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April 2017

Rote Zahlen

Die Société Stade Bordeaux Atlantique (SBA), die das neu erbaute Stadion Matmut in Bordeaux betreibt, hätte eigentlich Grund zur Zufriedenheit, denn im letzten Jahr wurden in diesem Stadion 1,3 Millionen Zuschauer gezählt, die zu 16 sportlichen Großereignissen und zu 281 weiteren Veranstaltungen gekommen waren. Zum Leidwesen der Geschäftsführung von SBA sieht es trotz des beeindruckenden Publikumszuspruchs in den Kassen des Unternehmens nicht rosig aus. Für die letzten beiden Jahre wurde jeweils ein Defizit von 2 Millionen Euro bilanziert, das auf Dauer nicht tragbar ist. Aus diesem Grund will SBA die mit der Stadt Bordeaux abgeschlossenen  Verträge neu verhandeln, um damit die Basis für ausgeglichene Geschäftsergebnisse zu erreichen. Ob das gelingt, ist allerdings nicht gesichert, denn die Verträge laufen bis 2045 und irgendwie hat man beim Verhandeln vergessen, Klauseln vorzusehen, die den Parteien erlauben, den Vertrag vor dem Auslaufen zu kündigen oder nachzuverhandeln. Da die Stadt Bordeaux aber kein Interesse daran haben dürfte, dass der Betreiber des Stadions in eine finanzielle Schieflage gerät, die  zur Insolvenz führt, wird man sich  wohl  bewegen und den Vertrag in Teilen  revidieren müssen. 

(D. Lherm: Bordeaux : en déficit, l’exploitant du Matmut veut renégocier le contrat avec la ville, in: SUDOUEST, 26. 04. 2017, 17.43h, Internet-Ausg.)

 



Kälteeinbruch

Der Südwesten Frankreichs ist in der Nacht vom 26. zum 27. April von einer Kältewelle erfasst worden, bei der das Thermometer stellenweise bis auf -4 Grad abgesackt ist. Mit einem stärkeren Rückgang der Temperaturen war schon seit einigen Tagen gerechnet worden, doch wusste man naturgemäß nicht, wie kalt es wirklich werden würde. Alle Weinanbaugebiete, angefangen vom Saint-Emilionnais, über das Médoc, Pessac-Léognan, Entre-deux-Mers, Côtes de Bourg und Blaye Côtes de Bordeaux sind betroffen, wobei die bisher registrierten Schäden noch nicht genau benannt werden können. An einigen Orten wird befürchtet, dass die kommende Ernte fast ganz vernichtet worden ist, an anderen hat man Hoffnung, dass es gnädiger abgegangen ist. Es steht jedoch außer Zweifel, dass der Frosteinbruch geschadet hat und in keiner Weise positiv gewesen ist. Für die Nacht vom 27. zum 28. April werden ereut Minusgrade erwartet. Am wenigsten kalt wird es unmittelbar an der Küste sein, wo wahrscheinlich wiederum keine Minusgrade auftreten werden. Etwas weiter im Inneren sind Werte bis -2 Grad angekündigt, was bedeuten würde, das es nicht ganz so kalt wird wie zuvor.

(Coup de froid sur le sud-ouest : vignes et vergers durement touches, in: SUDOUEST, 27. 04. 2017, Abendausg., Internet)


Unterbringungsprobleme

Bis zur Durchführung des nächsten Médoc-Marathon vergehen zwar noch reichlich vier Monate, aber die Planungen haben natürlich schon längst das Stadium der Konkretisierung erreicht. Das gilt zumindest für die Organisation im engeren Sinn. Weniger sicher ist bislang, wie und wo die erwarteten rund 8.500 Läuferinnen und Läufer und deren Begleitung untergebracht werden können. Die vorhandenen Angebote in Hotels, chambres d’hôte etc.  reichen jedenfalls nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen, zumal alle Teilnehmer ein Interesse daran haben, ihr Quartier so nahe beim Start zu haben, dass sie am Veranstaltungsmorgen ohne ermüdende Anreise dorthin gelangen können. Um diesen offensichtlichen Engpass zu überwinden denkt man daran, wieder wie in alten Zeiten Übernachtungsmöglichkeiten in Privathaushalten ausfindig zu machen. Diese Initiative läuft über die Maison du Tourisme et du vin in Pauillac, wo man eine Stelle eingerichtet hat, die derartige Übernachtungsangebote entgegennimmt und vermittelt und die organisatorische Hilfen gibt, um sicherzustellen, dass diese privaten Übernachtungen alle Beteiligten zufrieden stellen. Man hofft auf möglichst viele Angebote, die über die Internetseite der Maison du Tourisme in Pauillac oder direkt vor Ort abgegeben werden können.  

(M. N.: L’hébergement, autre challenge des marathoniens, in: Le Journal du Médoc, 21. 04. 2017)


Riesenhaie in der Biscaya

Der Riesenhai (cetorhinus maximus, franz. requin-pèlerin) kann bis zu 12 m lang werden und dabei ein Gewicht bis zu vier Tonnen erreichen. Er ist nach dem Walhai der zweitgrößte Fisch der Erde. Er ernährt sich von Plankton und verfügt deswegen über ein überdimensioniert erscheinendes Maul, mit dem er große Mengen Wasser aufnimmt und daraus die Kleinlebewesen herausfiltert, von denen er lebt. Taucher, die Begegnungen mit diesem friedfertigen Riesen hatten, berichten, dass das weit geöffnete Maul des Hais Angst machen könne, aber dahinter keine Angriffsabsichten gegen Menschen stünden. Obwohl der Riesenhai wegen seiner Größe eigentlich auffällig ist, hat die Wissenschaft immer noch viele Fragen, die das Leben und Treiben dieses Meeresbewohners betreffen. Daher läuft seit mehreren Jahren ein Beobachtungsprogramm, das immer im Frühjahr gestartet wird, das Freizeitsegeler, Fischer, Taucher, Surfer und andere, die Beobachtungsmöglichkeiten in dieser Beziehung haben, einlädt, Sichtungen des Riesenhais zu melden.  Derartige Berichte werden von dem seit 1998 bestehenden Verein APECS (association pour l’étude et la conservation des sélaciens) gesammelt und verarbeitet, der auf seiner Internetseite viele interessante Informationen zum Riesenhai bereithält.

(R. Le Coz: Golfe de Gascogne : participez à l'observation du requin-pèlerin, in: SUDOUEST, 25. 04. 2017, Abendausg., Internet)

Mehr: http://www.asso-apecs.org/


Endergebnis Präsidentschaftswahl 2017: 1. Runde

Das französische Innenministerium hat nach Vorliegen aller Ergebnisse aus den Wahllokalen das Endergebnis des ersten Durchgangs der Präsidentschaftswahl 2017 bekannt gegeben. Danach entfallen von den abgegebene Stimmen auf:

– Emmanuel Macron : 24,01%

– Marine Le Pen : 21,30%

– François Fillon : 20,01%

– Jean-Luc Mélenchon : 19,58%

       Benoît Hamon : 6,36%

Danach folgen sechs Bewerber, die Stimmenanteile von weniger als 5% erhalten haben.

Gegenüber den zuvor auf der Basis von 97% der Stimmen errechneten Ergebnissen hat sich der Abstand zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen vergrößert, während François Fillon etwas an Marine Le Pen herangerückt ist. Für die Benennung der beiden Kandidaten für die Stichwahl am 7. Mai haben diese Verschiebungen keine Auswirkungen.

Wichtig sind hingegen die eindeutigen Empfehlungen der unterlegenen Fr. Fillon und B. Hamon, für Macron zu stimmen, um den Sieg der rechtsextremen Marine Le Pen zu verhindern. Genau in diesem Sinn hat sich auch der noch amtierende Staatspräsident François Hollande ausgesprochen und dazu aufgerufen,  Emmanuel Macron zu wählen.

(UM, 25. 04. 2017)

 

 

Nach dem  Waldbrand

Wohl selten ist Regen im Médoc so sehr erwartet worden wie in diesen Tagen, da der Waldbrand bei Cissac zwar unter Kontrolle ist, aber immer noch rund 200 Feuerwehrleute mit rund 30 Fahrzeugen  im Einsatz sind, um ein Wiederaufleben des Brandes zu verhindern. Wenn es nicht kräftig regnet, wird es noch einige Tage dauern, bevor die Feuerwehrleute abgezogen werden können. Immerhin ist aber die durch den Brand unterbrochene RD 1215 wieder für den Verkehr freigegeben worden.

(Fl. M.: Après le feu, le Médoc sous surveillance, in: SUDOUEST, 24. 04. 2017)

 


Präsidentschaftswahlen: 1. Durchgang, 23. 04. 2017

Nachdem die Meinungsforscher in den letzten Monaten weltweit nur selten richtig gelegen haben, teilweise sogar grob daneben gegriffen hatten, hat es diesmal in Frankreich keine Überraschung, sondern eine Bestätigung der Voraussagen gegeben. Da die Wahllokale in den großen Städten erst um 20.00h geschlossen haben, wurden die ersten Hochrechnungen erst unmittelbar nach 20.00h publiziert. Dabei nahmen, wie von den Meinungsforschern vorhergesagt,  Emmanuel Macron und Marine Le Pen mit deutlichem Vorsprung vor den Kandidaten mit dem dritten und vierten Ergebnis die beiden ersten Plätze ein, die ihnen den Einzug in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen am 7. Mai dieses Jahres sichern. Während der Fernsehsender TF1 Macron und Le Pen mit jeweils 23% zunächst gleichauf sahen, setzten die Hochrechnungen von TF2 Macron mit einem Vorsprung von  rund 2 Punkten auf den ersten Platz. In der Folge verschoben sich auch bei TF1 die Zahlen in diese Richtung. In den Erklärungen der unterlegenen Bewerber beziehungsweise ihrer Sprecher wurde sehr schnell deutlich, dass die meisten sich einig waren, dass ein Sieg des Front National der Marine Le Pen verhindert werden müsste, um Schaden von Frankreich abzuwenden.

Alle Umfragen zum Ausgang der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen sind sich darin einig, das die Auseinandersetzung zwischen den beiden Erstplatzierten der ersten Runde mit einem deutlichen Sieg von Emmanuel Macron enden wird, dem Ergebnisse von 60% und mehr vorausgesagt werden. Obwohl der Wahlgang vom 23. April natürlich in erster Linie bedeutsam ist für die politische Zukunft Frankreichs, haben viele Europäer gebannt auf die Ergebnisse gewartet, weil Emmanuel Macron der einzige überzeugte Vertreter der Europa-Idee im Kreis der Präsidentschaftskandidaten war. Insofern ist für alle, die davon überzeugt sind, dass die beste Sicherung der Zukunft Europas mit der Fortsetzung des eingeschlagenen Weges der Einigung zu erreichen ist, jetzt in Frankreich eine Entscheidung gefallen, von der zu hoffen ist, das sie die positiven Folgen haben wird, die erwartet werden.

(UM, 24. 04. 2017, 23.00h)

 

Im Departement Gironde sah es zunächst danach aus, dass der Front National siegen würde, schließlich setzte sich aber auch hier Emmanuel Macron mit 23,19% der Stimmen durch, vor Marine Le Pen mit 22,97%, Jean-Luc Mélenchon mit 20,36% und François Fillon mit 17,07%.

 

In Grayan-et-L’Hôpital stimmten 25,03% der Wähler für Jean-Luc Mélenchon, 22,95% für Marine Le Pen, 21,39% für Emmanuel Macron und 16,9% für François Fillon.

(http://elections.sudouest.fr/presidentielles-2017/tour-1/nouvelle-aquitaine/gironde/)


Waldbrand II

Der am 20. April bei Cissac, nahe Lesparre, ausgebrochene Waldbrand hat die von den Feuerwehrleuten befürchtete schlimme Richtung genommen. Nunmehr sind 1000 ha den Flammen zum Opfer gefallen. Trotz eines großen Einsatzes von Personal und Technik und trotz der Unterstützung von 4 Löschflugzeugen gelang es nur mit Mühe, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Das ist mittlerweile geschehen, aber Entwarnung gibt es noch nicht. Dennoch ist man zufrieden, dass es gelungen ist, eine weitere Ausbreitung über die bereits vernichteten Flächen hinaus zu verhindern. Immer wieder mussten aber wieder aufflackernde Brandherde bekämpft werden, und das wird auch in den nächsten Stunden und Tagen erforderlich machen, dass ein beträchtliches Aufgebot an Feuerwehrleuten rund um die Uhr bereit stehen muss, um sofort einzuschreiten, wenn sich erneut Flammen zeigen. Angesichts der äußeren Bedingungen, die befürchten lassen, dass das Risiko für weitere Waldbrände im Südwesten Frankreichs zunehmen könnte, sind zwei weitere Löschflugzeuge nach Bordeaux-Mérignac verlegt werden.

(J. Lestage: Incendie dans le Médoc : le feu circonscrit, mais une importante surveillance maintenue, in: SUDOUEST, 21. April 2017, 21.17h, Intwernet-Ausg.)

 


Waldbrand im Médoc

Ein durch die extreme Trockenheit und starke Winde begünstigter Waldbrand ist bei Cissac, unweit von Lesparre, am Donnerstag Nachmittag ausgebrochen. 220 Hektar Wald waren zunächst betroffen. Das Feuer war am späten Nachmittag noch nicht unter Kontrolle. 180 Feuerwehrleute mit 50 Fahrzeugen sind im Einsatz. Das Feuer ist über die RD 1215 gesprungen, die deswegen für den Verkehr gesperrt wurde. Da die Gebäude des Gewerbegebietes Cissac Beauchêne bedroht waren wurde die Evakuierung der dort Beschäftigten angeordnet. Obwohl vier Löschflugzeuge vom Typ Canadair im Einsatz waren, waren die Flammen gegen 20.00h immer noch auf dem Vormarsch nach Westen in Richtung Hourtin. Die Feuerwehr stellt sich auf einen harten Kampf gegen die Flammen ein, von dem man noch nicht weiß, wann er gewonnen sein wird.

Ein zweiter, kleinerer Waldbrand ereignete sich im südlichen Bereich des Departements Gironde. Dort waren 12 Feuerwehreinheiten im Einsatz.  

(J. Lestage/JMD et sudouest.fr Gironde: Feux de forêt en Gironde : les pompiers luttent contre deux violents incendies, in: SUDOUEST, 20. 04. 2017, 20.19h, Internet-Ausg.)

 


Die Spannung steigt

Vier Tage vor dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl 2017 publiziert der SUDOUEST seine letzten Umfragewerte. Danach liegt Emanuel Macron weiterhin mit 24% leicht vor Marine Le Pen mit 23%. Auf dem dritten und vierten Platz folgen gleichauf François Fillon und Lean-Luc Mélenchon mit  19%. Betrachtet man nur diese Zahlen, so scheint sich eine gewisse Klärung zugunsten der beiden Bestplatzierten zu ergeben. Die ist wohl durchaus vorhanden, zumal der Prozentsatz der bereits für einen Bewerber entschieden ist, für die beiden Anführer der Rangliste im Ansteigen begriffen ist. Für Emmanuel Macron bedeutet dies, dass zuletzt 74% der Wähler, die sich für ihn ausgesprochen haben, angeben, sie seien entschlossen, Macron auch zu wählen. Noch vor einer Woche waren dies lediglich zwei Drittel der Wähler. Demgegenüber erklären 89% der Wähler, die sich für Marine Le Pen ausgesprochen haben, dass sie ihr Kreuzchen bei ihrem Namen setzen werden. Optimisten können daraus schließen, dass alles doch nicht so schlimm werden wird, wie manche befürchtet haben, doch Sicherheit gibt es nicht. Die Demoskopen merken zumindest an, dass die von ihnen ermittelten Ergebnisse in einer Bandbreite von 2,5% von den tatsächlichen Wahlergebnissen abweichen können. Man wrd sehen, was sich ergibt. Am kommenden Sonntag wird man in den frühen Abendstunden mehr sagen können. Für den zweiten Wahlgang am 7. Mai wird ziemlich durchgehend erwartet, dass der Bewerber, der dann gegen Marine Le Pen antreten wird, von der kaum gezweifelt wird, dass sie in der zweiten Runde dabei ist, die Vertreterin des Front National deutlich distanzieren wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass von den vier Kandidaten um das Amt des Präsidenten nur Emmanuel Macron eindeutig für das Fortbestehen der Europäischen Union eintritt,

(J. Desport: Sondage présidentielle : Macron et Le Pen distancent Fillon et Mélenchon, in: SUDOUEST, 19. 04. 2017, 19.01h, Internet-Ausg.)


Maiglöckchen-Probleme

In Frankreich gehören zum Beginn des Monats Mai Maiglöckchen, und das schon seit langer Zeit. Und da auch der Mai mit dem 1. dieses Monats beginnt, werden zu diesem Tag landauf, landab Maiglöckchen verschenkt. Nur, Maiglöckchen haben keinen eingebauten Kalender, und folglich kann man sich nicht darauf verlassen, dass die hübschen, allerdings auch giftigen Frühjahrsblüher zum gewünschten Datum auch parat stehen. In diesem Jahr gehen die Maiglöckchen um etwa eine Woche vor, doch ist das für die Betriebe, die diese Blumen anbauen, besser als wenn die Blüte zu spät kommt. In diesem Jahr hat die Ernte im südlichen Médoc eben früher begonnen. Dafür werden sehr viele kurzfristig angestellte Arbeitskräfte gebraucht, die die  Blütenrispen per Hand pflücken. Dann werden die Blütenstengel sortiert, in eine spezielle Lösung gestellt und in einen Kühlraum geschafft, wo sie bleiben, bis sie versandfertig gemacht werden. Dazu werden sie dann in gleichgroße Bündel zu je 50 Rispen gepackt, die anschließend ohne Feuchtigkeit an die Verkäufer verschickt werden. So wie es aussieht, wird man in diesem Jahr mit der verfrühten Blüte ohne Komplikationen zurecht kommen, so dass die anbauenden Betriebe ein gutes Jahr haben werden.

(G. Blaise: Le muguet fleurit trop tôt, in: SUDOUEST, 18. 04. 2017)


Hafenbesichtigung

Der Hafen von Bordeaux (Grand port maritime de Bordeaux (GPMB) verteilt sich auf sieben Terminals von unterschiedlicher Umschlagsleistung, die von Le Verdon an der Mündung der Gironde bis zum Port de la Lune mitten in Bordeaux reichen. Seitdem der Port de la lune keine Kräne und sonstigen Einrichtungen mehr hat, mit denen Güter umgeschlagen werden können, sind diese Aktivitäten an die anderen Standorte abgewandert. Der Terminal mit der größten Umschlagleistung befindet sich in Ambès am Zusammenfluss von Garonne und Dordogne, wo Ölprodukte der verschiedensten Art verladen werden. Der Standort mit der zweitgrößten Umschlagsleistung ist Bassens, wo Container, Getreide, Holz, Kies und Sand verladen werden. Wer sich dafür interessiert, einmal hinter die Kulissen des Hafenbetriebs zu schauen, hatte bisher wenig Glück, denn die Hafenzonen sind für alle gesperrt, die dort nicht beruflich tätig sind. In diesem Jahr hat die Hafenverwaltung beschlossen, einmal pro Monat einen Besucherbus in das Hafengebiet einfahren zu lassen und damit eine Besichtigung der Hafenanlagen von Bassens zu ermöglichen. Dies Touren starten und enden in Bordeaux am Office de Tourisme (Cours du 30 juillet, nahe der Esplanade des Quinconces) und kosten 22 Euro. Dafür wird eine vierstündige Unternehmung unter fachkundiger Leitung geboten, bei der auf dem Rückweg auch ein Halt an den Bassins à flot stattfinden wird. Der erste Termin für eine Besichtigung ist für den 12 Mai vorgesehen. Abfahrt am Office de Tourisme um 14.00h. Rückkehr nach dort 18.00h. Reservierungen beim Office de Tourisme, Tel.: 05 56 00 66 00

(G. R.: Une visite commentée du port, in: SUDOUEST, 15. 04. 2017)

 


Präsidentschaftswahlen

Ein am 13. April veröffentlichtes Ergebnis von Umfragen zur Präsidentschaftswahl in Frankreich sieht Emmanuel Macron mit 23,5% an der Spitze vor Marine le Pen mit 22,5%. Dann François Fillon mit 20% und Jean-Luc Mélenchon mit 18,5%. Interessant sind dabei die Verschiebungen in den letzten Wochen. Während Marine Le Pen sich von ihrem besten Ergebnis mit 28% von Ende Februar deutlich entfernt hat, und auch Emmanuel Macron sein bestes Ergebnis vom 21. März mit damals 26% nicht halten konnte, hat Jean-Luc Mélenchon kräftig zugelegt, eine Entwicklung, die sich auch in der letzten Woche fortsetzte, als Mélenchon noch 1,5% dazugewann. Leicht steigende Tendenz auch bei François Fillon, der sich auf mittlerweile 20% vorgearbeitet hat. Mit dem Abnehmen der Abstände zwischen den vier an der Spitze liegenden Bewerbern vergrößert sich die Unsicherheit bei den Beobachtern. Angesichts der immer noch großen Zahl von Unentschlossenen und bei einem wahrscheinlich bei einem Drittel der Wahlberechtigten  liegenden Anteil  der Nichtwähler kann nicht ausgeschlossen werden, dass jeder der vier Spitzenreiter auf dem ersten Platz beim ersten Wahlgang am 23 April landen kann und dass auch jeder die Chance auf den zweiten Platz haben kann, der die Zulassung zur zweiten Runde der Wahlen am 7. Mai bedeutet. Das einzig Sichere zur Zeit ist, dass die hinter der führenden Vierergruppe liegenden sieben übrigen Kandidaten keine Chance haben, die zweite Runde zu erreichen. Viele Beobachter machen sich Sorgen über den Fortbestand der Europäischen Union, da Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon Positionen vertreten, die keine Zweifel daran lasen, dass sie das Ende der Europäischen Union ansteuern..

(http://elabe.fr/intentions-de-vote-election-presidentielle-2017-10/ / und Macron arriverait en tête au premier tour, in: SUDOUEST, 14. 04. 2017)


Fête du livre

Die Fête du livre bildet traditionell den Start in die kulturelle Saison in Soulac. In der Salle des congrès  waren am zweiten Aprilwochenende wieder zahlreiche Tische aufgebaut, auf denen Autoren und Verlage ihre neuesten, manchmal aber auch schon etwas älteren Produkte vorstellten und,  soweit sich sehen ließ, auch verkauften. Der Präsident von Écume.doc, des Vereins, der die Veranstaltungen des Wochenendes getragen hat, begrüßte Autoren, Aussteller und Besucher und verkniff sich dann nicht einen bitteren Seitenhieb auf den Präsidentschaftswahlkampf, den er als „tragédie burlesque“ bezeichnete, wobei er sich besonders darüber ärgerte, dass im gesamten Wahlkampfgeschehen Bereiche wie Kultur, Volksbildung, und Chancengleichheit kaum oder gar nicht vorkommen.

Der Besucherstrom, der am Samstag noch etwas verhalten war, nahm am Sonntag zu, so dass alle Beteiligten die Erinnerung an ein erfolgreiches Wochenende mitnehmen konnten. Dabei kamen  nicht zuletzt die Besucher auf ihre Kosten, die sich für die Geschichte und die Kultur des Médoc interessieren, denn das Angebot der anwesenden Autoren und Verlage lud nicht nur zum Blättern, sondern auch zum Kaufen ein.

(M. Caporal: La Fête du livre engagée, pour l’éducation et la culture, in: SUDOUEST, 13. 04.2017)

 


Wertvoller Hund

Wenn die oft staunenswerten Fähigkeiten von Hunden richtig ausgebildet und eingesetzt werden, dann sind sie oft für Leistungen gut, zu  denen wir Menschen nicht fähig sind. Ein derartiger Fall hat sich gerade nahe der spanisch-französischen Grenze ereignet, wo eine Polizeistreifen einen Pkw angehalten und kontrolliert hat. Mit dabei war Irish, ein Labrador, der in Diensten der französischen Zollverwaltung steht. Er ist von Beruf eigentlich Drogenspürhund, aber er hat eine Zusatzausbildung durchlaufen, in der er für das Auffinden von Geld ausgebildet wurde. Und die zahlte sich bei dieser eigentlich routinemäßigen Kontrolle aus, denn kaum, dass der Hund seine Nase in das Auto gesteckt hatte, zeigte er den ersten Geldfund an, untergebracht in gewöhnlichen Reisetaschen hinter den Fahrersitzen. Beim späteren Nachzählen wurde ermittelt, dass der erste Treffer des Hundes 368.175 Euro wert war, wobei daran zu erinnern ist, dass das Mitführen von Geld ohne förmliche Anmeldung beim Überqueren von Grenzen auf 10.000 Euro begrenzt ist. Der pflichtbewusste Hund setzte danach seine Suche fort und zeigte an, dass in der hinteren Stoßstange noch etwas versteckt war. Das war Anlass, das Auto gründlich auseinander zunehmen. Am Ende stapelten sich 1.033.225 Euro in den Räumen der Zollverwaltung. Was genau es mit dem Geld auf sich hat, ist noch nicht bekannt, aber da der Verdacht auf einen kriminellen Hintergrund nahe liegt, wurden, Geld, Fahrzeug und Insassen erstmal in  Gewahrsam genommen. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, wie die Belohnung für den Spürhund ausgefallen ist.

(E. Fère: Le labrador des douanes renifle le million, in: SUDOUEST, 12. 04. 2017)

 



Guter Start

Mit den Osterferien hat auch im Médoc die erste Welle der Touristen die Ferienorte an den Küsten erreicht. Der Direktor des neuformierten Tourismusverbundes Médoc-Atlantique gab erste Zahlen bekannt, nach denen die Auslastung im gesamten Beherbungsgewerbe schon gut und zufriedenstellend ist. Im Campingbereich werden erste Belegungswerte von über 50% gemeldet, was besonders bemerkenswert ist, da viele Campingplätze noch nicht vollständig geöffnet sind. Ähnlich gut sind die Werte bei den Hotels und noch besser bei den Gästezimmern. Die Tourismusbranche ist sicher, dass die kommende Saison gut sein wird, zumal es eine große Zahl von Wochenenden mit Brückentagen geben wird, die erfahrungsgemäß viele Kurzurlauber in die Ferienzonen locken. Für die  Monate Juli und August, in denen traditionell die Saison ihren Höhepunkt hat, sind die Reservierungen überaus zufriedenstellend. Bei nicht wenigen Hotels gibt es schon jetzt in dieser Zeit keine freien Zimmer mehr. Auch in diesem Jahr wird das Médoc viele Touristen aus dem Ausland anziehen, wobei man davon ausgeht, dass die Werte wie in den Vorjahren bei 20% Ausländeranteil liegen werden.

(G. Charrier: La saison démarre bien en Médoc, in: SUDOUEST, 10. 04. 2017)

 


In Grayan bleiben die Steuern niedrig

Auf seiner Sitzung vom 6. April hat der Gemeinderat von Grayan unter dem Bürgermeister S. Laporte die wichtigsten Weichen für das neue Haushaltsjahr gestellt. Besonders erfreulich, allerdings schon langjährig geübte gute Tradition: Die Gemeindesteuern steigen nur in dem Maße der Geldwertentwicklung. Konkret bedeutet das, dass die Taxe d’habitationauf moderate 4,47% festgesetzt wurde, die Grundsteuer für bebaute Grundstücke auf  6,12% und die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke auf 14,71%. Die aus diesen Steuern erwarteten Einnahmen für die Gemeindekasse belaufen sich auf 262.440 Euro. Weitere Einahmen erwartet die Kasse aus den gemeindeeigenen Ferienhäusern, dem Campingplatz in Le Gurp und dem kommunalen Waldbesitz. Alles in allem gehört Grayan-et-L’Hôpital weiterhin zu den nicht gerade zahlreichen Gemeinden mit gesunden Finanzen, die mit den Portemonnaies seiner Bürger behutsam verfährt und dennoch nicht nur nach außen hin gut dasteht.

(M. Caporal: Hausse de 2 % des taux locaux, in: SUDOUEST, 10. 04. 2017)


Wassermangel

Das Médoc ist von altersher eine Gegend, die ausgedehnte Feuchtgebiete aufweist, die erst durch die Eindeichungen und Trockenlegungsmaßnahmen seit dem 17. Jahrhundert eingeschränkt und bewohn- und nutzbar geworden sind.  In diesem Jahr wird es aber wahrscheinlich eine dramatische Situation dadurch geben, dass die geringe Menge der Niederschläge im Herbst und im Winter den Seen, Feuchtgebieten und dem Grundwasser nicht den Nachschub verschafft hat, der in Jahren mit normalen Niederschlagsmengen zusammenkommt. Besonders deutlich ist die Situation bereits jetzt am See von Carcans-Hourtin, dem größten Binnensee Frankreichs, wo der Wasserspiegel einen für die Jahreszeit  bislang nicht beobachteten Tiefstand erreicht hat, der dem entspricht, den man sonst am Ende des Sommers registriert. Die Erklärung für diesen Zustand liegt in den geringen Niederschlägen, die im Médoc gefallen sind. Die Wetterstation bei Hourtin hat in den letzten sechs Monaten nur 310 mm gemessen, während es in normalen Jahren mehr als 600 mm sind. Wenn nicht, was allerdings höchst wenig wahrscheinlich ist, in den nächsten Wochen noch ungewöhnlich reichhaltige Regemengen fallen, wird im Médoc das Wasser im kommenden Sommer knapp, womöglich sogar sehr knapp.

(M. Caurraze: L’eau, une ressource devenue rare en Médoc, in: Le Journal du Médoc, 7. April 2017)


Jahrgang 2016

Die Rotweine des Bordelais aus dem Jahr 2016 sind noch lange nicht vermarktungsfähig, aber es gibt schon etwas zu kosten. Und diese jungen Weine, die primeurs, versprechen Dinge, die die Experten zum Schwärmen bringen. In der letzten Woche waren rund 6000 Weinexperten im gesamten Anbaugebiet unterwegs, um erste Eindrücke vom Jahrgang 2016 zu sammeln. Dabei konzentrierte sich das Interesse zwar auf die 300 des obersten Segments, aber auch die kleineren Weine bekamen Anerkennung. Schon jetzt steht fest, dass das Jahr 2016 einen großen Jahrgang hervorgebracht hat, der zudem in respektablen Mengen verfügbar sein wird. Es ist, so heißt es, ein Jahrgang, der dem Bordelais gut tun wird, und von dem nicht nur einzelne Kenner sagen, er sei fantastisch. Es wird erwartet, dass von diesen Einschätzungen alle Châteaux profitieren werden, wenn auch naturgemäß das Preisgefüge die Kassen der renommierten Anbaubetriebe mehr klingen lassen wird als bei den kleineren. Über die Preise kann man allerdings noch nicht urteilen, einfach, weil sie noch nicht bekannt sind. Damit wird aber in den nächsten Wochen zu rechnen sein. Angesichts der schon verlautbarten Einschätzungen der Qualitäten dieses Jahrgangs ist wohl nicht damit zu rechnen, dass die Verkaufspreise gegenüber dem Vorjahr nachgeben werden, aber was tatsächlich geschieht, wird man erst im Mai dieses Jahres wissen.

(M. Hervé: Primeurs : le millesime 2016 s’annonce de haute volée, in: SUDOUEST, 07. 04. 2017, 11.04h, Internet-Ausg.)


Neustart

Nach einem Jahr Unterbrechung wird 2017 wieder das Mittelalterspektakel, das an die Schlacht von Castillon erinnert, aufgeführt. Die historische Schacht fand im Jahr 1453 statt und beendete den Hundertjährigen Krieg zwischen der englische Krone und Frankreich mit einem Sieg der Franzosen. Damit hörte die englische Oberhoheit über den Südwesten Frankreichs auf, die seit der Heirat der Eleonore von Aquitanien mit dem späteren König Heinrich II. bestanden hatte. Die theatralische Inszenierung der Schlacht wird in einer Reihe von Aufführungen zwischen dem 13. Juli und dem 19 August stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 40.000 Besuchern, die sie auch brauchen, um die Veranstaltungen ohne Defizit abschließen zu können. An den Aufführungen werden nicht weniger als 600 freiwillige Schauspieler beteiligt sein. Die Inszenierung versucht, neue Wege zu gehen und die Ereignisse mit etwas leichterer Hand darzubieten als dies in der Vergangenheit üblich war. Dazu soll es anlässlich der 40. Jahrestages des Spektakels ein paar Überraschungen für die Zuschauer geben, die aber noch unter Verschluss gehalten werden.

(E. Fonteneau: Castillon se réinvente, in: SUDOUEST, 07. 04. 2017)

 

Mehr: https://www.batailledecastillon.com/reserver/



Saisoneröffnung

Mit dem Einlaufen der Braemar in den Port de la Lune von Bordeaux wurde die neue Saison der Kreuzfahrtschiffe eröffnet. Insgesamt werden in diesem Jahr 53 der großen Kreuzfahrtschiffe in der Gironde erwartet. Die meisten davon werden im Port de la lune anlegen, einige wenige bleiben auch in Le Verdon oder, noch weniger, in Pauillac und Bassens. Der auf diesem Wege in die Gironde oder noch weiter flussaufwärts in die Garonne gelenkte Tourismus entwickelt sich stetig zunehmend seit dem Anfang des Jahrzehnts. 2016 wurden 33.200 Passagiere gezählt, die auf diesem Wege in die Gironde bzw. nach Bordeaux gelangt sind und dort für eine kräftige Belebung des Wirtschaftslebens gesorgt haben. Das bedeutete gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 66%. Es ist daher verständlich, dass man  auch in Pauillac an dieser Entwicklung teilnehmen möchte, wo überlegt wird, die Kaianlagen in Trompeloup, wo bislang hauptsächlich Bauteile  für den Airbus A 380 umgeschlagen werden, auch für das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen zu nutzen. Die nunmehr weiter in Gang gekommene Kreuzschifffahrt ist allerdings kein absolutes Novum in Bordeaux, wo schon seit den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts regelmäßige Linienschiffsverbindungen nach Übersee bestanden haben, die zum größten Teil im zweiten Weltkrieg durchtrennt wurden und danach weitgehend vergessen und nicht wieder in der früheren Intensität wieder aufgenommen wurden.

(G. Richard: Bordeaux : la saison des paquebots est ouverte, in: SUDOUEST, 06. 04. 2017)



Bärenreport 2017

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist Frankreich ein Land mit einer kleinen aber stabilen Bärenpopulation. Die hausen in zwei von einander getrennten Gruppen in den Pyrenäen und erfreuen sich der besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge der Arbeitsgruppe Bären des Amtes für die Jagd und die freilebenden Tiere. Dieses Gremium veröffentlich jedes Jahr einen Bericht über die Entwicklung des Bärenbestandes in Frankreich. Nach letzten Erhebungen leben 39 Bären auf dem Boden Frankreichs. 37 von ihnen halten sich in den zentralen Pyrenäen auf, während eine kleine Gruppe von zwei männlichen Bären in den westlichen Pyrenäen zu Hause ist. Um diese beiden, die keinen Kontakt zu der größeren Gruppe haben, macht man sich Sorgen, denn da sie sich nicht vermehren, werden sie wohl eines Tages spurlos verschwinden. Bei der großen Gruppe ist hingegen eine leicht ansteigende Zahl der Tiere zu beobachten, die erwarten lässt, dass diese Bären genügend Nachwuchs hervorbringen werden, um ihre Präsenz weiter zu sichern. Bei den beiden männlichen Bären im Westen würde nur die Ansiedelungen einer oder mehrer weiblicher Bären für eine positive Zukunftsperspektive sorgen, doch stellt sich das dafür zuständige Ministerium seit mehreren Jahren tot. Offensichtlich will niemand die politischen Risiken eines erneuten Aufflammens der Kämpfe zwischen Bären-Befürwortern und Bären-Gegnern auf sich nehmen. Und angesichts der anstehenden Wahlen ist nicht damit zu rechnen, dass sich in absehbarer Zeit daran etwas ändert.

(J.-D. Renard: L’ours profite des paysages pyrénéens, in: SUDOUEST, 05. 04. 2017)

 



Schuldenabbau

Als Pierre Bournel, der gegenwärtige Bürgermeister von Vendays-Montalivet, das Amt von seinem Vorgänger übernahm, sah es um die Gemeindefinanzen düster aus. Es hatte sich ein Schuldenberg von 15 Millionen Euro aufgehäuft, für dessen Abtragung keine tragfähige Konzeption bestand. Der neue Bürgermeister und seine Mannschaft haben aber Mittel und Wege gefunden die Gemeindekasse in eine Richtung zu manövrieren, die mehr als das besagte Licht am Ende Tunnels sieht. Durch konsequenten Verzicht auf die Aufnahme neuer Kredite und intensive Durchforstung der Verbindlichkeiten der Gemeinde ist es gelungen, den Schuldenberg auf aktuell 11 Millionen Euro zu drücken. Trotzdem wurden vorzeigbare neue Projekte in Angriff genommen und solide finanziert. So wurde die Maison des jeunes in Montalivet saniert, ein Centre de loisirs wurde errichtet, der Camping municipal mit 180 Stellplätzen und manch andere Einrichtung wurde geschaffen. Und, darauf legt der Bürgermeister Wert, die Gesundung der Gemeindefinanzen wird weiter vorangetrieben.

(Le désendettement se poursuit, in: Le Journal des Propriétaires du littoral du Médoc, No.139, mars-avril-mai 2017)


Soulac-Chronik II

Jean-Paul Lescorce ist vielen, die sich für die Geschichte des nördlichen Médoc interessieren, nicht nur als kenntnisreicher und überaus sympathischer Führer durch die Bunkeranlagen nördlich von Soulac ein Begriff, sondern auch als Autor, der eine ganze Reihe kleinerer und größerer Beiträge zur Geschichte von Soulac publiziert hat. Seine jüngste Veröffentlichung ist der zweite Band der Chronik von Soulac, der beginnend mit einem Wikinger-Einfall im Jahre 840, wesentliche Stationen der Médoc-Geschichte aufleben lässt, die im ersten Band der Chronik noch nicht beleuchtet worden waren. Namentlich für die letzten Jahrzehnte kommt dem Autor und  natürlich auch den Lesern dabei zugute, dass hier ein Mann zur Feder gegriffen hat, der seit Kindesbeinen, das heißt also seit den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in Soulac lebt und dabei aus einer Familie stammt, die seit Generationen dort ansässig ist. Damit ist klar, dass der Leser mancherlei erfährt, was Außenstehenden sonst verborgen bliebe.

(C. Boissot: L’inventaire soulacais de Jean-Paul Lescorce, in: Le Journal du Médoc, 31. 03. 2017)


Rückgang

Auf dem Automarkt in Frankreich tut sich etwas, und das zu Lasten der Dieselfahrzeuge. Im März 2017 fiel ihr Anteil an den Neuzulassungen in Frankreich auf 47%. Im Jahre 2012 hatte ihr Anteil noch bei 73% gelegen. Die Gründe für den  Umschwung, von dem angenommen wird, dass er dauerhaft sein wird, sind vielfältig. Zum einen haben die Verschärfung der Abgasnormen, die Reduzierung der steuerlichen Bevorzugung der Dieselkraftstoffe, die Diskussion um die Schädlichkeit der Feinstaubemissionen und nicht zuletzt der vom Volkswagenkonzern ausgehende Skandal um manipulierte Abgaswerte zu diesem Trendwechsel beigetragen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Ankündigungen der Bürgermeisterin von Paris, die Dieselfahrzeuge lieber heute als morgen aus dem Stadtverkehr der französischen Hauptstadt verbannen möchte. Alles in allem haben Interessenten, die heute ein neues Auto kaufen wollen, hinsichtlich der Motorenart Entscheidungen zu erwägen, die noch vor wenigen Monaten nicht erforderlich waren.

(Pour la première fois, les voitures diesel rétrogradent, in: SUDOUEST, 2. April 2017)

 


Hafen Le Verdon

Trotz immer wieder aufflackernder Hoffnungen ist der Tiefwasserhafen von Le Verdon noch im Tiefschlaf, da es nicht gelang, den Verladebetrieb für Container, der eigentlich die Hafenanlagen mit pulsierendem Leben erfüllen sollten, wieder in Gang zu setzen. Es gibt zwar zwei funktionsfähige Portalkräne, die die alten ersetzt haben, aber nun hakt und klemmt es mal hier und mal da, so dass ernsthafte Aussagen über das weitere Schicksal der Containerverladung in Le Verdon kaum gemacht werden können. Weniger Unsicherheiten gibt es hingegen bei der Rolle, die der Hafen als Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe spielen soll. Von denen werden rund zwanzig in diesem Jahr erwartet, die ihren Passagieren allerdings nur einen ungewöhnlich toten Hafenbetrieb bieten können.

