Juni 2017

Tour de France 2017

Es ist wieder so weit: am 1. Juli startet die Tour de France 2017. Startort ist diesmal Düsseldorf, das damit zur vierten deutschen Stadt wird, von der aus die Tour auf die Reise geht. Der erste deutsche Startort war übrigens West-Berlin im Jahre 1987, also noch vor der Wende und dem Mauerfall. In diesem Jahr  sind von den Startern ein Viertel Tourneulinge, exakt 49. Die Franzosen stellen traditionsgemäß die größte Gruppe mit 39 Teilnehmern vor Italienern (18) Deutschen und Belgiern (je 16), Holländern (15), Spaniern (13, Australiern und Briten (je 9). Der jüngste Teilnehmer ist 22 Jahre alt, der älteste 40. Erstmalig werden in diesem Jahr alle Etappen in voller Länge im französischen Fernsehen übertragen. Im Médoc wird in diesem Jahr allerdings nichts von der Tour-Karawane zu sehen sein, doch kann sich das in den nächsten Jahren wieder ändern.

(Quatre choses à savoir sur le Tour 2017, in: SUDOUEST, 29. 06. 2017)

 



Unter der Hochgeschwindigkeitsstrecke

Eigentlich, könnte man meinen, hat die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke der französischen Bahn von Tours nach Bordeaux nichts mit der Archäologie zu tun, doch wer ein wenig die einschlägigen französischen gesetzlichen Regelungen kennt, weiß, dass ein Bauwerk wie eine neue Bahnlinie erst dann in Angriff genommen werden kann, wenn die Archäologen da gewesen sind und grünes Licht gegeben haben. Bei der neuen Bahnlinie von Tours nach Bordeaux ist eine Gesamtstrecke von 320 km untersucht worden, wobei rund 3500ha unter die Lupe genommen wurden. Insgesamt sind 126 Grabungen durchgeführt wurden, an denen 850 Archäologen beteiligt waren. Sie haben bei ihren Untersuchungen rund 30.000 Sondierungsgräben angelegt, die eine Fülle von teils überraschenden Ergebnissen zu Tage gefördert haben. An 49 Stellen wurden intensive Grabungen durchgeführt, um die dort vorhandenen Entdeckungen möglichst umfassend erforschen zu können. Die ältesten Funde reichen in eine Zeit vor 400.000 Jahren zurück, doch sind die meisten deutlich jünger. Einige Grabungen sind noch nicht abgeschlossen, doch sind die Experten mit ihrer Ausbeute schon jetzt mehr als zufrieden. Zufrieden sind sie auch damit, dass in Frankreich die Archäologen per Gesetz befugt und verpflichtet sind, vor jeder Baumaßnahme zu prüfen, ob dort archäologisch relevante Bestände vorhanden sind. Die Ergebnisse der zahlreichen Grabungen sind in Bordeaux im Musée d’Aquitaine in einer Ausstellung zusammengefasst, die am 27. Juni 2017 eröffnet wurde und die bis in den Herbst dieses Jahres zugänglich sein wird.

(A.Maisonneuve: Sous la LGV, 400 000 ans d’histoire, in: SUDOUEST, 28. 06. 2017)

 



Weltkulturerbe im Département Gironde

Vor zehn Jahren wurde Bordeaux in die Liste der von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählten Orte aufgenommen, was damals an der Garonne als eine Art Großes Los empfunden wurde. Nahezu vergessen ist schon, dass  2008 Bordeaux beinahe aus dieser illustren Liste wieder gestrichen worden wäre, weil aus unerfindlichen Gründen der im Bau befindliche Pont Chaban-Delmas  als Störfaktor empfunden wurde. Bordeaux hatte allerdings Glück, anders als Dresden, das fast zeitgleich in einer kritischen Situation hinsichtlich seines Status als Weltkulturerbe war. In Dresden war es auch eine Brücke, die störte, doch hatte die sächsische Landeshauptstadt weniger Glück oder Geschick, denn sie verlor tatsächlich ihren Status. Für Bordeaux hat sich offensichtlich die Erhaltung des UNESCO-Labels günstig ausgewirkt, denn der Tourismus in die Metropole an der Garonne hat beständig zugenommen.

Dabei wird jedoch manchmal übersehen, dass es im Département Gironde noch andere von der UNESCO ausgezeichnete Orte gibt. Es begann 1998 mit der Auszeichnung der Jakobspilgerwege, die 1999 von Saint Émilion gefolgt wurde. Im Jahr nach Bordeaux wurde der Festungsgürtel Blaye- Fort Paté – Fort Médoc in die Liste aufgenommen, und 2016 folgte die Cité Fugès in Pessac, in der der Stararchitekt Le Corbusier 17 Bauwerke gestaltet hatte. Noch nicht in die Liste aufgenommen ist bisher der Leuchtturm von Cordouan, von dem nur wenige verstehen, warum er nicht schon längst ausgezeichnet worden ist. Immerhin ist aber das Verfahren auf den Weg gebracht, das vielleicht schon 2018, vielleicht aber auch erst ein paar Jahre später den Leuchtturm in ein erhabeneres Licht tauchen wird.

(C. Darfay: Il y a 10 ans, le gros lot de l’Unesco, in: SUDOUEST, 27. 06. 207)

 



Saison 2017

Nach einer aus Sicht der Tourismusbranche „schwierigen“ Saison 2016 erwartet man für das Jahr 2017 rundum zufriedenstellende Ergebnisse. Die bisherigen Zahlen für April und Mai sind für die Hälfte der daran interessierten Betriebe sehr gut, weitere 40% stufen sie als gut ein. Und für die kommenden Monate sieht es ähnlich erfolgversprechend aus. Die Zahl der Franzosen, die Ferien in heimischen Gefilden machen wollen, hat zugelegt, und auch bei den Ausländern, namentlich den Holländern, die zuletzt etwas zurückhaltender waren, ist das Interesse an Frankreich als Ferienland wieder angestiegen. Das Departement Gironde nimmt mittlerweile den vierten Platz der französischen Ferienregionen  ein, nach Pars, der Charente maritime und dem Var. Innerhalb des Departements sind es vor allem die Küstenorte, die vom Zustrom profitieren, was dort naturgemäß mit Zufriedenheit registriert wird.

(P. Tillinac: Des vacances d’été qui s’annoncent bien, in: SUDOUEST, 26. 06. 2017)


Chœur médocain

Am 20. Juni haben sich die Mitglieder des Médoc-Chores zu ihrer Jahresversammlung in der Salle d’amitié et loisirs in Montalivet eingefunden, um die Dinge, die das Vereinsleben des Chores in den nächsten zwölf Monaten bestimmen werden, zu besprechen. Die wichtigste Nachricht, die dabei herauszuhören war, die, dass der Chor mit Optimismus in die Zukunft blickt und für die kommenden Wochen schon eine Reihe von Auftritten fest geplant hat. Zu diesem Optimismus trägt nicht unerheblich bei, dass man sich auf finanzielle Unterstützung der Gemeinde verlassen kann, ohne die es manches Problem gäbe, das vielleicht nur mit Schwierigkeiten zu lösen wäre. Der Bürgermeister von Vendays-Montalivet, der an der Versammlung teilnahm, bekräftigte den Willen der Gemeindeverwaltung, den Chor weiterhin zu unterstützen. Dabei verwies er darauf, dass es in der bald fertiggestellten Salle culturelle noch günstigere Bedingungen für Auftritte in der Gemeinde geben wird.

(L. Llobell : Les chanteurs du Choeur médocain en assemblée, in : SUDOUEST, 22. 06. 2017)


Neue Fahrpläne

Am 2. Juli wird auf der neuen Strecke zwischen Tours und Bordeaux der planmäßige Betrieb mit den Hochgeschwindigkeitszügen der neuen Generation aufgenommen, was dazu führt, dass von da an für Züge, die die Strecke von Paris nach Bordeaux ohne Halt durchfahren, eine Reisezeit von nur noch 2 Stunden und 4 Minuten benötigt wird, um vom Gare Montparnasse in Paris zum Gare Saint-Jean in Bordeaux zu gelangen. Als Folge der neuen Fahrpläne für die Hochgeschwindigkeitszüge müssen auch die Fahrpläne für die Regionalzüge neu gestaltet werden, zumal dann, wenn, wie es die SNCF beabsichtigt, die Vorteile der schnelleren Verbindung auch an die Reisenden weitergegeben werden sollen, die nicht direkt an den Bahnhöfen der Hochgeschwindigkeitszüge wohnen. Für den regionalen Bankverkehr im Médoc ist es daher notwendig, komplett neue Fahrpläne zu erarbeiten. Damit die auch tatsächlich dazu führen, dass die Hochgeschwindigkeitszüge mehr Reisende anziehen, muss allerdings die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Regionalzüge verbessert werden. Das ist offenbar dringend erforderlich, denn im vergangenen Jahr waren in der Region Aquitanien nur 87,5% der Regionalzüge pünktlich, weit weniger als die Bahn versprochen hatte. Als Folge ging die Zahl der Bahnreisenden auf den Regionalstrecken um 5% zurück. Die Verantwortlichen der Bahn zeigten sich alarmiert und versprachen Besserung. Im Rahmen der daraufhin eingeleiteten  Maßnahmen sind unter anderem 50 neue Triebwagenführer eingestellt und neue Triebwagen angeschafft worden. Der Erfolg dieser Bemühungen zeigte ich in der Verbesserung der Pünktlichkeit der Züge auf 92% in den ersten Monaten das Jahres 2017 und einer Zunahme der Zahl der Reisenden um 3% in demselben Zeitraum. Ob diese Wendung zum Positiven anhält und ob dadurch das arg ramponierte Ansehen der Regionalzüge nachhaltig verbessert werden kann, wird abzuwarten sein, da viele potentielle Nutzer skeptisch sind hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Bemühungen der Bahn. 

(N. César: Le TER aussi passe à la grande vitesse, in: SUDOUEST, 23. Juni 217)



Mit der Tram nach Lacanau?

Ab Anfang Jui 2017 wird ein eiliger Reisender in 2 Stunden und 4 Minuten mit dem neuen TGV von Paris nach Bordeaux gelangen, doch wenn er nach Lacanau weiterfahren will, wird er merken, dass es im Médoc weniger eilig zugeht. Nicht nur aus dieser Überlgung heraus prüft man zur Zeit in Lacanau, ob der Badeort mit einer Überlandstraßenbahn an das Tram-Netz von Bordeaux angeschlossen werden kann. Man hat schon ungefähre Vorstellungen von den Kosten, die in der Größenordnung von 150 bis 200 Millionen Euro angesetzt werden und wird daher bei den Planungen sehr sorgfältig prüfen, ob ein derartiges Projekt rentabel betrieben werden kann. Dabei kann man in Rechnung stellen, dass die Bevölkerungszahl von Lacanau auf 7500 bis zum Jahr 2030 ansteigen wird, was zu einer deutlich zunehmenden Zahl von Reisen von und nach Bordeaux führen wird. Falls die Olympischen Spiele 2024 nach Frankreich vergeben werden sollten, was allerdings noch längst nicht sicher ist, würde Lacanau mit recht großer Wahrscheinlichkeit Austragungsort der Surfwettbewerbe, was für das Projekt Überlandstraßenbahn einen zusätzlichen kräftigen Anschub bringen würde. Hinschtlich der Steckenführung dürfte es keine Probleme geben, zumal schon einmal eine Banhnverbidung von Bordeaux nach Lacanau bestanden hat, die allerdings 1978 stillgelegt und anschließend demontiert wurde.

(J. Lestage / D. Lherm: Lacanau pense tram-train, in: Sudouest, 24. 06. 2017)



Motorrad-Invasion

Am letzten Juni-Wochenende wird es in Montalivet und Umgebung wieder laut, denn zur 23. Auflage des Motorradtreffens mit dem bezeichnenden Namen Show Bike werden 15.000 vorwiegend großvolumige motorisierte Zweiräder erwartet, die aus ganz Frankreich und darüber hinaus aus vielen Ecken Europas herbeiströmen. Unter ihnen werden mehrere tausend Harley-Davidson sein, die peinlich darauf bedacht sind, ihre Gefährte durch reichhaltige Applikationen von Chrom und sonstigem Zierrat so zu individualisieren, dass sie als Unikat einherkommen. Neben den an technischen Vorstellungen einer vergangenenen Zeit orientierten Harleys gibt es auch ein paar richtige moderne Motorräder, die freundlich geduldet werden, wenn sie den Blick auf die Harleys nicht verstellen und wenn sie sie sich akustisch nicht in den Vordergrund drängen.

Während des Motorradwochenendes ist in den Lokalen an der Avenue de l’Océan  selten ein freier Platz zu ergattern, wobei man sich allerdings wundert, dass die oft martialisch gewandeten Biker, wenn sie nicht auf ihren Maschinen sitzen, nett und freundlich miteinander umgehen und damit dazu beitragen, dass Vorurteile gegen motorisierte Zweiradfahrer, die vielleicht hier und da bestehen, abgebaut werden. Für die Unterkunft der vielen zusätzlichen Gäste wird am Ortseingang von Montalivet vorübergehend ein Campingplatz eingerichtet, auf dem Unmengen von Zelten aufgestellt werden. Langeweile wird in diesen Tagen weder bei den Bikern noch bei den Zuschauern aufkommen, denn auf dem Programm steht eine lange Reihe von Veranstaltungen, an der Spitze Freiluftkonzerte, Motorradschauen, Stände, Tätowierungen, Sexy Shows und manches mehr. Damit wird vorprogrammiert, dass im nächsten Jahr zur 24. Auflage des Show Bike noch mehr Freunde dieser Veranstaltung anreisen werden als in diesem Jahr.

(15 000 motos sont attendues ce weekend à Montalivet, in: SUDOUES, 22. 06. 2017)

Bilder vom Show Bike 2016: Klick


1,7 Tonnen Kokain

Auch bei der Polizei in Departement Gironde werden Rekordlisten geführt, z.B. für die größten beschlagnahmten Kokainmengen. Die bisherige Höchstmarke stand bei 1 Tonne, von der Polizei aus dem Verkehr gezogen am 30. November 2016. Die neue Rekordmenge liegt seit wenigen Tagen bei 1,7 Tonnen Kokain, angeschwemmt am Strand von Mimizan und dort sofort eingesammelt und in polizeilichen Gewahrsam genommen. Wenn das Rauschgift auf den Markt gelangt und dort verkauft worden wäre, hätte es einen Wert von 120 Millionen Euro erbracht, den es nunmehr allerdings nur auf dem Papier hat, denn es wird in Kürze vernichtet, ohne dass sich irgendjemand daran bereichern kann. Das am Strand von Mimizan beschlagnahmte Kokain kam auf einem Segler aus Südamerika und wurde auf zwei Schlauchboote umgeladen, die dazu bestimmt waren, die heiße Ware an den Strand zu bringen, wo sie von einer Gruppe von vier Männern erwartet wurde. Die beiden Schlauchboote waren aber in einem so miserablen Zustand, dass sie in Seenot gerieten und zu sinken drohten. Das wurde von einem Fischerboot beobachtet, das eine Rettungsaktion auslöste, zu der ein Hubschrauber eingesetzt wurde. Der kam an zu einem Zeitpunkt, als die Besatzungen der Schlauchboote sich schon schwimmend ans Ufer gerettet hatten, doch entdeckte die Hubschrauberbesatzung Ungewöhnliches im Wasser in Gestalt von vielen kleinen weißen Beuteln, die bei normalen Schiffbruchsituationen nicht beobachtet werden. Die Meldung von diesem Vorkommnis ging an die Polizei, die schnell und wirksam reagierte. So wurden die Schiffbrüchigen festgesetzt und auch das Begrüßungskomitee ausfindig gemacht, das das Kokain entgegennehmen und weiterbefördern sollte. Insgesamt wurden elf Personen in Untersuchungshaft genommen, die meisten von ihnen Griechen und Spanier. Unbeschadet ihrer Nationalität werden sie aus der Untersuchungshaft direkt für einige Jahre in Gefängnisse wandern, wobei die französische Justiz nicht durch Zimperlichkeit bei den Urteilszumessungen auffällt.

(J.-M. Desplos; 1,7 tonne de cocaïne saisie sur la plage, in: SUDOUEST, 22.06.2017)

Internet bis zum Strand

Die Franzosen wollen am liebsten dauernden Zugang zum Internet haben, und das überall. Das ergab eine im Auftrag des Telecom-Anbieters Orange durchgeführte Studie. Schon vorher hatte es sich in den Verwaltungen der Ferienorte herumgesprochen, dass Touristen nicht selten die Entscheidung über ihren Zielort davon abhängig machen, ob sie dort einen kostenfreien Zugang zum Internet bekommen. In Hendaye haben sich im letzten Jahr 42.000 Personen über die fünf Zugangspunkte der Stadt in das Internet eingewählt, im Jahr davor hatte man 15.000 gezählt. Auf der Seite der Sommergäste reisen 92% an mit mindestens einem Gerät, das einen mobilen Zugang zum Internet ermöglicht. Immerhin 83% der Sommergäste geben an, dass sie während des Urlaubs weniger intensiv im Internet unterwegs sein werden als sonst, aber wie es aussieht, halten sich nur wenige an diesen Vorsatz. 99% der Franzosen erklären, dass sie auch im Urlaub unbedingt telefonieren müssen, mehr als 50% geben an, dass sie nicht umhin können, SMS zu verschicken oder zu empfangen. Email-Nutzung ist für 27% der Franzosen auch in den Ferien wichtig, und 18% wollen nicht auf den Zugang zu den sogenannten sozialen Netzen verzichten.  

(P. Tillinac: Le Wi-Fi gratuit jusque sur les plages, in : SUDOUEST, 21. 06. 2017)

 

Eine Schule für Esel

Eseln wird eine ganze Reihe negativer Eigenschaften angehängt, von denen die, die diese Tiere kennen, jedoch sagen, dass sie zumeist ungerecht und unbegründet sind. In Villneuve-sur-Lot gibt es gar eine Schule, in der auf die Lernfähigkeit von Eseln und Maultieren gesetzt wird, um sie auf die Verwendung im Gemüseanbau vorzubereiten. Und tatsächlich besteht namentlich im biologisch orientierten Gemüseanbau eine kräftige Nachfrage nach geduldigen, kräftigen und lernfähigen vierbeinigen Helfern, die überall dort eingesetzt werden können, wo motorisierte Gerätschaften entweder zu schwer, zu sperrig oder einfach mit den Grundsätzen des naturnahen Gemüseanbaus nicht in Einklang zu bringen sind. Für Esel bestehen,  besonders im biologisch orientierten Gemüseanbau, Verwendungsmöglichkeiten, da sie dort wegen ihrer geringeren Größe und wegen der größeren Wendigkeit deutliche Vorteile gegenüber Pferden haben.  Die landläufige Meinung, nach der Esel störrisch und ungelehrig seien, ist nach Ansicht der Ausbilder von Eseln irrig, denn Esel sind sehr wohl  lernfähig und sogar lernwillig, wenn man das, was man von ihnen erwartet, so vermittelt, dass die Tiere es begreifen und behalten können. So lernen Esel zum Beispiel, dass sie in den oft eng bepflanzten Gemüsekulturen ihre Hufe nur dorthin setzen dürfen, wo keine Pflanzen stehen und auch, dass die Pflanzen auf einem Gemüsefeld für sie tabu sind. Dabei kommt es nach relativ kurzer Zeit, wenn der Ausbilder die notwendige Geduld und Ruhe aufbringt, zu einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Ausbilder und Esel, das dafür sorgt, dass Esel wirklich nützliche und lenkbare Helfer werden. Interessenten, die jetzt Lust darauf haben, ihren Esel ausbilden zu lassen oder einen ausgebildeten Esel zu erwerben, gehen am besten auf die Internetseite: www.equides-formation.fr

Oder sie rufen an unter : 06 18 55 33 86.

