Die Leuchttürme von Hourtin


Einer der beiden 27m hohen Leuchttürme bei Hourtin, der allerdings recht weit von dem namensgebenden Ort ziemlich einsam im Wald steht.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mehr und mehr Klage darüber geführt, dass die Médoc-Küste zwischen dem Cap Ferret im Süden und dem Leuchtturm von Cordouan im Norden ohne nächtliche Navigationshilfen für die Schifffahrt war. Um diesem Missstand abzuhelfen, wurde beschlossen, etwa auf halber Entfernung zwischen den beiden bestehenden Leuchtfeuern ein neues zu errichten. Da sich dieses neue Leuchtfeuer eindeutig von den vorhandenen unterscheiden musste, beschloss man, zwei rund 200m voneinander entfernt stehende Leuchttürme zu errrichten. Dies erschien zur Zeit der Inbetriebnahme der 1863 eingeweihten Bauwerke die einzige Möglichkeit zu sein, um Verwechslungen zu vermeiden. Dabei ist daran zu erinnern, dass Leuchtfeuer in der Zeit vor der elektrischen Beleuchtung nicht einfach an- und ausgeschaltet werden konnten, um etwa durch bestimmte Blinkfrequenzen unverwechselbar zu werden.


Die noch heute funktionierende Laterne des oben gezeigten Turmes. In der Zeit der Automatisierung brauchen heutzutage keine Leuchtturmwärter mehr für den ordnungsgemäßen Betrieb zu sorgen.


Die Eingangsseite des Turms


Der Weg nach oben führt wie bei vielen ähnlichen Bauwerken über eine Wendeltreppe. Den Boden ziert ein Marmorbelag, den heute niemand mehr für einen Leuchtturm spendieren würde.



Die Laterne aus der Nähe. Etwa in der Bildmitte die Fresnellinse, die dafür sorgt, dass die von der Lichtquelle ausgehenden Strahlen parallel  gerichtet werden, damit sie eine größere Reichweite erreichen. Hier kann das Lichtsignal in einer Entfernung von über 21 nautischen Meilen, also fast 40 km weit wahrgenommen werden, natürlich nur, wenn die Sicht klar ist.


Blick auf die die Leuchttürme umgebende Waldlandschaft, die einen Eindruck davon vermittelt, wie weit die Leuchtturmwärter und ihre Familien von Einkaufsmöglichkeiten, Schulen etc. entfernt waren.


Ein Wohngebäude, in dem zwei der insgesamt fünf vor Ort beschäftigten Leuchtturmwärter untergebracht waren.


Der zweite der beiden vor rund 150 Jahren errichteten Leuchttürme hat, nachdem sein Leuchtfeuer entbehrlich wurde, eine neue Aufgabe bekommen. Er trägt eine militärisch wichtige Antennenanlage, die nicht fotografiert werden darf. Der Teil des Gebäudes, den wir zeigen, belegt immerhin, dass hier wirklich zwei Leuchttürme stehen. Doch was da oben geschieht, geht niemand was an.