Wasser- und Frostschäden

Wer das Médoc nur in den Sommermonaten aufsucht, denkt sicher nicht in erster Linie darüber nach, wie es dort im Winter aussieht und zugeht. Winter finden aber statt und dies mit zum Teil deutlichen Minusgraden, bei denen besonders die Wasserleitungssysteme der Häuser zu Schaden kommen können, wenn keine zweckmäßigen Vorkehrungen getroffen werden. Wir eröffnen diese Rubrik mit  Hinweisen zu Frostschäden an Wasserleitungen.

Dabei wünschen wir uns, dass unsere Leser, wie sie dies in anderen Bereichen offenbar gern gemacht haben, eigene Erfahrungen und Anregungen beisteuern, um diese Rubrik zu erweitern. Wir danken im voraus.

(UM, 18. Febr. 2012, aktualisiert: 17. März 2012))

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Winterschäden und Versicherungen

Die Frostperiode dieses Winters kam spät, aber sie war, anders als in den meisten Wintern der vergangenen Jahre, von über mehrere Tage anhaltendem Dauerfrost begleitet. Die Folge davon war ein Absinken der Temperaturen über mehre Tage innerhalb nicht beheizter Häuser unter den Gefrierpunkt.

Wenn jetzt Hausbesitzer in das Médoc zurückkehren, erleben sie daher öfter als in früheren Jahren unliebsame Überraschungen. Ohne die Unannehmlichkeiten von Frostschäden herunterreden zu wollen, besteht aber kein Grund zur Panik, man ist ja schließlich versichert.

Wer Leistungen einer Versicherung in Anspruch nehmen will, muss sich jedoch an einige Regeln und Vorschriften halten. Dazu gehört die fristgerechte Meldung eines Schadens, und gerade hier ist es für viele Versicherungsnehmer schwer, die bestehenden Fristen, die in der Regel kurz sind, einzuhalten. Bei manchen Versicherungen muss ein Schaden innerhalb von fünf Tagen gemeldet werden, eine Vorgabe, die in sehr vielen Fällen nicht einzuhalten ist. Die Versicherer wissen das und kommen den Versicherungsnehmern mehr oder weniger kulant entgegen. Gleichwohl sind auch hier der Kulanz Grenzen gesetzt. Eine Schadensmeldung, die erst mehrere Monate nach dem Schaden bei der Versicherung eingeht, hat wenig Chancen auf zufriedenstellende Regulierung.

Nach den Erfahrungen dieses Winters ist jedem Hausbesitzer im Médoc zu empfehlen, so schnell wie möglich selbst oder unter Einschaltung von Freunden und Bekannten, zu prüfen, ob Winterschäden eingetreten sind. Wenn sich dabei herausstellen sollte, dass nicht alles so ist, wie es sein sollte, dann sollten die registrierten Auffälligkeiten der Versicherung umgehend gemeldet werden. Einzelheiten können dann gegebenenfalls immer noch nachgereicht werden.

Die Versicherung erwartet im Schadensfall, dass eine kurze Darstellung des registrierten Schadens vorgelegt wird, die, wenn möglich mit einigen wenigen, aber aussagekräftigen Fotos illustriert wird. Vorzulegen ist auch ein Kostenvoranschlag für die eventuell erforderlichen Reparaturen, der die Basis für die Regulierung des Schadens bildet. Da dieser Voranschlag in den meisten Fällen wohl erst erstellt werden kann, wenn der Hausbesitzer wieder vor Ort ist, sollte die Versicherung zusammen mit der Schadensmeldung darüber informiert werden, dass der Kostenvoranschlag nachgereicht werden muss, wobei es günstig ist, einen wahrscheinlichen Zeitpunkt dafür anzugeben.

 (UM, 17. März 2012)



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Noch ein Tip

Wer über einen Außenwasserhahn verfügt und daran einen Schlauch anschließen kann, der ist bei vielen Gelegenheiten gut dran. Wenn man jedoch einen solchen Wasserhahn am Ende einer Frostperiode aufdreht, feststellt, dass (noch) kein Wasser kommt und  vergisst,  den Hahn säuberlich zuzudrehen, kann man eine böse Überraschung erleben, wenn anschließend große Mengen Wasser unkontrolliert austreten. Die Wasserlieferanten verlangen in solch einem Fall, dass der von der Wasseruhr gemessene Verbrauch bezahlt wird. Nicht schön, aber irgendwie noch zu verstehen.

Gleichwohl gibt es eine Möglichkeit, in einem solchen Fall den Schaden zu mindern und die Forderung zu reduzieren, wenn man den Wasserlieferanten darauf hinweist, dass das unkontrolliert verströmte Wasser nicht in die Kanalisation gelangt sei und deswegen der im Wasserpreis enthaltene Anteil für die Abwasserentsorgung keine Begründung habe. Wir wissen von Fällen, bei denen dann die Rechnung reduziert wurde. Also: versuchen.