(V. Deymes: Quand les ânes sont les premiers de la classe, in: SUDOUEST, 17. 06. 2017)



Hitzewelle im Südwesten

Am 19. Juni war es um 17.00h im Südwesten Frankreichs so warm wie es eigentlich zu dieser Jahreszeit normalerweise nicht ist:

Gemessen wurden in:

Biarritz :                            38 Grad

Dax:                                   37 Grad

Bordeaux und Nantes :    36 Grad

Die Tendez für die nächsten Tage zeigt keine merkliche Abkühlung an.

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Lückenhafte Strandsicherung

Der Bürgermeister von Lacanau, Laurent Peyrond,  ist gleichzeitig Präsident des neuen Office de tourisme Médoc atlantique und des Syndicat intercommunal pour la surveillance des plages et des lacs girondins (Sivu). In dieser Eigenschaft kümmert er sich in besonderer Weise um die Sicherheit an den Stränden des Médoc, an der es in diesem Jahr einiges auszusetzen gab. Es ereigneten sich eine Reihe von mehr oder weniger kritischen Situationen, bei denen Strandbesucher in Lebensgefahr gerieten, aus der sie letztlich nur durch das Zusammentreffen günstiger Umstände gerettet werden konnten.  Der Bürgermeister von Lacanau erklärte dazu, dass es schwierig sei, einen für die gesamte Médoc-Küste einheitlichen Zeitplan für die Aktivitäten der Strandaufsichten aufzustellen, da die verschiedenen Strände nicht immer zu den gleichen Zeiten frequentiert würden. Außerdem sei es ein finanzielles Problem, alle Strände so zu bewachen, dass keine Sicherheitslücken bestehen blieben. Letztlich sei es aber vordringlich erforderlich, dass sich alle Strandbesucher sicherheitsbewusst und umsichtig verhielten, denn der Atlantik sei kein zu allen Zeiten ungefährlicher Badesee. An die staatlichen Instanzen gerichtet, monierte er, es sei paradox, dass mit öffentlichen Mitteln immer mehr Reklame gemacht werde, um Touristen in die Region zu ziehen, anderseits aber die Mittel, die z. B. an den Stränden erforderlich seien, um dem zunehmenden Touristenstrom sichere Ferien zu gewähren, reduziert würden.

(A. Latron: « Moderniser la surveillance des plages », in: SUDOUEST, 17. 06. 2017)

Mehr zur Strandsicherheit: Klick



Wahl zur Nationalversammlung : 2. Durchgang

Schon die ersten Schätzungen nach Schließung der letzten Wahllokale um 20.00h waren sich sicher, dass das nach den vorangegangenen Umfragen zu erwartenden Ergebnis mit einem deutlichen Sieg und Übergewicht der Partei La Republique en marche bestätigt würde. Dabei wurde zwar nicht die gelegentlich vorausgesagte Zwei-Drittel-Mehrheit der Partei des neu gewählten Staatspräsidenten erreicht, aber eine Mehrheit jenseits der 60% ist in Parlamenten das, wovon viele Regierungen nur träumen.

Im  fünften Wahlkreis des Departements Gironde, der im wesentlichen das nördliche Médoc umfasst, gab es einen neuen Abgeordneten, denn die bisherige Vertreterin dieser Region, Pascale Got von der Sozialistischen Partei, unterlag ihrem Kontrahenten von La République en marche knapp aber unbestreitbar.

In der neuen Nationalversammlung wird es nur noch vier Gruppierungen mit Fraktionsstatus geben. Der rechtsaußen agierende Front national bleibt mit lediglich ca. 7 Sitzen ein gutes Stück von diesem Status, der für die parlamentarische Arbeit eine Reihe von Vorteilen bietet, entfernt.

Trotz der auf den ersten Blick statistisch erfreulichen Ergebnisse werden aber aus dem Amtssitz des Staatspräsidenten keine Geräusche zu gehören sein, die darauf schließen lassen, dass dort Champagner serviert wird.  Der Grund dafür liegt in einer katastrophal niedrigen Wahlbeteiligung, die nur wenig über 40% lag. Von dieser schon niedrigen Wahlbeteiligung müssen noch die Stimmzettel abgezogen werden, die ungültig gemacht worden waren und die, die ohne Ankreuzung eines Kandidaten eingeworfen worden sind.

Während in Grayan-et-L’Hôpital 40,92% der Stimmberechtigten gültige Stimmen abgegeben haben, waren es in Gaillan nur 33,63%, in Lesparre 32,67%, in Vendays-Montalivet 36,62%, in Soulac 40,67% und in Naujac 32,80%.

Es wird eine der vordringlichsten Aufgaben der neuen Regierung sein müssen, sich zu überlegen, wie man die Teile der Bevölkerung, die durch ihr Fernbleiben von den Urnen oder durch die Abgabe von ungültigen bzw. weißen Stimmzetteln signalisiert haben, dass sie auf Distanz zum politischen System in Frankreich gegangen sind, wieder zurückgewinnen kann. Gelingt das nicht, wird der von Präsident Macron erwartete Modernisierungsschub für die französische Gesellschaft und Wirtschaft nicht die Dimensionen erreichen können, die für erforderlich gehalten werden.

(UM, 19. 06. 2017)


Recycling der neuen Art

Die Müllabfuhr im nördlichen Médoc wird von SMICOTOM besorgt, einem Unternehmen, das in gemeinschaftlichem Eigentum von rund 30 Gemeinden der Region ist. Eines der wichtigsten Ziele ist es dabei, Müll zu vermeiden, und dazu gibt es nach Vorlaufplanungen, die zwei Jahre zurückreichen jetzt ein viel versprechendes neues Projekt. Dabei werden ausrangierte Elektro- und Haushaltsgeräte einer neuen Verwendung zugeführt, wenn das wirtschaftlich sinnvoll ist. Zu diesem Zweck hat Smicotom in Naujac ein 500 m² großes Gebäude errichtet, das jetzt in Betrieb genommen wurde. Darin werkeln zwei Techniker, die Geräte, die in den neun Déchetterien der Region eingeliefert worden sind, einer eingehenden Überprüfung unterziehen und danach entscheiden, welche Geräte ohne weitere Maßnahmen noch funktionsfähig sind  und welche mit geringem Aufwand wieder in einen gebrauchsfähigen Zustand gebracht werden können. Vom Herbst dieses Jahres an wird das Gebäude für das Publikum geöffnet, das dann die als verwendbar eingestuften Geräte begutachten und für einen geringen Preis kaufen kann. Anfangs wird sich das Angebot auf Geräte beschränken, die ohne Reparatur- Maßnahmen in Gebrauch genommen werden können. Bald will man jedoch dazu übergehen, systematisch Überholungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, um für einen möglichst großen Teil der in Frage kommenden Geräte, bei denen sich eine Aufarbeitung lohnt, den Weg zum Altmetall ein paar Jahre hinauszuschieben.

(A. Latron: Une nouvelle vie offerte aux déchets, in : SUDOUEST, 16. 06. 2017)

 


In Bordeuax isst man am besten

Die französische Internetseite Atabula hat am 4. Juni 2017 eine Rangliste der französischen  Städte nach der Qualität ihrer Restaurants veröffentlicht, und auf dieser Rangskala steht Bordeaux an erster Stelle vor Paris und Lyon. Bei der Erstellung der Liste wurden zehn Kriterien gewichtet, wie etwa die Anzahl der Restaurants, die in den einschlägigen Restaurantführern (Michelin, Gau&Millaut) ausgezeichnet worden sind. Die bei diesen Erhebungen ermittelten Werte werden anschließend in Beziehung gesetzt zur Zahl der Einwohner, und dabei kam dann das oben berichtete Ergebnis heraus.

(SACHEZ-LE Bordeaux est « la ville française où l’on mange le mieux au restaurant , in SUDOUEST, 15. 06. 017)

 

Ist You wieder da?

Der Seehund names You, der, niemand weiß wie, in den letzten Jahren an den Küsten des Médoc auftauchte und dort ein nicht unbedingt gern gesehener Gast war, ist womöglich wieder da. Jedenfalls wurde ein Seehund, der vom äußeren Erscheinungsbild der besagte Seehund sein könnte, am Bassin von Arcachon gesichtet und über mehrere Tage hinweg beobachtet und fotografiert. Ob der Seehund tatsächlich identisch ist mit dem schon beinahe legendären You wird man in den nächsten Tagen wissen, wenn die darauf spezialisierten Experten ihre Meinung kund getan haben werden.

(Le phoque You de retour sur les plages du Sud-Ouest, 15. 06. 2017)


Veranstaltung im U-Boot-Bunker

Der Künstler Daniel Firman hat in der U-Boot-Basis von Bordeaux eine Handvoll bisher unveröffentlichter Arbeiten vorgestellt, die alle Bezüge zum Meer haben. Interessant ist diese Ausstellung auch für alle, die schon lange darüber nachgedacht haben, wie sie es bewerkstelligen können, das Innere des U-Boot-Bunkers zu Gesicht zu bekommen.

Da es außerhalb von Ausstellungen oder anderen Veranstaltungen im Bunker keine Möglichkeit gibt, den Betonkoloss von innen zu erkunden, muss man Gelegenheiten wie die jetzt angelaufene Ausstellung nutzen, um in das Innenleben des Bunkers eindringen zu können. Die Ausstellung « Black whole for whales - Daniel Firman » wird bis zum 27. August zu sehen sein, und zwar von Dienstag bis Sonntag von jeweils  13.30h bis 19.00h. Montags geschlossen. Der Eintrittspreis beträgt moderate 3 Euro. Auskünfte per Telefon: €. 05 56 11 11 50.

(A. Maisonneuve: 20.000 lieux sous les mers, in: SUDOUEST,10. 06, 2017

Bilder vom U-Boot-Bunker: Klick


Neues für Wohnmobile in Montalivet

Auf der Sitzung des Gemeinderates von Vendays-Montalivet vom 2. Juni 2017 gab es einen Tagesordnungspunkt, der für Besitzer von Wohnmobilen wichtig ist. Es wurde nämlich beschlossen, dass der Wohnmobilstellplatz südlich vom Hauptstrand nicht mehr von der Gemeinde Vendays-Montalivet betrieben wird, sondern von der Firma CampingCarPark. Diese Firma erhält das Recht, den Wohnmobilstellplatz für fünf Jahre zu bewirtschaften. Als Gegenleistung muss der Betreiber 67% seiner jährlichen Einnahmen an die Gemeindekasse von Vendays-Montalivet abführen. Aufwendungen auf dem Stellplatzgelände für Geräte zur Eingangskontrolle, Videoüberwachung, Internetzugang, Werbung für das Stellplatzgelände etc. sind von dem Betreiber aufzubringen. Der Stellplatz wird mit einem System ausgerüstet das missbräuchliche Benutzung ausschließt, andererseits aber durchreisenden Wohnmoblien die Möglichkeit gibt, die Einrichtung für Ent- und Versorgung zu nutzen.  Als Gebühren für einen Stellplatz auf dem dem Gelände wurden für die Zeit vom 1. Januar bis zum 30. April und vom 1. November bis zum 31. Dezember der Betrag von 9,20 Euro pro Tag festgesetzt (einschließlich taxe de séjour von 0,80 Euro). Vom 1. Mai bis zum 31. Oktober (Hochsaison) sind pro Tag 11,60 Euro zu zahlen. Für Nutzer des Geländes, die sich dort weniger als fünf Stunden aufhalten, fallen 5 Euro für 5 Stunden an.

(L. Llobell : Un nouveau gérant pour le parking, in : SUDOUEST, 08. 06. 2017)

 


Gedränge auf der Düne

Die Düne von Pilat (machmal schreibt man auch Düne von Pyla) zieht Jahr für Jahr eine riesige Menge Touristen an. Seit einiger Zeit gehören zu denen, die sich an der Düne drängeln, auch Gleitschirmflieger, von denen es allerdings wohl zu viele gibt, die sich gegenseitig gefährden. Allein am letzten Mittwoch gab es drei schwere Unfälle durch Kollisionen von Gleitschirmen, bei denen es drei Verletze gab, von denen zwei per Hubschrauber in ein Krankenhaus geschafft werden mussten. Daran schließt sich die Frage der Verantwortlichen an, ob Reglementierungen erlassen werden müssen, um die an manchen Tagen bis zu 2000 Flüge nicht zu einer Gefahr für die Beteiligten werden zu lassen. In diesem Jahr drängen sich die Gleitschirmflieger bei zunehmender Zahl auf einem kleiner gewordenen Areal, da die freien Flächen der Düne durch Anpflanzungsprogramme eingeschränkt worden sind. Bislang hat man noch keine klaren Vorstellungen davon, welche Regelungen erlassen werden müssen, aber es steht außer Frage, dass etwas geschehen muss, und zwar relativ schnell.

(S. Menet: trop de voies sur la dune, in: SUDOUEST, 10. 06. 2017)

 


Zweifel an Radargeräten

In Frankreich werden immer mehr und immer raffiniertere Radargeräte aufgestellt, um Geschwindigkeitssünder im Straßenverkehr aufzuspüren, aber anders als in der Frühzeit dieser Kontrollapparaturen, sinken die Zahlen der Verkehrsopfer nicht mehr. 2016 wurden 3469 Tote im Straßenverkehr gezählt. Eindeutig positiv sind hingegen die Auswirkungen der Radarkontrollen auf die öffentlichen Kassen, die 2016 rund 920 Millionen an Bußgeldern für Geschwindigkeitsübertretungen eingesammelt haben, 131 Million Euro mehr als 2015. Der Verband der Autofahrer in Frankreich kritisiert vehement, dass die meisten Bußgelder für geringfügige Geschwindigkeitsüberschreitungen verhängt werden, damit aber nur wenige wirkliche Gefährdungen betroffen seien. Auch die Liga gegen Gewalt im Straßenverkehr kritisiert die bestehende Bußgeldpraxis als wenig förderlich für die Verbesserung der Sicherheit auf den Straßen, man schlägt vor, mehr Druck auf uneinsichtige Autofahrer auszuüben über das Punktesystem der Führerscheine. Angesichts der Zustände in den öffentlichen Kassen Frankreichs wird aber wohl eine Abkehr von der derzeitigen Praxis auf sich warten lassen.

(Les radars renflouent les caisses mais ne font pas chuter la mortalité, in : SUDOUEST, 11. 06. 2017)


11. Juni 2017: Wahlen zur Nationalversammlung

In Frankreich neigt man nach Präsidentschaftswahlen dazu, dem neuen Staatsoberhaupt eine solide Mehrheit in der Nationalversammlung zu verschaffen, zumindest bei der ersten Wahl in der Amtszeit eines neuen Präsidenten. Die Bereitschft der Wähler, dies auch nach der Wahl vom Emmanel Macron zu tun, ließ sich in den Meinungsumfragen ablesen, die vor dem ersten Durchgang der Wahlen zum Parlament durchgeführt wurden. Dabei ließen 30% der Befragten erkennen, dass sie die Partei des Präsidenten, La République En marche, am häufigsten wählen wollten, mit deutlichem Vorsprung vor den anderen Parteien., die im Höchstfall auf 20% kamen oder wie der Front national noch schlechter abschnitten.

Tatsächlich wurden diese Zahlen am 11. Juni weitgehend bestätigt. Bedingt durch das französische Mehrheitswahlsystem fallen die endgültigen Entscheidungen erst am 18. Juni. Angesichts der Tatsache, dass beim zweiten Wahlgang die kleinen und kleinsten Parteien nicht mehr dabei sind, werden sich dann deutliche Verhältnisse ergeben, wobei erwartet wird, dass die Partei des Präsidenten eine solide Mehrheit in der 577 Abgeordnete zählenden Nationalversammlung haben wird.

Nach den ersten Prognosen nach Schließen der Wahllokale verbuchte La République En marche 32% der Stimmen vor den Konservativen mit 21,5% und dem rechtsaußen positionierten Front national mit 14%. Abgestürzt sind hingegen die linksaußen agierende Bewegung La France insoumise mit 11% und noch mehr die Sozialistische Partei mit 10%, die noch in der letzten Nationalversammlung die Mehrheit der Sitze gehalten hatte. Im Laufe des Abends zeigte es sich, dass die ersten Prognosen das tatsächliche Wahlergebnis recht gut getroffen hatten.

Hinsichtlich der Sitzverteilung  in der künftigen Nationalversammlung werden sehr klare Mehrheitsverhältnisse erwartet, bei denen La République En marche zwischen 390 und 430 der 577 Abgeordnetensitze erhalten wird, vielleicht auch noch mehr. Angesichts der Veränderungen gegenüber der vorangegangenen Nationalversammlung wird man wohl neue Begriffe erfinden müssen, denn das Wort Erdrutschsieg wird bislang schon bei weit weniger durchgreifenden Veränderungen der Mehrheitsverhältnisse verwendet.

(UM, 12. 06. 2017)

Mehr zum französichen Wahlverfahren: Klick



Testfahrt

Am 7. Juni 2017 hat erstmalig ein TGV die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris über Tours nach Bordeaux mit der planmäßigen Höchstgeschwindigkeit durchfahren. Er brauchte dafür 2 Stunden und 8 Minuten, mithin vier Minuten mehr als die vom 2. Juli dieses Jahres an geplante Fahrzeit. Ursache der Verzögerung war ein kleineres technisches Problem bei der Einfahrt in den Bahnhofsbereich von Bordeaux. Der Zug fuhr bei dieser Testfahrt über weite Stecken mit der Höchstgeschwindigkeit von 320km/h. Passagiere waren noch nicht an Bord, da es ja vornehmlich um die Prüfung der technischen Aspekte des neuen Fahrzeugs ging.  Trotz dieser kleinen Unebenheit verlief die erste Testfahrt mit Hochgeschwindigkeit über den gesamten Streckenverlauf zur vollen Zufriedenheit der Verantwortlichen, so dass sie mit großen Erwartungen dem Beginn des planmäßigen Betriebs auf der neuen Stecke entgegensehen. Die Spannung geht dabei weniger von der technische Seite aus als vielmehr von der Frage, ob sich tatsächlich die großen Passagierzahlen einstellen werden, die man bei der Planung der Strecke zugrunde gelegt hat.

