1983: Tornado über Montalivet

In dem Abendstunden des 18. Juli 1983 fegte ein Tornado von seltener Intensität über das CHM in Montalivet hinweg und hinterließ dort eine Spur schwerster Verwüstung. Die von dem Tornado betroffene Fläche umfasste etwa vier Hektar, die nahezu vollständig zerstört worden sind. Kiefern wurden abgeknickt, zum Teil mit Wurzeln aus der Erde gerissen, Wohnwagen sind teilweise meterweit durch die Luft geschleudert worden, viele Dächer wurden in Sekundenschnelle abgedeckt. Manchen Beobachtern schien es, als ob die entwurzelten Bäume angesaugt und in die Luft gehoben würden, bevor sie zur Erde stürzten.


Blick auf das CHM nach dem Tornado

Ein belgischer Wohnwagenbesitzer wurde tödlich verletzt, als er sein Auto in Sicherheit bringen wollte. Er wurde von seinem eigenen Wohnwagen erschlagen, der durch die Kraft des Unwetters umgestürzt und mitgeschleift wurde. Die beiden Kinder des tödlich Verunglückten wurden von Nachbarn aufgenommen, während seine Frau verletzt nach Bordeaux ins Krankenhaus gebracht wurde.

Die Präfektur gab die Zahl der schwerer Verletzten mit 27 an, die teils nach Lesparre teils nach Bordeaux gebracht worden waren. Einige Dutzend leicht Verletzter wurden auf dem Gelände des CHM medizinisch versorgt. Die materiellen Schäden sind beträchtlich. Rund 100 Zelte, Wohnwagen und Häuser sind mehr oder schwer beschädigt worden. Obwohl wegen atmosphärischer Störungen der Funkverkehr unterbrochen war, waren die Rettungskräfte schnell zur Stelle. Schon am folgende Tag konnten die Besucher des CHM, deren Unterkünfte von dem Unwetter in Mitleidenschaft gezogen worden waren, angemessen untergebracht werden, nicht zuletzt deswegen, weil unter den ca. 10.000 Personen, die sich zum Zeitpunkt des Tornados im CHM aufhielten eine Welle der Hilfsbereitschaft entstand, die mache Härte mildern konnte.

Schon am Tag nach dem Unwetter setzten gezielte Aufräum- und Aufbauarbeiten ein, bei denen Marinesoldaten von der Basis in Hourtin, Gendarmen und Feuerwehrleute ebenso wie Firmen aus der Umgebung und zahlreiche freiwillige Helfer mitwirkten.


Totalschaden

Eine unschöne Randerscheinung war das Eindringen von Plünderern, die sich die entstandene Unordnung zunutze machen wollten. Sie konnte jedoch von den Sicherheitskräften des CHM abgefangen werden, doch wurde in der Folge der Zugang zum CHM für Neugierige gesperrt.


Noch ein Totalschaden

Das Unwetter richtete auch in der  Umgebung von Montalivet Schäden an, so z. B. in Lacanau-Oceán, wo insbesondere der Campingplatz der Grands-Pins in Mitleidenschaft gezogen wurde. Schäden gab es auch in Maubuisson und Carcans

(Montalivet: La solidarité, in: SUDOUEST 20. Juli1983; vgl. auch Toute la côte touchée, ebda.)