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Wussten Sie schon, dass man in einer Olympiade keine Medalillen gewinnen kann?

 

 Wenn nicht, dann klicken Sie hier

(UM, 09. 08. 2017)

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"Besatzungskinder"                                                     

(27.01.2011)

Wussten Sie schon, dass in der Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg 200.000, möglicherweise auch mehr, Kinder aus Liebesbeziehungen zwischen deutschen Soldaten und Französinnen entstanden sind? Ähnliches geschah in den meisten Ländern, in denen deutsche Truppen gestanden hatten. Das oft wenig erfreuliche Schicksal dieser Kinder, die zumeist als Besatzungskinder abgestempelt und an den Rand gedrängt wurden, war jahrzehntelang ein Thema, über das nicht gesprochen wurde. Erst in den letzten Jahren haben sich Wissenschaftler und Publizisten dieser Problematik angenommen. Wir stellen dazu zwei Titel vor:


Jean-Paul Picaper und Ludwig Norz: Die Kinder der Schande. Das tragische Schicksal deutscher Besatzungskinder in Frankreich.Aus dem Französischen von Michael Bayer. Piper Verlag München und Zürich 2005. 463 Seiten,22,90 Euro

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/359837/

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Ebba D. Drolshagen: Wehrmachtskinder. Auf der Suche nach dem nie gekannten Vater. Droemer Knaur Verlag, München 2005, ISBN-10 3426273578, ISBN-13 9783426273579. Gebunden, 400 Seiten, 19,90 EUR (inzwischen auch als Taschenbuch für ca. 10 Euro zu haben)

http://www.perlentaucher.de/buch/20258.html 

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Buchempfehlung :

Marie-France Lavarini, Jean-Yves Lhomeau, «Une histoire abracadabrantesque», éd. Calmann-Lévy, 17 euros.

Les plus grandes «petites phrases» de la Ve république – die stärksten Sprüche der V. Republik.

Angefangen mit General de Gaulle bis zum gegenwärtigen Präsidenten Sarkozy zeigt Frankreichs politische Elite der von de Gaulle begründeten  V. Republik, was sie an rhetorisch Einprägsamem zu bieten hat. Wer Spaß an solchen Erbaulichkeiten hat, kommt hier auf seine Kosten.

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Die CdC des Médoc

CdC ist die Abkürzung für Communauté de Communes, also die Vereinigung von Gemeinden unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach, wobei die Gemeinden eines solchen Verbandes ihre Selbständigkeit behalten. Sie legen jedoch ihre Aktivitäten dort zusammen, wo das zweckmäßig und meistens auch kostensparend ist, etwa bei der Müllabfuhr, Umweltfragen, Straßen- und Wegebau, kulturellen Belangen etc.

Die Einrichtung der CdC existiert in Frankreich seit 1992, als ein Gesetz in Kraft trat, das die Grundlage für die Tätigkeiten dieser Gemeindeverbände bildet. Das Gesetz wurde in den Jahren 1999 und 2002 modifiziert. Die CdC sind finanziell selbständig und regeln ihre diesbezüglichen Belange individuell durch gemeinsame Vereinbarungen. Im Jahre 2009 bestehen in Frankreich 2406 CdC, die Zahl steigt laufend an.


Im Médoc bestehen zur Zeit  sechs CdC:

 

CdC Pointe du Médoc (7. 12. 2001)

CdC Centre Médoc (28.12. 2001)

CdC Médulienne (4. 12. 2002)

CdC Les Lacs Médocains (10. 12. 2002)

CdC Cœur de Médoc (10. 12. 2002)

CdC Médoc Estuaire (11. 12. 2002)

 

Sie umfassen unterschiedlich viele Gemeinden :


CdC Pointe du Médoc: Grayan et l'Hôpital, Jau-Dignac et Loirac, Naujac sur Mer, Queyrac, Saint Vivien de Médoc, Soulac sur Mer, Talais, Valeyrac, Vendays-Montalivet, Vensac, Le Verdon sur Mer

 

CdC Médoc Estuaire : Arcins, Arsac, Cantenac, Cussac-Fort-Médoc, Labarde, Lamarque, Ludon-Médoc, Macau, Margaux, Le Pian-Médoc, Soussans.

