Der pont de pierre in Bordeaux

 

Wussten Sie schon, warum der point de pierre in Bordeaux 17 Bögen hat? – Ganz einfach : Weil der Namen des einstigen Kaisers der Franzosen Napoléon  Bonaparte genausoviele Buchstaben hat.


Nachgezählt? – Stimmt!

Auch wenn das mit den 17 Bögen rein rechnerisch stimmt, ist das natürlich keine seriöse Erklärung. Aber Napoleon I. hat dennoch zentrale Bedeutung für die Brücke.

Über lange Jahrhunderte gab es im Bereich von Bordeaux keine Brücke über die Garonne. Der Verkehr über den Fluss wurde von Fährleuten besorgt, die davon gut und friedlich leben konnten. Als Napoleon I. Bonaparte 1809 den Entschluss fasste, das unbotmäßige Spanien, in dem sein von ihm als König eingesetzter Bruder Joseph mehr und mehr unter Druck geriet, militärisch zum Gehorsam zu zwingen, zog er ein Heer von 180.000 Infanteristen, über 40.000 Kavalleristen, 2.000 Kanonen und einer großen Zahl von Trossfahrzeugen zusammen. Als die bei Bordeaux über die Garonne geschafft werden sollten, lautete die Antwort: unmöglich.

Napoleon soll darauf gesagt haben: Impossible n’est pas français. (= Unmöglich ist nicht französisch.)

Verbürgt ist jedoch, dass Napoleon 1810 ein Dekret unterzeichnete, das den Bau einer Brücke in Bordeaux anordnete. Der Bau wurde zunächst in Holz, bis 1821 dann aber, nach Überwindung mancher technischer Schwierigkeiten, in Stein ausgeführt.

Das Baumaterial hat der heutigen Brücke also den Namen gegeben, weshalb das Bauwerk im Französischen in korrekter Schreibung auch pont de pierre (und nicht pont de Pierre) heisst.

Die siebzehn Bögen sind immer noch da.

Einen Spaß der besonderen Art leistete sich die französische Post im April 2004, als folgende Briefmarke erschien:


Die Marke wurde im Dezember des Jahres zurückgezogen, nicht etwa, weil die Brücke hier keine 17 Bögen hat, sondern weil der unzutreffende Eindruck erweckt wurde, es gebe eine parallel neben dem pont de pierre verlaufende eigene Brücke für die Straßenbahn.

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