(B. Lasserre: Un jour historique pour le TGV, in : SUDOUEST, 09. 06. 2017)


Bordeaux-Weine und Zweiter Weltkrieg

Der zweite Weltkrieg und mit ihm die dazu gehörenden Weinjahrgänge liegen so weit zurück, dass man manchmal meinen könnte, alles, was es dazu zu sagen gab, sei bereits publik gemacht worden. Dass das nicht so ist, zeigt das kürzlich erschienene Werk eines Historikers, der, gestützt auf seine Dissertation und nach weiteren Forschungen in vielen schwer zugänglichen Archiven, die vielfältigen Beziehungen und Verflechtungen zwischen Weinbau-Betrieben und den deutschen Besatzern untersucht und dargestellt hat. Als Ergebnis zeigt sich zum Beispiel, dass es dem Weinbau des Bordelais, der in den dreißiger Jahren eine schlechte Zeit hatte, während der Besatzung deutlich besser ging, wozu zu einem erheblichen Teil die  Deutschen beigetragen haben, die Millionen von Weinkisten aufgekauft und heim ins Reich expediert haben. Dabei wurden zum Teil Geschäftsbeziehungen, die schon von alters her zwischen dem Weinbau des Bordelais und deutschen Händlern bestanden, genutzt und ausgeweitet, wobei in manchen Châteaux trotz florierender Verkäufe in Richtung Deutschland nie die Uniform eines Besatzers zu sehen war. (Sébastien Durand: « Les Vins de Bordeaux à l’épreuve de la Seconde Guerre mondiale, 1938-1950 ». Mémoring Éditions, 420 pages, 25 €.)

(C.C.: Les vins bordelais et la Seconde Guerre mondiale, in: SUDOUEST, 06. 06. 2017)


Wiedereröffnung

In Montalivet ist die an der Rue André-Goulée gelegene Maison des Jeunes nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder eröffnet worden. Die dafür erforderlichen 80.000 Euro wurden von der Gemeindekasse bereitgestellt, um die rund 60 Jahre alte Einrichtung wieder vorzeig- und nutzbar zu machen. Der Bürgermeister, der sich mit dem Ergebnis der Renovierungsarbeiten sehr zufrieden zeigte, erinnerte daran, dass das Gebäude einst dadurch entstanden war, dass die Gemeindeverwaltung ortsansässige Handwerker dazu gebracht hatte, ihren Bürgersinn zu beweisen und das Gebäude als Geschenk an die Jugend kostenlos zu erbauen, wobei jedoch die benötigten Materialien von der Gemeinde gestellt wurden.

(L Llobell: La Maison des jeunes

rouvre ses portesin: SUDOUEST, 05. 06. 2017, p. 19


Nicht alles, was von oben kommt, ist gut

Autofahrer im Departement Gironde gehören zwar nicht wirklich zu einer bedrohten Art, aber sie haben viele Gründe auf der Hut zu sein. Zu den immer raffinierter operierenden Radarüberwachungen und den Zivilstreifen, die manchem Verkehrsteilenehmer schon ein Knöllchen verschafft haben, mit dem er nicht gerechnet hatte, kommt jetzt eine neue Variante der Überwachung. Seit kurzem setzt die Polizei nämlich Drohnen ein, die ziemlich lautlos, klein und unauffällig das beobachten, was sich im Verkehr unter ihnen ereignet. Dabei haben sie es besonders auf zu geringe Sicherheitsabstände zwischen Fahrzeugen und auf vorschriftswidrige Überholvorgänge abgesehen. Neu ist die Überwachung aus der Luft nicht, denn schon in der Vergangenheit setzte die Polizei kleine Flugzeuge oder  Hubschrauber ein, um das, was sie im Interesse der Verkehrssicherheit für erforderlich hält, umzusetzen. Mit den Drohnen spart sie aber erhebliche Beträge gegenüber den Betriebskosten für Hubschrauber, die bei rund 1600 Euro pro Stunde liegen. An die Verkehrsteilnehmer, denen künftig ein Knöllchen ins Haus flattert, an dessen Entstehung eine Drohne beteiligt war, werden dieses Einsparungen jedoch nicht anteilig weitergereicht. Für sie gilt die überkommene Gebührenordnung für Verkehrssünden unverändert weiter. Wer viel Zeit hat und sich gern mit kniffligen Problemen abgibt, denen andere aus dem Weg gehen, hat hier ein neues Betätigungsfeld.

(J.-M. Desplos: Les PV tombent du ciel, in: SUDOUEST, 05. 06. 2017)


Zweites Leben für die Impassible

Die Impassible ist eine Sloop, die 1963 auf einer bekannten Werft in Marennes erbaut wurde und die nach und nach unter verschiedenen Namen von Betrieben eingesetzt wurde, in denen Austern gezüchtet und marktreif gemacht wurden. Als die Sloop in die Jahre gekommen war und sich niemand so recht dafür interessierte, sie zu erhalten, wurde sie schlicht vergessen. Erst 2016 wurde sie wieder entdeckt und man erkannte, dass sie einem Schiffstyp angehört, der, obwohl er früher alltäglich war, inzwischen Seltenheitswert hat. Nicht nur aus diesem Grund entschloss man sich, den heruntergekommenen Schiffsrumpf aufzuarbeiten und ihn wieder seetüchtig zu machen. Die auf sechs Monate veranschlagten Arbeiten wurden zum Schluss mit Hochdruck vorangetrieben, weil man unbedingt fertig werden wollte, bevor die Auflage 2017 der Einhandregatta des Figaro gestartet wurde. Und nun ist die Impassible wieder ein vorzeigbares Boot, das einen Schiffstyp in der Gironde erhält, der kurz davor war, endgültig von der Wasseroberfläche verschwinden.

(M. Nauzin: Une nouvelle vie por l’Impassible, in: Le Journal du Médoc, 2. Juni 2017)

 

 

 

 


400 Schwimmer

Zu den besonders beachteten Veranstaltungen, die am ersten Juniwochenende in Bordeaux im Rahmen des Flussfestes durchgeführt wurden, gehörte auch in diesem Jahr wieder das Durchschwimmen der Garonne. 400 mutige und gut trainierte Teilnehmer stellten sich dem Wettbewerb und durchquerten bei einer Wassertemperatur von 19 Grad den Fluss. Für viele Zuschauer ist schon das Eintauchen in die nicht sehr vertrauenerweckend gefärbten Fluten eine Mutprobe, der sich nur wenige unterziehen würden, doch bestehen diese Vorbehalte zu Unrecht. Auch wenn das Garonnewasser wohl keine Trinkwasserqualität hat, seine Farbe rührt nicht von eingeleitetn Abwässern her, sondern davon, dass sich in der Garonne Flusswasser, das feine Tonpartikel enthält und salziges Ozeanwasser mischen, und bei diesem Zusammentreffen entstehen Ausflockungen, die die fatal aussehende Farbe haben.

(400 nageurs pour traverser la Garonne, in: SUDOUEST, 05. 06. 2017)


Greenspot:  Tankstelle der nächsten Generation

Zur Zeit gibt es erst eine einige Tankstelle in ganz Europa, die sich ausschließlich um Fahrzeuge kümmert, die elektrisch betrieben werden. Eine davon steht bei Bordeaux auf dem Gelände von Carrefour City in Caudéran (rue Jules-Ferry). Dort wird eine ganze Palette von Dienstleistungen angeboten, angefangen beim Laden der Batterien über die umweltfreundliche Reinigung, die Vermietung von Elektrofahrrädern und manches mehr. Die drei Initiatoren dieser neuartigen Tankstelle setzen dabei eindeutig auf die Zukunft, denn zur Zeit wird in Frankreich nur ein kleiner Teil der Straßenfahrzeuge von Elektromotoren angetrieben. Dieser Anteil wird von den gegenwärtigen 1% bis 2025 auf dann 10% ansteigen und dann wird starke Nachfrage nach Servicekonzepten bestehen, wie sie jetzt schon an der ersten Greenspot-Tankstelle verwirklicht worden sind. Dabei wird besonderer Wert auf die schnelle Ladung gelegt, für die hier 20 Minuten ausreichen, um die Fahrzeugbatterien auf 80% ihrer Kapazität aufzuladen. .

(X. Sota: La station-service électrique de demain est bordelaise, in: SUDOUEST, 02. 06. 2017)


Noch eine Villa

In Carignan-de-Bordeaux, einer heute zum Gemeindeverband Bordeaux gehörenden Kommune, die auf dem rechten Garonneufer liegt, sind bei den Vorbereitungen für Bauarbeiten für eine Wohnanlage schon im letzten Jahr Spuren von Bauten aus der Römerzeit entdeckt worden. Die daraufhin unternommenen systematischen Grabungen haben eine römische Villa zutage gefördert, die zwar wesentlich schlichter und schmuckloser war als etwa zeitgleich entstandene größere Gutshofkomplexe, aber dennoch für die Archäologen unerwartete Entdeckungen brachte. Es stellte sich nämlich heraus, dass das wiederentdeckte Gebäude mit dem Abbau von Erzen  in Verbindung stand und damit auf einen Bereich des Lebens und der Wirtschaft zur Römerzeit verweist, von dem sich nur relativ wenige Zeugnisse erhalten haben. Aus diesem Grund werden die Archäologen ihre Untersuchungen an Ort und Stelle intensivieren und fortsetzen, auch wenn dadurch die geplanten Bauarbeiten noch weiter verzögert werden.

(Une villa antique sous le chantier de logements, in: SUDOUEST, 31. 05. 2017)


Wahlkampfthemen

Auch im Médoc ist Wahlkampf. Es geht um die Bestimmung des oder der Abgeordneten, die den 5. Wahlbezirk des Departements Gironde, das ist das Médoc, in der Nationalversammlung in Paris vertreten wird. Derzeit sitzt dort noch Pacale Got, die den Parti Socialiste (PS) vertritt. Sie stellt sich zur Wiederwahl, ist aber   dabei nur eine von dreizehn Kandidaten, die allerdings nur zu einem kleinen Teil realistische Chancen haben, den ersten Durchgang der Wahlen zu überstehen. In den programmatischen Ankündigungen aller Bewerber gibt es zwei Themen, die, wenn auch mit unterschiedlichen Nuancierungen immer wieder vorkommen: Arbeitsplätze und Infrastruktur. Im Bereich der Arbeitsplätze ist das Médoc geprägt von einer großen Zahl von Saisonarbeitsplätzen, die im wesentlichen mit dem Tourismus und dem Weinbau verbunden sind bei einem fast vollständigen Fehlen von Beschäftigungsmöglichkeiten im industriellen Bereich. Seit der Stilllegung der Raffinerie in Pauillac, wo bis in die 80er Jahre über 400 Angestellte beschäftigt waren, gibt es keinen einzigen Betrieb vergleichbarer Größenordnung mehr im Médoc. Und so wie es aussieht, wird sich daran auch in der näheren Zukunft nichts ändern. Ähnlich düster sieht es aus bei den Verkehrswegen, wo schon lange gefordert wird, dass die heruntergewirtschaftete Bahnverbindung nach Bordeaux endlich auf Vordermann gebracht wird. Ähnlich lang andauernd wird der Ausbau der RD 1215 verlangt, deren Leistungsfähigkeit immer noch weit hinter den Erfordernissen zurückbleibet. Auffälligstes Zeichen dafür ist die Tatsache, dass die schon lange geplante Ortsumgehung von Le Taillan immer noch nicht im Bau ist. Die Kandidaten haben es leicht, publikumswirksame Forderungen aufzustellen, doch ob der oder diejenige, die gewählt wird, davon Wesentliches durchsetzen kann, ist fraglich. Die Punkte, über die die Bewohner des Médoc klagen, sind seit langem bekannt, aber geändert hat sich bislang so gut wie nichts.

(J. L.: L’emploi et la mobilité au coeur du débat, in: SUDOUEST, 02. 06. 2017)

 



Sommer 2017

Mit dem 1. Juni des Jahres beginnt für die Meteorologen der Sommer, wobei die Normalverbraucher natürlich gern wüssten, was man von den drei Sommermonaten Juni, Juli und August zu erwarten hat. Ein Expertenteam von Météo-France hat sich über diese Frage gebeugt und nach Auswertung der vorliegenden Daten eine Prognose gewagt, nach der der kommende Sommer weitgehend normal verlaufen wird mit Ausnahme der Temperaturen, von denen angenommen wird, dass sie über dem langjährigen Mittel liegen werden. Dabei werden die Thermometer in den Anrainerstaaten des Mittelmeeres wahrscheinlich  stärker von den Durchschnittswerten  abweichen als die Messgeräte in nördlicher gelegenen europäischen Gefilden. Das erste Juni-Wochenende aber, darin sind sich die Experten ziemlich einig, wird nach der sommerlichen  Episode in den letzten Maitagen in den Ferienregionen weniger Zufriedenheit auslösen. Grund zu Pessimismus besteht jedoch nicht, zumal man sich darauf zurückziehen kann, dass Prognosen allemal dann ihre Tücken haben, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen.

(SudOuest.fr avec AFP: Prévisions de Météo France : l’été 2017 sera chaud… mais le week-end pluvieux, in: SUDOUEST, 31. 05. 2017, Internet-Ausg.)

 


Aufregung in Lesparre

In Lesparre sind 14 der seit fast einem Jahrhundert an der RD 1215  stehenden Platanen gefällt worden, was zu einer Reihe empörter Kommentare und Reaktionen geführt hat, wobei darauf verwiesen wurde, dass die Bäume kerngesund gewesen seien. Die damit in die Schusslinie der Kritik geratene Stadtverwaltung reagierte umgehend und erinnerte daran, dass die Fällaktion in einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates beschlossen worden sei. Außerdem sei die Entscheidung, die Bäume zu fällen auf den dafür üblichen Wegen der Öffentlichkeit mitgeteilt worden, was aber wohl in Vergessenheit geraten sei. Dann legte die Verwaltung nach und erklärte, dass die Bäume, obwohl sie wirklich gesund gewesen seien, gefällt werden mussten, weil in dem Bereich der Straße, an dem sie gestanden hätten, umfangreiche Sanierungsarbeiten am Leitungs- und Abwassersystem unternommen werden müssten, die in dem Wurzelgewirr der Platanen nicht durchführbar seien. Außerdem sollen ein Radweg und ein behindertengerechter Bürgersteig angelegt werden, was nicht möglich wäre, wenn die Bäume stehen geblieben wären. Die Fällaktion wird übrigens fortgesetzt, doch sollen 9 der alten Bäume erhaten werden. Für die gefällten werden, sobald das möglich ist,  junge Bäume nachgepflanzt.

(A. Larrue: L’abattage des platanes fait réagir, in SUDOUEST, 31. 05. 2017)

 

Mai 2017

Gute Aussichten für Präsident Macron

Das Umfrageinstitut   Opinionway hat ermittelt, dass die politische Bewegung des neuen Präsidenten Emmanuel Macron gute Aussichten hat, bei den Wahlen zur Nationalversammlung im Juni dieses Jahres eine Mehrheit der Sitze im Parlament zu erringen. Im ersten Wahlgang werden laut Opinionway auf La République en marche 28% der Stimmen entfallen, vor den Republikanern (20%) und dem rechtsextremen Front National (19%). Nach dem alles entscheidenden zweiten Wahlgang werden nach dieser Umfrage für La République en marche zwischen 310 und 330 der 577 Sitze in der Nationalversammlung erwartet. Für den rechtsaußen positionierten Front national der Marine Le Pen werden zwischen 10 und 15 Sitze vorausgesagt. Diese Werte erscheinen plausibel, doch muss wegen des französischen Wahlsystems für die Ergebnisse des zweiten Durchgangs zur Vorsicht geraten werden.

Mehr:  ttps://www.opinion-way.com/fr/

 

 

Gute Aussichten für Präsident Macron II

Auch in in einer Umfrage, die von der Tageszeitung Le Figaro zusammen mit RTL initiiert worden ist, hat Präsident Macron gute Aussichten, eine solide Mehrheit in der neuen Nationalversammlung, die am 11. und 18. Juni dieses Jahres gewählt wird,  zu bekommen. Auf seine Bewegung La République en marche werden demnach 320 bis 350 der 577 Abgeordnetensitze entfallen. An zweiter Position werden die Konservativen Les Républicains erwartet, denen 140 bis 155 Sitze zugetraut werden, vor den Sozialisten, für die 40 bis 50 Sitze erwartet werden (nach 300 in der letzten Nationalversammlung). Auf den rechtsextremen Front national entfallen nur 10 bis 15 Sitze.Auch wenn dei vorhergesagten zahlen naturgemäß mit Vorsicht zu betrachten sind, ist ein Ergebnis der kommenden Wahlen zur Nationalversammlung schon sicher: Die französische Parteienlandscaft wird von Grund auf neu geordnet.

(M. Suraud: Législatives : Emmanuel Macron obtiendrait la majorité absolue, in: Le Figaro, 30. 05. 2017, Internet-Ausg.)

 

Informationen zum Wahlverfahren in Frankreich: Klick



Ein Brauch mit Langlebigkeit

Die lokalen Festivitäten in Saint-Trélody, heute Stadtteil von Lesparre, haben auch in diesem Jahr einen unbestreitbaren Höhepunkt gehabt in der Krönung der Rosière. In früheren Zeiten war mit der Auswahl der Rosière die Absicht verbunden,  ein Mädchen vorzustellen und auszuzeichnen, das einen beispielhaften Lebenswandel hatte und damit als Vorbild für andere dienen konnte.  Die Rosière des Jahres 2017 ist eine 17jährige Schülerin, die zusammen mit ihren zwei Dauphines, in einer feierlichen Messe in der Kirche von Saint-Trélody  der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Anwesend bei der Gelegenheit war eine Gruppe ehemaliger Rosières, die es sich nicht nehmen ließen, ihrer jungen Nachfolgerin eine würdigen Rahmen zu geben und die Wert darauf legten, dass für sie die Fortführung einer alten Tradition, die im Médoc nur noch in zwei Orten, in Saint-Trélody und in Grayan, am Leben erhalten wird, eine Verpflichtung gegenüber dem lokalen Brauchtum darstellt, der man sich nicht erziehen dürfe. Die Rosière des Jahres 2017 ist übrigens die 90. in der Geschichte von Saint-Trélody.

(A. Larrue: La tradition de la rosière résiste aux années, in: SUDOUEST, 29. 05. 2017)

Mehr zu diesem Brauch: Klick


60 Jahre Partnerschaft

Die Unterzeichnung der formellen Partnerschafts-Charta zwischen Pauillac und dem bayerischen Pullach erfolgte zwar erst vor 53 Jahren, aber dennoch gibt es 2017 Anlass, den 60jährigen Geburtstag der Partnerschaft zwischen beiden Städten zu feiern. Die ersten Kontakte sind tatsächlich 1957 geknüpft worden und haben bald zu dem Wunsch geführt, die Beziehungen auf eine offizielle Basis zu stellen. Seither finden mindestens einmal pro Jahr wechselseitige Besuche statt, bei denen in diesem Jahr ausführlich der Frauen und Männer gedacht wurde, die die Beziehungen zwischen den beiden Partnerstädten begründet und über lange Jahre belebt haben. In diesem Jahr war eine Delegation aus Pullach für eine gute Woche im Médoc und hat ein randvolles Programm von Veranstaltungen erlebt, die sowohl die Attraktionen des Weinbaus im Médoc als auch Orte wie Bordeaux und Blaye in den Mittelpunkt des Interesses gerückt haben. Schon während dieser Abfolge attraktiver Programmpunkte war klar, dass es im nächsten Jahr eine erneute Auflage der Begegnungen geben wird, diesmal in Bayern.