 

CdC Les Lacs Médocains : Carcans, Hourtin, Lacanau

 

CdC Médulienne : Avensan, , Brach, Castelnau-de-Médoc, Le PorgeSainte-Hélène, Listrac-Médoc, Moulis-en-Médoc, Salaunes,  Saumos, Le Temple

Le Temple


CdC Centre Médoc : Cissac-Médoc, Pauillac, Saint-Estèphe, Saint-Julien-Beychevelle (seit Januar 2004), Saint-Laurent-Médoc, Saint-Sauveur, Saint-Seurin-de-Cadourne (seit Januar 2005), Vertheuil (seit Januar 2005)

 

CdC Coeur de Médoc : Bégadan, Blaignan, Civrac-en-Médoc, Couquèques, Gaillan-en-Médoc, Lesparre-en-Médoc, Ordonnac, Prignac-en-Médoc, Saint-Christoly-Médoc, Saint-Germain-d'Esteuil, Saint-Yzans-de-Médoc

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Wussten Sie, dass wir eine neue Rubrik mit Namen "Wussten Sie schon? " eingerichtet haben? Wir haben in diese Rubrik alle Beiträge gepackt, die mit der Frage "Wussten Sie schon?" beginnen.

Wenn Sie dieser Rubrik einen Besuch machen wollen, dann klicken Sie hier.


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Wir haben eine Bilderserie von den jüngsten archäologischen Funden in L'Amélie eingestellt. Wenn Sie sie sehen wollen, dann klicken Sie hier.

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Das seit geraumer Zeit die Gemüter der Médoc-Freunde bewegende Projekt eines Gastankerhafens in Le Verdon ist immer noch nicht vom Tisch. Wenn Sie sich mit geringem Einsatz engagieren wollen in dem Kampf gegen dieses Bauvorhaben, das die nördliche Spitze des Médoc nachhaltig (und nicht zu ihrem Vorteil) verändern würde, dann klicken Sie hier für weitere Informationen.

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Wenn Sie nicht mehr ganz sicher sind, was in die  Mülltonnen mit den gelben Deckeln auf dem Euronatgelände gehört und was nicht, dann klicken Sie hier.


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Wussten Sie schon, wozu das gut ist ? – Klar, war aber auch keine echte Frage. Aber wissen Sie, was Sie sonst noch an Gutem mit diesen Schraubverschlüssen tun können? Nein? – Dann sollten Sie hier klicken.

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Wussten Sie, dass ein französischer Schüler, der von der sixième (sechste Klasse) in die cinquième (fünfte Klasse) versetzt wird, mit der Zufriedenheit seiner Eltern rechnen kann? Wenn Sie noch nicht wissen, warum das so ist, dann klicken Sie hier.


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Wussten Sie schon, wie hoch der Tidenhub an der Pointe de Grave ist?

Nein? Macht nichts, kann man sowieso nicht im Kopf haben, weil sich das je nach Koeffizient dauernd ändert.

Hier aber ein paar Zahlen für die Pointe de Grave und für den Phare de Richard:

Datum

Ort

Koeffizient

Tidenhub

Pointe de Grave

13. Jan. 2009

103

4,73 m

Pointe de Grave

17. Jan. 2009

 59

2,83 m

Phare de Richard

13. Jan. 2009

103

5,24 m

Phare de Richard

17. Jan. 2009

 59

3,21 m

Da Prognosen schwierig sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, haben wir uns kompetente Auskunft bei folgender Adresse verschafft:

http://maree.frbateaux.net/132

Die 132 gibt die Zahlen für die Pointe de Grave an. Ohne diese Zahl gelangt man  zur Startseite mit dem Verzeichnis der abrufbaren Orte.

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Thema Brennholz

Wenn Sie wissen wollen, auf was
Sie beim Thema Brennholz bislang noch nicht gekommen sind, dann klicken Sie hier

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Bordeaux Hauptstadt Frankreichs?

Wussten Sie, dass Bordeaux dreimal Sitz der französischen Regierung und damit faktisch Hauptstadt Frankreichs war?

-          Von Anfang Dezember 1870 bis Mitte Februar 1871 im deutsch-französischen Krieg (1870/71)

-          Vom 3. September 1914 bis zum 20. Dezember 1914 im Ersten Weltkrieg (1914-1918)

-          Von Anfang Juni bis zur Etablierung der französischen Regierung unter Marschall Pétain in Vichy im Juli 1940 im Zweiten Weltkrieg

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Wussten Sie schon, dass

-          Bordeaux im Jahre 58 v. Chr. gegründet wurde?

-          es in Bordeaux über 500 Hotels gibt?

-          es von Bordeaux ungefähr gleichweit nach Paris (579 km) und Lyon (588 km) ist?