(UM, 01. 04. 2017)

 

 

Präsidentschaftswahlen

Etwas mehr als drei Wochen vor dem ersten Wahlgang zeigen die Umfragen wenig Neues. Die fünf bestplatzierten Bewerber vereinigen rund 94% der Stimmen auf sich, auf die übrigen sechs Kandidaten entfallen die restlichen sechs Prozent. Platz eins der Liste nimmt Emmanuel Macron mit 25% der Stimmen ein, der zwar einen Prozentpunkt eingebüßt hat, aber dennoch vor Marine Le Pen rangiert, die es auf 24% bringt. François Fillon macht Boden gut, denn er kommt nunmehr auf 19%. Für den zweiten und entscheidende Wahlgang sind die Perspektiven weiterhin günstig für Emmanuel Macron, für den sich 60% der Befragten aussprechen, während es M. le Pen auf 40% bringt. Dabei weiß man natürlich, dass Prognosen und Umfragen ihre Tücken haben.

(J. Desport, Macron toujours devant, mais Fillon retrouve de l’air, in: SUDOUEST, 01. 04. 2017)



Waldbrand

Wo Wald ist, kann es auch Waldbrände geben, und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Diese Erfahrung mussten die Verantwortlichen des militärischen Komplexes von Captieux machen, der zur einen Hälfte auf dem Gelände des Departements Gironde liegt und zur anderen auf dem Territorium des Departements Landes. Ausgelöst von militärischen Schießversuchen sind dort bei dem ersten größeren Waldbrand des jahres 2017 wenigsten rund 500 ha Kiefernwald in Flammen aufgegangen. Die Leitung des Camp veröffentlichte kurz nach Bekanntwerden des Brandes eine Meldung, in darauf hingewiesen wurde, dass der Brandherd unter Kontrolle sei, dies allerdings erst nach Einsatz von einer beträchtlichen  Zahl von Feuerwehrleuten und Soldaten, die Unterstützung aus der Luft durch zwei aus Nizza heranbeorderte Canadair erhalten hatten, die zehn Einsätze flogen. Sie verhinderten dadurch das Übergreifen des Brandes auf einen benachbarten Campingplatz. Menschen sind  nicht zu Schaden gekommen.

(E. Artigue-Cazcarra: 500 hectares en feu sur le camp militaire, in: SUDOUEST, 31. 03. 2017,


März 2017

Bruchlandung

Im Herbst 2014 hatte Airbus Industries mit großem Pomp ein neuartiges Flugzeug vorgestellt, das, voll elektrisch betrieben, eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Fluggeräten haben sollte. Es sollte hauptsächlich für die Ausbildung von Piloten einegsetzt werden, für die es eine Reihe benonsders günstiger Eigenschaften aufwies. Da es keine vergleichbaren Konstruktionen auf dem Markt gab, erwartete Airbus gute Absatzchancen. Die Produktion sollte in einem eigens dafür hergerichteten Werk in Pau erfolgen, wo man ungeduldig auf die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze wartete. Die werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kommen, denn Airbus hat das Projekt Elektroflugzeug kurzerhand gestoppt. Immerhin ließ man durchblicken, dass der Bau des Flugzeugs von anderen Firmen vorstellbar sei, aber konkret ist da noch gar nichts. Es ist daher gut möglich, dass ein kurz vor der Serienreife stehendes Projekt in den Schubladen verschwindet.

(N. César: Avion  électrique  : Airbus  renonce, in: SUDOUEST, 30. 03. 2017)


Ärger mit der Bahn

Am 2. Juli 2017 werden mit der Aufnahme des Betriebs auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Bordeaux die Fahrpläne der Regionalverkehrszüge neu geschrieben. Der Vizepräsident der Region Nouvelle-Aquitaine, der für die Belange des Verkehrs zuständig ist, nimmt das zum Anlass, einen „big bang“ für den regionalen Schienenverkehr zu fordern. Er beklagt, dass in diesem Bereich die Leistungen der Bahn weit hinter den selbst gesteckten Zielen  zurückblieben. So seien immer noch nur 87,5% der Züge pünktlich, während die Bahnverwaltung eine Marke von 91% verkündet hatte. Nicht zuletzt deswegen sei die Zahl der Bahnreisenden im letzten Jahr um 6% zurückgegangen, ohne dass erkennbar wäre, dass eine Trendwende bevorstehe. Die Region habe ein Programm aufgelegt, mit dem in den Jahren 2017 und 2018 für 485 Millionen Euro neue Triebzüge angeschafft werden sollen, doch habe die SNCF viel zu geringe Mittel mobilisiert, um die Unzulänglichkeiten des Schienennetzes zu beseitigen. Aus diesem Grund sei man wenig zuversichtlich, dass die Qualität des regionalen Schienenverkehrs verbessert werden könne. Damit stehe den derzeit 53.000 täglichen Nutzern der regionalen Bahndienste keine rosige Zukunft bevor.

(N. César : Le réseau de TER va-t-il monter en gamme avec la LGV ? in: SUDOUEST, 28. 03 2017)


Zukunftsmusik für das Médoc

Das Médoc ist zwar eine attraktive Gegend, aber das gilt nicht für seine recht wenig entwickelten Verkehrswege. Dass hier Handlungsbedarf besteht, betonen deutlich und immer wieder die davon Betroffenen. Es hat jedoch lange gebraucht, bis das Departement, bei dem die Federführung für Planung und Ausgestaltung des Straßennetzes im Médoc liegt, Pläne vorgelegt hat, die für Abhilfe sorgen können, wenn sie wirklich umgesetzt werden. Auf der Liste der geplanten Maßnahmen steht oben an die Steigerung der Leistungsfähigkeit der RD 1215, der Hauptachse, die von Bordeaux nach Le Verdon führt. Angesichts der nicht gerade üppig bemessenen Summe von 160 Millionen Euro für die vorgesehenen Maßnahmen ist klar, dass ein Ausbau der RD 1215 auf vier Spuren über die gesamte Strecke nicht finanziert werden kann. Es werden aber die bestehenden viersprurigen Abschnitte etwas verlängert, und es werden dreispurige Abschnitte angelegt, in denn wechselweise zwei Spuren für eine Richtungen vorhanden sind, die das Überholen erleichtern. In den Jahren 2018 – 2020 sollen zwei solcher Abschnitte nördlich von Lesparre angelegt werden, ein weiterer soll zwischen Castelnau und Lesparre im Jahre 2020 gebaut werden. Auf dem Programm steht auch die Ortsumgehung von Lesparre, deren Bau 2022 begonnen werden soll. Bis zu der angestrebten Fertigstellung im Jahre 2025 sollen dafür 36 Millionen Euro ausgegeben werden. Man hofft auch, die Ortsumgehung um Taillan endlich in Angriff nehmen zu können. Das könnte ab 2018 passieren, wenn bestehende Einsprüche gegen die Baugenehmigung bis dahin abgeklärt sind. Vergleichsweise kleinere Summen sollen darauf verwendet werden, an besonderen Brennpunkten kleinere Straßen auszubauen. Alles in allem zeigt der Zeitplan, dass mit schnellen Veränderungen nicht zu rechnen ist. Und eine Garantie, dass alle jetzt vorgestellten Vorhaben auch durchgeführt werden, gibt es auch nicht. Wer darüber klagt, dass das Médoc bei Infrastrukturmaßnahmen stiefmütterlich behandelt wird, kann das mit Recht auch künftig tun.

(J.-M. Leblanc :Le Médoc en route vers Bordeaux, in: SUDOUEST, 27. 03. 2017)

 


Rettung eines Château

Wer im Médoc von einem château spricht, meint damit meist eines der rund 7000 Weingüter, die von ganz klein und fast ganz unbekannt bis zu ganz groß und weltweit renommiert gehen. Echte Châteaux gibt es auch, aber sie sind meist nicht mehr als 100 oder 150 Jahre alt. Nur ganz wenige der Châteaux des Médoc sind richtig alt.  Eines davon, das Château von Beyzac, liegt auf dem Boden der Gemeinde Vertheuil und kann auf eine Geschichte zurückblicken, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Leider ist über die frühe Zeit dieser Schlossanlage fast nichts bekannt, doch zeigt das noch heute erhaltene Gebäude, dass  es lohnenswert ist, dasselbe zu erhalten. Und gerade darum geht es einer Gruppe interessierter Bürger in Vertheuil, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen  haben, um das vom Verfall bedrohte Château von Beyzac zu retten. Ob das gelingt, ist längst nicht sicher, denn die Aufgaben, die zu bewältigen sind, um das  bald zwanzig Jahre sich selbst überlassene Gebäude wieder instand zu setzen, sind nicht mit gutem Willen allein zu bewältigen.  Nachdem das Château im Jahre 1996 in das Verzeichnis der historischen Denkmäler aufgenommen worden ist, haben nunmehr Nachforschungen begonnen, die die Geschichte des Bauwerks erhellen sollen und im Gefolge davon hofft man, die Mittel zu erhalten, die benötigt werden, um die Zukunft des Schlosses zu sichern.

(Pascale Moinet-Cordonnier : Le château de Beyzac se relève avec fierté, in: SUDOUEST, 26. 03. 2017)

 


Parrainages im Médoc

In Frankreich laufen manche Dinge anders als in Deutschland, was bei manchen Gelegenheiten zu Fragen Anlass gibt. Das gilt auch für die anstehenden Wahlen zur Präsidentschaft, die zur Zeit den Politikbetrieb dominieren. Prinzipiell kann jede(r)frau/mann Kandidat für das höchste Amt im Staate werden, wenn er ein paar Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört auch, dass sie oder er 500  parrainages vorweisen muss, was sich nicht gut übersetzen lässt, weil es diese Einrichtung in Deutschland nicht gibt. Gemeint ist damit, dass jeder Bewerber sich die Unterschriften von mindestens 500 gewählten Volksvertretern beschaffen muss, damit ihre oder seine Kandidatur offiziell anerkannt werden kann. Das haben bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl elf Bewerber geschafft. Man sollte denken, dass es angesichts der Tatsache, dass es in Frankreich um die 35.000 gewählte  Abgeordnete, Bürgermeister, Senatsmitglieder etc. gibt, leicht sein müsste, diese 500 Signaturen zu bekommen, aber in der Realität zeigt es sich, dass  die Bereitschaft, per Unterschrift einen Kandidaten zu unterstützen, nicht sehr groß ist. Das gilt auch für das Médoc, wo etwa 60 gewählte Amtsinhaber das Recht haben, eine parrainage auszuüben. Tatsächlich haben aber nur  22 von ihnen eine Unterschrift unter die Befürwortung für einen Kandidaten gesetzt, während die große Mehrheit passiv geblieben ist.

(J.Lestage :Arthaud et Juppé en tête des parrainages, in : SUDOUEST, 25. 03. 2017)

 

Meinungsumfrage zur Präsidentschaftswahl

Das Rennen um den ersten Platz bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2017 in Frankreich bleibt eng und spannend. Jetzt meldete BVA POP2017, dass Emmanuel Macron den ersten Platz einnimmt mit 26% vor der leicht um einen Punkt zurückgefallenen Marine Le Pen, die es auf 25% bringt. Schlecht sieht es für den Drittplatzierten François Fillon aus, der 3% verliert und nur noch auf 17% kommt.

(Sondage : Macron en tête devant Le Pen,in: SUDOUEST, 25. 03. 2017)

 


Médoc-Austern im Aufwind

Über lange Jahre gab die Austernzucht im Médoc vielen Leuten Arbeit und Brot, dann brach in den 80er Jahren fast über Nacht alles zusammen, als durch eine Schwermetallverseuchung im Waser der Gironde keine Austern mehr gezüchtet werden durften. Ein großer Teil der Feuchtgebiete, in denen die Austernzuchtbecken lagen, verwaiste regelrecht, und dies für mehrere Jahrzehnte. Als vor wenigen Jahren die Schadstoffbelastung auf tolerierbare Werte absank, kehrte allmählich wieder Leben in diese Regionen zurück. Zur Zeit sieht es so aus, als ob die Austernwirtschaft im Médoc einen neuen Aufschwung erleben könnte. Bei Saint Vivien hat ein Austernzüchter vom Becken von Arcachon mehr als 70 ha Feuchtgebiete gekauft, die er  derzeit so bearbeitet, dass eine erfolgreiche Austernzucht möglich wird. Dabei stellte sich heraus, dass die Aufzucht von Austern im Médoc Vorteile gegenüber den Bedingungen im Basssin von Arcachon hat. Vor diesem Hintergrund kann davon ausgegangen werden, dass in naher Zukunft sich im Médoc ein Wirtschaftszweig wieder etablieren wird, der über lange Jahre dort präsent war.

(M. Caurraze: Ces ostréiculteurs du bassin d’Arcachon  à la conquête du Médoc, in : Le Journal du Médoc 24. 034. 2017)


Kirmeswochenende in Saint Vivien

Es ist schon Tradition, dass am Osterwochenende in Saint Vivien eine große Kirmes mit reichhaltigem Programmangebot startet. Unterstützt von Vereinen und Freiwilligen wird es am 15., 16. und 17. April im Ortszentrum und auf dem Gelände des Hippodroms eine Reihe von Veranstaltungen geben, die sowohl für junge als auch für alte Besucher attraktiv sein sollen. Während früher auf dem Gelände des Hippodroms zu Osten Pferderennen veranstaltet wurden, werden seit sieben Jahren dort Rasenmäherrennen ausgetragen, die zwar nicht in direkter Linie das fortsetzen, was einst hoch zu Ross praktiziert wurde, aber doch für Spannung und Geschäftigkeit sorgen. Das Hauptereignis für die Rasenmäher wird am Ostersonntag zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr zelebriert. Auf dem Platz vor der Mairie finden während der drei Kirmestage  ein Vide-grenier, eine Börse für mechanisches Spielzeug und eine Ausstellung historischer Autos und Motorräder statt. Für den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit der Besucher werden Stände sorgen, an denen es Ess- und Trinkbares gibt. Ein besonderer Höhepunkt wird eine Riesenomelette sein, die am Samstag ab 19.00 Uhr auf dem Gelände des Hippodroms zubereitet wird. Die Omelette ist ein Geschenk der Veranstalter und folglich gratis, doch müssen Besucher Vor- und Nachspeise, Besteck und Teller mitbringen.

 (M. Caporal: Bientôt le retour des tondeuses, in: SUDOUEST, 23. 03. 2016)


Rettungsübung

Auf der Gironde und denn angrenzenden Flussläufen sind in den letzten Jahren immer mehr Flusskreuzfahrtschiffe eingesetzt worden, die fast immer schon lange vor den Touren ausgebucht sind. Bislang ist alles gut gegangen, aber es könnte sein, dass irgendwann einmal auf einem dieser Schiffe eine bedrohliche Situation eintritt. Um dafür gewappnet zu sein wurde kürzlich vor Pauillac eine Rettungsübung durchgeführt, bei der angenommen wurde, dass auf der Cyranao de Bergerac, die schon seit einigen Jahren in der Flusskreuzfahrt eingesetzt wird, ein Brand ausgebrochen war, der nicht unter Kontrolle zu bringen war, weshalb der Käpitän anordnete, die Passagiere und Besatzungsangehörigen  in Sicherheit zu bringen. Für die Rettungsübung wurden insgesamt 300 Helfer mobilisiert, die mit 15 Booten, unterstützt von zwei Hubschraubern  die Rettungsaktion durchführten. Dabei wurden allerlei Ansätze für Verbesserungen aufgedeckt, die erwarten lassen, dass man in einem Ernstfall, von dem man hofft, dass er nicht eintreten möge, vorbereitet sein wird, die zweckmäßigsten Entscheidungen zu treffen.,

(J. Lestage: Pauillac : Exercice de sauvetage sur l’estuaire de la Gironde, in : SUDOUEST, 21. 03. 2017, Internet-Ausg.)


Ausländische Investoren

Im letzten Jahr wurden, wie Business France mitteilt, von ausländischen Unternehmen in Frankreich 1117 Entscheidungen für Investitionen umgesetzt, was eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 16% bedeutet. Dadurch wurden 30.108 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten. 60% der Investitionen wurden von europäischen Firmen getätigt, 20% von amerikanischen und 12% von asiatischen. Die stärkste Zunahme für ein europäisches Land ging dabei von Italien aus, gefolgt von Deutschland. Bislang waren Amerikaner die größten Investoren in Frankreich. Seit dem letzten Jahr rangieren sie jedoch hinter Deutschland nur noch auf dem zweiten Platz.

(M. Visot: Les Allemands sont devenus les premiers investisseurs en France, in : Le Figaro, 21. 03. 2016)




Präsidentschaftswahl 2017 : Fernsehduell

Am Abend es 20. März trafen die in dem Umfragen bestplatzierten der elf verbliebenen  Bewerber um das Amt des nächsten Präsidenten der République Française in einer Fernsehsendung aufeinander. Die fünf Eingeladenen, François Fillon, Benoît Hamon, Marine Le Pen, Emmanuel Macron und Jean-Luc Mélenchon, sollten sich zu drei Themenkomplexen äußern und dabei ihre individuellen Positionen erklären. In dem ersten Komplex sollte geklärt werden, welches Gesellschaftsmodell die Kandidaten für Frankreich anstreben, im zweiten sollte herausgearbeitet werden, nach welchen Prinzipien die französische Wirtschaft organisiert werden soll. Im letzten Themenbereich sollten die fünf Bewerber  um das höchste Amt im französischen Staat verdeutlichen, welche Rolle Frankreich in der Welt spielen soll. Nach einer einleitenden Erklärung der Kandidaten wurden die drei Themenkomplexe behandelt, wobei sich allerdings zeigte, dass die Zahl der Teilnehmer dazu führte, dass vieles nur angerissen wurde. Deutlich wurde allerdings, dass Marine Le Pen brachial deutlich machte, dass sie alles, was mit der Europäischen Union zusammenhängt für pures Teufelswerk hält, mit dem schnellstens Schluss zu machen sei. Der einzige überzeugte Europa-Befürworter war Emmanuel Macron, während die übrigen drei Teilnehmer der Runde Positionen vertraten, die teilweise weniger eindeutig in diese Richtung zeigten, ohne sich allerdings den Zielsetzungen von Le Pen anzunähern. Nicht überraschend dauerte die Sendung deutlich länger als geplant, denn sie ging erst nach mehr als 3 ¼ Stunden zu Ende.

(UM, 21. 03. 2017)


Bahnhof Saint-Jean

Auch für den Bahnhof Saint-Jean in Bordeaux ist der 2. Juli 2017 ein wichtiges Datum, denn an diesem Tag soll die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Bordeaux in Betrieb gehen, auf der es möglich sein wird, in wenig mehr als zwei Stunden von der französischen Hauptstadt in die Metropole an der Garonne zu fahren. Bis zu diesem Tag sind allerdings am Gare Saint-Jean noch allerhand Arbeiten zu verrichten, die zu einem großen Teil darin bestehen, die für die Renovierungsarbeiten benötigten Gerüste im Inneren der großen Bahnhofshalle abzubauen. Das Gesamtgewicht der Gerüstbauteile liegt bei etwa 2800 Tonnen, von denen die ersten in diesen Tagen demontiert  werden. Am Ende werden die Renovierungsarbeiten an der Gare Saint-Jean rund 52 Millionen Euro gekostet haben, von denen die SNCF 97% zu tragen hat. Der Rest kommt vom Staat aus Mitteln des Denkmalschutzes. In der Spitzenzeit der seit fast vier Jahren laufenden Arbeiten waren 200 Arbeitskräfte aus 25 verschiedene Berufen auf der Baustelle beschäftigt. Allein die Anstricharbeiten haben 25.000 Liter Farbe verbraucht, die jedoch nach Meinung der Experten dem Gebäude eine Verjüngungskur verschafft haben, die allen künftigen Reisenden zugute kommen wird.

(X. Sota: Grande verrière : l’effeuillage a commencé, in: SUDOUEST, 18. 03. 2017)


Bunkersprengung

Seit dem Zweiten Weltkrieg liegen an den französischen Küsten Tausende von Bunkern des ehemaligen Atlantikwalls, von denen niemand sagen kann, dass sie ihre Umgebung im positiven Sinn bereichern. Aber, auch wenn man sie am liebsten entfernen würde, diese Betonkolosse sind von einer derartigen Massivität und Stabilität, dass es besonderer Anstregungen bedarf, um sich ihrer zu entledigen. Das wurde jetzt in La Rochelle deutlich, wo ein mitten in der Stadt gelegener Bunker gesprengt wurde, um Platz zu machen für einen Komplex neuer Wohnungen. Der 220 m² große Bunker hatte eine 2,5 m dicke Decke, die ihn einst nahezu unverwundbar machte, jetzt aber die mit der Beseitigung beauftragten Spezialisten vor große Aufgaben stellte. Die haben schließlich 209 Bohrungen in den Beton des Bunkers vorangetrieben, in den 600 kg Dynamit so angeordnet wurden, dass sie bei der Explosion Risse in dem Betonkörper verursachen sollten, die das spätere Abtragen überhaupt erst ermöglichen sollten. Da der Bunker inmitten von bewohntem Gebiet liegt, mussten umfangreiche Vorkehrungen getroffen werden, um die Umgebung zu schützen. Dazu wurde der Betonklotz in einen soliden Käfig aus Eisengittern gepackt, um den herum eine stabile Textilhülle gelegt wurde, die außen von einem tonnenschweren Berg von Strohballen umgeben wurde. Vor der Sprengung wurden alle Anwohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, und erst dann wurde das Dynamit gezündet. Die Explosion verlief wie geplant, aber der Bunker ist immer noch da. Er ist aber von vielen kleinen Rissen durchzogen, die es den Baggern, die nun ihre Arbeit aufnehmen werden, ermöglichen, mit schweren Beißzangen den Koloss baggerschaufelweise abzutragen.

(S. Cottin: Laisse béton, ce bunker c’est de la dynamite ! in : SUDOUEST, 18. 03. 2017)




Prähistorisches

Im Tal der Vézère, dessen 40 km langer Abschnitt oberhalb der Mündung in die Dordogne seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, werden  immer wieder spektakuläre Funde gemacht, obwohl in diesem Gebiet seit Jahrzehnten intensive archäologische Forschungen unternommen werden. Jezt wurden Bilder und Informationen über zwei Funde veröffentlicht, die auf die Zeit um 28000 bis 34000 Jahre vor unserer Zeit datiert werden. Sie sind auf zwei großen Gesteinsblöcken gefunden worden, in die runde Einkerbungen gemacht worden waren, die Auerochsen und Mammute zeigen. Nach intensiven Analysen werden die neuen Funde vom Sommer dieses Jahres an im Museum von Les Eyzies ausgestellt, das damit weitere Exponate vorweisen kann, die weltweit einmalig sind. Nicht von ungefähr wird das kleine Städtchen Les Eyzies la capitale de la préhistoire genannt. Wer diesen Teil Frankreichs bisher ausgespart hat, sollte ihn in die nächsten Planungen aufnehmen und dafür nicht zu wenig Zeit reservieren, denn wer Les Eyzies besucht, befindet sich in einem Gebiet, das eine Reihe von prähistorischen Glanzlichtern aufzuweisen hat, an deren Spitze sicher die Höhlen wie Lascaux mit ihren vorgeschichtlichen Malereien stehen.

(Découverte de gravures de plus de 30 000 ans, in : SUDOUEST, 17. 03. 2017)



Nouvelle-Aquitaine : Flughäfen

In der im Südwesten Frankreichs gelegenen Nouvelle-Aquitaine gibt es eine Reihe von Flughäfen. Angefangeen mit Bordeaux-Mérignac, wo im letzten Jahr über 5,7 Millionen Fluggäste gezählt wurden, bis zu den kleinsten Flughäfen gibt es das Problem der Kosten. Nur vier der Flughäfen der Region schreiben schwarze Zahlen, alle andere haben teilweise kräftige Defizite, die allerdings nicht erst im letzten Jahr aufgetreten sind. Neu ist hingegen, dass die bislang geübte Praxis, dass die Defizite der nicht rentablen Flughäfen von den drei Regionen, die in der Nouvelle-Aquitaine aufgegangen sind,  ausgeglichen wurden, nicht mehr praktitziert werden kann. Seit der Schaffung der neuen Region Nouvelle-Aquitaine ist diese zuständig, Subventionen zu gewähren oder auch nicht. Und die Verantwortlichen der Nouvelle-Aquitaine machen kein Hehl daraus, dass sie vor der Gewährung von finanziellen Hilfen für Flughäfen deren wirtschaftliche Berechtigung eingehend prüfen wollen. Das braucht natürlich Zeit, die einzelne der in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Flughäfen nicht haben. Sie versuchen daher, Druck aufzubauen, um den Entscheidungsprozesss zu beschleunigen. So wie es aussieht, wird diese Taktik nicht zum Erfolg führen, was letztlich bedeutet, dass der Weiterbestand namentlich der kleinen Flughäfen der Region alles andere als gesichert ist.

(L. Bourianne : Ces aéroports suspendus à la Région, in : SUDOUEST, 15. 03. 2017)

 


Vensac : neues Baugebiet

Die Gemeinderatssitzungen in Vensac gehen für gewöhnlich schnell und reibungslos vonstatten. Die Sitzung vom 6. März machte hier eine Ausnahme, denn sie beanspruchte wesentlich mehr Zeit als üblich. Hauptgrund war die Finanzierung des neuen Baugebietes Vensac-Océan II, in dem 98 Parzellen erschlossen und verkauft werden sollen. Um die dafür veranschlagten rund zwei Millionen Euro zu beschaffen, wurden verschiedene Alternativen diskutiert, bevor man sich darauf verständigte, die Gemeindesteuern (Taxe d’habitation, taxe foncière) unverändert zu lassen und für die Finanzierung von Vensac-Océan II einen Kredit aufzunehmen. Damit wird ein mehrere Jahre praktizierter Brauch, keine Schulden zu machen aufgegeben, doch  es ist davon auszugehen, dass nach dem Verkauf der Parzellen in dem neuen Baugebiet bald wieder versucht wird, die Gemeindeschulden auf Null zu bringen.

(M. Caporal: Le Conseil ne touche pas à la fiscalité, in : SUDOUEST, 11. 03. 2017)


Besitzerwechsel

Das Restaurant La part des anges in Montalivet hat einen neuen Inhaber, Vincent Arias. Der hat bislang das Bixente in Euronat geführt, sich aber nun entschlossen, ein ganzjährig geöffnetes Restaurant zu übernehmen. Das mit Blick auf den Ozean in Sichtweite des Platzes, auf dem sich die Strandsegler tummeln, gelegenen La part des anges soll ganz in dem Sinne weitergeführt werden, der das Lokal in den letzten Jahren zu einem beliebten Ziel gemacht hat. Da der Küchenchef sein Amt behält, ist Gewähr dafür gegeben, dass die Speisekarte abwechslungsreich bleibt, wobei vor allem auf frische und einheimische Gemüsesorten gesetzt wird. Und es wird wohl dabei bleiben, dass freie Plätze in dem Lokal eher die Ausnahme sind. Für die Gäste daher dringende Empfehlung: reservieren.

(L. Llobell: La Part des anges change de main, in: SUDOUEST, 07. 03. 2017

 


Printemps des Châteaux 2017

Seit mehr als zwei Jahrzehnten lenkt in jedem Frühjahr die von der in Pauillac angesiedelten Maison du tourisme et du vin (MTV) ins Leben gerufene Aktion der Offenen Tür Neugierige in die Weinbaubetriebe des Médoc. In diesem Jahr ist das Wochenende vom 8. und 9. April für diese Aktion ausgewählt worden, an der sich inzwischen rund 60 Weinbaubetriebe von der Cooperative über kleine Châteaux bis zu den großen Namen beteiligen. Fast alle Besuche sind ohne vorherige Terminvereinbarung möglich und bei allen gibt es Gratisverkostungen der jeweiligen Weine. Angesichts der vielen Betriebe, die sich an diesem Wochenende für das Publikum öffnen, ist anzuraten, je nach persönlicher und familiärer Situation eine Auswahl zu treffen. Dafür steht eine gut illustrierte Internet-Seite bereit, von der kostenlos eine 4 MB große PDF-Datei heruntergeladen werden kann, die eine gute Planungsgrundlage abgibt.

(J. Lestage, L’incontournable Printemps des châteaux, in: SUDOUEST, 09. 03. 2017)

Mehr: https://www.bougerenmedoc.com/

 


Stippvisite

Am zweiten Märzsamstag hat der Frühling dem Südwesten Frankreichs einen kurzen, aber wohltuenden Besuch gemacht. Die höchsten Temperaturen wurden mit 28° am Fuß der Pyrenäen gemessen, in Bordeaux waren es 24,1°. Normal sind zu dieser Zeit des Jahres Thermometerstände um 15°. Die gegenwärtige Wärme ist aber noch  von den Rekorden vergangener Jahre entfernt, als etwa in Bordeaux im Jahre 1981 27,7° gemessen wurden.

In den nächsten Tagen kehrt aber wieder Normalität ein. Für Sonntag ist Regen bei zurückgehenden Temperaturen angesagt, aber ab Montag kommt die Sonne bei 15 – 16° zurück.

(Sudouest.fr : Météo : de belles températures ce samedi dans le Sud Ouest, in : SUDOUEST, 11. 03. 2017, 18.15h, Interent-usg.)

 

 

Aufwind für Emmanuel Macron

Bis zum 23. April, dem ersten Durchgang der Wahlen für das Amt des Staatspräsidenten in Frankteich wird noch allerhand Wasser die Gironde  herabfließen, und es wird noch eine Menge Meinungsumfragen geben. Momentan stabilisiert sich das führende Duo mit Marine le Pen und Emmanuel Macron auf den ersten beiden Plätzen. Dahinter liegt mit deutlichem Abstand François Fillon. Emmanuel Macron und Marine Le Pen liegen zur Zeit gleichauf, in einzelnen Umfragen sieht man E. Macron, der in den letzten 14 Tagen 5 % zugelegt hat, sogar mit leichtem Vorsprung auf dem ersten Platz.  Fr. Fillon, der demgegenüber um 5% zurückliegt,  wird es, wenn nicht noch ein Erdrutsch zu seinen Gunsten geschieht, nicht schaffen, in der zweiten Runde noch im Rennen zu sein. Für die zweite Runde werden E. Macron 61% der Stimmen vorausgesagt, während es für Le Pen nur zum zweiten Platz mit 39% reichen wird.

(J. Desport: Deux favoris à égalité, et François Fillon qui résiste, in :SUDOUEST, 11. 03. 2017)


Erosion in Montalivet

Nach dem Winter 2013/2014, der dem Stand von Montalivet übel mitgespielt hatte, haben sich die Verantwortlichen der Gemeinde nach langem und reichlichem Überlegen entschlossen, den Strand nicht mit einer massiven Gesteinsbarriere zu schützen, sondern ein sanfteres Verfahren zu wählen, bei dem zwar die Dünenkante befestigt wurde, der Schutz der Düne aber vor allem durch eine solide Sandanschüttung besorgt wurde. Die Entscheidung für diesen Weg der Bekämpfung der Erosion hat sich nach allgemeiner  Überzeugung als richtig und zweckmäßig erwiesen, zumal dabei  erhebliche Geldmittel eingespart werden konnten. Auch nach den Stürmen dieses Winters bleibt man auf dem eingeschlagenen Weg, doch wird bedauert, dass es noch immer kein übergreifendes Konzept für den Schutz der Strände des Médoc gibt und dass die betroffenen Gemeinden bei den Entscheidungen für den Kampf gegen die Erosion ziemlich allein gelassen werden.

(J. Lestage: Érosion : Montalivet fait front avec son sable, in: SUDOUEST, 07. 03. 2017)


Kreuzfahrtschiffe 2017

 Auch 2017 werden wieder Kreuzfahrtschiffe in die Girondemündung einlaufen und dort Station machen, um ihren Passagieren Gelegenheit zu geben, Land und Leute kennenzulernen. Bis jetzt sind die Daten für Ankunft und Abfahrt von 53 Kreuzfahrtschiffen bekannt. Die meisten von ihnen werden im Port de la Lune von Bordeaux anlegen, etwa zehn werden im Tiefwasserhafen von Le Verdon festmachen, dessen Containerverladung immer noch nicht wieder begonnen hat. Nicht wenige dieser Schiffe besuchen regelmäßig die Gironde, einige von ihnen sogar mehrfach im Jahr. Auch die Dreimastbark Belem, die bis auf eine kurze Unterbrechung den Winter im Port de la Lune verbracht hat und dort noch bis zum 10. April bleiben wird, wird wieder zu sehen sein. Sie wird am 2. Juni 2017 gegen 22.15h in Bordeaux ankommen, und am 4. Juni gegen 16.30h ablegen.

Mehr:

http://www.bordeaux-port.fr/sites/default/files/contributeurs/media/pdf/Programme%20paquebots%202017-18-19%20v3.pdf


Raffineriestandort  Pauillac

Wer heutzutage sich aus nördlicher Richtung Pauillac nähert, sieht eine Reihe voluminöser runder Kraftstofftanks, die an die Zeit erinnern, als sich dort eine große Raffinerie befand. Deren Anfänge gehen auf das Jahr 1931 zurück, seit 1948 gehörte die Anlage zu Shell Française. 1986 wurde die Raffinerie geschlossen. Übrig blieben nur die Lagertanks, die vom französischen Staat übernommen wurden, der dort einen Teil seiner strategischen Kraftstoffreserven einlagerte. Für die Angestellten war die Schließung eine Katastrophe, da die meisten von ihnen ihren Arbeitsplatz verloren, nur vierzig hatten die Chance, in dem Kraftstoffdepot beschäftigt zu werden. Auch für die Stadt Pauillac war das Ende der Raffinerie ein Einschnitt, denn der Wegfall einer großen Zahl von Arbeitsplätzen zog eine fühlbare Reduzierung der Kaufkraft der Bevölkerung nach sich, in deren Gefolge eine ganze Reihe von Geschäften geschlossen wurden.  Während für die ehemaligen Shell-Arbeitnehmer das Ende der Raffinerie den Beginn einer oft längeren Zeit der Arbeitslosigkeit bedeutete, waren andere mehr als zufrieden, dass die industriellen Tätigkeiten bei Pauillac heruntergefahren wurden. Die meisten Inhaber der Châteaux um Pauillac herum hatten sich immer schwer getan zu akzeptieren, dass in Sichtweite ihrer Weinfelder Industrieanlagen zu sehen waren, über deren eigenwillige Ästhetik sie oft ihre Unzufriedenheit äußerten. Einzelne ereiferten sich sogar über die weiß-roten  Farben der Schornsteine und verlangten, man solle sie himmelblau  anstreichen, damit sie nicht so auffielen.

(P. Barbin: Au bon souvenir de la raffinerie Shell in: SUDOUEST, 06. 03. 2017)

 


Nach Zeus

Der jüngste Sturm vom 6. März hat den mythologisch aufgeladenen Namen Zeus erhalten, doch hat er sich gebärdet wie ein ordinärer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von teilweise deutlich über 100 km/h. Es gab im Bereich der Bretagne die bei solchen Windstärken üblichen Schäden, doch nahm deren Intensität in Richtung Südwesten ab. Insgesamt 600.000 Haushalte, davon 130.000 in der Region Nouvelle-Aquitaine,  waren für kürzere oder auch längere Zeit ohne Strom, ein Wert, der zuletzt bei den Stürmen am Jahresende 1999 registriert worden war. Im Departement Gironde waren die Windgeschwindigkeit weniger hoch als vorhergesagt, doch haben sie ausgereicht, um Äste abzubrechen oder hier und da Bäume umzuwerfen. Mittlerweile ist die Alarmstufe orange aufgehoben worden, doch wird immer noch vor starken Wellen gewarnt und empfohlen, sich nicht Gefahren in der Brandungszone auszusetzen.

(Sudouest.fr.: Tempête : alerte levée dans le Sud-Ouest, le point sur la situationin: SUDOUEST, 06. 03. 2017, 18.36h, Internet-Ausg.)


Fälschungssichere Weinflaschen ?

Es ist kein Geheimnis, dass Bordeaux-Weine weltweit ein Ansehen genießen, das andere Anbaugebiete gern hätten. Und es ist auch kein Geheimnis, dass weltweit bei manchen wenig skrupelgeplagten Händlern immer wieder Bordeaux-Weine auftauchen und vermarktet werden, die gar keine sind. Um derartigen Betrügereien einen Riegel vorzuschieben, bemüht sich der Conseil interprofessionnel des vins de Bordeaux (CIVB), Bordeaux-Weine fälschungssicher zu machen. Dabei werden unterschiedliche Verfahren auf ihre Wirksamkeit geprüft. Bei der bislang sichersten Variante soll ein Mikrochip im oder am Korken angebracht werden, der alle Daten enthält, um den Wein in der betreffenden Flasche eindeutig zu identifizieren. Noch keine Lösung gibt es allerdings für die Positionierung der Steuermarke, die eine stilisierte Marianne zeigt, die bislang oben auf der den Korken umschließenden Kapsel angebracht wird und damit verhindert, dass eine Flasche geöffnet und danach wieder verschlossen werden kann. Im Finnazministerium, das diese Steuermarkeken ausgibt und die dafür fälligen Gebühren einzieht, ist man noch nicht entschlossen, wie das Problem der Marianne behoben werden kann, aber es wird wohl eine Lösung geben, wenn man den Produktfälschungen beim Wein wirklich ein Ende machen will.

(Des bouteilles sécurisées pour tout le Bordelais ? in : SUDOUEST, 02. 03. 2017)

 

Noch eine Sturmwarnung

Météo France kündigt mit Alarmstufe orange einen neuen Sturm an, der von Schnee- und Hagelschauern begleitet werden kann. Betroffen werden vor allem die nordwestlichen Regionen Frankreichs sein, bevor das Unwetter dann in Richtung Osten abziehen wird. Die Warnung erstreckt sich auch auf die Departments Charente maritime und Charente, also die Nachbarschaft des Departements Gironde. Ab Montag Nachmittag sollte sich das Wetter beruhigen.

(Sudouest.fr avec AFP: Orages et vents violents : la Charente et la Charente-Maritime en vigilance orange, in : SUDOUEST, 05. 03. 2017, 19.52h, Internet-Ausg.)



Präsidentschaftswahlen 2017

Es sind noch 50 Tage bis zum ersten Durchgang der Wahlen für das Amt des neuen Staatspräsidenten in Frankreich, aber die Spannung ist schon jetzt auf einem Niveau angekommen, das kaum noch zu steigern ist. Eine Fülle von Umfragen versucht, herauszufinden, wie sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden werden, aber die Ergebnisse sind nicht so, dass man daraus sichere Voraussagen ableiten könnte. Dennoch gibt es ein paar Aussagen, die ohne allzu große Vorbehalte gemacht werden können. Seit Januar 2017 steht Marine Le Pen, die Präsidentin des rechstaußen positionierten Front National auf dem ersten Platz der Bewerber. Den zweiten Rang nimmt Emmanuel Macron ein, dessen Umfrageergebnisse seit Mitte Februar eine deutlich aufsteigende Tendenz haben und inzwischen nahe bei den Werten für Marine Le Pen liegen. Der große Verlierer ist der durch das unklare Beschäftigungsverhälnis seiner Frau in Bedrängnis geratene François Fillon, der wenig Chancen hat, den Rückstand aufzuholen. Er wird, so scheint es, wohl nicht in den zweiten Durchgang der Wahl kommen. Da werden sich nach der gegenwärtig dominierenden Erwartung und Konstellation Marine Le Pen und Emmanuel Macron gegenüberstehen, wobei es als ziemlich sicher gilt, dass Macron mit um oder über 60% der Stimmen Sieger sein wird.

Sollte, was vielerorts erwartet wird, Fr. Fillon aus dem Rennen aussteigen und Alain Juppé an seiner Stelle für die Konservativen antreten, dann werden die Karten wohl neu gemischt. In diesem zur Zeit noch recht spekulativen Szenario erscheint es möglich, dass er und Emmanuel Macron im ersten Wahlgang vor M. Le Pen landen und die Entscheidung unter sich ausmachen. Bei allen Voraussagen schwingt jedoch eine große Unsicherheit mit, und dazu besteht nach den Fehlschüssen der Demoskopen in der jüngsten Vergangenheit auch Grund.

