann. Dafür ist er jedoch besonders gut geeignet, denn in seinem Innern herrschen ziemlich konstant das ganze Jahr über 14 Grad, was ideal für Wein wäre. Damit grenzt sich aber der Kreis der potentiellen Käufer ein, denn wenn der Kauf sinnvoll sein soll, dann muss auch Wein eingelagert werden, und das wohl nicht mit Billigprodukten. Bleibt abzuwarten, wie die Angelegenheit ausgehen wird. Bis dahin kann man aber, wenn man dazu neigt, in Gedanken durchspielen, wie es wäre, wenn man einen Originalbunker Baujahr 1943 sei eigen nennen könnte.

(D. P.: Bassin d’Arcachon : le blockhaus du Cap Ferret est toujours en vente sur Le Bon Coinin: SUDOUEST, 14. 08. 2017, Internet-Ausg.)


Auch ein Rekord

Wer von Bordeaux an die Küste will, hat es nicht weit, aber er hat mit vielen zu rechnen, die zur  selben Zeit dieselbe Idee haben. Und da das Straßennetz zum Atlantik nicht ausgelegt ist für sommerliche Höchstbelastungen, passiert, was passieren muss: Es staut. Am Montag gab es auf der Strecke von Bordeaux zum Cap Ferret einen neuen Rekord, denn die Autoschlange, die sich dort Stoßstange an Stoßstange zentimeterweise voranquälte, war um die Mittagszeit 20 km lang. Ein Geschäftsmann, der auf dem Weg nach Bordeaux an dem Stau vorbeifuhr, erklärte, er habe einen derartigen Stau noch nicht gesehen. Doch hatte er eine Erklärung parat, indem er die Faktoren aufzählte, die zusammengewirkt haben: Hochsaison + langes Wochenende zum 15. August + Hochsommertag. Den Autofahrern, die dazu beigetragen haben, dass dieser Staurekord gelingen konnte, wird diese Erklärung wenig Linderung verschafft haben, aber eine Alternative zeichnete sich sowieso nicht ab.

(Y. D. :Gironde : bouchon record ce lundi midi vers la presqu’île du Cap Ferret, in: SUDOUEST, 14. 08. 2017m 15.15h, Internet-Ausg.)

 


Die Piscines von Soulac

An der Plages des Cantines, dem Strandabschnitt nördlich von Soulac in Richtung der Pointe de Grave gibt es eine Reihe von mit Ozeanwasser gefüllten Becken, die umgangssprachlich als Piscines, also Schwimmbecken, angesprochen werden. Tatsächlich sind es dreieckige, zum Atlantik hin mit massiven Felsbrocken befestigte Gebilde, die zum Schutz der an dieser Stelle besonders von der Erosion bedrohten Dünenkante in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt worden sind. Wenn diese sägezahnförmig in den Ozean ragenden Felsaufschüttungen nicht gebaut worden wären, wäre inzwischen die Nordspitze des Médoc wahrscheinlich zur Insel geworden. Der Entschluss zum Bau dieser Bollwerke gegen die Wellen erfolgte nach heftigen Sturmfluten in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als in Soulac an der Strandkante mehrere Villen ein Opfer der Wellen geworden waren. Nachdem während des zweiten Weltkrieges die Piscines vernachlässigt worden waren, wurden sie danach wieder instand gesetzt und haben ihre Aufgabe bis heute erfüllt. Als Nebeneffekt gibt es immer noch die an der gesamten Médocküste einzigartige Möglichkeit, hinter den Felsbarrieren gefahrlos zu baden, was von vielen Eingeweihten auch weidlich genutzt wírd. 

(A. Delacour: Des piscines naturelles d’eau salée en bordure de l’océanin: SUDOUEST, 4. August 2017)

Bilder zu den piscines: Klick



Sommer auf Stippvisite

Am zweiten Augustwochenende ziehen die Schlechtwetterfronten aus dem  Südwesten Frankreichs ab und machen sommerlichen Verhältnissen Platz. Am Montag wird es wieder richtig warm, aber die Freude wird von kurzer Dauer sein, denn danach kommen die nächsten Störungen vom Atlantik mit wiederum zurückgehenden Temperaturen. Dieses Wetter wird wahrscheinlich für den Rest der kommenden Woche dominieren, aber ganz sicher ist das  noch nicht. Sicher ist hingegen, dass die Erwartungen an den Sommer in den letzten Wochen im Südwesten Frankreichs nicht erfüllt worden sind.

(Sudouest.fr: Météo : le soleil est de retour ce week-end… avant une nouvelle dégradation, in: SUDOUEST, 11. 08. 2017, 19.10h, Internet-Ausg.


Badeverbot

An der Mole von Hourtin Port steht seit dem 9. August ein nicht zu übersehender Hinweis, mit dem das Baden wegen schlechter Ergebnisse bei der Kontrolle des Wassers verboten wird.  Grund waren die Ergebnisse einer Wasserprobe, die zwei Tage zuvor genommen worden war und die eine hohe Konzentration von Enterokokken gezeigt hatte. Warum diese erhöhten Werte aufgetreten sind, weiß  man nicht so genau. Möglich ist, dass durch die starken Niederschläge der letzten Tage Verunreinigungen in das Seewasser gelangt sind. Verstärkt wird die Verunreinigung noch dadurch, dass der See in diesem Jahr wegen der nur spärlichen Niederschläge im Winter ungewöhnlich wenig Wasser hat, weshalb bei Schadstoffen schnell höhere Konzentrationen auftreten als in wasserreicheren Jahren. Die Sperrung gilt zunächst bis zum 12. August. Wie es danach weitergeht, hängt von neuen Wasserproben ab, auf deren Auswertung noch gewartet wird.

(A. Delacour. Baignade interdite après un contrôle sanitaire, in: SUDOUEST, 11. 08. 2017)


Zwangspause

Die Diskothek Le Beach Room in Montalivet ist zum 31. Juli 2017 für drei Monate auf Geheiß der Präfektur geschlossen worden. Die Verfügung ist ergangen, nachdem in der Diskothek Verstöße gegen das Arbeitsrecht festgestellt worden waren. Dem Betreiber  wird vorgeworfen, seine Angestellten nicht entsprechend den rechtlichen Vorschriften beschäftigt zu haben, da deren Gehaltsabrechnungen offenbar nur nach dem ersten Anschein regulär waren. Tatsächlich wurden aber Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nicht so verbucht und abgeführt wie dies erforderlich gewesen wäre. Der Inhaber der Diskothek bestreitet die Vorwürfe und behauptet, eventuell unterlaufene Fehler in kurzer Zeit zu bereinigen. Außerdem gefährde die Schließung den Bestand des Unternehmens. Die ermittelnden Behörden schenken diesen Beteuerungen jedoch wenig Glauben, wobei darauf verwiesen wird, dass dieselbe Diskothek in der Vergangenheit schon mehrfach Interventionen der Gendarmerie ausgelöst hatte. Aus einem derartigen Grund war der Betrieb im Jahr 2014 schon einmal für einen  Monat stillgelegt worden. So wie es aussieht, fällt die Saison 2017 im Beach Room weitgehend aus

(J. Lestage: Porte close au Beach Room, in: SUDOUEST, 10. 08. 2017)


Kontrolle ist besser

In der Touristensaison gibt es auch im Südwesten Frankreichs eine Fülle von  Märkten, auf denen regionale Produkte angeboten werden. Allerdings, so stellt sich heraus, stammen diese Produkte längst nicht immer aus dem Gebiet, in dem die Märkte stattfinden. Verbraucherschützer warnen vor allzu folkloristisch gekleideten Verkäufern, von denen nicht selten Lebensmittel angeboten werden, die  nicht aus regionaler handwerklicher Produktion, sondern aus Industriebetrieben stammen, die mit der Gegend, in der die Märkte stattfinden, nur wenig zu tun haben. Manche Anbieter verstiegen sich gar zu Phantasieprodukten wie etwa foie gras d’écureuil (Stopfleber von Eichhörnchen !!) oder foie gras d’abeille (Bienenstopfleber???). Den potentiellen Käufern ist zu empfehlen, sich genau über die Herkunft der angebotenen Erzeugnisse zu informieren, denn für eine ganze Reihe von Produkten gibt es geschützte Herkunftsbezeichnungen, die die Verkäufer eigentlich von sich aus angeben müssten. Vorsicht ist auch geboten bei Lebensmitteln, die besonders teure Bestandteile enthalten, wie z. B. Trüffeln, bei denen nicht selten unterschlagen wird, dass es nicht hochwertige Trüffeln aus dem Périgord sind, sondern entfernte Verwandte aus China, deren Geschmack mit Exemplaren aus dem Périgord nicht zu vergleichen ist. Vorsicht ist auch angezeigt bei bestimmten Wurstsorten, in denen z. B. angeblich ein Mix aus Esels- und Schweinefleisch enthalten ist. Von dieser korsischen Spezialität gehen jährlich in Frankreich etwa 11.000 Tonnen über die Ladentische. Gut für die Verkäufer, schlecht für die Käufer, denn in Korsika werden jährlich nur etwa 1.000 Tonnen dieser nicht billigen Spezialität erzeugt.

(S. Cottin: Cet été, ne passons plus pour des truffes, in: SUDOUEST, 8. 8. 2017)

 


Rekord in Mérignac

Im Juli 2017 sind in Bordeaux-Mérignac  667.000 Passagiere gezählt worden. Damit hat der Flughafen neue Kunden angezogen und eine starke Zunahme bei den Passagierzahlen registriert, zu der vor allem Billigflieger wie Easyjet, Volotea und Ryanair beigetragen haben. Die Billigflieger haben bei den Reisenden um 17% zugelegt und stellen derzeit etwa die Hälfte der Fluggäste von Bordeaux-Mérignac. Bei den Zielflughäfen haben vor allem die ausländischen Bestimmungsorte Zunahmen zu verzeichnen mit einem deutlichen Plus bei südlichen Zielen in Spanien, Portugal und wenig dahinter Italien und Griechenland. Bei den innerfranzösischen Zielorten sind die Passagierzahlen von Bordeaux aus  vor allem  in Richtung Korsika und französische Mittelmeerküste angestiegen. Aber auch Regionen, die für gewöhnlich weniger von der Sonne verwöhnt werden, haben mehr Fluggäste angezogen wie zum Beispiel Hamburg, Frankfurt und Budapest.