-          es in Bordeaux (noch) keinen Campingplatz , aber eine Jugendherberge gibt?

 

Das und eine wahre Flut von Informationen um und über Bordeaux finden Sie in deutscher Sprache im Internet:

 http://www.frankreich-sued.de/bordeaux-server/index.html

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Téléthon 2008

Das Wort Téléthon, eine Zusammensetzung aus télévision und marathon, bezeichnet eine ursprünglich aus den USA stammende Idee, durch eine langandauernde Fernsehveranstaltung Spendengelder einzuwerben für einen vorbenannten gemeinnützigen Zweck.

Die Idee kam gegen Ende der achtziger Jahre des 20. Jhdts. nach Frankreich und entwickelte bald eine unerwartete Dynamik. Federführend ist die AFM (Association Française contre les Myopathies – Französische Vereinigung gegen Muskelerkran-kungen), die das Fernsehprogramm France 2 (seit 2006 auch France 3 und andere Sender) mit der Übertragung beauftragt.

Inzwischen werden an zahlreichen Orten in Frankreich Veranstaltung durchgeführt, um Spenden für den Téléthon einzusammeln. In diesem Jahr wird das am 5. und 6. Dezember geschehen. Schirmherr der Veranstaltung ist Julien Clerc, das Motto lautet: Sa force, c'est nous !

Bei der ersten Veranstaltung in Frankreich wurden 1987 181.327.459 Francs (rund 29.650.000 €) eingesammelt. Gerechnet hatte man mit viel weniger, denn die vorbereitete Anzeigetafel war nur für acht Stellen eingerichtet

Seither sind mit kleineren Schwankungen die eingesammelten Beträge auf mehr als das Dreifache angestiegen. Zuletzt (2007) waren es 102.315.233 €.

Eingesetzt werden diese Mittel für die Behandlung, Forschung und Hilfen bei neuromuskulären Erkrankungen. Rund 83% der Einnahmen kommen diesen Zwecken zugute, der Rest wird aufgewendet, um Kosten zu begleichen, die mit der Gestaltung der Fernsehsendung, der Verwaltung etc. zusammenhängen.

Zusammenstelllung UM, unter Verwendung von:

http://fr.wikipedia.org/wiki/T%C3%A9l%C3%A9thon#T.C3.A9l.C3.A9thon_2004

 




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Verwaltungsgliederung des Département Gironde (33)

Das Département gliedert sich seit dem 1. Januar 2007 in sechs Arrondissements, an deren Spitze Unterpräfekten stehen.


Die Arrondissements des Département Gironde :

 Arrondissement km² Einwohner cantons Gemeinden
 Arcachon 1494 127.00 4 17
 Blaye   696 54.136 (1999)
 4 55
 Bordeaux 2903 868.933 29 140
 Langon 2306   80.000 15 198
 Lesparre-Médoc 1318   43.000 5 51
 Libourne 1283 132.000 9 129
(SUD OUEST, 12. Sept. 2008, Wikipedia-France)

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Ungebetene Strandbesucher:

Physalia physalis - Die Portugiesische Galeere

Nach dem Sturm vom 6. September hat es zwei Exemplare der Physalia physalis an den Strand zwischen Euronat und Le Gurp verschlagen. Im Anschluss an die Bilder ein im wesentlichen auf Wikipedia-Deutschland gestützter Text zum Thema

Ein noch lebendes Exemplar Physalia physalis- Portugiesische Galeere. Die ansonsten viel längeren Nesselfäden sind hier nur noch kurz (aber gefährlich!)



Links: Portugiesische Galeere: Vergleich mit Schuhgrösse 45
Rechts: Ein zweites Exemplar, bei dem die Nesselfäden besser erhalten sind (aber trotzdem nicht angefasst werden sollten)



So sieht es aus, wenn Physalia physalis, die Portugiesische Galeere  schwimmt


Physalia physalis – Die Portugiesische Galeere

Manchmal ungenau als Feuerqualle oder schlicht nur als Qualle bezeichnet, ist die Portugiesische Galeere eigentlich eine Kolonie voneinander abhängiger Polypen. Sie ist eine Art aus der Gattung der Seeblasen (Physalia),die zu den Staatsquallen gezählt wird und gehört zu dem sogenannten Pleuston, den auf der Wasseroberfläche treibenden und vom Wind angetriebenen Organismen.