(M. Nauzin: Pauillac-Pullach: déjà 60 ans d’amitié, in: Le Journal du Médoc, 26. Mai 2017)


Es bleibt heiß

Frankreich liegt seit Himmelfahrt in einer Hitzewelle, die mancherorts zu Spitzenwerten auf dem Thermometer geführt hat. Die höchste Temperatur wurde mit 35,5° in Rion-de-Landes verzeichnet, 34,7° waren es in Dax und 33,9° in Bordeaux. Viele Franzosen haben von diesen Temperaturen profitiert und die Brückentage nach Himmelfahrt für Kurzferien  genutzt, wobei naturgemäß Ziele an der Küste besonders gefragt waren. Die Temperaturen an sich sind für die Jahreszeit nicht richtig ungewöhnlich, aber sie liegen doch deutlich über den langjährigen Durchschnittswerten. Für Sonntag, der wohl der heißeste Tag dieser Hitzeperiode sein dürfte, werden erneut Werte über 30 Grad erwartet. Danach wird es nicht gerade kühl, aber doch weniger heiß werden.

(SudOuest.fr avec AFP: Les fortes chaleurs vont se poursuivre tout le week-end, in: SUDOUEST, 27. mai 2017, Internet-Ausg.)


Preistreiber Euro?

In manchen Ländern der Eurozone, so auch in Frankreich, besteht vielfach die Meinung, mit der Einführung des Euro seien die Preise auf breiter Front und kräftig angestiegen.

Das staatliche französische Institut für Statistik (INSEE) hat dazu Untersuchungen angestellt und überraschende Ergebnisse zutage gefördert. Danach hat in den Jahren seit Einführung des Euro, also seit 2002, die jährliche Preissteigerungsrate durchschnittlich 1,4% pro Jahr betragen. In den Jahren zwischen 1986 und 2001 lag sie bei 2,1%, und in den Jahren 1945 bis 1985 durchschnittlich bei heute fast unglaublichen 10,1% mit Spitzenwerten Anfang der 50er Jahre und in den 70ern, die um 15% lagen.

Im Wahlkampf zur Präsidentschaft 2017 hatte M. Le Pen behauptet, mit dem Übergang zum Euro hätten die Franzosen eine „Explosion der Preise“ erlebt. Sie hat damit ein aussagekräftiges Beispiel dafür geliefert, dass subjektive Wahrnehmungen und objektive Fakten oft weit auseinander liegen und dass in der populistischen Propaganda Fakten eher stören... 

(M. Simon: L'euro n'a pas fait flamber les prix, selon l'Insee, in: LE Figaro, 24.05.2017. Internet-Ausg.)



Bordeaux fête le fleuve 2017

Vom 26. Mai bis zum 4. Juni wird in Bordeaux die zehnte Auflage von Bordeaux fête le fleuve ablaufen. Nach 2013 und 2015 wird dabei zum dritten Mal der Port de la Lune zum Trainingsgewässer für die Teilnehmer an der Regatta Solitiare du Figaro, was den Zuschauern ausführliche Gelegenheit geben wird, die Teilnehmer an diesem Wettbewerb beobachten zu können. Ebenfalls in den Wassern der Garonne wird am 4. Juni mit der Durchquerung des Flusses  ein Schwimmwettbewerb ausgetragen. Während der gesamten Zeit der Festlichkeiten werden drei Großsegler an den Quais des linken Ufers festmachen, die Belem, die Marité und die Jolokia. Die Marité, ein Dreimaster, wie er früher im Kabeljaufang im nördlichen Atlantik eingesetzt war, wird zum ersten Male in Bordeaux festmachen, während die Belem schon zu den Stammgästen zählt. Auf der Place des Quinconces wird es an zwei Tagen Konzertveranstaltungen geben: am Samstag, dem 27. Mai in Partnerschaft mit RTL2 Boulevard des airs (20.30h) und James Blunt (21.30h). Zwei weitere Konzerte folgen am Sonntag, dem 28. Mai: Ours um 20.30h und  Texas (21.15h). Weitere Zentren von Aktivitäten werden das rechte Ufer am Anleger Yves-Parlier sein, von wo aus zahlreiche Ausflugsfahrten auf der Garonne starten werden. Und schließlich wird es  eine Reihe musikalischer Veranstaltungen auf der Place de Munich, unweit der Esplanade des Quinconces geben, so dass für Besucher eher die Schwierigkeit besteht, die Veranstaltungen auszuwählen, die man nicht wahrnehmen will.

(St. Dubourg: Bordeaux fête le fleuve, in: SUDOUEST, 25. mai 2017)

 


Solarstrom aus Cestas

Cestas ist ein relativ kleiner Ort 20 km südlich von Bordeaux, über den es nicht viel zu berichten gäbe, wenn dort nicht seit Dezember 2015 das größte Solarkraftwerk Europas arbeitete. Die Anlage erstreckt sich über eine Fläche von 260 ha, auf der bis zu 300 MW Strom erzeugt werden können. Zu diesem Zweck sind 1 Million Photovoltaikelemente auf 16.000 sogenannten Tischen angebracht worden, die den von ihnen produzierten Gleichstrom in ein komplexes System einspeisen, das schließlich die in Wechselstrom umgewandelte Elektrizität mit einer Spannung von 225.000 Volt in das Überlandnetz einspeist. Die Eigentümer des Solarkraftwerks bei Cestas kassieren dafür 105,15 Euro pro Megawattstunde.  Die Gestehungskosten für Solarstrom, die noch vor wenigen Jahren bei 300 Euro pro Megawattstunde lagen, sind inzwischen deutlich gesunken. Sie liegen mittlerweile unter den Produktionskosten für Strom in den Atomkraftwerken der neuesten Generation, denen gegenüber sie den zusätzlich und unschätzbaren Vorteil haben, dass die Photovoltaikelemente, deren Lebensdauer auf 20 bis 25 Jahre veranschlagt wird, nach dieser Zeit vergleichsweise problemlos entsorgt werden können, was bei Atomkraftwerken bekanntlich sehr hohe Kosten verursacht und daneben noch andere Probleme aufwirft. Zu den relativ geringen Kosten für die Stromerzeugung in Cestas trägt nicht zuletzt der Umstand bei, dass die Anlage fast wartungsfrei läuft und dass zu ihrer Kontrolle nur sieben Angestellte benötigt werden.

(Jean Berthelot de La Glétais: Cestas, sous le solaire, in: SUDOUEST MAG, 20. Maii 2017)


Museum Soulac

Das zwischen dem Casino und dem Palais des Congrès in Soulac gelegene Musée d’Art et d’Archéologie ist am 20. Mai dieses Jahres wieder eröffnet worden, allerdings in einer überraschend vom Bisherigen abweichenden Gestalt. Es ist jetzt nämlich nur noch ein Musée d’Art, das die Kunstsammlung der Stadt Soulac zeigt. Die ansehnliche und in einzelnen Stücken überregional bedeutsame archäologische Sammlung ist dafür ins Magazin verfrachtet worden. Dem Vernehmen nach soll sie irgendwann wieder ausgestellt werden, aber konkrete Planungen scheint es dafür nicht zu geben. Für alle archäologisch und historisch interessierten Besucher  ist diese Entwicklung keine gute Nachricht, zumal damit nach der Schließung  der Grange du Patrimoine in Montalivet ein zweites Museum, das gekonnt und anschaulich Einblicke in die Vergangenheit des nördlichen Médoc geboten hat, verschwunden ist. Momentan vermisst ein Besucher im Museum von Soulac mehr als er an Neuem entdeckt, das für das Verschwundene entschädigen könnte. Schade.

(UM, 24. 05. 2017)

 Ein Blick in das Museum wie es vor 2017 war und wie es jetzt ist: Klick


Pavillon bleu 2017

Am 12. Mai wurden 173 Gemeinden in Frankreich mit dem Pavillon bleu 2017 ausgezeichnet, dem kleinen blauen Wimpel, der als Anerkennung für pfleglichen und bewussten Umgang mit der Umwelt verliehen wird. Die Region Provence-Alpes-Côte-d’Azur hat die größte Zahl an derartausgezeichneten Gemeinden, gefolgt von der Region Occitanie.

Im Südwesten Frankreichs wurden vierzig Gemeinden ausgezeichnet: sieben im  Departement Charente-maritime, drei im Department Dordogne, sieben im Department Gironde und eine im Department Landes. Es fällt auf, dass die Badeorte der Pyrénées Atlantique  in dieser Liste fehlen.

Im Departement Gironde wurden mit dem pavillon bleu ausgezeichent: Bordeaux (Plage de Bordeaux lac), Carcans (Carcans Océan, Maubuisson, Bombannes, Plage du Montaut), Grayan et l’Hôpital (Le Gurp, Euronat), Hourtin (Hourtin Océan, Lac : La Jetée Plage du port, Lac : Piqueyrot), Naujac-sur-Mer (Le Pin Sec), Soulac-sur-Mer (L’Amélie, Plage Sud, Plage Ville), Vendays-Montalivet (Centre Hélio Marin, Montalivet, l’ACM).

(SudOuest.fr avec AFP: Plages du Sud-Ouest : 18 communes obtiennent le pavillon bleu, in: SUDOUEST, 19. 05. 2017, 9.15h, Internet-Ausg.)


Sorgen um die Wenner-Orgel

Die große Orgel in der Kirche Notre-Dame von Lesparre ist zwar seit 2014 als historisches Denkmal eingestuft, aber dieser Status hilft nicht bei der Lösung der Probleme dieser von dem renommierten Orgelbaumeister Wenner geschaffenen und  1882 in die Kirche eingebauten Orgel, die dringend einer grundlegenden Sanierung unterzogen werden müsste. Die Schäden, die sich im Laufe der Jahre an der Orgel gezeigt haben, sind zwar notdürftig immer wieder ausgebessert worden, aber das hat dazu geführt, dass die Orgel nur noch im Schongang bespielt werden kann. Eine grundlegende Aufarbeitung würde 200.000 Euro kosten, die die Stadt Lesparre als Eigentümerin des Kirchengebäudes und der Orgel aufzubringen hätte. Die Bereitschaft dazu ist grundsätzlich vorhanden, zumal die Kosten auf zwei Jahre verteilt werden könnten und die Erwartung besteht, dass 75% durch Zuweisungen des Departements abgedeckt werden können. Der Verein, der sich die Pflege und Erhaltung der Orgel zum Ziel gesetzt hat, begrüßt diese Einstellung der Stadt, erinnert jedoch daran, dass es bereits 2015 geheißen habe, die Stadt arbeite an einem Finanzierungskonzept für die Orgel. Und daran schließt sich die Mahnung an, die anstehenden Arbeiten nicht noch weiter hinauszuschieben, da zu befürchten sei, dass dann die erforderlichen Kosten noch ansteigen würden.

(A. Larrue: Le grand orgue attend d’être relevé, in: SUDOUEST, 18. 05. 2017)

 


Oenotourismus

In früheren Zeiten waren viele Weinbaubetriebe eher zurückhaltend, wenn es um Besucher ging, doch hat sich diese Reserviertheit dem Publikum gegenüber weitgehend  gelegt, da man mehr und mehr begreift, dass Besucher potentielle Kunden sind, die man auf diese Weise anziehen und, wenn möglich, binden kann. Eine neue Formel in diesem Rahmen wird in diesem Jahr von drei Châteaux vorgestellt, die sich unter dem zunächst etwas rätselhaften Etikett „18.55h“ verbirgt. Damit soll einerseits ausgedrückt werden, dass man sich an Besucher wendet, die nach der Tagesarbeit noch Zeit und Lust haben für einen kleinen Abstecher in die Welt des Weins und andererseits erinnert man auch an das Jahr 1855, in dem zum ersten Mal eine umfangreiche Klassifizierung der Médoc-Weine vorgenommen wurde, die erst in den letzten Jahren durch ein neues System ersetzt worden ist. Die neue Formel "18.55h" ist nicht umsonst, denn es wird ein Eintrittspreis von 15 Euro pro Person erhoben, für den man drei Jetons erhält, die man einsetzen kann, um ein gutes Glas Wein zu verkosten und einen Imbiss zu erhalten.  Die erste Veranstaltung der Formel findet am Donnertsag, dem 1. Juni, im Château Marqui de Terme statt. Die zweite wird am 6. Juli in Palourney und die dritte am 7 September im Château Lamothe Bergeron. Anmeldungen und Auskünfte: tel.: 05 57 88 00 66.

(J. Lestage/ M. Jay: Trois châteaux lancent leur « 18 h 55 » en Médoc, in: SUDOUEST, 18. 0. 2017)


Winterfolgen

Die Réserve naturelle de l’étang du Cousseau ist in jedem Jahr das Ziel von 25.000 bis 30.000 Besuchern, die auf einer Fläche von 600 ha eine Tier- und Pflanzenwelt kennenlernern können, die es außerhlab des Schutzgebietes in dieser Form nicht mehr gibt. Im Zentrum der geschützten Zone befindet sich ein flacher Teich, der Lebensraum z. B. für Fischottern ist, die sonst in dieser Gegend keinen ihnen zusagenden Lebensraum mehr finden. In diesem Winter hat das Schutzgebiet jedoch zu wenig Regen abbekommen. Dadurch wurden unter anderem die neuen Fischtreppen nicht in der Weise genutzt, für die sie eingerichtet wurden. Die zu geringen Niederschläge haben sich auch auf die Überwinterungsgäste ausgewirkt, von denen lediglich die Kraniche mit den vorgefundenen Bedingungen gut zurecht kamen, während Enten und Limikolen sich nur spärlich gezeigt haben. Auch in der Pflanzwelt hat der zu trockene Winter sein Spuren hinterlassen, was insbesondere an den Wasserpflanzen abzulesen ist. Dennoch soll die touristische Ausrichtung des Naturschutzgebietes beibehalten und sogar ausgebaut werden. Zu diesem Zweck soll zu den bereits bestehenden zwei Aussichtspunkten ein dritter hinzukommen, für den der Antrag zur Baugenehmigung schon eingereicht worden ist. Um das Potential des Geländes auszunutzen werden im Sommer wieder Führungen durchgeführt, für die die Verwaltung des Naturschutzgebietes sieben Führer für die Sommersaison einstellen wird.

(J. Lestage: La réserve de Cousseau a souffert, in: SUDOUEST, 17. 95. 2017)

Mehr zum Naturschutzgebiet von Cousseau: Klick


Auf den Spuren der Jakobspilger

Am Sonntag, dem 21. Mai, wird von der Basilika Notre Dame in Soulac aus eine Erinnerungswanderung veranstaltet, die den Wegen folgt, die einst die Jakobspilger nahmen, die sich von Soulac auf den Weg nach Santiago de Compostella machten. Die Unternehmung beginnt um 8.25h in der Basilika in Soulac und bietet drei verschiedene Streckenlängen an, die je nach Leistungsfähigkeit der Teilnehmer 23,5 km, 16km oder 7,5 km lang sind. Erste Station nach Soulac wird in Talais sein, wo die Gemeindeverwaltung die Wanderer am pont du Capsey erwarten wird. Danach geht es weiter nach Grayan, wo man um 13.30h an der Maison des associations sein wird, um ein mitgebrachtes Mittagspicknick zu verzehren, zu dem die Veranstalter Getränke und Kuchen bereitstellen. Dort entscheiden die Teilnehmer, welcher der drei Strecken sie weiter folgen werden. Gemeinsames Ziel ist die Kapelle von L’Hôpital, an der man gegen 16.45 h ankommen wird. Dort wird dann von den Gemeindeverwaltungen von Grayan und Vensac ein kleiner Empfang veranstaltet, bei dem ein Imbiss gereicht wird und eine Vorstellung der Vereine erfolgen wird, die sich die Wiederbelebung der von Soulac ausgehenden Route des Jakobsweges zum Ziel gesetzt haben.  Den Schluss des Tages wird eine kurze Besichtigung der dem Hl. Jakob geweihten Kapelle in L’Hôpital bilden. Auskünfte: Tel. 06 72 67 44 28.

(M. Caporal: La variante historique inaugurée dimanche, in: SUDOUEST, 18. Mai 2017)


Burdigala II

Die Burdigala II ist ein weiteres Ausflugsschiff, das in Bordeaux vom Port de la Lune aus Touristen auf dem Wasserwege zu Zielen bringt, die man am besten auf diese Weise ansteuert. Das Schiff wurde in Holland gebaut und von einem großen Frachter nach Bordeaux gebracht. Die Überführung erfolgte schon im letzten Herbst, aber erst jetzt, unmittelbar vor dem Start in die neue Saison wurde am rechten Garonneufer am Quai des Queyries die offizielle Indienststellung mit dem bei solchen Anlässen üblichen Aufwand zelebriert. Die Burdigala II ist 38 m lang und 6 m breit. Sie kann bis zu 200 Passagiere aufnehmen und hat eine leistungsfähige Küche, die es erlaubt, an Bord anspruchsvolle Empfänge durchzuführen. Der Eigentümer, Philippe Canael, der für die Burdigala II 2 Millionen Euro ausgegeben hat,  verfügt nun über vier unterschiedlich große Ausflugsboote, mit denen er an dem beständig zunehmenden Touristenstrom, der nach Bordeaux drängt, verdienen will.  Angeboten werden Touren unterschiedlicher Länge, die allesamt gut vom Publikum angenommen werden. Dabei ist ein Problem jedoch noch nicht zufriedenstellend gelöst, denn die Entsorgung der auf den Booten anfallenden Abwässer erregt noch das Missfallen der Umweltschützer und der Behörden. Bislang wurden diese Abwässer ungeklärt einfach in das Wasser der Garonne gepumpt, doch soll damit Schluss sein,. Es wurden drei Entsorgungsstationen  eingerichtet, an denen die Ausflugsboote Anschluss an die städtische Kanalisation haben. Nicht sicher ist jedoch, ob sie wirklich genutzt werden, denn die Betreiber der Boote bemängeln, dass diese Stationen nicht so funktionieren wie sie es müssten, damit sie ihren Zweck erfüllen könne. Da das Problem erkannt ist, ist aber wohl davon auszugehen, dass die Behörden sich durchsetzen werden.