(E. Jacob / Y. Blavignat : Candidats, calendrier, sondages : l'état des lieux à 50 jours de la présidentielle, Le Figaro, 04. 03. 2017)


Photovoltaik

Seit vor vier Jahren das ehemalige Schwerölkraftwerk der EDF am Bec d’Ambès abgebrochen wurde, war das Gelände eine Industriebrache, für die es schwer war, eine neue Nutzung zu finden. Das ändert sich in diesen Tagen, da EDF eine Studie in Auftrag gegeben hat, die untersuchen soll, ob an dem fraglichen Standort eine Photovoltaikanlage errichtet werden kann. Die Fläche des ehemaligen Kraftwerks bietet die Möglichkeit, Photoelemente auf 10,19 ha aufzustellen, die jährlich 9,8 Gigawattstunden Strom erzeugen könnten, was für die Versorgung von 4.300 Personen ausreichen würde.

Bis jetzt bestehen im Departement Gironde schon 28 Photovoltaikanlagen, deren größte auf einer Fläche von 260 ha sich bei Cestas befindet. Dort können maximal 300 Megawatt Strom erzeugt werden, was ausreicht, im eine Stadt von 250.000 Einwohnern zu versorgen. Im Médoc befindet sich die größte Anlage bei Arsac, wo im günstigsten fall 86 MW Strom erzeugt werden können. Alle Photovoltaikanlagen des Departements zusammen können maximal rund 500 MW Strom erzeugen. Das Departement Gironde nimmt damit den ersten Platz in der Region Nouvelle-Aquitaine ein.

(D. Andrieux : EDF mise sur le photovoltaïque, in : SUDOUEST, 01. 03. 2017)


TGV Paris-Bordeaux

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Bordeaux wird zwar erst am 2. Juli 2017 die ersten Passagiere befördern, aber schon jetzt sind Informationen durchgesickert, die Aufschluss geben über das zu erwartende Preisgefüge. Das wird über dem gegenwärtigen liegen. In der zweiten Klasse werden die Tickes 15 Euro  mehr kosten als bisher. Die Billigtickets iDTGV werden nicht mehr im Angebot sein, aber es gibt Sonderangebote für Frühbucher zu 25 Euro.  Die regulären Preise werden 45 Euro für die Strecke Paris-Bordeaux betragen. Dafür wird man nur 2 Stunden und 4 Minuten unterwegs sein, wenn man einen TGV bucht, der keine Zwischenhalte macht. Alles in allem spart man 70 Minuten Fahrtzeit und erreicht damit Reisezeiten, die auch im Vergleich mit dem Fliegen durchaus interessant sein werden.

(Paris-Bordeaux : ce sera 15 euros en plus, in: SUDOUEST, 02. 03. 2017)


Noch mehr Radarkontrollen

Während die Zahl der Verkehrstoten auf Frankreichs Straßen seit drei Jahren wieder eine aufsteigende Tendenz zeigt, verstärken die Behörden ihre Anstrengungen, um Verstöße gegen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zu entdecken und zu bestrafen. Neuestes Mittel in diesem Kampf ist ein Gerät, das auf Infrarotbasis funktioniert und in Fahrzeuge eingebaut wird, denen ihre Bestimmung nicht anzusehen ist. Anders als die bisher üblichen Geräte, können diese Infrarotgeräte nicht  von herkömmlichen Radarwarngeräten entdeckt werden. Die Infrarotgeräte haben eine etwas höhere Toleranzgrenze als die bislang üblichen Apparaturen: Sie lösen aus bei 146 km/h auf Strecken, auf denn die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h festgesetzt ist, bei 124 km/h auf Abschnitten mit Höchstgeschwindigkeit 110 km/h, bei 102 km/h dort, wo 90 km/h zugelassen sind und bei 61 km/h auf Stecken mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Fürs erste werden die neuen Geräte wegen der Personalknappheit bei der Polizei durchschnittlich kaum mehr als eine Stunde pro Tag im Einsatz sein und damit nur wenigen Rasern Ungemach bereiten, doch plant das Verkehrsministerium, private Gesellschaften mit der Geschwindigkeitsüberwachung zu beauftragen. Dafür werden die Messgeräte geeicht und versiegelt, so das die Einstellungen so bleiben, wie sie die Polizei vorsieht. Dann werden die Messapparaturen von zivilen Personalen auf Strecken, die von der Polizei festgelegt werden, gefahren, und dies nicht nur stundenweise, sondern komplette Arbeitstage lang. Wenn die Geräte Geschwindigkeitsübertretungen messen, werden die erforderlichen Daten automatisch gespeichert und am Ende einer Schicht an die zuständige Behörde übermittelt, die dann auf dem schon bestehenden Instanzenweg Bußgeldbescheide ausfertigt, verschickt und bei Bedarf auch eintreibt. Den Vereinigungen der Autofahrer, die heftige Kritik an diesem Vorhaben üben, wird entgegnet, der Staat gebe jedes Jahr 3,4 Milliarden Euro aus für insgesamt 4200 Radargeräte aus, nehme über Bußgelder aber nur 920 Millionen Euro ein. 78% der Franzosen sind gegen die Privatisierung der Geschwindigkeitskontrollen, doch rührt das die Regierung nicht. Die wird mit der Wahl eines neuen Präsidenten im Mai sowieso aus dem Amt scheiden und muss auf ihre Popularitätswerte nicht mehr sonderlich achten.

(S. Cottin: Il sera difficile d’échapper aux radars, in: SUDOUEST, 27. 02. 2017)



Entwarnung

In den Abendstunden des 28. Februar hat Météo-Fance die Alarmstufe orange für die Küstendepartements der Nouvelle-Aquitaine aufgehoben. Es gab zwar an mehreren Küstenabschnitten beeindruckende Flutstände mit mächtigen Brechern, doch sind größere Schäden ausgeblieben. An der Gironde hat es in Blaye und Bourg während der Fluthöchststände kleinere Überflutungen gegeben, die aber nur geringe Schäden angerichtet haben. Auch im Médoc gab es z.B. in Macau kleinere Überschwemmungen. Ansonsten haben aber die Küstenbefestigungen dem Druck der Wellen ohne größere Blessuren standgehalten.

(Sudouest.fr. : L’alerte orange vagues-submersion dans le Sud-Ouest levée, in: SUDOUEST, 28. 02. 2017,2w1.04h, Internet-Ausg. Und : J. Jamet u. J. Lestage: Alerte orange vagues-submersion : le point en images en Gironde, in : SUDOUEST, 28. 02. 2017, 17.36h, InternetAusg.))

 


Februar 2017

Alarmstufe orange

Für die Küsten-Departements der Nouvelle-Aquitaine ist die Alarmstufe orange verkündet worden. Die Meteorologen rechnen damit, dass das Zusammentreffen  einer Kombination aus stürmischen Winden, extrem hohen Wellen und Koeffizienten von 102 und 103 dazu führen wird, dass die Flut um 60 bis 80 cm höher ausfallen wird als normal. In der Praxis wird dies bedeuten, dass an den meisten Stränden die Wellen bis an die Dünenkante heranreichen werden, so dass dringend davor gewarnt werden muss, in der Zeit der Flut die Strände zu betreten. Die besonders kritischen Zeiten setzen ca. um 4.00 morgens am Dienstag, 28. 02. 2017, ein,  und sie werden andauern bis zum Abend desselben Tages gegen 21.00h. Trotz der Alarmstufe orange ist aber nicht mit Verwüstungen zu rechnen, wie sie im Winter 2013/2014 eingetreten sind, als zu den auch diesmal wirksam werden Kräften noch schwere Stürme hinzukamen.

(O. Saint-Faustin: Vigilance orange sur le littoral de Nouvelle-Aquitaine : "Nous sommes inquiets"in: SUDOUEST, 27. 02. 2017, 16.39h, Internet-Ausg.)


Es wird hoch hergehen

Am kommenden Dienstag besteht an den Stränden des Médoc die Gefahr von hohen Wellen und Überflutungen. Dieses Szenario muss nicht unbedingt zu großen Schäden führen, aber das Zusammentreffen von  Koeffizienten von 102 und 103 und von starkem Seegang lässt erwarten, dass an den Stränden erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist, damit niemand gefährdet wird. Die  Wellenhöhen werden bei Arcachon in der Größenordnung von 4,5 m erwartet, in La Rochelle rechnet man mit 6,50 m. Das mögliche Gefahrenpotential steigt mit der auflaufenden Flut und nimmt bei ablaufendem Wasser wieder ab. Ähnliche oder noch höhere Flutstände werden im nächsten Monat erwartet, wenn in der Nähe der Tag- und Nachtgleiche Koeffizienten von 109 erreicht werden auf einer Skala, deren Höchstwert 120 beträgt.

(Sudouest.fr.: Houle et grandes marées : risque de submersions mardi sur le littoral atlantique, in:SUDOUEST, 25. 02. 2017, 10.36h, Internet-Ausg.)

 


Strand gesperrt

Für gewöhnlich versuchen die Gemeinden, die direkt am Atlantik liegen, mit der Qualität und Schönheit ihrer Strände Gäste anzuziehen. Am Strand der Landspitze des Cap Ferret geht das nur mit Einschränkungen, denn hier ist der Zugang zu einem großen Strandbereich vom Präfekten kurzerhand verboten worden. Das Verbot wurde zunächst bis zum 30. April 2016 ausgesprochen, doch kam dann statt der erwarteten Aufhebung eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit. Damit ist ein etwa 350 m langer Strandabschnitt für das Publikum gesperrt. Zugänglich geblieben sind die etwas weiter westlich angrenzenden Teile des Strandes, die allerdings einen Fußmarsch von einigen Minuten verlangen, wenn man sich dort den Freuden des Strandlebens überlassen will. Der Grund für die Sperrung des besagten Strandabschnittes liegt darin, dass von der beständigen Nord-Süd-Strömung regelmäßig größere Sandmengen an  der Strandkante abgelagert werden, die aber sehr instabil sind und dazu neigen, ohne Vorankündigung in die an dieser Stelle rund 20 m tiefe Rinne zu rutschen, die direkt vor der Strandkante verläuft. Da dabei  gefährliche Situationen entstehen könne, fiel der Entschluss des Präfekten, den fraglichen Strandabschnitt zu sperren. Die meisten Strandbesucher halten sich an die Verbote, nur gelegentlich müssen Unbelehrbare über die Gefahren, denen sie sich aussetzen, aufgeklärt werden.

(D. Patsouris: Sur la plage interdite, in : SUDOUEST, 25. 02. 2017)


Canto Médoc

Auf der Jahreshauptversammlung des Chores Canto Médoc hatte der Chorleiter eine Reihe guter Nachrichten zu verkünden. An der Spitze stand dabei die Mitteilung, dass der Mitschnitt des Chorabends in der Kapelle von Montalivet ein in jeder Beziehung voller Erfolg geworden sei. Überhaupt sei das vergangene Jahr das erfolgreichste in der bisher 22jährigen Geschichte des Chores gewesen. Der Chor besteht aus 45 Sängerinnen und Sängern, von denen 16 Soprane, 17 Alt, 6 Bässe und nur sechs Tenöre sind. Die geringe Zahl der Tenöre, die bei manchen Vorhaben hinderlich sei, könne aber meist durch Verpflichtung von Gästen ausgeglichen werden.  Das für kulturelle Angelegenheiten zuständige Mitglied des Gemeinderates von Vendays-Montalivet sprach dem Chor seine Anerkennung aus und verkündete, dass bald eine salle culturelle, die derzeit neben der Schule errichtet werde, zur Verfügung stehen wird. Dieser Saal werde mit moderner Technik ausgestattet und verspreche, einen idealen Rahmen auch für die künftigen Aktivitäten von Canto Médoc abzugeben.

(L. Llobell: Le choeur Canto Médoc fourmille de projets, in: SUDOUEST, 24. 02. 2017)


Wie sie sich sehen

Die Stiftung Vinci Autoroute hat die Ergebnisse ihrer jährlichen Erhebung über das Verhalten der Franzosen am Steuer vorgestellt. Die Autofahrer der Nouvelle-Aquitaine glauben danach nur zu 51%, dass es möglich ist, die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle auf Frankreichs Straßen zu reduzieren. Dafür schätzen sie ihr eigenes Verhalten im Verkehr hoch ein, das 95% für positiv halten. 74% bezeichnen sich als wachsam, 45% als ruhig und 25% als zuvorkommend. Nur 16% halten sich für gestresst und keiner für gefährlich.

Die Meinung der Befragten von den anderen Verkehrsteilnehmern ist allerdings weniger günstig. 34% halten die anderen Automobilisten für gefährlich, für 44% sind sie verantwortungslos,  66% geben zu, dass sie andere Verkehrsteilnehmer beschimpfen und 90% räumen ein, dass sie Geschwindigkeitsbeschränkungen regelmäßig und nicht nur leicht übertreten. Mehr als 33% fahren zu dicht auf, wenn sie sich von anderen Verkehrsteilenehmern geärgert fühlen, 15% überholen rechts auf der Autobahn und 10% sagen, sie hätten Lust, auszusteigen und anderen Autofahrern die Meinung zu sagen. 26% schreiben oder lesen SMS, während sie fahren und mehr als 20% der Automobilisten benutzen ihr Mobiltelefon während der Fahrt. Und mehr als 16% geben zu, dass sie sich ans Steuer setzen, wenn sie mehr als die zulässige Menge Alkohol getrunken haben. Ob es da beruhigt, dass 95% der Befragten glauben, dass sie am Steuer ein positives Bild abliefern?

(Sudouest.fr: Nouvelle-Aquitaine : 95 % des automobilistes estiment avoir une attitude positive au volant, In. SUDOUEST, 23. 02. 2017, 14.12h, Internet-Ausg.)


Jahrgang 2016

So richtig überrascht dürfte niemand sein, dass der Jahrgang 2016 im Bordelais sowohl mengenmäßig als auch von der Qualität her zu den millésimes zählt, die bei allen am Weinbau Beteiligten zufriedene Minen erzeugt. Geerntet wurden rund 5,8 Millionen Hektoliter, deutlich mehr als 2015 oder 2014, wo man 5,3 Millionen Hektoliter verbuchte, und viel mehr als im mageren Jahr 2013, als es nur 3,8 Millionen Hektoliter gab. Auch mit der Qualität ist man mehr als zufrieden und dies vom unteren Ende der Skala bis zu den absoluten Spitzenweinen. Die Verkaufsergebnisse, auf die man hofft, versprechen Gutes, denn die anderen Weinanbaugebiete Frankreichs haben im vergangenen Jahr meist unter ungünstigen Witterungsbedingen gelitten mit Hagel- und Frostschäden, die noch durch Pflanzenkrankheiten verstärkt wurden. Damit verbunden macht sich im Bordelais die Erwartung breit, dass der Verkauf von Flaschenweinen anziehen wird, der in den vergangenen Jahren eher stagnierte. Erwartet wird die Etablierung einer Preisklasse um 3 bis 4 Euro pro Flasche neben dem schon bestehenden Segment zu Preisen von 6 bis 15 Euro pro Flasche. Weltweit entfallen übrigens 80% der Flaschenverkäufe auf Preise unterhalb von 5 Euro.

(C. Compadre, La petite musique du millésime 2016…, in: SUDOUEST, 21. 02. 2017)


Das Ende einer Institution

Am 5. Februar 2017 fand in Cissac die Jahreshauptversammlung der Association culturelle Abbé Baurein pour la connaissance du Médoc statt. Anders als in den zurückliegenden Jahren war diesmal der Blick eher zurückgerichtet auf die rund dreieinhalb Jahrzehnte, die seit der Gründung des Vereins im Jahre 1984 verflossen sind. Die Gründung geht im wesentlichen zurück auf den Oberst Poitevin, der mit seiner Mannschaft erfolgreich bemüht war, die kulturelle Reichhaltigkeit des Médoc in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken. 1995 wechselte das Amt der Präsidentin zu Régine Roux, in deren Amtszeit zwei viel beachtete Ausstellungen durchgeführt wurden. 1998 übernahm Maryse Calbet das Amt der Präsidentin und führte die Aktivitäten des Vereins erfolgreich und öffentlichkeitswirksam fort. In einem Punkt waren ihre Bemühungen jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn sie fand keine Mannschaft, die bereit war, die Aktivitäten des Vereins fortzusetzen. So kam, was kommen musste: auf der Jahreshauptversammlung vom Februar 2017 war die Frage zu entscheiden, ob er Verein aufgelöst oder für eine gewisse Zeit sozusagen stillgelegt werden sollte. Die Teilnehmer der Versammlung sprachen sich ohne Gegenstimme  für die Auflösung aus. Das Vereinsvermögen in der Größenordnung von 3000 Euro geht an die Caisse des écoles. Wohl niemand war mit diesem Ausgang glücklich, aber man war sich einig darin, dass Maryse Calbet sich große Verdienste um den nun der Vergangenheit angehörenden Verein erworben hat. Schade, dass dieser Verein, der viel dafür getan hat, dass die kulturelle und historische Dimension des Médoc einem breiteren Publikum nahegebracht wurde, nun der Vergangenheit angehört.

(M. Morlandt-Tardat : La fin d’une belle aventure, in: Le Journal du Médoc, 17. febraur 2017


Die Mariensäule von Saint-Yzans

Die Gemeinde von Saint-Yzans im Médoc hat nur knapp 400 Einwohner, aber sie hat etwas, was man nur in wenigen Médoc-Gemeinden findet: eine Marienstatue. Nun sind derartige Statuen nicht wirklich selten, aber die von Saint Ysanz hat etwas Besonderes, weil sie die älteste dieser Säulen im Médoc ist. Sie wurde nämlich schon am 8. August 1858 eingeweiht, zu einem Zeitpunkt, als es in den Gemeinden, in denen heute ähnliche Statuen stehen, noch keine gab. Die ersten Überlegungen zur Errichtung einer Marienstaue wurden in Saint-Yzans im Jahre 1856 angestellt, als eine schwere Typhus-Epidemie die Gemeinde heimsuchte. Gegen diese auch heute noch gefährliche Erkrankung gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch keine wirksamen Heilungsverfahren. In Saint-Yzans wandten sich der Pfarrer und die Einwohner hilfesuchend an Maria, und die Typhusepidemie hörte plötzlich und unvermittelt auf. Daraufhin wurde beschlossen, eine Marienstatue zu errichten, die aus Kalkstein gefertigt und auf einer hohen Säule aufgestellt wurde. Seither werden am Sonntag vor Mariä Himmelfahrt Prozessionen durchgeführt, die die Erinnerung an die Rettung vor der Typhusepidemie wachhalten. Bald nach der Aufstellung der Mariensäule in Saint-Yzans wurden weitere Statuen z. B. in Montalivet, Vensac und Listrac aufgestellt, die es wahrscheinlich ohne die Säule in Saint-Yzans nicht gäbe.

Die als monument historique eingestufte Mariensäule in Saint-Yzans wurde durch den Orkan Martin im Jahre 1999 zerstört und im Jahre 2003 restauriert und wiederaufgebaut.

(P. Moinet-Cordonnier: La statue de la Vierge, emblème de Saint-Yzans in: SUDOUEST, 20 .02. 2017)

 


Arbeitslosigkeit im Médoc

Während die Arbeitslosigkeit in ganz Frankreich im letzten Jahr ganz leicht zurückgegangen ist, sind die Zahlen für das Médoc deutlich schlechter. Dort nahm  2016 die Zahl der Arbeitssuchenden um 2,3% auf insgesamt 7.438 zu. 17,8% davon sind weniger als 26 Jahre alt. Dazu kommt, dass der Arbeitsmarkt im Médoc strukturelle Probleme hat. So sind nur 29,3% der angebotenen Stellen Dauerarbeitsplätze, während die große Mehrheit nur kurzfristig, hauptsächlich während der Tourismussaison angeboten werden. Das Arbeitsamt in Pauillac, bei dem diese Informationen zusammenlaufen, hebt hervor, dass die kurzfristige Beschäftigung während der wenigen Wochen der Saison , zwar viele Arbeitnehmer im Kontakt mit dem Erwerbsleben hält, dass sie aber dabei durchweg schlecht bezahlte Stellen akzeptieren müssen. Das Arbeitsamt versucht, über Qualifizierungsprogramme Interessierte so auszubilden, dass sich deren Vermittlungschancen erhöhen, man ist sich aber bewusst, dass damit keine durchgreifenden Abhilfen geschaffen werden. Wenn überhaupt, ließe sich die Arbeitsmarktsituation im Médoc nur verbessern, wenn neue, gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen würden. Und danach sieht des nicht aus. Die meisten Wirtschaftsnachrichten aus dem Médoc berichteten in den letzten Jahren von gescheiterten Projekten.

(J. Lestage: Le chômage a augmenté de 2,3 % sur la presqu’île, in: SUDOUEST, 17. 02. 2017)


Winterferien

In Frankreich gibt es seit Anfang Februar  Winterferien, die jeweils vierzehn Tage dauern und in drei Ferienzonen organisiert sind. Im Departement Gironde, das zur Ferienzone A gehört, beginnen die Ferien nach dem 18. Februar, und der letzte freie Tag ist der 5 März 2017. In den Teilen des Médoc, für die der Tourismus eine große Bedeutung hat, werden dann eine ganze Reihe von Aktivitäten angeboten, die sowohl für jüngere als auch für ältere Gäste attraktiv sind. In Lacanau läuft eine Serie von Veranstaltungen, die mehr oder weniger direkte Bezüge zu den Vereinigten Staaten von Amerika haben. So werden z.B. Einführungen und Demonstrationen zum Baseball oder zum Contry-Tanz geboten. Es lohnt sich jedenfalls, das Programm des Verkehrsvereins zu studieren. Da das Programm schon vor Monaten festgelegt wurde, braucht man keine Befürchtungen zu haben, mit irrationalen Dingen konfrontiert zu werden, die mit dem aktuellen Machthaber der Weißen Hauses zu tun haben.

Auch in Soulac gibt es ein Programm für die Winterferien, zu dem traditionell die Schlitten- und Kart-Pisten auf der Place George Mandel gehören. Die Gemeinde organisiert auch eine Karnevalsvorbereitung, die ihren Höhepunkt am 4. März haben wird.

Daneben stehen ganzjährig im Médoc viele Kilometer gut ausgebauter Radwege zur Verfügung, mit den sich die Region gut erkunden lässt. Dabei sollte ein Besuch der Réserve nationale am Étang von Cousseau eingeplant werden, bei dem es gute Möglichkeiten zur Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt des Médoc gibt. Wer weitere Ziele sucht, sollte sich die vielen kleinen Häfen an der Gironde anschauen, die auch außerhalb der Sommermonate ihren Reiz haben. Oder man informiert sich an der Maison du tourisime et du vin in Pauillac über die Möglichkeiten, renommierte Châteaux in der Weinbauzone zu besichtigen, von denen seit geraumer Zeit viele ganzjährig geöffnet sind.

(J. Lestage: Les vacances d’hiver se déclinent aussi sur la côte, in: SUDOUEST, 18. 02. 2017)


Auf Schienen ins Reich der Mitte

Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Frankreich und China haben  eine positive Entwicklugstendenz. Damit verbunden stellt sich die Frage, auf welchen Wegen Güter hin- und hergeschickt werden können. Seit ein paar Jahren versucht man es mit der Eisenbahn und macht damit unerwartet gute Erfahrungen. Zwar  ist der Weg von China bis nach Frankreich weit, nämlich je nach Route um die 12.000 km lang, doch sind die Kosten, die dabei anfallen,  deutlich niedriger als beim Lufttransport, sie liegen bei etwa einem Drittel. Gegenüber dem Seetransport ist die Eisenbahn wesentlich schneller, denn sie braucht nur die Hälfte der Zeit, die ein Schiff benötigt. Zur Zeit wird nur 1% des Güteraustasuchs zwischen China und Europa per Schiene  abgewickelt. Aber die Zuwachsraten sind beträchtlich. Bis 2020 rechnet man damit, dass jährlich 5000 Güterzüge die 12.000 km lange Reise antreten werden, um Güter von China nach Frankreich und umgekehrt zu transportieren.

(P. Tillinac: Rail : quand les vins de Bordeaux empruntent la route de la soie,  in: SUDOUEST, 16. 02. 2016, 16.56h. Internet-Ausg.


Chaban-Delmas mit Kanapee

An Jacques Chaban-Delmas wird in Bordeaux an mehreren hervorgehobenen Stellen erinnert: an der Hubbrücke und am Rugbystadion, die seinen Namen tragen und an einem Denkmal, das den Politiker im Mantel aber ohne Hut munter vorwärts schreitend in Sichtweite der Cathédrale Saint-André zeigt. Kurzfristig stimmte diese Beschreibung nicht so ganz, denn in der Nacht vom 14. zum 15. Februar 2017 waren  Kopf und Oberkörper des Denkmal-Chaban-Delmas in einem reichlich dimensionierten Kanapee verschwunden, das man dem Denkmal übergestülpt hatte. Wer hinter dieser Aktion steckt und wie das Kanapee auf den Kopf des überlebensgroßen Denkmals gelangte, weiß man zur Zeit noch nicht. Feststand aber sehr schnell nach der Entdeckung, dass das Kanapee nicht dort bleiben sollte, wo man  es entdeckt hatte. Man orderte einen Kranwagen und mit dessen Hilfe gelang es, gegen 5.30h die denkmalsmäßige Ordnung wiederherzustellen.

(Y. Delneste: Insolite à Bordeaux : un canapé sur la statue de Chaban-Delmas, in: SUDOUEST, 16. 02. 2017)

Ein Blick auf das Chaban-Delmas-Denkmal im Normalzustand: Klick


Gute Aussichten

Das Médoc samt Umgebung wird in diesen Tagen entschädigt für das, was sich am Monatsanfang ereignet hat. In Bordeaux wurden am Mittwoch, 15. Februar, in der Mittagszeit 18,5 Grad gemessen, eine Temperatur, die gut in den Mai passen würde. Normal liegt der Temperaturdurchschnitt für Mitte Februar um 12 Grad. Zur Zeit führt der Südwesten Frankreichs bei den Temperaturen, denn selbst an der Côte d’Azur reicht es nur zu gerade 17 Grad. Die Temperaturkurve wird zwar in den nächsten Tagen etwas sinken, doch ist ein Rückfall in winterliche Muster vorerst nicht zu erwarten.

(Sudouest.fr:: Dans le Sud-Ouest, des douceurs printanières avant… la pluie ce week-end, in SUDOUEST, 15. 02. 2017, 15.33h, Internet-Ausg.)

 

 

Was tun?

Statistiker untersuchen die verschiedensten Dinge und fördern dabei mancherlei Überraschendes zutage. Im Januar 2016 wurde im Ballungsraum Bordeaux eine Befragung durchgeführt, um herauszubekommen, welche Strände sommertags aufgesucht werden. Die Antworten waren unerwartet, denn es stellte sch heraus, dass zwei Drittel der Bewohner von Bordeaux métropole sich an nur drei Stränden drängeln: Lacanau, Le Porge und Lège-Cap-Ferret. Besonders die Strände des nördlichen Médoc scheinen für Einwohner von Bordeaux nicht zu existieren. Die Massierung an den drei genannten Stränden zieht eine Reihe von Folgen nach sich, die, wie z.B. der wenig pflegliche Umgang mit den überstrapazierten Stranddünen, dringend abgestellt werden müssten. In diesem Jahr soll der Versuch gemacht werden, die Ströme der Strandbesucher besser zu verteilen. Man setzt dabei in erster Linie auf Aufklärung und die Einsicht der Strandbesucher, die vornehmlich über Lokalradios in Echtzeit  über die Situation an den verschiedenen Stränden des Médoc informiert werden sollen. Die Daten, die dabei verwendet werden, sollen, stammen aus der Beobachtung der Häufigkeit der Mobiltelefonbenutzung an den erfassten Stränden, aus denen sich schnell und zuverlässig die Besucherdichte  ablesen lässt. Nicht nur die Tourismusexperten sind gespannt, ob das Experiment gelingen wird.

(A. Benetoou : Mieux répartir les vagues de vacanciers sur les plages, in: SUDOUEST, 15. 02. 2017)

 


Keine bedrohte Tierart

Wildschweine gehörten in den frühen 70er Jahren im Südwesten Frankreichs zu den eher selten anzutreffenden Wildarten. Das hat sich gründlich geändert, denn mittlerweile gibt es kaum eine Gegend in Frankreich, in der es keine Klagen über einen zu großen Wildschweinbestand gibt. Exakte Zahlen gibt es nicht, aber die Zahl der jährlich erlegten Tiere ist aussagekräftig genug. In der Jagdsaison 2015/2016 sind in ganz Frankreich erstmals mehr als 650.000 Schwarzkittel zur Strecke gebracht worden, und die Tendenz geht weiter nach oben. Das Phänomen der stark zunehmenden Bestände existiert auch in anderen europäischen Ländern, ohne dass man eindeutige und  schlüssige Erklärungen daür angeben könnte. In Frankreich ist man sich darin einig, dass die Bestände reguliert werden müssen, wenn man die von den Wildschweinen verursachten Schäden in Größenordnungen halten will, die noch hinnehmbar erscheinen. Hauptleidtragende der großen Bestände sind die Landwirte, die daher vehement fordern, gegen die Borstenviehcher vorzugehen. Je nach Bestandsdichte und Schadenshöhe werden die Wildschweine regional unterschiedlich behandelt. In einigen Departments sind sie jagdbares Wild mit Schonzeiten, in anderen sind sie wegen ihrer Überhandnahme als Schädlinge eingestuft, die keinen Schutz durch Schonzeiten genießen. Den Wildschweinen erscheint das offenbar ziemlich egal, denn sie haben sich Lebensräume bis in die Innenbereiche der Städte erobert, aus denn sie kaum noch zu vertreiben sind. Die Jagdverbände tun, was in ihrer Kraft steht, um die Zahl der geschossenen Wildschweine zu erhöhen, doch müssen sie feststellen, dass die Zahl der aktiven Jäger abnimmt, während die Bestände der Schweine noch zulegen. Eine durchgreifende Lösung des Problems ist nicht in Sicht, und die wird auch wohl nicht so bald eintreten, denn Wildschweine haben nicht nur in Frankreich keine natürlichen Feinde. Aber, und das erbost die Jäger, sie haben viele Freunde, in deren Augen die  Jäger, diejenigen sind, die eigentlich bekämpft werden müssten. 

(P. Tillnac: Les sangliers dépassent les bornes, in: SUDOUEST, 14. 02. 2017)



Belem: fast wie neu

Die Dreimastbark Belem, die am 9. Janaur im Trockendock von La Rochelle festgemacht hatte, um dort eine Reihe von Überholungsmaßnahmen durchführen zu lassen, wird am 14. Februar 2017 nach Fertigstellung der Arbeiten Kurs auf Bordeaux nehmen und dort die letzten Winterwochen abwarten, bevor die neue Saison einsetzt. Im Rahmen der Inspektion wurden unter anderem die beiden jeweils 198 m langen Ankerketten abgerollt, inspiziert und neu lackiert. Dort, wo es notwendig war, sind Teile der Bordwandbeplankungen erneuert worden. Auch die beiden Schrauben des Seglers sind aufgearbeitet, poliert und ausgewuchtet worden. Intensiv gekümmert hat man sich auch um den Kiel, der überall da, wo sich Anzeichen von Altersschwäche zeigten, ausgebessert wurde. Der Rumpf wurde unter Einsatz von 500 kg Farbe komplett neu gestrichen. Wer will, kann also eine runderneuerte Belem demnächst wieder im Port de la lune von Bordeaux bewundern.

(En images. Le "Belem" a fait peau neuve, il quitte La Rochelle ce mardi, in: SUDOUEST, 13. 02. 2017, 16.55h : Internet-Ausg.)


Die Namen der Stürme

Anfang Februar 2017 sind drei Stürme mit unterschiedlicher Stärke über den Südwesten Frankreichs hinweggegangen: Kurt, Leiv und Marcel, was Anlass zu der Frage gibt, wie diese Stürme zu ihren Namen gekommen sind. Die Antwort ist banal, irgendjemand hat diesen Stürmen halt Namen gegeben, aber das erklärt noch nicht, wer das in Gang gesetzt hat. Wenn man weiterfragt,  kommt man zu Karla Wege, einer ehemaligen Studentin der Freien Universität Berlin, die 1954 vorschlug,  auffälligen Wetterphänomenen Namen zu geben, wodurch sie für ein breiteres Publikum fassbarer werden sollten. Karla Wege, nach ihrer Promotion Dr. Karla Wege, war lange Jahre eine feste Größe in den Wetterberichten des ZDF. Ihre Idee fand Anklang, und von da hatten Stürme Namen. Seit dieser Zeit wird mit jedem Jahresanfang eine neue Liste mit Namen aufgemacht, nach denen die Stürme benannt werden. Der erste Sturm bekommt einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben A, der zweite fängt mit B an und so weiter.  Anfangs waren die Namen ausnahmslos weiblich, was bald Einsprüche auslöste, so dass man sich schließlich einigte, dass bei geraden Jahreszahlen die Namen weiblich waren und in den ungeraden männlich. Womit erklärt ist, weshalb die drei Stürme von Anfang Februar männliche Namen bekamen. Seit 2002 kann man übrigens gegen Zahlung von 199 Euro einen Namen vorschlagen, wobei jedoch ein paar Regeln einzuhalten sind, die die Universität Berlin bei Bedarf mitteilt.

M. Bricard : Kurt, Leiv, Marcel… d’où viennent les noms de tempêtes ? In :SUDOUEST, 05. 02. 2017, 17.01h, Internet-Ausg.)


Hängt Talmont bald in der Luft?

Die Antwort ist kurz und hart: Nein, denn, wenn es in der Luft hängt, stürzt es ab und existiert danach nur noch in der Erinnerung der jährlich 500.000 Besucher,. die diesen auf den englischen König Edouard I. zurückgehenden kleinen Ort in beeindruckender Lage jährlich besichtigen. Nach der Einschätzung des Bürgermeisters ist Gefahr im Verzuge, denn der bröselige Kalkfelsen, auf dem Talmont liegt, hat unter den  Stürmen der letzten Jahre, insbesondere von Xynthia am 5. März 2010 schwer gelitten. Nach den Schäden, die der Orkan Martin Ende Dezember 1999 angerichtet hatte, war der Kalkfelsen von Talmont für 1,5 Millionen Euro mit einer Schutzmauer gesichert worden, die allerdings nicht lange gehalten hat. Für die Fachleute sind die Ursachen klar, denn die nach 1999 angelegte Schutzkonstruktion, bei der Zement verwendet wurde, konnte keine dauerhafte Verbindung mit dem Kalkfelsen eingehen. Der Bürgermeister von Talmont hat inzwischen eine Lösung ausarbeiten lassen, die den örtlichen Gegebenheiten Rechnung trägt und dazu noch weniger teuer ist als die Baumaßnahmen nach dem Orkan Martin. Allerdings sind auch dafür 1,2 Millionen Euro erforderlich, die die Gemeinde nicht in ihren Kassen hat. Dort könnte man 400.000 Euro aufbringen, aber die Beschaffung der fehlenden Summen ist schwierig. Das Department Charente-maritime hat schon hart und deutlich erklärt, dass es nicht als Geldgeber zur Verfügung steht. Und nun? Die Fortsetzung ist ungewiss, gewiss ist aber, dass, wenn nicht bald solide Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden, große Teile des Plateaus von Talmont einem jederzeit möglichen weiteren schweren Orkan nicht standhalten werden. Was dann von Talmont überbleibt, ist schwer vorherzusagen, auf jeden Fall wird das, was dann bleiben sollte, allenfalls erahnen lassen, was verloren ging.

(S. Cottin: Charente-Maritime : Talmont est-elle au bord du gouffre ? in SUDOUEST, 07. 02. 2017, Abendausg., Interent)

Mehr zu Talmont: Klick



Monta: Sturm-Bilanz

Auch in Montalivet haben die Stürme der ersten Februartage für eine lange Liste von Schlägen gesorgt, von denen die meisten zwar Geld und Zeit für die Behebung kosten, glücklicherweise gibt es aber nur wenige größere Schäden. Zu denen zählen die Zerstörungen an den Dächern der Flugzeug-Hangars auf dem Flugfeld von Montalivet, bei denen zur großen Erleichterung aber kein Flugzeug zu Schaden gekommen ist. Ziemlich schwer mitgenommen wurde der Picknick-Platz am Ortseingang, wo eine ganze Reihe Kiefern Opfer der Böen geworden sind. Auch den nördlich vom Monta-Hauptstrand abgestellten Häuschen der Strandaufsichten ist übel mitgespielt worden. Teilweise sind sie umgestürzt worden, teilweise wurden  die Dächer abgerissen. Bei alledem stellt die Gemeindeverwaltung mit großer Erleichterung fest, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Sehr zufrieden ist man auch mit der schnellen und wirksamen Intervention der Angestellten der Gemeinde, die sofort nach den Stürmen viele kleinere Schäden bereits beseitigt oder die Reparatur vorbereitet haben.

Im CHM sind nach Auskunft der Platzbetreiber  vier oder fünf Kiefern entwurzelt worden, die aber mit Ausnahme von einem Baum, der auf ein Mobilhome gestürzt ist, kein größeres Unheil angerichtet haben. Die überwiegende Zahl der im CHM erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung der Sturmfolgen sind wenig spektakuläre Einzelaktionen. Dennoch kommen sie mehr oder weniger ungelegen, da man  nur noch wenige Wochen vom Beginn des touristischen Lebens entfernt ist. Für die kommende Saison wird man aber mit einem Gelände aufwarten, dem man nicht ansehen wird, dass es die Februarstürme gegeben hat.

(L. Llobell: Tempêtes : la station à l’heure du bilan, in: SUDOUEST, 10. 02. 2017)

 


Michelin-Sterne

Die jährliche Bekanntgabe der Restaurants, denen Michelin-Sterne zu- oder aberkannt werden, ist für die kochende Zunft ein Ereignis, dem mit mehr oder weniger geschickt verborgener Spannung entgegengefiebert wird. Nunmehr ist es wieder geschehen, am Donnerstag, 09. 02. 2017 haben sich die neuzuerkannten Sterne dorthin begeben, wo sie für ein Jahr prangen werden und die, die der große Michelin aberkannt hat, sind demontiert und heim in den Sternenfundus geholt worden. Der Michelin 2017 führt insgesamt 616 Restaurants auf, denen die Verzierung mit einem oder mehreren Sternen zuerkannt wurde, mithin 16 mehr als 2016. 17 Lokale haben Sterne gewonnen, 52 haben einen oder mehrere verloren. Nach wie vor ist der Südwesten Frankreichs keine Gegend, in der man zu Fuß von einem Sterne-Restaurant zum andere wandeln kann, aber ein paar Sterne haben ihren Weg auch in diese Gegend gefunden. Zwei Lokale im Departement Gironde haben ihren ersten Stern erhalten: Le Skiff Club in La-Teste-de-Buch  und das  Logis de la Cadène in Saint-Émilion. Zwei Sterne dürfen führen: La Grande Maison in Bordeaux, Le Pressoir d’Argent in Bordeaux und L’Hostellerie de Plaisance in Saint-Émilion. Das Château Cordellan Bages in Pauillac hat seine beiden Sterne wegen des Wechsels des Küchenchefs eingebüßt. Da die wenigsten Freunde des Médoc ihre Besuche vom System der Michelin-Sterne dominieren lassen, dürfte auch die diesjährige Michelin-Runde wie die früheren im touristischen Leben der Gegend  keine wirklich messbaren Spuren hinterlassen.   

(Sudouest.fr.: Guide Michelin 2017 : la carte des restaurants étoilés, in : SUDOUEST, 09. 02. 2017, 12.52h, Internet-Ausg.


Die Jagd ist eröffnet

Wenn ein Jäger ins Gelände zieht, hat er einen wohl bestückten Patronenvorrat bei sich, und wenn er heimkommt, vielleicht eine ansehnliche Stecke vorzuweisen, auf jeden Fall aber einen mehr oder weniger erheblich dezimierten Patronenbestand. Die verschossenen Patronen haben sich jedoch nicht gänzlich in Schall und Rauch aufgelöst, sie sind zu bisher zu wenig beachtetem Sondermüll geworden, der die Eigenheit hat, dort, wo er hingefallen ist, ein paar Jahrhunderte auf seine Zersetzung zu warten. Die Zahlen, die dabei entstehen, sind durchaus beträchtlich, denn die 85.000 Jäger des Departements Gironde schießen viel öfter als dass sie treffen und jedes Mal  werfen ihre Waffen ein leere Hülse aus, die bislang achtlos auf dem Boden liegen blieb. Das soll sich aber ändern.