Sie sind heimisch im Pazifik, aber auch vor den Kanarischen Inseln und vor Portugal, werden aber von Zeit zu Zeit durch Wind und Strömung auch an die französische Atlantikküste verschlagen.

Charakteristisches Kennzeichen ist eine bis zu 30 cm messende sackförmige Gasblase, die, mit Kohlenstoff und Stickstoff gefüllt, für den Auftrieb des Tieres sorgt und wie ein Segel wirkt. Die zahlreichen Tentakel sind blau, weiß oder rotviolett gefärbt. Sie sind meistens ca. 1,50 m lang, können aber in seltenen Ausnahmefällen bis zu 60 m lang werden.

An den Tentakeln sitzen bis zu 1000 Nesselzellen pro Zentimeter, die ein aggressives Giftgemisch enthalten. Das Gift wirkt bei Hautkontakt direkt auf die berührten Nervenzellen und führt dort zu einer Übererregung, die bis zu Atemstillstand und Herzversagen führen kann.

Bei Hautkontakt empfohlene Sofortmaßnahmen:

-         keinen Druck auf die Nesselfäden ausüben (damit nicht noch mehr Nesselzellen zum Platzen gebracht werden),

-        Großzügige Spülungen mit Salzwasser (keinesfalls mit Süßwasser oder Essiglösung, wodurch die Nesselzellen zum Platzen angeregt werden),

-         Keinesfalls Nesselzellen abreiben! (auch dadurch werden Nesselzellen zum Platzen gebracht)

-         Betroffene Stellen mit trockenem Sand abdecken und vorsichtig mit einem Spatel abstreifen.

 

Schnellstens ärztliche Hilfe suchen!

 

Das Opfer sollte viel trinken, um dem wahrscheinlichen allergischen Schock entgegenzuwirken oder ihn zu mildern.

 

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Galeere, Ergänzungen UM, 7. Sept. 2008)

 

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Historische Daten als Strassennamen in Frankreich

In Frankreich gibt es in vielen Orten viele Namen von Strassen, Plätzen, die Bezug herstellen zu historsichen Daten. Die Beobachtung trifft zu, aber es sind tatsächlich nur wenige historische Daten, die immer wieder vorkommen. Hier die drei mit Abstand häufigsten:

 


Zum 11. November 1918:

Der Erste Weltkrieg 1914-1918, für die Franzosen auch heute noch La Grande Guerre, (der grosse Krieg) spielte sich im Westen von seinem Anfang im August 1914 bis fast zum Ende in Frankreich ab, schwerpunktmäßig im Norden und vor Verdun. Nach dem Kriegseintritt der USA im Jahre 1917 und nach dem Eingreifen großer amerikanischer Truppenverbände ab Anfang 1918 im Westen erkämpften sich die Westmächte die Oberhand. Kurz vor dem Zusammenbruch der deutschen Westfront wurde am 11. November 1918 bei Réthondes, nahe Compiègne, der Waffenstillstand geschlossen, der das Ende des Krieges herbeiführte, aber nicht den Weg zu einer dauerhaften Friedensordnung eröffnete.

Der Erste Weltkrieg war ein Krieg bislang unvorstellbaren Ausmaßes. Er forderte das Leben von mehr als 9 Millionen Soldaten: 2 Mio Deutsche, 1,8 Mio Russen, 1,5 Mio  aus Österreich-Ungarn, 1,3 Mio Franzosen, 0,75 Mio aus Großbritannien, 0,117 Mio US-Amerikaner.

Der Eisenbahnwagen, in dem die Verhandlungen bei Réthondes stattfanden, wurde 1940 nach der Niederlage Frankreichs nach Deutschland abgefahren, wo er durch Bomben zerstört wurde. Heute ist in Réthondes ein baugleicher Wagen mit einer rekonstruierten Innenausstattung zu besichtigen.


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Zum 8. Mai 1945

Am  8. Mai kapitulierten die deutschen Truppen in Reims, im Hauptquartier des Oberkommandierenden der Alliierten, General Eisenhower (später von 1953-1961 34. Präsident der USA). Für Frankreich ging damit ein düsterer Abschnitt seiner Geschichte zu Ende, der am 22. Juni 1940 nach einem „Blitzkrieg“ mit einem Waffenstillstand, der wiederum in Réthondes bei Compiègne geschlossen wurde, begann, zur militärischen Besetzung des nördlichen und westlichen Frankreichs durch deutsche Truppen von 1940 bis 1944 führte und erst nach der Invasion im Juni 1944 und der danach schnellen Zurückdrängung der deutschen Truppen aus Frankreich endete. Längeren Widerstand leisteten die Deutschen im nördlichen Médoc und in dem Bereich von Royan bis La Rochelle, wo sich deutsche Truppen bis zum Mai 1945 hielten.