Als Verhandlungsgrundlage sollte dabei auf die Differenz zwischen dem üblichen und dem ungewöhnlich hohen Wasserverbrauch verwiesen werden und für diese Menge der Erlass der Abwasserkomponente gefordert werden. Notfalls sollte man mit Einschaltung eines Anwalts drohen, falls sich sonst kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen lässt.

(UM, 05. 03. 2012)


Frostschäden an Wasserleitungen

 

Das Wasserversorgungsunternehmen Veolia weist auf Risiken und Gefahren für Wasserleitungssysteme nach der zu Ende gegangenen Frostperiode hin.

Bei den Ratschlägen steht einer, der sicher vielen Hausbesitzern bekannt ist. Man kann nämlich auf recht einfache Art und Weise feststellen, ob ein Wasserleitungssystem ein Leck hat.

Dazu werden alle Wasserhähne und Entlüftungsstellen hinter dem Haupthahn geschlossen. Dann wird der über Winter hoffentlich geschlossene Haupthahn geöffnet und das Leitungssystem des Hauses mit Wasser gefüllt. Danach müssen alle Wasserhähne nacheinander geöffnet werden, damit die in den Leitungen enthaltene Luft entweichen kann. Sobald aus einem Hahn stetig und ohne Luftgeräusche Wasser kommt, wird dieser geschlossen und die gleiche Prozedur am nächsten Wasserhahn vollzogen.

Wenn das Wassersystem des Hauses (einschließlich Heißwasserboiler) ordnungsgemäß gefüllt ist, werden alle Entnahmestellen geschlossen.

Anschließend kann an der Wasseruhr kontrolliert werden, ob noch Wasser fließt, d.h. ob im schlimmsten Fall ein Leck vorhanden ist.

Das Anzeigegerät, das für diese Kontrolle genutzt wird, ist die kleine Scheibe an der Wasseruhr, die zur Hälfte blank und zur anderen Hälfte farbig ist. Jedesmal, wenn Wasser fließt, kreist diese Scheibe, langsam oder schneller, je nach Durchflussmenge.

Wenn die Scheibe bei geöffnetem Haupthahn über längere Zeit still steht, während alle Entnahmestellen geschlossen sind (und auch der Boiler wieder voll gelaufen ist), kann man sicher sein, dass es im Wasserleitungssystem des Hauses kein Leck gibt. Wenn die Scheibe sich trotz geschlossener Wasserhähne nicht ruhig verhält, müssen alle Stellen, an denen Wasser austreten könnte (Wasserhähne, Wasserspülung, Entlüftungs- und Ablassventile etc.) daraufhin überprüft werden, ob nicht doch evtl. kleine Mengen Wasser austreten können. Zu den manchmal hartnäckig leicht undichten Stellen gehören auch die Ablassventile oder –schrauben an der hausseitigen Seite der Wasseruhr. Wenn nach sorgfältiger Kontrolle aller möglichen Entnahme- und Ablassstellen doch noch Bewegung in der kleinen Scheibe an der Wasseruhr ist, dann ist Grund zu der Befürchtung, dass im Leitungssystem des Hauses ein Leck aufgetreten ist, das umgehend repariert werden muss. Zuständig ist dafür ein geeigneter Fachbetrieb.

Für den Fall, dass die besagte kleine Scheibe nicht zur Ruhe kommt, obwohl keine Entnahmestelle geöffnet ist, sollte der Haupthahn bei der Wasseruhr zugesperrt werden. Wenn Wasser im Haus gebraucht wird, kann man ihn kurzfristig öffnen, um die Mengen des durch das Leck entweichenden Wassers zu begrenzen. Das ist zwar nicht bequem, spart aber Kosten und erlaubt einen, wenn auch notdürftigen Gebrauch des Wassersystems im Haus.

Das Wasser, das durch ein Leck im Leitungssystem eines Hauses austritt, wird von dem Wasserversorger genauso berechnet, wie regulär verbrauchtes Wasser. Chancen auf Rabatte und Nachlässe gibt es kaum oder gar nicht. Zu beachten ist der rechtliche Hintergrund, der das gesamte hausseitige Leitungssystem hinter der Wasseruhr der Verantwortlichkeit des Hausbesitzers zurechnet.

Veolia hat in der Vergangenheit mehrfach Versicherungen angeboten, die die Risiken der hausseitigen Wasserleitungen abdecken sollen, doch sind dafür die Tarife so gestaltet, dass sich längeres Nachdenken vor Abschluss einer solchen Versicherung lohnt.

 

Notfalls hilft das Kundendiensttelefon von Veolia weiter:

 

Tel.: 0810 000 777 (Berechnung zum Ortstarif)

 

Mehr auf dieser Internetseite:

http://montceau-news.com/la_communaute/63023-veolia-communique.html