Dezember 1942 : Operation Frankton

Im Dezember 1942 wurde von der britischen Marine ein Kommandounternehmen gegen den Hafen von Bordeaux durchgeführt. Der Plan sah vor, dass eine Gruppe von sechs mit jeweils zwei Mann besetzten Kajaks von einem Uboot vor der Girondemündung abgesetzt werden sollte. Von dort sollten die Männer nachts die Gironde hinaufpaddeln und sich bei Tage am Ufer versteckt halten. Nach ihrer Ankunft in Bordeaux sollten sie mit Haftminen möglichst viele Schiffe versenken, um damit den Hafenbetrieb nachhaltig zu stören.

Boote des Typs, wie sie der Operation Frankton verwendet wurden. (Abb. aus dem unten angegebenen Wikipedia-Artikel)

Am 7. Dezember um 17.30 wurden die Kajaks vor Montalivet zu Wasser gebracht, wobei jedoch ein Boot beschädigt und unbrauchbar wurde. Die verbleibenden fünf Boote machten sich auf den Weg. In der ersten Nacht gingen bei starkem Seegang zwei Boote verloren. Die Besatzung eines der drei verbleibenden Boote wurde bei Le Verdon entdeckt und gefangen genommen.

Nach der ersten Nacht versteckten sich die verbleibenden vier Männer mit ihren Kajaks bei Saint Vivien. Da das Vorankommen der Boote durch starke Gezeitenströmungen erschwert wurde, geriet der ursprüngliche Zeitplan durcheinander. Infolgedessen wurde der Beginn der Sprengaktion auf die Nacht vom 11. zum 12. Dezember festgesetzt. Eines der beiden Boote konnte alle seine Minen platzieren, während das andere keine lohnenden Ziele fand. Bei den folgenden Explosionen wurden fünf, vielleicht auch sechs Schiffe beschädigt, davon jedoch keines schwer, denn nach kurzer Zeit waren sie alle wieder verwendungsfähig.

Die vier Männer traten daraufhin den Rückweg an. Bei St. Genes de Blaye versenkten sie ihre Kajaks und setzen ihren Marsch zu Fuß mit Richtung auf die spanische Grenze fort. Zwei von ihnen wurden dabei von der Gendarmerie aufgegriffen und an die Deutschen übergeben, nur zweien gelang es, unterstützt von französischen Résistancegruppen, über die Pyrenäen nach Spanien zu gelangen und von dort nach Großbritannien zurückzukehren.

Die vier in die Hände der Deutschen gefallenen britischen Seeleute wurden kurz nach ihrer Gefangennahme wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem geheimen Kommandounternehmen erschossen.


Karte der Operation Frankton. Die runden Punkte (cachettes de jour) zeigen die Verstecke, in denen sich die Briten über Tag verborgen gehalten haben. (Die Karte stammt aus dem unten angegebenen Wikipedia-Beitrag)

Mehr:

http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Frankton