(Aéroport de Bordeaux : nombre record de passagers en juillet,in: SUDOUEST, 07. 08. 2017, 14.26h, Internet-Ausg.)


Fernbusse im Aufwind

Fernbusse heißen in Frankreich Cars Macron, weil der derzeitige Präsident sie auf den Weg gebracht hat, als er vor zwei Jahren als Wirtschaftsminister die dafür notwendigen gesetzlichen Grundlagen geschaffen hat. Nicht ohne Einfluss war dabei das deutsche Beispiel, wo die Fernbusse seit 2013 zugelassen sind und schon im ersten Jahr 8,2 Millionen Fahrgäste befördert haben, eine Zahl, die sich auf 24 Millionen gesteigert hat im letzten Jahr. Verglichen damit haben die französischen Zahlen noch erhebliches Entwicklungspotential, denn dort wurden 2016 erst 6,2 Millionen Reisende in Fernbussen gezählt, doch zeigen die Statistiken nach oben und verheißen einen langfristigen Aufwärtstrend. Die Attraktivität dieses Verkehrsangebotes liegt eindeutig beim Preis, wo es z.B. möglich ist, für 5 Euro von Bordeaux nach Clermont-Ferrand zu gelangen, und das in fünf Stunden. Auf anderer Linien sind die Fahrzeiten allerdings weniger attraktiv, denn nicht immer werden Ziele direkt und auf dem kürzesten Weg angefahren, weil das Fahrgastaufkommen manchmal zu gering ist, um danach die Fahrpläne auszurichten. Immerhin muss man sich während der Fahrten nicht langweilen, denn alle drei in Fankreich noch im Geschäft verbliebenen Fernbusunternehmen bieten einen kostenlosen Internet-Zugang, Stromversorgung an den Plätzen, Toiletten etc.

Es empfiehlt sich aber, bei der Buchung auf die Fahrzeiten zu achten und sie mit den Angeboten der Konkurrenz zu vergleichen, um möglichst zügig voranzukommen und um einen möglichst günstigen Fahrpreis zu ermitteln. Verglichen mit den Preisen der Bahn sind dabei immer noch erhebliche Einsparungen möglich. Allerdings haben sich die Bustickets in den letzten beiden Jahren um 34% verteuert, wobei die drei im Markt verbliebenen Anbieter aber immer noch rote Zahlen schreiben. Angesichts der Zuwachsraten bei den Fahrgästen gehen die Busunternehmen davon aus, dass dieser für sie unbefriedende Zustand in naher Zukunft überwunden wird und damit sichergestellt wird, dass sich die Fernbusse als Verkehrsmittel dauerhaft etablieren können.

(B. Lasserre: Pour les cars Macron, c’est la marche en avant, in: SUDOUEST, 07. 08. 2017)

Mehr mit Links zu Fernbussen: Klick


Olympisches Surfen In Lacanau?

Nachdem nun wohl feststeht, dass Paris Austragungsort der Olympischen Spiele von 2024 sein wird, bringen sich die Orte in Stellung, an denen Wettkämpfe ausgetragen werden sollen, für die in Paris die Voraussetzungen fehlen. Dazu gehören die Surfdisziplinen, die die Stadtväter von Lacanau gern an die Küsten des Médoc holen möchten. Vorbereitungen, um die zuständigen Gremien in diesem Sinne zu beeinflussen, sind bereits gestartet worden, doch hat Lacanau Konkurrenz in Biarritz und Hosségor, wo man ebenfalls alles tut, um die eigenen Vorteile ins rechte Licht zu rücken.

In Lacanau, so heben die Stadtväter hervor, hätte man Platz für die Baulichkeiten, die noch errichtet werden müssten und vor allem gebe es ausreichend Parkmöglichkeiten, was in Biarritz und Hosségor nicht der Fall sei. Bevor eine Entscheidung fällt, muss erstmal das Olympische Komitee, das im Herbst tagen wird, seine Entscheidung für Paris 2024 formell bestätigen, dann wird man sehen, wie es weitergeht.

(P. Barbin: L’inconnue des Jeux Olympiques à Lacanau, in: SUDOUEST, 04. 08. 2017)


Schrecksekunde in Mérignac

Am Mittwoch, 2. August, wurden die Fluggäste in der Hall B des Flughafens Bordeaux-Mérignac kurz vor 20.00h durch  einen lauten Knall und das Geräusch splitternden Glases erschreckt. Einige von ihnen warfen sich zu Boden, weil sie offensichtlich glaubten, in einen terroristischen Anschlag geraten zu sein. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die zu Bruch gegangene Fensterscheibe geborsten war, weil das Gestänge, das die Scheiben stützt, gebrochen war. Die Flughafenleitung setzte eine sofortige Untersuchung in Gang und gab bald danach bekannt, dass die zu Bruch gegangene Scheibe durch einen technischen Defekt und nicht durch eine terroristischen Akt zerstört worden war. Mit Ausnahme der erforderlich gewordenen Reinigungs- und Aufräumarbeiten wurde der Betrieb des Flughafens nicht gestört.

(B. Bz.: Aéroport de Bordeaux : une vitre s’effondre et effraie les passagers, in: SUDOUEST, 03. 08. 2017, 17.20h, Internet-Ausg.

 


Zusammenstoß mit Nahverkehrszug

Beim Zusammenstoß zwischen einem Nahverkehrszug, der in Richtung Soulac unterwegs war, und einem Pkw sind am Abend des 3. August bei Ludon zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Auto stand mitten auf den Gleisen, als es von dem Triebwagen erfasst und 800 m weit mitgeschleift wurde. Es geriet in Brand und wurde völlig zerstört. Das Feuer griff auf den Zug über, wurde aber bald gelöscht. Die etwa dreißig Fahrgäste wurden mit Taxis an ihre Zielorte gefahren. Die Feuerwehr konnte erst nachdem die Fahrzeugreste, die sich unter dem Zug verkeilt hatten, freigelegt worden waren, feststellen, dass sich in dem Fahrzeug zwei Personen befunden hatten. Unklar ist, warum der Fahrer des  Autos den herannahenden Zug nicht bemerkt hat. Als Erklärung gab die Feuerwehr an, dass wegen der tiefstehenden Sonne möglicherweise das rote Blinklicht an dem Bahnübergang und die geschlossenen Halbschranken übersehen worden seien. Durch den Unfall wurde der Bahnverkehr unterbrochen. Er soll im Verlauf des Nachmittags des 4. August  wieder aufgenommen werden.

(Fl. Moreau: Gironde : collision entre un TER et une voiture, deux personnes sont mortes calcinées, in: SUDOUEST, 04. 08. 2017, 7.41h, Internet-Ausg.)

 


Le troisième homme – der dritte Mann?

Wer bei dieser Überschrift an einen Film denkt, wird gedankliche Verbindungen zum  Dritten Mann, den Filmklassiker von Carol Reed nach dem Roman von Graham Greene aus dem Jahre 1949 herstellen. Ein Paläontologe, also ein Wissenschaftler, der sich mit vorgeschichtlichen Funden und Überresten beschäftigt, denkt wahrscheinlich an eine dritte Menschenart, und das aus gutem Grund. Seit geraumer Zeit weiß die Wissenschaft nämlich, dass es in unseren Breiten einst zwei Menschentypen gegeben hat, den allseits bekannten Neandertaler, benannt nach einer Fundstelle nicht weit von Düsseldorf und den modernern Cro-Magnon-Menschen, der seinen Namen von einer Fundstelle im französischen Dordogne-Gebiet bekommen hat. Beide Menschen haben geraume Zeit nebeneinander existiert und sind sich dabei keineswegs aus dem Wege gegangen,  so dass in den modernen Europäern genetische Spuren dieser Verwandten aus der Vorzeit in der Größenordnung um 2% des Erbguts nachzuweisen sind. Von einem dritten Menschen neben Neandertaler und Cro-Magnon-Menschen  reden die Wissenschaftler erst seit wenigen Jahrzehnten, nachdem in einer Höhle im südlichen Sibirien Zahn- und Knochenteile von einem Menschen gefunden wurden, die weder Neandertaler noch Cro-Magnon-Menschen waren. Nach anfänglicher Skepsis haben sich die Paläontologen darauf geeinigt, diesen dritten Menschen als Denisoa-Menschen zu bezeichnen. Das Alter der sibirischen Funde wurde inzwischen auf ca. 40.000 – 50.000 Jahre vor unserer Zeit festgelegt.

Bislang sind die Forschungsergebnisse , die bei der Analyse der Überreste des Denisoa-Menschen entstanden sind, nur einem kleinen Kreis von Experten bekannt, doch soll sich das bald ändern. Zu diesem Zweck wird in Les Eyzies, dem Sitz des französischen nationalen Museums für die Früh- und Vorgeschichtge eine Ausstellung gezeigt, die Kenntnisse vom Denisoa-Menschen  einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Auch der Denisoa-Mensch hat bis in die Gegenwart reichende genetische Spuren hinterlassen, die sich bei den heutigen Südseebewohnern nachweisen lassen, bei denen bis 4% ihres Erbmaterials auf den  Denisoa-Menschen zurückgeht.