Die Jagdvereinigungen haben eine Initiative gestartet, deren Ziel darin besteht, dass möglichst viele der verschossenen Patronenhülsen eingesammelt und an Stellen geleitet werden, die sie der Wiederverwendung zuführen. Die dafür benötigten industriellen Strukturen bestehen schon, es ist nur eine Frage der Organisation, die von Jägern gelieferten leeren Patronenhülsen dorthin zu schaffen, wo diese in ihre metallischen und nichtmetallischen Bestandteile zerlegt und danach einer Wiederverwendung zugeführt werden können. Die Jagdvereinigungen hoffen, dass ihre Appelle gehört und befolgt werden und dass die Ergebnisse in etwa den Aufrufen zur Sammlung von Korken und Schraubverschlüssen entsprechen.  

(Fl. Moreau: La chasse aux cartouches usagées est ouverte, in: SUDOUEST, 08. 02. 2017)


Seehund-Klinik

Die Küsten des Médoc sind keine Gegend, in der man Gelegenheit hat, Seehunde regelmäßig zu beobachten. Einzelne Vertreter dieser Meerssäuger zeigen sich hin und wieder, wie etwa der zu beträchtlicher Bekanntheit gelangte You. Der kam, soviel steht fest, aus dem Küstengebiet der Bretagne, wo sich inzwischen eine relativ stabile Population aufgebaut hat. Normalerweise regeln Seehunde alles für sie Lebenswichtige ohne menschliches Zutun, doch gibt es einen Lebensabschnitt, wo nicht immer alles glatt geht. Und das liegt an einer Eigenheit im Verhalten der Seehundmütter, die nach dem Ende der Zeit, in der sie ihren Nachwuchs säugen, ihn  abrupt und ohne Übergang sich selbst überlassen. Zu diesem Zeitpunkt haben die jungen Seehunde eine ordentliche Fettschicht unter der Haut, mit der sie gut überleben können. Einige geraten aber doch in Schwierigkeiten, und um die kümmern sich die Mitarbeiter der einzigen Seehundklinik in Frankreich, in der südlichen Bretagne. Die jungen Seehunde, die dorthin gebracht werden, haben oft Untergewicht, daher werden sie aufgepäppelt, bis sie so kräftig sind, dass sie ihr Leben in Freiheit mit Erfolg bestehen können. Die Station, die  vor rund 30 Jahren gegründet wurde, hat bisher fast 600 junge und hilfsbedürftige Seehunde gepflegt und, so wie es aussieht, wird die Zahl in der Zukunft nicht geringer werden, da die Seehundbestände an den Küsten Frankreichs, seitdem die in den 60er Jahren unter Naturschutz gestellt wurden, eine positive Entwicklung genommen haben und heute nicht mehr zu den bedrohten Arten gehören.

(R. Le Coz: Une clinique pour soigner les phoques échoués, in: SUDOUEST, 07. 02. 2017)


Autobahnmaut

Es ist kein schöner, aber ein regelmäßiger Brauch in Frankreich, dass zum 1. Februar die Autobahn-Maut angehoben wird. In diesem Jahr steigen die Tarife um durchschnittlich 0,76%. In den letzten zehn Jahren haben sich die Erhöhungen auf insgesamt 20% belaufen. Diejenigen, die die Maut zahlen müssen fragen sich naturgemäß, ob die Betreibergesellschaften, in deren Kassen die Mautzahlungen landen, sich nicht ungerechtfertigte Vorteile verschaffen. Im vergangenen Jahr hat z.B. die Inflationsrate bei bescheidenen 0,36% gelegen, während die Anhebung der Maut mehr als das doppelte dieses Wertes beträgt. Auf den Autobahnen des Südwestens beträgt die Mauterhöhung durchschnittlich 1,2%, liegt als um mehr als das Dreifache über der Inflationsrate. Die Repräsentanten der Vereinigungen  der Autofahrer attackieren die Höhe der Mautanhebungen heftig, aber sie wissen, dass die bestehenden Verträge den Betreibergesellschaften vorteilhafte Bedingungen verschaffen, an deren Änderungen niemand der von den Erhöhungen profitiert, wirklich interessiert ist. Damit wird also wohl der Brauch, jeweils zum 1. Februar an der Gebührenschraube zu drehen, bestehen bleiben

(V. Audry: Pourquoi les prix des péages d’autoroutes ne cessent d’augmenter ? in: SUDOUEST, 02. 02. 2017, 7.12h, Internet-Ausg.)



Es hat gestürmt

Wenn Wettermeldungen von der französischen Atlantikküste den Weg in die deutschen Nachrichten finden, dann kann man davon ausgehen, dass sich in der Meteorologie einiges ereignet hat, was nicht zum Standardrepertoire gehört. In den letzten Tagen haben zwei Stürme, die von orkanartigen Böen begeleitet waren, die Küsten des Médoc attackiert. Die dabei angerichteten Schäden blieben aber weit hinter dem zurück, was 1999 oder 2013/14 geschah. Die Windgeschwindigkeiten des ersten Sturm mit dem unschuldigen Name Leiv erreichten Spitzenwerte von 140 km/, bei dem danach folgenden Sturm ging es etwa weniger windig zu. Beruhigend ist die Nachricht, dass es keine Personenschäden gab und dass die Sachbeschädigungen auch im Rahmen blieben. Wichtig auch zu wissen, dass die Dünenkante nur leicht gelitten hat. Wie bei derartigen Ereignissen nicht ungewöhnlich, waren im Departement Gironde rund 50.000 Haushalte kurzzeitig oder auch etwas länger ohne Strom. Schlecht erging es den Delfinen, von denen etwa 80 in den Uferzonen zu Tode kamen.

Ungewöhnlich war auch die Tatsache, dass die Médoc-Notizen auf stumm geschaltet waren. Das war keine Entscheidung der Redaktion, sondern ein handfester technischer Defekt, von dem wir hoffen, dass es jetzt erstmal ohne Störungen weitergeht.

(O. DARRIOUMERLE: Un long week-end de bourrasques, in : SUDOUEST, 06. 02. 2017


Windkraft à la française

Auch in Frankreich weiß man um die Vorteile der erneuerbaren Energien, doch scheint es, dass man jedes Mal, wenn aus der Theorie Praxis werden soll, soviel Argumente dagegen findet, dass ein Projekt nach dem anderen beerdigt wird, bevor es überhaupt richtig existiert hat. Zur Zeit laufen Planungen für über 400 Windkraftanlagen, die vor den französischen Küsten aufgestellt werden sollen. Die meisten Windparks sollen zwar  im Ärmelkanal errichtet werden, doch ist dabei auch ein Projekt vor der Île d’Oléron. Dort sollen 60 bis 80 Windkrafträder etwa 15 km vor der Küstenlinie installiert werden, die soviel Strom erzeugen könnten, wie ein Drittel eines Reaktors in einem Kernkraftwerk der neuesten Generation. Kaum waren die Umrisse der Planungen erkennbar, erhob sich schon massiver Widerstand dagegen.

Die Argumente, die für und gegen den geplanten Windkraftpark vorgebracht werden, ähneln denen, die andernorts verwendet werden, doch betonen die Initiatoren des Projekts, dass wegen der großen Abstände zwischen den einzelnen Masten die Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt nur minimal seien. Die Gegner, die sich untern anderem in dem Collectif Don Quijotte zusammengeschlossen haben, sind davon jedoch nicht zu beeindrucken.

Zur Zeit bemühen sich die Investoren um die Genehmigung ihres Vorhabens. Nicht sicher ist jedoch, was geschieht, wenn der Widerstand gegen die geplanten Windkraftanlagen weiter zunimmt und eine Realisierung in kalkulierbaren Zeiträumen in Frage stellt. Dann könnte es sein, dass der Investor  es vorzieht, die für den Windpark vor der Île d’Oléron benötigen rund 2 Milliarden Euro in andere Vorhaben zu stecken.

(S. Cottin: L’éolien prend le large sous des vents contraires, in: SUDOUEST, 01. 02. 2017

Januar 2017

Tourismus 2016

Die Organsiation Gironde tourisme hat dieser Tage eine Bilanz der zurückliegenden Saison gezogen und  dabei festgestellt, dass der Tourismus im Departement Gironde seit 2009 beständig zugelegt hat. Dabei haben sowohl die Zahl der Touristen als auch die wirtschaftlichen Auswirkungen eine deutlich steigende Tendenz gezeigt. Insgesamt haben die Touristen im Jahr 2016 rund 1,8 Milliarden Euro in der Gironde ausgegeben. 40% davon sind im Ballungsbereich von Bordeaux ausgegeben worden, 25% am Bassin von Arcachon und an den Stränden des Médoc. Von den übrigen 35% haben die Weinbauregionen und das Innere des Departments profitiert.

(Le tourisme se porte bien, in : SUDOUEST, 28. 01. 2017


Renovierung

Auch wenn landläufig angenommen wird, dass bei Gericht alles langsam und gemächlich zugehe, gibt es auch dort bisweilen Dinge, die blitzschnell ablaufen. Das geschah kürzlich im Gerichtsgebäude von Bordeaux, das weltweit einzigartig sein dürfte wegen der an Bienenstöcke (franz. ruche) erinnernden Gestalt der Sitzungssäle. Das 1998 eingeweihte Bauwerk wurde von dem englischen Stararchitekten Richard Rogers entworfen und mit auch nach heutigen Maßstäben beträchtlichen Kosten gebaut. In einer dieser ruches fiel vor zehn Tagen plötzlich und ohne Vorwarnung ein massives Stück der Wandverkleidung herunter und krachte polternd zu Boden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber das Ereignis löste eine eingehende Überprüfung der baulichen Sicherheit aus. Dabei stellte sich heraus, dass zur Vermeidung weiterer Schäden eine aufwändige Sanierung der Innenverkleidungen erforderlich ist, deren Kosten nicht unbeträchtlich sein werden. Die Arbeiten müssen dennoch zügig angegangen werden, denn zur Zeit ist der Zugang zu den sieben ruches versperrt, was dazu zwingt, die Sitzungen des Gerichts in einem anderen Gebäude durchzuführen. Das bringt die Abläufe des Gerichts einigermaßen durcheinander, was weiter zur Schleunigkeit drängt. Die jetzt erforderlich werdenden Arbeiten stehen in einer schon recht langen Reihe von Reparaturen an dem noch gar nicht alten Gebäude. Pessimisten erwarten daher, dass nach den jetzt anstehenden Sanierungen bald weitere folgen werden.

(É. Artigue-Cazcarra : Travaux au tribunal : la note s’annonce salée, in:SUDOUEST, 30. 01. 2017)

Bilder vom Gerichtsgebäude in Bordeaux: Klick



Vorwahlen der Sozialisten

In dem wegen des Ausgangs der ersten Runde erforderlich gewordenen zweiten Durchgang der Vorwahlen der Sozialisten zur Bestimmung des Kandidaten, der in der Präsidentschaftswahl für die Sozialistische Partei antreten wird, hat Benoît Hamon mit 58,88 % vor Manuel Valls mit 41,12% den Sieg davongetragen. Hamon gilt als stramm links orientierter Politiker, während Manuel Vallssozialdemokratisch-reformerische Positionen vertritt. Nach den derzeit vorliegenden Umfrageergebnissen haben allerdings weder Hamon noch Valls wirkliche Chancen, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen.

Der erste Durchgang  der Wahl des nächsten Präsidenten der République Française findet am 23. April 2017 statt. Der zweite Durchgang, der wahrscheinlich erforderlich wird, dann am 7. Mai 2017.  

(Sudouest.fr: DIRECT. Primaire de la gauche : Hamon large vainqueur devant Valls, in : SUDOUEST, 29. 01. 2017, 21.56h, Internet-Ausg.)

 


Altlasten

Es ist noch nicht sehr lange her, da ging man auch in Frankreich relativ sorglos mit dem Ablagern von Müll um. Auch wenn sich die Bräuche inzwischen gebessert haben, die alten Deponien sind noch da. Zwar denkt niemand wohl wirklich gern daran, aber sie werden nach und nach entdeckt und zu Problemzonen erklärt. Inzwischen hat man im Departement Gironde 148 Mülldeponien entdeckt, die in den Jahren von ca. 1960 bis in die Mitte der 90er Jahre entstanden sind, zwei Drittel davon waren relativ wilde Kippen, auch wenn von den insgesamt 148  123  von Gemeinden und nicht von Privatleuten  benutzt wurden.  Sie stellen fast durchweg  Gefahren für die Umwelt dar, da sie, verglichen mit aktuellen Vorschriften, recht sorglos angelegt worden waren. Inzwischen hat man begonnen, die schlimmsten dieser Sünden zu sanieren oder doch die Gefährdungen zu reduzieren. Die dafür notwendigen Arbeiten gehen aber recht langsam voran, denn rund die Hälfte dieser alten Deponien sind noch genau in dem Zustand, in dem sie vergessen worden waren. Erst bei wenigen sind wirklich durchgreifende Maßnahmen eingeleitet worden. Niemand weiß, wann das Problem der alten Müllkippen wirklich gelöst sein wird, aber es ist davon auszugehen, dass dabei mehr Zeit vergehen wird als beim Anschütten.

(E. Artigue-Cazcarra: Les vieilles décharges réapparaissent,  in: SUDOUEST, 28. 01. 2017, p.14


Wiederbelebung

Das Projekt einer großräumigen und leistungsfähigen Umfahrung von Bordeaux schien eine Zeitlang die Lösung der Verkehrsprobleme in diesem Teil des Südwestens Frankreichs zu sein. Dann gab es Gegenwind, der schließlich mit Argumenten, die heutzutage deutlich an Überzeugungskraft verloren haben, den Sieg davon trug. Was blieb, war jedoch eine ständig schwieriger werdende Verkehrssituation um Bordeaux, deren Perspektiven mehr als düster sind. Mittlerweile ist die Rocade in der Zeit des morgendlichen und des nachmittäglichen Berufsverkehrs täglich sechs Stunden mehr oder weniger nachhaltig blockiert. Die Feinstaubbelastungen der jüngeren Vergangenheit und die daraus resultierenden Geschwindigkeitsbeschränkungen haben mehr als deutlich gemacht, dass die Dinge nicht so weiter laufen können wie bisher. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass der Gedanke des Grand Contournement wieder belebt wird. Der wohl prominenteste Fürsprecher ist Philippe Madrelle, einst Präsident des Conseil Général des Departments Gironde, dem gute Kontakte zum zuständigen Ministerium nachgesagt werden.

Während die Vorschläge von Ph. Madrelle auf die Wiederbelebung des einst bestehenden Umgehungsplanes mit dem Bau einer neuen Brücke über die Gironde zielen, verfolgt der Maire von Bordeaux, Alain Juppé, eine andere Linie, bei der unter Ausnutzung und Verknüpfung bereits bestehender Straßen eine Möglichkeit zur weiträumigen Umfahrung von Bordaux im Osten geschaffen werden soll. Es wird abzuwarten sein, wie die tasächliche Lösung aussieht, aber unbestritten ist, dass sich die Probelme durch pures Abwarten nicht lösen lassen.

(C. D.: Madrelle relance le contournement, in: SUDOUEST, 24. 01. 2017)

 

 

Kurzlebig

Die wieder ins Spiel brachten Überlegungen für eine großräumige Umfahrung von Bordeaux haben, kaum dass sie vorgebracht worden waren, eine deutliche Absage durch das Verkehrministerium erfahren, da es angeblich keine neuen Gesichtspunkte gebe, die den Entschluss zur Beendigung der Planungen für das Grand contournement in Frage stellen könnten. Außerdem sei der Ausabu der Rocade von Bordeaux auf 2 mal 3 Spuren im Gange und danach wird der Verkehr auf der Rocade besser laufen. Sagt der Minister.

(C. Debray: Grand contournement : le ministre dit non à Madrelle,in : SUDOUEST, 26. 01. 2017) 


Warm aber nass

Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage im Médoc Temperaturen voraus, die nachts sehr deutlich über der Nullgrad-Marke bleiben werden und tagsüber bis zu 15° ansteigen können. Damit dabei niemand übermütig wird, wird es jedoch ausgiebig regnen.

(UM, 27. 01. 2017)

Vertretung

Wer in diesen Tagen die Fähre, die Blaye und Lamarque verbindet, nehmen will, kann das nur tun, wenn er sein Auto am Ufer stehen lässt. Der Grund liegt darin, dass die etatmäßige Fähre Sébastien Vauban in Bordeaux im Dock liegt und dort inspiziert und, falls erforderlich, repariert wird. Als Vertretung besorgt  für 19 Tage das Touristenboot Les 2 Rives, das auch schon in den letzten Jahren eingesprungen ist, die Verbindung zwischen den beiden Girondeufern. Zur Zeit sind die Passagiere der Aushilfsfähre fast ausnahmslos Stammgäste, die mehr oder weniger regelmäßig die Überfahrt machen, meist, weil sie am anderen Ufer ihre Arbeitsstelle haben. Für diese Personen ist die Tatsache, dass gegenwärtig das Übersetzen mit Fahrzeugen nicht möglich ist, kein Problem, denn nicht wenige von ihnen haben zwei Fahrzeuge, auf jedem Ufer eins. Das ist, wie vorgerechnet wird, billiger als das tägliche Übersetzen, das selbst bei reduziertem Tarif für Dauernutzer täglich 17 Euro kosten würde. 

(J. Jamet: Un parfum de vacances avec le bac sans voiture, in: SUDOUEST, 26. 01. 2017)


Wärme aus dem Untergrund

Über die Energiewende wird in Frankreich vor allem theoretisiert, während praktisch eher Zurückhaltung geübt wird. Punktuell gibt es jedoch durchaus berichtenswerte Dinge, wie zum Beispiel in Bordeaux, wo man mit Erfolg die Wärme der Abwässer für Heizzwecke nutzt. So wird z.B. das 15 Stockwerke hohe Gebäude von Bordeaux-Métropole (Nachfolger von CUB, Gemeindeverband Bordeaux) weder mit Strom noch mit Gas oder Öl geheizt. Stattdessen ist eine System installiert worden, das die Wärme der Abwässer im Untergrund anzapft und daraus über Wärmepumpen die Energie gewinnt, die für die Heizung benötigt wird. Nach demselben Prinzip wird demnächst das Naturkundemuseum von Bordeaux beheizt. Dasselbe System hat schon Anwendung gefunden in zwei Schwimmbädern in Bègles und Bouscat, wo man durchweg positive Erfahrungen mit dieser Technik gemacht hat. Die Abwässer, die hier genutzt werden, haben eine durchschnittliche Temperatur zwischen 15 und 20 Grad, was aus technischer Sicht ein hinreichend großes Energiepotential darstellt, um es über Wärmepumpen anzuzapfen. Für das Gebäude von Bordeaux-Métropole mit 48.500 m² auf denen 600 Angestellte arbeiten, ergibt sich so eine Ersparnis von rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr, was erwarten lässt, dass die Kosten für die Wärmepumpenanlage sich in fünf Jahren amortisieren werden. Und danach werden die Heizkosten unschlagbar günstig sein und lange Zeit bleiben. Allerdings muss gesehen werden, dass die Abwassermengen, die für eine wirtschaftlich attraktive Nutzung benötigt werden, nur in Ballungsräumen anfallen und dort auch nur für einzelne Objekte nutzbar gemacht werden können.

(J.-D. Renard: Le chauffage par les égouts,  in: SUDOUEST, 25. 01. 2017)

 


Kraniche im Médoc

Das Médoc ist daran gewöhnt, dass es von Scharen von Gästen aufgesucht wird. Die kommen zu Zehntausenden hauptsächlich im Sommer, aus bekannten Gründen. Es gibt jedoch auch Gäste, die außerhalb der Saison kommen. Und zu denen zählen die Kraniche, die seit den 70er Jahren ihren Winteraufenthalt im Naturschutzgebiet von Cousseau nehmen. In diesem Jahr sind es rund 4.700 dieser großen Vögel, die die flachen Gewässer des Réserve naturelle für die Nachtruhe aufsuchen, über Tag aber auf den umliegenden Feldern auf Futtersuche gehen. Die Verwaltung des  Naturschutzgebietes organisiert auch in diesem Jahr mehrere Führungen, um Interessierten einen Blick auf die Kraniche zu ermöglichen und um dabei Wissenswertes über diese Wintergäste zu vermitteln. Dazu informieren sich die Führer darüber, welche Felder die Kraniche  aufsuchen, und führen ihre Gäste dann an Stellen, von welchen gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen. Wegen der großen Fluchtdistanz der Vögel sind Beobachtungen, die genauere Eindrücke vermitteln können, nur mit Ferngläsern möglich. Besuche des Naturschutzgebietes von Cousseau haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz, doch sind die Kraniche nur von etwa November bis Februar vor Ort. Sie machen sich schon zeitig im Frühjahr wieder auf den Rückweg in ihre in nördlicheren Gefilden gelegenen Brutgebiete.  

(L. Michelotti: Une sortie à la rencontre de la dame grise de Cousseau, in: SUDOUEST, 23. 01. 2017)

Mehr: http://www.sepanso.org/reserves/cousseau_a.php

Und: http://www.medoc-notizen.de/558.html


Ausweitung der Geschwindigkeitsbeschränkungen

Wegen der anhaltend hohen Feinstaublastungen der Luft werden die Geschwindigkeits- und Verkehrsbeschränkungen in Frankreich über den Montag hinaus verlängert. Im Südwesten sind bis zum Abklingen der zu hohen Feinstaubbelastungen außer der Rocade von Bordeaux die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten für alle Schnellstraßen um 20 km/h herabgesetzt worden, so dass, je nach der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, statt 130 km/h 110 km/h, statt 110 km/h 90 km/h und statt 90km/h 70 km/h nicht überschritten werden dürfen.

(Sudouest.fr: Pollution : vitesse réduite mardi sur la rocade bordelaise et les autoroutes de Gironde, in : SUDOUEST, 23. 01. 2017, 14.53h, Internet-Ausg.)

 

Mehr : http://www2.prevair.org/



Elektro-Zapfsäulen

Das Syndicat départemental des énergies électriques de la Gironde (Sdeeg), das auch in den anderen Departements der alten Region Aquitaine aktiv ist, bemüht sich, im Fahrzeugverkehr den Einsatz der Elektrizität zu fördern. Autos, die an der Steckdose aufgetankt werden können, gibt es schon, wenn auch nicht sehr zahlreich, doch fehlt es außerhalb der Ballungsräume immer noch an Möglichkeiten, Elektroautos bequem und kundenfreundlich mit Energie zu versorgen. Die ersten Zapfsäulen im Médoc funktionieren schon in Soulac und Lacanau, derzeit werden drei weitere in Ludon-Médoc, Lesparre und Castelnau-de-Médoc aufgestellt, die zum 1. Februar betriebsbereit sein sollen. Danach sollen Pauillac und Saint-Laurent-de-Médoc versorgt werden. Die Zapfsäulen kosten jeweils 10.000 Euro, von denen 4.000 Euro von den Gemeinden aufzubringen sind, während der größte Teil vom Sdeeg übernommen wird.

(M. Jay: Des bornes électriques sur tout le territoire ? in: SUDOUEST, 20-. 01. 2017)

 


Vorwahlen des Parti Socialiste

Die erste Runde der am 22. 01. 2017 durchgeführten Vorwahlen der Sozialisten, bei denen der Politiker ermittelt werden sollte, der im April als Kandidat der Sozialistischen Partei (PS) bei der Präsidentschaftswahl antreten wird, haben erwartungsgemäß im ersten Durchgang keinen Sieger jenseits der 50%-Marke gesehen. In Front liegen nach dem Endergebnis Benoît Hamon (35,8%) und Manuel Valls (31,40%), die am kommenden Sonntag in der zweiten Runde den Sieger unter sich ausmachen werden. Nach den derzeit kursierenden Umfrageergebnissen hat aber der Sieger kaum eine Chance, in die Entscheidung bei der Präsidentschaftswahl einzugreifen. Beide würden nach  den aktuellen Umfragen auf dem fünften Platz in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl landen und wären damit in der zweiten Runde nicht mehr dabei.   

(Sudouest.fr: Primaire de la gauche : Hamon en tête, Valls passe à l’attaque, in : SUDOUEST, 22. 01. 2017, 23.3h, Interne-Ausg.)


Verlängerung

Die zunächst nur für Sonntag, 22. 01. 2017, verfügte Reduzierung der auf der Rocade von Bordeaux zulässigen Höchstgeschwindigkeit wird verlängert und auf Montag, 23. 01. 2017 ausgedehnt, weil die Werte für die Luftverschmutzung nicht zurückgegangen sind.

(Sudouest.fr: Rocade de Bordeaux : la vitesse encore réduite de 20 km/h lundi, in : SUDOUEST, 22.01. 2017, 18.10h, Interent-Ausg.)


Tempolimit wegen Luftverschmutzung

Ausgelöst durch besonders hohe Werte der Luftverschmutzung wird am 22. Januar 2017 von 0.00h bis zum 23. Januar 0.00h überall dort, wo auf der Rocade von Bordeaux die zulässige Geschwindigkeit 70km/h oder mehr beträgt, die erlaubte Geschwindigkeit um 20 km/h reduziert. Die Präfektur gab zusätzlich bekannt, dass intensive Kontrollen durchgeführt werden, um die Einhaltung der Reduzierung der Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Die erforderlichen Informationen werden an die Verkehrsteilnehmer über die Info-Tafeln an der Rocade übermittelt. Gleichzeitig wurde eine Verfügung erlassen, mit der alle Verbrennungsaktionen von Gartenabfällen etc.  im Freiland untersagt werden.

In Paris wird unterdessen vorübergehend für den Innenstadtbereich ein Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge verhängt, die keine Crit’Air-Plakette oder eine der Klasse 5 erhalten haben.

Die für die Rocade von Bordeaux verfügten Beschränkungen lassen erwarten, dass die Einführung der Umweltplaketten Crit’Air in Bordeaux beschleunigt werden wird.

(Y. St-S. :Rocade bordelaise : la vitesse réduite de 20 km/h dimanche en raison de la pollution, in SUDOUEST, 21. 01. 2017, 21. 01. 2017, 16,53h, Internet-Ausg.)

 


Fähre im Dock

Die Sébastien Vauban, die Fähre, die normalerweise jährlich 250.000 Passagiere mit ihren Fahrzeugen zwischen Blaye und Lamarque transportiert, ist zur Zeit außer Diensten. Grund ist die alljährliche Routineüberprüfung, die in diesem Jahr in einem Trockendock in Bordeaux vollzogen werden wird. Die Arbeiten werden im Trockendock an den Bassins à flot in Bacalan durchgeführt, in dem eigentlich auch die Dreimastbark Belem inspiziert und, soweit erforderlich, repariert werden sollte. Die Belem musste nach La Rochelle ausweichen, weil am Dock in Bordeaux eine technische Panne nicht rechtzeitig behoben worden war. Nachdem die Störung inzwischen beseitigt ist, wird die Sébastien Vauban für gut vierzehn Tage im Dock sein und dort von mehr als 40 Fachleuten umsorgt werden, für die nach der Reparatur des Docks damit eine neue und für die Betroffenen hoffentlich regelmäßige Phase von Überholungsarbeiten beginnen wird. In der Zeit, in der die Sébastien Vauban in Bordeaux liegt, wird es keinen Fährbetrieb für Fahrzeuge zwischen Blaye und Lamarque geben. In dieser Zeit wird ein kleineres Boot auf dieser Strecke eingesetzt, das allerdings nur Fußgänger aufnehmen kann.

(D. Lherm: Le bac Blaye-Lamarque en révision à Bordeaux, in: SUDOUEST, 20. 01. 2017)


Nicht ganz verboten

Der Bürgermeister von Bordeaux, der gleichzeitig Präsident von Bordeaux Métropole ist, mag keinen Lärm auf der Garonne. Deswegen hat er sich dafür eingesetzt, dass im Port de la Lune, also in dem Bereich der Garonne zwischen dem Pont de pierre und dem Pont Chaban-Delmas in der Zeit vom 1. Juni bis zum 15. September keine Jetski verkehren dürfen. Als ein kleiner Unternehmer, der gerade in diesem Abschnitt der Garonne mit Jetski Touristen herumkutschiert, um ihnen Bordeaux von der Wasserseite aus zu zeigen, darauf hinwies, dass er damit seinen Broterwerb verlöre, zeigte sich M. le Maire nachdenklich und öffnete ein kleines Türchen unter der Voraussetzung, dass die in Tourismusangelegenheiten agierenden Jetski langsam fahren und leise sind. Damit werden wohl die Jetski und ihr Verbot in friedlicher Koexistenz nebeneinander bestehen.

(B. B. : Juppé ne veut pas de nuisances sonores sur la Garonne, in: SUDOUEST, 19. 01. 2017)


Hoffnung für Le Signal

Pascale Got, Abgeordnete in der Nationalversammlung für das Departement Gironde, kennt aus nächster Anschauung die Probleme, die die Erosion an den Küsten verursacht, und sie ist gut informiert über das Geschehen um das seit 2014 gesperrte und zum Abriss bestimmte Appartementhaus Le Signal in Soulac.  Bislang war aber die den Besitzern angebotene Entschädigung auf kärgliche 20.000 Euro beschränkt, was etwa einem Zehntel des früheren Verkehrswertes der Wohnungen entsprach. In diese noch vor Monaten scheinbar nicht zu lösende Problematik ist jetzt Bewegung gekommen durch eine Gesetzesiniative von P. Got. Danach soll die Entschädigung in Fällen wie sie bei Le Signal vorliegen, auf bis zu 75% angehoben werden, was für die Betroffenen eine beträchtliche Verbesserung darstellt. Das Gesetzesvorhaben ist Anfang Juli 2016 in die Nationalversammlung eingebracht und angenommen worden. Es hat in der zweiten Januarwoche 2017 den Senat passiert, allerdings mit einigen Zusätzen und Änderungsvorschlägen. Es geht nun an die Nationalversammlung zurück zur zweiten Lesung, die für die letzte Januarwoche  angesetzt ist. Noch unsicher ist allerdings, ob das Gesetzgebungsverfahren bis Ende Februar  abgeschlossen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt schließt die Sitzungsperiode der Nationalversammlung. Nächste Gelegenheit zur abschließenden Abstimmung wäre dann nach den kommenden Präsidentschaftswahlen, was naturgemäß eine erheblicher Verzögerung bedeuten würde. Für die Besitzer der Wohnungen im Signal ist das zwar wenig erfreulich, sie werden damit aber wohl leben müssen, zumal die Aussicht auf eine für sie halbwegs befriedigende Lösung ihrer Probleme durch den Zeitfaktor nicht bedroht wird.

(J.-D. Renard : Le recul du trait de côte abonné aux longs débats, in: SUDOUEST, 16. 01. 2017)



Gurp TT 2017

Die an zwei Tagen ausgetragenen Wettbewerbe der 15. Auflage von Gurp TT haben am zweiten Tag, dem Sonntag, mit wenig erfreulichen Wetterbedingungen zu kämpfen gehabt, doch hat der Regen weder die Teilnehmer noch die Zuschauer eingeschüchtert. Alles in allem waren sowohl die Teilnehmer als auch die Veranstalter und Zuschauer zufrieden, wozu nicht zuletzt auch ein beträchtliches Aufgebot an Ordnungshütern beigetragen hat. Insgesamt vierzig Uniformierte sorgten an der Stecke und an drei Zugangskontrollen dafür, dass die Sicherheit erfolgreich gewährleistet werden konnte. Etwas unerwartet, aber verdient durchfuhr der Belgier Daymond Martens nach einem abwechslungsreichen und spannenden Rennen als erster die Ziellinie und trug sich damit in Le Gurp erstmalig in die Liste der Sieger ein.

(M. Chailloux: La quinzième édition s’est jouée de la pluie, und : Un Belge sur

les dunes de Gurp, in: SUDOUEST, 16. 01. 2017)

 

 

Paris: Zone mit Verkehrsbeschränkungen

Seit dem 16. Januar 2016 gelten für Kraftfahrzeuge mit französischen Nummernschildern, die die inneren Bereiche von Paris befahren wollen, Regelungen, deren Nichtbeachtung kostenträchtige Strafgelder nach sich ziehen können. Kern der Neuerung ist die Deklarierung von Zonen, die im Prinzip  mit den in Deutschland in vielen Städten bestehenden Umweltzonen  verglichen werden können.

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Kältewelle in Sicht

Die Meteorologen kündigen für Frankreich die kräftigste Kältewelle seit fünf Jahren an. Ab Montag, 16. Januar, werden Temperaturen erwartet, die um vier bis acht Grad unter den langjährigen Durchschnittswerten liegen werden. Besonders betroffen sein werden der Norden und der Osten Frankreichs. Dazu werden dort Schnee und Glatteis den Autofahrern das Leben schwer machen. Das Thermometer wird auf Werte bis -5° oder -10° absinken, wobei bei Schnee lokal noch tiefere Temperaturen möglich sind. Mit Rekordtemperaturen ist  wohl nicht zu rechnen, doch wird sich die Kälte  bis zum Ende der Woche halten. Im Südwesten geht es wieder gnädiger zu, dort werden die Temperaturen zwar auch sinken, sie bleiben aber auch nachts in der Nähe der Null-Gradmarke. Über Tag wird es im Südwesten sonnig sein mit Temperaturen über der Frostmarke. Eine Wetteränderung wird frühestens für das Wochenende erwartet.

(SudOuest.fr (avec AFP) : La France va affronter la pire vague de froid depuis cinq ans, in:SUDOUEST, 15. 01. 2017, 10.50h, Internet-Ausg.)


Stromausfall

Am 13. Januar 2017 fiel gegen 10.00 Uhr am Vormittag im gesamten Stadtgebiet von  Lesparre der Strom aus. Der Ausfall wurde von einem in Uch ohne erkennbare äußere Einwirkung  umgestürzten Baum verursacht, der auf eine Hochspannungsleitung gefallen war. Dabei entstand ein Lichtbogen, der weithin sichtbar war und von vielen für den Blitz eines Gewitters gehalten wurde. Die schnell mobilisierten Techniker von ERD schafften es in kurzer Zeit, die ersten Straßen wieder mit Strom zu versorgen, so dass um 17.00 nur noch Teile von Uch auf die Reparatur warteten. Man erwartete, dass während des Abends auch die letzten Haushalte wieder versorgt werden können.

(A. Larrue, in: SUDOUEST, 14. 01. 2017)

 


Internet auf Rädern

Seit dem 3. Oktober des letzten Jahres ist auf den Straßen des Departements Gironde ein auffällig weiß und grün lackierter Bus unterwegs, in dem es 12 Computerarbeitsplätze gibt und ein Team von Experten für Computer- und Internetangelegenheiten. Der Bus soll ältere Bürger an die Informatik und an das Internet heranführen. Zur Zeit nutzen in Frankreich nur 20% der über 75jährigen das Internet, obwohl inzwischen nicht nur bei der Informationsgewinnung, sondern auch beim Umgang mit Behörden das Internet eine zunehmende Bedeutung hat. Davon könnten nicht zuletzt Ältere profitieren, die auf dem Lande wohnen und mit einem wenig entwickelten Nahverkehrsnetz auskommen müssen. Das Angebot in dem Bus ist als Lehrgang von drei Stunden aufgebaut. Dort, wo der Bus Station macht, findet ein Kurs am Morgen von 9 bis 12.00h und ein weiterer am Nachmittag von 14. bis 17.00h statt. Für die Teilnehmer, die noch nicht über einen Email-Zugang verfügen, kann auf Wunsch eine Email-Adresse eingerichtet werden. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Der nächste erreichbare Halt des Busses im Médoc wird am 1. Februar in Hourtin sein. Anmeldungen müssen erfolgen bis spätestens 25. Januar unter Tel. 05 56 73 28 43 oder 06 20 28 21 74

(R. Boivinet: Le bus numérique fait halte le 1er février, in: SUDOUEST, 13. 01. 2017)


Schwerer Wintersturm

Über den Nordwesten und den Norden Frankreichs ist in der Nacht vom 12. zum 13. Januar ein schwerer Wintersturm hinweg gezogen. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 146 km/h ist in 11 Departements die Stromversorgung von 237.000 Haushalten unterbrochen worden. Verbunden mit teilweise starken Schneefällen und Glatteis gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen.  Nördlich von Paris war ein Thalys für mehrer Stunden durch umgestürzte Bäume blockiert. Die Feuerwehr musste 4.500 mal ausrücken, um Hilfe zu leisten. Die Unwetterwarnung von Météo France für elf im Norden gelegene Departments wurde bis Freitagmorgen verlängert, doch soll der Schneefall gegen 10.00h aufhören. Für das Department Gironde wurde ebenfalls eine Warnung ausgesprochen, allerdings mit geringerer Intensität. Tatsächlich ging es im Médoc bei leicht zweistelligen Temperaturen undramatisch zu. Es hat zwar gestürmt, doch ohne wahrnehmbare Schäden, und von Schnee war dort vorerst keine Spur. Die Meteorologen sprechen zwar von der Möglichkeit, dass es in den nächsten Tagen im Médoc schneien könnte, richtig sicher sind sie sich aber nicht.

(SudOuest.fr avec AFP : Tempête hivernale : 237 000 foyers privés d’électricité, 11 départements encore en alerte, in : SUDOUEST, 13.01.2017, 8.10h, Internet-Ausg.)

 


Sperrung

Der Pont de pierre in Bordeaux ist die älteste Brücke, die dort über die Garonne führt. Das Bauwerk wird bald 200 Jahre alt sein, und es ist nicht mehr in bester Verfassung. Sanierungsarbeiten waren schon in der Vergangenheit mehrfach erforderlich, wobei es immer wieder Beschränkungen für den Verkehr auf der Brücke gegeben hat. Für diesen Sommer ist nun eine neue Sperrung angekündigt worden, die dazu führen wird, dass im Juli und August 2017 kein PKW mehr über die Brücke fahren darf. Noch nicht ganz klar ist, ob die Sperrung zum September 2017 wieder aufgehoben oder ob sie auf Dauer bestehen wird. Feststeht hingegen, dass die Entscheidung über die Brückensperrung weitreichende Auswirkungen für den Straßenverkehr im Ballungsraum Bordeaux haben wird. Zur Zeit nutzen täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge den Pont de pierre, die sich demnächst andere Wege suchen müssen, um von einem Ufer der Garonne an das andere zu gelangen.

(Y. Delneste : Le pont de pierre interdit aux voitures l’été prochain, in : SUDOUEST, 11. 01. 2017)


Camping Municpal Le Gurp

Die Gemeinde Grayan-et-L'Hôpital, Eigentümerin und Betreiberin des Camping municipal in Le Gurp hat die Preise für die Saison 2017 veröffentlicht. Erfreulich festzustellen: die Erhöhungen gegenüber 2016 sind sehr moderat.

(UM, 13. 01. 2017)

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Zornige Autofahrer

Radargeräte stehen in der Beliebtheitsskala, die Autofahrer aufstellen würden, ganz weit unten. Nicht selten ergeben sich daraus handfeste Konsequenzen, wie jetzt wieder an zwei Stellen im  Médoc geschehen, wo  feststehende Radarstationen bei Cissac und bei Saint-Laurent das Ziel von Angriffen waren. Beide Geräte wurden so mit Farbe besprüht, dass sie ausfielen und damit zumindest für einige Zeit nicht für den Zweck zur Verfügung stehen, für den sie eigentlich vorgesehen sind. Die Täter sind bislang unbekannt, doch wird nach ihnen gefahndet. Wenn man sie erwischt, werden sie vermutlich längere Zeit sparen müssen, um die Folgen ihrer Farbattacke auszubügeln, denn dafür sieht der Strafenkatalog ein Bußgeld von bis zu 7.500 Euro vor. Zusätzlich können noch Sozialarbeitsstunden verhängt werden. Sollte man bedenken, bevor man zur Sprühdose greift.

(Clin d’oeil, in: SUDOUEST, 09. 01. 2017)



670 Starter

Die 15. Auflage des Motocrossrennens bei Le Gurp wird noch mehr Starter haben als die vorherigen Veranstaltungen. Das zur französichen Meisterschaft zählende Rennen ist von vielen Freiwilligen, die seit Oktober des letzten Jahres sich kräftig geregt haben, vorbereitet worden. Neben der Hauptveranstaltung für Motorräder werden vier weitere Wettbewerbe durchgeführt, für die sich insgesamt 670 Teilnehmer angemeldet haben. Die Rennsrecke ist 15 km lang, davon verlaufen vom Hauptstrand von Le Gurp bis zur Pointe de la Négade 4,2 km über den Strand. Man rechnet wieder mit rund 20.000 Zuschauern. Die haben es in diesem Jahr etwas weniger bequem als bei früheren Veranstaltungen, denn die Zufahrtstraße nach Le Gurp wird aus Sichheitsgründen 500 m hinter dem Kreisverkehr gesperrt, so dass für Besucher die Zufahrt mit PKW zur Rennstrecke nicht möglich sein wird. Die Durchführung der Veranstaltung wird etwa 100.000 Euro kosten, von denen ein großer Teil durch die Startgelder der Teilnehmer hereinkommen wird. Daneben hat der Gemeindeverband Pointe du Médoc 7.000 Euro beigesteuert, weitere 12.000 Euro spendiert das Departement, so dass die Finanzierung der Veanrstaltung gesichert ist.

