Der Präfekt mit dem größten Denkmal

Der Präfekt, dem das Schicksal das größte Denkmal, das ihm und seinesgleichen zuerkannt worden ist, gewährte, war Präfekt des Départements Seine. Er erließ im Jahre 1884 ein Dekret, das bestimmte, das „zukünftig alle häuslichen Abfälle in einem Holzgefäß, das innen mit Blech ausgeschlagen ist, gesammelt werden sollen, so dass nichts davon nach außen entweichen kann“.

Diese Gefäße sind die Vorläufer der modernen Mülltonnen. Für die Zeit, in der das Dekret erlassen wurde, war das eine revolutionäre Neuerung, denn bis dahin wurde alles, was wir heute der Müllabfuhr übergeben, auf die Straße oder irgendwohin geworfen. Hauptsache, es war vordergründig weg. Was dann daraus wurde, kümmerte kaum jemanden, außer den besagten Präfekten des Départements Seine.

Dieser (spätere) Präfekt wurde im Jahre 1831 in Caen geboren, und er starb 1907 in Paris. Er war von 1883 bis 1896 Präfekt des Départements Seine und von 1896 an Botschafter Frankreichs beim Vatikan

Ach ja, es muss ja noch was zum Thema Denkmal kommen. Wir versuchen es erstmal mit einem Bild.


 

Ihre Vermutung trifft zu! Der angesprochene Präfekt hieß Poubelle, Eugène-René Poubelle.

Das Denkmal, das ihm errichtet wurde ist keines, vor dem man Blumen und sonstiges ablegen kann, dafür aber ist es ständig im Munde aller französisch Sprechenden, weil für sie der Name des Präfekten einen Gegenstand bezeichnet, ohne den die  moderne Zivilisation kaum funktionieren kann, die Mülltonne nämlich, französisch: la poubelle.

Und wer es schafft, dass sein Name in allen französischen Wörterbüchern steht, und darüber hinaus in allen Wörterbüchern, die einen französischen Bestandteil haben, der hat für seinen Nachruhm ausgesorgt. Es sei denn, die Leute vergessen, dass der Erfinder der poubelle eben Poubelle hieß.

Wer sich noch schlauer machen will, kann diese Links nutzen:

http://fr.wikipedia.org/wiki/Eug%C3%A8ne_Poubelle

http://fr.wikipedia.org/wiki/Poubelle