Die Ausstellung in Les Eyzies ist im Juli und August täglich von 9.30h bis 18.30h geöffnet. Sie endet am 13. November. Besuchern wird empfohlen, an einer Führung teilzunehmen. Reservierugen per Telefon: 05 53 06 45 45

(H. Chassan: Notre nouveau cousin russe de Denisova, in: SUDOUEST, 30. 07. 2017)



Besitzerwechsel

Im Bordelais gibt es rund 7000 Châteaux, manche sagen, sogar noch mehr. Angesichts dieser großen Zahl ist es natürlich, dass Besitzerwechsel vorkommen, die zumeist geräuschlos und unbemerkt von der Öffentlichkeit vor sich gehen. Wenn eines der renommierten Châteaux einen neuen Inhaber bekommt, dann wird das jedoch registriert und unter Umständen auch kommentiert. Die jüngste Nachricht in diesem Bereich betrifft das Château Troplong-Mondot, premier grand cru classé B de Saint-Émilion. Dieser Besitz, der 29 ha Anbaufläche umfasst, wurde Anfang Juli an die Rückversicherungsgesellschaft Scor verkauft. Nach Aussagen des vorhergehenden Besitzers wird sich dadurch auf dem Château wenig ändern. Das zu dem Château gehörende mit einem Michelinstern bedachte Restaurant und auch die Chambres d’hôte bleiben erhalten. Mit Ausnahme der Ernennung eines neuen Generaldirektors wird auch die Belegschaft weiterhin das tun, was sie bislang gemacht hat.

Zur Zeit sind noch andere Verkäufe in der Verhandlung oder schon abgeschlossen. Dazu gehört das Clos de la Madeleine, das an einen Geschäftsmann aus Libourne geht, der bereits mehrere Châteaux im Bordelais besitzt. Noch nicht bestätigt, aber wohl ziemlich sicher ist, dass in nächster Zukunft weitere Châteaux im Bereich von Saint Émilion den Besitzer wechseln werden, wobei diesmal keine chinesischen Namen im Gespräch sind. Wer sich in diesen Gefilden einkaufen will, braucht ein gut gefülltes Konto, denn die Preise im Gebiet von Saint-Émilion sind in der Größenordnung von 180.000 bis 2,3 Millionen Euro  pro Hektar angesiedelt.

(J.-Ch. Galiacy: De grands crus cédés à des grands groupes, in: SUDOUEST, 29. 07. 2017)

 


Noch immer TGV-Stress

Man weiß inzwischen zwar, was die im Bahnof Montparnasse in Paris aufgetretene Panne im Signalsystem ausgelöst hat, von einer umgehenden Rückkehr zum pünktlichen und fahrplangemäßen Verkehr ist aber noch nicht  die Rede. Die Reparaturarbeiten werden sich noch einige Stunden hinziehen und danach wird, so hofft man, schrittweise wieder auf den Normalmodus geschaltet. Im Klartext heißt das, das auch am Mittwoch auf den von Montparnasse ausgehenden Linien  noch nicht alles so rund läuft wie sich Reisende das wünschen. Alles in allem ist man bis in die Regierung hinein betroffen, dass ausgerechnet die neueste Paradestrecke der TGV knapp einem Monat nach Aufnahme des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen Bordeaux und Paris von einer derartigen Panne heimgesucht wurde. Die zuständige Minsterin hat ziemlich ungnädig bis zum kommenden Wochenende einen detaillierten Bericht der Bahn eingefordert, der jedoch an dem Malheur nichts ändern wird. Fachleute fühlen sich bestätigt in ihrer schon lange zu hörenden Kritik, dass die französische Staatsbahn überall dort in fragwürdige Weise gespart hat, wo dies von der Öffenltichkeit nicht wahrgenommen wurde. Die jetzt geschehene Störung sei vor diesem Hintergrund nicht unerwartet gekommen und es werde geraume Zeit dauern, bis die Bahn nicht mehr in der Furcht leben müsste, dass veraltetes und unzureichendes Material ausfällt.

(J. Ruiz: Montparnasse : retour à la normale espéré mercredi, in: Le Figaro, 01. 08. 2017, 8.48h, Internet-Ausg.)


TGV-Chaos

Reisende in Frankreich, die zum Monatswechsel Juli-August mit dem Auto unterwegs sind, wissen, was ihnen bevorsteht: Staus von zusammengerechnet mehreren hundert Kilometern Länge und damit Fahrzeiten, die leicht doppelt so lang sind wie zu normalen Zeiten. Gut beraten sind normalerweise Reisende, die statt mit dem Auto mit der Bahn fahren, doch auch da gibt es Ausnahmen von der Regel. Eine solche ereignete sich am Sonntag, dem 30. Juli, in Paris, als der Bahnhof Montparnasse, von dem aus der Bahnverkehr in den Westen und Südwesten Frankreichs startet, durch einen technischen Defekt lahmgelegt wurde. Danach ging zunächst gar nichts, dann fuhren wieder erste Züge, wenn auch mit beträchtlicher Verspätung und natürlich nicht zu den fahrplanmäßig vorgesehenen Zeiten. Die Bahn verkündete schließlich, man habe 85% der Reisenden doch noch am Sonntag zu ihren Zielen gebracht, aber man darf wohl annehmen, dass hier Zahlen geschönt wurden. Noch am Montag  wirkten sich nämlich die Störungen vom Sonntag so aus, dass die SNCF nur Dreiviertel der planmäßigen Züge einsetzen konnte und empfahl, Bahnreisen auf den Montagnachmittag zu verschieben. Immerhin zeigte sich die Bahn aber konziliant bei der Erstattung von Fahrpreisen für ausgefallene Züge, doch darf davon ausgegangen werden, dass es wohl allen Fahrgästen lieber gewesen wäre, wenn sie pünktlich hätten fahren können.

(Sudouest.fr: Chaos à Montparnasse : trafic toujours perturbé ce lundi matin, 3 TGV sur 4 au depart, in: SUDOUEST, 31. 07. 2017, Internet-Ausg.)


Juli 2017

Nicht ganz so schlimm

Wenn in Frankreich der Monatswechsel vom Juli zum August mit einem Wochenende zusammenfällt oder in dessen Nähe liegt, dann weiß man, dass man als Autofahrer eine schlechte Entscheidung fällt, wenn man sich auf größere Fahrten begibt. Das ist so ziemlich allen Franzosen bekannt, aber nur wenige ziehen daraus die eigentlich vernünftigen Konsequenzen, denn wer will schon auf einen Tag oder mehrere in einem teuer bezahlten Ferienquartier verzichten. Die Folgen zeigten sich auch in diesem Jahr, denn am letzten Juli-Wochenende summierten sich am Samstag die Staus auf 610 km. Die Verkehrspolizei registrierte dies als Erfolg der Beratungen für die empfehlenswerten Abfahrtszeiten aus den Ballungsräumen (vornehmlich Paris), denn im Vorjahr erreichten die Staus noch eine Länge von 688 km. Der Präfekt der Region Nouvelle-Aquitaine hatte seine Verkehrspolizisten angewiesen, starke Präsenz zu zeigen, um  allzu risikobereite Autofahrer von gefährlichem Verhalten abzuhalten. Dabei haben die Ordnungshüter besonders die Autonbahnabschnitte hinter den Mautstellen im Blick, da nicht wenige Autofaher danach kräftig aufs Pedal treten in der Hoffnung, verlorene Zeit wieder hereinzuholen.  Die Chance, dabei nicht erwischt zu werden, ist jedoch gering, denn die Poilizei beobachtet gerade diese Autobahnabschnitte besonders sorgfältig. Das dafür erforderliche Material hat sie auf jeden Fall.

(Fl. Moreau: Moins noir que prévu, in: SUDOUEST, 30. 07. 2017)

 



Strandsicherung

Die Organisation der Strandsicherung in Frankreich ist eine komplizierte Angelegenheit, die im wesentlichen von den Gemeinden, die Strände mit Sicherungsbedarf haben, geregelt wird. Neben den Rettungsschwimmern, die die Gemeinden einstellen, werden auch Angehörige der CRS (Compagnies Républicaines de Sécurité) eingesetzt. Im Jahre 2002 versahen 720 Rettungsschwimmer dieser bereitschaftspolizeiähnlichen Einheiten für jeweils drei Monate Dienst an den Stränden. Gegenwärtig sind es noch 297, die nur noch für zwei Monate im Einsatz sind. Die CRS selbst sind interessiert daran, dass ihre Präsenz an den Stränden nicht noch weiter reduziert wird. Sie haben daher über ihre Gewerkschaft eine Aktion gestartet, die Kontakte zu den Gemeinden aufnehmen soll, die für CRS-Einsätze in Frage kommen. Bei den Gemeinden besteht ebenfalls Interesse, wobei neben der Hochschätzung für die Professionalität und Erfahrung der CRS-Retter auch finanzielle Überlegungen eine Rolle spielen, denn anders als bei den von den Gemeinden engagierten Saisonkräften werden die CRS vom Staat besoldet. Die Gewerkschaftsleitung der CRS bemüht sich, die staatlichen Behörden dazu zu bringen, einen Fünfjahresplan aufzustellen, der einerseits dafür sorgen soll, dass die Dienstzeiten der CRS-Rettungsschwimmer mit den Schulferien synchronisiert werden, was bereits  in diesem Jahr geschehen ist, und andererseits soll für die Gemeinden, an deren Stränden CRS eingesetzt sind, Planungssicherheit für die nächsten Jahre geschaffen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen dementsprechende Vorschläge ausgearbeitet und den Behören übergeben werden. Das wird jedoch erst im September geschehen, so dass man zur Zeit nicht einschätzen kann, welchen Erfolg diese Initiative haben wird.

(L. Lestage: Les sauveteurs CRS veulent rester sur la plage, in: SUDOUEST, 28. 07. 2017)


Es wird wieder warm

Der Juli 2017 ist noch nicht ganz vorüber, aber man kann schon jetzt sagen, dass er im Südwesten Frankreichs mit einer Durchschnittstemperatur von nur 21,5 Grad und viel weniger Sonne als üblich nicht alle Erwartungen der Sommergäste erfüllt hat. Offenbar wird sich die Bilanz aber freundlicher gestalten, denn Météo France sagt voraus, dass die letzten Julitage einen deutlichen Anstieg der Temperaturen und der Sonnenscheindauer bringen werden. Diese Entwicklung wird sich in den ersten Augusttagen fortsetzen, für die eine Welle warmer Luft aus südlichen Gefilden angekündigt wird.