(J. Lestage : 670 pilotes pour la 15e édition de la Gurp TT, in : SUDOUEST, 10. 01. 2017)


Gute Nachrichten

Die Cahiers méduliens werden zweimal jährlich von der Société archéologique et historique du Médoc (SAHM), die ihren Sitz in Pauillac hat, herausgegeben. Sie bringen auf wissenschaftlichem Niveau Beiträge zur Geschichte de Médoc, die sonst häufig wohl keine Plattform für eine Veröffentlichung gefunden hätten. Mittlerweile ist das 65. Cahier médulien erschienen, bei dessen Vorstellung im letzen Jahr allerdings die Nachricht kursierte, dass damit die letzte dieser Publikationen erschienen sei und dass auch die Tage der  Société archéologique et historique du Médoc  gezählt seien. Offensichtlich hat diese für viele nicht erfreuliche Perspektive Energien freigesetzt, die jetzt ein erstes handfestes Ergebnis vorweisen können. In wenigen Tagen wird nämlich eine neues Cahier médulien erscheinen, und eine weitere Ausgabe für die zweite Jahreshälfte ist ebenfalls in Arbeit. Die Cahiers méduliens sind in den Buchhandlungen des Médoc vorrätig oder dort zu bestellen. Vom Ende der Reihe wird derzeit nicht mehr gesprochen, wobei zu wünschen ist, dass die Société archéologique et historique du Médoc  weitere neue Mitglieder gewinnen kann, die den Fortbestand des Vereins und seiner Aktivitäten sichern können.

(M. Caporal : Les Cahiers méduliens paraîtront cette année, in SUDOUEST, 09. 01. 2017)


Ausgelaufen

Die Dreimastbark Belem, in Frankreich einziger Überlebender der Zeit, in der ein großer Teil der weltweit zu transportierenden Frachten unter Segel auf die Reise gingen, hat den Port de la lune von Bordeaux verlassen. Zwar nicht unter Segel, wie ein Artikel des SUDOUEST vermeldete, aber ausgelaufen ist sie wirklich. Sie nimmt Kurs auf La Rochelle, wo sie für rund drei Wochen ins Trockendock geht, um Routinearbeiten ausführen zu können, die notwendig und vorgeschrieben sind, damit das Schiff weiterhin in Fahrt gehalten werden kann. Eigentlich hätten die erforderlichen Arbeiten in Bordeaux durchgeführt werden sollen, wo es ebenfalls ein Trockendock gibt. Das ist jedoch nicht einsatzbereit, obwohl die dort bestehenden Schäden schon länger bekannt sind. Die Belem wird nach ihrem Besuch in La Rochelle nach Bordeaux zurückkehren und den Rest der für Segler eher ungemütlichen Jahreszeit dort verbringen, bevor es im April wieder auf Fahrt geht.

(M. Derdevet : Le « Belem » a mis les voiles, in : SUDOUEST, 08. 01. 2017)

 



Ermahnungen

Der für Soulac zuständige regionale Rechnungshof hat einen Bericht über die finanzielle Situation von Soulac von 2011 bis 2015 vorgelegt, der an mehreren Stellen Unangenehmes enthält. Darin wird unter anderem bemängelt, dass die Stadt  Nebenhaushalte unterhält, die z.B. für das Flugfeld und den Camping Municipal bestehen, die nicht nach den vorgeschriebenen Regeln geführt werden. Der Rechnungshof verlangt, dass in den bemängelten Bereichen verantwortliche Leiter benannt werden und dass Geschäftsordnungen aufgestellt werden, die finanzielle Risiken verhindern und dafür sorgen sollen, dass erwirtschaftete Überschüsse ordnungsgemäß versteuert werden. Revidiert werden muss auch die bislang geübte Praxis, den beiden kritisierten Bereichen Subventionen aus dem Stadthaushalt zu gewähren, die nicht mit bestehenden Vorschriften in Einklang stehen. Auch zur Verschuldung der Stadt äußert sich der Bericht und fordert, dass schnelle und wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass die Stadtfinanzen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.  In seiner Stellungnahme kündigt der Bürgermeister an, dass die erforderlichen Maßnahmen zum Flugfeld und zum Camping municipal schnell eingeleitet werden sollen. Zum Schuldenstand wird aber nur auf die Faktoren verwiesen, die erklären sollen, warum mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde, wobei jedoch nicht erkennbar wird, wie das Problem gelöst werden soll.

(J. Lestage: Soulac doit surveiller sa situation financière, in: SUDOUEST, 07. 01. 2017)


Aufwind

Wenn der Flughafen Bordeaux-Mérignac in den Medien erscheint, dann zumeist mit Erfolgsmeldungen. Das geschieht auch beim Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016, denn da sind wieder kräftige Steigerungsraten zu vermelden. So hat die Zahl der Fluggäste zugelegt auf 5,8 Millionen, 470.000 mehr als im Vorjahr. Dabei ist der Zuwachs vor allem bei den Billigfliegern entstanden, die 15,9% mehr Passagiere befördert haben als 2015. Der Billigfliegerbereich macht inzwischen 45% des Umsatzes des Flughafens aus, und er bringt 75% der Zuwachsraten. Im letzten Jahr hat sich das Angebot an Zielen, die von Mérignac aus direkt angeflogen werden, auf 101 erhöht, wobei im Vorjahr 10 neue Zielflughäfen dazugekommen sind. Diese Entwicklung wird sich auch 2017 fortsetzen, da schon acht neue Zielorte feststehen.

(St. Dubourg: Nouvel envol pour l’aéroport , in: SUDOUEST, 05. 01. 2016)



Attraktives Departement

Das Departement Gironde hat eine durchaus positive Bevölkerungsbilanz vorzuweisen, denn von 2009 bis 2014 nahm die Zahl seiner Einwohner um 91.355 zu. Das ergaben unter anderem die soeben von INSEE, dem nationalen Institut für Statistik in Frankreich, publizierten Ergebnisse der letzten Volkszählung. Dabei wurde auch bestätigt, dass die Gironde mit 1.526.016 Einwohnern das bevölkerungsreichste Departement der Nouvelle-Aquitaine ist. Die Zunahme im Auswertungszeitraum um insgesamt 6,3% stellt ebenfalls den höchsten Wert in der Region dar, gefolgt vom Departement Landes, das es auf einen Zuwachs von 5,27% brachte. Nach wie vor wirkt der städtische Bereich um Bordeaux, der seit 2015 Bordeaux Métropole heißt, wie ein Magnet auf Zuzügler, wobei die Steigerung der Einwohnerzahlen sich vor allem in den mehr am Rand des Ballungsraumes Bordeaux gelegenen Gemeinden vollzog, in denen noch Platz für Neuansiedler war. Bei der Bevölkerungsstatistik des Departements gab es nur wenige Verlierer, zu denen Arcachon (- 9.30%) und auch Soulac (- 7%) zählen.

(V. Deymes: La Gironde reste très attractive, in: SUDOUEST, 03. 01. 2017)


Schnee ist nicht gleich Schnee

Am Vormittag des 4. Januar hat es in Bordeaux und in Floirac leicht geschneit, zumindest war nachher die Erde mit einem feinen weißen Überzug versehen. Allerdings begann sofort danach eine Diskussion darüber, ob das, was von oben kam, Schnee war oder nicht. Die Meinung wurde vertreten, dass das, was da weiß vom Himmel gefallen war, zwar aussah wie Schnee, dabei aber in Wirklichkeit Folge der Luftverschmutzung war, die dazu geführt hätte, dass Feinstaubpartikel  zu Kristallisationskernen für Feuchtigkeit wurden und danach den Erdboden weiß machten. Die Gegenmeinung wurde auch vertreten, dass der Niederschlag doch wohl richtiger Schnee gewesen sei. Eine eindeutige Diagnose war nicht zu stellen, zumindest fürs erste nicht. Die Meteorologen, die es eigentlich wissen sollten, beruhigten aber die Gemüter. Sie sagten, es könnte durchaus sein, dass die Feinstaubtheorie zuträfe, doch sei das kein Grund zur Beunruhigung. Der weiße Niederschlag sei jedenfalls ungefährlich, und wenn er auf Feinstaubeinflüsse zurückginge, dann sei die Luft danach richtig gereinigt, und das sei eher ein Grund  zur Zufriedenheit. Der Reinigungseffekt stellt sich übrigens bei jeder Form von Niederschlag ein, noch ein Grund zur Entdramatisierung.

(Sudouest.fr : Y a-t-il eu de la neige de pollution ce mercredi à Bordeaux ? in : SUDOUEST, 04. 01. 2017, 16.51h, Internet-Ausg.


Es wird winterlich

Die Meteorologen haben Kaltes zu vermelden. In den nächsten Tagen wird es, besonders in den nördlichen und östlichen Regionen Frankreichs richtig kalt mit Nachttemperaturen, die bis -10° absinken können. Im Südwesten werden die Temperaturen zwar auch fallen, aber höchsten bis -2° oder maximal -6°. An den Küsten wird es nicht ganz so kalt, da wird sich das Thermometer in den Nächten um oder leicht unter Null Grad bewegen. Tagsüber ist mit Werten um 8-10 Grad zu rechnen. Es wird auch Schnee geben, aber auch hier ist nur der Norden und der Nordosten davon betroffen. Im Südwesten wird es wohl vorerst nichts mit dem, was manche als weiße Pracht bezeichnen.

(Sudouest.fr. : Une vague de froid s’abat sur la France cette semaine, in SUDOUEST, 02. 01. 2017, 15.17h, Internet-Ausg.)


Neues von der Trüffel-Front

Trüffeln sind eigentlich botanisch wenig spektakuläre Pilze, die in der Erde heranwachsen und dabei nicht kundtun, wo sie das machen. Da diese Pilze aber einen Geschmack haben, der nicht Seinesgleichen hat und da das Aufspüren der Trüffeln von geheimnisumwobenen Mythen umgeben ist, gehören sie nicht zu den Gewächsen, die die normal-bürgerliche Küche standardmäßig verwendet, zumal die Preise, die für Trüffeln gefordert und gezahlt werden, in Dimensionen vorstoßen, die für Exklusivität garantieren. Seit einigen Jahren hat man in den Regionen, in denen diese exquisiten und teuren Pilze gefunden werden können, angefangen, darüber nachzudenken, ob man sie nicht züchten könnte. Das geht zwar nicht so einfach wie bei Champignons, aber einige Experten haben dennoch Verfahren entwickelt, die ihre ersten Ergebnisse zeigen, und die sind ermutigend. Und, mindestens ebenso wichtig: man kann keine Qualitäts- und Geschmacksunterschiede zwischen wilden und gezüchteten Exemplaren ausmachen.

Die Nachfrage nach Trüffeln in Frankreich übersteigt seit langem die Mengen, die in  nach traditionellem Verfahren geerntet werden konnten, so dass Trüffeln importiert werden mussten, vornehmlich aus Italien aber auch aus China. Die durchschnittlich in den letzten Jahren in Frankreich geerntete Menge überstieg nie 50 Tonnen, und in 2016, als besonders ungünstige klimatische Bedingungen das Wachstum der Trüffeln behindert haben, lag sie deutlich darunter. Daraus ergaben sich Preise für die Trüffeln, die in die Nähe und über die Marke von 1000 Euro pro Kilo schnellten. Es ist noch verfrüht, um gesicherte Prognosen darüber anzustellen, in welchen Mengen künftig Trüffeln gezielt gezüchtet werden können, aber die Aussichten sind so, dass man annehmen kann, dass in den nächsten Jahren, das Angebot an Trüffeln in Frankreich zunehmen wird, wobei ein wahrnehmbarer Teil der Angebote aus Zuchtbetrieben stammen wird.

(Axelle Maquin-Roy : La truffe, ça se cultive, in: MAGSO, Beilag zu SUDOUEST, 31.12. 2106


Offices de Tourisme

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 werden die bisherigen Gemeindeverbände Pointe du Médoc und Lacs médocains zusammengelegt, weil ihre Größe unter der von der Präfektur angesetzten Mindestgröße für Gemeindeverbände liegt. Der neue Gemeindeverband wird den Namen Médoc Atlantique tragen. Die mit der Zusammenlegung erwartete Einsparung von Verwaltungskosten soll sich auch bei den Offices de Tourisme zeigen. Aus diesem Grund werden die bisher teilweise in der Regie der einzelnen Gemeinden geführten Office de Tourisme in einen größeren Verband überführt. Der Verwaltungssitz des neuen gemeindeübergreifenden Office de Tourisme wird in Lacanau sein. Die bisher selbständigen Tourismusbüros bleiben erhalten, werden jedoch verwaltungsmäßig zentral geführt und finanziert. Die dafür erforderlichen Kosten werden aus der Taxe de séjour bestritten. Die Lokalitäten und die Einrichtungen der bisherigen Offices de Tourisme werden von den Gemeinden kostenfrei der neuen Organisation zur Verfügung gestellt. Auch die bisher bestehenden Arbeitsverhältnisse der Angestellten werden nicht verändert, so dass diejenigen, die sich bei den Offices de Tourisme informieren, kaum merken werden, dass es im Hintergrund Veränderungen gegeben hat..

(M. Caporal: Quel sort pour les offices de tourisme ? in: SUDOUEST, 31. 12. 2016)


Noch kein  Winter

In Frankreich wird es kalt oder es ist schon frostig. Allein im Südwesten und am Mittelmeer bleiben die Temperaturen in den nächsten Tagen noch im positiven Bereich. Das gilt zumal für die Nachttemperaturen, die in weiten Teilen Frankreichs deutlich unter die Frostgrenze gefallen sind, während es in der Nouvelle-Aquitaine immer noch relativ mild mit Temperaturen im Bereich über Null Grad zuging. Diese Wetterlage, die von einem Zustrom Milder Luft aus Nordwest dominiert wurde, wird jedoch nicht lange Bestand haben. Bad drohen auch im Südwesten Frankreich zumindest für ein paar Tage winterliche Nachttemperaturen. Ein richtiger Winter wird daraus aber in absehbarer Zeit nicht.

(V. Romain: La France a froid mais pas le Sud-Ouest : pourquoi ? Est-ce que ça va durer ? In SUDOUEST, 30. 12. 2016, 14.22h, Internet-Ausg.




Dezember 2016


Hochgeschwindigkeit für das Internet

Der Rat des Gemeindeverbandes Pointe du Médoc, der die Orte der nördlichen Spitze des Médoc vereinigt, hat sich auf seiner letzten Sitzung vor der zum 1. Januar 2017 wirksam werdenden Zusammenlegung mit dem Gemeindeverband Lac médocains unter anderem mit der Zukunft der Internetzugänge beschäftigt. Der Berichterstatter, der Bürgermeister von Naujac, gab dabei einenAusblick auf die in der unmittelbaren Zukunft zu erwartenden Aktivitäten in diesem Bereich. Das nördliche Médoc wird dabei davon profitieren, dass gegenwärtig ein das gesamte Departement Gironde überziehendes Hochgeschwindigkeits-Netz aufgebaut werden soll, um den Zugang zum Internet zu beschleunigen. Die dafür erforderlichen Arbeiten werden sich über zehn Jahre hinziehen. Das erste, bereits fest geplante Ausbauprogramm, wird in den nächsten fünf Jahren realisiert, so dass schon bald die ersten Gemeinden in den Genuss der erwarteten Verbesserungen kommen werden. Der größte Posten der veranschlagten Kosten in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro wird von den Gemeinden aufzubringen sein, doch wird es Zuschüsse aus verschiedenen anderen Quellen geben. In einer zweiten, ebenfalls auf fünf Jahre angelegten Ausbaustufe  sollen dann, je nach Nachfrage der Verbraucher noch einmal rund 2,8 Millionen Euro investiert werden, um rund 4736 Haushalte direkt an das Glasfasernetz anzuschließen. Daneben sollen weitere 1132 Glasfaseranschlüsse für bestehende Verteilerknoten hergestellt werden, von denen dann allerdings die Leitungen in Kupfer weitergeführt werden. Auch wenn vor dem Hintergrund dieser Planungen Anlass zur Hoffnung besteht, dass im Médoc der Zugang zum Internet endlich verbessert wird, sollten die Erwartungen jedoch nicht zu hoch angesetzt werden. Es gibt keine Garantie, dass die verplanten Gelder auch tatsächlich verfügbar sein werden.

(M. Caporal: Le haut débit sur la pointe d’ici 5 ans, in: SUDOUEST, 30. 12. 2016)

 


Klinik Lesparre

Kurz vor Ende des Jahres hat der Direktor der Clinique mutualiste in Lesparre eine alles in allem positive Bilanz für 2016 gezogen. Er stellte fest, dass die Klinik  in den letzten drei Jahren ihre Kapazität um 30% vergrößert habe. Dabei sind in drei Bereichen 37 neue Betten geschaffen worden. Aufgestockt worden ist auch die Chirurgie durch die Verpflichtung eines Spezialisten für die oberen Gliedmaßen. In der Notfallklinik wurden 2016 mehr als 18.000 Patienten versorgt, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um mehr als zwei Prozent entspricht. Weniger Anlass zur Zufriedenheit gibt nach den Auskünften des Direktors allerdings die finanzielle Bilanz, denn dort sei ein durch die Kürzung der staatlichen Zuwendungen entstandenes Loch zu beklagen, das nur mühsam aufgefüllt werden könne. Nicht erfüllt haben sich die Erwartungen für die Geburtshilfeabteilung, denn man habe statt der angestrebten 500 Geburten pro Jahr nur 300 Babys auf  die Welt geholfen. Dennoch werde die Abteilung weitergeführt, es gebe auch keine Überlegungen zur Schließung. Für das kommende Jahr ist in der Klinik in Lesparre der weitere Ausbau der Leistungen für Tagespatienten geplant. Aufgestockt werden sollen auch die Kapazitäten für ältere Patienten mit Gedächtnisproblemen, und es soll ein Dialysebereich eingerichtet werden, der allerdings wohl erst 2018 seine Dienste aufnehmen kann. Nach alledem muss man, anders als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war, keine Sorgen um den Fortbestand der Klinik in Lesparre haben,

(J. Chatet : « Il n’y a pas de risque que la maternité ferme », in: SUDOUEST, 28. 12. 2016)

 


Bedenklich

Auf einem Parkplatz bei Cestas an der Autobahn A 63, die von Bordeaux zu den Pyrenäen führt, sind zwei Männer verhaftet worden, denen eine Reihe von Diebstählen aus Autos zur Last gelegt wird. Dass die beiden Diebe dingfest gemacht werden konnten, ist in erster Linie einer Tankstellenpächterin zu verdanken, die von den Übeltätern eine so genaue Beschreibung geben konnte, dass die Polizei sie festsetzen konnte. Die beiden Männer hatten aus mehreren Autos Bargeld und Gegenstände mit Wert gestohlen. Alle Autos hatten Zentralverriegelung und waren nach Aussagen ihrer Besitzer vorschriftsgemäß verschlossen worden. An den geplünderten Autos waren aber keine Spuren von Gewaltanwendung festzustellen. Als die Polizei die beiden Missetäter festsetzte, konnten sie einen Teil des Diebesguts in deren Auto sicherstellen. Außerdem fanden sie bei einem von ihnen einen Sender bislang unbekannter Herkunft und Art, der offenbar in der Lage ist, alle Fahrzeuge mit Zentralverriegelung zu öffnen. Diese Feststellung ist für alle Autobesitzer alarmierend, denn sie bedeutet, dass ihre PKW ohne Umstände und Gewalt geöffnet werden können, wenn jemand über einen Sender der Art verfügt, wie er von den Polizisten an der A63 sichergestellt wurde. Für die derart Geschädigten ergibt sich eine neue Lage, denn sei werden Schwierigkeiten haben, von ihrer Versicherung Schadenersatz zu bekommen, da zu erwarten ist, dass man dort sagen wird, wenn es keine Spuren eines gewaltsamen Eindringens in das Auto gebe, dann sei das womöglich gar nicht ordnungsgemäß verschlossen gewesen.

(J.-M. Desplos: A 63 : ils ouvraiet des voitures avec une télécommande pour voler, in: SUDOUEST, 27. 12. 2016, 9.10h, Internet-Ausg.)



SNCF-Zukunft

Die SNCF, die französische Staatsbahn, besitzt  zwar mit ihren Hochgeschwindigkeitszügen prestigeträchtige Vorzeigeobjekte, doch in der Wahrnehmung der Mehrheit der Franzosen, die meist auf kürzeren Stecken unterwegs sind, wird das Bild der Bahn eher von vielen Unzulänglichkeiten geprägt. Spötter haben es leicht, wenn sie sich vorstellen, wie es wäre, wenn die Züge zwischen Bordeaux und Agen zu Fahrplanzeiten ankämen, wenn Züge zwischen Libourne und Bergerac nicht wie grippekranke Schnecken verkehrten und wenn die Züge zwischen Paris und Bordeaux so führen, wie es in den Fahrplänen verzeichnet ist. Nun weiß man, dass man nicht immer alles sofort haben kann, aber die SNCF hat gemerkt, dass sie etwas tun muss, um ihrem ramponierten Ruf aufzuhelfen. Das hat  dazu geführt, dass in den nächsten zehn Jahren kräftig in die Sanierung und Modernisierung des Eisenbahnbetriebs investieren werden soll. Insgesamt sollen in den nächsten 10 Jahren daher 46 Milliarden Euro ausgegeben werden, um vieles, was in den letzten Jahren vernachlässigt worden ist, wieder auf Vordermann zu bringen. Davon sollen 34 Milliarden Euro den Hauptstrecken zugute kommen und 12 Milliarden den Regionalstrecken. Der größte Teil der Mittel soll aufgewendet werden, für die dringend erforderliche Modernisierung der Bahnanlagen, daneben werden aber auch größere Posten eingeplant für die Verbesserung der Sicherheit, z. B. für Unter- oder Überführungen dort, wo immer noch niveaugleiche Bahnübergänge bestehen. Von nun an sollen jährlich rund 1000 km Stecke auf den modernsten Stand gebracht werden, in den zurückliegenden Jahren reichte es nur für 400 km pro Jahr. Fachleute verweisen darauf, dass in Frankreich die Gleisanlagen im Durchschnitt 33 Jahre alt sind gegenüber 17 in Deutschland. Auch wenn es der SNCF mittlerweile wohl klar geworden ist, dass sie große Anstrengungen unternehmen muss, warnen Pessimisten vor allzu großen Hoffnungen, denn es wird nicht leicht sein, die erforderlichen Geldmittel zu mobilisieren. Und ohne Geld bleiben die ehrgeizigsten Vorhaben Pläne.

(J.-D. Renard: Dix ans d’efforts pour des trains à l’heure, in: SUDOUEST, 24. 12. 2016)


Bordeauxweine und Cognac unter Segel?

Ein großer Teil der für den Export bestimmten Bordeauxweine wird ebenso wie der Cognac per LKW zu den Verladehäfen wie Le Havre, Marseille, Antwerpen oder Rotterdam verfrachtet. Das könnte sich bald ändern, wenn ein derzeit in Bordeaux projektiertes  neuartiges Frachtschiff Realität wird. Die Idee, die dem neuen Konzept zugrunde liegt, will die Treibstoffkosten von Frachtschiffen dadurch senken, dass man sie zusätzlich zu den weiterhin notwendigen Maschinenanlagen mit neuartigen Starrsegeln ausrüstet, die einen großen Teil der bei manchen Schiffen bis zu 150 Tonne pro Betriebstag verfeuerten Ölmengen einsparen könnten. Die Verfechter dieses Mischantriebs betonen nicht zu Unrecht, dass durch die Einsparung von Öl auch  die Menge freigesetzter Treibhausgase reduziert wird. Die für die Verwendung vorgesehenen Starrsegel sind in Wirkungsgrad und Handhabbarkeit den konventionellen Textilsegeln überlegen, zumal sie maschinell gesteuert werden können und daher keine zusätzlichen Personalkosten verursachen. Ob aus dem zur Zeit auf dem Reißbrett entwickelten neuen Schiffstyp tatsächlich ein einsatzfähiges Frachtschiff wird, hängt weitgehend davon ab, ob es gelingt, Geldgeber von den neuen Ideen zu überzeugen. Argumente dafür gibt es, aber ob sie wirken werden, weiß man noch nicht. Wenn sich die Idee durchsetzt, müsste eigentlich, da wo das möglich ist,  ein großer Teil der heutzutage auf LKW verfrachteten Güter auf den Wasserweg wechseln, und das hätte auch Auswirkungen auf Bordeauxweine und Cognacs.

(C. Copmpadre : Du vin dans les voiles des cargos, in: SUDOUEST, 23. 12. 2016)

 


Weihnachtsmarkt und Pferde

Pferde gehören nicht zwingend zu einem Weihnachsmarkt, aber wenn sie es tun, dann sind sie eine Bereicherung, die mit Wohlwollen und Interesse wahrgenommen wird. Beim diesjährigen Weihnachtsmarkt in Lesparre konnten Besucher Rundfahrten unternehmen mit einer von stattlichen Pferden gezogenen Kutsche. Pferde und Kutsche kommen aus dem Pferdezentrum von Éric de Mailly, das seinen Sitz am Eingang des Euronat-Geländes hat. Als Éric de Mailly 1990 nach Grayan kam, hatte er sicher keine Vorstellungen davon, wie sich sein Betrieb entwickeln würde. Dabei ist das Bereithalten von Reitpferden während der Saison immer noch ein Kernbereich seiner unternehmerischen Aktivitäten, aber daneben  wurden mancherlei andere Tätigkeitsfelder erschlossen, die helfen, den Betrieb über die Zeiten des Jahres zu bringen, in denen Touristen nur spärlich nach Reitpferden fragen.  Inzwischen haben die Pferde von Éric de Mailly bei rund 25 internationalen Filmen mitgewirkt, teilweise in Zusammenarbeit mit Weltstars. Daneben hat der Inhaber eine Vorliebe für das Gespannfahren, was nicht zuletzt dafür gut ist, dass die Pferde auch in der nachfrageärmeren Zeit bewegt und im Training gehalten werden. Zu diesem Zweck wird eine Reihe unterschiedlichster Kutschen eingesetzt, die der Inhaber des Pferdezentrums gesammelt hat. Der Ruf dieser Gespanne hat sich inzwischen weit verbreitet, so dass Ericde Mailly und seine Mitarbeiter viele Anfragen aus der näheren und weiteren Umgebung haben, ob sie bei Veranstaltungen wie  Weihnachtsmärkten oder bei anderen Ereignissen aktiv werden können. Dazu gehören Auftritte mit römischen Wagen, Wildwest-Postkutschen etc. Danach ist es wenig verwunderlich, dass Éric de Mailly und sein Team auch zu Mittelalter-Schauspielen eingeladen werden. In der Liste der Angebote finden sich daneben auch Anfragen von Fernsehen  und Filmen. Trotzdem muss Eric de Mailly rechnen, denn sein Betrieb verursacht ständig Kosten, die nur wenig Einsparungsmöglichkeiten bieten. Er kann nur einen einzigen festangestellten Mitarbeiter beschäftigen, die anderen Mitglieder seines Teams werden von Fall zu Fall engagiert. Um zu illustrieren, dass sein Beruf nicht zu überquellendem Reichtümern führt, sagt er, ihm gefalle der Satz, dass man, um in seinem Metier als Millionär zu enden als Milliardär gestartet sein müsse.

(A. Larrue: Les chevaux aussi font leur marché de Noël, in: SUDOUEST, 23. 12. 2016)


Wo steckt der Weihnachtsmann gerade?

In diesem Jahr hat sich der Weihnachtsmann am 24. Dezember um 11.00h franz. Zeit auf den Weg gemacht, um seinen vielfältigen Verpflichtungen nachzukommen. Um 16.10 h wurde er über Vietnam geortet. Die Angaben stammen von Norad, dem Militärkommando der USA und Kanadas, das welweit die Sicherheit des Luftraums überwacht und kontrolliert. Nach seinem Start von seinem Basislager am Nordpol hat der Weihnachtsmann schnell an Höhe und natürlich auch an Geschwindigkeit gewonnen. Sein Schlitten wird in diesem Jahr von 9 Rentieren gezogen, die ausnehmend gut in Form sind. Nach fünf Stunden hatte der Weihnachtsmann schon 1,57 Milliarden Geschenke ausgeliefert, war aber eigentlich erst am Anfang seiner Tour. Kurz nach 22.00h zeigte der Zähler, dass schon über 3 Milliarden Geschenke an ihren Zielen angekommen waren. Die oben erwähnte Norad hat eine Internetseite in acht Sprachen eingerichtet, mit der man den Weg des Weihnachtsmanns in Echtzeit verfolgen kann. Zu empfehlen, insbesondere für alle, die noch auf Geschenke warten, kurz eine der nützlichsten Internetseiten der jüngeren Vergangenheit.

(SudOuest.fr avec AFP: Insolite : suivez la tournée du Père Noël en temps réel, in: SUDOUEST, 24. 12. 2016, 19.55h, Internet-Ausg.)

 

Wer den Weg des Weihnachtsmann verfolgen will und dabei in Erfahrung bringen will, wo er gerade ist und wie viel Geschenke er schon ausgeliefert hat, der klickt auf:

http://www.noradsanta.org/

 


Gegen die Austerndiebe

In den letzten Wochen vor den Festtagen des Jahresendes haben die Austernzüchter des Bassins von Arcachon Hochbetrieb, denn in dieser Zeit finden 60% ihrer jährlichen Umsätze statt. Und dabei geht es um erhebliche Summen, die die Begehrlichkeit von Dieben weckt, die in manchen Jahren bis zu 20 Tonnen Austern ihren rechtmäßigen Eigentümern gestohlen haben. Es gibt zwar schon technische Mittel, um Austerndiebstähle zu verhindern oder zumindest die Diebe zielgerichtet ausfindig zu machen, doch sind diese Geräte noch nicht im flächendeckenden Einsatz. Fürs erste müssen die Austernbänke bewacht und kontrolliert werden, um Langfinger abzuschrecken. Die Hauptlast trägt dabei die Wasserpolizei, die zu diesem Zweck die Phérousa, ein mit drei Gendarmen besetztes Boot, in der Zeit von Oktober bis nach den Feiertagen einsetzt, das hauptsächlich die Austernbänke bewacht. Dabei werden möglichst alle Bootsbewegungen im Bereich der Austernbänke registriert, wobei auch Kontrollen an Bord der Boote durchgeführt werden, denen die Phérousa begenet. Obwohl längst nicht alle Franzosen ein positives Verhältnis zu den Ordnungshütern in Uniform haben, sehen die Austernzüchter den Nutzen, den sie von der Polizei haben und zeigen sich aufgeschlossen für deren Kontrolltätigkeit, an denen sich bei Bedarf auch ein in Mérignac stationierter Hubschrauber beteiligt. Trotz aller Überwachungsfahrten und –flüge wurden im letzten Jahr noch 5 Tonnen Austern gestohlen. Für das laufende Jahr gibt es noch keine Zahlen, aber die Polizei hofft, dass es gelingt, unter dem Vorjahreswert zu bleiben.  

(B. Dubourg: Des contrôles contre le vol, in: SUDOUEST, 22. 12. 2016)


Erhöhte Wachsamkeit

Mit direktem Bezug zu dem terroristischen Anschlag in Berlin hat der Präfekt der  Gironde sich mit einem Brief an die Bürgermeister seines Departements gewandt und sie zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Insbesondere sollen Einkaufszentren, große Geschäfte, Fußgängerzonen, Kinos, Weihnachtsmärkte und Kirchen unter verstärkten Schutz gestellt werden. Der Präfekt verweist dabei darauf, dass alle Ordnungskräfte in höchstmöglicher Intensität zum Einsatz gebracht werden. In Bordeaux ist das vorbeugende Sicherheitskonzept für den bis zum 26. Dezember stattfindenden Weihnachtsmarkt in den Allées de Tourny überprüft und überarbeitet worden, wo in den 32 Tagen des Marktgeschehens rund 300.000 Besucher erwartet werden. Dabei erklärten die Verantwortlichen, dass der Weihnachtsmarkt weiterhin geöffnet bleibe, man habe jedoch zusätzliche Kontrollen eingerichtet, von denen alle Lastwagen und PKW im Umfeld des Weihnachtsmarktes betroffen seien. Am Eingang zur Rue Sainte Cathérine, der am stärksten frequentierten Fußgängerzone in Bordeaux wird ein Polizeiwagen so postiert, dass ein eventuell von der Place de la Comédie kommendes Fahrzeug schon am Eingang abgefangen werden könnte.

(D. Lherm: Le préfet a sensibilisé les maires à la sécurité, in: SUDOUEST, 22. 12. 2016)

 

Vogelpark Le Teich

Der 100 ha große Vogelpark von Le Teich liegt zwar nicht im Médoc, sondern am südlichen Rand des Bassins von Arcachon, aber er zieht viele Besucher aus dem Médoc an, und das ist leicht zu verstehen. Dieser Parc Ornithologique liegt im naturnah belassenen Mündungsbereich des kleinen Flüsschens Leyre. Er bietet seinen Besuchern gut ausgebaute Wege und daran 22 Beobachtungsstände, von denen man die dort freilebenden Vögel und auch manches andere Getier so beobachten und natürlich auch fotografieren oder filmen kann, dass die Tiere sich nicht gestört fühlen. Neueste Bereicherung der Beobachtungsmöglichkeiten ist ein 5 m hoher Aussichtsturm, von dem aus eine Rundumsicht über das gesamte Gelände möglich ist. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Parks führen akribisch Buch über die dort vorkommenden Tierarten. Bislang haben sie 323 Arten gezählt, die allerdings teilweise nicht ganzjährig dort anzutreffen sind, da manche von ihnen auf ihren weiten Wanderungen das Gelände bei Le Teich nur als Station für mehr oder weniger kurze Zwischenstopps nutzen. Der Vogelpark ist während des ganzen Jahres mit Ausnahme des 25. Dezember, geöffnet, im Winter von 10.00h bis 18.00h.

(B. Dubourg: Le parc ornithologique, in: SUDOUEST, 19.12. 2016)

Bilder zum Vogelpark Le Teich: Klick


Austern im Médoc

Nach einer durch Umweltbelastungen bedingten Unterbrechung von rund 20 Jahren kommen die Austern zurück in das Wirtschaftsleben des nördlichen Médoc. Seit Juli 2014  gab es schon die Erlaubnis, fast ausgewachsene Muscheln für maximal drei Monate in eigens dafür angelegten Becken ausreifen zu lassen, nunmehr ist zum 1. Dezember 2016 ist die Erlaubnis auf sechs Monate ausgedehnt worden. Noch immer ist die Austernzucht im Médoc nur ein schwacher Abglanz ihrer einstigen Bedeutung, aber es gibt schon wieder sieben Betriebe, die ihren Unterhalt mehr oder weniger mit Austern bestreiten. Nach Meinung der jetzt aktiven Austernzüchter dürfte nach den neuen Genehmigungen deren Zahl weiter zunehmen. Dass die Austern relativ problemlos in das Wirtschaftsleben des Médoc zurückkehren konnten liegt nicht zuletzt daran, dass sich nach dem Verbot der Vermarktung der Médoc-Austern im Jahre 1996 Zuchtbetriebe für Gambas etabliert haben, deren Becken nunmehr zusätzlich oder ganz mit Austern besetzt werden können, ohne dass neue bauliche Maßnahmen erforderlich wären. Für längere Zeit werden die Betriebe, die Austern bis zum Verkauf ausreifen lassen, sowohl mit Gambas als auch mit Austern  ihr Geld verdienen. Für die Austern aus dem Médoc wird derzeit ein Gütezeichen entwickelt, die „Claire du Médoc“. Die Austern, die im Médoc ausreifen, haben einen geringeren Salzgehalt als die aus dem Becken von Arcachon stammenden, was ihren Eigengeschmack deutlicher hervortreten lässt.

(A. Latron: Médoc : le retour de la claire, in SUDOUEST, 19. 12. 2016)

 

 

Einweihung

Am 17. Dezember 2016 ist mit der Verlängerung der Linie C bis zum Bahnhof von Blanquefort ein weiteres Stück der Tram in Bordeaux seiner Bestimmung übergeben worden, das für viele Reisende aus dem Médoc Vorteile bietet.  An der 7,2 km langen neuen Strecke sind sechs neue Haltestellen eingerichtet worden. Der Fahrplan sieht vor, dass man vom Bahnhof Blanquefort in 25 Minuten bis zur Esplanade des Quinconces gelangen wird. Damit ist eine wechselvolle Baugeschichte mit technischen und juristischen Hemmnissen erfolgreich abgeschlossen, die Kosten von insgesamt  125 Millionen Euro verursacht hat. Die Streckerweiterung ist einspurig angelegt, hat aber mehrere Ausweich- und Begegnungsmöglichkeiten. Da zu erwarten ist, dass die neue Strecke regen Zuspruch haben wird, sollen demnächst die Parkmöglichkeiten in Bruges erweitert werden, die vornehmlich den Fahrgästen der Tram, die von der Rocade kommen, das Umsteigen erleichtern wird.

(O. Delhoumeau :Le tramway jusqu’aux portes du Médoc, in: SUDOUEST, 18. 12. 2016)


Erosion: Prognose

Die Wissenschaftler des Observatoire de la côte aquitaine haben ein neues Gutachten erstellt, das Voraussagen über die Erosion an den Küsten der Nouvelle-Aquitaine macht, wobei sie ihre Analysen allerdings auf den Küstenbereich von der Girondemündung bis zu den Pyrenäen eingegrenzt haben. Ihre Prognose kommt zu dem nicht unerwarteten Schluss, dass der seit Jahrhunderten bestehende Prozess der Erosion weitergehen und sich sogar beschleunigen wird. In dem letzten Bericht, aus dem Jahr 2011 hatten sie ein durchschnittliches Zurückweichen der Küstenlinie um 1 bis 3 m pro Jahr angenommen. Nunmehr gehen sie von Werten von jährlich durchschnittlich 2,5 m für das Departement Gironde und von 1,7 m für das Departement Landes aus. Dabei werden für etwa 59 km der insgesamt 230 km langen Sandstrände höhere Werte für möglich gehalten. Nicht vorhersagabr sind Einbrüche wie sie etwa im Winter 2013/2014 sich ereignet haben, als an mehreren Küstenabschnitten ein deutlich stärkeres Zurückweichen der Dünenkante registriert wurde. Bis 2025 rechnet man mit einem Zurückweichen der Dünen um etwa 20 m, wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass durch besonders starke Stürme verbunden mit schwerem Seegang eine noch deutlichere Abnahme der Küstenlinie erfolgen kann.

Schwer zu beziffern sind Einflüsse, die sich aus dem Ansteigen des Meeresspiegels ergeben werden. Einig sind sich die Experten aber darin, dass dieser mit dem Klimawandel einhergehende Vorgang zur Verstärkung der Erosion führen wird. Für den Zeitraum bis 2025 werden noch keine signifikanten Veränderungen wegen des Ansteigens des Meeresspiegels erwartet, für die Jahrzehnte bis 2050 erscheinen bei Zunahme des Wasserspiegels Verstärkungen der Erosion um bis zu 35 m möglich, zusätzlich zu der „normalen“ Erosion.

(J.-D. Renard : D’ici à 2050, le recul accéléré du trait de côte, in: SUDOUEST, 16. 12. 2016)


Belem

Die Dreimastbark Belem, einer der letzten Überlebenden aus der Zeit, in denen Frachtsegler die Weltmeere mit kaum zu unterbietenden Betriebskosten befuhren, hatte erstmals für den gesamten Winter 2016/2017 im Port de la Lune von Bordeaux festgemacht, nicht zuletzt, weil man die fälligen winterlichen Überholungsarbeiten im nahe gelegenen Trockendock bei den Bassins à flot ausführen lassen wollte. Daraus wird jedoch nichts, weil es technische Probleme gibt, die die Nutzung des Trockendocks unmöglich machen. Diese Schwierigkeiten haben ihre Ursache vor allem darin, dass der Autonome Hafen von Bordeaux erforderliche Reparaturen an dem betreffenden Trockendock versäumt hat, was zur Folge hat, dass das Dock nur eingeschränkt eingesetzt werden kann. Für die Arbeiten, die die Belem benötigt, bedeutete das, dass man sich nach anderen Docks umsehen musste. Die hat man in La Rochelle gefunden. Daher wird die Belem den Port de la Lune für einige Wochen verlassen und nach La Rochelle gehen, wo dann die Arbeiten ausgeführt werden, die man eigentlich in Bordeaux erledigen wollte. Das ist für den Port Autonome de Bordeaux ärgerlich, führt aber wohl dazu, dass die bislang mit wenig Nachdruck betriebenen Arbeiten zur Reparatur des Trockendocks eine höhere Priorität bekommen.

