Mit dem Trecker in's Médoc?



Mit dem Trecker in's Médoc? Prinzipiell möglich, technisch machbar, allerdings nicht gerade gebräuchlich. Dass es geht und dabei auch noch Spaß entsteht, wird zur Zeit in Euronat demonstriert, wo sich ein veritabler Lanz-Trecker sonnt oder auch nicht, je nachdem wie das nicht durchgehend sommerliche Wetter es mit sich bringt. Die Anreise aus westdeutschen Gefilden zog sich über nahezu drei Wochen hin, bot aber bei Tempo 20 bis geringfügig mehr, Gelegenheit Frankreich, seine Straßen, Leute und Sehenswürdigkeiten in einer Intensität wahrzunehmen wie sonst kaum möglich. Und dabei zu erfahren, dass die gewählte Art der eher gemächlichen Fortbewegung den Franzosen mehr als sympathisch ist. Experten, zu denen wir uns nicht rechnen, sehen, dass dieser Lanz eine untypische Farbgebung hat. Eigentlich müsste er blau mit rot einherkommen, was er hier aber ersichtlich nicht tut. Die Erklärung liegt darin, dass dieser Trecker gebaut wurde zu einer Zeit, als die Firma Lanz schon zum US-Unternehmen John Deere gehörte und deren Farben sieht man hier, wenn auch vorn am Trecker noch ein Lanz-Schild prangt. Technisch ist es aber ein echter Lanz-Zweitakter mit einem Zylinder, hier liegend und gemächlichen 800 Touren pro Minute. Der Dieselverbrauch bewegt ich um die 5 l pro 100 km, also auch nach modernen Maßstäben im gemäßigten Bereich. Nach Dingen wie Russfilter etc. fragt man besser nicht, aber für solche Sachen waren vor 50 Jahren, als dieser Trecker gebaut wurde, nicht einmal die Begriffe erfunden. Dem Fahrspaß tut es nach den Aussagen des Besitzers keinen Abbruch. 


Trecker dieser Altersklasse sind von Natur aus nur mit einem zugelassenen Sitz ausgerüstet. Für die Dame des Hauses wurde eine Spezialanfertigung montiert, die gasdruckgefederten Sitzkomfort der oberen Klasse bietet.

Das sehr übersichtliche Armaturenbrett, das seinen Teil zu einem entspannten Fahrgenuss beiträgt.

Wir haben oben festgestellt, dass eine Treckerexkursion in's Médoc prinzipiell und auch sonst machbar ist, fügen jedoch hinzu, dass der Zeitfaktor, bei rund drei Wochen Hin- und ebensovielen Wochen Rückfahrt, nicht gerechnet der Aufenthalt am Ziel,  zu bedenken ist. 

(UM, 9. Aug. 2011)