(Sudouest.fr : Météo : les températures repartent à la hausse en août, in SUDOUEST, 28. 07. 2017, 18.00h, Internet-Ausg.)



Heuschreckenplage

Zu einer Zeit, als Frankreich noch schwer an den Folgen des Krieges zu tragen hatte, ereignete sich im Departement Gironde im Sommer 1946 eine unerwartete Invasion von Heuschrecken, die eine Spur der Verwüstung hinter sich ließen. 

Am schlimmsten traf es die Orte Léognan, Martillac, Saucats, Le Barp, Pessac, Cestas, Gazinet, Croixd’Hins, Pierroton, Marcheprime, Lanton, Lacanau und Ludon, wo die gefräßigen Insekten  eine Art Teppich von bis zu 15 cm Dicke bildeten, dem nichts Fressbares widerstehen konnte. Als die Heuschrecken endlich verschwunden waren, war die Ernte auf den Feldern vernichtet und die Weinanbauflächen in einem erbarmungswürdigen Zustand. Es gab zunächst keine Bekämpfungsmöglichkeiten, mit denen man die aggressiven Schädlinge hätte wirksam zurückdrängen können. Das einzige erfolgversprechende Mittel, das man zunächst zur Verfügung hatte, waren Flammenwerfer, die aber wegen der großen Hitze und Trockenheit nicht eingesetzt werden konnten. Schließlich streute man vergifteten Weizen aus und legte Fanggräben an, aus denen die Heuschrecken nicht herauskamen und wo sie dann verbrannt werden konnten. Der Heuschreckenplage von 1946 war bereits im Jahr zuvor eine Welle vorangegangen, und nachher gab es 1947 noch eine weitere Attacke. Danach ist der Südwesten Frankreichs von weiteren Heuschreckenangriffen verschont geblieben.

(J-M- Le Blanc: Juillet 1946, les croquets envahissent le département, in: SUDOUEST, 27. 07. 2017)



Châteaux in Nöten

Die beiden Châteaux Quatre Vents in Margaux und Bonneau in Avensan sind 2014 an einen chinesischen Investor verkauft worden, für das Médoc nicht ungewöhnlich und auch nicht bedrohlich. Die zusammen 28 ha Anbaufläche der beiden Châteaux wurden im ersten Jahr von den neuen Besitzern so weitergeführt, wie das der vorhergehende Eigentümer erwartet und festgeschrieben hatte. Im zweiten Jahr, also 2015, fand bei dem chinesischen Investor ein personeller Wechsel statt, der dazu führte, dass man das Interesse an den Châteaux herunterstufte. Von da an flossen die Gehälter der Angestellten nicht mehr oder nur mit mehrmonatiger Verspätung, wichtige Arbeiten auf den Flächen der Châteaux wurden nicht unternommen, die Abfüllung des Jahrgangs 2015 unterblieb und manche andere Misslichkeit kam dazu. Mehrere Angestellte haben Schiedsgerichte angerufen, die ihnen zu ihrem Recht verhelfen sollen, aber auf der Seite der Besitzer aus dem Reich der Mitte ist nicht erkennbar, dass man die Châtaux so führen will, dass sie wieder in die Spur kommen. Zur Zeit sind einige Parzellen, auf denen das Unkraut höher steht als die Weinstöcke, regelrecht verwildert, was natürlich mit dem früheren Ansehen der Châteaux schwer in Einklang zu bringen ist. Wie die weitere Entwicklung verläuft, weiß von den französischen Angestellten niemand, und die chinesische Leitung lässt die Dinge einfach treiben. Niemand kann sie zwingen, zu einer verantwortungsvollen Bewirtschaftung der Châteaux zurückzukehren, so dass zu befürchten ist, dass das französische Personal abwandern wird und der Betrieb damit völlig zum Erliegen kommt.

(J. Lestage: Des châteaux abandonnés, in: SUDOUEST, 25. 07. 2017)

 



Deutsches Radioprogramm im Médoc

Jedermann weiß, dass  ein Urlaub im Médoc für Besucher mit guten Französisch-Kenntnissen ertragreicher ist als wenn man die Landessprache nicht versteht. Aber auch die zahlreichen deutschen Touristen, die sich alljährlich ohne belastbare Französisch-Kenntnisse vorwagen, müssen nicht verzweifeln. Um sie kümmert sich zum Beispiel Radio Aqui, das auf 98 MHz von Saint-Germain d’Esteuil aus sendet und für die Sommermonate in sein Programm eine deutschsprachige Sendung aufgenommen hat. Die ist an jedem Donnerstag um 11.00h und noch einmal um 20.00h zu hören. Hinter diesem deutschsprachigen Programmbaustein steckt das Kollektiv Médoc actif, das viel dafür tut, dass Ausländer, nicht nur Deutsche, Zugang zum reichhaltigen kulturellen und historischen Angebot des Médoc finden. Die deutschsprachigen Sendungen werden donnerstags bis zum 31. August ausgestrahlt. Wer die Sendezeiten verpasst, kann sich im Internet (http://www.medoc-actif.eu/aquifm/) informieren und dort alle bereits ausgestrahlten Sendungen nachhören. Wer schon dabei ist, sich im Internet umzuschauen, sollte auch diese Seite besuchen: http://www.medoc-actif.eu/

(A. Larrue: La langue de Goethe sur les ondes, in: SUDOUEST, 24. 07. 2017)



Luftige Projekte

Wer von Royan nach Bordeaux fahren will, muss sich auf eine längere Reise einstellen. Mit dem Auto wird er je nach Verkehrslage im Großraum Bordeaux zwei Stunden, vielleicht etwas weniger, brauchen, und mit der Bahn geht es wegen der fehlenden direkten Verbindung eher langsamer. Da man sich in Royan einige Gedanken darüber macht, wie man die Verkehrszeiten in Richtung Bordeaux verringern könnte, verwundert es nicht, dass eine Studie, die vor wenigen Jahren gemacht wurde, Beachtung findet, die ergeben hat, dass die schnellste Verbindung nach Bordeaux über die Gironde hergestellt werden könnte, wenn man dafür ein geeignetes Verkehrsmittel einsetzen könnte. Und dieses Verkehrsmittel hat bereits auf der Gironde verkehrt, freilich wurde es vor mehreren Jahrzehnten bereits aufgegeben und stillgelegt. Gemeint ist ein Luftkissenfahrzeug, das alle Voraussetzungen für einen  schnellen und von äußeren Verhältnissen weitgehend unabhängigen Verkehr ermöglichen würde. Damit erscheinen Reisezeiten zwischen Royan und Bordeaux von wenig mehr als einer Stunde durchaus realistisch. Auch über die erwartbare Anzahl von Passagieren gibt es bereits Vorstellungen, die auf das Jahr gerechnet eine Größenordnung von 450 Passagieren pro Werktag in beiden Richtungen annehmen. Die Schwachstelle dieses Projekts ist aber wohl darin zu sehen, dass es derzeit kein Luftkissenfahrzeug gibt, das die bei der Studie zugrunde gelegten Leistungen erbringt. Und solange das so ist, wird die oben angesprochene Studie das bleiben, was sie ist: ein Projekt, bei dem Luft eine entscheidende Rolle spielt.

(Royan-Bordeaux sur l’eau, in: SUDOUEST, 24. 07. 2017)

Rückblick auf das Luftkissenboot, das einst auf der Gironde verkehrte: Klick



Mascaret

Der Mascaret ist ein Naturphänomen, das selten, aber nicht einzigartig ist. Er tritt an mehreren Flussmündungen auf, in die bei auflaufender Flut große Mengen Seewasser eindringen können. Deshalb wird der Begriff im Deutschen am besten durch das Wort Gezeitenwelle wiedergegeben. In Frankreich tritt der Mascaret an zwei Stellen auf, davon am deutlichsten und eindrucksvollsten bei Saint-Pardon an der Dordogne. Prinzipiell ereignet sich eine solche Gezeitenwelle zweimal täglich, doch ist sie nur dann richtig eindrucksvoll, wenn besonders hohe Koeffizienten ab 90 etwa, auftreten. Dann kann die Gezeitenwelle eine Höhe von bis zu 1,30m erreichen und sich über eine Strecke von rund einem Kilometer erstrecken. Diese Phänomen wird von Surfern besonders geschätzt, die sich in Erwartung der Welle in großer Zahl auf der Dordogne positionieren, um von der auflaufenden Welle flussaufwärts  getragen zu werden bis zu der Stelle, wo der Mascaret ausläuft, weil sich der Querschnitt des Flussbettes der Dordogne so verbreitert, dass der für das Zustandekommen der Welle erforderliche Staueffekt entfällt. Wer es richtig anstellt, kann dann zwei und mehr Minuten vor der Welle hersurfen und damit Zeiten erreichen, die vor der Küste des Médoc nicht erreichbar sind, wo Surfer schon zufrieden sind, wenn sie es auf Surfzeiten von 10 bis 15 Sekunden bringen. Auch wenn sich das Phänomen gut erklären lässt, ist es eindrucksvoll und zieht regelmäßig große Scharen von Zuschauern an, die allesamt der Meinung sind, dass sie das Ereignis auch noch ein weiteres mal bestaunen möchten.