(G.R. : « Belem » : cap au nord pour ses travaux d’hiver, in: SUDOUEST, 15. 12. 2016)


Strukturwandel

Das Departement Gironde ist flächenmäßig das größte des französischen Mutterlandes. Es ist zu großen Teilen landwirtschaftlich orientiert, wobei sich in den letzten Jahren aber erhebliche Veränderungen ergeben haben. Die sind besonders deutlich bei den Bauernhöfen zu sehen, die sich auf die Milchwirtschaft verlegt haben. 1984 gab es 2.500 davon, von denen  2016 nur noch 70 übrig geblieben sind. Während früher Betriebe mit 20 Milchkühen eine Familie auskömmlich ernähren konnten, sind die Betriebsgrößen inzwischen auf ein Mehrfaches angewachsen. Allerdings ist mit der Vergrößerung der Viehbestände keine Zunahme der Einkünfte einhergegangen. Im Gegenteil, heutzutage müssen die Milchbauern Milch für 30 Cent pro Liter verkaufen, während ihre Erzeugungskosten um die 35 Cent pro Liter ausmachen. Im Sommer 2016 waren die Ankaufspreise auf 26 Cent pro Liter abgestürzt. Um in diesem Kontext mithalten zu können, müssten die Bauern ihre Kosten senken, etwa durch die Anschaffung von Melkrobotern, die die Kühe nahezu vollautomatisch melken. Das hat aber seinen Preis in der Größenordnung von 100.000 Euro pro Anlage, was gegenwärtig kaum zu finanzieren ist. So wird das Sterben der Milchwirtschaftsbetriebe erstmal weitergehen.

(G. Blaise: Les derniers éleveurs laitiers, in: SUDOUEST, 12. 12. 2016)

 


Bio-Ernährung in der Vorgeschichte

Die Grotte von Lascaux mit ihren opulenten Malereien von Bisons, Auerochsen, Hirschen oder Bären hat eine Zeitlang Anlass zu der Vermutung gegeben, die Menschen der Zeit der Höhlenmalereien hätten vorzugsweise die Tiere dargestellt, die sie am liebsten auf ihren Speisezetteln gesehen hätten. Das trifft jedoch nicht oder nur zu einem kleinen Teil zu, denn die Archäologen, die die Wohnplätze der Cro-Magnon-Menschen erforscht haben, haben festgestellt, dass diese hauptsächlich Rentiere verzehrt haben und daneben allerhand Beerenfrüchte. Auf dem Speiszettel standen ebenfalls Fische, vornehmlich Lachse und Forellen, weiterhin Wurzeln, Nüsse und Kastanien, Honig und Eier.

Mit den Rentieren hatten sie Jagdbeute, die relativ leicht zu erlegen und wegen ihrer Größe nicht allzu gefährlich war, und die zudem Geweihe, Sehnen  und Knochen hergaben, die man geschickt und erfindungsreich weiter verarbeiten konnte. Damit erhielten sie eine abwechslungsreiche und gesunde Nahrung. Die Skelette, die aus dieser Zeit stammen, zeigen, dass die Menschen der Frühzeit nicht unter Mangelerkrankungen litten, keine Karies hatten, nichts von Krebserkrankungen wussten, weder von Diabetes noch von Übergewicht oder Bluthochdruck geplagt wurden. Die Gerichte, die die Vorzeitmenschen zu sich nahmen, die uns die Höhlenmalereien von Lascaux hinterlassen haben, waren einfach, aber sie zeigen die Anfänge von Zubereitungen, die mit viel Großzügigkeit als die Vorläufer der späteren Küche genommen werden können. Als Neuerung kam in dieser Zeit der Brauch auf, Nahrungsmittel zu erhitzen, also zu braten oder zu kochen, um sie damit schmackhafter und bekömmlicher zu machen.

Dennoch wurde die steinzeitlichen Menschen im Durchschnitt nur 30 Jahre alt, was vor allem an einer sehr hohen Säuglings- und Kindersterblichkeit lag, aber auch dadurch zu erklären ist, dass viele Erkrankungen einen tödlichen Verlauf nehmen konnten, die man heute erfolgreich behandeln kann.

(A. Vergnolle : Cro-Magnon mangeait surtout du renne et quelques baies, in : SUDOUEST, Dossier spécial, 1. 12. 2016. Abendausg. Internet)


Gurp TT

Es dauert zwar fast noch einen Monat, bevor die nächste Veranstaltung Gurp TT gestartet wird, aber die Vorbereitungen für dieses Ereignis laufen bereits auf Hochtouren. Die Arbeiten haben schon Ende November/Anfang Dezember begonnen, wobei die Herrichtung der Piste den größten Teil der aufzuwendenden Zeit und Energie beansprucht. Damit sind an den Wochenenden rund ein Dutzend Freiwillige beschäftigt, die nichts dagegen hätten, wenn sie weitere Unterstützung bekämen. An den Pisten mit einer Gesamtlänge von 30 km müssen 800 Strohballen verteilt werden, damit die Fahrer eine möglichst großen Schutz gegen Verletzungen bekommen. Weiterhin müssen zur Aufnahme und Befestigung der Absperrbänder und Zäune rund 8000 Pfähle gesetzt werden. Dann müssen Schikanen eingebaut werde, die die Geschwindigkeit der Rennfahrer, die teilweise bis auf Tempo 180 beschleunigen können, absenken sollen. Unter den freiwilligen Helfern sind nicht wenige, die selbst schon als Fahrer an einem oder mehreren Rennen in Le Gurp teilgenommen haben, und sie schwärmen in den höchsten Tönen von der anspruchsvollen Strecke, die die Fahrer zu absolvieren haben. Als besondere Attraktivität des Kurses heben sie hervor, dass sie neben den Strandabschnitten verschiedene Arten von Waldwegen nutzt, was den Verlauf des Parcours abwechslungsreicher gestaltet als dies bei anderen Veranstaltungen der Fall ist. Als Besonderheit wird es in diesem Jahr ein Rennen geben, das speziell für Motorräder ausgeschrieben ist, die vor 1989 gebaut worden sind. Auch wenn noch viel zu tun ist, steht für alle Beteiligten fest, dass beim Start der 15. Auflage von Gurp TT wieder alles bestens vorbereitet sein wird.

(L. Michelotti : Dernière ligne droite pour la Gurp TT, in: SUDOUEST, 13. 12. 2016)


Direktflug Bordeaux – Hamburg

Der Billigflieger EasyJet wird, wie sein Generaldirektor ankündigte, vom Frühjahr 2017 an eine Direktflugverbindung von Bordeaux-Mérignac nach Hamburg anbieten. Die neue Relation gehört zu einem Paket von 16 neuen Linien, die EasyJet 2017 in Frankreich einrichten will. Die Verbindung nach Hamburg soll zunächst für die Sommersaison 2017 bestehen, ob sie danach weitergeführt wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

(SudOuest.fr. Bordeux: Aéroport de Bordeaux : EasyJet va créer une liaison vers Hambourg, in: SUDOUEST, 13. 12. 2016, 11.59h, Interne-Ausag.

 

 

Verwirrspiel

Mal hieß es, die Radwege beiderseits des Pont d’Aquitaine bei Bordeaux seien komplett gesperrt, mal verlautete, das gelte nur für eine Seite, kurzum, es gab wenig Klarheit in dieser Frage. Die ist jetzt aber hergestellt worden, weil der rührige Verein Vélo-Cité, der die Interessen der radfahrenden Bevölkerung in Bordeaux vertritt, die Stadtverwaltung auf bestehende Ungereimtheiten hingewiesen hat. Danach steht nunmehr fest, dass jeweils einer der Radwege am Pont d’Aquitaine bis zum 3. Februar, 17.00h abwechselnd für den Verkehr gesperrt ist. Erläuterungen gab es auch zum Grund der Sperrung, die nicht wegen Anstricharbeiten, sondern wegen der Beseitigung von Asbestproblemen mit anschließender Erneuerung des Anstrichs erforderlich werden.

(Bordeaux : le pont d’Aquitaine est en fait accessible aux cyclistes. in: SUDOUEST, 12. 12. 2016, Interent-Ausg.)

 

Die achte Brücke

Bis 1822 musste, wer die Garonne in Bordeaux überqueren wollte, ein Schiffchen oder Boot besteigen, denn es gab bis dahin keine Brücke, die die beiden Ufer verbunden hätte. Erst 1822 wurde der Pont de pierre, damals mautpflichtig, dem Verkehr übergeben. Dann wurde  der Ruf nach einer zweiten Überquerung laut und gegen Ende des 19. Jahrhunderts schließlich beschlossen, eine Schwebefähre zu bauen, die jedoch nie fertiggestellt wurde. So lebte man in Bordeaux lange Jahre weiterhin mit dem Pont de pierre als einziger Straßenbrücke, bis nach dem zweiten Weltkrieg neue Brückenbaupläne aufkamen. Als deren Ergebnis wurde 1965 der Pont Saint-Jean und bald darauf der Pont d’Aquitaine eröffnet. Mittlerweile gibt es im Bereich des Gemeindeverbandes Bordeaux sechs Straßenbrücken über die Garonne. Die letzte in dieser Reihe war der im März 2013 eröffnete Pont Chaban-Delmas. Schon bald wird eine achte Brücke hinzukommen, sofern es beim geplanten Baubeginn im Jahr 2017 bleibt. Dies neue Brücke wird die Ortsteile Bordeaux, Bègles und Floirac miteinander verbinden und den Namen Jean-Jacques Bosc tragen, eines Politikers und Geschäftsmannes der von 1757 bis 1840 lebte. Zur Zeit werden die letzten Formalitäten erfüllt, um der neuen Brücke zu attestieren, dass ihr Bau von öffentlichem Interesse ist und danach kann der Präfekt des Departements Gironde die Baugenehmigung erteilen, die, sobald sie vorliegt, die Baumaschinen in Bewegung setzen wird. Der Entwurf der neuen Brücke stammt vom niederländischen Architekten Rem Koolhaas und dessen französischem Partner Clément Blanchet. Die Baukosten werden sich auf 120 Millionen Euro belaufen. Die Brücke soll Ende 2020 dem Verkehr übergeben werden.

(UM, 13. 12. 2016 / D. Lherm: Où en est le pont J.-J.-Bosc, in : SUDOUEST, 12. 12. 2016)

Mehr zur Schwebefähre: Klick


Lascaux 4

Es geschieht nicht oft, dass in den Nachrichtensendungen in Deutschland der Südwesten Frankreichs vorkommt, doch am 10. Dezember 2016 passierte es mal wieder. Anlass war die Eröffnung von Lascaux 4 durch den französischen Staatspräsidenten François Hollande. Dabei meint Lascaux ohne Zahlenszusatz die 1940 von vier Jungen zufällig entdeckte Originalhöhle, die gern die Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte bezeichnet wird. Bei der Datierung der zahlreichen prähistorischen Malereien schwanken die Ansetzungen der Entstehungszeit immer noch, wobei ein Alter von mindestens 17.000 Jahren, vielleicht aber auch von rund 38.000 Jahren möglich scheint. Die Originalhöhle wurde rund zwanzig Jahre nach ihrer Entdeckung für das Publikum gesperrt, weil die empfindlichen Malereien Schaden zu nehmen begannen durch die Besucherströme. Nach langer Planung und Bauzeit wurde 1983 eine recht zuverlässige Nachbildung der attraktivsten Teile der Originalhöhle für den Besucherverkehr freigegeben. Seither strömen jährlich rund 250.000 Besucher in dieses einzigartige Faksimile. Wähenddessen reiften Pläne für eine Teilreproduktion der Höhlenbilder auf transportfähigen Kunsttoffuntergründen, die 2012 zuerst in Bordaux der Öffentlichkeit vorgestellt und danach auf Weltreise geschickt wurden. Ein neuer Höhepunkt wurde im Dezember 2016 erreicht, als eine mit modernster Technik erstellte 1:1-Nachbildung der Originalhöhle eingeweiht wurde, die, so wird angenommen, jährlich bis zu 400.000 Besucher in das kleine Örtchen Montignac locken soll. Lascaux 4 wird an allen Tagen der Woche geöffnet sein von 10.00h bis 19.00h sein. Während der Sommersaison werden die Öffnungszeiten ausgedehnt (9.00 h bis 22.00h). 

                                                                                 (UM, 12. 12. 2016)

Mehr zu Lascaux:

http://www.lascaux.culture.fr/?lng=de#/fr/00.xml

http://www.lascaux.culture.fr/#/fr/02_00.xml

Hier geht es zur einzigen Höhle mit prähistorischer Kunst im Médoc: Klick



Unfälle auf dem Pont d’Aquitaine

Am 10. 12. 2016 haben sich auf dem Pont d’Aquitaine um 14.30h zwei Unfälle ereignet, beide in der Fahrtrichtung Paris – Bordeaux. An dem ersten Unfall waren ein PKW und ein Motorradfahrer beteiligt, beim zweiten kollidierten zwei PKW. Der Motorradfahrer wurde am Bein verletzt und deswegen ins Krankenhaus gebracht, bei dem zweiten Unfall gab es zwei Leichtverletzte. Obwohl es hinsichtlich der Verletzten relativ glimpflich abging, wurde der Pont d’Aquitaine für zwei Stunden gesperrt, was den Nord-Süd-Verkehr vor große Probleme stellte. Da sich die Unfälle in der Zeit ereigneten, als viele Benutzer des Pont d’Aquitaine auf dem Weg in das Fussballstadion waren, um ein Spiel der Girondins von Bordeaux gegen Monaco zu sehen, wurde der Anpfiff des Spiels auf 17.30h verschoben.

(J.P. Tamisier: Accidents sur le Pont d’Aquitaine : trois blessés légers, in : SUDOUEST, 10. 12. 2016, 17.33h, Interent-Ausg.)

 


Straßenzustand

Vor einem Monat ging eine von dem Verein 40 millions d’automobilistes in Umlauf gesetzte Meldung durch die Medien, nach der die Straßen Frankreichs in einem beklagenswerten Zustand seien und dabei dem Departement Gironde attestiert wurde, dass es dort besonders schlimm stehe. Obwohl nicht bestritten wird, dass einzelne Straßen der Gironde nicht als Vorzeigeobjekte dienen können, verwahrten sich die Verantwortlichen des Departements jedoch gegen allzu pauschale Vorwürfe. Sie verwiesen darauf, dass das Departement jährlich 50 Millionen Euro für Straßen ausgibt, von denen 35 Millionen Euro für die Instandhaltung aufgewendet werden. Erfahrungsgemäß werden Straßen nach Ablauf von sieben oder acht Jahren überholungsbedürftig und noch deutlicher nach zehn Jahren. Die meisten Straßen des Departements, bei denen ein schlechter Zustand festgestellt wurde, fallen in die Zuständigkeit von Gemeinden und Gemeindeverbänden, in deren Kassen es allerdings alles andere als gut aussieht und wo es nicht selten geschieht, dass als dringlicher eingestufte Arbeiten ausgeführt werden, bevor man sch um den Straßenbau kümmert. Von den Straßen des Departements werden 6.500 km vom Conseil Departemental unterhalten, 2960 km fallen in die Zuständigkeit des Gemeindverbandes Bordeaux, während die übrigen 11.000 km von den Gemeinden oder den Gemeindeverbänden zu unterhalten sind. Das gilt ebenso für alle Feld- und Waldwege. Ein kleiner Teil des Straßennetzes im Departement, nämlich alles das, was als Autobahn eingestuft ist, wird vom Staat oder von überregional engagierten Betreibergesellschaften instand gehalten..

(B. Béziat: Des routes moins bienentretenues, in: SUDOUEST, 09. 12. 2016)

 


Premiere

Reisende, die am zweiten Dezembersonntag den um 9.28h von Paris-Montparnasse in Richtung Bordeaux abfahrenden TGV besteigen werden, haben ein Erlebnis der besonderen Art, denn sie sind die ersten, die sich einen Eindruck von den neuen Triebzügen machen können, die demnächst zwischen Paris und Bordeaux auf der bald  eröffneten neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke verkehren werden. Noch benötigt der TGV etwa mehr als drei Stunden, um die Strecke zurückzulegen, aber vom 2. Juli 2017 an wird es in zwei Stunden und ein paar Minuten abgehen. Die neuen Züge verfügen über speziell konstruierte Sitze, die einerseits komfortabler, anderseits aber platzsparender als die Vorgängermodelle sind. Die Züge bieten in zwei Ebenen 556 Reisenden Sitzplätze, 158 in der ersten und 398 in der zweiten Klasse. An allen Plätzen ist drahtloser Zugang zum Internet möglich. Zunächst werden zwei der neuen Triebzüge eingesetzt, um den Reisenden Gelegenheit zu geben, sich an die neuen Fahrzeuge zu gewöhnen, aber schon in wenigen Monaten werden die meisten der täglich vorgesehenen 33,5 Fahrten zwischen Bordeaux und Paris mit diesen Modellen durchgeführt werden.

(B. Lasserre: L’Océane : la nouvelle vague des TGV, in : SUDOUEST, 08. 12. 2016)


Weihnachtsmarkt bei Unimédoc in Gaillan

Am zweiten Dezemberwochenende wird in den Räumlichkeiten der Coopérative Unimédoc in Gaillan ein Weihnachtsmarkt mit einer besonderen Ausrichtung stattfinden. In diesem Jahr werden 30 Anbieter vertreten sein, acht mehr als im Vorjahr. An einem Stand wird es Safran aus Médoc-Produktion zu kaufen geben, an  anderen Konfitüren, Süßigkeiten, besondere Salze, alles aus Médoc-Produktion. Daneben werden Bücher, Kosmetikartikel, Schmuck, Holzplastiken und mancherlei anderes angeboten, was nicht auf jedem Weihnachtsmarkt zu finden ist. Natürlich wird es auch Weinangebote geben, was  in einer Örtlichkeit wie der in Gaillan wenig überraschen dürfte. Als besondere Attraktion wird an den beiden Tagen des Weihnachtsmarktes die höchst sehenswerte Son-et-lumière-Präsentation des Weinkellers der Coopérative angeboten, was sich niemand, der das noch nicht gesehen hat, entgehen lassen sollte.

(G. Rigal : Les vignerons préparent le marché de Noël, in : SUDOUEST, 06. 12. 2016)

Eine Vorschau auf die Son-et-lumière-Präsentation: Klick

 


Video-Überwachung

In Lacanau ist schon 2009 ein System von Video-Überwachungskameras installiert worden, das sich nach Aussagen des Bürgermeisters so bewährt hat, dass jetzt eine Erweiterung beschlossen wurde. Die bislang etwa 30 Kameras stehen im Zentrum und in den angrenzenden Straßen, doch wurde beschlossen, den überwachten Bereich auszudehnen. Die Kameras sind nach Aussagen der Stadtverwaltung besonders dann nützlich, wenn zu den rund 5.000 ständigen Bewohnern von Lacanau im Sommer rund 50.000 Saisongäste hinzukommen, unter denen sich mitunter Personen befinden, die sich nicht immer friedlich benehmen. Die Aufnahmen der Video-Kameras laufen in einem Überwachungszentrum zusammen, von dem aus bei Bedarf, Polizisten in Marsch gesetzt werden, wenn deren Eingreifen angebracht ist. Auch in Carcans, das mit 3.000 Einwohner wesentlich kleiner ist als Lacanau hat man im Sommer 2016 derartiges Videosystem aufgebaut, wobei hier in erster Linie erreicht werden soll, dass die Zahl der Einbrüche und die immer wieder zu beobachtenden Akte des Wandalismus an öffentlichen Einrichtungen zurückgedrängt werden sollen. Obwohl die Kameras erst seit wenigen Monaten installiert sind, zieht die Verwaltung ein zufriedenstellende Bilanz angesichts der deutlichen Abnahme der Zahl der Delikte zu deren Abwendung die Videoüberwachung aufgebaut wurde. Und nach diesen Erfahrungen ist wohl damit zu rechnen, dass immer Mehr gemeinden im Médoc Video-Überwachungssysteme installieren oder ausbauen werden.

(J. Lestage: Des caméras « indispensables », in: SUDOUEST, 03. 12. 2016)



Diebstahlbremse

Austernzüchter haben es schwer. Nicht nur, dass ihre Arbeit körperlich sehr anstrengend ist und dass sie dauernd unter der Drohung stehen, dass ihre Austern, falls sie die vorgeschriebenen Tests nicht bestehen, nicht in den Verkauf gebracht werden dürfen, sie müssen auch hinnehmen, dass ihnen bisweilen große Mengen verkaufsreifer Austern gestohlen werden, und das besonders in der Zeit vor Festtagen. Bislang hat man sich mit allerlei Überwachungsversuchen gegen die Austerndiebe zu schützen versucht, mit mäßigem Erfolg. Das könnte sich ändern, denn es gibt seit kruzer Zeit ein Mittel, das die Chancen so verteilt, dass die Austernzüchter das bessere Ende für sich haben dürften. Dass das so ist, verdanken sie zwei Ingenieuren, die eine Erfindung gemacht haben, auf die man schon früher hätte kommen können. Sie haben ein kleines Gerät entwickelt, das in einer austernähnlichen Plastikschale untergebracht und mitten in die echten Austern gelegt wird. Sobald die Austern nun von ihrem angestammten Platz wegbewegt werden, fängt die falsche Auster an, ihren jeweiligen Standort zu senden und dann ist es nur noch eine Formsache, die auf Abwege gebrachten Austern zu lokalisieren und der Personen habhaft zu werden, die sich mit den gestohlenen Austern Einnahmen verschaffen wollten, die ihnen nicht zustehen. Damit das neue System funktioniert, muss ein Netz von Empfangsantennen aufgebaut werden, damit die Signale der Diebstahlsmelder aufgefangen werden können. Das verursacht natürlich Kosten, die aber, wenn es gelingt, den Austerndieben damit das Handwerk zu legen, gut angelegt sind.

(S. Cottin: Face aux voleurs, ce piège se referme comme une huître, in: SUDOUEST, 03. 12. 2016)


Dicker Fang

Der Polizei ist in diesen Tagen im Südwesten Frankreichs ein wirkungsvoller Schlag gegen den Rauschgifthandel gelungen. In Bayonne wurde eine Tonne Kokain sichergestellt, zusammen mit 600.000 Euro Bargeld. Und in Bayonne, bei Saintes und in Bordeaux konnten zehn Personen verhaftet werden, die am Rauschgifthandel verdienten. Die beschlagnahmte Kokainmenge hätte auf dem Rausgiftmarkt einen Wert von rund 100 Millionen Euro gehabt, der sich nun allerdings in Luft auflösen wird. Das aus Kolumbien eingeflogene Kokain war für den europäischen Markt bestimmt

Die zehn bei der Polizeiaktion verhafteten Spanier Franzosen, Niederländer und Kolumbianer brauchen sich für die nächsten Jahre keine Gedanken über ihre Aufenthaltsorte zu machen. Sie wurden unmittelbar nach ihrer Verhaftung einem Untersuchungsrichter vorgeführt, der sich um ihre weitere Verwahrung kümmern wird.

(P. Penin: Une tonne de cocaïne et 600 000 euros saisis à Bayonne, in : SUDOUEST, 02. 12. 2016)

 


Drohnenplage

Nicht alles, was der technische Fortschritt hervorbringt, ist segensreich und vorteilhaft für die Menschen. Das gilt auch für die Drohnen, insofern als darunter fliegende Gerätschaften verstanden werden, die sich inzwischen fast jedermann zulegen kann, der daran Spaß hat. Der Spaß hört jedoch dort auf, wo die Sicherheit oder die Privatsphäre anderer gefährdet wird, was allerdings von den Besitzern von Drohnen oft nicht so gesehen wird, wie es eigentlich geschehen müsste. In Frankreich werden bereits gezielte Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen praktiziert, die sich nicht an bestehende Flugverbote halten.  Die bestehen z. B. über Kernkraftwerken, aber auch über militärischen Sperrgebieten und an manchen anderen Stellen. Auf Betreiben des Secrétariat général de la défense et de la sécurité nationale (SGDSN) sind Maßnahmen entwickelt worden, mit denen außerhalb der Legalität betriebene Drohnen aufgespürt und notfalls auch ausgeschaltet werden können. Neben technisch hochentwickelten Abwehrmaßnahmen unternimmt die französische Luftwaffe zur Zeit Versuche, speziell ausgebildete Adler bei der Bekämpfung von Drohnen einzusetzen. Die bisher erreichten Ergebnisse sind so, dass das dafür aufgelegte Programm weitergeführt wird.

In Frankreich gibt es zur Zeit rund 400.000 Drohnen, von denen 4.000 professionell eingesetzt werden. Der Bestand an Drohnen nimmt jährlich um rund 100.000 zu, und damit auch die Gefahr, dass von diesen Fluggeräten Bedrohungen und Gefährdungen ausgehen können. Dabei ist es fraglich, ob es angesichts des nahezu explosionsartige zunehmenden Bestandes an Drohnen gelingt, diese alle unter Kontrolle zu halten.

(P. Tillinac: Le ciel se couvre pour les drones, in: SUDOUEST, 01. 12. 2016)

 


Ortsumgehung Le Taillan

Schon seit dreißig Jahren ist die längst überfällige Ortsumgehung um Le Taillan in der Diskussion, aber es gibt immer noch keine halbwegs solide Basis, von der aus man einschätzen könnte, wann diese zur Entlastung des Ortskerns notwendige Straße gebaut werden wird. Zur Zeit ruhen alle Arbeiten, obwohl die Vorbereitungen für den Baubeginn schon getroffen waren, weil ein besonderer Schmetterling sein einziges kleines Verbreitungsgebiet im Médoc ausgerechnet dort hat, wo die neue Straße gebaut werden sollte. Falls man an der derzeitigen Steckenführung festhalten sollte, müsste ein aufwändiger und zeitraubender Begutachtungsmarathon absolviert werden, der wahrscheinlich bis zu fünf Jahren in Anspruch nehmen könnte, wobei dann immer noch nicht sicher ist, ob danach wirklich gebaut werden kann. Vor diesem Hintergrund hat die Bürgermeisterin von Le Taillan signalisiert, dass man nach einer neuen Streckenführung für die Umgehung suchen sollte. Allein auf diese Andeutung hin hat es aber schon Anzeichen von Widerstand von den Gemeinden gegeben, die von einer Neuplanung betroffen wären. Damit ist der mögliche Baubeginn in weite Ferne gerückt, was naturgemäß in Le Taillan mit Ärger und Verbitterung aufgenommen wird.

(J.-M. Leblanc: Déviation du Taillan : encore cinq ans, in : SUDOUEST, 01. 12. 2016)

 


Absage

Der amtierende Präsident François Hollande hat am Abend des 1. Dezember für Klarheit gesorgt und erklärt, dass er sich nicht um eine zweite Amtszeit bemühen wird. Diese Ankündigung, die nach seinen katastrophalen Umfragewerten erwartet worden war, macht jetzt den Weg frei für die Bewerber, die in Frankreich auf der linken Seite des politischen Spektrums ihre Kandidaturen für die Vorwahlen anmelden wollen bzw. dies bereits getan haben. Es ist damit zu rechnen, dass die Liste der  Kandidaten der Linken in den nächsten Tagen durch weitere Namen verlängert wird, wobei es eine Überraschung wäre, wenn dabei der amtierende Premierminister Manuel Valls nicht auftauchen würde.

(UM, 02. 12. 2016)

 


Hoffnungsschimmer

Nach einer Serie von Negativ-Nachrichten für die Eigentümer des Appartementhauses Le Signal in Soulac hat es am 30. November 2016 einen ersten Hoffnungsschimmer gegeben, weil der französische Staatsrat als höchste Verwaltungsgerichtsinstanz des Landes vorhergehende Entscheidungen unterer Verwaltungsgerichtsinstanzen aufgehoben hat, nach denen den Eigentümern keine Entschädigung zu marktüblichen Bedingungen gewährt werden könnten. Die Entscheidung des Staatsrates legt den Behörden auf, zu beweisen, warum die Eigentümer des Signal kein Anrecht auf eine angemessene Entschädigung hätten, und das, so scheint es, wird kaum möglich sein. Die Inhaber der Wohnungen im Signal sind zwar vorsichtig nach den vielen Enttäuschungen, die sie schon verkraften mussten, aber sie registrieren mit Befriedigung, dass erstmals eine Entscheidung zu ihren Gunsten getroffen worden ist. Man wartet jetzt auf die Stellungnahme der Behörden, mit der möglicherweise schon ein Angebot für die Entschädigung verbunden sein könnte, das erheblich über die bisher zugestanden rund 20.000 Euro pro Wohnung hinausgehen könnte.

(ALP : Un espoir pour les copropriétaires du Signal, in : SUDOUEST, 01. 12. 2016)

 


Aktualisierungsbedarf

In Frankreich ist der Vorwahlkampf der Konservativen abgeschlossen und François Fillon mit beeindruckender Deutlichkeit zum Kandidaten bestimmt worden. Angesichts des schon deutlichen Ausgangs der ersten Runde ist es verständlich, dass die Medien ihr besonderes Augenmerk auf Fr. Fillon gerichtet haben. Und dabei haben sie festgestellt, dass er, wahrscheinlich wohl eher seine Helfer, in einer Wahlbroschüre eine Europakarte verwendet haben, die schon länger außer Kurs ist, denn die gezeigte stellt Deutschland zweigeteilt so dar, wie es auf den Landkarten vor der Wiedervereinung zu sehen war.

Kann passieren. Wenn man schon mal dabei ist, Dinge zu recherchieren, die offenbar keiner mehr so ganz genau weiß, würde man sich aber wünschen, dass dann dabei nicht neue Korrekturbedürfnisse entstünden. Die sind aber passiert, weil man im SUDOUEST (Publié le 23/11/2016 . Mis à jour à 15h54 par SudOuest.fr avec AFP) entschlossen verkündete, die Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten sei am 10. November 1990 geschehen, ein Jahr nach dem Fall der Mauer in Berlin am 9. November 1989. Tatsächlich ereignete sich die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Kann, wie zu sehen, passieren, sollte aber eigentlich nicht.

(UM, 01. 12. 2016)

 

November 2016

Baustelle

Die Arbeiten an der neuen Tram-Linie D, die ab 2019 von Eysines aus in das Zentrum von Bordeaux führen wird, gehen voran. Mittlerweile ist die Baustelle in Le Bouscat und Eysines angekommen. Für den Autoverkehr in bedien Ortsteilen hat das Folgen, die nicht unbedingt von allen geschätzt werden. Um die erforderlichen Arbeiten überhaupt durchführen zu können, werden Einbahnstraßen und Umleitungen eingerichtet, wobei allen Verkehrsteilnehmern, die die Möglichkeit dazu haben, anzuraten ist, den Baustellenbereich großräumig zu umfahren. Die neue Strecke wird eine Länge von 9,8 km haben. 15 Haltestellen werden eingerichtet und, was für die aus dem Médoc Aneisenden besonders wichtig und attraktiv sein dürfte, es werden zwei geräumige Parkplätze eingerichte, von den aus zu den bekannt günstigen Bedingungen per Tram in das Zentrum von Bordeaux fahren kann. Der Parkplatz in Eysines – Cantinolle wird für 500 Fahrzeuge eingerichtet.

(Chr. Morice : Les autos devront s’adapter, in: SUDOUEST, 28. 11. 2016)

 


Windkraft in der Nouvelle-Aquitaine

Es gab schon eine Reihe von Versuchen, Windkraftanlagen im Südwesten Frankreichs zu errichten, doch hatten sie alle dasselbe Schicksal: sie wurden in unterschiedlichen Stadien der Planung wegen der dagegen mobilisierten Widerstände aufgegeben. Vielleicht gibt es in Kürze ein Erfolgserlebnis für die Befürworter einer Energiewende in Frankreich,  nachdem die Umweltministerin Segolène Royal grünes Licht gegeben hat für die Ausschreibung der Arbeiten für einen Windpark vor der Île d’Oléron. Dabei sollen zwischen 60 und 80 Windkraftanlagen weit draußen im Atlantik errichtet werden, so dass sie von den Stränden der Küste nicht oder nur ganz schwach wahrgenommen würden. Da  auch dieses Projekt Gegner hat, ist derzeit kaum vorhersagbar, ob daraus wirklich etwas wird. Falls das Genehmigungsverfahren glatt durchläuft, könnte frühestens im Jahr 2022 von den neuen Windkraftanlagen vor der Île d’Oléron Strom produziert werden. Wahrscheinlicher ist aber, dass die vorhersehbaren Einsprüche es gar nicht so weit kommen lassen, und dann der Südwesten Frankreichs vorerst frei bleibt von Windkraftanlagen

(Le feu vert au projet d’éoliennes en mer, in : SUDOUEST, 24. 11. 2016)


Der nächste Präsident heißt entweder Fillon oder?

Nachdem am 27. November 2016 die Stimmzettel in der Mehrheit der Wahllokale ausgezählt sind, steht fest, dass François Fillon von den Konservativen und von den Zentristen als Kandidat in die Wahl zum nächsten Präsidenten der Französischen Republik geschickt wird. Rund 70% der abgegebenen Stimmen entfielen auf Fillon, der unterlegene Alain Juppé konnte seinen Stimmenanteil aus der ersten Runde der Vorwahlen nur geringfügig steigern. Er zog schon um 21.03h am Wahltag die Konsequenzen und gratulierte dem Sieger. Um 22.01h tauschten Fillon und Juppé vor Presse und Kameras einen Händedruck, bei dem Fillon dem Unterlegenen seine Hochachtung aussprach und die Zuversicht ausdrückte, dass er auf die Unterstützung durch Juppé für 2017 rechne.

Mit der Entscheidung für Fillon stehen mit ihm und der Frontfrau des rechtsaußen positionierten Front National, Marine Le Pen, zwei der Kandidaten für das Präsidentenamt fest, die Chance haben, in die zweite und entscheidende Runde der Wahlen im nächsten Frühjahr einzuziehen. Währenddessen herrscht auf der linken Seite des politischen Spektrums noch ziemliche Unklarheit, wer es von dort in den kleine Kreis der Kandidaten mit ernsthaften Siegesaussichten schaffen wird.

(Sudouest.fr.: Direct. Primaire à droite : Juppé, la débâcle, in : SUDOUEST, 27.11.2016, 21.42h, Internet-Ausg.)


Kartoffeln

Kartoffeln rangieren für gewöhnlich auf der Skala gefährlicher Stoffe ganz weit unten, in Regionen, wo es um Übergewicht und ähnliches geht. Seit den Erlebnissen, die eine betagte Dame in Biarritz kürzlich machte, muss man die Dinge aber wohl überdenken. Besagte Dame öffnete ein Netz mit Kartoffeln, das ihr Sohn mitgebracht hatte. Bei der Kontrolle der Kartoffeln fand sie eine, die viel schwerer war als die anderen, was in ihr den Verdacht aufkommen ließ, der Gemüsehändler, bei dem die Kartoffeln erstanden worden waren, habe getrickst ein und Stück schweres Alteisen in das Netz geschmuggelt. Als die Kartoffeln gewaschen waren, zeigte es sich, dass das ungewöhnliche Objekt seine Ähnlichkeit mit einer Kartoffel verlor, dabei aber immer mehr aussah wie eine Handgranate. Der hinzugerufene Sohn bestätigte den Verdacht, und man trug den dubiosen Metallgegenstand in den Garten, wo er in einer sicheren Ecke deponiert wurde. Die dann alarmierte Polizei schickte Experten vorbei, die schnell feststellten, dass es sich tatsächlich um eine Handgranate der Art handelte, die im ersten Weltkrieg von britischen Truppen eingesetzt worden waren. Weitere Nachforschungen ergaben dann, dass die Kartoffellieferung aus Nordfrankreich stammte und zwar aus einer Gegend, in der einst schwere Kämpfe stattgefunden hatten. Die Feuerwerker transportierten das gefährliche Fundstück ab und sprengten es mit gehörigen Vorsichtsmaßnahmen, wobei sich zeigte, dass die Handgranate immer noch explosiv und gefährlich war. Als die Nachricht von dem Ereignis durch die Medien lief, meldete sich ein weiterer Kartoffelkäufer, der vor kurzer Zeit ein ähnliches Erlebnis gehabt hatte. Was beweist, dass das von Kartoffeln ausgehende Gefährdungspotential doch größer ist als bisher angenommen.

(O. Darrioumerle: De simples patates peuvent cacher des surprises explosives, in: SUDOUEST, 12. 11. 2016


Sommersaison 2016

Trotz schwieriger Umfeldbedingungen hat die Region Nouvelle-Aquitaine in der Sommersaison 2016 Ergebnisse erzielt, die um 0,9% über denjenigen von 2015 liegen. Dies ist um so bemerkenswerter als die Zahlen für Gesamtfrankreich einen Rückgang um 2,5% verzeichnen, wobei die Regionen Île de France, Bretagne, Normandie und Provence-Alpes-Côte-d’Azur, vornehmlich wegen des Ausbleibes vieler Ausländer,  besonders starke Einbußen melden.

Von Mai bis September 2016 wurden in der Nouvelle-Aquitaine 40,2 Millionen Übernachtungen gezählt, von den 9,2 Millionen auf die Charente-maritme, 8,5 Millionen auf die Gironde und 8,2 Millionen auf die Landes entfielen. 60% dieser Übernachtungen fanden auf Campingplätzen statt, während die verbleibenden 40% sich auf Hotels und andere Übernachtungsangebote verteilten. Dabei fiel auf, dass die binnenländischen Departements stärkere Zuwachsraten hatten als die an den Küsten gelegenen, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass im Vorjahr an der Küste eine ungewöhnlich starke Zunahme der Übernachtungszahlen um 5,5% gemeldet worden war.

(Saison estivale : mieux que l’année dernière, in: SUDOUEST, 24. 11. 2016)

 


Dreimaster Belem

Die Belem, einziger überlebender französischer Dreimaster aus der Zeit, als ein großer Teil der Frachten zu See mit Segelschiffen transportiert wurde, ist ein Stammgast im Port de la Lune von Bordeaux. Derzeit liegt sie dort und wird ihren Liegeplatz erst nach den Wintermonaten räumen. Während ihres Aufenthaltes in Bordeaux sollte die Belem routinemäßig überholt werden, um ihre Betriebssicherheit für die Zukunft zu erhalten. Dazu wäre es notwendig, den Segler in einem Trockendock einer eingehenden Inspektion des Rumpfes zu unterziehen. Das wäre prinzipiell in Bordeaux möglich, da dort ein von den Abmessungen her geeignetes Trockendock existiert. Das hat allerdings technische Probleme, die im wesentlichen darin bestehen, dass das Tor des Docks undicht ist. Obwohl man das seit einigen Monaten weiß, ebenso wie, dass die Belem ins Dock muss, hat die Verwaltung des Autonomen Hafens von Bordeaux, der das Dock gehört, einige Monate lang nichts unternommen. Erst jetzt werden die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet, damit der Aufenthalt im Trockendock der Belem ordnungsgemäß durchgeführt werden kann. Nach dem Dreimaster warten drei andere Schiffe darauf, eingedockt zu werden, so dass sich daraus die Hoffnung ergibt, dass das dafür benutzte Trockendock regelmäßig eingesetzt werden kann.

(G. Richard: Port : tout pour le « Belem », in: SUDOUEST, 17. 11. 2016)

 


Eisbahn in Bordeaux

In diesem Jahr wird der Bericht über die winterliche Eislaufbahn in Bordeaux, die in den letzten elf Jahren auf der Place Pey Berland nahe bei der Kathedrale Saint André aufgebaut wurde, sehr kurz ausfallen. Einfach deswegen, weil es in diesem Winter weder dort noch an anderer Stelle in Bordeaux eine Freilufteisbahn geben wird. Die Stadtverwaltung, die in den zurückliegenden Jahren diese von den Schlittschuhliebhabern gut angenommene Attraktion finanziert hat, begründet ihren Entschluss damit, dass in den Zeiten schmaler öffentlicher Kassen die jährliche Ausgaben von 100.000 Euro für die Eisbahn nicht gut zu rechtfertigen seien. Zudem habe eine nicht überdachte Eisbahn einen Energiebedarf, der vier bis fünfmal höher sei als eine überdachte Bahn, was aus Umweltgesichtspunkten ebenfalls schlecht zu vertreten sei. An der Stelle, an der in den letzten Jahren die Eisbahn aufgebaut wurde, wird in diesem Jahr ein Weihnachtsmarkt errichtet, der nach Einschätzung der Verwaltung weder von der Kosten- noch von der Umweltseite kritisiert werden könne.

