Vendays-Montalivet:

Grange du patrimoine - "Museumsscheune"

Grange du patrimoine hört sich besser an als Museumsscheune, und außerdem hat die hier vorzustellende Einrichtung nichts von einer Scheune und ein Museum im verstaubt-konservativen Sinn ist es auch nicht. Dennoch kommt der deutsche Begriff der französischen Idee wohl am nächsten.
Wir geben einen Einblick, mit dem wir hoffen, Appetit zu machen für einen Besuch, der allerdings erst nach dem 1. Juli möglich ist, denn erst dann wird die Grange du Patrimoine für das Publikum geöffnet.
Wir waren bei der offiziellen Einweihung dabei und berichten sozusagen vorab.


Die Grange du Patrimoine liegt in Montalivet auf dem Gelände der ehemaligen Ferienanlagen der Firma Dassault.


Das der Einweihung harrende Gebäude der Grange du Patrimoine



Damit es nachher etwas aufzuschneiden gibt, wird ein Band in den französischen Nationalfarben gespannt.



M. le Maire M. Bibey hat erst das Mikrofon und dann das Wort ergriffen. Die beiden Damen am rechten Bildrand werden ab 1. Juli ihre Arbeitsplätze hinter der links sichtbaren Glasfront haben.



M. le Maire greift nach der Schere und ...



schneidet auf, das Band, wie man sieht. Nicht zu hören ist der Applaus der rund 200 Teilnehmer an der Zeremonie.



Das Innere der Grange besteht aus drei großen Haupträumen. Im mittleren Raum befindet sich das interessanteste und spektakulärste Ausstellungsstück. Hier noch nicht aktiviert, man kann aber die Konturen des Médoc und den Mündungstrichter der Gironde wahrnehmen. Im Hintergrund die Ankündigung: Das Médoc, 100.000 Jahre Geschichte.


Das Programm, das die geologische Geschichte des Médoc nach den neuesten Erkenntnissen der Forschung darstellt, ist gestartet worden. Hier ist der Zustand des Médoc um das Jahr 0 zu sehen. Von Christi Geburt an wird die Entwicklung in 100-Jahresschritten dargestellt, die zurückliegenden Epochen werden in größeren Sprüngen absolviert.


Hier das Médoc im Jahre 1000 n. Chr. Die Abfolge der einzelnen Entwicklungsstufen bringt so viele, zum Teil überraschende Einzelheiten, dass man beim ersten Durchgang unmöglich alles erfassen kann. Abhilfe ist leicht: man bleibt so lange stehen, bis man glaubt, nichts Neues mehr entdecken zu können.



In einer umlaufenden Zeitleiste werden  100.000 Jahre der Geschichte des Médoc mit reichhaltigen Abbildungen dargestellt.



In mehreren Vitrinen sind Fundstücke ausgestellt, zu denen Erklärungen über Kopfhörer abgerufen werden könen.


Goldmünzen aus der Zeit Philipps VI., die in Vensac gefunden wurden.



Ein Dachziegel mit Herstellerstempel aus dem römischen Gutshof bei Gaillan.


Viele Aspekte es Alltagslebens werden  in Bild und Text gezeigt. Hier geht es um die Verkehrswege und -mittel.



Manches läßt sich gut an alten Postkarten darstellen. Hier der älteste Bauszustand der heute noch bestehenden Kapelle in Montalivet.



Die avenue de l'Océan in Strandnähe etwa um 1900. Die heutige Bebauung hat die hier zu sehenden Gebäude vollständig verdrängt.


Einzelne Aspekte der geologischen Geschichte des Médoc werden separat erläutert.



Ein Blick in den Hauptraum, diesmal ohne Publikum.



Einer der beiden kleineren Räume, in dem noch Platz ist für mancherlei Exponate.
Falls man es noch nicht gemerkt hat: Wir halten die Grange du Patrimoine in Montalivet für eine schwergewichtige Bereicherung des kulturellen Angebots im nördlichen Médoc und wünschen ihr viele, viele interessierte Besucher.

Für Ende Juli 2011 ist eine zweisprachige (franz.- dt.) Führung durch die Grange du patrimoine geplant. Näheres werden wir in unserem Veranstaltungskalender publik machen.