(X. Sota: Le mascaret, ses caprices et ses drôles d’usagers, in: SUDOUEST, 23.07. 2017)

Bilder und zusätzliche Informationen: Klick



Tourismus in Nouvelle-Aquitaine

Die Region Nouvelle-Aquitaine (nur korrekt mit Bindestrich!) weist eine große Zahl touristischer Attraktionen auf. Dazu gehören Landschaften wie das Bassin von Arcachon, die Châteaux der großen Weine von Saint-Émilion, die Grotte von Lascaux und vieles mehr. Mit einer Küste von 720 km Länge,  den Bergen der Pyrenäen bis zu den Landschaften der Dordogne und Charente werden Touristen mit den unterschiedlichsten Interessen und Vorlieben angesprochen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Nouvelle-Aquitaine die Region Frankreichs ist, die im Tourismus den dritten Platz einnimmt. Dabei zieht sie jährlich 13 Millionen Besucher an, die dafür sorgen, dass 104.000 Arbeitsplätze geschaffen und 12 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet werden. In der Rangliste der touristischen Ziele liegt das Futuroscope bei Poitiers mit 1,9 Millionen Besuchern im letzten Jahr auf dem ersten Platz, gefolgt vom Aquarium von La Rochelle mit 800.000 Besuchern, dem Zoo von Palmyre mit 629.707 Besuchern und der Zitadelle von Blaye mit 448.105. Danach folgen der Train de la Rhune und  die Düne von Pilat. Die Nachbildung der Grotte von Lascaux folgt erst auf dem 9. Platz mit 271.360 Besuchern, doch ist dabei zu berücksichtigen, dass die neueste Faksimile-Version (Lascaux 4) erst im Dezember 2016 eröffnet wurde. Nach den Besucherzahlen im Dezember ist zu erwarten, dass Lascaux in diesem Jahr in die Spitzengruppe der touristischen Ziele in der Nouvelle-Aquitaine vordringen wird.

(N. César: Le tourisme, trésor de la Nouvelle-Aquitaine, in: SUDOUEST, 22. 07. 2017)

 



Hochgeschwindigkeitslärm

Seit dem 2. Juli dieses Jahres ist die Welt in dem kleinen Örtchen Marsas unweit von Blaye nicht mehr so in Ordnung wie früher. Nicht den ganzen Tag über, aber 33 mal täglich in der Zeit von 4.00h bis Mitternacht, jedes Mal dann, wenn ein Hochgeschwindigkeitszug mit Tempo 300 oder auch ein wenig mehr mitten durch den Ort fährt. Die Anwohner waren auf die Lärmentwicklung der neuen Hochgeschwindigkeitszüge nicht vorbereitet, merken nun aber, dass sie alle davon mehr betroffen sind als sich das vorgestellt haben. Der Unmut der Bewohner bündelt sich bei der Bürgermeisterin, die davon erfährt, dass bei Durchfahrten der TGV nicht nur ein hoher Geräuschpegel herrscht, sondern dass manche Häuser regelrecht vibrieren, wenn ein Zug vorbeifährt. Besonders intensiv werden Lärm und andere Begleiterscheinungen empfunden, wenn sich, was häufiger geschieht, zwei Züge in Marsas begegnen. Der Zorn richtet sich gegen die Firmen, die Planung und Bau der Strecke besorgt haben und dabei nach Ansicht der Anwohner wenig bis gar nicht über Maßnahmen nachgedacht haben, die die Belastungen für die Menschen an der Strecke mildern könnten. So wird beklagt, dass es nur minimale Schallschutzwände gebe, die den Fahrtlärm der Züge kaum dämpften. Mit Bitterkeit wird registriert, dass man in den Medien die  positiven Impulse der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke für Bordeaux hervorgehoben habe und dabei nicht zuletzt die dort rasant steigenden Immobilienpreise registriert habe, während in Marsas das Gegenteil erfolge und Immobilien an der Bahn empfindlich an Wert verloren hätten. Immerhin sind erste Signale von der Bahn empfangen worden, die erkennen lassen, dass man die Beschwerden für berechtigt hält und darüber nachdenken will, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Bis daraus wirkliche Konsequenzen entstehen, wird noch einige Zeit vergehen, in der die Einwohner von Marsas rund drei Dutzend mal täglich daran erinnert werden, dass es früher doch ruhiger bei ihnen zuging.

(J. Lamet: Le bruit à grande vitesse, in: SUDOUEST, 20. 07. 2017)


Rückläufig

Die Einrichtungen, die in Frankreich Ferienkolonien für Kinder organisieren, haben in diesem Jahr noch eine große Zahl freier Plätze, von denen man hofft, dass die meisten noch vergeben werden können. Seit Ende der 60er Jahre, als noch rund 4 Millionen Kinder und Jugendliche in die Ferienkolonien kamen, hat die Zahl der Besucher deutlich nachgelassen auf zur Zeit noch rund 1,2 Millionen pro Jahr. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielschichtig. Nicht zuletzt hat dazu beigetragen, dass immer mehr Familien in der Lage sind, Ferien mit Kindern zu machen, was in früheren Jahrzehnten längst nicht selbstverständlich war. Die Organisatoren von Ferienlagern geben aber nicht kampflos auf, sie verweisen vielmehr auf die unbestreitbaren Vorteile ihres Angebotes, in dem Heranwachsende Erfahrungen im sozialen Bereich machen können, die bei Familienurlauben nicht möglich sind. Allerdings verweisen die Veranstalter darauf, dass ihre Kosten gestiegen sind und dass sie daher wenig Chancen haben, Kinder aus sozial schwachen Familien anzuziehen. Wesentlich preiswerter können Pfadfinderorganisationen Ferienlager anbieten, da bei ihnen fast alle Tätigkeiten von unbezahlten ehrenamtlichen Kräften besorgt werden. Im Ergebnis führt das dazu, dass ein dreiwöchiger Aufenthalt für rund 500 Euro angeboten werden kann, was den klassischen Ferienkolonien nicht gelingt, weil sie einen großen Stab von Angestellten bezahlen müssen. Für viele Heranwachsende bleiben aber die verschiedenen Formen von Ferienlagern bevorzugte Möglichkeiten, einen Teil der schulfreien Zeit kostengünstig zu verbringen. Und so wie es aussieht, werden die Organisationen, die Angebote in diesem Bereich machen, noch lange aktiv bleiben.

(Y. Delneste: Les colonies de vacances ne se résignent pas au déclin, in: SUDOUEST, 18. 07. 2017)


Nach dem Zwischenfall auf dem Markt von Montalivet

Nach dem alles in allem noch glimpflich ausgegangenen Zwischenfall, bei dem in Montalivet ein geistig verwirrter Autofahrer sein Fahrzeug zwischen die Marktstände gelenkt hatte, hat der Bürgermeister in einer Zusammenkunft mit den Marktbeschickern über Sicherungsmaßnahmen beraten, die eine Wiederholung des Vorfalls vom 18. Juli verhindern sollen. Als Ergebnis wurde ein Plan verabschiedet, der wirksame Vorkehrungen zur Sicherheit des Marktes und seiner Besucher treffen soll. Die Gemeinde hat Barrieren bestellt, die verhindern sollen, dass Fahrzeuge  unkontrolliert auf das Marktgelände gelangen können. Da die Lieferung der Absperrungen einige Zeit brauchen wird, werden die Fahrzeuge der Standinhaber bis dahin so platziert, dass sie als Sicherheitsgürtel fungieren können. Im übrigen legten Bürgermeister und Marktbeschicker Wert auf die Feststellung, dass das Marktgeschehen umgehend wieder zum Normalbetrieb zurückkehren sollte.

(Une voiture fonce dans le marché : un nouveau plan de sécurité adoptéin: SUDOUEST, 19. 07. 2017)


Angriff auf den Markt in Montalivet

Am Dienstagvormittag hat in Montalivet ein Autofahrer die Absperrgitter an der Avenue de l’Océan durchbrochen und ist mit seinem Volvo auf den Markt gefahren. Dort hat er seine Fahrt durch eine Gasse zwischen den Ständen fortgesetzt, bis ein beherzter Straßenhändler einen schweren Stein in die Windschutzscheibe des Autos schleuderte, und der Fahrer daraufhin stoppte. Daraufhin haben mehrer Anwesende den Fahrer aus dem Auto gezogen und solange auf dem Boden fixiert, bis die Polizei kam. Der etwa fünfzigjährige Mann ist  verhaftet worden. Er stammt aus Lesparre und wurde in den letzten Tagen von Marktbeschickern bereits als auffällig wahrgenommen. Was er mit seiner Aktion vorhatte, ist zur Zeit noch unklar, der Mann macht aber einen verwirrten Eindruck. Die Polizei sperrte daraufhin einen Bereich von 200 m Durchmesser um das Fahrzeug ab, das erst entfernt werden kann, wenn sicher ist, dass von dem Auto keine Gefahren ausgehen. Dazu muss allerdings eine eingehende Durchsuchung durch Sprengstoffexperten erfolgen, die umgehend angefordert wurden. Der Fahrer gab zusammenhangslose Sätze von sich, die keinen terroristischen Inhalt hatten, aber dazu führen werden, dass er von Amts wegen in ein Krankenhaus zur Beobachtung eingewiesen wird. Als Reaktion auf den Vorfall hat der Bürgermeister von Vendays-Montalivet eine Zusammenkunft mit den Inhabern der Stände auf dem Markt von Montalivet angekündigt, bei dem darüber diskutiert werden soll, ob und wie die Sicherheit auf dem Markt vergrößert werden kann.

(Fl. Moreau/ J. Lestage: Montalivet (33) : un chauffard "extrêmement perturbé" fonce dans le marché, in: SUDOUEST, 18. 07. 2017, 13.29h, Internet-Ausg.)


Die Île nouvelle

Die Île nouvelle gehört zu einem Archipel von acht unterschiedlich großen Inseln in der Girondemüdung, die ihre Entstehung allesamt der Ablagerng von Schwebestoffen verdanken, die von Garonne und Dordogne herantransportiert worden sind. Die Île nouvelle hat sich gebildet aus dem Zusammenschluss zweier ehemaliger Sandbänke. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich Menschen dauerhaft auf der Insel angesiedelt, die Îloûts, die dort Landwirtschaft und Weinbau betrieben haben und im übrigen ein ziemlich abgeschiedenes Leben führten. Die letzten Maisernten wurden in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts dort eingefahren, doch verlor das Inselleben beständig an Reiz. 1991 wurde die Insel vom Conservatoire du littoral gekauft und zum Gegenstand einer umfassenden Renaturierungsaktion gemacht. Für eine Reihe von Jahren wurde der Zugang zur Insel beschränkt auf die Leute, die dort im Sinne der geplanten Umgestaltung der Insel tätig waren. Da diese Maßnahmen inzwischen aber abgeschlossen sind, wird ein kontrollierter Besuchsverkehr organisiert, der, versteht sich unter sachkundiger Führung, einen Teil der Insel dem Publikum zugänglich macht. Besonders interessant ist die Tier- und Pflanzenwelt, die sich dort beobachten lässt, zu der z.B. die weißen Löffelreiher gehören, die im Departement Gironde nur auf der Île Nouvelle brüten. Zu dem rund vierstündigen Besuchsprogramm gehört auch das kleine Dörfchen, in dem einst die Îloûts gewohnt haben. Besuche der Île Nouvelle sind von Blaye oder Cussac-Médoc möglich. Da die Anzahl der Besucher begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung (Tel. 05 56 82 71 79) erforderlich.