(E. Fonteneau: « Burdigala II » lance sa saison d’été, in: SUDOUEST, 16. 05. 2017)


Château Grand Gallius

Das Château Grand Gallius liegt in der Gemeinde Gaillan an einer Stelle, an der zu Römerzeiten ein reicher Landbesitzer sein Anwesen hatte. Das Château besteht seit 1995, und seit 1999 vollzieht man dort den vollständigen Zyklus der Vinification. Der Betrieb selbst besteht aus zwei Teilen, von denen in einem Viehzucht mit 40 Kühen der Rasse Blonde d’Aquitaine betrieben und in dem anderen Weinbau auf 16 Hektar. Um den Weinbau kümmert sich in erster Linie eine der Töchter der Besitzerfamilie, die  ihren Ehrgeiz darin setzt, Weine mit auffälliger Qualität hervorzubringen. Im laufenden Jahr hatte sie damit einen besonderen Erfolg, denn sie wurde mit drei Goldmedaillen ausgezeichnet für drei Weine, die sie angemeldet hatte, mithin ein Ergebnis, auf dessen regelmäßige Wiederholung man nicht unbedingt setzen kann.  Die Goldmedaillen gab es für zwei Rotweine der Jahrgänge 2012 und 2014 und einen Rosé des Jahrgangs 2016.

Das Jahr 2017 hatte aber auch einen schweren Rückschlag für das Château parat, denn die Frostattacke vom April hinterließ in 85% der Anbauflächen deutliche Spuren. Für die Inhaber des Châteaus ist das ein herber Schlag, den man aber überstehen wird, zumal man weiß, dass derartige Rückschläge immer geschehen können und es erforderlich machen, dass man sich darauf einstellt..

(G. Rigal: Grand Gallius survivra aux gelées d’avril, in: SUDOUEST, 15. 05. 2017)

 

 


Vor zehn Jahren

Am 31. Mai 2007 verließ der ehemalige Lenkwaffenkreuzer Colbert den Port de la Lune von Bordeaux. Er wurde in ein Marinegelände in der Bretagne geschleppt, wo er sein weiteres Schicksal abwarten sollte. Nach einigem Hin und Her findet in diesen Monaten der letzte Akt im leben des einstigen Prestigeschiffes der französischen Marine in Bassens statt, nur wenige Kilometer von dem Platz entfernt, an dem die Colbert 14 Jahre als Museumsschiff große Scharen von Besuchern angezogen hatte. Es gab aber immer eine Gruppe von Gegnern, die sich nicht damit abfinden wollten, dass in einem reinem Handelshafen wie dem Port de la Lune ein Kriegsschiff lag, von dem manche meinten, dass es dort fehl am Platz sei. Als die Proteste sich immer stärker artikulierten und die Colbert zudem mehr und mehr Rost ansetzte, wurde beschlossen, den Kreuzer außer Diensten an einen Ort zu verbringen, an dem er nicht mehr Zielscheibe von Angriffen sein würde. Folglich wurde er am 31. Mai 2007 zu einem Schiffsfriedhof in der  Bretagne geschleppt, um dort auf sein endgültiges Schicksal zu warten. Die damit verbundenen Prozeduren zogen sich in die Länge, doch wurde schließlich entschieden, die Colbert noch einmal in Gironde zu schleppen, wo sie in Bassens in einem auf derartige Aktivitäten spezialisierten Betrieb zerlegt werden sollte. Das wird in den nächsten Monaten geschehen, und danach wird es den Lenkwaffenkreuzer Colbert nur noch in der Erinnerung derjenigen geben, die sich für für ihn interessiert oder eingesetzt haben.

(D. Lherm: Il y a dix ans, le croiseur « Colbert » quittait Bordeaux, in: SUDOUEST, 15. 05. 2017

Mehr zur Colbert in der Abteilung Historische Schiffe: Klick


Erosion

Am 9. April dieses Jahres hat der Verein für den Schutz von Soulac gegen die Erosion, der mittlerweile 350 Mitglieder zählt, eine Vortragsreihe organisiert, in der  eine Riege von ausgewiesenen Experten  die Situation der Küsten von Soulac analysiertund konkrete Vorschläge für deren Schutz machte. Dabei stellte man in Rechnung, dass Küsten, namentlich der Art, wie sie im Bereich von Soulac bestehen, einem beständigen Wandel unterliegen, der von der Natur vorgegeben und prinzipiell nicht zu neutralisieren ist. Im Bereich der Küste von Soulac werden jährlich rund 750.000 m³ Sand abgetragen, eine Menge, die in etwa dem Volumen an Sand entspricht, das bei der Freibaggerung einer neuen Zufahrtsrinne in die Gironde entnommen wird. Möglichkeiten, durch Kunstbauten der Erosion entgegenzuwirken sind nur  in Küstenabschnitten, die dafür geeignete Strömungsverhältnisse aufweisen, und auch dort nur mit Einschränkungen wirkungsvoll. Das ist nördlich vom Hauptstrand von Soulac der Fall, trifft aber nicht auf die Strandbereiche im Süden von Soulac zu. Hier, so forderten die Experten, müssen schnell Strategien entwickelt und umgesetzt werden, um unumkehrbare Schäden zu verhindern. Die Zeit ist begrenzt, denn schon in wenigen Monaten kommt der nächste Winter, von dem niemand weiß, mit welcher Wucht dann die Dünenkante wieder attackiert werden wird. Man war sich einig, dass etwas geschehen muss, und zwar bald. Man hatte auch Vorschläge für die Finanzierung parat, die sich im wesentlichen aber auf Hinweise auf Geldquellen beschränkten, die man anzapfen müsste. Konkrete Maßnahmen, die von allen Rednern gefordert wurden, zeichneten sich noch nicht ab. Immerhin wurde aber wohl deutlich, dass dem bestehenden Handlungsbedarf nicht ausgewichen werden darf und dass zeitliche Verzögerungen zu unkalkulierbaren Kosten und Risiken führen würden.

(C. Boissot: Érosion: „il faut du concret“, in: Le Journal du Médoc, 12. Mai 2017)


Naturschutzgebiet Banc d’Arguin

Sozusagen in allerletzter Minute, bevor, bedingt durch den Präsidentenwechsel, eine neue Regierungsmannschaft die Schalthebel übernehmen wird, haben die zuständigen Minister der scheidenden Regierung das Dekret unterzeichnet, das die Regelungen für die Sandbank von Arguin modifiziert. Die Sandbank, um die es geht, liegt in der südlichen Einfahrt in das Becken von Arcachon, gegenüber von der Düne von Pilat. Der jetzt unterzeichnete Text ist seit 15 Jahren in der Diskussion gewesen. Er sollte die Grenzen des Naturschutzgebietes auf der Sandbank  festlegen, was wegen der dauernden Verschiebungen der Sandmassen gar nicht so einfach ist. Ein weiteres Anliegen war, es, die Gebiete zu definieren, in denen die wegen der günstigen Umweltbedingungen in diesem Bereich besonders aktive Austernzucht betrieben werden kann. Dafür sind jetzt 45 ha ausgewiesen worden, was den Erwartungen der Austernzüchter entspricht. Des weiteren legt das Dekret die Bereiche fest, in denen die dort vorhandenen Tiere und Pflanzen unter besonderem Schutz stehen. Das bedeutet, dass in diesen Zonen keinerlei menschliche Aktivitäten ausgeübt werden dürfen, die in die natürlichen Gegebenheiten eingreifen. Damit einher geht ein Verbot, in diese Zonen Hunde oder Katzen, auch an der Leine, zu bringen. Dazu gehören auch Regelungen für die Freizeitschifffahrt, der es untersagt ist, nachts an der Sandbank Anker zu werfen. Eine Besonderheit ist mit diesem Dekret verbunden: man weiß, dass die Bank von Arguin in etwa zwanzig Jahren so weit auf die Düne von Pilat zugewandert sein wird, dass sie eine feste Verbindung mit dem Fuß dieser Düne eingehen wird. Dann wird die Sandbank von Toulinguet in etwa den Platz einnehmen, auf dem jetzt noch die Sandbank von Arguin liegt. Und man wird ein neues Dekret brauchen.

(D. Patsouris: De nouvelles règles sur le banc d’Arguin, in: SUDOUEST, 13. 05. 2017)


Motorräder in Saint-Vivien

Am Samstag, dem 13. und am Sonntag, dem 14. Mai 2017 wird sich im Hippodrome von Saint-Vivien ein junger Verein der Öffentlichkeit präsentieren, der erst vor einem Jahr gegründet wurde, und mittlerweile 50 Mitglieder hat, die allesamt eine starke Beziehung zu Motorrädern haben. Dabei liegt das Hauptgewicht auf der Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr, in dem motorisierte Zweiradfahrer bekanntlich besonderen Risiken ausgesetzt sind. Daneben bemüht man sich, Motorradfahrern, die mit gesundheitlichen Problemen leben müssen, Hilfen zu geben. Das Programm, das an den beiden Veranstaltungstagen ablaufen wird, beginnt am Samstag um 11.00h mit der Eröffnung der Stände und den Animationen für Kinder. Um 16.00h wird der Abbé da Rocha Motorradfahrerinnen und –fahrer und ihre Fahrzeuge segnen, bevor um 18.00h eine Demonstration in Country dance folgen wird. Um 19.30h schließt sich  ein Flamenco-Konzert an, bevor um 23.00h ein Rockkonzert gestartet wird.

Das Programm wird am Sonntag um 9.00h mit dem Treffen der Motorradfahrerinnen und –fahrer zu einer gemeinsamen Ausfahrt fortgesetzt. Um 14.00h wird es eine Demonstration zur Sicherheit und zur ersten Hilfe geben. Und während der gesamten Veranstaltung wird es viele kleine und große Motorräder zu sehen geben, bei denen neben den großen Hubrauminhalten auch kleinere und bescheidenere vertreten sein werden.

 (D. Rouyer: Les motardes font leur show, in: Le Journal du Médoc, 12. 05. 2017)

 


Pheromene zum Schutz der Weinstöcke

Die Weinstöcke sind, sobald sie austreiben, das Ziel gefräßiger Schmetterlinge, genauer der Raupen dieser Schmetterlinge. In der Vergangenheit  bekämpfte man diese Schädlinge mit chemischen Mitteln, die im Lauf der Zeit jedoch mehr und mehr in Verruf geraten sind. Schon vor einiger Zeit entdeckte man, dass es möglich ist, die Paarung der Schmetterlinge, deren Raupen man bekämpfen will, mit speziellen Substanzen zu stören. Dazu werden Substanzen eingesetzt, die den Lockstoffen nachempfunden sind, mit denen die Weibchen ihre männlichen Artgenossen anlocken. Dazu müssen die dafür bestimmten Substanzen in den Weinfeldern aufgehängt werden, was anfangs ein sehr arbeitsintensiver Vorgang war, weil pro Hektar rund 500 Kapseln mit den Lockstoffen aufgehängt werden mussten. Mittlerweile hat man den Wirkstoff optimiert, so dass es genügt, drei große Behältnisse in den Weinfeldern aufzuhängen, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Bei den Weinbaubetrieben wächst die Bereitschaft, dieses Verfahren der Schädlingsbekämpfung einzusetzen, doch gibt es ein Kostenproblem. Während die Schädlingsbekämpfung mit konventioneller Chemie rund 75 Euro pro Hektar kostet, ist der Aufwand bei Einsatz der Pheromene mit 200 Euro pro Hektar erheblich teurer. Dafür ergibt sich der Vorteil, dass von den Lockstoffen nur die männlichen Schmetterlinge betroffen werden, deren Verbreitung reduziert werden soll. Es gibt also viel mehr Argumente dafür, die Schädlingsbekämpfungsmethoden zu optimieren als dafür, die alten Methoden weiter zu verfolgen.

(E. Fonteneau: Gironde : des phéromones au secours des vignes, in: SUDOUEST, 11. 05. 2017, Abendausg.


Luftfahrtschau in Mérignac

Am Sonntag, dem 14. Mi 2017 gibt es auf der Luftwaffenbasis 106, die an das Gelände des Zivilflughafens Mérignac grenzt, ein großes Programm für alle an der Luftfahrt Interessierten. Anlass ist das 80jährige Bestehen dieser Luftwaffenbasis, die normalerweise für zivile Besucher nicht zugänglich ist. Am 14. Mai wird sie es aber sein, und man erwartet an die 40.000 Besucher, für die ausreichende Parkplätze im Umfeld angeboten werden, von denen aus mit Pendlerbussen die Luftwaffenbasis gut zu erreichen sein wird. Das Programm des 14. Mai umfasst die Präsentation einer ganzen Anzahl vorwiegend militärischer Flugzeuge und eine paar Höhepunkte, zu denen die Vorstellung der Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe, der Patrouille de France an erster Stelle gehört. Daneben wird das französische Hochleistungskampfflugzeug Rafale zu sehen sein, Drohnen im Innen- und Ausseneinsatz und manches andere mehr.

(O. D.: Mérignac : 40 000 personnes attendues au meeting aérien du 14 mai, in: SUDOUEST, 09. 05. 2017, Internwet-Ausg.)


Vor 50 Jahren

Am 6. Mai 1967 wurde in Bordeaux eine Brücke eingeweiht, deren Grundstein am 20. Mai 1960 gelegt worden war. Seitdem waren 1 Million Sack Zement in dem Bauwerk verarbeitet worden ebenso wie 21.600 km Stahlkabel, so dass das gesamte Bauwerk ein Gewicht von 300.000 Tonnen erreichte, 33 mal soviel wie der Eiffelturm. Von den zwischen 150 und 300 Arbeitskräften, die je nach den anstehenden Aktivitäten an der Brücke beschäftigt waren,  haben drei diesen Einsatz mit ihrem Leben bezahlen müssen, weitere sechs Monteure wurden so schwer verletzt, dass sie in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Zur Einweihung paradierte das deutsche Segelschulschiff Gorch Fock unter der Brücke, und die französische Post gab eine Briefmarke heraus, die den „Grand Port de Bordeaux“ zeigte. In den ersten Jahren ihres Bestehens hieß das imposante Bauwerk Grand Pont de Bordeaux, also Große Brücke von Bordeaux. Irgendwann nannte irgendjemand das Bauwerk Pont d’Aquitaine und dieser Namen trat schnell an die Stelle des ursprünglichen und hat sich bis heute gehalten. Wer diese Umbenennung ausgelöst hat und warum er das getan hat, ist bis heute nicht geklärt, aber es tut dem Wert der Brücke für den darüberlaufenden Verkehr keinen Abbruch. Anfangs hatte man angenommen, dass die Brücke täglich von 15.000 Fahrzeugen benutzt werden würde. Heutzutage werden täglich 105.000 davon beim Überqueren der Brücke gezählt.

(J.-M. Le Blanc: 6 mai 1967 : Bordeaux inaugure son « Grand Pont », in: SUDOUEST, 08. 05. 2017)

Mehr zur Brücke: Klick


Präsidentschaftswahl 2017, zweiter Durchgang, Ergebnisse:

Offizielles Ergebnis. Macron. 66,10%, Le Pen 39,90%

In der Region Nouvelle-Aquitaine hat E. Macron 68,85% der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt, landesweit waren es zwischen 65,5% und 66,1%.

Im Departement Gironde haben sich 70,06% der Wähler für E. Macron ausgesprochen. In Bordeaux hat er  85,92% der Stimmen erhalten.

Wahlergebnisse, Präsidentschaftswahl, zweiter Durchgang im Médoc

                                       Macron         Le Pen

Carcans                           67,90%        32,10%

Cissac                              46,65%        53,25%

Gaillan                             49,34%        50,66%

Grayan                             58,38%        41,62%

Hourtin                             60,81%        39,19%                 

Jau-Dignac-et-Loirac      47,44%        52,56%

Lacanau                           72,95%        27,41%

Lesparre                          50,41%        49,59%

Saint-Vivien                      50,34%        49,66%

Soulac                              63,56%        36,44%

St.-Germain-d’Esteuil     39,45%        60,55%

Talais                               49,22%        50,78%

Vendays-Montalivet        59,60%        40,40%

Vensac                             53,94%        46,06%

Vertheuil                           44,82%        55,18%

 

 

Der Kalender der französischen Innenpolitik bis zur Wahl zur Nationalversammlung

7. Mai: Zweiter Durchgang der Präsidentschaftswahl: E. Macron wird mit 66,10% der abgegebenen Stimmen gewählt.

- Sonntag, 14. und Montag, 15. Mai: Übergabe der Macht durch den scheidenden Präsidenten Fr. Hollande und Amtseinführung des neuen Präsidenten E. Macron

- In der Woche nach dem 15. Mai: Ernennung des neuen Premierministers und der neuen Regierung.

- Von Montag 15. bis Freitag, 19. Mai 18.00h: Anmeldung der Kandidaturen für die Wahlen zur Nationalversammlung

- Montag, 22. Mai: Eröffnung des Wahlkampfs zur Nationalversammlung

- Sonntag, 11. Juni: erster Durchgang der Wahlen zur Nationalversammlung

- Vom Montag, 12. bis Dienstag, 13. Juni, 18.00h: Anmeldung der Kandidaturen zum zweiten Durchgang der Wahlen zur Nationalversammlung (Zugelassen sind Bewerber, die im ersten Durchgang mehr als 12,5% der Stimmen der Abstimmungsberechtigten des jeweiligen Wahlkreises erhalten haben. Wenn das nicht erreicht wird, sind die Bewerber auf dem ersten und dem zweiten Platz zugelassen

- Sonntag, 18. Juni. Zweiter Durchgang der Wahlen zur Nationalversammlung

 

Emmanuel Macron zum Präsidenten gewählt

Nach den noch vorläufigen Zahlen ist Emmanuel Macron mit mehr als 65% der abgegebenen gültigen Stimmen zum neuen Präsidenten der République Française gewählt worden. Er hat damit ein Ergebnis erreicht, das deutlich über dem Resultat liegt, das ihm die Meinungsumfragen zugestanden hatten. Und er hat seine Konkurrentin deutlcher distanzeirt als vorhergesagt worden war. Dennoch kann man nicht darüber hinwegsehen, dass rund ein Drittel der Stimmberechtigten rechtsextrem gewählt haben.

Ergebnisse für Grayan: Wahlberechtigte: 1157, Wahlbeteiligung 82,89%, 

Stimmen für E. Macron: 58,38%

Stimmen für M. Le Pen: 41,62%

Votes blancs 8,12%,

ungültige Stimmen: 3.11%



Und nun?