(D. Lherm: Chère et pas écolo : Bordeaux renonce à sa patinoire de Noël, in: SUDOUEST, 16. 11. 2016, 15.01h, Interent-Ausg.)


Deutsch-Unterricht auf dem Rückzug

Trotz der vorherigen Beteuerungen der amtierenden Schulministerin Najat Vallaud-Belkacem haben die von ihr angestoßenen Reformen in den französischen Schulen allerhand negative Auswirkungen, die auch zu Lasten des Fremdsprachenlernens gehen. Besonders betroffen ist der Deutschunterricht, der von immer weniger Schülerinnen und Schülern belegt wird. Ein wichtiger Faktor dabei ist der weitgehende Wegfall der zweisprachigen Klassen, die ihre Fächer teils in Französisch, teils in Deutsch absolvierten. Die dadurch bedingte Abnahme der Zahl der Deutschlernenden trifft auf einen Trend, der bereits in den letzten Jahren zu beobachten war. Zwischen 1998 und 2005 war der Anteil der Schüler in Frankreich, die Deutsch lernten, von einst 25% auf 15% gefallen, doch hatten dann die zweisprachigen Klassen für eine gewisse Stabilisierung, wenn auch auf reduziertem Niveau gesorgt. Nachdem nun ein großer Teil der zweisprachigen Klassen entfallen ist, sieht es für das Deutsche an französischen Schulen recht düster aus. Derzeit wird in nur in 3.800 französischen Schulen von insgesamt 52.000 Deutschunterricht angeboten, eine Zahl, die keiner weiteren Kommentare bedarf.

(Ph. Gustin/ St. Martens: L’allemand délaissé, in: SUDOUEST, 16. 11. 2016)

 


Rocade Bordeaux

Ein  neuer Abschnitt der Erweiterung der Rocade um Bordeaux herum steht kurz vor der Fertigstellung. Zwischen den Anschlussstellen 10 (Mérignac centre) und 12 (Saint-Jeand’Illac) sind die Arbeiten, mit denen eine dritte Fahrspur eingerichtet werden sollte, weitgehend beendet. Die Bauarbeiten, die seit dem Juli 2015 immer wieder für Staus und Verkehrsverlangsamungen gesorgt haben, sind nunmehr abgeschlossen, doch werden kurz vor der Freigabe für den Verkehr noch einige Beeinträchtigungen zu ertragen sein, die sich aus der Umstellung auf die neuen Gegebenheiten erklären. Nach Abschluss der jetzt kurz vor der Beendigung stehenden Maßnahmen ist die Erweiterung der Rocade auf durchgehend 2 x 3 Spuren noch nicht abgeschlossen. Es bleibt der Bereich zwischen den Anschlussstelen 10 und 4, rund 10 km also, deren Erweiterung noch nicht erfolgt ist.  Die hier erforderlichen Arbeiten sollen bis 2022 durchgeführt werden, wenn es gelingt, das dafür erforderliche Geld bereitzustellen, was zur Zeit aber noch nicht als gesichert gelten kann.

(D. Lherm: Rocade : fin du chantier, in : SUDOUEST ;19. 11. 2016

 


Erste Runde der Vorwahl der Konservativen und der Zentristen

Nach Auszählung von rund 90% der Wahllokale ergibt sich ein überraschendes, aber klares Bild. Deutlich an der Spitze findet sich der ehemalige Premierminister François Fillon, für den sich 44% der Stimmen ausgesprochen haben. Auf dem zweiten Platz folgt mit einem unerwarteten Rückstand Alain Juppé, für den sich 28% der Abstimmenden erklärt haben. Auf dem dritten Platz findet sich der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy, der damit aus dem Rennen ist. Für die Viertplatzierte Nathalie Kosciusko-Morizet haben 2,6% der Vorwähler gestimmt.

Mittlerweile hat Nicolas Sarkozy seine Niederlage eingestanden und dabei erklärt, dass er sich aus der Politik zurückziehen wird. Wie zu erwarten, wird es am kommenden Sonntag einen zweiten Wahlgang geben, bei dem nur noch die Namen von François Fillon und Alain Juppé auf den Stimmzetteln stehen werden. Nach den jüngsten Erfahrungen sollten man vorsichtig sein mit Voraussagen und Prognosen, aber es wäre schon überraschend, wenn am Abend des kommen Sonntags der Sieger nicht François Fillon heißen sollte.

Die noch nicht ausgezählten weniger als 10% der Wahllokale werden die bisher vorliegenden Ergebnisse für die Kandidaten nicht grundlegend verändern. Und damit sieht es so aus, als ob Alain Juppé seine Amtszeit als Bürgermeister von Bordeaux bis zum Ende seines Mandats ausfüllen wird, auch wenn noch vor wenigen Monaten geglaubt wurde, dies sei nicht zu erwarten.

(Le Figaro. fr. :Primaire à droite : Sarkozy votera Fillon, Juppé continue le combat , 20. 11. 2016, 23.14h, Internet-Ausg.)

 


Vorwahlen

Die Vorläufe zu den im nächsten Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen beschäftigen die französische Öffentlichkeit schon seit geraumer Zeit. Nun steht am Sonntag, dem 20. November 2016, die erste Runde der Vorwahlen der konservativen und zentristischen Bewerber an, denen in den nächsten Wochen eine ähnliche Veranstaltung für die links orientierten Kandidaten folgen wird. Von den sieben Kandidaten, die sich bei Konservativen und Zentristen zur Vorwahl stellen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keiner im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 50% und einer Stimme erhalten. Daher werden die zwei Bestplatzierten der ersten Runde in eine Stichwahl gehen, die eine Woche später abgehalten wird. Dabei ist dann der Bestplatzierte als Kandidat für die Präsidentschaftswahl nominiert. Nach den letzten Meinungsumfragen ist die lange Zeit fast schon feststehende Führungsrolle von Alain Juppé, Bürgermeister von Bordeaux ins Wanken geraten. Nach den jüngsten Zahlen führt der ehemalige Premierminister François Fillon hauchdünn vor Alain Juppé und dem ehemaligen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

(UM, 20. 11. 2016)

 


Umweltzonen in Frankreich

Anfang Juli 2016 wurde in Frankreich die Umwelt- oder Feinstaub-Plakette Crit'Air  eingeführt. Damit sollen die atmosphärischen Verschmutzungen, vor allem Stickoxide und Feinstaub in der Luft, in den Ballungsräumen reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird Fahrzeugen, in Abhängigkeit von ihrer Umweltbelastung, ganz oder zeitweise der Zugang zu bestimmten Stadtbereichen verwehrt. Diese Umweltzonen, die man von vielen deutschen Städten schon kennt, umfassen hauptsächlich Städte bzw. Ballungsgebiete mit erhöhten Feinstaubwerten. Die Fahrzeuge werden nach ihren Emissionswerten in Kategorien eingeteilt und erhalten eine entsprechende Feinstaubplakette.

Zunächst gilt diese Regelung für den inneren Bereich von Paris und für den Ballungsraum Grenoble. Fahrzeuge mit ausländischen Zulassungen werden bis zum 1. April 2017 von der neuen Regelung nicht betroffen. Für mögliche Kontrollen müssen aber die Fahrzeugpapiere bereitgehalten werden. Nach und nach sollen in rund 50 Städten, darunter auch Bordeaux, Umweltzonen ausgewiesen werden, doch gibt es noch keinen bindenden Zeitplan dafür. Noch nicht endgültig geklärt ist, wie mit Fahrzeugen, die mit ausländischen Plaketten ausgestattet sind, verfahren werden soll.

Die Zuordnung der Fahrzeuge zu den verschiedenen Schadstoffklassen ist komplizierter als in Deutschland. Ob hier noch Änderungen vorgenommen werden, ist momentan noch nicht zusagen.

Wohnmobile unter 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht werden zur Zeit als PKW eingestuft. Wohnmobile mit 3,5 t oder höherem zulässigen Gesamtgewicht werden als LKW behandelt.

Mehr dazu: http://de.france.fr/de/info/umweltzonen-frankreich


Père Noël wieder in Aktion

Wie es sich für eine Persönlichkeit seines Ranges ziemt, hat der Weihnachtsammn ein Sekretariat, das für ihn arbeitet. Das hat seinen Sitz seit altersher in Libourne, Departement Gironde, ist aber nicht das ganze Jahr über besetzt. In diesen Tagen wird es jedoch für rund einen Monat zum Leben erweckt und wird dann  alle Briefe und Mails, die an den Weihnachtsmann adressiert sind, beantworten, zumindest die, deren Absenderangaben lesbar und korrekt sind. Dieser Service wird schon lange von der französischen Post gratis zur Verfügung gestellt, um, wie es heißt, kein Kind enttäuscht zurückzulassen, das sich an den Weihnachtsmann gewendet hat. Insgesamt rechnet man mit über einer Million Briefe, die zu beantworten sein werden und dazu kommen noch eine Menge Mails, von denen erwartet wird, dass ihre Zahl bald die der handgeschriebenen Briefe übertreffen wird. Da, wie man weiß,  der Weihnachtsmann keiner bekannten Nationalität angehört, beantwortet er alle Zuschriften, auch die aus weit entfernten Weltgegenden, da ja überall Kinder leben, die nicht enttäuscht werden sollen. Im letzten Jahr zählte man ausländische Absender aus rund 140 Ländern, die rund 35.000 Briefe und Mails schickten. Die meisten davon kamen aus Russland und Asien. Für diejenigen unserer Leser, die noch an den Weihnachtsmann glauben, hier die Adresse: Père Noël, Frankreich.

(J.-Ch. Galiacy: Les lettres au petit Papa Noël, in: SUDOUEST, 16. 11. 2016)

Mehr zum Weihnachtsmann in Frankreich: Klick



Produktfälschungen im Schredder

Der Zoll in Frankreich hat ebenso wie in den anderen EU-Ländern einen Teil seiner früheren Aufgaben verloren, aber dafür hat er andere bekommen, die es früher nicht oder nur selten gab. Dazu gehört zum Beispiel der Kampf gegen Produktfälschungen, der immer umfangreicher wird. Allein im Bereich des Zollamtes Bègles bei Bordeaux sind seit dem 1. Januar 2016 35.000 gefälschte Markenprodukte aufgespürt und beschlagnahmt worden, die in die EU eingeschleust werden sollten. Nach  Produktgruppen geordnet, sind 68% der Plagiate Textilien, 10% sind Uhren, 8,5% Telefone und 4% Spielsachen. Über 80% der beschlagnahmten Produktfälschungen stammen aus Asien, insbesondere aus China, das in diesem Bereich weltweit führend ist. Ein Teil der beschlagnahmten Waren ist an Flugplätzen sichergestellt worden, doch nimmt der Anteil der Produkte, die über Vertriebswege im Internet geordert worden sind, laufend zu. Die Zollverwaltungen warnen alle Käufer vor unbedachten Anschaffungen von gefälschten Produkten, die, wenn sie vom Zoll aufgespürt werden, ohne Ausnahme beschlagnahmt werden. Da der Zoll derlei Objekte nicht unbegrenzt lagern kann, werden sie mit einem leistungsfähigen Schredder zu kleinformatigem Sondermüll verarbeitet, was dieser Tage mal wieder in Bègles passierte.

(J.-M. Desplos: Contrefaçons à la broyeuse, in: SUDOUEST, 16. 11. 2016)

 


Gare Saint-Jean

Der Bahnhof Saint-Jean, der zur Zeit einer großangelegten Sanierung und Renovierung unterzogen wird, um ihn auf den Beginn der neuen Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Bordeaux und Paris vorzubereiten, wird pünktlich fertig sein. Das war eine Zeitlang nicht sicher, weil durch unerwartet aufgetretene Bleibelastungen der Luft in der Bahnhofshalle Verzögerungen in den Arbeiten eingetreten waren. Der erste Hochgeschwindigkeitszug aus Paris, der über die neugebaute Strecke zwischen Tours und Bordeaux  geleitet wird, wird wie geplant am 2. Juli 2017 in Bordeaux einlaufen. Und dann wird die renovierte Bahnhofshalle ohne Gerüste und Spuren der vorangegangenen Arbeiten zur Verfügung stehen. Ebenso fertiggestellt wird die neue Halle an der Garonne vor der alten sein, die acht Geschäfte und 850 Parkplätze bereitstellen wird. Als einzige nicht mehr zu kompensierende Folge der Verzögerungen durch die Bleibelastungen wird sich die Fertigstellung der Baumaßnahmen, die Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit den Zugang zum Bahnhof erleichtern sollen, verzögern. Die zu diesem Zweck unternommenen Arbeiten werden erst im Sommer 2018 vollständig abgeschlossen sein.

(G. Guitto: La gare arrivera à l’heure… ou presque. In: SUDOUEST, 15. Nov. 2016)

 

Sie nehmen überhand

Nicht nur im Departement Gironde hat sich eine ganze Reihe von einst nicht zur regionalen Fauna gehörenden Tieren angesiedelt. Dazu gehören Nutria, Bisamratten und Waschbären an den ersten Stellen. Während Nutria und Bisamratten vor allem dadurch unangenehm auffallen, dass sie Deiche und Böschungen unterwühlen und zum Einsturz bringen, sind die Waschbären auffällig, weil vor ihnen nichts, was fressbar ist, sicher ist. Besonders unangenehm dabei ist, dass sie mehr und mehr in die Nähe der Menschen drängen und dort vor allem Mülltonnen heimsuchen, um daraus Dinge zu holen, die ihnen schmecken, wobei meist der Inhalt der Behältnisse in einem weiten Umkreis verstreut wird. Die Bestände der unerwünschten Eindringlinge hatten über mehrere Jahre abgenommen, aber seit 2015 sind sie wieder vermehrungsfreudig auf dem Vormarsch. Da sie als Schädlinge eingestuft sind, werden sie intensiv bejagt, was meist mit Fallen geschieht. Die dabei erzielten Erfolge sind recht unterschiedlich in Bezug auf die gefangenen Tierarten. Während die Ergebnisse bei der Bekämpfung von Nutria und Bisamratten erkennen lassen, dass die vorhandenen Beständen reduziert werden können, gelingt das bei den Waschbären kaum, von denen im letzten Jahr lediglich 40 gefangen worden sind. Hier ist also noch einiges zu tun, um die vorsichtigen, listigen und allesfressenden kleinen Räuber in den Griff zu bekommen.

(JFR: Gironde : ragondins, rats musqués et ratons laveurs recommencent à proliférer, in SUDOUEST, 14. 11. 2016, 8.41h, Internet-Ausg.)


Ampelradaranlagen

Wer in Bordeaux mit einem Kraftfahrzeug unterwegs ist, ist gut beraten, daran zu denken, dass er an vielen Stellen in die Fänge eines Radargeräts geraten kann. Diese Apparaturen wachen nicht nur über die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit, sonder auch darüber, dass niemand bei Rot über eine Ampel fährt. Mittlerweile sind an 14 Ampelkreuzungen derartige Geräte aufgestellt worden, die 2015 insgesamt 35.109 mal ausgelöst wurden. In diesem Jahr wird diese Zahl möglicherweise nicht ganz erreicht, aber bis zum 15. September blitzte es schon 21.789 mal. Dabei sind die Geräte recht unterschiedlich hinsichtlich ihrer Aktivierungen. An der Spitze steht für dieses Jahr mit bisher 4071 Auslösungen ein Gerät auf dem Boulevard Président Wilson. Auf den Plätzen folgt ein Gerät an der Kreuzung Cours de la marne und Rue Peyronnet, das es auf 3639 Blitze bringt. Am wenigsten aktiv war am Ende der Skala ein Radar an der Rue El Alamein, das sich nur 110 mal entschloss, einen Verstoß zu registrieren.

(St. Dubourg: Radars de feux : lequel voit le plus rouge ? in: SUDOUEST, 12. 11. 2016)

 


Windkraft im Médoc

Trotz mehrerer Anläufe in den letzten Jahren steht bis heute keine einzige moderne Windkraftanlage im Médoc. Um zu beleuchten, warum das so ist, bräuchte man einen längeren Bericht, der aber wohl auch nicht alles erklären würde. Diese erstaunliche Zurückhaltung oder gar Abneigung gegen Windkraftanlagen hat im Médoc aber nicht immer bestanden, denn gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte man ein wesentlich entspannteres Verhältnis zur Ausnutzung der Kräfte des Windes. Davon zeugt noch heute eine 1883 errichte Anlage in der Gemeinde Saint-Germain d’Esteuil, die allerdings von der Technik und vom Aussehen her erst auf den zweiten Blick als Verwandte der heutigen Windräder wahrgenommen wird. Die Anlage in Saint-Germain wurde in der Nähe von Le Mans gebaut. Sie war für ihre Zeit ein überaus modernes Gerät, für dessen Bau Gusseisen und Bronze verwendet wurden, was ihre Langelebigkeit erklären hilft. Heutzutage existieren von den einst gebauten über 350 Exemplaren noch rund 80, davon vier im Département Gironde. Die Anlage bei Saint-Germain diente einst dazu, Wasser zu pumpen, was sie brav, zuverlässig und unspektakulär über viele Jahrzehnte getan hat. Jetzt ist das Gerät allerdings in die Jahre gekommen und hat dringenden Sanierungsbedarf. Da damit Kosten verbunden sind, deren Höhe beträchtlich sein dürfte, ist allerdings nicht sicher, ob die Sanierung durchgeführt werden wird. Wenn nicht, wäre das schade, denn dann ginge ein technisches Denkmal verloren, von dem nur noch vier Exemplare im Departement Gironde existieren

(A. Larrue : L’éolienne de Bollée peut-elle être sauvée ? in: SUDOUEST, 12. 11. 2016)


Nachwuchssorgen

Es gibt einige tausend Weinbaubetriebe im Bordelais, kleine und große, berühmte und weniger bekannte. Allen ist gemeinsam, dass sie Besitzer haben, die älter werden und die irgendwann anfangen müssen, darüber nachzudenken, wer nach ihnen die Betriebe weiterführt. Zur Zeit ist im Bordelais in etwa 1600 Châteaux unklar, von wem und wie sie weitergeführt werden sollen. Diese Fragen stellen sich vor allem in den weniger renommierten Betrieben, deren wirtschaftliche Lage häufig alles andere als rosig ist. Die Unterschiede in der Ertragskraft der Châteaux lassen sich an den möglichen Verkaufspreisen der Anbauflächen ablesen, deren Preise von 20.000 Euro bis über 2 Millionen Euro reichen. Besonders am unteren Ende der Skala ist es oft schwer, Nachfolger zu finden, die bereit sind die schwere Arbeit auf sich zu nehmen bei Erwartungen eher  bescheidener Gewinne. Bei der Entscheidung,  ein Château zu übernehmen müssen auch die dabei anfallenden Gebühren bedacht werden, die die Startbedingungen zusätzlich belasten. Vor diesem Hintergrund besteht häufiger die Tendenz, die Anbauflächen eines Château zu verkaufen oder zu verpachten, dabei aber die Wohngebäude beizubehalten. Alles in allem wird das Bordelais seinen Rang als Weinbauregion in Frankreich behalten, aber durch die anstehenden Nachfolgeregelungen kann es gut sein, dass sich die Anbauflächen verringern, die bereits in den letzten zehn Jahren von 120.000 ha auf 114.000 ha zurückgegangen sind. Wahrscheinlich wird sich auch der Trend fortsetzen, dass immer mehr Châteaux in den Besitz von Gesellschaften übergehen.

(B. Béziat : Vignerons cherchent successeurs, in : SUDOUEST, 11. 11. 2016)

 


Uneinig

Nach den im  März 2016 beschlossenen Zusammenlegungen von Gemeindeverbänden im Médoc, die weniger als 15.000 Einwohner haben, soll mit Wirkung vom 1. Januar 2017 der alte Gemeindeverband Coeur du Médoc (bisheriger Verwaltungssitz Lesparre) mit dem Gemeindeverband Centre du Médoc (Verwaltungssitz Pauillac) eine neue und größere Einheit bilden. Ebenso wie das Datum steht aber fest, dass die kommende Zusammenfügung bei den Beteiligten eine sehr geringe Gegenliebe findet. Das wird sichtbar bei der Frage, welchen Namen der neue Gemeindeverband tragen soll. Die Repräsentanten des bisherigen Coeur du Médoc schlagen  als Namen vor «Médoc Coeur de Presqu’île» während die Vertreter des alten Centre Médoc für «Terres de Médoc» plädieren. Uneinig ist man sich auch über den Sitz der künftigen obersten Verwaltungsbehörde des neuen Gemeindeverbandes, wo mit Lesparre und Pauillac zwei Städte konkurrieren, die bislang zentraler Sitz für ihre alten Gemeindeverbände waren. Eigentlich hatte man sich schon auf Lesparre geeinigt, weil dort kürzlich renovierte Räumlichkeiten genutzt werden können, doch ist der Konsens wohl weniger solide als man gehofft hatte. Jetzt wird als möglicher Kompromiss vorgeschlagen, den Verwaltungssitz in Lesparre anzusiedeln, während der Hauptsitz nominell in Pauillac sein soll. Bei allen Differenzen sollte es möglich sein, hier zu Einigungen zu kommen, auch wenn man sich momentan auf beiden Seiten noch stur stellt.

(J. Lestage: De la friture sur la ligne avant même le mariage, in: SUDOUEST, 10. 11. 2016)


Containerhafen Le Verdon

Die Containerverladung in Le Verdon steht seit mehr als drei Jahren still, doch sah es vor ein paar Monaten so aus, als ob die Aktivitäten bald wieder aufgenommen werden könnten. Der Schein trog jedoch, denn die Abmachungen zwischen dem Autonomen Hafen von Bordeaux, dem Eigentümer der Anlagen in Le Verdon, und einem neuen Betreiber haben zwar zur Aufstellung funktionsfähiger Portalkräne als Ersatz für die schrottreifen alten geführt, doch gelang es danach nicht, den Verladebetrieb wieder aufzunehmen. Der neue Betreiber zog sich schließlich verärgert zurück. Auf Betreiben der lokalen Politik wurde schließlich aber ein Vertrag abgeschlossen, der einen Hafenbetrieb für achtzehn Monate ermöglichen sollte. Gegen den Vertrag, der dies in Gang setzen sollte, wurde jedoch vor dem Verwaltungsgericht in Bordeaux eine einstweilige Verfügung beantragt, der stattgegeben wurde. Der Richter stützte seine Entscheidung auf die Tatsache, dass dem Abschluss des Vertrages keine öffentliche Ausschreibung vorausgegangen war. Die Wiederaufnahme der Verladung ist damit einmal mehr in weite Ferne gerückt und das nördliche Médoc erneut um die Hoffnung gebracht worden, dass in absehbarer Zukunft neue Arbeitsplätze in Le Verdon entstehen können.

(G. R. : Terminal du Verdon : le contrat entre le port et SMPA annulé, in : SUDOUEST, 09. 11. 2016)


Crémant de Bordeaux

Die Feiertage Ende Dezember sind zwar noch ein Stück entfernt, aber sie werfen ihre Schatten mancherorts schon deutlich voraus. Und wie schon in der Vergangenheit wird auch die Nachfrage nach Champagner und verwandten Getränken ansteigen. Dazu gehört nicht zuletzt der Crémant, von dem viele sagen, er könne es durchaus mit dem Champagner aufnehmen, wobei jedoch zuzugeben ist, dass über Geschmack nicht seriös gestritten werden kann. Während der Champagner aus einem genau definierten Anbaubereich, der Champagne nämlich, stammt, ist die Herstellung von Crémants nicht an eine bestimmte Gegend gebunden. So gibt es inzwischen Crémants aus dem Elsass, dem Limousin, von der Loire und aus Burgund, und seit 1990 auch aus dem Bordelais. Dabei ist genau definiert, wann ein Getränk als Crémant vermarktet werden darf: die Ernte der Trauben muss per Hand erfolgen, eine zweite Fermentierung muss in Flaschen stattfinden und der Crémant muss ein Jahr gereift sein, bevor er auf den Markt gebracht werden darf. Die Crémants werden günstiger als die Champagner angeboten, aber sie stehen, was bei dem aufwändigen Herstellungsvorgang verständlich ist, auch nicht am unteren Ende der Preisskala. Angesichts der guten Aufnahme bei den Käufern legt die Produktion von Crémants im Bordelais zu. In Peujard, nördlich von Bordeaux an der RN 10 gelegen, ist mit einem Aufwand von 2 Millionen Euro eine neues Produktionszentrum für Crémants entstanden, dessen Produktion sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht hat auf nunmehr 6 Millionen Flaschen pro Jahr. Der Crémant wird auch als Rosé angeboten, allerdings umfasst der Anteil nur rund 20%. Eindeutig hat sich die Geschmacksorientierung entwickelt hin zum brut, während die zuckerhaltigeren Varianten auf dem Rückzug sind.

(C. Compadre: Le crémant bordelais gagne ses galons, in: SUDOUEST, 8. 11. 2016)


Internet im Coeur du Médoc

Dass das Internet heutzutage eine kaum noch zu ersetzende Rolle bei der Verbreitung von Informationen und Nachrichten spielt, wird kaum noch ernsthaft bestritten. Trotzdem verwundert es, dass von den elf Gemeinden des Coeur du Médoc längst nicht alle eine eigenständige Internet-Präsenz haben. Bei einer Bestandsaufnahme stellte sich heraus, dass die Gemeinden Gaillan-en-Médoc, Prignac-en-Médoc, Ordonnac, Couquèques, Bégadan und Saint-Christoly-Médoc nicht mit einer von der Gemeindeverwaltung erstellten Homepage in Netz zu finden sind. Wenn im Internet nach diesen Gemeinden mit einer Suchmaschine geforscht wird, kommen allerdings dennoch Ergebnisse, die jedoch nicht auf die Gemeinde selbst, sondern auf dort ansässige Firmen verweisen. Anders sieht es bei den Kommunen Lesparre-Médoc, Saint-Germain-d’Esteuil, Blaignan, Civrac-en-Médoc und Saint-Yzans-de-Médoc aus, denn die haben Homepages, die von ihren Verwaltungen gestaltet und aktualisiert werden, wobei Saint-Ysanz allerdings Bearbeitungen recht wenig zeitnah vornimmt. Vorbildlich ist jedoch die Homepage von Lesparre, die den Besuchern ein großes Angebot an Informationen bietet, einschließlich der Möglichkeit, viele Gänge zur Mairie einzusparen, weil zahlreiche Formulare etc. heruntergeladen werden können.

(G. Charrier: Sites Internet : onze communes au banc d’essai, in: SUDOUEST, 07. 11. 2016)

Links zu Gemeinden der nördlichen Médoc-Hälfte: Klick


Ein gutes Jahr

Die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am Leuchtturm von Cordouan werden immer noch aus staatlichen Mitteln beglichen, während die Verwaltung und vor allem die Gestaltung des Besucherverkehrs vom Smiddest (Syndicat mixte pour le développement durable de l’estuaire de la Gironde) besorgt wird. Die neue Leiterin des Smiddest, Pascale Got, zog anlässlich einer Tagung des Leitungsgremiums eine zufriedene Bilanz für die zurückliegende Saison. Sie berichtete, dass im Lauf dieses Jahres 22.387 Besucher auf dem Leuchtturm gezählt worden nach 19.918 im Vorjahr. Die Zunahme des Besucherverkehrs erklärt sich hauptsächlich dadurch, dass die höchstzulässige Zahl von Besuchern, die gleichzeitig auf dem Leuchtturm sein dürfen, von früher 30 auf 49 Personen angehoben worden ist. Dabei wurde die Begleitung und Information der Besucher verbessert durch eine Reihe von einzelnen Maßnahmen, zu denen nicht zuletzt eine Neubearbeitung der kleinen Broschüre über den Leuchtturm beigetragen hat. Noch nicht zum Ziel geführt haben die Bestrebungen, den Leuchtturm von Cordouan zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären zu lassen, doch werden die in diese Richtung  gehenden Aktivitäten weiterhin verfolgt.

(M..Caporal: La belle saison du phare de Cordouan, in: SUDOUEST, 05. 11. 2016)

 


Weihnachtsmarkt in Lesparre 

Der diesjährige Weihnachtsmarkt in Lesparre wird vom 17. bis 24. Dezember in der Rue Jean-Jacques Rousseau stattfinden. Dafür wird die Straße in dieser Zeit für den Autoverkehr gesperrt.  Der Zugang mit Fahrzeugen wird nur möglich sein, über Straßen, die die Rue J.-J. Rousseau kreuzen. Insgesamt werden 19 Verkaufsstände errichtet, die von zahlreichen Imbissbuden flankiert sein werden, die übrigens bereits alle einen Betreiber gefunden haben. Im Umfeld des Weihnachtsmarktes werden eine Kartingbahn, eine Hüpfburg und ein kleiner Kirmesplatz eingerichtet. An allen Tagen werden verschiedene Werkstätten angeboten, die hauptsächlich auf Kinder zugeschnitten sind. Am Mittwoch wird der Markt bis 22.00h geöffnet sein Der traditionelle Wochenmarkt auf der Place Gambetta dienstags und samstags morgen wird beibehalten. Am letzten Freitag des Weihnachtsmarktes ist ein Konzert auf der Place Foch geplant.

(A. L. : Le marché occupera toute la rue, in: SUDOUEST, 05. 11. 2016)

 


Zukunftsmusik mit Glasfasern

Der französische Staat hat einen Plan aufgestellt, der vorsieht, dass bis 2022 rund 20 Milliarden Euro ausgegeben werden, um das Glasfibernetz in Frankreich auszubauen. Dahinter steht der immer massiver werdende Druck der Wirtschaft,  in der inzwischen Standortentscheidungen zu einem erheblichen Teil von der Schnelligkeit der Internetanbindungen abhängig gemacht werden. Auch von den privaten Anwendern geht Druck aus, denn viele jüngere Familien weichen vor den hohen Immobilienpreisen in den Ballungsräumen in die Peripherie aus, wo sie dafür sorgen, dass die Kupferleitungen der alten Internetversorgung mehr und mehr überlastet werden. Die technische Überlegenheit der Glasfaserleitungen wird von niemandem in Zweifel gezogen, dennoch setzt sie sich, der Kosten wegen, viel langsamer durch als viele es gern hätten. Aus Kostengründen lassen es die Netzbetreiber eher gemächlich angehen, wenn es um die Ausweitung des Glasfasernetze geht. Immerhin sollen bis 2020 die Ballungsräume, wo in 3600 Gemeinden 57% der französischen Bevölkerung leben, an das Hochleistungsnetz angeschlossen sein. Die Kosten dafür in Höhe von 7 Milliarden Euro werden die Internetanbieter aufbringen. Schlechter sieht es aber für die ländlichen Gebiete aus, in denen die Kosten von den Gemeinden bzw. Gemeindverbänden aufgebracht werden müssen. Während die Aufrüstung auf die Glasfasertechnologie in Ballungsräumen rund 500 Euro pro Anschluss kostet, betragen in ländlichen Regionen die Aufwendungen bis zu 3700 Euro pro Anschluss. Und bei diesen Zahlen braucht es wenig Phantasie, um vorauszusehen, dass die ländlichen Regionen noch länger darauf warten müssen, flächendeckend in den Genuss wirklicher Hochgeschwindigkeitszugänge ins Internet zu kommen. Und leider wird dies auch für weite Teile des Médoc zutreffen.

(N. César  : Internet : les campagnes en manque de fibre, in: SUDOUEST, 02. 11. 2016)


Kontrollierter Brand

Bis in die 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden im Médoc in großen Teilen der Feuchtgebiete Schafe und Rinder geweidet, die den Landstrichen, in denen sie unterwegs waren, ihr Gepräge gaben. Dazu gehörte, dass diese Bereiche verhältnismäßig  frei von Büschen und Bäumen blieben, weil junge Triebe zu den Leckerbissen gehören, die beim Abweiden verschwanden. Seit diese extensive Form der landwirtschaftlichen Nutzung weitgehend aufgegeben wurde, haben große Teile der einst baum- und strauchfreien Zonen ihr Aussehen gründlich verändert. Damit einher ging das Verschwinden vieler Pflanzen und Tiere, die mit den neuen Lebensbedingungen nicht mehr zurecht kamen. An diesen Befund knüpft das von Behören und Umweltverbänden getragene Projekt Natura 2000 an, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die einst offenen Feuchtgebiete wieder in den Zustand zu versetzen, in dem sie früher waren. Um dahin zu gelangen, kann man nicht mehr auf die einst aktiven vierbeinigen wiederkäuenden Landschaftspfleger zurückgreifen, sondern muss neue Methoden entwickeln. Dabei stehen vor allem zwei Verfahren zur Verfügung, die ihre Vor- und Nachteile haben. Zum einen kann man die zu bearbeitenden Flächen mit leistungsfähigen Schreddern kurz halten oder man kann den unerwünschten Busch- und Baumbestand gezielt abbrennen. Das geschah kürzlich bei Hourtin, wo auf einer 9ha großen Fläche nach umfangeichen Vorbereitungen und bei dafür günstigen Witterungsbedingungen eine kontrollierte Abbrandaktion durchgeführt wurde. Die Maßnahme wurde von einer speziell für derartigen Vorhaben ausgebildete Truppe von Feuerwehrleuten gesteuert, die dafür sorgten, dass gesetzte Ziel erreicht wurde, ohne dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen kam.

(R. Boivinet : Opération brûlage sur le marais, in : SUDOUEST, 24. 10. 2016

 

 


Unpopulär

Staatspräsident François Hollande war während seiner gesamten Amtszeit nie sonderlich populär, zumindest litt  er immer an schwachen bis sehr schwachen Werten bei Umfragen zu der Frage, ob die Franzosen mit seinem Tun mehr oder weniger zufrieden waren. Gegen Ende seiner Amtszeit erlebt der Präsident aber neue Tiefstwerte. Nunmehr erklären nur noch 4,5% der befragten Franzosen sie seien mit dem, was ihr Präsident tut, zufrieden, während 70% mit ihm mehr oder weniger unzufrieden sind. Da in die diesen Tagen die Diskussion  läuft über die Kandidaten für die im Februar 2017 anstehende Wahl des nächsten Präsidenten der République Française, kommt diesen Werten wohl eine besondere Bedeutung zu, denn obwohl der amtierende Präsident noch nicht erklärt hat, ob er wieder als Kandidat antreten wird, sagen die Umfrageergebnisse mehr als deutlich, dass er es nicht tun sollte.

(Sudouest. Fr.: Avec 4% de Français satisfaits, Hollande bat un record d'impopularité, in : SUDOUEST, 25. 10. 2016, 1815h, Internet-Ausg.)

 

 

Schlechte Zeugnisse

Der Telefon- und Internetanbieter SFR bekommt in Frankreich von seinen Kunden miserable Bewertungen. So erklären 38% der Kunden, sei seien unzufrieden. Bei den Kunden der Konkurrenz sind die Ergebnisse erheblich besser, denn dort sagen nur zwischen 20 und 30% der Abonnenten, sie seien unzufrieden oder sehr unzufrieden mit dem, was ihnen geboten werde. Für SFR wenig erfreulich ist auch die geringe Zahl der zufriedenen Kunden, denn hier erklären nur 4% sie seien sehr zufrieden, bei der Konkurrenz sind es immer in 23%. Bei den Unzufriedenen hat SFR mit den bereits genannten 38% die Nase weit vorn, während es bei der Konkurrenz insgesamt nur 12% sind.

(Sudouest.fr : "Rien ne va plus" chez SFR, assure l'association 60 millions de consommateurs , in : SUDOUEST, 25. 10. 2016, 19.30h, Internet-Ausg.)

 

 


Chinesen in den Châteaux des Bordelais

Als vor rund zehn Jahren die ersten chinesischen Käufer Châteaux im Bordelais erwarben, machte das erhebliches Aufsehen. Inzwischen ist der Reiz des Ungewohnten verflogen, doch werden Besitzerwechsel zu Eigentümern aus dem Reich der Mitte immer noch mehr beachtet als andere Transaktionen im Bereich des Weinbaus. Das Interesse der Chinesen an der Übernahme von Châteaux geht einher mit einem starken Anstieg der Nachfrage von Chinesen nach Weinen aus dem Bordelais. Inzwischen hat China unangefochten den ersten Platz bei den ausländischen Kunden für französische Weine eingenommen und traditionelle Abnehmehrländer wie die USA und Groß-Britannien auf die Plätze verwiesen. Wenn Chinesen sich im Bordelais einkaufen, dann haben sie meist recht genaue Vorstellungen, von dem, was sie suchen. Recht weit oben steht dabei der Wunsch nach ansehnlichen Gebäuden, die etwas hermachen, denn für viele Käufer ist der Erwerb eines Châteaus ein prestigeträchtiger Nachweis ihres wirtschaftlichen Erfolges. Sorgen, dass nun bald das Bordelais ganz oder zu großen Teilen in chinesische Hände geriete, muss man sich aber wohl nicht machen. Gegenwärtig sind etwa 2% der Anbauflächen des Bordelais in chinesischen Händen, wobei die Zahl der darauf liegenden Châteaux etwa bei 120 liegen dürfte. Und je nachdem, wie man zählt, gibt es 7.000 oder auch mehr Châteaux. Und es gibt auch schon die ersten Chinesen, dei ihr Engagement aufgegeben haben.

(C. Compadre : Déjà bien installés dans le vignoble bordelais, in : SUDOUEST, 23. 10. 2016)

Oktober 2016

Zufrieden

Der erste Stellvertreter des Bürgermeisters von Vendays-Montalivet zieht nach der Saison 2016 eine zufriedene Bilanz für seine Gemeinde. Die Gewerbetreibenden vor allem stellen fest, dass Montalivet in diesem Sommer mehr Gäste angezogen hat als im Vorjahr. Der Camping municipal, der von März bis November geöffnet ist, war über Wochen voll ausgebucht. Auch im Office de tourisme ist man mit der Zahl der Besucher zufrieden. Der Markt schließlich wurde im Sommer von täglich 230 bis 235 Anbietern beschickt, auch das ein sehr positives Ergebnis und Zeichen für die weiterhin große Attraktivität von Montalivet. Zufrieden war man auch mit dem Animationsangebot auf Straßen und Plätzen des Ortes, wo man glaubt mit einem relativ kleinen Budget von 50.000 Euro sehr viel erreicht zu haben. Positiv fällt auch die Bilanz für die Strandaufsicht aus, wo 25 Rettungsschwimmer die Aufsicht bis Ende September besorgt haben. Sie mussten zwar etwas häufiger eingreifen als in den Vorjahren, doch betrafen ihre Interventionen durchweg kleinere Malheurs. An baulichen Maßnahmen sind für das kommende Jahr nur kleinere und wenig kostenintensive Arbeiten vorgesehen. Sie betreffen die Erweiterung der Holzstege an den Stränden und das Aufstellen weiterer Fahrradständer. Ausgebaut werden sollen auch die Möglichkeiten und Angebote im Fitnessbereich, sowohl am Strand als auch in den Wäldern, wo ein Parcours für Nordic Walking eingerichtet werden soll. 

(L. Llobell: « La saison a été très bonne »,in: SUDOUEST, 22. Okt. 2016)


Spätsommer im Herbst

Kalendermäßig ist es auch im Südwesten Frankreichs Herbst, doch meint es die Sonne noch einmal richtig gut mit allen, die davon profitieren können. Pünktlich zu den Allerheiligenferien hat sich in der Region Nouvelle-Aquitaine solider Hochdruckeinfluss durchgesetzt, der zusammen mit der immer noch kräftigen Sonne das Thermometer nach oben bringt. Die Morgentemperaturen werden zwar meist einstellig und frisch sein, aber danach sind Temperaturen zu erwarten, die fast überall bei 20 und mehr Grad liegen werden. Im Baskenland können sogar Werte über 25 Grad erreicht werden. Damit haben die Allerheiligenferien wieder einmal ein Wetter, das  allen entgegenkommt, die gern an der frischen Luft sind. Allerdings werden die Rekordwerte vom 31. Oktober 2014 nicht erreicht, wo Météo France 30,5 Grad in Arcachon und 30,1 Grad in Dax und Biscarosse verzeichnet hatte. Aber Grund zum Klagen hat bei diesen Aussichten niemand.

(Sudouest.fr.: Météo : un week-end de la Toussaint très doux dans le Sud-Ouest, in : SUDOUEST, 27. 10. 2016, 16.8h, Internet-Ausg.)