Frankreich verlor im Zweiten Weltkrieg insgesamt rund 600.000 Menschen, davon 250.000 Soldaten, 270.000 Zivilisten und 80.000 deportierte und ermordete Juden.

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Zum 18.März 1962

Mit diesem Datum endete die seit 1830 bestehende Herrschaft Frankreichs über Algerien, dessen nördliche Landesteile seit 1848 fester Bestandteil Frankreichs waren. Die Algerier empfanden die französische Dominanz als koloniale Unterdrückung, gegen die sich schon früh Widerstand regte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erwartete man in Algerien den Rückzug der Kolonialmacht Frankreich und den Beginn der nationalen Selbständigkeit. Als sich abzeichnete, dass diese Hoffnung nicht erfüllt werden würde, gab es in einer Reihe algerischer Städte Tumulte, die jedoch von der Polizei noch erstickt werden konnten.

Der offene Kampf begann am 1. November 1954

Die französischen Truppen wurden schnell auf mehr als 500.000 Mann verstärkt, aber sie konnten den verbissenen Widerstand der Algerier nicht brechen.

In dem rund siebeneinhalb Jahre dauernden Krieg starben nach französischen Angaben über 17.000 Soldaten der regulären französischen Armee und der Fremdenlegion . Die algerische Unabhängigkeitsbewegung FLN schätzte ihre Verluste auf rund 300.000 Mann. Die Zahl der nach der Unabhängigkeit ermordeten Zivilisten wird auf 150.000 Personen geschätzt, die zuvor auf französischer Seite z.B. als Dolmetscher tätig gewesen waren.

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Mancherorts findet man das Datum des 4. September 1870 auf Strassenschildern. Das erinnert an die Ausrufung der III. Republik nach dem Sturz Napoleons III.


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Vorsicht vor baïnes

Eine baïne (in der Sprache der Gascogne etwa: eine Wanne, Schüssel) ist ein höchst gefährliches Phänomen, das vor allem an den Küsten im Südwesten Frankreichs zu beobachten ist. Für das Zustandekommen einer baïne sind mehrere Faktoren verantwortlich: ein relativ hoher Unterschied des Meeresspiegels zwischen Ebbe und Flut, eine flache Neigung des Meeresuntergrundes und eine starke Dünung. Durch die Kräfte der Dünung wird der Sand des Meeresuntergrundes verlagert, so dass unter der Wasseroberfläche verborgene Becken gebildet werden, die senkrecht zur Küstenlinie, bis zu 100 m breit und bis zu 5 m tief sein können. In der Zeit ihrer Entstehung sind sie vom offenen Meer durch Sandbänke abgetrennt. Durch die Kräfte der Dünung werden diese Sandbänke häufig unterbrochen und der Inhalt einer Baïne entleert sich plötzlich und mit großem Sog in Richtung des offenen Meeres. Die dabei entstehenden Strömungen („sorties de baïnes“) stellen die eigentliche Gefahr dar, die von den baïnes ausgeht. Experten raten, man solle in einer solchen Situation nicht versuchen, gegen den Sog anzuschwimmen, sondern durch Gesten, Rufe etc, die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich ziehen, damit Rettungskräfte auf die bedrohliche Situation reagieren können.
Die Zeit, in der die gefährlichen „sorties de baïnes“ hauptsächlich auftreten, sind die ersten drei Stunden der auflaufenden Flut (und nicht, wie manchmal behauptet wird, die Zeit des ablaufenden Wassers).
Diese Gefahren sind naturgemäß den verantwortlichen Behörden der Küstenregionen bekannt, die immer wieder versuchen, allzu wagemutige Strandbesucher vor ihrem Leichtsinn zu schützen. Dafür sind in erster Linie die maîtres nageurs sauveteurs zuständig, die, unterstützt von ausgebildeten und zertifizierten Rettungsschwimmern, an den Küsten des südwestlichen Frankreichs dafür Sorge tragen, dass das Strandvergnügen der zahlreichen Sommergäste kein schreckliches Ende findet.
Dieses Ziel kann umso leichter erreicht werden, wenn sich alle Strandbesucher an einige wenige Regeln halten:
1. Schwimmen nur in den durch blaue Fähnchen gekennzeichneten Bereichen
2. Beachten der Farben der an den Badezonen aufgezogenen Fahnen (grün: keine Gefahr; orange: Vorsicht, rot: Badeverbot)
3. Keine Fahne: Keine Strandüberwachung

Im Jahr 2006 sind 14 Tote an den Stränden im südwestlichen Frankreich zu beklagen gewesen, davon 12 Tote, die sich außerhalb der bewachten Zeiten und außerhalb der überwachten Zonen in Wagnisse gestürzt haben, denen sie nicht gewachsen waren.