Nach der Wahl von Emmanuel Macron zum neuen Präsidenten der République Française meint man vielleicht mancherorts, nun sei alles gut und man könne sich entspannt zurücklehnen. Es ist zwar gut, dass Emmanuel Macron gewonnen hat – alles andere wäre für Frankreich und Europa eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes gewesen – doch ist damit noch kein einziges Problem gelöst, das zu der Situation geführt hat, in der sich  Frankreich heute befindet. Und die Liste dieser Probleme ist lang, angefangen von der Arbeitslosigkeit, dem unzureichenden Wirtschaftswachstum, der Staatsverschuldung und manchen anderen Dingen, die auf der Prioritätenliste des neuen Präsidenten stehen. Um hier durchgreifende Reformen durchführen zu können, werden Gesetze gebraucht, und die werden im Zusammenwirken von Nationalversammlung und Senat geschaffen, in denen die Bewegung En marche! auf die sich Macron stützt, noch keine durchsetzungsfähigen Mehrheiten hat. Um die zu bekommen, muss Macron in den anstehenden Wahlen zur Nationalversammlung (11. und 18. Juni 2017) möglichst erfolgreich sein. Ob und in welchem Ausmaß ihm das gelingt, ist zur Zeit nicht seriös kalkulierbar, doch steht fest, dass der neue Präsident im Parlament nicht gegen eine politisch anders orientierte Mehrheit die Möglichkeiten hat, die von ihm angekündigten Reformen durchzusetzen. Damit ist klar, dass Emmanuel Macron zwar mit seinem Sieg am 7. Mai 2017 einen wichtigen Erfolg errungen hat, der jedoch erst dann die Möglichkeit zu politisch erfolgreichem Handeln bietet, wenn die Franzosen bei den im Juni anstehenden Parlements-Wahlen ihren neuen Präsidenten mit einem parlamentarischen Rückhalt ausstatten, den er braucht, um seine Reformen durchsetzen zu können.

                                                                                          (UM, 08. 05. 2017)

 



Jagd auf Mobiltelefonbenutzer

Französische Autofahrer haben viele Gelegenheiten, den öffentlichen Kassen auf die Beine zu helfen, auch wenn sie das, vielleicht von Ausnahmen abgesehen, nicht freiwillig tun. Eines der kostenpflichtigen Delikte, die in diesem Zusammenhang die Portemonnaies der Automobilisten schwächen können, sind Mobiltelefone, wenn sie während des Fahrens vom Fahrzeuglenker benutzt werden. Wer dabei erwischt wird, bekommt ein Bußgeld von 90 Euro aufgebrummt, wenn er ohne zu protestieren in der dafür vorgeschriebenen Frist zahlt. Lediglich die Benutzung von Freisprechanlagen ist erlaubt, doch halten die immer weiter verschärften Strafandrohungen die wenigsten Automobilisten davon ab, ihr Mobiltelefon ohne schlechtes Gewissen so zu benutzen wie sie es sonst außerhalb ihres Autos tun. An diesem Punkt setzten die Ordnungshüter an und verschärfen ohne Feingefühl ihre Jagd auf Missetäter. Die Statistik gibt ihnen Recht, denn man weiß, dass 50% der Autofahrer SMS lesen und schreiben und auch telefonieren, während sie sich eigentlich auf den Verkehr konzentrieren sollten. Dabei hat  man ermittelt, dass 10% der Verkehrsunfälle direkt auf den Missbrauch von Mobiltelefonen zurückzuführen sind. Die Polizei setzt seit einiger Zeit verstärkt zivil aussehende Fahrzeuge ein, die im Verkehr mitschwimmen und mit scharfen Blicken Telefonsünder aufspüren. Und sie sind dabei, wie die Beamten meist ohne Freude feststellen, überaus erfolgreich.

(J.-M. Desplos: La chasse aux téléphones, in: SUDOUEST, 06. 05. 2017)

 



Präsidentschaftswahl

Nach dem Fernsehduell vom 3. Mai 2017 zwischen den beiden verbliebenen Bewerbern um das Amt des Präsidenten der République Française haben sich die Umfragergebnisse zugunsten von Emmanuel Marcron verschoben, dem nunmehr bis zu 62% der Wählerstimmen vorausgesagt werden, was gleichbedeutend mit einem Rückgang auf 38% für Marine Le Pen ist. Auch wenn nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit mit der Zuverlässigkeit von Ergebnissen von Meinungsumfragen zur Vorsicht zu raten ist, verbessern sich damit die Chancen für E. Macron weiterhin. Da E. Macron anders als die starr europafeindliche M. Le Pen sich eindeutig zur Europäischen Union bekennt, sind mit dieser Wahl weitreichende Konsequenzen für alle in dieser Union engagierten Länder Europas verbunden.

Wie die Wahl tatsächlich ausgegangen ist, wird man bald nach 20.00h am Abend des 7. Mai wissen, wenn die Wahllokale in den großen Städten geschlossen sein werden. Kurz danach werden auch das erste und das zweite Programm des deutschen Fernsehens erste Zahlen veröffentlichen.

(SudOuest.fr avec AFP: Sondage présidentielle : après le débat, Macron remonte à 62%, in: SUDOUEST, 05. 05. 2017, 10.20h, Internet-Ausg.)


Erinnerungsarbeit

Bis vor wenigen Jahren war in Bordeaux wenig Bereitschaft oder Interesse, sich mit einer dunklen Seite der Geschichte der Stadt zu befassen, dem Sklavenhandel. Inzwischen sind die Taboulinien um diese Thematik durchbrochen und man hat Zugänge zu diesem Kapitel, in dem viele europäische Häfen eine wenig rühmliche Rolle gespielt haben. Bordeaux war in der Zeit von 1672 bis 1837 Ausgangspunkt von rund 500 Unternehmungen, bei denen zwischen 120.000 und 150.000  Schwarzafrikaner unter kaum vorstellbar grausamen Bedingungen  nach Amerika verfrachtet wurden. Rund 150 Reeder aus Bordeaux haben im Laufe der Zeit aus diesem lukrativen Geschäft Profit gezogen. Dabei wurden in einem Dreieckshandel Waren aus Europa nach Afrika gebracht, die dort gegen Sklaven eingetauscht wurden. Die wurden dann in  die sogenannte Neue Welt transportiert, wo sie verkauft oder gegen dort angebotene Produkte eingetauscht wurden. Die wurden dann wieder nach Europa gebracht und dort mit beträchtlichem Gewinn zu Geld gemacht  und trugen damit zum Wohlstand in den an diesem Geschäft beteiligten Häfen bei. In Bordeaux hat man erst in den Jahren nach 2000 an diesen Teil der Stadtgeschichte gerührt und dabei sichtbare Zeichen dafür gesetzt, dass man zu einer umfassenden Aufarbeitung bereit war. Eine erste Spur davon zeigte sich mit der Aufstellung einer Büste von Toussaint Louverture im Parc aux Angéliques, der als Vorkämpfer der Sklavenbefreiung in die Geschichte eingegangen ist. 2006 wurde eine Gedenktafel an den Quais nahe bei der Esplanade des Quinconces angebracht, die daran erinnert, dass von dort aus die Sklavenhändlerexpeditionen starteten. 2009 wurde schließlich im Musée d’Aquitaine eine Dauerausstellung zur Sklaverei eröffnet, die so ziemlich alle Aspekte der damit verbundenen Problematik aufzeigt. Und 2017 wird vom 5. bis zum 20. Mai mit einer Fülle verschiedener Veranstaltungen an die Sklaverei und ihre Fortwirkungen erinnert und damit gezeigt, dass man dieses Kapitel der Stadtgeschichte im Sinne einer konstruktiven Erinnerungsarbeit nicht mehr ausblendet.

(C. Darfay: Autour de l’esclavage, une mémoire en progrès, in: SUDOUEST, 04. 05. 2017)


Es ist noch schlimmer

Nach den Frostnächten des 27. und 28. April, in denen das Thermometer im Departement Gironde stellenweise unter -5 Grad gefallen war, wusste man, dass dies besonders dem Wein und den Obstgehölzen geschadet hatte, doch gab es zunächst nur punktuelle Einblicke in die tatsächlichen Schäden. Mittlerweile hat die Landwirtschaftskammer des Departements Gironde, gestützt auf ihre zahlreichen lokalen Büros, Zahlen ermittelt, die für die nächste Ernte nichts Gutes erwarten lassen. Danach sind 50 % der Weinanbauflächen des Bordelais schwer geschädigt, so dass die Erntemengen unter 50% der langjährigen Durchschnittswerte liegen werden. Im Anbaugebiet um Bourg und Blaye werden die Schäden besonders groß sein, weil es dort schon am 20. und 21. April gefroren hatte. Im Médoc hat es besonders die südlichen Regionen getroffen, während der Norden durch die Nähe zur Gironde  vergleichsweise glimpflich davon gekommen ist. Für den 5. Mai hat die Landwirtschaftskammer zu einer Krisensitzung eingeladen, auf der erste Hilfsmaßnahmen beraten werden sollen. Zeitgleich ist eine Telefonnummer eingerichtet worden, an die Geschädigte sich wenden können.

(C. Compadre: Dégâts du gel : la moitié du Bordelais est très touché, in: SUDOUEST, 03. 05. 2017)



Schwarzfahren wird teurer

Vom 2. Mai 2017 an wird das Schwarzfahren in der Tram und in den Bussen von Bordeaux eine richtig teure Angelegenheit. Von nun an kostet es mindestens 72 Euro, wenn man ohne gültigen Fahrschein ertappt wird. Falls dieses Buße nicht innerhalb von 72 Stunden beglichen wird, wird es mit 122 Euro noch teurer.  Besonders kostspielig wird es für Wiederholungstäter, denn denen wird nach dem fünften Schwarzfahren eine Summe von 7.500 Euro aufgebrummt. Zusätzlich sollen die Kontrollen verschärft werden, um Fahrgäste ohne  oder ohne korrekt entwerteten Fahrschein ausfindig zu machen. Zur Erinnerung: der Fahrschein in einer Tram oder einem Bus in Bordeaux wird erst dann gültig, wenn er in den dafür im Bus oder in der Tram angebrachten Geräten abgestempelt worden ist.

(C. Darfay: Frauder dans le tram, ça va coûter cher dès aujourd’hui, in: SUDOUEST, 2.mai 2017)


Arcachon 160 Jahre

Am 2. Mai 2017 jährt sich zum 160. mal der Tag, an dem die Stadt Arcachon begründet wurde. Während vor 10 Jahren ein großes Fest gefeiert wurde, wird es diesmal wesentlich weniger Aufwand geben, vornehmlich wegen des laufenden Wahlkampfes um die Präsidentschaft und auch wegen der in wenigen Wochen anstehenden Wahlen zur Nationalversammlung, bei der der amtierende Bürgermeister kandidieren wird. Trotz dieser Einschränkungen wird man sich daran erinnern, dass vor 160 Jahren ein bis dahin unbedeutenderdndu unbekannter Ortsteil von Le Teich in die kommunale Selbständigkeit entlassen wurde, übrigens mit einer, wenn auch knappen, Mehrheit der Stimmen des Gemeinderates von Le Teich. Dem von Kaiser Napoleon III. unterzeichneten Dekret für die Gründung Arcachons vorausgegangen war die schriftlich vorgetragene Bitte eines Grundstücksbesitzers, der erreichen wollte, dass sein Besitz unabhängig von Le Teich wurde. Da es zunächst keine Antwort gab, versuchte man es im folgenden Jahr noch einmal, diesmal mit Erfolg. Und so entstand ein Badeort, der bald die Muttergemeinde Le Teich überrunden sollte.   

(B. Dubourg: Arcachon : la ville va célébrer ses 160 ans, in: SUDOUEST, 27. 04. 2017, Internet-Ausg.)

Bier aus dem Médoc

Wenn vom Médoc geredet wird, stellt sich fast automatisch eine gedankliche Verbindung zum Wein her, und dafür gibt es gute Gründe. Für Bier gilt das eher nicht, und doch gibt es eine lokale Bierproduktion in Saint-Laurent-Médoc, die jedoch gerade erst die Experimentierphase hinter sich gebracht und zur regelmäßigen Produktion übergegangen ist. Die Brauerei Nauéra, in der das Médoc-Bier entsteht, bietet sechs verschiedene Bierrezepturen an, die allesamt Namen tragen, die irgendwie zum Schmunzeln anregen (Larmees des Dunes, Mousstang, Bitterfly …). Die Palette der Biersorten soll fortlaufend erweitert werden, doch wird man abwarten, wie diese Biere vom Publikum angenommen werden. Da die Produktion vorwiegend in Handarbeit vor sich geht, sind die erzeugten Mengen naturgemäß nicht sehr groß. Außerdem wird nur einmal pro Woche gebraut, wobei jedoch nicht auszuschließen ist, dass die Kapazitäten ausgebaut werden, wenn die Nachfrage dies ermöglicht.

(L. Charpe: La bière locale trinque à sa naissance, in: Le Journal du Médoc, 28. April 2017)

April 2017

Nach dem Frost

In der Nacht vom 27. zum 28. April hat es in den Weinbaugebieten des Bordelais ein zweites Mal in den letzten Tagen gefroren, nicht ganz so hart wie in der vorangegangenen Nacht, aber immer noch schlimm genug,  um die Weinbaubetriebe vor Probleme zu stellen, auf die man eigentlich nicht vorbereitet war. Dabei taucht wieder die Frage auf, ob und wann man über Möglichkeiten verfügen wird, etwas gegen Frostattacken zu unternehmen, wie man sie in den letzten Nächten erlebt hat. Die Antwort ist kurz und wenig für optimistische Erwartungen geeignet: man arbeitet an Frostschutzstrategien, aber man ist noch reichlich weit entfernt von verlässlichen Schutzmaßnahmen. Die Notwendigkeit von Forschungen in dieser Richtung muss nicht eigens begründet zu werden, wenn man bedenkt, von den 114.000 Hektar Weinanbaufläche, die es im Bordelais insgesamt gibt, in den letzten beiden Nächten 100.000 ha mehr oder weniger stark geschädigt worden sind. Für genaue Einschätzungen ist es noch zu früh, man weiß aber schon jetzt, dass das Anbaugebiet des Bordelais am schwersten getroffen worden ist. Genauere Angaben zu den Schäden werden für die Woche nach dem 1. Mai erwartet.

(C. Compadre: Après le gel, place au bilan et à la solidarité, in: SUDOUEST, 29. 04. 2017)


Rote Zahlen

Die Société Stade Bordeaux Atlantique (SBA), die das neu erbaute Stadion Matmut in Bordeaux betreibt, hätte eigentlich Grund zur Zufriedenheit, denn im letzten Jahr wurden in diesem Stadion 1,3 Millionen Zuschauer gezählt, die zu 16 sportlichen Großereignissen und zu 281 weiteren Veranstaltungen gekommen waren. Zum Leidwesen der Geschäftsführung von SBA sieht es trotz des beeindruckenden Publikumszuspruchs in den Kassen des Unternehmens nicht rosig aus. Für die letzten beiden Jahre wurde jeweils ein Defizit von 2 Millionen Euro bilanziert, das auf Dauer nicht tragbar ist. Aus diesem Grund will SBA die mit der Stadt Bordeaux abgeschlossenen  Verträge neu verhandeln, um damit die Basis für ausgeglichene Geschäftsergebnisse zu erreichen. Ob das gelingt, ist allerdings nicht gesichert, denn die Verträge laufen bis 2045 und irgendwie hat man beim Verhandeln vergessen, Klauseln vorzusehen, die den Parteien erlauben, den Vertrag vor dem Auslaufen zu kündigen oder nachzuverhandeln. Da die Stadt Bordeaux aber kein Interesse daran haben dürfte, dass der Betreiber des Stadions in eine finanzielle Schieflage gerät, die  zur Insolvenz führt, wird man sich  wohl  bewegen und den Vertrag in Teilen  revidieren müssen. 

(D. Lherm: Bordeaux : en déficit, l’exploitant du Matmut veut renégocier le contrat avec la ville, in: SUDOUEST, 26. 04. 2017, 17.43h, Internet-Ausg.)

 



Kälteeinbruch

Der Südwesten Frankreichs ist in der Nacht vom 26. zum 27. April von einer Kältewelle erfasst worden, bei der das Thermometer stellenweise bis auf -4 Grad abgesackt ist. Mit einem stärkeren Rückgang der Temperaturen war schon seit einigen Tagen gerechnet worden, doch wusste man naturgemäß nicht, wie kalt es wirklich werden würde. Alle Weinanbaugebiete, angefangen vom Saint-Emilionnais, über das Médoc, Pessac-Léognan, Entre-deux-Mers, Côtes de Bourg und Blaye Côtes de Bordeaux sind betroffen, wobei die bisher registrierten Schäden noch nicht genau benannt werden können. An einigen Orten wird befürchtet, dass die kommende Ernte fast ganz vernichtet worden ist, an anderen hat man Hoffnung, dass es gnädiger abgegangen ist. Es steht jedoch außer Zweifel, dass der Frosteinbruch geschadet hat und in keiner Weise positiv gewesen ist. Für die Nacht vom 27. zum 28. April werden ereut Minusgrade erwartet. Am wenigsten kalt wird es unmittelbar an der Küste sein, wo wahrscheinlich wiederum keine Minusgrade auftreten werden. Etwas weiter im Inneren sind Werte bis -2 Grad angekündigt, was bedeuten würde, das es nicht ganz so kalt wird wie zuvor.

(Coup de froid sur le sud-ouest : vignes et vergers durement touches, in: SUDOUEST, 27. 04. 2017, Abendausg., Internet)


Unterbringungsprobleme

Bis zur Durchführung des nächsten Médoc-Marathon vergehen zwar noch reichlich vier Monate, aber die Planungen haben natürlich schon längst das Stadium der Konkretisierung erreicht. Das gilt zumindest für die Organisation im engeren Sinn. Weniger sicher ist bislang, wie und wo die erwarteten rund 8.500 Läuferinnen und Läufer und deren Begleitung untergebracht werden können. Die vorhandenen Angebote in Hotels, chambres d’hôte etc.  reichen jedenfalls nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen, zumal alle Teilnehmer ein Interesse daran haben, ihr Quartier so nahe beim Start zu haben, dass sie am Veranstaltungsmorgen ohne ermüdende Anreise dorthin gelangen können. Um diesen offensichtlichen Engpass zu überwinden denkt man daran, wieder wie in alten Zeiten Übernachtungsmöglichkeiten in Privathaushalten ausfindig zu machen. Diese Initiative läuft über die Maison du Tourisme et du vin in Pauillac, wo man eine Stelle eingerichtet hat, die derartige Übernachtungsangebote entgegennimmt und vermittelt und die organisatorische Hilfen gibt, um sicherzustellen, dass diese privaten Übernachtungen alle Beteiligten zufrieden stellen. Man hofft auf möglichst viele Angebote, die über die Internetseite der Maison du Tourisme in Pauillac oder direkt vor Ort abgegeben werden können.  

(M. N.: L’hébergement, autre challenge des marathoniens, in: Le Journal du Médoc, 21. 04. 2017)


Riesenhaie in der Biscaya

Der Riesenhai (cetorhinus maximus, franz. requin-pèlerin) kann bis zu 12 m lang werden und dabei ein Gewicht bis zu vier Tonnen erreichen. Er ist nach dem Walhai der zweitgrößte Fisch der Erde. Er ernährt sich von Plankton und verfügt deswegen über ein überdimensioniert erscheinendes Maul, mit dem er große Mengen Wasser aufnimmt und daraus die Kleinlebewesen herausfiltert, von denen er lebt. Taucher, die Begegnungen mit diesem friedfertigen Riesen hatten, berichten, dass das weit geöffnete Maul des Hais Angst machen könne, aber dahinter keine Angriffsabsichten gegen Menschen stünden. Obwohl der Riesenhai wegen seiner Größe eigentlich auffällig ist, hat die Wissenschaft immer noch viele Fragen, die das Leben und Treiben dieses Meeresbewohners betreffen. Daher läuft seit mehreren Jahren ein Beobachtungsprogramm, das immer im Frühjahr gestartet wird, das Freizeitsegeler, Fischer, Taucher, Surfer und andere, die Beobachtungsmöglichkeiten in dieser Beziehung haben, einlädt, Sichtungen des Riesenhais zu melden.  Derartige Berichte werden von dem seit 1998 bestehenden Verein APECS (association pour l’étude et la conservation des sélaciens) gesammelt und verarbeitet, der auf seiner Internetseite viele interessante Informationen zum Riesenhai bereithält.