Das Neueste von You, dem Seehund

Der Seehund namens You, der im letzten Jahr an den Küsten des Médoc für aufsehenerregende Nachrichten gesorgt hatte, bevor er auf Geheiß des Präfekten des Departements Gironde eingefangen und in die Bretagne überstellt wurde, um dort seine offensichtliche Vorliebe für die Gesellschaft von Menschen abzulegen, war für längere Zeit aus den Medien verschwunden. Im Frühsommer 2016 wurde er noch einmal am Bassin von Arcachon beobachtet, doch danach gab es keine Sichtungen mehr. Erst jetzt, nach dem Ende der Saison 2016, ist er wieder aufgetaucht, und zwar weit im Norden in der Bretagne bei Plouhamel. Wie es scheint, fühlt er sich dort wohl, so dass es gut möglich ist, dass er im nächsten Jahr keinen Abstecher in die Gefilde seiner Kindheit und Jugend im Médoc machen wird.

(Le phoque You passe ses vacances en Bretagne, in : SUDOUEST, 22. 10. 2016)

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Elstern

Elstern gehören im Südwesten Frankreichs zu den häufiger auftretenden Vögeln, obwohl das nicht immer so war. Vor einigen Jahrzehnten waren sie mit Ausnahme des Médoc in der Region Aquitaine kaum anzutreffen. Nach einer weiteren merkbaren Verringerung des Bestandes ist seit dem Jahr 2000 aber eine schwer zu erklärende ausgeprägte Zunahme zu registrieren. Mittlerweile wird der Gesamtbestand in Frankreich auf ein bis zwei Millionen Exemplare geschätzt. Dabei haben diese Vögel, die ursprünglich landwirtschaftliche Umgebungen bevorzugten, sich inzwischen umgestellt und besiedeln nunmehr die unterschiedlichsten Lebensräume, wobei für sie offensichtlich die Nähe von Menschen nicht furchterregend ist. Bei der Ernährung sind sie nicht wählerisch, sie fressen so ziemlich alles, was kalorienhaltig ist. Dabei räubern sie nicht selten die Nester kleinerer Vögel aus, denen sie bis in deren Brutverstecke hinein nachsetzen. Sie vertilgen aber auch die Reste von Tieren, die im Straßenverkehr zu Tode gekommen sind und leisten damit einen durchaus nützlichen Beitrag zur allgemeinen Hygiene. Dabei treffen sie jedoch häufig auf die mit ihnen verwandten Krähen, die den Elstern alles andere als wohlgesonnen sind, weil sie um die dieselben Nahrungsmittel konkurrieren. Insgesamt ist man sich   nicht einig, ob man die Elstern zu den schädlichen Tieren rechnen soll oder nicht. Im Südwesten Frankreichs sind sie als schädlich eingestuft, doch wird ihnen kaum systematisch nachgestellt. Der schlechte Ruf der diebischen Elster ist allerdings wenig begründet, denn wenn diese Vögel bisweilen durchaus Interesse an blinkenden Gegenständen zeigen, sind sie keine gewohnheitsmäßigen Diebe.

(J.-Fr. Renaut: La pie est devenue un oiseau des villes et envahit la région, in: SUDOUEST, 24. 10. 2016, 7.16h, Internet-Ausg.)

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Pilgerquartier

Bordeaux liegt zwar an einem der vier großen Pilgerwege nach Santiago de Compostella, die sich durch  Frankreich ziehen, doch bis vor kurzem gab es in Bordeaux keine Bleibe für die Pilger. Das hat sich geändert, seit an der Rue des Argentiers 28, die Maison du pèlerin, also das Pilgerhaus, eröffnet worden ist, in dem Pilger für die bescheidene Summe von 13 Euro die Nacht zubringen können. Diese Herberge ist geöffnet vom 1. März bis zum 31. Oktober, mithin für die Zeit, in der sich üblicherweise Pilger auf den langen Weg nach Santiago zu machen pflegen. In der Herberge finden sie alles, was man braucht, um sich und seine Wäsche auf Vordermann zu bringen, doch ist dieses Haus keine Art Jugendherberge, denn sie gewährt nur echten Pilgern Zutritt, die durch ihren Pilgerpass nachweisen können, dass sie tatsächlich auf dem Weg nach Santiago de Compostella sind. Die Pilger können, abhängig von der Nachfrage nach den Übernachtungsmöglichkeiten bis zu drei Tage in der Herberge verweilen, dann geht es weiter. In diesem Jahr haben 450 Pilger von dem Angebot der Maison du pèlerin Gebrauch gemacht, unter ihnen Franzosen, Kanadier, Deutsche, Tschechen. Man hofft, dass die Nachfrage ansteigen wird und dass angesichts der guten Erreichbarkeit mit Flugzeug und Bahn Bordeaux zu einem Startplatz für Pilger werden wird, die sich auf die Reise zum Apostelgrab in Compostella begeben  wollen.

(Fl. Moreau : Un havre de paix sur le chemin de Saint-Jacques, in : SUDOUEST, 23. 10. 2016)


China investiert

Nachdem über Jahre viel ausländisches Kapital nach China geflossen ist, kehren sich jetzt die Ströme offenbar um. 2015 ist erstmals mehr chinesisches Geld im Ausland angelegt worden als ausländisches in  China. In Europa ist Frankreich dabei ein bevorzugtes Ziel, das inzwischen den zweiten Platz in Europa einnimmt. Dabei ist 2016 in den ersten sechs Monaten bereits mehr chinesisches Geld nach Frankreich gekommen als im gesamten Vorjahr. Die Investoren engagieren sich inzwischen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Gleichwohl stellen diese Aktivitäten keine Gefahr dar, denn in der Liste der Länder, die in Frankreich investieren, rangiert China noch nicht einmal auf den ersten zehn Plätzen. Und selbst bei den asiatischen Investoren kommt noch deutlich mehr Kapital aus Japan nach Frankreich. Dennoch gibt es Stimmen, die darauf aufmerksam machen, dass es in den Ländern der EU keine wirksamen Mechanismen gibt, um chinesische Engagements zu erfassen und gegebenenfalls zu steuern, während Ausländer in China Geld nur mit Einschaltung chinesischer Firmen anlegen können.

(J.-B. Gilles: Pourquoi la Chine investit tant en France, in: SUDOUEST, 23. 10. 2016)

 


Neue Radargeräte

Die Rocade von Bordeaux ist eine meist stark befahrene Strecke, auf der es nicht selten zu Unfällen kommt. In den letzten fünf Jahren wurden 847 mit Personenschäden gezählt. Zu den häufigsten Unfallursachen gehört eine zu große Geschwindigkeit, und dagegen geht man bekanntlich mit Radargeräten vor. In diesen Tagen wird es davon drei weitere auf der Rocade geben, eins am Pont d’Aquitaine, eins an der Anschlussstelle 9 bei Le Haillan und ein weiteres zwischen den Anschlussstellen 18 und 19. Diese Geräte sind Weiterentwicklungen der an Baustellen verwendeten Anlagen, die ohne Installationsarbeiten an verschiedenen Stellen eingesetzt werden können. Auf ihre Existenz wird zwar wie üblich mit Warnschildern hingewiesen, doch weiß man danach nicht mehr, wo genau die Apparaturen stehen. Vorgesehen ist, den Standort der  Geräte monatlich zu wechseln. Neben diesen neuartigen sogenannten autonomen Radargeräten bleiben die mobilen Geräte weiter im Einsatz, so dass es zunehmend mehr angeraten ist, sich an die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zu halten.

(J.-P. Tamisier: Voilà les radars autonomes, in SUDOUEST, 22. 10. 2016)


Zwei ungewöhnliche Segler in Bordeaux

Der Port de la lune in Bordeaux hat in diesen Tagen zwei Segler zu Gast, für die Freunde der Seefahrtromantik weite Weg auf sich nehmen. Zunächst hat die in Russland beheimatete Shtandart festgemacht, die Replik einer Fregatte, mit der Anfang des 18. Jahrhunderts die russische Flotte sich anschickte, der damaligen Ostseegroßmacht Schweden die Stirn zu bieten. An der Entwicklung und Planung der originalen Shtandart war Zar Peter I. (der Große) direkt beteiligt, was nicht zuletzt zu dem Entschluss beigetragen hat, die längst vergangene Fregatte als Nachbau wieder erstehen zu lassen. Der 35 m lange Dreimaster ist so originalgetreu wie möglich nachgebaut worden, doch ist dabei alles das berücksichtigt worden, was gegenwärtig zur Sicherheit der Besatzung erforderlich ist. Die Shtandart dient heute als Ausbildungsschiff für den seemännischen Nachwuchs in Russland. Zur gegenwärtigen Mannschaft gehört ein einziger Ausländer, ein Franzose, der aus la Rochelle stammt und als Küchenchef für das leibliche Wohl der Mannschaft sorgt. Während der Anwesenheit im Port de la lune kann die Shtandart besichtigt werden und wie es scheint, besteht dafür großes Interesse.

Wenig nach dem Nachbau der russischen Fregatte legte nicht weit von ihr ein anderer Segler an, die Corentin, ein in der Bretagne beheimateter Frachtsegler, der von einer Vereinigung in Fahrt gehalten wird, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerung an die Zeit aufrecht zu erhalten, als der Gütertransport zu Wasser zu einem großen Teil von Segelschiffen besorgt wurde.

(G. Richard : Deux voiliers de travail en escale, in : SUDOUEST, 21. 10. 2016)

Bilder von der Shtandart und von der Corentin: Klick


Bankgebühren

Die Banken haben auch in Frankreich seit geraumer Zeit keine wirklich gute Presse, und das wird zumindest für einen längeren Abschnitt so bleiben, denn sie tun etwas, was der Kundschaft mehr als missfällt: sie erhöhen ihre Gebühren. Noch gibt es keine exakten Zahlen, aber das  was die Zeitung „Les Èchos“ herausgefunden hat, reicht, um  Bankkunden zu verärgern. Danach werden die meisten Banken mit Beginn des kommenden Jahres die Kontoführungsgebühren erhöhen. Nach dem, was man bisher weiß, ist eine durchschnittliche Anhebung von 12 auf 18 Euro anvisiert. Bei der Postbank wird es etwas weniger sein, aber auch da gibt es einen regelrechten Sprung von 6,20 auf 12 Euro. Zu rechnen ist auch mit einer Erhöhung der Gebühren für Bankkarten. Teurer wird es auch an Geldautomaten, wenn Auszahlungen von Konten getätigt werden, die bei fremden Geldinstituten geführt werden. Die Banken versuchen den Zorn ihrer Kunden zu dämpfen, indem sie darauf verweisen, dass die Gebühren über eine lange Zeit weniger stark gestiegen sind als die Inflationsrate, aber dieses Argument dürfte bei den Verbrauchern in Frankreich wenig zugkräftig sein ebenso wenig wie der Vergleich der französischen Bankgebühren mit denen in Deutschland und Italien, die in der Regel höher lieigen.

(J.-D. Renard: Frais bancaires, une pilule qui passe très mal, in: SUDOUEST, 0. 10. 201619

 

Alterspyramide

Das Médoc gehört zwar zu den Regionen in Frankreich, die nicht selten von der Politik recht stiefmütterlich behandelt werden, doch gelten auch hier Gesetzmäßigkeiten, die das ganze Land betreffen. Dazu gehört die Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung, die kürzlich auf einem in Carcans veranstalteten Forum Gegenstand eingehender Betrachtung war. Dabei wiesen die dort vertretenen Fachleute darauf hin, dass die Situation im Médoc mit seinen nicht gerade üppigen Verkehrswegen, den schwach ausgebildeten Nahverkehrssystemen, der medizinischen Unterversorgung im ländlichen Bereich und nicht zuletzt den Ungleichheiten im sozialen Bereich die Behörden auffordern, vorausschauend Maßnahem zu ergreifen, die den künftigen Gegebenheiten gerecht werden. Hauptproblem ist dabei die vorhersehbare Zunahme der Anzahl der Menschen in fortgeschrittenem Alter. Am 1. Januar 2010 waren im Médoc 23.704 Personen 60 Jahre und älter, was einem Bevölkerungsanteil von 24,8% entsprach. 2030 rechnet man mit 38.000 Personen über 60 Jahren, die dann 32% der Bevölkerung ausmachen werden. Besonders spektakulär wird sich dabei die Zunahme von Personen mit 75 und mehr Jahren gestalten, deren Anteil an den Senioren bis 2030 auf 55% ansteigen wird. Ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe wird dann alleine in einem Einpersonenhaushalt leben mit allen damit verbunden Problemen, die besonders die alten Mensch treffen, die unter mehr oder weniger ausgeprägten Demenzerkrankungen leiden. Deren Zahl wird sich bis 2030 auf rund 2.500 erhöhen und damit für die Sozialsysteme eine besondere Herausforderungen darstellen.

(J. Lestage: « Une forte augmentation des 60 ans ou plus »in: SUDOUEST, 19. 10. 2016)



Tour de France 2017

Der Steckenverlauf der Tour de France 2017 ist zwar noch nicht offiziell verkündet, aber er wird nach dem, was schon durchgesickert ist, keine Geheimnisse offenbaren. Der Start wird am 1. Juli 2017 in Düsseldorf erfolgen, wo es einen Prolog über 13 km geben wird. Danach geht in Richtung Belgien und anschließend nach Süden auf die Vogesen zu. Nach einem Ruhetag folgt dann ein Zwischenspiel im Südwesten, das sich aber auf das Département Dordogne beschränken wird, bevor es in die Pyrenäen gehen wird, wo es eine Bergankunft geben dürfte. Anschließend wird das Renngeschehen in die Alpen verlegt, das mit einem Einzelzeitfahren mit Ankunft in Marseille beendet wird. Die letzte Etappe ereignet sich traditionsgemäß im Großraum Paris, wo die Zielankunft auf den Champs Élysées  dann die 104. Auflage der „grande boucle“ krönen wird. Wie man sieht, wird die neue Region Nouvelle-Aquitaine nur im Osten berührt, doch vielleicht ist das ein Vorzeichen für die 105. Ausgabe der Tour de France, vor der allerdings noch viel Wasser die Garonne und allerhand Geld in die Kassen der Organisatoren fließen wird.

(J. Duby: La Dordogne en profitera, in: SUDOUEST, 18. 10. 2016)


Reggae Sun Ska Festival

Das Reggae Sun Ska Festival, das einst im Médoc begründet wurde, inzwischen aber auf den Campus der Universität Bordeaux umgezogen ist, wird dort für weitere drei Jahre seine Unterkunft finden. Die Verträge für die nächsten drei Jahre sind zwar noch nicht unterschrieben, aber nach dem Stand der Verhandlungen ist das nur noch eine Formsache, da man sich in allen vereinbarungsbedürftigen Punkten einig ist. Das Festival, das im letzten Jahr 56.000 Besucher angezogen hat, ist aber weiterhin auf der Suche nach einer dauerhaften Bleibe im Médoc, weil man anstrebt, die für die Durchführung des Festivals erforderlichen Einrichtungen nicht jedes Mal wieder neu aufbauen zu müssen, was Kosten verursacht und Mittel bindet, die man lieber in den künstlerischen Bereichen ausgeben würde. Bei der Suche nach einem festen Standort im Médoc sind aber noch keine vorzeigbaren Ergebnisse erzielt worden. Gelegentlich wird ein Ort genannt, aber das ist wohl zur Zeit mehr Vermutung als sachliche Information.

(Chr. Loubes: Reggae Sun Ska : trois ans de plus sur le campus, in : SUDOUEST, 17. 10. 2016)


Rückenwind

Die Wahl des nächsten Präsidenten der République Française steht zwar erst im Februar 2017 an, aber schon jetzt wird eine großer Teil der politischen Energien im derzeitigen Frankreich von den in den beiden großen politischen Lagern laufenden Vorwahlen absorbiert. In diesem Zusammenhang standen  sich die Prätendenten der Konservativen am 13. Oktober 2016 vor 5,6 Millionen Zuschauern  im Fernsehsender TF1 gegenüber . Danach wurde Alain Juppé, amtierender Bürgermeister von Bordeaux von der Mehrheit der Zuschauer als Sieger in dieser teilweise mit harten Bandagen geführten Auseinandersetzung gesehen. Unmittelbar nach der Fernsehkonfrontation durchgeführte Umfragen zeigten Juppé als Umfragesieger mit 36% der abgegebenen Stimmen vor Expräsident Nicolas Sarkozy mit 22%. Dahinter sortierten sich mit 11% oder weniger die fünf weiteren Bewerber aus dem Lager der Konservativen. Der hier wiedergegebene Abstand zwischen Juppé und Sarkozy wird  in einer anderer Meinungsumfrage bestätigt, so dass eigentlich kein Zweifel mehr daran bestehen dürfte, wer als Exponent der Konservativen in die nächste Präsidentschaftswahl ziehen wird.

(Primaire à droite : Alain Juppé conforte son avance, in: SUDOUEST, 14. 10. 2016, Abendausg., Internet)


Telefonpanne

Wer zur Zeit in Lesparre ein Mobiltelefon benutzen will, das die Dienste von SFR benutzt, der hat Pech, denn sein Telefon tut nicht das, wozu es eigentlich da ist. Grund ist ein technisches Problem an der Antenne von SFR, die für die Versorgung von Lesparre eigentlich zuständig ist. Wer dennoch telefonieren will, kann dies auch mit SFR problemlos tun, wenn er sich einige Kilometer von Lesparre weg begibt und in den Bereich eines anderen Sendemastes gelangt, was natürlich keine Lösung darstellt, bei der Kundenzufriedenheit entsteht. Für viele SFR-Kunden ist dies nicht nur umständlich und lästig, sondern es zieht wirtschaftliche Nachteile nach sich, wenn sonst das Mobiltelefon dazu genutzt wurde, um Kontakte zu Kunden und Lieferanten herzustellen.  Die Verantwortlichen von SFR räumen ein,  dass seit dem 5. Oktober die Antenne auf dem Wasserturm vom Champ de Foire ausgefallen ist, aber sie versichern, man arbeite intensiv an der Behebung des Problems. Wann man wieder wie gewünscht mit SFR in Lesparre telefonieren kann, ist aber noch nicht zu sagen. Dafür wurde angekündigt, Kunden von SFR, die durch die Panne Nachteile gehabt hätten, würden eventuell entschädigt. Das werde jedoch nicht automatisch geschehen, sondern erst dann, wenn sich die Kunden mit SFR in Verbindung gesetzt hätten. Besser als gar nichts, aber ein funtionierendes Mobiltelefonnetz wäre noch besser.

(J. Larrue: Les clients de SFR aux abonnés absents, in: SUDOUEST, 11. 10. 2016)


Mit gebremstem Tempo

Nachrichten, die das Unternehmen Airbus betreffen, das seinen Hauptsitz in Toulouse hat, betreffen zwar nicht direkt das Médoc, sie haben aber nicht nur  wegen der zahlreichen Zulieferer doch einen Bezug zum Département Gironde. Besonders spektakulär sind dabei die Umladeaktionen für die in Pauillac ankommenden riesigen Flugzeugteile, die dann über die Gironde und Garonne bis Langon verschifft und anschließend in einem komplizierten Landtransport bis Toulouse geschafft werden. Allerdings, das weiß man schon länger, haben die unternehmerischen Erwartungen, die man den Superjumbo A 380 geknüpft hatte, sich nicht erfüllt. Seit seiner ersten Auslieferung im Jahre 2000 sind lediglich 319 Bestellungen eingegangen, was zu dem Entschluss geführt hat, die Fertigungsrate von derzeit 2,5 Flugzeugen pro Monat abzusenken auf einen A 380 pro Monat. Dies ist wohl das unterste Niveau, das benötigt wird, um die Fertigungsstraße in Gang zu halten. Die Reduzierung der Fabrikationskadenz soll ab 2018 wirksam werden, falls bis dahin nicht eine deutliche Veränderung der Auftragslage eintritt.

(Airbus en mal de commandes d’A380, in: SUDOUEST, 12. 10. 2016)

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Gute Bilanz

Gironde Tourisme, die zentrale Behörde des Departements Gironde, die sich mit dem Tourismus befasst, hat Bilanz für die zurückliegende Saison gezogen und dabei Zufriedenstellendes zu berichten. Gleichwohl gab es negative Faktoren, zu denen nicht zuletzt der Terrorismus zählt, der manche ausländischen Touristen davon abgehalten hat, in diesem Jahr ihren Urlaub in Frankreich zu verbringen. Auf der Habenseite gab es positive Effekte durch die Spiele der Fußball-Europameisterschaft, die fast 600.000 Besucher in die Fanzone von Bordeaux gebracht haben. Im Gefolge diese Zustroms lag die  Auslastung der Hotels in und um Bordeaux in der Zeit von Mitte Juni bis Mitte Juli bei 79%. Hochbetrieb herrschte auch auf dem Flughafen Mérignac, der in dieser Zeit 225 zusätzliche Flüge zählte. Günstig hat sich auch das sommerliche Wetter ausgewirkt, was dazu führte, dass statt 57% der Franzosen, die im Frühjahr erklärten, eine Ferienreise machen zu wollen, tatsächlich 62% den Weg in die Ferienregionen eingeschlagen haben. Alles in allem ist die Touristiksparte mit dem Sommer 2016 zufrieden, auch wenn die Rekordergebnisse des Vorjahres nicht ganz erreicht wurden. 

(Le bon été confirmé par Gironde Tourisme , in: SUDOUEST, 12. 10. 2016


Neuartiger Straßenbelag

Auf der RD 1215, der Hauptachse von Bordeaux in das Médoc, wird zur Zeit bei den Gemeinden Arsac und Avensan ein neuartiger Straßenbelag getestet, der gegenüber den herkömmlichen Materialien eine Reihe von Vorteilen aufweisen soll. Dazu gehören in erster Linie eine geringere Freisetzung von Treibhausgasen und angenehmere Bedingungen für die Mannschaften, die die Verarbeitung besorgen. Erreicht werden diese Effekte dadurch, dass der alte Straßenbelag, nachdem er abgetragen worden ist, weitgehend wieder verwendet wird und dabei deutlich niedrigere Verarbeitungstemperaturen erforderlich sind als dies bisher der Fall war.  Noch nicht geklärt ist allerdings, ob ein mit dem neuen Verfahren hergestellter Straßenbelag den Belastungen standhält, die die bisher verarbeiteten Materialen ausgehalten haben. Aus diesen Überlegungen heraus, hat man den jetzt zur Teststrecke erklärten Abschnitt der RD ausgewählt, der täglich von rund 15.000 Fahrzeugen benutzt wird, darunter 1.000 Lastwagen. Für das Departement sind mit dem Test auch Erwartungen verbunden, Kosten reduzieren zu können, denn wenn  sich das neue Verfahren als dem bisherigen gleichwertig erweist, wird daraus eine deutliche Einsparung resultieren, da dann nicht mehr pro Jahr für 100.000 Euro neue Belagmaterialien gekauft werden müssen, sondern man wegen der Wiederaufbereitung des alten Belags mit deutlich geringeren Beträgen auskommen wird. Vorerst wird aber nur getestet, auf die Ergebnisse wird man einige Zeit warten müssen.

(J.-C. Rigault: Le Département teste un enrobé réutilisable, in:  SUDOUEST, 11. 10. 2016)


LKW-Verbot

Nicht nur der Bürgermeister, sondern wohl nahezu alle Einwohner von Le Taillan warten darauf, dass die lange geplante und im Prinzip auch realisierungsfähige Umgehungsstraße um Le Taillan gebaut wird, um den Ortskern von einem zunehmend belastenderen Durchgangsverkehr zu befreien. Mehrere Anläufe, die Bauarbeiten zu beginnen, sind bereits gescheitert, weil Umweltverbände Einsprüche eingelegt haben, denen die Verwaltungsgerichte stattgegeben haben. Da nicht in Sicht ist, ob und wann die Arbeiten an der Ortsumgehung beginnen werden, hat die Bürgermeisterin jetzt einen aufsehenerregenden Schritt  unternommen und eine Verfügung ausgearbeitet, die es Lastkraftwagen untersagt, auf dem Gebiet der Gemeinde Le Taillan zu verkehren. Zuständig für die Genehmigung dieses Fahrverbots ist die Präfektur, die sich jetzt vor eine Situation gestellt sieht, von der man am liebsten verschont geblieben wäre. Die Bürgermeisterin weiß ebenso wie ihre Mitbürger, dass das LKW-Verbot zwar 1.500 LKW darin hindern würde, Le Taillan zu durchqueren, aber sie weiß auch, das  damit die rund 20.000 PKW, die täglich über die Straßen des Ortes rollen, weiterhin für Staus und Luftverschmutzungen sorgen werden. Dennoch hält sie an ihrem Vorhaben fest, weil sie darin eine Möglichkeit sieht, die seit 35 Jahren nicht gelöste Verbesserung der Verkehrssituation in ihrer Gemeinde voranzubringen. Man darf gespannt sein, wie die Präfektur entscheidet.

(J.-M. Leblanc: Le Taillan bannit les camions, in: SUDOUEST, 11. 10. 2015)



Pech gehabt

Wer Auto fährt, lebt ständig in Gefahr, irgendwelche Gesetze oder Vorschriften zu übertreten, z. B., weil man zu schnell gefahren ist. Man kann aber auch belangt werden, wenn man zu langsam fährt, allerdings muss man dafür schon einiges anstellen. Das gelang kürzlich einem Autofahrer aus Mérignac, den die Polizei auf der Rocade stoppte, weil er so langsam fuhr, dass er mehrfach fast gerammt worden wäre und damit sich und andere gefährdet hätte. Zu seiner Entlastung könnte man anführen, dass er gar nicht schnell fahren konnte, denn er bewegte sich in einer Voiturette vorwärts, einem Kleinwägelchen, das laut Vorschrift nur maximal 45 km/h schnell sein darf, dafür aber ohne Führerschein gefahren werden kann. Allerdings darf man damit keine Autobahnen befahren wie etwa die Rocade von Bordeaux. Als besagter Autofahrer angehalten und kontrolliert wurde, stellten die Beamten fest, dass er mit mehr als 2 Promille ausgiebig alkoholisiert war,  was auch in einer Voiturette zu radikalen Gegenmaßnahmen der Polizei führt. Die Polizei transportierte den derart auffälligen Autofahrer zum nächsten Polizeirevier, wo er sich wenig einsichtig zeigte, sondern randalierend auf die Polizisten losging. Die ließen sich das nicht gefallen und sperrten den Mann zur Ausnüchterung kurzerhand ein. Kaum zehn Tage nach den berichteten Vorfällen stand er schon vor Gericht und wurde dort zu acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Da die Strafe sofort anzutreten war, wurde er noch im Gerichtssaal verhaftet.

(Fl. M. : Ivre et en voiturette sans permis sur la rocade, in: SUDOUEST, 07. 10. 2016)

Soulac 1900 / 2017

Am ersten Oktobersamstag fand die Jahreshauptversammlung des Vereins Label Soulac statt, auf der Hauptthema die Frage war, ob es im nächsten Jahr eine Neuauflage von Soulac 1900 geben würde. Die Antwort war, eigentlich vorhersehbar, positiv. Am Pfingstwochenende des kommenden Jahres, also am 3., 4. , und 5 Juni 2017 wird es in den Straßen von Soulac wieder nostalgisch orientiert hoch hergehen. Nicht unwichtig dafür war, dass die Auflage 2016 der Veranstaltung mit einem kleinen finanziellen Überschuss abgeschlossen werden konnte, der es erlaubt, die ersten, für die Vorbereitung der kommenden Auflage aber unabdingbaren Ausgaben, abzudecken. Nicht unwesentlich war auch die Zusage der Gemeinde Soulac, finanzielle Hilfe zu leisten und die technischen Dienste  der Stadtverwaltung in den Dienst der Veranstaltung zu stellen. Trotz dieser ermutigenden Ankündigungen ist der Verein weiter auf der Suche nach Spendern und Sponsoren. Noch nicht geklärt ist derzeit, unter welches Motto die Veranstaltung des nächsten Jahres gestellt werden soll, aber man darf als sicher annehmen, dass daran die nächste Auflage nicht scheitern wird.

(M. Caporal: Soulac 1900 : que la fête continue ! in: SUDOUEST, 07. 10 2016)

 

 


Positive Überraschung

Während die Weinlese der roten Weine auf dem Höhepunkt und die der trockenen Weißweine schon abgeschlossen ist, werden erste Schätzung des Erntevolumens vorgenommen. Anders als noch vor Wochen befürchtet, wird die Menge bei ca. 5,5 Millionen Hektolitern liegen und damit ein recht gutes Ergebnis bringen, das zuletzt 2011 erreicht wurde. Damit wird es möglich sein, die Lagerbestände wieder aufzufüllen und auch wieder mehr Wein abzusetzen. Dies erscheint den Interessenvertretungen der weinanbauenden Betriebe nicht zuletzt deswegen wichtig, weil das Bordelais in den letzten Jahren Marktanteile verloren hat. Dies gilt besonders für Weine mit Preisen um 3 und 4 Euro in den großen Supermärkten und für den Export, in dem etwa die Hälfte der Umsätze des Departements Gironde erwirtschaftet werden. Neben diesen Überlegungen verweist man darauf, dass die Bestrebungen verstärkt werden, erwiesenermaßen oder potentiell gefährliche Substanzen aus dem Weinbau zu verbannen

(C. Compadre: Vers une vendange 2016 plus abondante que prévu, in: SUDOUEST, 05. 10. 2016)

  


Zufriedenheit

Die erst Ende März eingerichtete Direktflugverbindung von Bordeaux-Mérignac nach Berlin hat einen überraschend positiven Zuspruch bei den Passagieren gefunden. Die von Gesellschaft EasyJet bediente Relation ist bereits von 30.000 Fluggästen genutzt worden, und das bei einer Auslastungsquote von 86%. Damit hat sich die Verbindung nach Berlin unter den zehn am meisten frequentierten Linien etabliert, die von Mérignac ausgehen. Es werden vier Flüge wöchentlich angeboten, die montags, mittwochs, freitags und samstags stattfinden, und die jeweils 2.30h benötigen, um ihr Ziel zu erreichen. Angesichts der Nachfrage und der Auslastung ist davon auszugehen, dass die Verbindung nach Berlin sich fest im Flugplanangebot von Bordeaux etabliert und nicht wie manche anderen zuvor nach wenigen Monaten wieder eingestellt wird.

(S. D.: 30 000 passagers vers Berlin en six mois, in: SUDOUEST, 05. 10. 2016)

 


Weinlese nach alter Art

Das Château Gruaud Larose in Saint-Julien Beychevelle, dessen Weine als  deuxième grand cru eingestuft wurden und die je nach Jahrgang zu Preisen zwischen 50 und 80 Euro verkauft werden, gehört zur Oberklasse der Châteaux des Médoc. Und damit das so bleibt, folgt man bei der Weinlese auf den 82 ha des Anwesens nicht dem Trend zur Mechanisierung, sondern setzt weiter auf Handarbeit. Dafür braucht man eine Mannschaft von 160 Personen, die als Pflücker, Träger, Traktorfahrer oder Sortierer eingesetzt werden. Die Inhaber des Châteaus legen Wert auf zufriedene Mitarbeiter, von denen sie in den bis zu drei Wochen der Weinlese qualitätvolle Arbeit erwarten. Damit sie bei Kräften bleiben, werden sie gut verpflegt und untergebracht. Es gibt einen Schlafsaal mit vierzig Betten und für die Kräfte, die mit dem Wohnwagen anreisen, Stellplätze mit Sanitäreinrichugnen, Dinge, die auf anderen Châteaux nicht unbedingt selbstvrständlich sind. Mit Prämien können die Erntehelfer, die aus allen Ecken Frankreichs, aus Spanien und Portugal, Bulgarien und sogar aus Kanada kommen, zwischen 1000 und 1200 Euro verdienen. Die Stellen  am Château Graud Larose sind schnell vergeben, es existiert sogar eine Warteliste, auf der 50 Namen verzeichent sind.

(C. Compadre: « Le coupeur choyé vous le rend bien », in: SUDOUEST, 04. 10. 2016)


Umfahrung Bordeaux

Die Frage, ob und wann eine großräumige Umgehung von Bordeaux gebaut wird, steht nirgendwo, wo Entscheidungen gefällt werden, auf der Tagesordnung, aber das Problem ist da. Jeden Tag werden allein auf der Autobahn A 10 vor den Toren von Bordeaux Staus von in der Regel nicht unter 10 km Länge registriert, ein Zustand, der naturgemäß bei den Betroffenen die Frage aufwirft, wann hier Abhilfe geschaffen wird. Die unter anderem vom Bürgermeister von Bordeaux wieder ins Gespräch gebrachte zweite Umgehung von Bordeaux hat wohl wenig Chancen, weil sie keine Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Dafür kommen andere Vorschläge, z.B. der, die Rocade von Bordeaux wie einen riesigen Kreisverkehr als Einbahnstraße zu organisieren. Wie das gehen soll und was dabei wirklich verbessert wird, ist noch nicht geklärt. Andere Vorschläge regen an, die Verkehrsströme unter weitgehender Ausnutzung bestehender Straßen und Autobahnabschnitte weiträumig auf die Autobann A 20 hinzuführen. Das würde einen großen Teil des Durchgangsverkehrs von Bordeaux fernhalten und wahrscheinlich  auch angesichts der erforderlichen Baumaßnahmen  durchsetzbar sein. Das Ganze hat jedoch einen massiven Schönheitsfehler: nur 10% der Fahrzeuge, die in und um Bordeaux gegenwärtig für Staus sorgen, gehören zum Durchgangsverkehr. (D. Lherm: Rocade : « un réel problème », in: SUDOUEST, 03. 10. 2016)

 

 

30 Jahre Lebensmittelspende in Bordeaux

Anlässlich des 30jährigen Bestehens des Vereins, der die Lebensmittelspenden in Bordeaux organisiert und verteilt, gab der Präsident der Vereinigung ein Interview, in dem die Stationen dieser Wohltätigkeitseinrichtung nachgezeichnet wurden. Gegründet wurde die Banque alimentaire in Bordeaux von mehreren Gruppierungen, die sich die Hilfe für sozial Schwache und Benachteiligte zur Aufgabe gemacht haben, denen es aber an geeigneten Räumlichkeiten für die Lagerung und Verteilung der zur Verfügung stehenden Lebensmittel fehlte. Inzwischen verfügt die Banque alimentaire über eine Lagerfläche von 11.000 m² von denen 200 m² Kühlräume sind. Heute werden aus den dort gelagerten Beständen 17.500 Personen im Departement Gironde unterstützt, wobei die Zahl der Hilfeempfänger in den Jahren zwischen 2012 und 2015 um jeweils 10 bis 12% zugenommen hat. Die Banque alimentaire beschäftigt 17 Vollzeitarbeitskräfte, die von 200 Freiwilligen unterstützt werden, die Lieferungen für 133 Vereinigungen in mehr als 110 Gemeinden des Departments bereitstellen.

(C. Campagne 17 500 Girondins bénéficient de la Banque alimentaire, in: SUDOUEST, 01. 10. 2016)

 Mehr:  http://www.banquealimentaire33.org/

 

 


Protest

In den Straßen von Bordeaux ging es am 1. Oktober streckenweise eng und laut zu, denn 450 Motorräder waren unterwegs, um zu protestieren. Aufgerufen dazu hatte der regionale Ableger der Französischen Vereinigung der zornigen Motorradfahrer (Fédération française des motards en colère (FFMC). Der Unmut der motorisierten Zweiradfahrer richtet sich gegen die Einrichtung von Zonen, in denen Fahrzeugverkehr zu bestimmten Zeiten untersagt oder eingeschränkt wird. Diese in Paris seit dem Juli dieses Jahres eingeführte Regelung soll vor allem ältere und damit häufig weniger umweltverträgliche Fahrzeuge von den städtischen Zentren fernhalten. Die Motorradfahrer fürchten, dass ähnliche Regelungen auch in anderen Städte Frankreichs eingeführt werden könnten, was besondes die motorisierte Zweiräder träfe. Die Regelung in Paris verbietet den Verkehr von PKW, die vor 1997 erstmalig zugelassen worden sind und von Zweirädern mit einer Erstzulassung von 1999 in der Zeit zwischen 8.00h und 20.00h von Montag bis Freitag. Ähnliche Überlegungen gibt es auch in Bordeaux, doch versichert man dort, es seien noch keine Beschlüsse gefasst worden.    

(Y. Saint-Sernin: Les motards dans la rue, in: SUDOUEST, 02. 10. 2016)

 

 


Keine Lösung in Sicht

Der Winter steht bald vor der Tür und damit die Zeit der Stürme, doch für das Appartementhaus Le Signal in Soulac ist nichts in Sicht, was die prekäre aktuelle Situation beenden könnte. Das Gebäude darf seit Februar 2014 nicht mehr genutzt und betreten werden, aber die Frage, wie und in welcher Höhe die Besitzer der 78 Eigentumswohnungen in dem Gebäude entschädigt werden, ist noch immer nicht  beantwortet. Die Eigentümer weisen die ihnen angebotenen rund 20.000 Euro pro Wohnung empört zurück, was lediglich einen Bruchteil des einstigen Marktwertes ausmachen würde, aber die Gemeinde Soulac beharrt auf ihrer Position. Währenddessen leidet das Gebäude unter einem unübersehbaren Wandalismus, bei dem zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gegangen sind und ein Brand in einem Teil des Hauses bekämpft werden musste. Die Eigentümer klagen darüber, dass die Gemeinde nichts unternommen habe, um den Dünenbereich zu schützen, auf dem das Appartementhaus steht. Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen seien hingegen in L’Amélie, einige hundert Meter weiter südlich ausgeführt worden, in einem Küstenabschnitt, an dem der Bürgermeister und seine Familie Grundstücke besitzen. Wie es weitergeht, ist nach wie vor unklar. Wenn, was niemand voraussagen kann, ein Winter kommt, der ähnlich wie der von 2013/2014 der Düne zusetzt, dann ist das Schlimmste zu befürchten.

(J.-D. Renard: Le sort absurde du Signal face à l’hiver qui vient, in: SUDOUEST, 27. 09 .2016)


Aufholbedarf

Wer im Bordelais lebt oder eine besondere Beziehung dazu hat, denkt leicht, dass in Sachen Wein die Gewächse aus dieser Region eine unangefochtene und unbestrittene Spitzenposition einnehmen. Auf einer mit Beteiligung des SUDOUEST durchgeführten Diskussionsveranstaltung in der Citè du Vin in Bordeaux entstand allerdings ein etwas differenzierteres Bild. Da stellte sich nämlich heraus, dass die Crémants und die Roséweine der Region in der Gunst der Verbraucher nicht ganz oben stehen. Beim Rosé gibt man häufig den Erzeugnissen aus der Provence den Vorzug und beim Crémant werden oft Produkte aus anderen Anbaugebieten oder Champagner bevorzugt. Die Redner, die diese Dinge ansprachen waren sich einig, dass man diese Befunde nicht einfach hinnehmen sollte, sondern dass man einerseits noch nicht genutzte Möglichkeiten im Bereich des Marketing erkennen müsse, um neue Vertriebswege zu erschließen, andererseits aber mehr und gezielter Werbung machen müsse für die am Markt noch nicht zufriedenstellend positionierten Produkte des Bordelais.  

(Les rosés et crémants peuvent faire mieux, in: SUDOUEST, 30. 09. 2016)



Fernsehgebühren

Zum neunten Male in Folge wird in Frankreich die redevance audiovisuelle angehoben, und zwar für 2017 um 2 Euro auf nunmehr 139 Euro. Dazu erklärte die zuständige Ministerin, für 2016 habe man die Erhöhung dieser Abgabe auf 1 Euro begrenzt und sei damit unter der Inflationsrate geblieben. Die jetzt beschlossene Erhöhung um 2 Euro gegenüber 2016 sei lediglich ein Ausgleich für die im Vorjahr nicht erfolgte exakte Angleichung der Gebühr an die Entwicklung des Geldwertes. Weiterhin verwies sie darauf, dass die Gebühr nur für den Betrieb von Fernsehgeräten erhoben werde. Wer über das Internet oder über ein Smartphone Fernsehprogramme empfange, brauche dafür nach wie vor keine Gebühren zu zahlen. Allerdings werde man wohl angesichts der veränderten technischen Empfangsmöglichkeiten darüber nachdenken müssen, wie man diesem Umstand bei der Festsetzung der Fernsehgebühren Rechnung tragen könne.

(Sudouest.fr: La redevance audiovisuelle va augmenter mais ne concerne toujours que les télé, in: SUDOUEST, 29. 09. 2016, 9.16h, Internet-Ausg.)