(SUD OUEST, 25. Juni 2007, aktualisiert Juli 2008)

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Das Wappen von Grayan

Das Wappen der Gemeinde Grayan-L’Hôpital ist am 20. April 1992 beim Innenministerium hinterlegt worden und seitdem geschützt.

Das Zentrum zeigt eine Spielart des Kreuzes des Ordens der Johanniter, die im 12. Jhdt. L’Hôpital gegründet haben als Kranken- und Pflegesation für die Jakobspilger.

Das 1. Viertel (links oben) zeigt stilisiert Sonne, Strand und Meer, deren Bedeutung für die Gemeinde offensichtlich ist.

Das zweite Viertel zeigt zwei gekreuzte Pilgerstäbe, die daran erinnern sollen, dass L’Hôpital die Aufgabe hatte, kranke und bedürftige Pilger zu versorgen.

Im dritten Viertel ist eine Jakobsmuschel zu sehen, die Bezug herstellt zur Lage der Gemeinden auf einem Zweig des Jakobsweges.

Das vierte Viertel verweist auf den Reichtum der Gemeinde an Großwild und Wald.

(http://www.grayan.fr/histoire_grayan_medoc.html#blason)

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Wie heissen sie denn, die Bewohner französischer Orte ?

Es ist ein Gemeinplatz, dass Deutsch eine schwere Sprache ist. Wie alle Vorurteile hat auch dieses seine schwachen Seiten. Die werden schnell sichtbar, wenn man die Bewohner von deutschen oder französischen Orten benennen will. Im Deutschen ist das ganz einfach: Ortsname + -er/-erin; Berlin – Berliner, Berlinerin, etc.

Schon fast extravagant, wenn die Bewohner von Münster sich Münsteraner nennen, aber Münster ist ja auch etwas Besonderes.

Sieht man sich im Französischen um, dann ist schnell klar, dass diese angeblich so klare und einfache Sprache zumindest in dieser Beziehung alles andere als das ist, was sie so gern sein möchte.

Urteilen Sie selbst. Nachfolgend finden Sie die Namen französischer Städte und danach die Bezeichnung für deren männliche und weibliche Bewohner.

 

Amboise – l’Amboisien, l’Amboisienne oder l’Ambacien und l’Ambacienne

Arcachon – L’Arcachonnais, l Arcachonnaise

Blois – le Blésois, la Blésoise

Chartres – le Chartrain, la Chartraine

Cognac – le Cognaçais, la Cognaçaise

Étampes – l’Etampois, l’Étampoise

Lille – le Lillois, la Lilloise

Orléans – l’Orléanais, l’Orléanaise

Poitiers – le Poitevin, la Poitevine

Tours – le Tourangeau, la Tourangelle

Falls Sie jetzt beschließen, keine weiteren Anstrengungen mehr zu machen, um Französisch zu lernen, sollten Sie zur Kenntnis nehmen, dass kaum ein Franzose die oben zusammengestellte Liste aufstellen kann. (Für irgendwas müssen doch die Französischlehrer gut sein.)

Der Normalfranzose benutzt, wenn er die korrekten Bezeichnungen nicht weiß, eine Hilfskonstruktion. Er sagt nämlich: der Bewohner von Blois, Tours etc. (L’habitant de Blois, de Tours etc.). Und damit kommt er problemlos, wenn auch wenig elegant zum Ziel: er wird verstanden, und darauf kommt es doch an.





 

Reims – le Rémois, la RémoiseRoyan – le Royannais, la Royannaise

Paris – le Parisien, la Parisienne

Limoges – le Limougeaud, la Limougeaude

Laon – le Laonnois, la Laonnoise

Évreux – l’Ébroïcien, l’Ébroïcienne

Compiègne – le Compiégnois, la Compiégnoise

Bordeaux – le Bordelais, la Bordelaise

Beaugency – le Balgentiens, la Balgentienne

Angoulême – l’Angoumoisin, L’Angoumoisine