(R. Le Coz: Golfe de Gascogne : participez à l'observation du requin-pèlerin, in: SUDOUEST, 25. 04. 2017, Abendausg., Internet)

Mehr: http://www.asso-apecs.org/


Endergebnis Präsidentschaftswahl 2017: 1. Runde

Das französische Innenministerium hat nach Vorliegen aller Ergebnisse aus den Wahllokalen das Endergebnis des ersten Durchgangs der Präsidentschaftswahl 2017 bekannt gegeben. Danach entfallen von den abgegebene Stimmen auf:

– Emmanuel Macron : 24,01%

– Marine Le Pen : 21,30%

– François Fillon : 20,01%

– Jean-Luc Mélenchon : 19,58%

       Benoît Hamon : 6,36%

Danach folgen sechs Bewerber, die Stimmenanteile von weniger als 5% erhalten haben.

Gegenüber den zuvor auf der Basis von 97% der Stimmen errechneten Ergebnissen hat sich der Abstand zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen vergrößert, während François Fillon etwas an Marine Le Pen herangerückt ist. Für die Benennung der beiden Kandidaten für die Stichwahl am 7. Mai haben diese Verschiebungen keine Auswirkungen.

Wichtig sind hingegen die eindeutigen Empfehlungen der unterlegenen Fr. Fillon und B. Hamon, für Macron zu stimmen, um den Sieg der rechtsextremen Marine Le Pen zu verhindern. Genau in diesem Sinn hat sich auch der noch amtierende Staatspräsident François Hollande ausgesprochen und dazu aufgerufen,  Emmanuel Macron zu wählen.

(UM, 25. 04. 2017)

 

 

Nach dem  Waldbrand

Wohl selten ist Regen im Médoc so sehr erwartet worden wie in diesen Tagen, da der Waldbrand bei Cissac zwar unter Kontrolle ist, aber immer noch rund 200 Feuerwehrleute mit rund 30 Fahrzeugen  im Einsatz sind, um ein Wiederaufleben des Brandes zu verhindern. Wenn es nicht kräftig regnet, wird es noch einige Tage dauern, bevor die Feuerwehrleute abgezogen werden können. Immerhin ist aber die durch den Brand unterbrochene RD 1215 wieder für den Verkehr freigegeben worden.

(Fl. M.: Après le feu, le Médoc sous surveillance, in: SUDOUEST, 24. 04. 2017)

 


Präsidentschaftswahlen: 1. Durchgang, 23. 04. 2017

Nachdem die Meinungsforscher in den letzten Monaten weltweit nur selten richtig gelegen haben, teilweise sogar grob daneben gegriffen hatten, hat es diesmal in Frankreich keine Überraschung, sondern eine Bestätigung der Voraussagen gegeben. Da die Wahllokale in den großen Städten erst um 20.00h geschlossen haben, wurden die ersten Hochrechnungen erst unmittelbar nach 20.00h publiziert. Dabei nahmen, wie von den Meinungsforschern vorhergesagt,  Emmanuel Macron und Marine Le Pen mit deutlichem Vorsprung vor den Kandidaten mit dem dritten und vierten Ergebnis die beiden ersten Plätze ein, die ihnen den Einzug in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen am 7. Mai dieses Jahres sichern. Während der Fernsehsender TF1 Macron und Le Pen mit jeweils 23% zunächst gleichauf sahen, setzten die Hochrechnungen von TF2 Macron mit einem Vorsprung von  rund 2 Punkten auf den ersten Platz. In der Folge verschoben sich auch bei TF1 die Zahlen in diese Richtung. In den Erklärungen der unterlegenen Bewerber beziehungsweise ihrer Sprecher wurde sehr schnell deutlich, dass die meisten sich einig waren, dass ein Sieg des Front National der Marine Le Pen verhindert werden müsste, um Schaden von Frankreich abzuwenden.

Alle Umfragen zum Ausgang der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen sind sich darin einig, das die Auseinandersetzung zwischen den beiden Erstplatzierten der ersten Runde mit einem deutlichen Sieg von Emmanuel Macron enden wird, dem Ergebnisse von 60% und mehr vorausgesagt werden. Obwohl der Wahlgang vom 23. April natürlich in erster Linie bedeutsam ist für die politische Zukunft Frankreichs, haben viele Europäer gebannt auf die Ergebnisse gewartet, weil Emmanuel Macron der einzige überzeugte Vertreter der Europa-Idee im Kreis der Präsidentschaftskandidaten war. Insofern ist für alle, die davon überzeugt sind, dass die beste Sicherung der Zukunft Europas mit der Fortsetzung des eingeschlagenen Weges der Einigung zu erreichen ist, jetzt in Frankreich eine Entscheidung gefallen, von der zu hoffen ist, das sie die positiven Folgen haben wird, die erwartet werden.

(UM, 24. 04. 2017, 23.00h)

 

Im Departement Gironde sah es zunächst danach aus, dass der Front National siegen würde, schließlich setzte sich aber auch hier Emmanuel Macron mit 23,19% der Stimmen durch, vor Marine Le Pen mit 22,97%, Jean-Luc Mélenchon mit 20,36% und François Fillon mit 17,07%.

 

In Grayan-et-L’Hôpital stimmten 25,03% der Wähler für Jean-Luc Mélenchon, 22,95% für Marine Le Pen, 21,39% für Emmanuel Macron und 16,9% für François Fillon.

(http://elections.sudouest.fr/presidentielles-2017/tour-1/nouvelle-aquitaine/gironde/)


Waldbrand II

Der am 20. April bei Cissac, nahe Lesparre, ausgebrochene Waldbrand hat die von den Feuerwehrleuten befürchtete schlimme Richtung genommen. Nunmehr sind 1000 ha den Flammen zum Opfer gefallen. Trotz eines großen Einsatzes von Personal und Technik und trotz der Unterstützung von 4 Löschflugzeugen gelang es nur mit Mühe, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Das ist mittlerweile geschehen, aber Entwarnung gibt es noch nicht. Dennoch ist man zufrieden, dass es gelungen ist, eine weitere Ausbreitung über die bereits vernichteten Flächen hinaus zu verhindern. Immer wieder mussten aber wieder aufflackernde Brandherde bekämpft werden, und das wird auch in den nächsten Stunden und Tagen erforderlich machen, dass ein beträchtliches Aufgebot an Feuerwehrleuten rund um die Uhr bereit stehen muss, um sofort einzuschreiten, wenn sich erneut Flammen zeigen. Angesichts der äußeren Bedingungen, die befürchten lassen, dass das Risiko für weitere Waldbrände im Südwesten Frankreichs zunehmen könnte, sind zwei weitere Löschflugzeuge nach Bordeaux-Mérignac verlegt werden.

(J. Lestage: Incendie dans le Médoc : le feu circonscrit, mais une importante surveillance maintenue, in: SUDOUEST, 21. April 2017, 21.17h, Intwernet-Ausg.)

 


Waldbrand im Médoc

Ein durch die extreme Trockenheit und starke Winde begünstigter Waldbrand ist bei Cissac, unweit von Lesparre, am Donnerstag Nachmittag ausgebrochen. 220 Hektar Wald waren zunächst betroffen. Das Feuer war am späten Nachmittag noch nicht unter Kontrolle. 180 Feuerwehrleute mit 50 Fahrzeugen sind im Einsatz. Das Feuer ist über die RD 1215 gesprungen, die deswegen für den Verkehr gesperrt wurde. Da die Gebäude des Gewerbegebietes Cissac Beauchêne bedroht waren wurde die Evakuierung der dort Beschäftigten angeordnet. Obwohl vier Löschflugzeuge vom Typ Canadair im Einsatz waren, waren die Flammen gegen 20.00h immer noch auf dem Vormarsch nach Westen in Richtung Hourtin. Die Feuerwehr stellt sich auf einen harten Kampf gegen die Flammen ein, von dem man noch nicht weiß, wann er gewonnen sein wird.

Ein zweiter, kleinerer Waldbrand ereignete sich im südlichen Bereich des Departements Gironde. Dort waren 12 Feuerwehreinheiten im Einsatz.  

(J. Lestage/JMD et sudouest.fr Gironde: Feux de forêt en Gironde : les pompiers luttent contre deux violents incendies, in: SUDOUEST, 20. 04. 2017, 20.19h, Internet-Ausg.)

 


Die Spannung steigt

Vier Tage vor dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl 2017 publiziert der SUDOUEST seine letzten Umfragewerte. Danach liegt Emanuel Macron weiterhin mit 24% leicht vor Marine Le Pen mit 23%. Auf dem dritten und vierten Platz folgen gleichauf François Fillon und Lean-Luc Mélenchon mit  19%. Betrachtet man nur diese Zahlen, so scheint sich eine gewisse Klärung zugunsten der beiden Bestplatzierten zu ergeben. Die ist wohl durchaus vorhanden, zumal der Prozentsatz der bereits für einen Bewerber entschieden ist, für die beiden Anführer der Rangliste im Ansteigen begriffen ist. Für Emmanuel Macron bedeutet dies, dass zuletzt 74% der Wähler, die sich für ihn ausgesprochen haben, angeben, sie seien entschlossen, Macron auch zu wählen. Noch vor einer Woche waren dies lediglich zwei Drittel der Wähler. Demgegenüber erklären 89% der Wähler, die sich für Marine Le Pen ausgesprochen haben, dass sie ihr Kreuzchen bei ihrem Namen setzen werden. Optimisten können daraus schließen, dass alles doch nicht so schlimm werden wird, wie manche befürchtet haben, doch Sicherheit gibt es nicht. Die Demoskopen merken zumindest an, dass die von ihnen ermittelten Ergebnisse in einer Bandbreite von 2,5% von den tatsächlichen Wahlergebnissen abweichen können. Man wrd sehen, was sich ergibt. Am kommenden Sonntag wird man in den frühen Abendstunden mehr sagen können. Für den zweiten Wahlgang am 7. Mai wird ziemlich durchgehend erwartet, dass der Bewerber, der dann gegen Marine Le Pen antreten wird, von der kaum gezweifelt wird, dass sie in der zweiten Runde dabei ist, die Vertreterin des Front National deutlich distanzieren wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass von den vier Kandidaten um das Amt des Präsidenten nur Emmanuel Macron eindeutig für das Fortbestehen der Europäischen Union eintritt,

(J. Desport: Sondage présidentielle : Macron et Le Pen distancent Fillon et Mélenchon, in: SUDOUEST, 19. 04. 2017, 19.01h, Internet-Ausg.)


Maiglöckchen-Probleme

In Frankreich gehören zum Beginn des Monats Mai Maiglöckchen, und das schon seit langer Zeit. Und da auch der Mai mit dem 1. dieses Monats beginnt, werden zu diesem Tag landauf, landab Maiglöckchen verschenkt. Nur, Maiglöckchen haben keinen eingebauten Kalender, und folglich kann man sich nicht darauf verlassen, dass die hübschen, allerdings auch giftigen Frühjahrsblüher zum gewünschten Datum auch parat stehen. In diesem Jahr gehen die Maiglöckchen um etwa eine Woche vor, doch ist das für die Betriebe, die diese Blumen anbauen, besser als wenn die Blüte zu spät kommt. In diesem Jahr hat die Ernte im südlichen Médoc eben früher begonnen. Dafür werden sehr viele kurzfristig angestellte Arbeitskräfte gebraucht, die die  Blütenrispen per Hand pflücken. Dann werden die Blütenstengel sortiert, in eine spezielle Lösung gestellt und in einen Kühlraum geschafft, wo sie bleiben, bis sie versandfertig gemacht werden. Dazu werden sie dann in gleichgroße Bündel zu je 50 Rispen gepackt, die anschließend ohne Feuchtigkeit an die Verkäufer verschickt werden. So wie es aussieht, wird man in diesem Jahr mit der verfrühten Blüte ohne Komplikationen zurecht kommen, so dass die anbauenden Betriebe ein gutes Jahr haben werden.

(G. Blaise: Le muguet fleurit trop tôt, in: SUDOUEST, 18. 04. 2017)


Hafenbesichtigung

Der Hafen von Bordeaux (Grand port maritime de Bordeaux (GPMB) verteilt sich auf sieben Terminals von unterschiedlicher Umschlagsleistung, die von Le Verdon an der Mündung der Gironde bis zum Port de la Lune mitten in Bordeaux reichen. Seitdem der Port de la lune keine Kräne und sonstigen Einrichtungen mehr hat, mit denen Güter umgeschlagen werden können, sind diese Aktivitäten an die anderen Standorte abgewandert. Der Terminal mit der größten Umschlagleistung befindet sich in Ambès am Zusammenfluss von Garonne und Dordogne, wo Ölprodukte der verschiedensten Art verladen werden. Der Standort mit der zweitgrößten Umschlagsleistung ist Bassens, wo Container, Getreide, Holz, Kies und Sand verladen werden. Wer sich dafür interessiert, einmal hinter die Kulissen des Hafenbetriebs zu schauen, hatte bisher wenig Glück, denn die Hafenzonen sind für alle gesperrt, die dort nicht beruflich tätig sind. In diesem Jahr hat die Hafenverwaltung beschlossen, einmal pro Monat einen Besucherbus in das Hafengebiet einfahren zu lassen und damit eine Besichtigung der Hafenanlagen von Bassens zu ermöglichen. Dies Touren starten und enden in Bordeaux am Office de Tourisme (Cours du 30 juillet, nahe der Esplanade des Quinconces) und kosten 22 Euro. Dafür wird eine vierstündige Unternehmung unter fachkundiger Leitung geboten, bei der auf dem Rückweg auch ein Halt an den Bassins à flot stattfinden wird. Der erste Termin für eine Besichtigung ist für den 12 Mai vorgesehen. Abfahrt am Office de Tourisme um 14.00h. Rückkehr nach dort 18.00h. Reservierungen beim Office de Tourisme, Tel.: 05 56 00 66 00

(G. R.: Une visite commentée du port, in: SUDOUEST, 15. 04. 2017)

 


Präsidentschaftswahlen

Ein am 13. April veröffentlichtes Ergebnis von Umfragen zur Präsidentschaftswahl in Frankreich sieht Emmanuel Macron mit 23,5% an der Spitze vor Marine le Pen mit 22,5%. Dann François Fillon mit 20% und Jean-Luc Mélenchon mit 18,5%. Interessant sind dabei die Verschiebungen in den letzten Wochen. Während Marine Le Pen sich von ihrem besten Ergebnis mit 28% von Ende Februar deutlich entfernt hat, und auch Emmanuel Macron sein bestes Ergebnis vom 21. März mit damals 26% nicht halten konnte, hat Jean-Luc Mélenchon kräftig zugelegt, eine Entwicklung, die sich auch in der letzten Woche fortsetzte, als Mélenchon noch 1,5% dazugewann. Leicht steigende Tendenz auch bei François Fillon, der sich auf mittlerweile 20% vorgearbeitet hat. Mit dem Abnehmen der Abstände zwischen den vier an der Spitze liegenden Bewerbern vergrößert sich die Unsicherheit bei den Beobachtern. Angesichts der immer noch großen Zahl von Unentschlossenen und bei einem wahrscheinlich bei einem Drittel der Wahlberechtigten  liegenden Anteil  der Nichtwähler kann nicht ausgeschlossen werden, dass jeder der vier Spitzenreiter auf dem ersten Platz beim ersten Wahlgang am 23 April landen kann und dass auch jeder die Chance auf den zweiten Platz haben kann, der die Zulassung zur zweiten Runde der Wahlen am 7. Mai bedeutet. Das einzig Sichere zur Zeit ist, dass die hinter der führenden Vierergruppe liegenden sieben übrigen Kandidaten keine Chance haben, die zweite Runde zu erreichen. Viele Beobachter machen sich Sorgen über den Fortbestand der Europäischen Union, da Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon Positionen vertreten, die keine Zweifel daran lasen, dass sie das Ende der Europäischen Union ansteuern..

(http://elabe.fr/intentions-de-vote-election-presidentielle-2017-10/ / und Macron arriverait en tête au premier tour, in: SUDOUEST, 14. 04. 2017)


Fête du livre

Die Fête du livre bildet traditionell den Start in die kulturelle Saison in Soulac. In der Salle des congrès  waren am zweiten Aprilwochenende wieder zahlreiche Tische aufgebaut, auf denen Autoren und Verlage ihre neuesten, manchmal aber auch schon etwas älteren Produkte vorstellten und,  soweit sich sehen ließ, auch verkauften. Der Präsident von Écume.doc, des Vereins, der die Veranstaltungen des Wochenendes getragen hat, begrüßte Autoren, Aussteller und Besucher und verkniff sich dann nicht einen bitteren Seitenhieb auf den Präsidentschaftswahlkampf, den er als „tragédie burlesque“ bezeichnete, wobei er sich besonders darüber ärgerte, dass im gesamten Wahlkampfgeschehen Bereiche wie Kultur, Volksbildung, und Chancengleichheit kaum oder gar nicht vorkommen.

Der Besucherstrom, der am Samstag noch etwas verhalten war, nahm am Sonntag zu, so dass alle Beteiligten die Erinnerung an ein erfolgreiches Wochenende mitnehmen konnten. Dabei kamen  nicht zuletzt die Besucher auf ihre Kosten, die sich für die Geschichte und die Kultur des Médoc interessieren, denn das Angebot der anwesenden Autoren und Verlage lud nicht nur zum Blättern, sondern auch zum Kaufen ein.