(J. J. Le renouveau de l’île Nouvelle, in: SUDOUEST, 17. 07. 2017)


Langfinger in Le Gurp

Auf dem Camping municipal von Le Gurp, der wie jedes Jahr um diese Zeit wieder gut besucht ist, wurden am letzten Freitag in den Abendstunden zwei Camperinnen verhaftet, die die Abwesenheit von anderen Zeltbewohnern genutzt hatten, um deren Habeseligkeiten zu durchsuchen und das mitgehen zu lassen, was für wertvoll gehalten wurde. Dabei hatten sie es vor allem auf Mobiltelefone und Geldbörsen abgesehen, wie sich herausstellte, als ihr eigenes Zelt durchsucht wurde. Dank der schnellen Entdeckung der Diebstähle konnte das Diebesgut den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden. Die beiden Missetäterinnen werden sich in Kürze vor Gericht für ihr Tun verantworten müssen.

(Deux campeuses indélicates prises la main dans le sac, in: SUDOUEST, 16. 07. 2017)


Noch ein Rekord

Der Tourismus entwickelt sich in Frankreich in einem langjährigen Trend positiv, doch gibt es einen Bereich, in dem die Steigerungsraten deutlich an der Spitze liegen. In der Kreuzschifffahrt werden seit mehreren Jahren geradezu spektakuläre Zuwachsraten erreicht. Weltweit haben sich innerhalb der letzten 15 Jahre die Passagierzahlen verdoppelt auf zuletzt 24 Millionen im Jahr 2016. Davon kamen 6,7 Millionen aus Europa und davon wieder 570.000 aus Frankreich. 60% der Franzosen wählen dabei Ziele im Mittelmeer. Frankreich hat drei Häfen, von denen aus Kreuzfahrten starten: Nizza und Marseille für das Mittelmeer und Le Havre für den Atlantik. Der Südwesten Frankreichs scheint dabei benachteiligt zu sein, doch belegen die Zahlen der Kreuzfahrtschiffe, die Ziele im Südwesten Frankreichs anlaufen, dass man auch dort  von diesem Bereich des Tourismus kräftig profitiert. So werden in diesem Jahr erstmals mehr als 50 Kreuzfahrtschiffe in die Gironde einlaufen. Die meisten werden im Port de la lune von Bordeaux festmachen, doch müssen ein paar von ihnen wegen ihrer Größe in Le Verdon oder Pauillac anlegen. In Bordeaux können Schiffe bis zu einer Läge von 250 m empfangen werden, größere müssen Le Verdon oder Pauillac anlaufen. Bei der zunehmenden Größe der Kreuzfahrtschiffe wird die Zahl derer, die bis Bordeaux vordringen können, abnehmen, denn der Trend geht zu Schiffen, die die Marke von 300 m Länge überschreiten. Die neuesten Schiffe können über 5.000 Passagiere aufnehmen, die überall dort, wo die Schiffe Station machen, mehr als gern gesehen sind. Dabei ist der wirtschaftliche Hintergrund leicht zu beschreiben: Kreuzfahrttouristen geben bei Landgängen im Schnitt pro Tag zwischen 100 und 150 Euro aus.

(P. Tillinac: Les croisières battent des records, in: SUDOUEST, 15. 07. 2017)


Bäcker unter Druck

Es gibt in Frankreich 32.000 Bäckereien. Aber obwohl die Bevölkerung in Frankreich zunimmt, ist die Zahl der Bäckereien ruckläufig. In den letzten Jahren haben jeweils 1.200von ihnen  aufgegeben. Meist sind es kleinere Bäckereien auf dem Lande, in denen nur der Bäcker selbst und vielleicht noch seine Frau beschäftigt sind, die die Segel streichen. Für diese Entwicklung gibt es mehrere Gründe. Dazu zählt der Rückgang des Verbrauchs von Brot pro Kopf der Bevölkerung aber auch der Vormarsch von Großbäckerien und Brotangeboten in den großen Supermärkten und Discountläden, in denen vorgefertigtes Brot nur noch ausgebacken wird. Mit den Preisen, die dort gefordert werden, können traditionelle Bäckereien aus leicht einzusehenden Gründen nicht mithalten. Inzwischen wird bereits die Hälfte des in Frankreich verzehrten Brotes industriell hergestellt, und wie es aussieht, wird dieser Anteil noch zunehmen. Der Gesamtumsatz an Brot und Backwaren in Frankreich liegt pro Jahr bei 8,5 Milliarden Euro, wobei der Anteil, der auf Brot entfällt, kontinuierlich abnimmt. Aßen Franzosen in den 50er Jahren pro Kopf und Tag rund 360 Gramm Brot, so ist die heutige Menge auf rund ein Drtittel der einstigen Werte gesunken. Eindeutig zugenommen hat allerdings die Qualität und die Vielfalt des Sortiments in den Bäckereien. Bereits rund 40% der Verbraucher greifen inzwischen nach Brotsorten, die sich von der klassischen Baguette unterscheiden. Und hier liegt vielleicht auch die Chance für die traditionellen handwerklichen Bäckereien, ihre Vorteile gegenüber der industriellen Konkurrenz auszuspielen.

(S. Cottin: De moins en moins de pain sur la planche, in: SUDOUEST, 14. 07. 2017)


Autofrei für zwei Monate

Der Pont de pierre ist die älteste Brücke in Bordeaux und damit ein Gegenstand beständiger Sorge, was leicht zu verstehen ist, wenn man die Verkehrsbelastungen des Jahres 1822, als die Brücke eingeweiht wurde, mit den Kräften  vergleicht, die heutzutage darauf einwirken. Vom 1. August an soll nun für zunächst zwei Monate die Brücke für den Autoverkehr gesperrt werden, was unter anderem bedeutet, dass  16.000 Kraftfahrzeuge, die täglich im Schnitt gezählt werden, einen anderen Weg nehmen müssen, um an das andere Ufer der Garonne zu gelangen. Der Pont de pierre bleibt jedoch geöffnet für die rund 60.000 Personen, die ihn täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln überqueren und ebenso dürfen die Fußgänger und Radfahrer, durchschnittlich 7.000 pro Tag, ungehindert auf vertrauten Pfaden den Fluss überqueren. Mit der Sperrung der Brücke soll einerseits die Umweltbelastung durch den Kraftfahrzeugverkehr im Stadtbereich von Bordeaux reduziert werden, andererseits soll aber, wohl noch wichtiger, die Brücke geschont werden, deren 200jähriges Bestehen bald gefeirt werden kann. In der Brücke gibt es mittlerweile ein komplexes System von Sensoren und Messgeräten, deren Auswertung darüber entscheiden wird, ob die Sperrung nach den zunächst geplanten zwei Monaten wieder aufgehoben wird oder nicht.  

(St. Dubourg: Le pont de pierre en mode sans voitures, in: SUDOUEST, 13. 07. 2017)


Er fährt wieder

Der kleine Zug, der in den Sommermonaten zwischen dem Parklatz Les Arros nördlich von Soulac und der Ponte de Grave verkehrt, ist auch in diesem jahr wieder in Betrieb, und zwar schon seitdem 15. Juni. Er wird bis zum 15. September siebenmal täglich den Weg zwischen seinen Endstationen zurücklegen. Zwischen halte sind von der Fahrplanseite her nicht vorgesehen, aber das gemächliche Tempo der kleinen Zuges erlaubt es den Reisenden, alles Wesentliche beiderseits des Bahnkörpers mitzubekommen. Wer in früheren Jahren schon einmal zu den Passagieren zählte, wird feststellen, dass die Lokomotiven ersetzt worden sind durch etwas weniger betagte Modelle, was aber dem Reiz dieses Gefährts nicht abträglich ist. Die Bahn verdankt ihre Entstehung den umfangreichen Küstenschutzmaßnahmen in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, deren Materialien auf einem neu angelegten Gleiskörper an ihren Bestimmungsort geschafft worden sind. Danach haben die deutschen Besatzer die Transportmöglichkeiten der Bahn genutzt, bevor in der Nachkriegszeit der Betrieb eingestellt wurde und der Bahnkörper mehr und mehr verfiel. Als man dann den Gedanken hatte, die Bahn für den Tourismus zu nutzen, ging das nur im Schrittempo wegen des schlechten Zustandes der Schienen. Inzwischen ist allerhand Geld investiert worden, um den Betrieb sicherzustellen. Im letzten Jahr haben 10.300 Passagiere die Gelegenheit genutzt, um auf dem Schienenweg vom Nordrand Soulacs zur Pointe de Grave zu gelangen.

(M. C.: Le petit train et ses petits passagers, in: SUDOUEST, 12. 07. 2017)

Mehr zu dem kleinen Zug mit Fahrplan und Preisen: Klick


Paris – Bordeaux: Bahn oder Flugzeug?

