Soulac, 17. September 2011:

Son et Lumière vor dem alten Casino


In einer Son et Lumière-Vorstellung sollte die Geschichte des Casinos in Soulac in Bild und Ton dargestellt werden. Sollte, so ganz gelang das Unternehmen jedoch nicht. Warum, erfahren Sie weiter unten.



Nach einer kurzen Einführung und Eröffnung am heutigen Standort  des Casinos an der Strandstraße zogen, geführt von einer lautstarken Blaskapelle, die Zuschauer zum Standort des alten Casinos.

Dort wurden sie von einer Sirène empfangen, die die Conférence übernahm.


Die Zeitmaschine startete im Jahr 2011 .......

und lief zurück bis zum Jahr 1900.



Die bildmäßigen Remiszenzen an diese Zeit wurden mit Reproduktionen von alten Postkarten bestritten.



In der Mitte ein Mann, der träumend in diese ferne Vergangenheit zurückgleitet, links eine typische villa soulacaise, rechts die Basilika Notre Dame de la Fin des Terres.


Fortsetzung: links der Leuchtturm von Cordouan, rechts der Ponton am Hauptstrand von Soulac.


Badebetrieb in der angeblich guten alten Zeit.


Neben dem Casinobetrieb fanden im Gebäude des alten Casinos auch Theateraufführungen statt.


Wenn es kein Theater gab, konnte man sich immer wieder mal mit Darbietungen einfacherer Art verlustieren.


Vornehm, und vermutlich teuer, speisen konnte man auch.


Eine nicht unbedeutende Rolle für das Florieren des Casinobetriebs spielte die Eisenbahn, die vergleichswesie schnell die Strecke von und nach Bordeaux überbrückte.


Im Casino war immer etwas los.


Am Strand auch.


Das änderte sich jedoch abrupt im Juni 1940, als der Zweite Weltkrieg auch Soulac ereichte und deutsche Soldaten  für mehr als vier Jahre das Ortsbild bestimmten, was natürlich das Ende des Casinobetriebs bedeutete. Am unteren Bildrand zu sehen: Regenschirme. Viele Zuschauer suchten der Nässe wegen das Weite, die Fotografen freuten sich ein wenig, weil sie nun ein freies Blickfeld hatten.


Die deutsche Besatzung, die bis zum August 1944 relativ ereignislos gewesen war, bekam im August 1944 einen anderen Charakter, als nach dem Rückzug der Deutschen aus Bordeaux die sogenannte Festung Gironde Süd gebildet wurde, deren miltitärischer Kern in dem noch heute bestehenden Bunkergelände von Les Arros nördlich von Soulac lag.


Die Festung Gironde Süd wurde von französischen Verbänden im April 1945 angegriffen und nach wenigen Tagen erbitterter Kämpfe zur Kapitulation gezwungen. Dabei fanden auf beiden Seiten mehr als 1000 Soldaten den Tod, zu einem Zeitpunkt, als über den Ausgang des Krieges kein Zweifel mehr bestehen konnte. Das hier gezeigte Lothringerkreuz symbolisiert die Kräfte des neuen Frankreich, die sich, geführt vom General de Gaulle, nicht der Besatzungsmacht untergeordnet hatten wie das in Vichy residierende Regime des Marschall Pétain.


Eine der für den Widerstand gegen die Deutschen im Médoc besonders aktiven Persönlichkeiten war Georges Mandel, einst Bürgermeister von Soulac, an den hier erinnert wird.


Nach dem Krieg begann für das Casino eine neue Zeit. Die Zeit für die Son-et-Lumière-Aufführung, über die hier berichtet wird, war jedoch abgelaufen, da ein kräftiger Regen einsetzte, der den Abbruch erzwang. Gut möglich, dass im nächsten Jahr das Wetter besser ist.


Eines der Bilder, die im Probedurchlauf, allerdings schnell und ohne Ton gezeigt wurden, in der eigentlichen Schau aber nicht mehr zum Zuge kamen.