(M. Caporal: La Fête du livre engagée, pour l’éducation et la culture, in: SUDOUEST, 13. 04.2017)

 


Wertvoller Hund

Wenn die oft staunenswerten Fähigkeiten von Hunden richtig ausgebildet und eingesetzt werden, dann sind sie oft für Leistungen gut, zu  denen wir Menschen nicht fähig sind. Ein derartiger Fall hat sich gerade nahe der spanisch-französischen Grenze ereignet, wo eine Polizeistreifen einen Pkw angehalten und kontrolliert hat. Mit dabei war Irish, ein Labrador, der in Diensten der französischen Zollverwaltung steht. Er ist von Beruf eigentlich Drogenspürhund, aber er hat eine Zusatzausbildung durchlaufen, in der er für das Auffinden von Geld ausgebildet wurde. Und die zahlte sich bei dieser eigentlich routinemäßigen Kontrolle aus, denn kaum, dass der Hund seine Nase in das Auto gesteckt hatte, zeigte er den ersten Geldfund an, untergebracht in gewöhnlichen Reisetaschen hinter den Fahrersitzen. Beim späteren Nachzählen wurde ermittelt, dass der erste Treffer des Hundes 368.175 Euro wert war, wobei daran zu erinnern ist, dass das Mitführen von Geld ohne förmliche Anmeldung beim Überqueren von Grenzen auf 10.000 Euro begrenzt ist. Der pflichtbewusste Hund setzte danach seine Suche fort und zeigte an, dass in der hinteren Stoßstange noch etwas versteckt war. Das war Anlass, das Auto gründlich auseinander zunehmen. Am Ende stapelten sich 1.033.225 Euro in den Räumen der Zollverwaltung. Was genau es mit dem Geld auf sich hat, ist noch nicht bekannt, aber da der Verdacht auf einen kriminellen Hintergrund nahe liegt, wurden, Geld, Fahrzeug und Insassen erstmal in  Gewahrsam genommen. Ebenfalls noch nicht bekannt ist, wie die Belohnung für den Spürhund ausgefallen ist.

(E. Fère: Le labrador des douanes renifle le million, in: SUDOUEST, 12. 04. 2017)

 



Guter Start

Mit den Osterferien hat auch im Médoc die erste Welle der Touristen die Ferienorte an den Küsten erreicht. Der Direktor des neuformierten Tourismusverbundes Médoc-Atlantique gab erste Zahlen bekannt, nach denen die Auslastung im gesamten Beherbungsgewerbe schon gut und zufriedenstellend ist. Im Campingbereich werden erste Belegungswerte von über 50% gemeldet, was besonders bemerkenswert ist, da viele Campingplätze noch nicht vollständig geöffnet sind. Ähnlich gut sind die Werte bei den Hotels und noch besser bei den Gästezimmern. Die Tourismusbranche ist sicher, dass die kommende Saison gut sein wird, zumal es eine große Zahl von Wochenenden mit Brückentagen geben wird, die erfahrungsgemäß viele Kurzurlauber in die Ferienzonen locken. Für die  Monate Juli und August, in denen traditionell die Saison ihren Höhepunkt hat, sind die Reservierungen überaus zufriedenstellend. Bei nicht wenigen Hotels gibt es schon jetzt in dieser Zeit keine freien Zimmer mehr. Auch in diesem Jahr wird das Médoc viele Touristen aus dem Ausland anziehen, wobei man davon ausgeht, dass die Werte wie in den Vorjahren bei 20% Ausländeranteil liegen werden.

(G. Charrier: La saison démarre bien en Médoc, in: SUDOUEST, 10. 04. 2017)

 


In Grayan bleiben die Steuern niedrig

Auf seiner Sitzung vom 6. April hat der Gemeinderat von Grayan unter dem Bürgermeister S. Laporte die wichtigsten Weichen für das neue Haushaltsjahr gestellt. Besonders erfreulich, allerdings schon langjährig geübte gute Tradition: Die Gemeindesteuern steigen nur in dem Maße der Geldwertentwicklung. Konkret bedeutet das, dass die Taxe d’habitationauf moderate 4,47% festgesetzt wurde, die Grundsteuer für bebaute Grundstücke auf  6,12% und die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke auf 14,71%. Die aus diesen Steuern erwarteten Einnahmen für die Gemeindekasse belaufen sich auf 262.440 Euro. Weitere Einahmen erwartet die Kasse aus den gemeindeeigenen Ferienhäusern, dem Campingplatz in Le Gurp und dem kommunalen Waldbesitz. Alles in allem gehört Grayan-et-L’Hôpital weiterhin zu den nicht gerade zahlreichen Gemeinden mit gesunden Finanzen, die mit den Portemonnaies seiner Bürger behutsam verfährt und dennoch nicht nur nach außen hin gut dasteht.

(M. Caporal: Hausse de 2 % des taux locaux, in: SUDOUEST, 10. 04. 2017)


Wassermangel

Das Médoc ist von altersher eine Gegend, die ausgedehnte Feuchtgebiete aufweist, die erst durch die Eindeichungen und Trockenlegungsmaßnahmen seit dem 17. Jahrhundert eingeschränkt und bewohn- und nutzbar geworden sind.  In diesem Jahr wird es aber wahrscheinlich eine dramatische Situation dadurch geben, dass die geringe Menge der Niederschläge im Herbst und im Winter den Seen, Feuchtgebieten und dem Grundwasser nicht den Nachschub verschafft hat, der in Jahren mit normalen Niederschlagsmengen zusammenkommt. Besonders deutlich ist die Situation bereits jetzt am See von Carcans-Hourtin, dem größten Binnensee Frankreichs, wo der Wasserspiegel einen für die Jahreszeit  bislang nicht beobachteten Tiefstand erreicht hat, der dem entspricht, den man sonst am Ende des Sommers registriert. Die Erklärung für diesen Zustand liegt in den geringen Niederschlägen, die im Médoc gefallen sind. Die Wetterstation bei Hourtin hat in den letzten sechs Monaten nur 310 mm gemessen, während es in normalen Jahren mehr als 600 mm sind. Wenn nicht, was allerdings höchst wenig wahrscheinlich ist, in den nächsten Wochen noch ungewöhnlich reichhaltige Regemengen fallen, wird im Médoc das Wasser im kommenden Sommer knapp, womöglich sogar sehr knapp.

(M. Caurraze: L’eau, une ressource devenue rare en Médoc, in: Le Journal du Médoc, 7. April 2017)


Jahrgang 2016

Die Rotweine des Bordelais aus dem Jahr 2016 sind noch lange nicht vermarktungsfähig, aber es gibt schon etwas zu kosten. Und diese jungen Weine, die primeurs, versprechen Dinge, die die Experten zum Schwärmen bringen. In der letzten Woche waren rund 6000 Weinexperten im gesamten Anbaugebiet unterwegs, um erste Eindrücke vom Jahrgang 2016 zu sammeln. Dabei konzentrierte sich das Interesse zwar auf die 300 des obersten Segments, aber auch die kleineren Weine bekamen Anerkennung. Schon jetzt steht fest, dass das Jahr 2016 einen großen Jahrgang hervorgebracht hat, der zudem in respektablen Mengen verfügbar sein wird. Es ist, so heißt es, ein Jahrgang, der dem Bordelais gut tun wird, und von dem nicht nur einzelne Kenner sagen, er sei fantastisch. Es wird erwartet, dass von diesen Einschätzungen alle Châteaux profitieren werden, wenn auch naturgemäß das Preisgefüge die Kassen der renommierten Anbaubetriebe mehr klingen lassen wird als bei den kleineren. Über die Preise kann man allerdings noch nicht urteilen, einfach, weil sie noch nicht bekannt sind. Damit wird aber in den nächsten Wochen zu rechnen sein. Angesichts der schon verlautbarten Einschätzungen der Qualitäten dieses Jahrgangs ist wohl nicht damit zu rechnen, dass die Verkaufspreise gegenüber dem Vorjahr nachgeben werden, aber was tatsächlich geschieht, wird man erst im Mai dieses Jahres wissen.

(M. Hervé: Primeurs : le millesime 2016 s’annonce de haute volée, in: SUDOUEST, 07. 04. 2017, 11.04h, Internet-Ausg.)


Neustart

Nach einem Jahr Unterbrechung wird 2017 wieder das Mittelalterspektakel, das an die Schlacht von Castillon erinnert, aufgeführt. Die historische Schacht fand im Jahr 1453 statt und beendete den Hundertjährigen Krieg zwischen der englische Krone und Frankreich mit einem Sieg der Franzosen. Damit hörte die englische Oberhoheit über den Südwesten Frankreichs auf, die seit der Heirat der Eleonore von Aquitanien mit dem späteren König Heinrich II. bestanden hatte. Die theatralische Inszenierung der Schlacht wird in einer Reihe von Aufführungen zwischen dem 13. Juli und dem 19 August stattfinden. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 40.000 Besuchern, die sie auch brauchen, um die Veranstaltungen ohne Defizit abschließen zu können. An den Aufführungen werden nicht weniger als 600 freiwillige Schauspieler beteiligt sein. Die Inszenierung versucht, neue Wege zu gehen und die Ereignisse mit etwas leichterer Hand darzubieten als dies in der Vergangenheit üblich war. Dazu soll es anlässlich der 40. Jahrestages des Spektakels ein paar Überraschungen für die Zuschauer geben, die aber noch unter Verschluss gehalten werden.

(E. Fonteneau: Castillon se réinvente, in: SUDOUEST, 07. 04. 2017)

 

Mehr: https://www.batailledecastillon.com/reserver/



Saisoneröffnung

Mit dem Einlaufen der Braemar in den Port de la Lune von Bordeaux wurde die neue Saison der Kreuzfahrtschiffe eröffnet. Insgesamt werden in diesem Jahr 53 der großen Kreuzfahrtschiffe in der Gironde erwartet. Die meisten davon werden im Port de la lune anlegen, einige wenige bleiben auch in Le Verdon oder, noch weniger, in Pauillac und Bassens. Der auf diesem Wege in die Gironde oder noch weiter flussaufwärts in die Garonne gelenkte Tourismus entwickelt sich stetig zunehmend seit dem Anfang des Jahrzehnts. 2016 wurden 33.200 Passagiere gezählt, die auf diesem Wege in die Gironde bzw. nach Bordeaux gelangt sind und dort für eine kräftige Belebung des Wirtschaftslebens gesorgt haben. Das bedeutete gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 66%. Es ist daher verständlich, dass man  auch in Pauillac an dieser Entwicklung teilnehmen möchte, wo überlegt wird, die Kaianlagen in Trompeloup, wo bislang hauptsächlich Bauteile  für den Airbus A 380 umgeschlagen werden, auch für das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen zu nutzen. Die nunmehr weiter in Gang gekommene Kreuzschifffahrt ist allerdings kein absolutes Novum in Bordeaux, wo schon seit den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts regelmäßige Linienschiffsverbindungen nach Übersee bestanden haben, die zum größten Teil im zweiten Weltkrieg durchtrennt wurden und danach weitgehend vergessen und nicht wieder in der früheren Intensität wieder aufgenommen wurden.

(G. Richard: Bordeaux : la saison des paquebots est ouverte, in: SUDOUEST, 06. 04. 2017)



Bärenreport 2017

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist Frankreich ein Land mit einer kleinen aber stabilen Bärenpopulation. Die hausen in zwei von einander getrennten Gruppen in den Pyrenäen und erfreuen sich der besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge der Arbeitsgruppe Bären des Amtes für die Jagd und die freilebenden Tiere. Dieses Gremium veröffentlich jedes Jahr einen Bericht über die Entwicklung des Bärenbestandes in Frankreich. Nach letzten Erhebungen leben 39 Bären auf dem Boden Frankreichs. 37 von ihnen halten sich in den zentralen Pyrenäen auf, während eine kleine Gruppe von zwei männlichen Bären in den westlichen Pyrenäen zu Hause ist. Um diese beiden, die keinen Kontakt zu der größeren Gruppe haben, macht man sich Sorgen, denn da sie sich nicht vermehren, werden sie wohl eines Tages spurlos verschwinden. Bei der großen Gruppe ist hingegen eine leicht ansteigende Zahl der Tiere zu beobachten, die erwarten lässt, dass diese Bären genügend Nachwuchs hervorbringen werden, um ihre Präsenz weiter zu sichern. Bei den beiden männlichen Bären im Westen würde nur die Ansiedelungen einer oder mehrer weiblicher Bären für eine positive Zukunftsperspektive sorgen, doch stellt sich das dafür zuständige Ministerium seit mehreren Jahren tot. Offensichtlich will niemand die politischen Risiken eines erneuten Aufflammens der Kämpfe zwischen Bären-Befürwortern und Bären-Gegnern auf sich nehmen. Und angesichts der anstehenden Wahlen ist nicht damit zu rechnen, dass sich in absehbarer Zeit daran etwas ändert.

(J.-D. Renard: L’ours profite des paysages pyrénéens, in: SUDOUEST, 05. 04. 2017)

 



Schuldenabbau

Als Pierre Bournel, der gegenwärtige Bürgermeister von Vendays-Montalivet, das Amt von seinem Vorgänger übernahm, sah es um die Gemeindefinanzen düster aus. Es hatte sich ein Schuldenberg von 15 Millionen Euro aufgehäuft, für dessen Abtragung keine tragfähige Konzeption bestand. Der neue Bürgermeister und seine Mannschaft haben aber Mittel und Wege gefunden die Gemeindekasse in eine Richtung zu manövrieren, die mehr als das besagte Licht am Ende Tunnels sieht. Durch konsequenten Verzicht auf die Aufnahme neuer Kredite und intensive Durchforstung der Verbindlichkeiten der Gemeinde ist es gelungen, den Schuldenberg auf aktuell 11 Millionen Euro zu drücken. Trotzdem wurden vorzeigbare neue Projekte in Angriff genommen und solide finanziert. So wurde die Maison des jeunes in Montalivet saniert, ein Centre de loisirs wurde errichtet, der Camping municipal mit 180 Stellplätzen und manch andere Einrichtung wurde geschaffen. Und, darauf legt der Bürgermeister Wert, die Gesundung der Gemeindefinanzen wird weiter vorangetrieben.

(Le désendettement se poursuit, in: Le Journal des Propriétaires du littoral du Médoc, No.139, mars-avril-mai 2017)


Soulac-Chronik II

Jean-Paul Lescorce ist vielen, die sich für die Geschichte des nördlichen Médoc interessieren, nicht nur als kenntnisreicher und überaus sympathischer Führer durch die Bunkeranlagen nördlich von Soulac ein Begriff, sondern auch als Autor, der eine ganze Reihe kleinerer und größerer Beiträge zur Geschichte von Soulac publiziert hat. Seine jüngste Veröffentlichung ist der zweite Band der Chronik von Soulac, der beginnend mit einem Wikinger-Einfall im Jahre 840, wesentliche Stationen der Médoc-Geschichte aufleben lässt, die im ersten Band der Chronik noch nicht beleuchtet worden waren. Namentlich für die letzten Jahrzehnte kommt dem Autor und  natürlich auch den Lesern dabei zugute, dass hier ein Mann zur Feder gegriffen hat, der seit Kindesbeinen, das heißt also seit den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg in Soulac lebt und dabei aus einer Familie stammt, die seit Generationen dort ansässig ist. Damit ist klar, dass der Leser mancherlei erfährt, was Außenstehenden sonst verborgen bliebe.

(C. Boissot: L’inventaire soulacais de Jean-Paul Lescorce, in: Le Journal du Médoc, 31. 03. 2017)


Rückgang

Auf dem Automarkt in Frankreich tut sich etwas, und das zu Lasten der Dieselfahrzeuge. Im März 2017 fiel ihr Anteil an den Neuzulassungen in Frankreich auf 47%. Im Jahre 2012 hatte ihr Anteil noch bei 73% gelegen. Die Gründe für den  Umschwung, von dem angenommen wird, dass er dauerhaft sein wird, sind vielfältig. Zum einen haben die Verschärfung der Abgasnormen, die Reduzierung der steuerlichen Bevorzugung der Dieselkraftstoffe, die Diskussion um die Schädlichkeit der Feinstaubemissionen und nicht zuletzt der vom Volkswagenkonzern ausgehende Skandal um manipulierte Abgaswerte zu diesem Trendwechsel beigetragen. Nicht zu unterschätzen sind auch die Ankündigungen der Bürgermeisterin von Paris, die Dieselfahrzeuge lieber heute als morgen aus dem Stadtverkehr der französischen Hauptstadt verbannen möchte. Alles in allem haben Interessenten, die heute ein neues Auto kaufen wollen, hinsichtlich der Motorenart Entscheidungen zu erwägen, die noch vor wenigen Monaten nicht erforderlich waren.

(Pour la première fois, les voitures diesel rétrogradent, in: SUDOUEST, 2. April 2017)

 


Hafen Le Verdon

Trotz immer wieder aufflackernder Hoffnungen ist der Tiefwasserhafen von Le Verdon noch im Tiefschlaf, da es nicht gelang, den Verladebetrieb für Container, der eigentlich die Hafenanlagen mit pulsierendem Leben erfüllen sollten, wieder in Gang zu setzen. Es gibt zwar zwei funktionsfähige Portalkräne, die die alten ersetzt haben, aber nun hakt und klemmt es mal hier und mal da, so dass ernsthafte Aussagen über das weitere Schicksal der Containerverladung in Le Verdon kaum gemacht werden können. Weniger Unsicherheiten gibt es hingegen bei der Rolle, die der Hafen als Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe spielen soll. Von denen werden rund zwanzig in diesem Jahr erwartet, die ihren Passagieren allerdings nur einen ungewöhnlich toten Hafenbetrieb bieten können.

(UM, 01. 04. 2017)

 

 

Präsidentschaftswahlen

Etwas mehr als drei Wochen vor dem ersten Wahlgang zeigen die Umfragen wenig Neues. Die fünf bestplatzierten Bewerber vereinigen rund 94% der Stimmen auf sich, auf die übrigen sechs Kandidaten entfallen die restlichen sechs Prozent. Platz eins der Liste nimmt Emmanuel Macron mit 25% der Stimmen ein, der zwar einen Prozentpunkt eingebüßt hat, aber dennoch vor Marine Le Pen rangiert, die es auf 24% bringt. François Fillon macht Boden gut, denn er kommt nunmehr auf 19%. Für den zweiten und entscheidende Wahlgang sind die Perspektiven weiterhin günstig für Emmanuel Macron, für den sich 60% der Befragten aussprechen, während es M. le Pen auf 40% bringt. Dabei weiß man natürlich, dass Prognosen und Umfragen ihre Tücken haben.

(J. Desport, Macron toujours devant, mais Fillon retrouve de l’air, in: SUDOUEST, 01. 04. 2017)



Waldbrand

Wo Wald ist, kann es auch Waldbrände geben, und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Diese Erfahrung mussten die Verantwortlichen des militärischen Komplexes von Captieux machen, der zur einen Hälfte auf dem Gelände des Departements Gironde liegt und zur anderen auf dem Territorium des Departements Landes. Ausgelöst von militärischen Schießversuchen sind dort bei dem ersten größeren Waldbrand des jahres 2017 wenigsten rund 500 ha Kiefernwald in Flammen aufgegangen. Die Leitung des Camp veröffentlichte kurz nach Bekanntwerden des Brandes eine Meldung, in darauf hingewiesen wurde, dass der Brandherd unter Kontrolle sei, dies allerdings erst nach Einsatz von einer beträchtlichen  Zahl von Feuerwehrleuten und Soldaten, die Unterstützung aus der Luft durch zwei aus Nizza heranbeorderte Canadair erhalten hatten, die zehn Einsätze flogen. Sie verhinderten dadurch das Übergreifen des Brandes auf einen benachbarten Campingplatz. Menschen sind  nicht zu Schaden gekommen.

(E. Artigue-Cazcarra: 500 hectares en feu sur le camp militaire, in: SUDOUEST, 31. 03. 2017,