Was bislang mehr theoretischer Natur war, ist nun in die tägliche Praxis eingetreten, zumindest für viele Reisende, die von Bordeaux nach Paris oder umgekehrt wollen: die Frage, ob man das Flugzeug oder die Bahn nimmt. Der Vergleich der reinen Reisezeiten (Bahn im günstigsten Fall 2 Std, 4 Min., Flugzeug etwa eine Stunde) ist einfach, aber wann man die zusätzlichen Zeitbedürfnisse für den Weg zum Flugzeug bzw. zur Bahn hinzurechnet, dann nähern sich die Gesamtreisezeiten einander an. Bei den Preisen hat wohl das Flugzeug die Nase vorn, denn da kostet das Ticket bei Hop! Air France 58,05 Euro, wobei es noch Möglichkeiten zum Sparen gibt für Inhaber von verschiedenen Ermäßigungspässen, die aber für Einmalreisende keine Vorteile bringen. Die SNCF verlangt je nach Buchungsdatum etwa das Doppelte für die schnellsten TGV-Züge. Air France verweist zudem auf die günstige Parkplatzsituation bei dem Flughafen, deren Angebot um ein Dreifaches über dem der Bahn in Bordeaux liegt. Wie teuer die Reise wirklich ist, und wie viel Zeit man tatsächlich braucht, hängt nicht zuletzt von dem eigentlichen Ziel in Paris ab. Für Fluggäste, die weiterfliegen wollen, dürfte das Flugzeug in der Regel die günstigere Alternative sein, wer in das Zentrum von Paris will, kommt von der Gare de Monatparnasse, dem Ankunftsort der Bahn aus Richtung Bordeaux, schneller in die Mitte von paris. Um hier zu einer Entscheidung für die günstigste Option zu kommen, muss jeder Reisende genau hinschauen, wobei es auch lohnt, die Angebote der Fernreisebusse zu prüfen, wenn der Zeitfaktor keine entscheidende Rolle spielt.

(P. R.: Concurrence de la LGV Bordeaux-Paris : Hop! Air France abat ses cartes commerciales, in: SUDOUEST, 14. 04. 2017, Internet-Ausg.)


Neue Blicke auf das Médoc

Die Namen von Delphine Trentacosta und Christian Coulon haben einen guten Klang im Médoc. Sie als Fotografin und er als schriftstellernder Historiker haben schon in der Vergangenheit einiges geschaffen, was vielen das Médoc nähergebracht hat. Auf dieser Linie liegt auch die neueste gemeinsame Veröffentlichung, die soeben erschienen ist. Der Titel Un autre Médoc ist programmatisch, er verweist auf das Bestreben, den Blick zu lenken auf weniger geläufige Seiten des Médoc, das sich ansonsten oft auf die beiden Facetten Wein und Strand reduziert. Der opulent bebilderte Band von D. Trentacosta und Chr. Coulon  stellt 32 Orte vor, an denen die meisten Touristen bislang wohl vorbeigegangen sein dürften. Dabei haben sie sich sowohl Orten zugewandt, die eher in der Vergangenheit verwurzelt sind als auch solchen Bereichen, die eine erfolgversprechende Zukunft vor sich haben. So wird der Leser mit dem sagenhaften Noviomagus oder der sagenumwobenen Quelle von Benon Bekanntschaft machen als auch mit im Médoc beheimateten Aktivitäten wie der Harzsammlung und der Austernzucht, die gerade dabei sind, wieder zu neuem und erfolgversprechendem Leben zu erwachen. Auch wer Fotos am liebsten im Großformat betrachtet, kommt auf seine Kosten, denn demnächst wird eine Ausstellung der Fotografien von Delphine Trentacosta an mehreren Orten des Médoc gezeigt werden und sicher dazu beitragen, dass das neue Buch, das schon jetzt ein richtiger Verkaufserfolg ist, noch weiter bekannt wird. (Trentacosta, D. / Coulon, Chr.: Un autre Médoc. Sites et monuments insolites. Edtitons Confluences, 2017, 25. Euro)

(A. Larrue: Le Médoc tel qu’on n’a pas l’habitude de le voir, in: SUDOUEST, 08. 07. 2017)


Premiere bei der Tour de France?

Der Streckenverlauf der diesjährigen Tour de France berührt zwar den Südwesten Frankreichs nur flüchtig, doch könnte es dabei zu einem Ereignis kommen, das in der bisherigen Tour-Geschichte noch nicht vorgekommen ist. Hinter dieser Eventualität steht der Abbé Eric Lestage, ein radsportbegeisterter Priester, in dessen Sprengel eine Kapelle mit dem beziehungsreichen Namen Notre-Dame des cyclistes steht. Diese Kapelle beherbergt einen Fundus an Radsport-Devonationalien, zu denen unter anderem rund 800 Trikots von Radsportgrößen zählen. Und, zufällig oder nicht, der diesjährige Steckenverlauf der Tour de France führt direkt an der besagten Kapelle vorbei. Als er davon erfuhr, war der Abbé Lestage geradezu elektrisiert und  überlegte, wie er es fertigbringen könnte, die Tour-Karavane für eine kurze meditative Andacht und Pause an seiner Kapelle anhalten zu lassen. Da ihm klar war, dass ein einfacher Dorfgeistlicher nicht einfach in den Rennverlauf der Tour eingreifen kann, wandte sich der gute Abbé an den Papst und, sicher zweckmäßig, an den Leiter der Tour. Der Papst signalisierte zwar, dass er allem positiv gegenüberstehe, was den Glauben befördere, er ließ aber im Unklaren, ob er es für geraten hielt, die Tour-Teilnehmer einfach zu stoppen und sie erst nach einem Gebet weiterfahren zu lassen. Auch der Leiter der Tour vermied eine Festlegung, ließ aber erkennen, dass er Verständnis dafür hätte, wenn ein kurzer Stopp an der Kapelle eingelegt würde, der natürlich keine Auswirkungen auf den Rennverlauf haben dürfte. Angesichts dieser Antworten ließ Monsieur l’Abbé erkennen, dass er den göttlichen Segen, den zu spenden er willens sei, auch auf die Tour-Teilnehmer herabflehen könnte, wenn sie an der Kapelle vorbeiführen ohne extra anzuhalten. Und das wird auch wohl an dem Tag passieren, an dem die Tour vor der Kapelle Notre-Dame des cyclistes vorbeirollt. Obwohl, man soll ja schließlich niemals nie sagen.

(S. Cotttin. Monsieur le curé veut arrêter le peloton du Tour de France, in: SUDOUEST, 08. 07. 2017


Umweltzonen in Frankreich

Auch in Frankreich gibt es inzwischen Städte, in die Kraftfahrzeuge nur dann zeitlich uneingeschränkt einfahren dürfen, wenn sie eine Umweltplakette haben. Wir haben dazu schon vor geraumer Zeit detaillierte Informationen gegeben.

Mehr: Klick

Neuerdings hat auch der ADAC zu dieser Thematik wieder Hinweise gegeben, die Frankreichreisende unbedingt beachten sollten, um vermeidbare Bußgelder zu umgehen:

Der ADAC hat hierzu auf seiner Seite Erklärungen bereit gestellt :

https://www.adac.de/reise_freizeit/top_news/detail.aspx?ItpId=8021&PagingIds=NachrichtenListe&ReturnUrl=pU2e4GEeBfIMvtNQvtNNpUu.2AZ,vGqnpfuevnymF05,EGELwA__

Hier geht zur (deutschsprachtigen) Bestellformularseite (gouv.) :

https://www.certificat-air.gouv.fr/de/


Brexit und Bordeauxwein

In Bordeaux geht der Congrés national de la viticulture zu Ende, an dem 500 französische Profis des Weinbaus und der Vermarktung teilgenommen haben. Eines der Hauptthemen bei dieser Veranstaltung waren die Folgen des Austritts Groß-Britanniens aus der Europäischen Union, die zwar erst in zwei oder drei Jahren vollzogen werden wird, doch schon jetzt ihre Auswirkungen zeigt. Dazu gehört in erster Linie die Finanzierung de Agrarpolitik der EU, die sich durch den Wegfall der Beiträge Groß-Britanniens vor Probleme gestellt sieht, für die noch keine allseits zufriedenstellende Lösung gefunden ist. Zur Zeit erhält der französische Weinbau aus Brüssel Subventionen von 280 Millionen Euro jährlich, deren Höhe freilich nicht bestehen bleiben dürfte. Zusätzlich finanziert Brüssel eine Versicherung, die die Weinbaubetriebe gegen Ernteausfälle, zum Beispiel durch Frost während der Blütezeit der Rebstöcke schützen soll. Trotz der wenig erfreulichen Zukunftsperspektiven bezüglich der Subventionen ist der Kongress mit einer erfreulichen Nachricht abgeschlossen worden, denn es wurde ein Übereinkommen mit Japan geschlossen, das noch bestehende Einfuhrzölle für Wein in Japan abschafft und einen wirksamen Schutz der Herkunftsbezeichnungen der französischen Anbaugebiete bringen wird.

(C. Compadre: Le Brexit brouille le jeu, in: SUDOUEST, 07. 07. 2017)



Olympia 2024 im Médoc?

Wenn, was durchaus möglich ist, Paris Austragungsort für die Olympischen Spiele 2024 sein wird, gibt es eine Fülle von sportlichen Ereignissen und Disziplinen, die nicht alle in der Hauptstadt ausgetragen werden können. Dazu gehören die Surf-Wettbewerbe, die nur an einem dafür geeigneten Küstenabschnitt durchgeführt werden können. Und in dieser Beziehung ist man in Lacanau der Meinung, dass man dafür besonders geeignet sei. Um nichts dem Zufall zu überlassen, laufen schon seit mehreren Monaten Aktivitäten, bei denen es vor allem darum geht, Lacanau als möglichen Austragungsort in Stellung zu bringen, so dass vielleicht gar nicht mehr über Alternativen für die Austragung der Surf-Wettbewerbe nachgedacht wird. Zu diesem Zweck hat man sich zunächst des Rückhalts von Bordeaux versichert und eine Abordnung des Gemeinderates mit einem detailliert ausgearbeiteten Konzept losgeschickt, die wenig Mühe hatte, die Verantwortlichen der Garonne-Metropole zu überzeugen. Eine zweite Initiative wurde gestartet, um die Vorzüge von Lacanau bei der Fédération Française de Surf herauszustellen, und damit niemand vergessen würde, präsentierte man die Pläne von Lacanau auch beim Kongress der Internationalen Surf-Vereinigung in Biarritz. Um die Attraktivität von Lacanau noch zu steigern, unternimmt man große Anstrengungen, um das bis 2024 durchaus realisierbare Projekt eines Anschlusses an das Überland-Straßenbahnnnetz von Bordeaux  zu erreichen. Wenn Lacanau doch nicht zum Zuge kommen sollte, hat es bestimmt nicht daran gelegen, dass die Canaulais (so heißen die Bewohner von lacanau) nicht früh genug aktiv geworden sind.

