Meschers-sur-Gironde

Blick auf die Grotte Régulus von der Oberkante der Felswand. Am linken Bildrand der Eingangsbereich. Die Grotte trägt ihren Namen  nach einem französischen Kriegsschiff namens Régulus, das 1814 vor Meschers von seiner Besatzung versenkt wurde, um es nicht in die Hände der Engländer fallen zu lassen, die damals im Bündnis mit Preußen, Österreich, Russland und vielen anderen gegen das napoleonische Frankreich Krieg führten.


Blick in die andere Richtung ebenfalls von oben.


Eine der einstmals zahlreichen Windmühlen, die ziemlich gut über die Zeiten gekommen ist.


Blick in das Innere der Grotte Régulus. Erinnerung an die Zeit, als die Störfischerei ein blühender Gewerbezweig in der Gironde war. Heute stehen die wenigen um das Überleben ihrer Art ringenden Störe in der Gironde unter strengem Naturschutz, doch weiß man nicht, ob diese Schutzmaßnahmen nicht zu spät ergriffen wurden.


Erinnerung an verflossene Zeiten, als in der Grotte Fisch verkauft wurde. Einst war die Fischerei auf der Gironde eine ergiebige Angelegenheit, die Hunderten von Fischern Arbeit gab. Heute ist davon kaum mehr als die Erinnerung geblieben.


Zuletzt war in der Grotte eine Guinguette, eine einfache Schankwirtschaft mit schmalem Küchenangebot, zu Hause.


Blick nach außen. Zu sehen ist La Bohème II, mit der man vom Port de plaisance in Le Verdon Fahrten girondeaufwärts bis nach Talmont machen kann. Bilder von einer solchen Tour zeigen wir in unserer Rubrik Girondetour 2009.


Ein altes Foto vermittelt einen Eindruck von der einst ärmlichen Möblierung der Grotte.


Teile der alten Inneneinrichtung, die den Eindruck des vorigen Bildes bestätigen.


Detailaufnahme des weichen Felsens, in den die Grotte geschlagen wurde. Zu sehen sind Muscheln und andere Ablagerungen aus der Zeit, als die heute fast 40 m aufragende Felswand Meeresboden war.


Außenansicht der Felswand von Meschers, aufgenommen von La Bohème II aus.


Der Eingangsbereich der Grotte de Régulus



Galerien aus derselben Grotte.


Meschers-sur-Gironde, 11,6 km von Royan entfernt, liegt fast genau auf halbem Wege zwischen Saint-Georges-de-Didonne und Talmont. Man zählt dort  2679 Einwohner, die eine Gemeinde bevölkern mit 15,98 km² Fläche, gelegen zwischen 0 und 39 m über dem Meeresspiegel.

Die Einwohner heißen Michelais und Michelaises.

Touristische Attraktionen des Ortes sind von Menschenhand geschaffene Höhlensysteme, von denen die bedeutendsten die Grotte Régulus und die Grotte von Matata sind.

Die Grotte Régulus, aus der die gezeigten Bilder stammen, ist seit 1986 für den Publikumsverkehr geöffnet. 2002 und 2003 wurden umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, die eine Neugestaltung des Eingangsbereichs und der Räumlichkeiten im Innern des Höhlenkomplexes mit sich brachten.

Obwohl der heutige Touristenzustrom vielleicht anderes vermuten lässt, sind diese Höhlenanlagen aus ganz praktischen Zwecken und Bedürfnissen entstanden. Es ist keine Frage, dass bei der Anlage der Umstand begünstigend wirkte, dass die Kalkfelsen, in die die Höhlungen geschlagen wurden, recht weich und daher gut zu bearbeiten sind. Wann die ersten Aushöhlungen vorgenommen wurden, weiß man nicht ganz genau, auf jeden Fall liegen diese Zeiten schon sehr weit zurück. Anfangs dienten die Höhlen als Lagerräume für Getreide, dann waren sie Verstecke für Schmuggler, schließlich wurden zu Zufluchtstätten für Protestanten in der Zeit, als es in Frankreich lebensgefährlich war, nicht katholisch zu sein. Als es keine Protestanten mehr gab die sich verstecken mussten, wohnten Arme in den Höhlungen, die sich keine ansprechenderen Wohnungen leisten konnten, und ganz zuletzt wurden Schenken in den Grotten eingerichtet, die mit bescheidenem Charme zumindest im Sommer angenehme Kühle boten.

Der Besuch der Grotte Régulus ist nur mit Führungen möglich, was allerdings durchaus zweckmäßig ist, da man sonst wohl an vielen interessanten Dingen vorbeiläuft. Eine Führung dauert ca. 45 Minuten, je nach Temperament und Erzähllust der Führerin oder des Führers.