Kiefernwald - landschaftsbestimmend

im Médoc



Die Kiefernwälder des Médoc sind in den küstennäheren Regionen, in denen der Wein nicht mehr gedeiht, ein landschaftsbestimmendes Element seit der zweiten Hälfte des 19,. Jahrhundnrts, als die Anpflanzungen salzresistenter Kiefern in großem Stil betrieben wurde.

April 2017: Waldbrand bei Cissac


Der am 20.April 2017 bei Cissac ausgebrochene Waldbrand ist östlich von der RD 1215 entstanden, dann aber über die Straße gesprungen und hat sich nach Westen in Richtung Hourtin  ausgebreitet. 



Insgesamt wurden rund 1100 ha Wald vernichtet


Es wird Jahre brauchen, bis die Spuren des Brandes nicht mehr zu sehen sein werden



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Gewinnung von Kiefernsamen

Wenn ein Kiefernwald angelegt werden soll, braucht man natürlich Samen. Und der wird, wenig überraschend, aus Kiefernzapfen gewonnen.

Früher sah eine Anlage dafür etwa so aus:



Die noch geschlosenen Kiefernzapfen wurden gepflückt und so aufgestellt, dass sie trocknen konnten, wobei sich die Zapfen öffneten und die Samen freigeben.

Prinzipiell wird dieses Verfahren auch heute noch angewendet, wobei jedoch gegenwärtig versucht wird, den Anteil der früher sehr hohen Handarbeit zu reduzieren.

Die noch geschlossenen Zapfen werden in Säcken angeliefert.


Anschließend werden die Zapfen auf betonierten Flächen zum Trocknen ausgebreitet.


Wenn die Zapfen sich genug geöffnet haben, werden sie in dieser Maschine kräftig durchgeschüttelt, damit sich die Samen lösen. Die werden dann gesammelt und verpackt und an die Forstbetriebe, die neue Waldflächen anlegen wollen, verschickt.

Ein Hektar gesunder Pinienwald liefert zwischen 600 und 100 Liter Zapfen, aus denen zwischen 10 und 15 kg Samen gewonnen werden können, was einer Menge von 170.000 bis 250.000 Samenkörnern entspricht.
Um einen Hektar Kiefernwald neu anzulegen, werden 6 bis 8 kg Samen benötigt.
Inzwischen werden nach Abholzungen die Waldflächen sich oft selbst überlassen, wobei man darauf zählt, dass die auf dem Waldboden liegenden Kiefersamen für so viel Nachwuchs sorgen, dass nahezu von selbst ein neuer Wald entsteht. Auf diese Weise entstandene neue Waldungen fallen dadurch auf, dass die Bäume nicht in Reih und Glied stehen und dass sie eine recht hohen Anteil an anderen Baumarten als Kiefern aufweisen. Meist sind das Eichen.

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Ein im Médoc häufiger Anblick: ein alter Waldbestand fast nur von Kiefern gebildet. Hier etwas weniger gepflegt, wie das relativ dichte Unterholz zeigt.

Aquitanien ist in Frankreich die am stärksten bewaldete Region. 43% der Fläche sind dort von Wald bestanden, insgesamt 1,8 Mio ha. Im Landesdurchschnitt beträgt in Frankreich der Waldanteil 27%. In Aquitanien gibt es drei große Waldzonen, die nördlichste, zu der auch das Médoc gehört, hat dabei mit 74,4% den mit Abstand größten Anteil an bewaldeten Flächen. Die Wälder des massif forestier des Landes, die die Departments Gironde und Landes umfassen, erstrecken sich über  988.000 ha.




Hier ist das Unterholz weitgehend beseitigt worden; aus Gründen der Vorbeugung gegen Waldbrände dringend erforderlich.



Ein dichter Bestand hochaufgeschossener relativ junger Kiefern, der schon vor Jahren hätte ausgelichtet werden müssen.


Typisches Unterholz: Ginster


Hier wird das Unterholz maschinell bekänpft.


Ein kürzlich gefälltes Waldgebiet. Da alle Bäume relativ gleichen Alters waren, Kahlschlag. Aus forstwirtschaftlicher Sicht sinnvoll, da Kiefern mit zunehmendem Alter nur noch wenig neue Holzmasse bilden.


Hier sind die gefällten Stämme noch nicht abgefahren worden.



Ohne Maschinen geht auch im Wald heute nicht mehr viel, eine Entwicklung, die namentlich hinsichtlich der Verdichtung der Böden jedoch nicht unproblematisch ist.


Vor dem Abtransport werden die auf gleiche Länge geschnittenen Stämme am Rand der Waldparzellen gestapelt.


Das im Médoc gewonnene Holz ist in erster Linie Industrieholz, das weiterverabeitet wird z. B. zu Spanplatten. Nur wenig  davon wird als Konstruktionsholz verwendet.


Hier sieht man den Grund: Die Kiefern des Médoc wachsen sehr schnell (der älteste Jahresring sitzt innen), damit ist das Holz verhältnismäßig weich und als Bauholz wenig geeignet.



Aufforstung nach einem Kahlschlag. Hier entsteht wieder eine Monokultur aus Kiefern. Es gibt aber Bestrebungen, sowohl von den Monokulturen als auch von diesen Reihenanpflanzungen abzugehen, weil man festgestellt hat, dass durch beides die Anfälligkeit gegen Sturmschäden negativ beeinflusst wird. Zu alternativen Aufforstungsverfahrn haben wir unten auf der Seite ein paar Hnweise.


Eine der vielen der von der Feuerwehr vorgeschriebenen Brandschneisen, die in regelmäßigen Abständen die Waldparzellen trennen.


Der Parefeu am nördlichen Rand des Euronat-Geländes ist besonders breit und er wird intensiv und konsequent freigehalten von Bewuchs.



Kiefernwalrd im Dünenbereich. Ganz nahe am Ozean kommen die Kiefern gegen den Salzgehalt in der Luft nicht mehr an. Sie sterben ab, wie hier im Vordergrund, oder vegetieren als Krüppelexemplare.



Besonders in trockenen Sommern ist die Waldbrandgefahr im Médoc hoch.


Spuren eines Waldbrandes, der hier an der weiteren Ausbreitung gehindert wurde und das Unterholz nur teilweise vernichtet hat.



Die Mitte derselben Waldbrandzone. Hier ist das Unterholz restlos in Flammen aufgegangen.


Einer der zahlreichen Wachttürme, die in Zeiten erhöhter Waldbrandgefahr rund um die Uhr besetzt sind.



Ein Waldgebiet mit Mischbestand, das zwar für die forstwirtschaftliche Nutzung auf den ersten Blick weniger interessant erscheint, tatsächlich aber eine Reihe von Vorteilen gegenüber den Kiefernmonokulturen hat.

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Neue Konzepte für die Aufforstung



Eine Waldparzelle, die ca. fünf Jahre vor dieser Aufnahme abgeholzt worden ist. Danach hat man das Waldstück sich selbst überlassen, mit dem Erfolg, dass Kiefern und andere Bäume, vor allem Eichen aufgegangen sind.


Diese Schautafel zeigt das Prinizip der naturbelassenen Regeneration des Waldes.


Der Ablauf der einzelnen Phasen vom Fällen bis zur Wiedererstehung eines Nutzwaldes.