(J. Lestage: Lacanau travaille sur les JO de Paris 2024, in: SUDOUEST, 06. 07. 2017)



Festival Les Échappées musicales

In diesem Jahr wird es im Médoc die zweite Auflage eines Festivals geben, das von einem musikbesessenen Trio zelebriert werden wird. Initiatoren und Ideengeber sind der Klarinettist Bruno Bonansea und seine Partnerin die Flötistin Julie Moulin. Der Dritte im Bunde ist ihr Freund Arthur Lamarre. Die Anfänge des Trios im Médoc reichen bald zehn Jahre zurück, wobei sie zunächst kleinere Auftritte in Kirchen hatten, bevor sie 2016 ihr Festival ins Leben riefen, zu dem auf Anhieb 1.000 Besucher strömten. Die Verbindung in das Médoc kam über Julie Moulin zustande, die hier geboren ist. Normalerweise sind die Drei in den großen Konzertsälen dieser Welt zu Hause, doch nehmen sie sich im Sommer die Zeit für Auftritte im Médoc, bei denen sie übrigens darauf achten, dass die Eintrittspreise nicht über 12 Euro pro Person liegen. In diesem jahr werden sie vom 24. bis 29. Juli sieben Konzerte geben: in den Kirchen von Talais, Gaillan, Soulac (Amélie) und Bégadan. Das Schlusskonzert wird im Château Beyzac in Beychevelle stattfinden.

(J. Lestage: Les Échappées musicales veulent enchanter le public, in: SUDOUEST, 05. 07. 2017)

Mehr zum Festival Les Échappées musicales: http://www.lesechappeesmusicales.fr/



Sport und Bewegung für die Sommergäste

Mit Beginn der Saison haben im Médoc in fünf Orten die Aktivitäten der Zentren Cap 33 begonnen, die es sich zum Ziel setzen, die Sommergäste an verschiedene freizeitverträgliche Sportarten heranzuführen und sie Neues entdecken zu lassen. Die Angebote variieren dabei von Ort zu Ort, doch sollte eigentlich für jeden, der einschlägige Interessen hat, dabei etwas zu finden sein. Einzelheiten erfragt man am besten bei den örtlichen Office de tourisme, die auch über kurzfristige Terminänderungen Bescheid wissen. Im letzten Jahr haben im Médoc 190.000 Personen von den Angeboten des Cap 33 Gebrauch gemacht, für die rund 500 Animateure bereitstehen, die von den Gemeinden beziehungsweise den Gemeindeverbänden rekrutiert werden. Zu den Kosten leistet das Departement einen Beitrag in Höhe von 362.000 Euro. Cap 33-Aktivitäten gibt es im Médoc an rund 20 Standorten, die sich auf die fünf Gemeinden Carcans, Grayan-et-l’Hôpital, Lacanau,

Vendays-Montalivet und Soulac-sur-Mer verteilen. Über Einzelheiten informiert man sich an den lokalen Offices de tourisme.

(J. Lestage: Du sport pour tous dans cinq stations avec Cap 33, in: SUDOUEST, 04. 07. 2017)

 

Loch in den Kassen

Den französischen Staatsfinanzen geht es schon seit geraumer Zeit nicht gut, doch hatte der neu gewählte Staatspräsident Emmanuel Macron angekündigt, dass er das Defizit im Staatshaushalt unter die von der EU verordnete Grenze von 3% drücken wird. Daraus wird wohl so schnell nichts werden, denn ein soeben vorgelegter Bericht des stattlichen Rechnungshofes enthüllte, dass es in den öffentlichen Kassen ein Loch von bislang irgendwie vertuschten 8 Milliarden Euro gibt. Dieses Loch wird von niemandem bestritten, aber es ist fraglich, ob und wie es gestopft werden kann. Erste Konsequenz ist, dass das Ziel der Neuverschuldung unter  3% aufgegeben werden muss. Stattdessen wird nun für das Haushaltsjahr 2017 mit einer Defizitgröße von 3,2% gerechnet. Bei der Suche nach den Ursachen für das plötzlich aufgetauchte Loch im Haushalt stellte sich heraus, dass in den letzten Jahren die Haushaltszahlen fast beständig niedriger angesetzt worden waren als die tatsächlich zu begleichenden Ausgaben, mit dem jetzt sichtbar gewordenen Ergebnis. Trotz des unerwartet düsteren Berichts des Rechnungshofes ist in den letzten Jahren das französische Staatsdefizit reduziert worden. Dabei ist es gelungen, das Minus  von 7,2% im Jahre  2009 langsam auf 3,4% im Jahre 2016 zu verringern, zumindest nach den publizierten Zahlen. Obwohl durch das neu entdeckte Loch in den Kassen die geplante Defizitgrenze von 2,8% für 2017 nicht gehalten werden kann, sondern auf 3,2% absinkt,  liegen die revidierten Zahlen mit 3.2% immer noch unter dem Wert von 3,4% für 2016. Ob das für die amtierende Staatsführung ein wirklicher Trost sein dürfte, ist jedoch mehr als unsicher.

(D. Richard: La France toujours accro au déficit, in : SUDOUEST, 30. 06. 2017)



Zu viel Licht in Bordeaux

Nach Erhebungen der Association nationale pour la protection du ciel et de l’environnement nocturne (Anpcen) sind 70% der Gebäude in Bordeaux nicht so beleuchtet, wie es von den Vorschriften her gefordert wird. Nach der Verordnung vom 25. Janaur 2013 müssen an Gebäuden, die nicht Wohnzwecken dienen, spätestens um 1 Uhr die Fassadenbeleuchtungen ausgeschaltet werden. In Geschäft- und Büroräumen muss die Beleuchtung spätestens eine Stunde nach dem Ende der gewerblichen Nutzung abgeschaltet werden. Von diesen Vorschriften sind alle Gebäude, Schaufenster und Büros nach dem Ende der Büro- bzw. Geschäftszeiten betroffen. Ausgenommen von diesen Regelungen ist die Straßenbeleuchtung, für die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit keine Abschaltzeiten vorgeschrieben sind. In den letzten 25 Jahren ist die Beleuchtung im öffentlichen Raum um 94% angestiegen. Wenn hier die Vorschriften eingehalten würden, könnte etwa die Hälfte der aufgewendeten Energie eingespart werden.

(E. Fonteneau: Bordeaux trop éclairéin : SUDOUEST, 29. 06. 2017)

 



Sicherheit am Strand

Jedermann weiß oder sollte wissen, dass der Atlantik kein zu allen Zeiten harmloser Badesee ist, doch gibt es in diesem Bereich Vorsichts- und Schutzmaßnahmen, die es jedem Strandbesucher ermöglichen, die Risiken zu minimieren, denen er sich aussetzt. In der jüngsten Vergangenheit sind jedoch Bedrohungen durch den internationalen Terrorismus hinzugekommen, gegen die der Einzelne kaum etwas ausrichten kann. In Frankreich hat man diesem Umstand unter anderem dadurch Rechnung getragen, dass an den Ferienstränden, die möglicherweise Ziel von Anschlägen sein könnten, Angehörige des Militärs zur Abschreckung und Überwachung eingesetzt werden. An den Stränden des Médoc werden in der Zeit vom 13 Juli bis zum 31. August 2017 81 von ihnen schwer bewaffnet rund um die Uhr im Einsatz sein. Dass sie das Arsenal an Waffen, auf das sie zurückgreifen können, geradezu zur Schau stellen, stört manche empfindsame Seele vielleicht, es ist jedoch Bestandteil des Sicherungskonzeptes, das durch Abschreckung Straftaten verhindern will. Nicht schön, aber sicher zweckmäßig.

(J. Lestage: Risque terroriste : l’armée de retour sur les plages, in: SUDOUEST, 29. 06. 2017)

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Offene Rechnungen

Die Inbetriebnahme der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke der französischen Staatsbahn SNCF zwischen Tours und Bordeaux, die für ohne Halt durchfahrende Züge die Reisezeit zwischen Paris und Bordeaux auf 2 Stunden und 4 Minuten senken wird, findet mit großem Gepränge am 2. Juli 2017 statt, doch sieht dabei hinter den Kulissen nicht alles wirklich rosig aus. Von den 7,8 Milliarden Euro, die die neue Strecke gekostet hat, sollten eigentlich 1,3 Milliarden Euro von den 58 Gebietskörperschaften aufgebracht werden, die an der neuen Strecke liegen. Trotz anfänglicher Begeisterung für die in Aussicht gestellte Verkürzung der Fahrtzeiten, haben nur 33 der ursprünglich in die Finanzierung einbezogenen Gebietskörperschaften ihre Verpflichtung eingehalten und die auf sie entfallenen Anteile für die Finanzierung auch überwiesen. Es blieb schließlich eine Finanzierungslücke von 350 Millionen Euro, die zunächst von der SNCF überbrückt werden musste. Das von de SNCF angerufne Verwaltungsgericht in Paris hat zwar 10 Gemeinden zur Zahlung der zugesagten Finanzierungsanteile verurteilt, aber auch danach bleibt eine Lücke von 240 Millionen Euro, von denen nicht sicher ist, ob nicht die SNCF schließlich doch darauf sitzen bleiben wird.

(SudOuest.fr avec AFP : LGV Tours-Bordeaux : la SNCF court toujours après 350 millions d’euros, in : SUDOUEST, 29. 06. 2017, Internet-Ausg.)